Tierschutzorganisation in San Francisco setzte Roboter gegen Obdachlose ein

Ein K5 von Knightscope. Alle Rechte vorbehalten PR / Knightscope

In San Francisco ist eine Tierschutzorganisation mit einem Roboter gegen Obdachlose vorgegangen. Mit ihren Sensoren beobachtete die Maschine das Gelände der Organisation und öffentliche Gehwege. Fiel ihr etwas Ungewöhnliches auf, meldete sie dies an Sicherheitskräfte.


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Wie die San Francisco Business Times berichtet, hat die Stadt dem Treiben nun ein Ende gesetzt. Für jeden weiteren Tag, an dem der Roboter auf öffentlichem Land operiert gibt es eine Strafe in Höhe von bis zu 1.000 Dollar. Die Tierschutzorganisation rechtfertigte ihr Vorgehen mit Verschmutzungen, Kriminalität und Obdachlosen-Camps in der Nähe.

Der Einsatz des Roboters löste laut der San Francisco Business Times auch Proteste aus. Mindestens einmal sei der patrouillierende Roboter umgeworfen worden. Zudem hätten Personen die Sensoren mit Barbecue Sauce verschmiert und eine Plane über das Gerät gezogen, um es handlungsunfähig zu machen. Bei dem Roboter handelt es sich um eine K5-Einheit der Firma Knightscope. Er ist etwa 1,50 Meter hoch, wiegt fast 200 Kilogramm und ist mit vier Kameras ausgestattet.

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13 Kommentare
  1. Kann mir jemand „(für mich missing) Link“ zwischen Tierschutzorganisation und Obdachlosen erklären? Geht es hier um schlechte Tierhaltung bei den Obdachlosen oder um den Müll, welcher von (Haus-)Tieren gefressen wird? Auf mich wirkt das Ganz sehr obskur und ich kann mir keinen wirklichen Reim auf eine Roboter-Tierschutz-Anti-Arme-Menschen-Organisation machen. Klingt auf den ersten Eindruck sehr nach einer Spießer-Haustier-Organisation die sich fundamentalistisch verrannt hat. Bitte korrigiert mich, wenn das anders ist.

    1. Da liegst du bestimmt goldrichtig. In den USA ist aber Obdachlosigkeit ein noch größeres Problem. San Francisco ist ein gutes Beispiel. Erst letztes Jahr fiel die Stadtregierung durch das Handling einer Räumung negativ auf:

      https://www.theguardian.com/us-news/2016/mar/01/sf-homeless-camp-razed-long-term-solution

      “They want us to move,” she continued. “The resources are there, but they don’t give them to everybody.”

      Das scheint sich verbessert zu haben:

      https://missionlocal.org/2017/07/the-sweep-report-9th-and-brannan-cleared-of-homeless-campers/

    2. >> Kann mir jemand „(für mich missing) Link“ zwischen Tierschutzorganisation und Obdachlosen erklären?

      Das fragte ich mich beim Lesen der Überschrift auch. Es ist wohl so, dass sich in der Nähe des Sitzes der Organisation („Campus“) vermehrt Obdachlosen-Camps gebildet haben und es in dem Zuge zu einem Anstieg von Verschmutzung und Kriminalität dort gekommen ist.

      „The S.F. SPCA in the Mission started using a security robot about a month ago in its parking lot and on the sidewalks around its campus. (…) the security robot, (…) was a way to try dealing with the growing number of needles, car break-ins and crime that seemed to emanate from nearby tent encampments of homeless people along the sidewalks.“

      Also kein direkter Linkt zwischen Tierschutz und Obdachlosen.

      PM

  2. Naja ob direkter Link oder nicht. Aber es ist schon sehr bezeichnend, dass es Menschen gibt, die sich größere Sorgen um Tiere, als um Mitmenschen machen. Und auch noch gutes Geld in die Hand nehmen um GEGEN Menschen vorzugehen.

  3. Abgesehen davon das die tierschutzorg bot K9 getauft hat, zeigt es doch wohin die reise geht.
    Ehrlich wenn ich dem Teil begegnen würde würde ich mich eher wie in der Serie „Psycho pass“ fühlen als in der realen welt.

    Das Gerät kann mit jeder seiner Cams rund 300 nummernschilder pro minute erkennen, verhalten einschätzen etc. es überwacht also den öffentlichen raum. Dabei ist die Miete nur 6 USD zum dortigen Mindestlohn von 14 USD. Soweit so gut.
    Das aber das teil auf öffentlichem land gearbeitet hat über monate hinweg OHNE die nötige lizenz ist hart.
    Dabei operierte es auf dem Gehweg um den block der Tierschützer und vertrieb so die Obdachlosen die auf diesem Gehweg ihr camp hatten. Das Teil wurde zum blockwart oO.

    Ich finde es gut das die Stadt auf hinweis besorgter Bürgerb jetzt den stecker zog.

    1. Braucht man eine Lizenz nur für solche autonomen „Drohnen“, oder auch für fernsteuerbare Drohnen.
      Interessante Idee:
      Man baut „Telepräsenzeinheiten“, die man von überall aus per VR-Brille in Echtzeit steuern kann.
      So könnte man ein wenig wie in „Surrogates“ „herumlaufen“, sprechen, und je nach den Möglichkeiten des Roboter auch etwas manipulieren. Mit den Controllern, oder besser mit Hand-Tracking (Leap Motion, und optional für die Pimax 8K).
      Das könnten z.B. private Enthusiasten realisieren. Weltweit. Man lässt sie hier „rumlaufen“, dafür darf man dort unterwegs sein…
      Da könnte man einen Kriminalfilm draus machen.
      Der erste Mord per ferngesteuertem Roboter. Gar nicht mal der offizielle Nutzer, sondern ein Hacker der sich das Teil in der ungenutzten Zeit „ausborgt“, ohne dass der Besitzer es merkt…
      Oder er bringt den Besitzer um. Ist Ausbaubar.
      Aber die Technik sollte trotz solcher Szenarien verwirklicht werden…

      Man braucht einen dicken Mobilfunktarif, das ist teuer…

  4. … ein schöner Weg, um diesen Überwachungstonnen einen Platz
    in der Mitte der Gesellschaft frei zu räumen.
    Solange wir selbst nicht betroffen sind….
    ist ja wohl auch alles gutiiiiiiiiiii……. n

    1. Ich weiß nicht, was das mit „seriöser“ zu tun hat, weil der Name der Tierschutzorganisation mit einem Klick auf die Ursprungsquelle ja sowieso erkennbar ist. Wir haben hier mündige Leserinnen und Leser, die gerade bei „Linkschleudern“ auch selber im Originaltext nachschauen können. Ich hatte den Namen der Tierschutzorganisation weggelassen, da hier niemand die SPCA kennt.

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