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Linktipps der Redaktion

  • : Training für Angestellte: CIA gibt Brettspiel „Collection!“ heraus
    Die CIA trainiert ihr Personal mit dem Brettspiel „Collection!“
    Training für Angestellte: CIA gibt Brettspiel „Collection!“ heraus

    Der US-Geheimdienst CIA trainiert sein Personal mithilfe von Brettspielen. Wie eine Anfrage von Mathias Schindler mithilfe des amerikanischen Freedom of Information Act zeigt, nutzt der Auslandsgeheimdienst die Materialien, um Angestellte im Umgang mit politischen Krisen und verschiedenen Rollen innerhalb der Behörde zu schulen. Der Freedom of Information Act ist das Informationsfreiheitsgesetz in den Vereinigten Staaten.

    Das Spiel enthält neben einer Anleitung auch Spiel- und Ereigniskarten, etwa das Ereignis „Venezuela Causing Trouble“, also „Venezuela macht Probleme“. Um Anfragen an die CIA zu stellen, muss man nicht StaatsbürgerIn der Vereinigten Staaten sein – anders als etwa in Europa, wo die EU-Kommission lediglich Anfragen von Personen akzeptiert, die in der EU ansässig sind.

    Neben dem Brettspiel „Collection!“ gibt es noch weitere Spiele in der unverkäuflichen CIA-Edition: Das Kartenspiel „Collection Deck“ ist allerdings nur teilweise spielbar – Teile der Karten sind von der CIA geschwärzt worden, da ihre Herausgabe angeblich die öffentliche Sicherheit gefährden würden.

    3. Januar 2018
  • : Bundeskartellamt an Facebook: Wir können mehr als nur Briefe verschicken
    Facebook sammelt auf unzulässige Art Nutzerdaten, sagt das Bundeskartellamt. Dabei nutze das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung aus, um Geld zu verdienen.
    Bundeskartellamt an Facebook: Wir können mehr als nur Briefe verschicken

    Das Bundeskartellamt droht Facebook mit Sanktionen, sollte der Überwachungskonzern nichts an seiner Praxis ändern, Nutzerdaten aus eigenen sowie Drittquellen zu sammeln und sie anschließend für Werbezwecke einzusetzen. Zudem nutze Facebook dabei seine marktbeherrschende Position aus, hieß es in einer kürzlich veröffentlichten Einschätzung der Kartellbehörde.

    In einem Interview mit der Rheinischen Post legte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, nun nach. Facebook müsse sich an Regeln und Gesetze halten, sagte Mundt. Reagiere das Unternehmen unzureichend auf die Kritik der Wettbewerbshüter, werde man entscheiden, wie die Sanktionen genau aussehen werden. In Frage komme laut Mundt auch, „das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer hierfür [zu] verbieten“.

    Aktuell ist die wichtigste Aufgabe sicherlich, auch in der digitalen Welt für wirklichen Wettbewerb zu sorgen. Unsere vorläufige Einschätzung zu Facebook kurz vor Weihnachten zeigt, wohin die Richtung geht: Wir haben dem Unternehmen mitgeteilt, dass wir es für marktbeherrschend halten. Und wir kritisieren die Art und Weise, wie das Unternehmen persönliche Daten sammelt und verwertet als möglichen Missbrauch von Marktmacht. Die Nutzer müssen hinnehmen, dass Daten auch aus Drittquellen massenhaft gesammelt werden, obwohl sie davon wenig, meistens sogar gar nichts wissen.

    Unter genauer Beobachtung stehe zudem der Trend, Verbrauchern personalisierte Preise zu unterbreiten, wie es etwa Amazon mache. „Das Konzept von individualisierten Preisen für jeden Einzelnen widerspricht einem funktionierenden Markt, wie wir ihn kennen“, sagte Mundt.

    2. Januar 2018 1
  • : Snowden veröffentlicht Home Security App
    Snowden veröffentlicht Home Security App

    Die Freedom of the Press Foundation und Edward Snowden haben eine Home Security App veröffentlicht. Diese soll vor allem Dissidenten, Aktivisten und Journalisten in repressiven Regimen helfen und dem Schutz ihrer körperlichen Unversehrtheit dienen.

    Mit der Android-App Haven lassen sich auch billige Smartphones in kleine, mobile Sicherheitssysteme verwandeln. Ein Szenario, in dem die App hilfreich sein könnte, stellen sich die Macher folgendermaßen vor:

    (eigene Übersetzung) Wenn man die App beispielsweise im Hotelzimmer laufen lässt, kann sie Fotos und Audioaufnahmen von jedem machen, der den Raum betritt, egal, ob es sich um den Zimmerservice oder einen Geheimagenten handelt, der in der Zeit alleine mit deinem Laptop Spyware installieren könnte. Die App kann auch unmittelbar Bilder und Soundclips dieser Besucher an dein eigentliches Smartphone senden, um dich über die Störung zu alarmieren.

    Natürlich, räumt Snowden ein, könne Haven keine Eindringlinge aufhalten. Sie offensichtlich aufzunehmen könne sie aber immerhin dazu bringen, über die Konsequenzen der Dokumentation nachzudenken. Opfer erhielten so ein wichtiges Werkzeug. Snowden ergänzte: „Wenn die Geheimpolizei Leute verschwinden lässt, verändert Haven das Risiko, das sie eingehen müssen. Sie müssen sich sorgen, dass jedes Smartphone ein potentieller Zeuge ist.“

    23. Dezember 2017 11
  • : Hamburger Datenschutzbeauftragter sieht rechtswidriges Verhalten bei Entzug der G20-Akkreditierungen
    32 Journalisten wurde beim G20 die Akkreditierung entzogen, zahlreiche weitere wurden Opfer von Polizeiübergriffen.
    Hamburger Datenschutzbeauftragter sieht rechtswidriges Verhalten bei Entzug der G20-Akkreditierungen

    Während des G20-Gipfels wurde 32 Journalisten die Akkreditierung entzogen. Schuld daran waren auch zahlreiche Datensätze, die rechtswidrig gespeichert waren.

    Den Umgang mit den Listen der gesperrten Journalisten kritisiert der Hamburger Datenschutzbeauftragte Caspar gegenüber heise.de:

    Wir gehen davon aus, dass die gesetzlich vorgeschriebenen organisatorischen Maßnahmen für den Umgang mit diesen personenbezogenen Daten nicht gegriffen haben. Insoweit hätte verhindert werden müssen, dass Unbefugte Einblick in die Sperrlisten nehmen konnten.

    Weiter heißt es:

    Die Hamburger Datenschutzbehörde untersucht nun, wie es zum Entzug der Akkreditierung der Journalisten kam. Außerdem geht sie der Übermittlung der personenbezogenen Daten vom Landesamt für Verfassungsschutz an das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie vom Landeskriminalamt (LKA) an das Bundeskriminalamt (BKA) nach. Dabei geht es darum, welche Daten übermittelt, wie diese gehalten wurden und ob die Daten überhaupt gespeichert werden durften.

    Kritik am Vorgehen hat auch die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff. Sie sieht es als problematisch an, dass Prüffristen der Datensätze automatisch verlängert werden, sobald neue Einträge in die Datenbank kommen.

    21. Dezember 2017 1
  • : Immer diese Strahlen: Kostenloses WLAN geht baden
    In Freudenstadt gibt's erstmal kein kostenloses WLAN im Freibad.
    Immer diese Strahlen: Kostenloses WLAN geht baden

    Freudenstadt hat sich ein neues Freibad gebaut und wollte es mit einem kostenlosen WLAN aufwerten. Doch die SPD-Fraktion machte dem CDU-Antrag einen Strich durch die Rechnung: Zunächst soll ein Gutachter prüfen, wie sich das auf die Strahlenbelastung der Badenden in der Kreisstadt im Nordschwarzwald auswirkt.

    Der Schwarzwälder Bote berichtet:

    Die Stadt sei der Meinung, man brauche ein WLAN im Freibad, um für Jugendliche möglichst attraktiv zu sein. Stadtrat Eberhard Haug (SPD) gab zu bedenken, dass Besucher des Freibads sich vielleicht auch von der täglichen Strahlenbelastung erholen wollen. Stefan Langrehr (CDU) meinte dagegen, dass es in jedem Hotel oder „sonst wo“ heute WLAN gebe. Die ganze Menschheit müsste schon erkrankt sein, wenn das so gefährlich wäre. Bei der Abstimmung gab es dann mit zwölf zu elf Stimmen bei drei Enthaltungen eine knappe Mehrheit gegen das Freibad-WLAN.

    21. Dezember 2017 16
  • : Junghackertag auf dem 34C3: Programm für Kinder und Jugendliche
    Auch in diesem Jahr: Workshop-Programm für angehende Hacker und Hackerinnen auf dem 34c3.
    Junghackertag auf dem 34C3: Programm für Kinder und Jugendliche

    Der 34. Chaos Communication Congress naht und damit auch der Junghackertag: Auch in diesem Jahr läd Chaos macht Schule am zweiten Congress-Tag zu einem Workshop-Programm für künftige Hackerinnen und Hacker.

    Passend zum diesjährigen Motto „tuwat!“ wird es praktisch:

    Wer schon immer mal löten, programmieren, einen 3D-Drucker ausprobieren, einen mathematischen Beweis führen oder selber ein Schloss öffnen wollte, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Neben dem Workshop-Programm empfehlen wir zukünftigen Hackern natürlich einen Rundgang über den Congress, um sich ein eigenes Bild von der Hackerkultur zu verschaffen und vielleicht ein paar Vorurteile loszuwerden. Immerhin ist die größte europäische Hackerkonferenz nach Leipzig gezogen. An jeder Ecke gibt es spannende und Projekte zu entdecken und Menschen kennenzulernen.

    Das Programm richtet sich an Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Die begrenzten Tickets können online geklickt werden auf https://junghack.de/tickets (inklusive einer erwachsenen Begleitperson). Unabhängig vom Junghackertag dürfen Kinder unter 12, deren Eltern ohnehin auf dem Congress sind, ihre Eltern an jedem Congress-Tag ohne zusätzliches Ticket begleiten.

    21. Dezember 2017 1
  • : Facebook weitet Gesichtserkennung aus
    Gesichtserkennung dringt in immer mehr Lebensbereiche vor. (Symbolbild)
    Facebook weitet Gesichtserkennung aus

    Seit Dienstag lässt Facebook alle hochgeladenen Bilder von einer Gesichtserkennungssoftware durchleuchten. Wird eine Person erkannt und zugeordnet, so benachrichtigt Facebook diese über den Upload. Nutzer aus Europa und Kanada sind von der Überwachungsfunktion vorerst ausgeklammert, weil es in diesen Ländern Datenschutzbedenken gibt.

    Facebook verkauft die Funktion als Verbesserung der Privatsphäre, weil die Nutzer so mehr Kontrolle über ihre Fotos bekämen. Das Feature würde die Nutzer ermächtigen, auch Bilder zu finden, von denen sie sonst nichts wüssten, sagt Facebooks Head of Privacy gegenüber Wired. Auf der anderen Seite sind Benachrichtigungen für das Geschäft von Facebook gut, weil sie Aktivität herstellen und so für mehr Klicks und Interaktionen sorgen.

    Jennifer Lynch von der Electronic Frontier Foundation kritisiert, dass die Funktion erst einmal für alle User angeschaltet sei. Sie fordert statt einem Opt-Out eine Opt-In-Funktion, damit Nutzer tatsächlich die freie Wahl haben, und nicht erst danach suchen müssen, wie sie die automatisierte Erkennung ausschalten können. Weil die Funktionalität standardmäßig an sei, könnte Facebook die Gesichtserkennung auf einen Schlag für mehr als eine Milliarde Nutzer ausrollen.

    21. Dezember 2017 16
  • : Niederlage für Uber vor Europäischem Gerichtshof
    Das Geschäftsmodell von Uber gilt in Europa nun als Verkehrsdienstleistung und kann entsprechend reguliert werden.
    Niederlage für Uber vor Europäischem Gerichtshof

    Uber hat vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine empfindliche Schlappe kassiert. Die Richter urteilten, dass Uber als Verkehrsdienstleister anzusehen sei und von den EU-Mitgliedsstaaten deshalb wie ein klassisches Taxi-Unternehmen reguliert werden könne. Sie schließen sich damit der Einschätzung des Generalanwalts Maciej Szpunar an, der bereits im Frühjahr eine entsprechende Stellungnahme [PDF] veröffentlicht hatte. Das Unternehmen selbst betrachtet sich hingegen lediglich als digitale Plattform, die Fahrten von Privatleuten vermittelt.

    Das Urteil beendet nun ein Gerichtsverfahren, das ein spanisches Taxi-Unternehmen gegen den Dienst „Uber Pop“ angestrengt hatte. Uber hatte den Dienst allerdings schon vor der jetzigen Entscheidung durch den EuGH in Europa weitgehend eingestellt, da es immer wieder zu Rechtsproblemen kam. Das Urteil wird über den Einzelfall hinaus in ganz Europa Wirkung entfalten.

    20. Dezember 2017 1
  • : WhatsApp darf in Frankreich keine Daten mehr mit Facebook teilen
    WhatsApp gehört zu dem Mutterkonzern Facebook. (Symbolbild)
    WhatsApp darf in Frankreich keine Daten mehr mit Facebook teilen

    Nach Deutschland hat nun auch Frankreich der Facebook-Tochter WhatsApp verboten, Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern zu teilen. Das hat die französische Datenschutzbehörde CNIL verkündet und dem Konzern einen Monat Zeit gegeben, die neue Regel einzuhalten.

    Vor gut einem Jahr hatte WhatsApp die Geschäftsbedingungen geändert und so ermöglicht, dass WhatsApp-Nutzerdaten für Werbung und andere Zwecke von Facebook genutzt werden dürfen.

    WhatsApp ist der Messenger mit den meisten Nutzern weltweit. Es gibt neben den auch von uns vorgestellten Diensten Threema und Signal viele kleinere Alternativen zu WhatsApp – eine umfassende Bewertung der technischen, organisatorischen und juristischen Faktoren ist jedoch nicht einfach.

    19. Dezember 2017 7
  • : Gesetzeswidrig und stigmatisierend: Kritik an der G20-Öffentlichkeitsfahndung
    Die Polizei präsentierte die Fotos mutmaßlicher Straftäter auf einer Pressekonferenz.
    Gesetzeswidrig und stigmatisierend: Kritik an der G20-Öffentlichkeitsfahndung

    Heribert Prantl kritisiert auf SZ.de die sogenannte Öffentlichkeitsfahndung anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg als gesetzeswidrig. Die Hamburger Polizei hat mehr als 100 Fotos von Personen veröffentlicht und die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Es handelt sich um die größte Öffentlichkeitsfahndung seit Jahren.

    In seinem Kommentar schreibt Prantl:

    Das ist eine gigantische Öffentlichkeitsfahndung, ein Massenscreening, eine Aufforderung zur öffentlichen Rasterfahndung. [..] Es handelt sich um die umfassende Aufforderung an die Bevölkerung, Hilfssheriff zur spielen. Es handelt sich um die Aufforderung, eine Vielzahl von Menschen zu jagen, deren Tat oder Tatbeitrag völlig ungeklärt ist.

    Diese Art von Fahndung geht über das, was der Paragraf 131b Strafprozessordnung erlaubt, weit hinaus. Die Ermittler dehnen den Paragrafen bis zur Unkenntlichkeit aus. Sie unterscheiden nicht zwischen Beschuldigten und Nichtbeschuldigten, sie machen alle abgebildeten Personen zu Beschuldigten.

    Prantl steht mit seiner Kritik nicht alleine. Der freie Journalist Sebastian Weiermann hält Teile der veröffentlichten Videos nicht für fahndungsrelevant, sie dienten der Emotionalisierung, was nicht die Aufgabe der Polizei sei. Die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Linke) sagt, dass eine solche Massenfahndung weniger zur Aufklärung von Straftaten als zur Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas beitrage. Die Hamburger Linken-Abgeordnete Christiane Schneider spricht gegenüber der Tagesschau von einer „Menschenjagd“. Sie schreibt in einer Pressemitteilung: „Stehen die Bilder erst einmal im Internet, auf Facebook und Twitter, kann die Polizei ihre Verbreitung und den Umgang damit nicht mehr annähernd kontrollieren.“

    Welche Nebeneffekte eine öffentliche Fahndung haben kann, bewies auch gleich ein CDU-Mitglied auf Twitter:

    Von den 115 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte hat übrigens noch keines zu einer Anklage geführt. Das kritisiert auch Amnesty International. Der Polizeieinsatz zum G20 war wegen zahlreicher Fälle von Polizeigewalt gegen Demonstranten und Journalisten in die Kritik geraten.

    18. Dezember 2017 27
  • : Zunehmend automatisiert: Staatliches Handeln und digitale Öffentlichkeit
    Auch der Staat verlässt sich auf algorithmische Entscheidungssysteme.
    Zunehmend automatisiert: Staatliches Handeln und digitale Öffentlichkeit

    Wir berichteten vor zwei Wochen über eine Konferenz, die Ende November in Berlin zum Thema Algorithmen und Automatisierung in Staat und Gesellschaft stattfand. Der Veranstalter, das Kompetenzzentrum Öffentliche IT am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme, hat nun eine ausführliche Nachberichterstattung sowie Videoaufzeichnungen aller Vorträge und Paneldiskussionen ins Netz gestellt.

    Die Aufbereitung der Inhalte ist entsprechend der Struktur des Konferenztages in drei Themenbereiche gegliedert: „Regieren & Verwalten“, „Individuum & Gesellschaft“ und „Medien & Öffentlichkeit“.

    Im ersten Teil diskutieren die Teilnehmer über den Einsatz von algorithmischen Entscheidungssystemen zur Steuerung von politischen Prozessen – etwa in den Bereichen Finanzmarktaufsicht, Sicherheit und Strafverfolgung und Justiz. Darauf folgt im zweiten Abschnitt eine Analyse der Auswirkungen automatisierter Entscheidungsfindung auf individuelle Lebenschancen. Der letzte Themenblock behandelt den Einfluss algorithmischer Prozesse auf die digitale Medienwelt. Hier wird insbesondere danach gefragt, wie solche Prozesse die individuelle Wahrnehmung und Meinungsbildung von Menschen formen.

    18. Dezember 2017
  • : EU-Kommission mahnt: Streitigkeiten bei Onlineshopping sollen unabhängig und online lösbar sein
    Bitte nicht den Kopf zerbrechen.
    EU-Kommission mahnt: Streitigkeiten bei Onlineshopping sollen unabhängig und online lösbar sein

    EU-Justizkommissarin Věra Jourová erinnert Händler mit Onlineshops, dass Streitigkeiten mit Verbraucher:innen auch online zu klären seien sollen. Sie bezieht sich dabei auf eine umfassende Studie, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach verweisen 85 Prozent der Händler auf die EU-eigene „Online-Streitbeilegungs-Plattform“, lösen aber in 40 Prozent der Fälle den Konflikt abseits der Plattform und somit direkt mit den Kunden. Dies gefährdet den Verbraucherschutz.

    Jourová findet klare Worte:

    Wir wollen, dass Streitigkeiten im Zusammenhang mit Online-Einkäufen schnell und problemlos beigelegt werden. Allerdings müssen auch die Händler diese Plattform nutzen. Nur so können sie zeigen, dass sie die Verbraucherrechte respektieren.

    Die Plattform besteht seit Februar 2016 und ist auf der Website der EU-Kommission anzufinden.

    14. Dezember 2017 2
  • : Bürgerbefragung zur Netzneutralität in den USA von Bots geflutet
    Social Bots entwerten internetbasierte Elemente der Demokratie. (Symbolbild)
    Bürgerbefragung zur Netzneutralität in den USA von Bots geflutet

    Die Federal Communications Commission (FCC) entscheidet über die Zukunft der Netzneutralität in den USA. Und alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Netzneutralität abgeschafft werden wird. Vor der Abstimmung konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung bei der FCC abgeben. Das geschah 21,7 Millionen Mal – doch wie das Pew Research Center herausfand, stammten nur sechs Prozent der Kommentare von echten Menschen. Beim Rest bestehen erhebliche Zweifel an der Authentizität.

    Die automatisierten Programme hatten es leicht, berichtet die Süddeutsche Zeitung, denn die FCC verzichtete auf gängige Überprüfungen und Hürden. Dabei ist zu bedenken, dass die FCC gesetzlich dazu verpflichtet ist, Stellungnahmen von Bürgern zu berücksichtigen.

    Im Artikel auf SZ.de heißt es weiter:

    Im schlimmsten Fall hat ein Bot nicht nur eine Fantasie-Identität, sondern spricht im Namen eines realen Menschen. Bereits im Fall der FCC-Konsultation wurden Hunderttausende Namen und Adressen von Bürgern benutzt, um im Schein ihrer geraubten Identitäten Kommentare gegen die Netzneutralität abzusondern. Sogar die Namen von Verstorbenen wurden benutzt. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der Eric Schneiderman, den Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, auf den Plan rief. Allerdings findet er kaum Unterstützung durch die FCC. In einem offenen Brief beklagte Schneiderman, dass er trotz unzähliger Bitten um Mithilfe von der nun republikanisch dominierten Behörde keine Antwort erhalten habe.

    Schon im Oktober hatte die BBC berichtet, dass die überwiegende Mehrheit der maschinell erstellten Eingaben bei der FCC sich gegen die Netzneutralität stellte. Die Flutung der FCC mit Bots wirft auch Fragen auf: Sind Regierungskonsultationen im Netz überhaupt noch hilfreich? Was ist eine Online-Petition wert, wenn unklar ist, ob überhaupt Menschen hinter der „Unterschrift“ stehen? Ist ein Kommentar unter einem Artikel von einem echten Menschen verfasst? Und was bringen überhaupt Online-Umfragen, wenn ich massenhaft maschinell abstimmen kann?

    Die SZ schlussfolgert deswegen:

    Demokratie ist ohne den trägen Körper des Bürgers nicht zu haben. Er geht zur Wahl, demonstriert auf der Straße, besucht die Bürgersprechstunde oder leistet politische Basisarbeit. Der Körper ist der untrügliche Beweis dafür, dass tatsächlich ein Bürger spricht – und kein Trollbot.

     

     

    14. Dezember 2017 2
  • : Das Programm für den CCC-Kongress ist online
    Das Programm für den CCC-Kongress ist online

    Seit heute Nacht ist der vorläufige Fahrplan der 34. Ausgabe des CCC-Kongresses (#34C3) online. Der Kongress findet vom 27.–30.12. zum ersten Mal in der Leipziger Messe statt. Er bietet ein Programm rund um IT-Sicherheit, Wissenschaft, Kultur, Netzpolitik, Politik & Gesellschaft, Hardware & Making sowie Protest.

    Der 34C3 steht unter dem Motto „tuwat“ und ist schon seit Wochen ausverkauft, mehr als 13.000 Teilnehmer werden erwartet. Für alle, die kein Ticket ergattern konnten, gibt es die Vorträge als Livestream. Mehr Informationen rund um die Veranstaltung bietet das Blog events.ccc.de. In den kommenden Tagen wird netzpolitik.org noch Veranstaltungstipps veröffentlichen. Aus der Redaktion sind Arne Semsrott, Constanze Kurz, Ingo Dachwitz und Markus Beckedahl mit eigenen Beiträgen vertreten.

    14. Dezember 2017 4
  • : Buzzfeed knackt die 100er-Marke beim Listicle
    "Neuer Traumjob: Zollstocklektor"
    Buzzfeed knackt die 100er-Marke beim Listicle

    Karsten Schmehl hat bei Buzzfeed einen Rückblick mit den witzigsten 100 Tweets des Jahres gemacht. Schön!

    13. Dezember 2017 8
  • : Privatfirmen forschten für RWE und Porsche politische Aktivisten in Großbritannien aus
    (Symbolbild)
    Privatfirmen forschten für RWE und Porsche politische Aktivisten in Großbritannien aus

    British Airways, die Royal Bank of Scotland, RWE, Caterpillar und Porsche haben private Sicherheitsfirmen beauftragt, um politische Gruppen in Großbritannien zu überwachen. Diese Erkenntnisse beruhen auf hunderten Seiten geleakter Unterlagen solcher Firmen aus den Jahren 2003–2011, welche der Guardian und das Bureau for Investigative Journalism ausgewertet haben.

    Die Überwachung beruhte nicht nur auf der Auswertung öffentlich verfügbarer Informationen, sondern schloss auch den Einsatz falscher Aktivisten mit ein, welche die Gruppen infiltrierten. Dabei halfen die privaten Spitzel bei Kampagnen, gingen zu Demonstrationen und beschafften sich interne Dokumente und Kommunikation. Bei den privaten Geheimdiensten handelte es sich um die Firmen Inkerman und C2i. Letztere warb gegenüber potenziellen Kunden damit, sie verfüge über Echtzeit-Quellen bei Greenpeace, Friends of the Earth, bei lokalen Umweltgruppen in Oxford sowie bei Fluggegnern. C2i versuchte seine Dienste auch an Donald Trump zu verkaufen als dieser seinen Golfplatz in Schottland baute.

    13. Dezember 2017 3
  • : China baut eine Biometrie- und DNA-Datenbank aller Bürger in Xinjiang auf
    China baut eine Biometrie- und DNA-Datenbank aller Bürger in Xinjiang auf

    China baut eine Datenbank aller Bürgerinnen und Bürger zwischen 12 und 65 Jahren in der Provinz Xinjiang auf. In dieser Datenbank werden Blutgruppe, Fotos des Gesichtes, ein Iris-Scan, Fingerabdrücke und DNA gespeichert, berichtet der Guardian.

    Die Provinz Xinjiang ist Heimat der Uiguren, einer muslimischen Minderheit. Laut einem Bericht der Organisation Human Rights Watch werden die Daten unter anderem während kostenloser medizinischer Untersuchungen entnommen, bei denen die Betroffenen nicht wissen, was mit den Daten geschieht. Nach Informationen von Human Rights Watch hat die Polizei in Xinjiang DNA-Sequenziergeräte der US-Firma Thermo Fisher Scientific gekauft.

    Sophie Richardson von Human Rights Watch kritisiert: „Die Erfassung der Biodaten und der DNA der gesamten Bevölkerung ist eine grobe Verletzung internationaler Menschenrechtsnormen.“

    13. Dezember 2017 5
  • : Schon beim Öffnen einer E‑Mail riskierst Du deine Privatsphäre
    E-Mails: Aufgrund zahlreicher Sicherheitsmängel eher Postkarte als verschlossener Brief.
    Schon beim Öffnen einer E‑Mail riskierst Du deine Privatsphäre

    In einem gestern veröffentlichten Longread zeigt das Wired Magazine mit anschaulichen Beispielen, wie leicht E‑Mail-Tracking funktioniert. Mit Online-Inhalten, die in die Mails eingebunden werden, verrät der Empfänger der E‑Mail nicht nur, wann er die E‑Mail öffnet, sondern auch seine IP-Adresse und damit seinen ungefähren Standort. Auch welches Gerät er zum Lesen der E‑Mail nutzt, wird für den Tracker sichtbar.

    Möglich machen das vor allem sogenannte Tracking-Pixel. Diese transparenten Bilddateien, die oft nur 1x1 Pixel klein sind, sind in der E‑Mail gar nicht sichtbar, müssen aber von externen Servern geladen werden.

    Soweit dürfte das für die meisten keine Überraschung sein: Tracker dieser Art werden seit Jahren vielfältig eingesetzt, vor allem von Spam- und Werbesendern, die damit überprüfen, ob die erreichten Mailkonten überhaupt genutzt werden. Wired verdeutlicht darüber hinaus aber, dass fast jede fünfte private Mail mittlerweile getrackt würde. Browser-Addons ermöglichen es auch Laien, an dieser zweifelhaften Praxis teilzunehmen.

    Was im Artikel leider unter den Tisch fiel, hier aber nicht vorenthalten werden soll: Man kann sich sehr leicht gegen diese Art des Trackings wehren. Bessere Mailanbieter blockieren standardmäßig jegliche externen Inhalte, das gleiche gilt für manche E‑Mail-Clients wie Mozilla Thunderbird. Wer ganz sicher gehen will, lässt sich Mails nur als reinen Text anzeigen.

    13. Dezember 2017 10
  • : Tierschutzorganisation in San Francisco setzte Roboter gegen Obdachlose ein
    Ein K5 von Knightscope.
    Tierschutzorganisation in San Francisco setzte Roboter gegen Obdachlose ein

    In San Francisco ist eine Tierschutzorganisation mit einem Roboter gegen Obdachlose vorgegangen. Mit ihren Sensoren beobachtete die Maschine das Gelände der Organisation und öffentliche Gehwege. Fiel ihr etwas Ungewöhnliches auf, meldete sie dies an Sicherheitskräfte.

    Wie die San Francisco Business Times berichtet, hat die Stadt dem Treiben nun ein Ende gesetzt. Für jeden weiteren Tag, an dem der Roboter auf öffentlichem Land operiert gibt es eine Strafe in Höhe von bis zu 1.000 Dollar. Die Tierschutzorganisation rechtfertigte ihr Vorgehen mit Verschmutzungen, Kriminalität und Obdachlosen-Camps in der Nähe.

    Der Einsatz des Roboters löste laut der San Francisco Business Times auch Proteste aus. Mindestens einmal sei der patrouillierende Roboter umgeworfen worden. Zudem hätten Personen die Sensoren mit Barbecue Sauce verschmiert und eine Plane über das Gerät gezogen, um es handlungsunfähig zu machen. Bei dem Roboter handelt es sich um eine K5-Einheit der Firma Knightscope. Er ist etwa 1,50 Meter hoch, wiegt fast 200 Kilogramm und ist mit vier Kameras ausgestattet.

    In diesem Fenster soll ein Twitter-Post wiedergeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an Twitter. Aus technischen Gründen muss zum Beispiel Deine IP-Adresse übermittelt werden. Twitter nutzt die Möglichkeit jedoch auch, um Dein Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.

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    13. Dezember 2017 13
  • : Deutschlandfunk skizziert den Supermarkt der Zukunft
    Eine Kamera: Schon lange nicht mehr das einzige Überwachungsinstrument im Supermarkt.
    Deutschlandfunk skizziert den Supermarkt der Zukunft

    Weil sie gegenüber den Konkurrenten aus dem Internet immer schlechter dastünden, wollen Einzelhandel und Supermärkte verstärkt auf neue Technologien setzen. Der Deutschlandfunk stellt unter dem Titel Tante Emma 2.0 vor, wie Kameras, Sensoren und künstliche Intelligenz zu höheren Verkaufszahlen führen sollen. Interessante Einblicke in konkrete Entwicklungen bietet ein 30-minütiger Podcast (mp3) .

    Neben den Technologien, die uns schon im Alltag begegnen, werden vor allem neue Ideen und Pilotprojekte vorgestellt. Die umstrittene Gesichtserkennungssoftware, die unter anderem bei Real getestet wurde, ist dabei erst der Anfang.

    Smarter Einkaufswagen und Bluetooth-Beacons

    Einer der Prototypen ist ein Einkaufswagen mit Smartphonehalterung, der über Bluetooth-Beacons und einen eingebauten RFID-Chip genau weiß, wie sich Kunden durch den Laden bewegen. Zahlreiche Bluetooth-Beacons, also kleine Sender, die an der Decke des Ladens angebracht sind, sollen bei der Lokalisierung des einzelnen Kunden helfen. Der Ladenbetreiber könne so anhand der Aufzeichnungen das „Einkaufserlebnis verbessern, damit der Kunde sich rundum wohlfühlt“, verspricht der Hersteller. Der Kunde würde anhand einer App nicht nur sehen, wo er sich gerade befindet und welche Angebote es gibt, sondern sogar bei jedem Besuch wiedererkannt werden. Ähnlich wie mit Payback-Karten ließen sich also genaue Konsumprofile erstellen.

    Wer seine Daten preisgibt, könnte hier und da etwas sparen

    Diese Apps könnten das Prinzip noch weiter führen: dynamische Preise, nach denen etwas beispielsweise kurz vor Ladenschluss teurer wird, könnten zu individualisierten Preisen weiterentwickelt werden:

    Dann bekommt ein Stammkunde die pikante Chorizo im Ring für 4,50 Euro präsentiert. Ein Gelegenheitskunde mit geringerem Scorewert müsste 5 Euro dafür zahlen. Für die Errechnung des individuellen Scorewertes und des dazu passenden Preises werden Daten wie Kundentreue, monatlicher Umsatz, aber auch seine alternative Einkaufsquellen oder sein Wert als sogenannter Multiplikator verwendet.

    Diese und viele weitere Beispiele zeigen deutlich, in welche Richtung sich der Supermarkt der Zukunft entwickelt. Die Überwachungs- und Kategorisierungsmechanismen von Amazon und co. sollen adaptiert und in die analoge Welt getragen werden. Potentiell geht die Durchleuchtung der Bürger hier noch einen Schritt weiter, denn Kameras und Sensoren können Bewegungsabläufe, Gesten, Blicke und aktuelle Stimmung erfassen. Und anders als bei der Nutzung einer App wird man sich dieser Form der Kameraüberwachung wohl nicht so einfach entziehen können.

    11. Dezember 2017 8