Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Nachrichtenüberblick 25.10.
    Nachrichtenüberblick 25.10.

    Golem berichtet über eine OECD-Studie, welche herausgefunden hat, dass Gaming gut ist für die Wirtschaft.

    Der Call for Papers für das GUUG-Frühjahrsfachgespräch 2006 ist gestartet.

    An der US-Westküste scheint wieder ein neuer Internet-Boom zu starten, so die Netzeitung.

    Harald Welte hat das OpenMRTD-Projekt gestartet. Ziel ist eine Freie Software für elektronische Pässe, welche die Pässe auslesen kann.

    In Hongkong wird erstmals ein Bittorrent-Nutzer dafür angeklagt, drei Filme übers Netz heruntergeladen zu haben. Ihm drohen bis zu vier Jahre Haft für Urheberrechtsverletzung.

    Der Vertreter der Arbeitgeber im Aufsichtsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA), Peter Clever, fordert eine Lockerung des Datenschutzes bei Hartz4.

    Wired hat einen interessanten Artikel über die Musikindustrie in Grossbritanien, welche vehement ihre überalterten Geschäftsmodelle behalten will: Divvying Up the Download Payload .

    Im Forbes-Magazine ist ein Artikel über Broadcasting und Freie Software: Does Open-Source Software Make The FCC Irrelevant?

    The spread of open source is a threat to established broadcasters, not to mention cellular telephone companies and other holders of FCC licenses. By using open-source software and low-powered “mesh networks” that can sniff out open frequencies and transmit over them, Moglen says, “we can produce bandwidth in a very collaborative way,” including transmitting video and telephone conversations that would normally ride on commercial networks. The Linksys WRT54G wireless router is for hackers what a Model A Ford was for hotrodders in an earlier era–a highly adaptable platform for experimentation.

    The Register analysiert das Wording der britischen Regierung bei der Einführung von biometrischen Pässen: Is it a passport, an ID card, or a fiddle? A minister explains. Sehr interessant!

    Bei Telepolis findet sich der erste Teil eines Berichtes über Weblogs im Iran.

    Falk Lüke schreibt im Zeit-Zünder über die Demoszene: Kunst aus Code.

    25. Oktober 2005
  • : OpenBusiness durch Offene Kollaborationen
    OpenBusiness durch Offene Kollaborationen

    Freie Software hat gezeigt, dass sich das Teilen von Wissen und der Aufbau von erfolgreichen Geschäftsmodellen nicht ausschliessen. OpenBusiness ist ein neues Projekt aus dem Umfeld von Creative Commons. Das Ziel der Plattform ist es, zu analysieren und zu erklären, wie erfolgreiche Businessmodelle aufgebaut werden können, die auf das Teilen von Wissen und Kreativität basieren.

    Later, the plan is the publish this resource in hardcopy as The OpenBusiness Guide. Examples and ideas of open business models, being entrepreneurial ideas which are built around openness, free services and free access, are invited and will then be ‚peer reviewed’ by comments and through collaboration with other contributors to the wiki.

    Die OpenBusiness-Plattform ist als Blog mit statischen Seiten aufgebaut, dazu gibt es auch ein Wiki.

    24. Oktober 2005
  • : Nachrichtenüberblick 24.10.
    Nachrichtenüberblick 24.10.

    Letzte Woche berichtete die Washington Post über die geheime Kennzeichnung von Farbkopien, welche die EFF aufgedeckt hat: Sleuths Crack Tracking Code Discovered in Color Printers. Seth Schoen von der EFF kommt darin ausführlich zu Wort:

    Schoen said that the existence of the encoded information could be a threat to people who live in repressive governments or those who have a legitimate need for privacy. It reminds him, he said, of a program the Soviet Union once had in place to record sample typewriter printouts in hopes of tracking the origins of underground, self-published literature. „It’s disturbing that something on this scale, with so many privacy implications, happened with such a tiny amount of publicity,“ Schoen said.

    Die neue Opensource-CD 3.1 ist mit 10 neuen Programmen erschienen. Auf dem ISO-Image finden sich viele freie Programme für die Windows-Plattform.

    Passend zum Release von OpenOffice 2.0 ist nun auch die PrOOo-Box 2.0 verfügbar. Dabei sind mehr als 900 Vorlagen, ClipArts und einiges an Freier Software.

    Spiegel-Online berichtet über den Export von Elektro-Schrott in die dritte Welt: Müllkippe Dritte Welt.

    An diesem Punkt, behauptet die US-Umweltorganisation „Basel Action Network“, die auch schon für den China-Report von 2002 verantwortlich zeichnete, in einer aktuellen Studie, kommt die Entwicklungshilfe ins Spiel („The Digital Dump: Exporting Reuse and Abuse to Africa“). Denn was als Müllexport verbrecherisch wirke, trage unter dem Mäntelchen der Hilfsleistung sogar noch zum guten Image der exportierenden Firmen bei – einmal ganz davon abgesehen, dass sich so auch die Entsorgungskosten sparen lassen.

    Ein Biometrie-Special, bestehend aus mehreren Artikeln, hatte „Die Welt“ in ihrer Samstagsausgabe: Sind Fingerabdrücke wirklich fälschungssicher? Ist aber eher eine unkritische Auseinandersetzung mit dem Thema, aber zum Einstieg in die Thematik ganz nett.

    Der EU-Datenschutzbeauftrage Peter Hunstinx kritisiert die Pläne der EU-Kommission, die Zugangsberechtigungen im Zuge des System-Aufbaus von SIS zu SIS II auszuweiten: EU-Datenschützer warnt vor wachsender Missbrauchsgefahr.

    Hier sieht Hustinx erhebliche Risiken für die Bürger der EU und fordert zusätzliche Datenschutz-Vorschriften. Hustinx: „Dies stellt eine grundlegende Änderung des heutigen Systems dar und erhöht das Risiko des Missbrauchs, weshalb strengere Garantien nötig sind.“ Zwar könne die vorgesehene Verknüpfbarkeit der Datensätze für Zwecke der Fahndung nützlich sein, berge aber auch die Gefahr falscher Schussfolgerungen. Unschuldige Bürger könnten dann „ungerecht behandelt“ werden. Auch die variierende Qualität der Daten müsse beachtet werden. Die Schengen-Überwachungsbehörde habe bei einer Überprüfung festgestellt, dass in bestimmten Mitgliedstaaten mehr als ein Drittel der Einreisedaten falsch oder überholt waren.

    24. Oktober 2005
  • : Video-Podcasting: OpenUsabilityDay
    Video-Podcasting: OpenUsabilityDay

    Im Rahmen der internationalen Veranstaltungsreihe World Usability Day 2005 wird es am 3. November in Berlin die Veranstaltung „Offene Usability“ geben. Wir haben Ellen Reitmayr auf der Berlinux dazu befragt und sie gibt einen kleinen Überblick, worum es bei der Veranstaltung gehen wird. (OGG-High / OGG / MP4) Steht natürlich unter einer Creative Commons Namensnennung Lizenz.

    Der Berliner Informationstag zum World Usability Day am 3. November 2005 richtet sich an alle, die sich mit Usability beschäftigen oder an Usability interessiert sind. Eingeladen sind neben Usability Experten, Entwicklern, Produktmanagern alle, die mehr über das Thema erfahren wollen oder sich in Ausbildung/ Studium darauf spezialisieren wollen.

    Das Programm besteht aus zwei Programmblöcken: Der erste Block gibt eine Einführung und beleuchtet das Thema Usability und seine Methoden aus unterschiedlichen Perspektiven. Der zweite Block gibt vertiefende Einblicke in Methoden und Prozesse und stellt Beispielprojekte vor.

    Der Eintritt ist frei.

    22. Oktober 2005 1
  • : Video-Podcasting: Interview mit Klaus Knopper
    Video-Podcasting: Interview mit Klaus Knopper

    Wir experimentieren im Moment ziemlich viel mit Echtzeit-Videoschnitt unter Linux herum. Hier ist mal ein erstes Interview (OGG / MP4) mit Klaus Knopper über Knoppix, welches wir auf der Berlinux zu Präsentationszwecken aufgenommen haben. Steht natürlich unter einer Creative Commons Namensnennung Lizenz. Remixen erlaubt.

    22. Oktober 2005 2
  • : Creative Commons @ Berlinux
    Creative Commons @ Berlinux

    Ich werde morgen auf der Berlinux in der Technische Universität Berlin einen Vortrag über „Creative Commons“ halten. Leider morgens um 10h. Wir werden dort auch mit einem Firmenstand vertreten sein.

    21. Oktober 2005
  • : EDRi-gram Nummer 3.21
    EDRi-gram Nummer 3.21

    Das neue EDRi-gram Nummer 3.21 der European Digital Rights Initiative ist heute Nacht mit folgenden Themen erschienen:

    1. Data retention: Council barks but cannot bite
    2. Very tight vote in UK Lower House on ID card
    3. International jurists on human rights and (counter-)terrorism
    4. Ombudsman demands transparency from EU Councils
    5. EFF research into hidden codes colour prints
    6. Swedish DPA: music industry may collect IP addresses
    7. Business Software Alliance lobbies against copyright levies
    8. Google changes privacy policy
    9. Petition update: over 54.000 signatures

    20. Oktober 2005
  • : Cory Doctorow über Europas Broadcast-Flag
    Cory Doctorow über Europas Broadcast-Flag

    Gerade redet Cory Doctorow (EFF / BoingBoing) über „Europe’s Coming Broadcast Flag“. Eigentlich die beste Show bisher auf der Eurooscon. Zeichne sie gerade auch auf und muss gleichmal die Aufnahme nach der Rede checken. Ich habe mich eben lange mit ihm unterhalten und u.a. ein 30min Interview über BoingBoing, WIPO, Creative Commons und EFF aufgezeichnet.

    Hier ist das Interview schonmal in einer Quick&Dirty Version. Werde es später nochmal bearbeiten. (28MB) Wenn jemand das Hosten über Bittorrent übernehmen könnte, wenn das Interview fertig bearbeitet ist, bitte melden! Das Interview steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Lizenz.

    Update: Ich habe eine MP3-Aufzeichnung der Rede, allerdings muss diese noch durch ein paar Filter gejagt werden, weil ich mit Aufnahmegerät im Publikum sass. Habs mir eben mal angehört und hat im rohen Zustand doch eher das Format „experimentiell“. Wird also erst am Wochenende was. Mein Audacity macht gerade etwas Probleme, weil ich nochmal was am System rumkonfigurieren muss. Wenn jemand Lust und Zeit hat, das Interview für mich zu bearbeiten (Anfang bitte rausschneiden und um die Minute 16 klingelte bei Cory das Telefon), nur zu – ich würd mich freuen. Könnte auch noch ein paar Filter gebrauchen. Danach einfach online stellen und mir einen Link schicken (markus add nnm-ev.de). Ich lads dann runter und ersetze auf dem derzeitigen Server die Rohversion.

    20. Oktober 2005 3
  • : Linux bei BeeTV in Taipei
    Linux bei BeeTV in Taipei

    Über Taiwan weiß man hierzulande meist zu wenig; auch die Ein-China-Politik der vergangenen Schröder-Regierung kann dafür als Grund herhalten. Monitore von BeeTV in Bussen in Taipei Meist ist nur die ausgeprägte Technikverliebtheit als Stereotyp hier angekommen. Im Urlaub konnte ich selbst beobachten, wie dort mit Technik verschiedenster Art umgegangen wird. U.a. gibt es das Bus-Werbefernsehen BeeTV, das neben Kommerz auch reichlich Cartoons zeigt und so manche längere Fahrt duch Taipei verkürzen hilft. Interessant ist, dass ich das System einmal unverhofft beim Booten beobachten konnte: es ist ein Linux!

    So sieht das in den Bussen aus (und, für die Pedanten: ja, das weniger verwackelte Foto stammt aus einem anderen Bus). In der Hektik kurz nach dem Einsteigen hab ich diese Screenshots machen können. Photographisch verpasst habe ich da leider den Acer-Logo-Startscreen samt Bios-Nummer. Links vorne fast unter dem Fahrer sitzt eine graue Acer-Box mit der Hardware, etwa von Notebook-Größe. Ist fest verschraubt und hier gerade noch so zu sehen. Praktisch alle Busse, die ich in Taipei benutzt habe, haben diese Ausstattung.

    Welches Linux da bootete war mir nicht ganz klar, das ganze ging viel zu schnell und ich war unvorbereitet. Daher die leicht verwackelten Fotos, was an der Hektik liegt und an der Baustelle, durch die der Bus da gerade fahren musste. Die Bootscreens sind teils farbig, folgen dabei aber nicht dem mir bekannten Farbschema von Gentoo. Wer weiß da mehr oder erkennt das auf den ersten Blick?

    20. Oktober 2005 2
  • : Diskussion: Woman in Open Source
    Diskussion: Woman in Open Source

    Hier mal ein loses Mitbloggen der Diskussion „Woman in Open Source“ auf der Eurooscon. Wenn später noch Zeit ist, werde ich das mal ausformulieren.

    Allison Randal, President, The Perl Foundation
    Zaheda Bhorat, Manager, Open Source Programs, Google
    Danese Cooper, Open Source Diva, Intel and Open Source Initiative
    Paula Le Dieu, Director, Creative Commons International
    Jo Walsh, Programmer, Wireless London

    Debian Woman entstand ursprünglich aus einem kleinen Kreis von Freundinnen von Debian-Entwicklern.

    Woman@Apache besteht noch nicht wirklich, leichte Probleme mit männlichen „Chauvinisten“ im Apache-Umfeld.

    Die Veranstaltung wurde auch aufgezeichnet. Ich hoffe, sie ist irgendwann als MP3 verfügbar.

    Was kann eine Frau beisteuern?

    Allisan:

    für sie natürlich Code schreiben, aber auch Bildung, Dokumentation, , Supporting, Design

    Ihr wurde im Alter von 8 Jahren programmieren beigebracht. Jetzt ist sie Projektmanagerin von Perl.

    Ein eher jüngerer männlicher Herr im Publikum stellte gerade die gewagte These auf, dass Frauen einfach anders denken würden als Männer und den Männern besser das programmieren überlassen sollte. Er redete sich noch ein wenig mehr hinein, was teilweise bei jeder weiteren These für schalendes Gelächter unter den programmierenden anwesenden Frauen führte.

    Wenn sich Firmen Frauen öffnen, wird zuerst eine Frau für HR eingestellt. Dann für Marketing…

    Danese Cooper: Sun ist the bad boy of the industry, not the bad girl, very hard to climp up as a woman.

    Mentoring wird als gute Förderungsmassnahme gesehen.

    Programmierende Frauen werden ständig auf Veranstaltungen gefragt, wo ihr Freund ist. Niemnd erwartet „default-mässig“, dass auch eine Frau Programmiererin sein kann.

    Paula le Dieu wurde gerade als Juristin eingeführt, wo es schon mehr „Gleichberechtigigung“ gibt. Sie kritisiert aber die strengen Hierachien in der Juristen-Welt, welche männlich dominiert sind (Partner sind Männer).

    Ein grosser Fehler dieser Diskussion ist, zu sehr das Publikum eingebunden wird, ohne dass jeder auf dem Podium was gesagt hat. Im Publikum sitzen zwar prozentual gesehen viele Frauen, aber Männder dominieren mal wieder die Diskussion. Und bei weitem nicht jeder Redebeitrag ist intelligent und zur Sache. Eher nur wenige. Eine weibliche Perspektive hätte ich mir hier gewünscht.

    Jetzt ist die Diskussion schon vorbei. Schade, dass z.B. Zaheda Bhorat gar nicht dran kam. Dafür hat Danese Cooper die Hälfte der Zeit durchgelabbert.

    Ich habe mich danach noch lange mit Danese Cooper über das Thema unterhalten, aber wohl die falsche Taste bei meinem MP3-Player beim Teetrinken gedrückt. Leider gibts dadurch jetzt kein längeres Interview zu „Woman@OpenSource“. Aber vielleicht schreib ich nochmal einen längeren Artikel darüber, das Thema ist echt interessant und wichtig.

    20. Oktober 2005
  • : Event:Der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft im Endspurt: Konflikte und Positionen
    Event:Der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft im Endspurt: Konflikte und Positionen

    Am Freitag ist eine spannende Veranstaltung vom WSIS-Koordinierungskreis in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin zum WSIS: Der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft im Endspurt: Konflikte und Positionen.

    Mit dem Abschlussgipfel vom 16.–18. November in Tunis wird der UN Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (World Summit on the Information Society, WSIS) abgeschlossen. Damit wird ein vierjähriger Diskussionsprozess beendet, dessen Ziel es war, Orientierungen für die Entwicklung einer globalen und inklusiven Informationsgesellschaft zu entwickeln. Über die detaillierten Inhalte der Gipfelerklärung wird derzeit noch gestritten.

    Die Heinrich Böll Stiftung und der Zivilgesellschaftliche WSIS Koordinierungskreis (WKK) bieten mit dieser Veranstaltung der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, mit einem ‚WSIS-Sherpa’ der Bundesregierung und Personen, die im WSIS Prozess die Zivilgesellschaft vertreten, ins Gespräch zukommen.

    Die Referenten werden über den Diskussionsstand nach der Beendigung und Vertagung der letzten Vorbereitungskonferenz (PrepCom‑3) des WSIS informieren.

    Im Zentrum des Abends stehen die noch ungelösten Konfliktthemen des Gipfels: der Streit um Internet Governance und um die Implementierung/Finanzierung des Aktionsplans und der WSIS Nachfolgeprozesse. Thematisiert wird ebenfalls die Kritik an der Situation im Gastgeberland Tunesien und die Erwartungen und Forderungen, die von vielen Seiten geäußert wurden, damit der Gipfel IN und nicht ÜBER Tunesien stattfindet.

    19. Oktober 2005
  • : EuroOSCON – bloggen (2)
    EuroOSCON – bloggen (2)

    Tag2 der EuroOSCON in Amsterdam

    Die Keynotes heute morgen standen weitgehend im Zeichen der Sponsoren. Ich hatte eigentlich gehofft, pünktlich zu einer 15-minütigen Präsentation von ScienceCommons zu kommen, um die Marketing-Reden zu verpassen, aber das hat leider nicht geklappt. Musste also eine schlechte Keynote von CA über mich ergehen lassen, die vor dem ersten Kaffee leicht grausam war. Danach stellte Paula Le Dieu von Creative Commons die Idee von Science Commons vor. Die Zeit reichte aber leider nur dazu, einen sehr oberflächlichen Überblick der Idee von OpenAcess und Free Science zu verschaffen.

    Danach setzte ich mich in „Easy Game Console Hacking: An introduction to Lua Player on the PSP“, was aber extrem nerdig war. Die meiste Zeit wurde nur BASIC-Code gezeigt und die Referenten konnten nicht besonders gut englisch reden.

    Etwas enttäuscht war ich danach von „Adoption of Open Source in SMEs: Lessons from the Front Line“. Aber vermutlich bin ich auch keine Zielgruppe, da ich die Argumente alle schon kannte. War also genug Zeit, um mir einen Überblick über den Rest der Welt im Netz zu verschaffen.

    Zum Mittagessen gabs wieder belegte Brötchen mit Salat. Wird mal wieder Zeit, dass ich etwas warmes zu mir nehmen kann. Aber es war genug Zeit für interessante Gespräche, die sich dann auch weit in die nächste Session hinzogen.

    Diese musste ich allerdings abbrechen, um mir „Free and Open Source in the Developing World“ anzuschauen. Die Referentin Danese Cooper, nach eigenen Angaben „Open Source Diva“ von Intel und der Open Source Initiative, gab einen eloquenten Überblick über die Verbreitung von Freier Software in Schwellen- und Entwicklungsländern. Und auch der WSIS war Thema, wenngleich diemeisten damit nichts anfangen konnten.

    Jetzt sitze ich gerade in „The Open Source Industry: Business Models for the Future“ und habe wieder das Gefühl, die falsche Zielgruppe zu sein. Ist eine niedrigschwellige Einführung für Einsteiger, was überhaupt ein Geschäftsmodell ist und wie diese sich in der proprietären und der freien Welt unterscheiden. Wenigstens bleibt mal Zeit für bloggen und bisher ist mir mein Rechner erst einmal heute „eingefroren“.

    Verwundert bin ich über die niedrige Verbreitung von Linux-Rechnern auf der Konferenz, die immerhin eine „Open Source Konferenz“ sein will. Die grosse Mehrheit nutzt Apples oder Windows. Auch ein Teil der Aussteller stellt „Open Source Lösungen“ auf Windows-Rechnern vor, allen voran IBM und CA. Die Vorträge sind meist entweder sehr technisch, reines Marketing oder sehr niedrigschwellig. Ausnahmen sind Vorträge wie „Free and Open Source in the Developing World“. Gelohnt hat sich die Fahrt aber trotzdem, da viele interessante Menschen hier sind. Gespannt bin ich mal auf morgen, wo aus meiner Sicht drei der interessantesten Vorträge stattfinden: „Women in Open Source“, „Making Sense of Ajax“ und „Europe’s Coming Broadcast Flag“. Hab schon eine Verabredung mit Cory Doctorow für ein Interview morgen und hoffe, das klappt auch.

    19. Oktober 2005
  • : EuroOSCON – bloggen (1)
    EuroOSCON – bloggen (1)

    Heute beginnt die EuroOSCON in Amsterdam.

    Die kurze Keynote von Tim O´ Reilly hab ich grösstenteils verpasst. Die letzten Slides gingen eher in die Richtung, dass O´ Reilly mehr Linux-Bücher verkauft als RedHat. Hat mich echt überrascht…

    Simon Phipps, der COO von Sun redete über „The Zen of Free“. Den Erfolg eines Freie Software-Projektes kann man seiner Meinung nach in einer „Triangle“ (Dreieck ist wohl besser) zwischen Motivation, Licence and Governance erfassen. Ein Teil seiner kurzen Keynote ging auf Softwarepatente ein: „Softwarepatents happen“. Sein Vorschlag war, eine „Patents Commons“ aufzubauen. Denn Softwarepatente würden so lange passieren, bis der Welthandel reformiert sei. Klang schon ein wenig globalisierungskritisch. Ob sich SUN nun auch bei der WIPO für eine Reform des IP-Systems einsetzt wäre ja mal eine spannende Nachfrage. Aber die Keynotes sind so kurz, dass keine Fragen zugelassen sind.

    Jeff Waugh von UBUNTU und GNOME erzählte danach was zum „Desktop 2.0“. Diesen Begriff wählte er als Anlehnung an „Web 2.0“, um zu zeigen, dass wir jetzt in eine neue Dekade der Desktopentwicklung kommen. Es war ne nette Show, aber eigentlich auch mehr Windows-Bashing und GNOME-Preisung. Seine abschliessenden Worte waren „Put your foot down and demand Freedom“. Bezieht sich wohl auf das GNOME-Logo, welches ein Fuss ist.

    Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist ja die amerikanische Sitte, in den Zwischenpausen schlechte US-Karibik-Reggae Musik laut aufzudrehen. Echt grausam vor dem ersten Kaffee.

    Jetzt ist irgendwer von IBM vorne und bekommt sein Thinkpad nicht zum laufen. Also wieder schlechte Musik. Danach gabs nur eine kleine Werbeeinlage des Sponsors IBM und warum sie in Open OSurce investieren. Die Message: Wer sein Businessmodell nicht an Open Innovations anpasst, hat in der Zukunft verloren.

    Dann sprach noch Alan Cox über die Security-Herausforderung in den nächsten 50 Jahren.

    Jetzt sitze ich gerade in „Drupal API – An Advanced Web Application Framework“. Ich finde Drupal sehr spannend und werde mal nach dem Mittagessen zur nahe liegenden Drupal-Conference in einem anderen Hotel laufen. Der Vortragsstil war aber eher trocken und langweilig. Eigentlich schade, Drupal ist ein cooles Projekt.

    Insgesamt kann man aber schonmal sagen, dass nicht mehr als zehn Frauen auf der Konferenz sind. Sehr männlich und nerdig alles. Verwundert bin ich imme rnoch über die Praxis von OReilly, meine Kontaktdaten an Sponsoren und sonstige Firmen rauszugeben, die mir dann Einladungen zu Pressekonferenzen schicken, bzw. von mir wollen, dass ich irgendwelche Firmenbosse interviewe. Eine solche Praxis bin ich aus Deutschland nicht gewohnt. Die Vorträge sind leider allesamt eher oberflächlich. Mehr ist in rund 35 Minuten leider nicht zu machen, jede „Session“ ist nur 45min lang, wenn man Auf- und Abbau mitberechnet, kommt halt meist nur eine Einführung dabei heraus.

    Vor dem Essen gab es noch den Vortrag „Opening the Networking Platform: Hacking Hardware and Adding Services“. Eigentlich nichts neues, aber nochmal schön die Evolution von WLan erklärt.

    Dann gabs Essen, was aus belegten Brötchen und (Obst-) Salat bestand.

    Jetzt sitze ich gerade in dem Vortrag „The Do-It-Yourself Mindset“ von den Make-Magazine-Machern. Hier gehts eigentlich um alles, was man kreativ mit Hardware anstellen kann. Und das ist nicht grade wenig. Das MakeZine-Blog ist übrigens sehr lesenswert, wer sich dafür interessiert. Eben haben sie einen umgebauten IPod gezeigt, womit man reihenweise Fernseher ausschalten kann.

    Gerade hat Sebastian Bergmann mit seinem Vortrag „PHP5 – The Year After“ angefangen. Mangels interessanter Alternativen schaue ich mir den Vortrag nochmal an, obwohl ich einen ähnlichen von ihm schon auf dem LinuxTag gesehen habe.

    Dummerweise „friert“ mein Notebook des öfteren ein. Ich weiss noch nicht, woran es liegt, aber vermutlich an der Kubuntu Entwicklerversion, welche ich noch verwende (Muss mal dringend auf die Stable-Version updaten). Meine Vermutung ist, dass es jedesmal einfriert, wenn irgendwas mit dem WLAN ist. Entweder, wennd as Netz mal kurz weg ist, oder zuviele Apple User um mich herum ihr Netz starten. Dummerweise hilft da jedesmal echt nur noch ein kaltes Booten. Muss also öfters speichern. Und jedesmal wieder zwei Minuten warten, bis das System wieder oben ist. Hat jemand schonmal von diesem Bug gehört? Bis gestern hatte ich keinerlei Probleme mit WLAN, war mit dieser Version allerdings auch noch nie in einem grösseren Konferenz-Envirement.

    Abends gabs dann eine kleine Zusammenkunft mit kleinem holländisch/US-amerikanischen Bier (Gibts eigentlich holländisches Bier, hier steht überall Heiniken drauf). Mittlerweile sitze ich mit Nico Lumma bei einer Präsentation von Open Solaris, wo uns Bier und Pizza versprochen wurde. Das gibt es auch, allerdings: Wen interessiert schon OpenSolaris ohne Bier? Ausser uns nur eine Handvoll Leute, und die sind wohl auch alle wegen Pizza und Bier hier. Eben hatte ich noch ein lustiges kleines Gespräch mit Simon Phipps von SUN, den ich auf seine Keynote ansprach. Er erklärte mir tatsächlich, dass SUN Softwarepatente in Europa verhindert hätte. Er wollte mir allerdings nicht ohne seine PR-Abteilung ein offizielles Interview dazu geben…

    18. Oktober 2005 1
  • : Nachrichtenüberblick 17.10.
    Nachrichtenüberblick 17.10.

    „Was würde Jesus bloggen?“ war die grosse Frage auf der ersten christlichen Blogger-Konferenz in den USA. Im Endeffekt sei christliches Bloggen sowas wie Thesen anschlagen… Wired berichtet darüber und Silicon hat eine deutsche Zusammenfassung.

    Wie die Futurezone berichtet, findet am 7. November das 1. Österreichische Wikiposium der Oesterreichischen Computer Gesellschaft in Wien statt.

    Heute wurden in Wien die Liste der Nominierten für die Big Brother Awards Austria bekannt gegeben, welche in einer Gala am 25. Oktober im Wiener Theater Rabenhof gefeiert werden. Den Positivpreis erhält das Europaparlament als „Wächter der Freiheit“.

    Die Free Software Foundation vergibt einen neuen Preis:

    Der neue Preis, der „Free Software Award for Projects of Social Benefit“, soll Projekten jährlich zugute kommen, die zielgerichtet und auf bedeutsame Weise freie Software in einem Projekt mit sozialen Zielen zum Einsatz bringen oder die Ideen der freien Softwarebewegung zum Nutzen gesellschaftlicher Belange umsetzen. Die Kriterien für mögliche Anwärter des Preises sind sehr weit gefasst: „Die Free Software Foundation hält nach allen Aktivitäten Ausschau, die in irgendeiner Weise die Zusammenarbeit für soziale Ziele fördern.“ Etwas selbstironisch merkt die Ankündigung der FSF an, dass die Förderung freier Software, wie z.B. das Entwicklen von Software, nicht in den Geltungsbereich des neuen Preises fallen wird. Diese Projekte werden auch weiterhin mit dem jährlichen „Award for the Advancement of Free Software“ ausgezeichnet werden.

    Das größte WLAN-Netz soll auf einer Fläche von inzwischen 1800 Quadratkilometern in Oregon stehen, wie die Netzeitung berichtet.

    Auch beim Urheberrecht, bzw. der Massenkriminalisierung von Filesharing-Nutzern gibt es Neuigkeiten. Verwundert lese ich bei Heise, dass die erste Staatsanwaltschaft sich realistischerweise unserer Analyse anschliesst, dass eine Bagatellklausel nicht „für den neuesten Robbie Williams Song“ (O‑Ton Brigitte Zypries) gelten sollte, sondern eine vierstellige Uploadanzahl an Files umfassen sollte: Neuer Streit um „Raubkopierer-Klausel“ im Urheberrecht.

    Ein Sprecher der Karlsruher Staatsanwaltschaft beklagte gegenüber dem Focus, dass die Abarbeitung der Vorgänge „mindestens sechs Monate“ in Anspruch nähme, „vielleicht aber auch deutlich mehr“. Doch auch andere Strafverfolgungsbehörden sehen sich längst überfordert, da die Musik- und die Filmindustrie sie ebenfalls permanent mit Anzeigen wegen Urheberrechtsverletzungen im Internet füttern. Ermittlungen seien nur noch sinnvoll, wenn jemand „1000 oder mehr Lieder online offeriere“, drängen Behördenvertreter laut Focus auf klare Grenzziehungen bei der Rechtsnovelle. Es sei nicht zu schaffen, zehntausende deutsche P2P-Nutzer zu bestrafen.

    Die in Kanada sind echt originell: Ein RFID-Chip auf jedem Apfel

    Doch der kanadische Verband der Lebensmittelhändler CCGD hält eine Lösung, bei der die Aufkleber immer wieder eingescannt werden müssen, für zu personalintensiv und zu teuer. Der Vizepräsident des Verbands Dave Wilkens sagte, die Möglichkeit der Nachverfolgung von Nahrungsmittel gebe es bereits, doch man müsse die Effizienz steigern. Seine Mitglieder nutzten die Zeit, die die Regierung ihnen lässt, um RFID-Lösungen zu prüfen, mit denen dann jedes Schweineschnitzel und jeder Apfel schon vom Erzeuger mit einer eindeutigen Kennung versehen wird.

    17. Oktober 2005 2
  • : Adelphi Charter on Creativity, Innovation and Intellectual Property
    Adelphi Charter on Creativity, Innovation and Intellectual Property

    Am Donnerstag wurde in London die sogenannte „Adelphi Charter on Creativity, Innovation and Intellectual Property“ herausgegeben. Sie richtet sich an die Regierungen aller Länder und umfaßt neun Punkte mit Empfehlungen und Forderungen, die die Zukunft von geistigem Eigentum betreffen. Die Liste wurde von einer internationalen Gruppe aus Künstlern, Wissenschaftlern, Juristen, Politikern und Wirtschaftsexperten geschrieben, darunter u. a. Cory Doctorow von der EFF, Lawrence Lessig von Creative Commons und der brasilianische Kulturminister Gilberto Gil.

    Die Punkte der Adelphi Charter im Einzelnen:

    1. Gesetze zur Regelung von geistigem Eigentum müssen zur Erreichung kreativer, sozialer und wirtschaftlicher Ziele dienen, anstelle selbst das Ziel zu sein.
    2. Diese Gesetze und Regelungen müssen den grundlegenden Menschenrechten auf Gesundheit, Bildung, Arbeit und kulturellem Leben dienen. Sie dürfen sie nicht untergraben.
    3. Das öffentliche Interesse benötigt eine Ausgewogenheit zwischen Gemeinfreiheit und privaten Rechten. Es benötigt ebenso eine Ausgewogenheit zwischen dem freien Wettbewerb, der für eine wirtschaftliche Dynamik unverzichtbar ist, und den Monopolen, die durch Gesetze zum geistigen Eigentum gewährt werden.
    4. Der Schutz von geistigem Eigentum darf nicht auf abstrakte Ideen, Fakten oder Daten ausgedehnt werden.
    5. Patente dürfen nicht auf mathematische Modelle, wissenschaftliche Theorien, Computercode, Lehrmethoden, Geschäftsprozesse, medizinische Diagnose‑, Therapie- und Operationsmethoden ausgedehnt werden.
    6. Urheberrechte und Patente müssen befristet sein und ihre Geltungsdauer darf nicht darüber hinausreichen, was angebracht und notwendig ist.
    7. Regierungen müssen auf breiter Basis politische Regelungen schaffen, um Zugang und Innovation zu stimulieren, einschließlich nicht-proprietärer Modelle wie Lizenzen von Open-Source-Software und dem freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur.
    8. Gesetze über geistiges Eigentum müssen die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umstände von Entwicklungsländern berücksichtigen
    9. Regierungen sollten sich in der Debatte über Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums an diese Regeln halten:
      • Es muss eine automatische Vermutung gegen die Schaffung neuer Bereiche im Schutz geistigen Eigentums, der Ausweitung bestehender Privilegien oder der Verlängerung der Schutzdauer geben.
      • Die Beweispflicht in solchen Fällen muss den Vertretern der Gesetzesänderung auferlegt werden.
      • Änderungen dürfen nur erlaubt sein, wenn eine strenge Analyse deutlich aufzeigt, dass diese die grundlegenden Rechte des Volks und das wirtschaftliche Wohl verbessern.
      • Es sollte dabei eine durchgängige Einbeziehung der Öffentlichkeit und eine verständliche, objektive und transparente Einschätzung von öffentlichem Nutzen und Schaden geben.

    Wir rufen die Regierungen und die internationale Gemeinschaft dazu auf, diese Prinzipien anzuwenden.

    (Entschuldigt die vielleicht nicht immer optimale Übersetzung.)

    17. Oktober 2005
  • : Taipei: öffentliches WLAN in der U‑Bahn
    Taipei: öffentliches WLAN in der U‑Bahn

    Taipei Metro Wireless Internet Service Belustigend, die Technikverliebtheit in Taiwan, und zugleich außerordentlich zuvorkommend: die Zugangsbauwerke der U‑Bahn in Taipei sind mit drahtlosem Internet versorgt, im Gegensatz wohl zu den Tunneln und Zügen (so wurde mir berichtet). Dafür aber gibts diese Schilder im Bahnhof (nicht auf dem Bahnsteig).

    Testen konnte ich das nicht, weil mein Mobiltelefon kein WLAN kann. Gedacht ist der Dienst jedenfalls klar für Leute, die einen Laptop dabei haben, und diesen zum was-auch-immer-tun abstellen möchten:

    Taipei Metro Laptop Abstellplatz

    Pragmatisch gedacht: Man muss beim Benutzen stehen. Bänke gibts da kaum auf der Zwischenebene, und in der U‑Bahn selbst soll man weder Computer noch Mobiltelefon benutzen. Diejenigen, die trotzdem telefonieren, halten ihre Hand so, dass sie eine Sprechmuschel bildet und man in der Umgebung kaum etwas hört. Im Berufsverkehr weiß man dann, weshalb Laptops nicht in der Bahn rausgeholt werden sollten: die Wagen sind knallvoll (wenn auch nicht so eng wie in Japan).

    Die Versorgung der etwa 50 U‑Bahnhöfe ist Teil der stadtweiten, öffentlichen Versorgung der Stadt mit WLAN. Der Plan zur Einrichtung von u.a. 15.000 bis 20.000 HotSpots im öffentlichen Raum wurde 2004 vom Bürgermeister Ma ying-jeou (馬英九) in der Vision „Wireless Taipei, Endless Taipei“ formuliert und ist recht weit vorangekommen. (Das wäre auch nochmal einen eigenen Artikel wert.)

    15. Oktober 2005 2
  • : Guardian-Interview mit Gilberto Gil
    Guardian-Interview mit Gilberto Gil

    Der brasilianische Kulturminister und Sänger Gilberto Gil gab dem britischen Guardian ein sehr interessantes Interview: Minister of counterculture .

    And in one small development that none the less sums up the mood, the left-wing administration of President Luiz Inacio da Silva, or „Lula“, has announced that all ministries will stop using Microsoft Windows on their office computers. Instead of paying through the nose for Microsoft operating licences, while millions of Brazilians live in poverty, the government will use open-source software, collaboratively designed by programmers worldwide and owned by no one.

    „This isn’t just my idea, or Brazil’s idea,“ Gil says. „It’s the idea of our time. The complexity of our times demands it.“ He is politician enough to hold back from endorsing the breaking of laws, for example on music downloading, but only just. „The Brazilian government is definitely pro-law,“ he grins. „But if law doesn’t fit reality anymore, law has to be changed. That’s not a new thing. That’s civilisation as usual.“ (He is not a hi-tech person himself, he says, but readily concedes that his children have „probably“ done a fair bit of illegal downloading.)

    [via BoingBoing]

    14. Oktober 2005
  • : LinuxTag 2006 in Wiesbaden
    LinuxTag 2006 in Wiesbaden

    Der LinuxTag 2006 wird vom 3.–6. Mai in Wiesbaden stattfinden. Nachdem dieser in den Vorjahren traditionell Ende Juni stattfand, ist beim nächsten Mal die Fussballweltmeisterschaft im Weg. Deswegen eine terminliche Vorverschiebung. Positiver Nebeneffekt ist sicherlich, dass es nicht wieder 35°C im Schatten sein wird.

    Der Ortswechsel von Karlsruhe nach Wiesbaden war u.a. dadurch notwendig, dass die alte Messe im Herzen Karlsruhes nicht mehr als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Die neue Messe auf der „grünen Wiese“ hat aber nicht die notwendige Infrastruktur vor Ort, um beispielsweise Helfer, Referenten und Organisatoren nahe in Hotels unterzubringen. Deswegen ein Ortswechsel. Es standen ein paar Standorte zur Auswahl, im Endeffekt bot Wiesbaden den Besten Rahmen, den LinuxTag weiter zu entwickeln und gleichzeitig den Charme zu erhalten. Wir haben dazu heute morgen eine Pressemitteilung der Freien Software Presseagentur rausgegeben, die leider schon gestern Abend trotz Sperrfrist auf Pro-Linux zu lesen war.

    14. Oktober 2005
  • : Wieder mal: Poker um die Internet-Vorherrschaft
    Wieder mal: Poker um die Internet-Vorherrschaft

    Intern.de behandelt den World Summit on the Information Society: Poker um Internet-Vorherrschaft

    Zusammenfassend lässt sich die Sachlage also so beschreiben: Ja, es gibt einen Konflikt bezüglich der Vorherrschaft im Internet, in dem sich die USA und die EU sowie etliche andere Regierungen gegenüberstehen. Alle diese Länder haben aber nicht nur die Sicherheit und Stabilität des Internet vor Augen. Es geht vielmehr auch um inhaltliche Kontrolle, wobei die USA diesen Anspruch bisher nur selten offen darlegten.

    Und unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist mit dem bevorstehenden Gipfel kaum ein Richtungswechsel verbunden. In dem Konflikt zwischen der EU und den USA, der durchaus stellvertretend für andere Probleme stehen kann, geht es nur um die Frage, welche Regierungen stärkeren Einfluss nehmen können. Die bisher von weiten Kreisen der Internet-Gemeinschaft generell abgelehnte Einflußnahme von Regierungsseite ist schon längst Alltag.

    14. Oktober 2005
  • : Tagging für Anfänger
    Tagging für Anfänger

    Eine sehr gute und sinnvolle Zusammenfassung, wozu Tagging gut ist und wie man es am Besten anwendet, hat Peter Schink in Blogh zusammengefasst: Hintergrund: Sinnvolles Tagging.

    Das schöne am Tagging ist das Chaos. Ich liebe Tag-Wolken. Wenn Tagging aber nicht nur eine vorübergehende Erscheinung bleiben soll und eine breite Anhängerschaft finden will, werden gewisse Standards und die softwareseitige Unterstützung nicht ausbleiben können. Dieser Text soll dazu eine Anregung sein.

    14. Oktober 2005