Telekom macht Ernst: Tarifwechsel führt zur Ende der Flatrates und Verletzung der Netzneutralität

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Wir hatten bereits über die Gerüchte berichtet und jetzt wird es Realität: Die Deutsche Telekom hat heute die Abschaffung von Flatrates verkündet und dabei gleichzeitig bestätigt, dass man auch die eigenen Dienste gegenüber der Konkurrenz bevorzugen und damit die Netzneutralität verletzen wird.


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Neuverträge werden ab dem 2. Mai mit einer Drosselung bei bestimmten Volumina verkauft. Bei den üblichen DSL-Verträgen mit „bis zu“ 16 Mbit/s wird ab 75 GB auf sechsfache ISDN-Geschwindigkeit gedrosselt, bei „bis zu“50 MBit/s ab 200 GB. Mit der gedrosselten Geschwindigkeit von 384 Kbit/s ist Internet nur noch anstrengend. 75 GB sind übrigens weniger als 10 Filme in HD schauen an Datendurchsatz benötigen, d.h. bei der Deutschen Telekom kann man im Standardtarif nur an jedem dritten Tag einen HD-Film bei der Konkurrenz anschauen. Willkommen im 20. Jahrhundert!

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Die Pressemitteilung ist noch etwas unklar, wer oder was diskriminiert wird. Fakt ist, dass zumindest die Konkurrenzangebote, die Fernseh-ähnliche Produkte anbieten, diskriminiert werden, wie z.B. Zattoo, Youtube oder Video-on-Demand-Plattformen, denn T-Entertain bleibt unberührt (läuft aber über dieselbe Bandbreite):

Die Nutzung von Entertain wird nicht auf das im Tarif enthaltene Volumen angerechnet. „Mit Entertain buchen die Kunden Fernsehen, deshalb werden wir sicherstellen, dass sie nicht plötzlich vor einem schwarzen Bildschirm sitzen“, erläutert Hagspihl. Auch Sprachtelefonie über den Telekom-Anschluss wird nicht angerechnet. Beide Dienste sind im Gegensatz zu Internetdiensten Managed Services, die in einer höheren und gesicherten Qualität produziert und vom Kunden gesondert bezahlt werden. Reguläre Internetdienste werden diskriminierungsfrei nach dem „Best-Effort“-Prinzip behandelt, das bedeutet: so gut es die zur Verfügung stehenden Ressourcen ermöglichen. Das gilt auch für Internetdienste der Telekom.

Spannend wird in der Realität, ob auch Angebote wie Spotify (Deal mit Telekom) diskriminiert wird und was ist mit der eigenen Cloud-Infrastruktur, wo Kunden 100 GB Platz angeboten wird, die niemand mit dem Standardtarif füllen kann? Update: Deutsche Telekom plant 2-Klassen-Internet, wo man bevorzugt behandelt werden kann, wenn man Geld zahlt.

Hier unsere früheren Artikel dazu:

Drosselung und Diskriminierung: Die Deutsche Telekom schafft die Netzneutralität auch beim Festnetz-Internet ab.
Das Ende der Flatrates?

Update:

Der Digitale Gesellschaft e.V. kommentiert die Telekom-Tarifänderungen: Frontalangriff auf die Netzneutralität.

“Bei einer Beschränkung auf weniger als 1% der Leistung eines 50-MBit-VDSL-Anschlusses auf ein Niveau der 1990er Jahre ist das Wort ‘Drossel’ falsch. De facto ist das eine Sperre und ein Ausschluß vom Internet.”

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95 Kommentare
  1. Die Telekom übertrifft sich an Intelligenz mal wieder selbst.
    Dass ist so, als ob ich 2 Liter Cola kaufe, aber dort nur ein halber Liter drin ist. Das Netz soll also gebaut werden, aber niemand kann es nutzen?
    Meinetwegen sollen die die Geschwindigkeit droßeln…bei 230 kbit/s merk ich davon nichts… -.-

    1. Dein Vergleich hinkt.

      Es ist, als würdest du auf Grund von großem Durst eine 2-l-Flasche Getränk kaufen, aber leider feststellen musst, dass die Öffnung der Flasche nach Durchfluß von 750 ml auf Stecknadelkopfgröße schrumpft.

  2. @Markus

    ob auch Angebote wie Spotify (Deal mit Telekom) diskriminiert wird
    …wird wohl als Managed Service wo oben erwähnt werden.

    was ist mit der eigenen Cloud-Infrastruktur, wo Kunden 100 GB Platz angeboten wird, die niemand mit dem Standardtarif füllen kann
    .
    Wieso kann das nicht gefüllt werden? Ein DSL Vertrag läuft doch mehrere Monate?

    1. Und wenn du dein Backup in der Cloud hast und deine Daten verloren gehen? Dann stehste da und muss zusätzlich Geld bezahlen um schnell an alle Daten zu kommen. Großes Kino.

    1. Kündigen: Der Irrglaube des einzelnen Konsumenten, er/sie könne ohne gesetzliche Regulierung irgendetwas erreichen.

      Wenn der Marktführer eine Drosselung einführt, wird es keine gefühlten drei Sekunden dauern, bis die Konkurrenz ähnliches anbietet und ihre flatrates verteuert.

      Es wird Zeit für eine striktere gesetzliche Regulierung der Bereitstellung einer der wichtigsten Infrastrukturen.

      1. Da geb ich Dir sogar Recht. Die Konkurrenz wird es sicherlich auch tun.
        Trotzdem hoffe ich, das der eine oder andere übrig brleibt und eine echte Flatrate anbieten wird. Der hat mich als Kunde sicher.
        Die mit dem T jedenfalls sind raus. Ich hab grad mal geschaut in den vergangenen 7 Stunden seit meinem letzten Beitrag hab ich 3,5GB verbraucht. Also 75GB im Monat sind für mich ein NoGo.
        „Es wird Zeit für eine striktere gesetzliche Regulierung der Bereitstellung einer der wichtigsten Infrastrukturen.“
        Auch hier hast Du Recht. Die Beschwerden über die netzpolitische Landschaft nerven aber einfach nur ab. Wir leben in einer Demokratie und haben und haben die Wahl gehabt und werden sie auch wieder haben.
        Na dann mal los, Ihr Aktivisten. Die nächste Wahl kommt bestimmt.

  3. das hat mich schon bei meinem Mobilvertrag tierisch genervt … und so ein protektionistischer Schwachsinn wird auch noch subventioniert .. naja, geh´ ich halt in den Untergrund … und knabber dort an den Telekom Kabeln …

  4. Um den Podcast mobilemacs zu zitieren „das ist nicht gedrosselt, das ist funtional kaputt! Das ist als wenn ich ein Auto mit 50 km/h kaufe und nach 200km wird das auf 375 meter in der stunde gedrosselt!“
    Besser kann man es nicht ausdrücken.

    1. Ne, das ist anderst.
      Du kaufst ein Auto aber mit der KFZ-Steuer darfst du nur 1000km im Jahr fahren und bei Überschreitung wird die Karre automatisch auf 20km/h runtergeregelt.

      Damit das aber sicher ist, bekommst du eine Spy-Box in das Auto eingebaut, die darüber wacht, dass du nur 1000km fährst.
      Begründet wird das dann damit, dass Vielfahrer ja die Straßen stärker abnutzen.

      (Positiver Nebeneffekt: Man kann auch gleich noch Geschwindigkeitsüberschreitungen und andere Verkehrsdelikte automatisch ahnden)

    2. Terffer daneben.

      Der Vergleich hinkt gewsltig: Langsam fahrende Autos behindern andere Autofahrer regelmäßig. Ein gedrosselte Internetanschluss behindert aber andere Anschlüsse nicht – bei hoher Netzlast sogar im Gegenteil!

  5. Der Pressemitteilung entnehme ich:

    Die Einführung der neuen Tarife erfolgt schrittweise: Zunächst werden zum 2. Mai 2013 die Leistungsbeschreibungen für neue Verträge angepasst. Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen. Wann die Telekom die Geschwindigkeitsreduzierung tatsächlich einführt, hängt von der Verkehrsentwicklung im Internet ab. „Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen“, so Hagspihl.

  6. Prima. Shitstorm bleibt sicher nicht aus. Kann mal jemand auch kurz auf KD und ähnliche Angebote einbashen, die nachweislich jetzt schon drosseln? (Und ihren eigenen Speedtest entdrosseln und mir z.B. trotzdem nicht die versprochene Bandbreite stellen?)

  7. Was ich einfach nicht verstehe, vielleicht kann es mir jemand aus dme Netzpolitikteam erklären,wäre das nicht ein Fall für die Bundesnetzagentur? Ich meine wenn Wettbewerber diskriminiert werden könnte man doch Top argumentieren, das dies nicht geht. Schließlich müssen ja faire bedingungen auf dme Markt herrschen. Warum macht da Niemand was ? Ich dachte dafür ist diese Behörde 98 geschaffen worden !

  8. @Markus Beckedahl

    Dass der Traffic von Entertain nicht angerechnet wird ist keine Verletzung der Netzneutralität. Entertain ist kein Internetdienst, sondern ein Multicast-Dienst über ein privates Netzwerk. Wenn man den Entertain Dienst benutzt baut der Router zwei VLAN Verbindungen auf, eine in das öffentliche Internet, eine andere in ein privates Netz der Telekom für IPTV Multicast. Nur der Traffic des Internet VLANs wird angerechnet und nur wenn dort Dienste der Telekom bevorzugt/nicht angerechnet werden, wäre diese eine Verletzung der Netzneutralität.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Telekom_Entertain#Zielnetz

      1. @Markus Beckedahl

        Ich sehe darin keine Verletzung der Netzneutralität.

        Wenn man einen 16 MBit/s Entertain Anschluss hat kann man diese 16 MBit/s benutzen wie man will.
        Wenn man einen IPTV Stream anfragt, und nur dann, wird dessen Bandbreite (3,5 MBit/s SD, 10 MBit/s HD) von dem Internet VLAN abgezogen, aber der User hat dies ja so gewollt, er hat den Stream ja angefragt. Der Prozess ist nutzerautonom.

        Die Priorisierung des IPTV VLANs kann man auch ausschalten, den diese erfolgt auf dem Router des Endkunden und nicht im Netzwerk der Telekom.
        Wenn man einen eigen Router mit Linux betreibt, muss man die IPTV VLAN Priorisierung erst einschalten. Ohne diese Priorisierung stottert der IPTV Stream wenn man das Internet VLAN saturiert.

        Dies ist aber keine Frage der Internet Netzneutralität, da keine Internetdienste bevorzugt oder benachteiligt werden. Dies ist eine Frage der Leitungsneutralität und mit Blick auf Open-access Networks (welche ich für das richtige Internet-Infrastrukturmodell halte) eine Interessante Diskussion.

    1. Der Anteil für T-Entertain wird von der Gesamt-Bandbreite abgezogen. Wenn du also 16 hast, werden die 4 für Entertain (Non-HD) abgezogen, bleiben 12 fürs Netz.

      T-Entertain (auch wenn man die techn. Trennung nimmt) war auch schon immer ein Bruch der Netzneutralität. Nur war/ist das deutsche Volk halt daran gewöhnt, für „Internet“ und „TV“ getrennt zur Kasse gebeten zu werden.

      1. @Jens Best
        Wieso ist dies eine Verletzung der Netzneutralität? Der Nutzer kontrolliert wie die Bandbreite seines Anschlusses genutzt werden soll.
        Der Nutzer schaltet seinen Fernseher mit IPTV Receiver ein und signalisiert damit seinem Netzwerk dass er IPTV sehen will. Der Router priorisiert das IPTV VLAN gegenüber dem Internet VLAN. Wenn der Nutzer den IPTV Receiver ausschaltet steht dem Internet VLAN wieder die volle Bandbreite zur Verfügung.
        Das Nutzerverhalten, bzw. der Nutzerwunsch, bestimmt die Bandbreitenzuteilung.

      2. @Texhnolyze: wenn du eine andere definition von „netzneutralität“ hast, lohnt sich das rumdiskutieren hier nicht.
        es werden datenpakete bevorzugt/benachteiligt ausgeliefert, je nachdem, was drin ist. und wenn man der „kannst ja den fernseher ausschalten“-argumentation folgen will (evtl. als „ich darf mir mein eigenes qos machen“), ja, aber: unterschiedliche daten werden anders ab/angerechnet. nächster schritt: „googeln kostet aber extra“.
        hat mit netzneutralität alles nichts mehr zu tun.

      3. Texhnolyze hat recht! Juhi du solltest mal deine Hausaufgaben machen bevor du solche Statements ablässt.

        Entertain ist ein privater IPTV *Multicast* der Telekom, welcher in einem separaten VLAN läuft. Das ist *kein* Internet-Traffic und *kein* Video on Demand.

        Ein Bruch der Netzneutralität wäre es z.B. dann, wenn die Telekom das VOD über „Videoload“ (das ist deren VOD Service) nicht auf das Traffic-Limit anrechnet, während z.B. „Watchever“ angerechnet wird.

  9. Was ist eigentlich mit den Haushalten, die einen „bis zu 16 Mbit/s Tarif“ haben, bei denen aber aufgrund der bescheidenen Netze nur <384 Kbit/s ankommen? Bekommen die ab 75GB Traffic ein kostenloses aupgrade? :D

  10. Ist zwar Scheisse, vielleicht wäre aber erwähnswert, dass es in dem verlinkten Artikel heisst die Telekom wolle das „technisch nicht vor 2016 umsetzen“.
    Ist also nicht so dass ab Mai plötzlich alle Neuverträge.. so sind.

    1. Doch.

      „Ab dem 2. Mai 2013 sind folgende Volumina in den Festnetztarifen integriert:
      Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s: 75 GB
      Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s: 200 GB
      Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s: 300 GB
      Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Mbit/s: 400 GB“

      Siehe:
      telekom.com/medien/produkte-fuer-privatkunden/184370

      Das heißt, ab 02.05.2013 sind alle Neuverträge so. Für den Zeitpunkt der Umsetzung behält sich die Telekom aber weitere Willkür vor, nämlich die, zu entscheiden, ob morgen, 2016 oder irgendwann.

  11. Es ist traurig, mit ansehen zu müssen, dass die Toleranz hier wie überall in der digitalen Welt untergeht.
    Ich möchte Erik Sati zitieren der sagte:

  12. Es ist traurig, mit ansehen zu müssen, dass die Toleranz hier wie überall in der digitalen Welt untergeht.
    Ich möchte Erik Sati zitieren der sagte:
    „Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt.“

  13. Kann mal jemand durchrechnen, was das für den Energieverbrauch bedeutet, wenn ein Teil der Deutschen den Computer statt ein paar Minuten die ganze Nacht laufen lassen muss, um z.B. große Up- und Downloads fertigzustellen.
    Und dann bitte mit diesen Zahlen – in der Einheit Kohlekraftwerk – zu den Grünen gehen (nicht dass ich da viel Hoffnung hätte, aber die Reaktion ist sicherlich interessant)

  14. Kann mir jemand sagen, auf welchem Zeitraum sich die ganzen Angaben zum Traffic beziehen? Pro Monat? Ich finde im ganzen Telekom-Artikel keine Angabe dazu.

    Abgesehen davon, dass ich diese Vergleiche, wie lange ein Volumen-Tarif “hält“, schwachsinnig finde, steht dort noch: “…und 16 Stunden Online-Gaming.“ Rechnen die mit 16 Stunden Online-Gaming im Monat? Das erreichen manche Haushalte doch schon ihn der Woche.

  15. Ui, wie schön. Das gibt ein Fest, wenn die EU-Wettbewerbskomission das mitbekommt und genau so konsequent vorgeht wie gegen MS wegen Ausnutzung der Vorherrschaftsstellung und Bevorzugung eigener Produkte – immerhin geht es hier nicht nur um eine leicht per Installation austauschbare Komponente (Browser) sondern gleich um nicht veränderbare Vorzüge bei den eigenen Produkten…

  16. Das ist ja wohl das Letzte! Die Telekom war schon immer der teuerste Anbieter und nun auch der Schlechteste. Gott sei Dank, habe ich einen anderen Anbieter. Und ich hoffe, dass diese Abzocke keine Nachahmer findet.

  17. Wir werden ohnehin seit Jahren betrogen. Ich zahle für ein schnelles Internet (sogenanntes), bei dem ich nur begrenzt Bilder übertragen und YOUtube überhaupt nicht sehen kann, weil es viele Minuten wegen der ständigen Unterbrechung brauchtm um so etwas zu sehen. Und beim Runterladen möchte man anschieben. Ich werde sobald es geht zu Energisglasfasernetz in meinem Heimatort wechseln. 300.000kbit/s.
    Da kann die Schneckenpost nicht mithalten.

  18. Ich finde es erschreckend, wieviele hier gleich nach staatlicher Regulierung schreien. Sind wir wirklich so hilflos geworden, dass der „Markt“ nurnoch über Gesetze geregelt werden kann?

    Die Telekom „drosselt“, dann man halt zu einem Kabelanbieter. Oder einem anderen Internetprovider. Das Argument „Die schaffen dann doch ihre Flatrates auch ab“ zieht für mich nicht: Sobald das alle machen, mach ich meinen eigenen Provider auf und bin nach ein paar Jahren selber Marktführer (wenn die anderen nicht reagieren).

    Staatliche Regulierung (oder gar Verstaatlichung – ich hoffe wirklich, dass das ein Witz war) macht grundsätzlich immer alles schlimmer, nicht besser.

    1. Ja genau, mach mal deinen „eigenen „Provider“ auf. Und wenn du schon dabei bist, auch gleich „deinen eigenen“ Energieversorger. Und „deinen eigenen“ Öllieferanten. Merkste was?

      Der Markt hat sich noch nie von alleine reguliert, nicht mal in der Natur klappt das mit der Selbstregulation fehlerfrei. Umkippende Ökosystem, und so. Aber dieses Märchen wird immer und immer wieder erzählt, und Leute wie du fallen immer noch drauf rein.

    2. Sobald das alle machen, mach ich meinen eigenen Provider auf und bin nach ein paar Jahren selber Marktführer (wenn die anderen nicht reagieren).

      Es sei denn, die Telekom beeinflusst deine Preisgestaltung durch die Interconnection-Gebühren.

    3. Unternehmen werden immer alles tun, um den Wettbewerb auszuschalten und Monopole zu schaffen.

      Deshalb gibt es ja Kartellgesetzte, nur leider sind diese in den letzten Jahrzehnten stumpf gemacht wOrden.

    4. Stefan, beschäftige Dich mal intensiv mit dem Fall Enron und überlege ob Deine Meinung zu Regulierung nicht vielleicht doch sehr naiv ist. Es geht hier nicht um einen freien Markt mit den selben Bedingungen für alle Wettbewerber. Es geht um künstliche Verknappung einer Ware, die aus meiner Sicht niemals armen Menschen vorenthalten werden darf. Was wäre der nächste Schritt? Sauerstoff? Wasser? Das Internet ist nicht nur ein Informationsmedium, sondern ein Werkzeug des Alltags, das jedem unlimitiert zur Verfügung stehen sollte! Die Politik hat nicht nur die Verantwortung sondern auch die Pflicht, im Sinne ihrer Bürger, zu kontrollieren und zu regulieren. Ansonsten regiert nur der Markt und das Geld und das, lieber Stefan, wäre das Schlimmste!

  19. Eine interessante Umformulierung von „bis zu 200 Mbit/s, Drosselung auf 384 kbit/s ab 400 GB“ ist übrigens „Bei voller Ausnutzung des Anschlusses sind bis zu 1,6 Mbit/s im Monatsdurchschnitt möglich“. Ab 59,95€/Monat!

    1. …und drüben beim Lawblog wird in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass entsprechende Drosselungsklauseln schon in den derzeit bestehenden VDSL-Verträgen stehen, auch aus den letzten Jahren. Noch fein raus sind wohl nur Kunden mit bestehendem Vertrag bis 16 Mbit/s.

  20. Lustig finde ich folgende Formulierung in der Pressemitteilung:

    „Neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails ist dieses Volumen beispielsweise ausreichend für zehn Filme in normaler Auflösung plus drei HD-Filme, plus 60 Stunden Internetradio, plus 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming.“ (bzgl. 75 GB)

    Ich hab das mal grob überschlagen:

    10 Filme in „normaler“ (= DL-DVD) Auflösung = 10×9GB
    3 HD-Filme (= Bluray) = 3×30GB
    60 Stunden Internetradio bei 192kbps = 39,5GB
    400 Fotos (10 MP RAW) = 400×12MB

    Den Datendurchsatz für „Online-Gaming“ (inkl. Teamspeak o.ä.) lasse ich mal raus, aber da sinds wohl auch einige hundert MB – und insgesamt komme ich in meiner Rechnung auf über 200 GB. Aber anhand dieser Kifferkalkulation (den irgendwas müssen die ja dabei geraucht haben) merkt man schon, wo die Telekom mental kleben geblieben ist: Am Internet von 1993, wo man „surft“ und „Mails schreibt“.

      1. Und, Nachtrag, eine Seite weiter in den AGB steht die Drosselung von Fiber 100 und Fiber 200 auf 384 kbit/s symmetrisch bereits heute drin. Wer heute einen Vertrag bis 16 Mbit/s schließt, wird nicht gedrosselt. Wer heute einen VDSL25 oder VDSL50-Vertrag schließt, wird auf 6/1 Mbit/s gedrosselt, und wer den großen teuren Fiber 100 oder Fiber 200-Vertrag abschließt, wird irgendwann auf 384 kbit/s up und down gedrosselt. Das heißt auch, dass ab einer monatlichen Datenmenge von ca. 500 GB monatlich der Call&Surf-16-Tarif gegenwärtig schneller ist als der Fiber-200-Tarif.

        Die Anpassung von Neuverträgen, von denen in der PM die Rede ist, heißt vermutlich nur, dass die jetzt schon drinstehenden Drosselungen bei Fiber-Tarifen zwar gleich bleiben, bei „VDSL“ nochmal um einen Faktor 20 verschärft und bei den „Einsteigertarifen“ neu reingeschrieben werden. Eine Vorwarnung nenne ich das nicht, die Klauseln stehen ja zur Hälfte schon still und heimlich im Kleingedruckten, seit längerer Zeit.

      2. …und eine Seite weiter werden auch die die „langsamen“ Tarife auf max. 6016 kbit/s, also knapp 6 MBit, gedrosselt. Zu früh zum genauen Lesen, sorry. Seit spätestens 25.09.2012 hat also jeder Telekom-Neukunde eine Drosselungsklausel im Vertrag, die nur derzeit nicht zur Anwendung kommt.

  21. Was geht mit denen ab ?
    Ach ja der deutsche Michel darf sich nicht so emanzipieren, und soll sich nicht Youtube oder ähnliches sondern die Staatspropaganda öhm natürlich T-Entertain reinziehen ? ;)
    Ja und zahlen soll er natürlich auch wieder mehr wir Deutschen haben ja eh Geld im Überfluss …
    Da lobe ich mir Finnland die haben Breitband Internet für umsonst !

  22. Google bekommt ja gerade einen über den Deckel weil sie in ihren Suchergebnissen eigene Dienste bevorzugen. Wie sieht das eigentlich hier aus? Ist das nicht Wettbewerbsverzerrung wenn die Telekom ihre eigenen Dienste bevorzugt?

  23. Finde das Vorgehen korrekt. Kunden, die massiv mehr konsumieren als der Durchschnittskunden, sollen hierfür mehr bezahlen als der Durchschnittskunde. Genau wie im Mobilfunk.

    Ich konsumiere etwa 30 GB im Monat. Wenn mein Nachbar 1 TB für HD-Pron oder Lovefilm verbraucht, dann will ich nicht für ihn mit bezahlen.

    Die aller, allermeisten Kunden, die sich hier aufregen, machen so wenig Traffic, dass die auch bei der DTAG nie gedrosselt würden.

    Konsum kostet Geld. War so, ist so, bleibt so.

    1. Hallo Mike,

      inwiefern zahlst du für deinen Nachbarn mit? Das du nur 30GB verbrauchst ist nicht die Regel. Wenn ich da an Familien denke. Oder Leute die das Internet zum Arbeiten brauchen.
      Die Telekom hat Millionen vom Staat bekommen um den Netzausbau zu finanzieren. Klar, dass haben sie hier mit gemacht – nun wird der Transfer abnehmen und gleichzeitig bekommen sie noch jede Menge Geld in den A***** geschoben.

      Chris

    2. Hm – nur. was du hier konsumierst, kostet sowieso in der Produktion nur einen Bruchteil dessen, was dir jetzt schon von der T-Kom abgenommen wird. Google mal nach Preisen für Datenmengen im Providerbereich. Die rechnen übrigens TB-weise ab.

  24. Ohje, da geht es wieder los mit dem Tarif-Wirr-Warr. Flatrate für alles zum Preis von X. Je nach Geschwindigkeit dann mehr oder weniger Kosten. Das war einfach für den Verbraucher. Jetzt geht es wieder los mit der Rechnerei, wie viel man verbraucht und welcher Tarif der richtige ist.

    Einfacher wäre es doch, die Flatrate Pakete an sich ein bißchen teurer zu machen (5 € im Monat tun kaum jemanden weh). Das würde dem Kunden – und später auch der Telekom – einiges an Nerven und Aufwand ersparen.

    Ich möchte nicht an der Telekom Hotline sitzen, wenn wütende Kunden anrufen, weil ihre Geschwindigkeit gedrosselt wurde. :-)

  25. Und schon regen sich alle Viel-Saug-Downloader auf.

    Ehrlichgesagt ist mir das völlig egal. Wenn ich das richtig verstanden habe, liegt der Durchscnittsverbrauch bei 15 – 20 GB im Monat. Die Telekom hat angekündigt das 3-fache davon als Freivolumina frei zu geben. Danach wird gedrosselt.

    Sprich 90% der Kunden werden davon nichts mitbekommen, die 24 Stundensufer sehen sich jetzt um ihre „Rechte“ betrogen. Lachhaft.

    Die Telekom wäre schön blöd, wenn sie keine Upgrades für genau diese Zielgruppe anbieten würde. Sprich wer viel saugt, 6h pro Tag Online games + Teamspeak spielt und neben bei noch Spielfilme und Musik Streams hört und sieht der zahlt eben die Upgrades und gut ist.

    Wieso soll der Carrier den Exorbitanten Verbrauch von 10% subventionieren. Wie gesagt, ich glaube die Volumenupgrades werden kommen.

    Jammern auf hohem Niveau. Echt mal.

    Meine 350 GB / Monat Zeiten sind lange vorbei. Aber wer viel saugen will, der soll eben dafür auch mehr bezahlen. Das werden sicherlich keine Unsummen sein.

    1. Du bist vielleicht ein 0815 User, der nur CHAT und FACEBOOK kennt.
      Dann bist du genau der richtige für deinen Text.

      Aber es gibt da im Internet noch viel wichtigere Sachen wie
      RDP-Sessions, Serverarbeiten etc, die von HomeOffice aus durchgeführt werden.

      Bleib in deiner kleinen 0815 Welt, wenn du keine Ahnung hast, was das Netz für andere Leute bietet. Oder leg dir ein Modem zu. Das dürfte für dich mehr als ausreichend sein…

  26. Na Klasse, erst wird die DTAG von der Bundesnetzagentur dazu verdonnert teurer als alle andere zu sein, damit der Wettbewerb auf dem erhalten bleibt und jetzt will die DTAG eine Drosselung einführen. Geben schon kaum Ports frei, das UPnP kann nie freigegeben werden, weil sonst zu hohe Kosten für diese Affen aufkommen würden.

    Da andere Provider wie „WasserHOCH2“ oder „Ergebnis=2“ sich die Leitungen, der Firma mit dem Riesen Magenta T, mieten und sind dann davon betroffen. Die Leute beschweren sich dann bei ihren Vertragspartner aber diese Leute können nichts dafür. Dann werden sich die Beschwerdebriefe und Kündigungen nur häufen und die Bearbeitung dauert dann Wochen, wenn nicht sogar Monate.

    Und da kann man sehen, dass die eigenen Vertragspartner einen Vortel, gegenüber den anderen haben. Wie schnell sind 1 GB weg? Lasst eine Familie, mit 3 Kindern, mal täglich das Internet nutzen! Hausaufgaben, Lernübungen, Videos, Facebook, e-Mails, Webcamming, Skype und und und… Dann sind 75 GB innerhalb kürzester Zeit weg.

  27. nunja.. acta und co (also die zensur) schlugen bis jetzt fehl.. nun sagt man sich „wenn wir sie nicht zensieren können, dann limitieren wir sie einfach“… ich denke die telekom und alle anderen provider entsprechen hier nur dem willen der (fehlgeleiteten) politik..

    das selbe trifft auf die abschaffungs absichten für isdn und die umstellung auf voip aka sip zu.. das is (wenn mans den mal zur bekämpfung von terror *hust* braucht) einfacher (kostengünstiger) abzuhören und aufzunehmen sowie einfacher zu sperren – alles software..

    ich denke die versuchen was „besseres“ zu errichten wie china momentan hat.

    da kann man mal drauf rumdenken :)

    grüsse

  28. Tja Telekom, somit müsst Ihr auch damit rechnen, dass wir zu anderen Anbietern wechseln. Euren Verlust werdet Ihr dann später merken aber dann wird es zu spät sein.

  29. Tja es wird klappen! Warum? Weil es in Deutschland passiert. Die Deutschen lassen ALLES mit sich machen! Hier gibt es keinen zusammenhalt! In Frankreich würden alle Ihre Verträge kündigen und den Spieß umdrehen, nämlich die Telekom unter Druck setzen! Wenn man hier dazu aufruft, kommen nur Kommentare wie
    „Nee, ich weiss nicht, ist mir zu Stressig. brauch das doch. Muss ja meine Sucht befriedigen! Mach Du mal ich guck erstmal.“
    Lassen wir uns also weiter Verarschen, ist ja nicht mehr lange bis Deutschland am Ende ist!

  30. Klasse. Mehr davon bitte ;) Die Telekom investiert also Milliarden … Aha und wohin?

    Bin 16.000er DSLer und komme im Monat auf rund 400 GB. Was eine Freude … 10 a 10 GB Spiele bei Steam gekauft und dein Traffic ist weg …

    Danke Telekom … Ist ja nicht so das der Steuerzahler schon alles x mal bezahlt hat. Der zahlt gerne nochmal und nochmal und nochmal …

  31. a) Netzneutralität gibt und gab es nie in Deutschland. Gibt kein Gesetz.

    b) können Kunden einfach kündigen anstatt sich künstlich in Foren aufzuregen

    Ich habe gekündigt auch wenn es nicht für Bestandskunden ist.

  32. Jetzt kommt das was sie vor Jahren ankündigen, das zweite Internet, es dient allein der Zensur, den Lobbyisten, den Politikern gefällt nicht das es noch eine freie Meinung gibt, also schiebt man das erst auf dies fanscheinige Argumentation, langsam aber sicher wird dieses Internet abgeschaltet und durch ein sehr schnelles Internet ersetzt , wo sie voll den Daumen drauf haben. Leute wacht auf alles dient zur eurer Kontrolle,wenn das Entertaiment unberührt bleibt dient es einen Zweck die Mainstreammedien den Vorzug zu geben und das ihr weiter verblödet werdet das ist der Grund, willkommen in der NWO

  33. OK. Ich hab die Lösung für diese DSL Problematik gefunden.
    Die Bundesregierung sollte in Gesetz herausbringen, das es erlaubt, nur soviel zu zahlen, wie auch wirklich an Geschwindigkeit in Anspruch genommen wurde, sprich in prozentualen Anteil. Ganz nach dem Motto „You pay what u get“. Du hast zb eine 50k also zahlst du den vollen Betrag. Deine Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 25k, also zahlst du die Hälfte. Die TCOM und andere Anbieter werden sich dann schnell überlegen, ob Sie die Leitungen mit Absicht drosseln oder nicht. Zudem müssen die Anbieter eine Geschwindigkeitsübersicht für jeden Kunden einsehbar machen. Das ist die einzige Lösung, damit alle Parteiein zufrieden sind. Ich glaube nämlich genau hier liegt das Problem, dass sich die Anbieter genau bei der Geschwindigkeitsmanipulation alles erlauben dürfen. Genau jetzt haben sie gemerkt, dass sich die Kunden nicht wehren können und genau das nutzen sie durch noch dreistere Maßnahmen aus.
    Ich seh hier einfach nur noch diesen weg.

  34. Das wird kein gutes Ende mit der Telekom nehmen. Ich hoffe, dass sie irgendeine andere Lösung finden, um die Kosten für den Ausbau des Glasfasernetzes zu decken, doch eine Drosselung würde eine riesigen Abgang von Kunden bedeuten, was nochmal zusätzlich mit Kosten verbunden wäre und sich der größte Netzanbieter Deutschlands absolut nicht leisten kann.

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