Demokratie
Digitale Demokratie, politische Kommunikation, e‑Government, Wahlen & Wahlkampf, Lobbyismus, Campaigning, soziale Bewegungen & Protest.
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: Politisches Flash: Arnolds Nachbarschaft
: Politisches Flash: Arnolds Nachbarschaft
Ein sehr schönes Beispiel für virales Marketing in politischen Kampagnen ist die Flash-Animation „Arnold’s Neighborhood“. Die knapp zweiminütige ist witzig gemacht und bringt die Botschaft ganz gut rüber. Eher eine der besseren politischen Animationen. Weist auch darauf hin, dass der kalifornische Wahlkampf schon wieder los geht, Schwarzeneggers Umfragewerte sinken kontinuierlich. -
: SMS als demokratische Technologie
: SMS als demokratische Technologie Einen interessanten Beitrag über SMS und Mobiltelefone als Technologie für mehr Demokratie hat „The christian science monitor“ veröffentlicht: New political tool: text messaging.
If television helped bring down the Berlin Wall and the fax machine helped protesters organize during the Tiananmen Square protests, cellphone text messaging, also known as SMS (short message services), may be the new political tool for activists. In tech-savvy nations like South Korea, but more so in controlled societies like China and the Middle East, text messaging has been fomenting what some experts call a „mobile democracy.“ Because it is unmonitored and cheap, it provides an underground channel for succinct uncensored speech. Demonstrators use it to mobilize protests, dodge authorities, and fire off political spam. It has also enabled them to engineer collective action at unprecedented speed.
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: Wer seinen Pass verliert, schützt die Privatsphäre
: Wer seinen Pass verliert, schützt die Privatsphäre
Heute hat die Bundesdruckerei zusammen mit dem Industrieverband Bitkom den neuen biometrischen Reisepass der Presse vorgestellt. Die Gelegenheit wurde genutzt, um die anwesenden Pressevertreter einige weniger diskutierte Aspekte näher zu bringen. Gleichzeitig wurde die Aufklärungskampagne „Wer seinen Pass verliert, schützt die Privatsphäre“ mit einer eigenen Webseite und einem Blog gestartet. Dort gab es heute einen Live-Stream aus der Pressekonferenz. Leider war der netzpolitik-Server zur gleichen Zeit down, weil eine Festplatte Fehler hatte. Deswegen jetzt erst nachträglich der Hinweis auf den Live-Stream. Mal schauen, vielleicht stellen wr die Audioaufnahme später noch online(Hier ist die erste dreiviertel Stunde als Ogg-File). Eine kleine Galerie zeigt sechs Bilder vom Geschehen ausserhalb der Bundesdruckerei.Weitere Infos bietet die folgende Pressemitteilung: „Einführung der biometrischen Reisepässe – Erkennungsdienstliche Behandlung auf den Meldeämtern“
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: DJV-Flyer für Journalisten zum Informationsfreiheitsgesetz
: DJV-Flyer für Journalisten zum Informationsfreiheitsgesetz Der Deutsche Journalistenverband hat einen neuen Flyer zum Informationsfreiheitsgesetz veröffentlicht:
„Der langjährige Einsatz des DJV für ein IFG auf Bundesebene hat sich mit der Annahme des Gesetzes im Bundestag und der Zustimmung des Bundesrates im Juli endlich ausgezahlt“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. „Das IFG macht den Weg frei für deutlich mehr Transparenz im Behördendschungel. Insbesondere für recherchierende Journalisten ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Mit dem neuen Flyer wollen wir den Journalisten eine Hilfe an die Hand geben, um die Chancen, die das Gesetz bietet, möglichst umfassend zu nutzen.“
Richtig modern und entgegen alle Trends kann man sich den Flyer kostenlos in den Landesgeschäftsstellen abholen oder per Mail anfordern. An ein PDF-Dokument auf der Webseite wurde offensichtlich nicht gedacht. Schade eigentlich.
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: Microsoft übt Kritik an OpenDocument
: Microsoft übt Kritik an OpenDocument Im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts wurde diese Woche eine Maßnahme auf den Weg gebracht, die den dortigen Regierungsbehörden ab dem 1. Januar 2007 die Benutzung offener Dokumentformate vorschreibt. Allen voran ist damit OpenDocument gemeint, entwickelt von der Arbeitsgruppe OASIS, die aus dem OpenOffice-Projekt hervorgegangen ist. Eric Kriss, Verwaltungs- und Finanzsekretär in Massachusetts, begründet die Entscheidung folgendermaßen:
It is an overriding imperative of the American democratic system that we cannot have our public documents locked up in some kind of proprietary format, perhaps unreadable in the future, or subject to a proprietary system license that restricts access.
(Quelle: Informal comments on Open Formats, Eric Kriss)Bislang wurde in Massachusetts vor allem Microsoft Office verwendet, jedoch hat Microsoft Unterstützung der OpenDocument-Dateiformate unter Angabe technischer Gründe ausgeschlossen. Stattdessen versucht Microsoft-Manager Alan Yates in einem Brief an Eric Kriss und den Leiter der örtlichen Information Technology Division, Peter Quinn, eine Schwäche zu erläutern, die man bei OpenDocument ausgemacht zu haben glaubt:
The draft policy identifies four products that support the OpenDocument format: Sun’s StarOffice, OpenOffice.org, KOffice, and IBM Workplace. In reality, these products are slight variations of the same StarOffice code base, which Sun acquired from a German company in 1999. The different names are little more than unique brands applied by the vendors to the various flavors of the code base that they have developed. In essence, a commitment to the OpenDocument format is a commitment to a single product or technology. This approach to product selection by policy violates well-accepted public procurement norms.
Hier irrt Microsoft. Bei KOffice handelt es sich um ein seit
20001998 von Grund auf neu entwickeltes Office-Paket für die freie Desktop-Umgebung KDE, nicht etwa um einen StarOffice-Ableger. Notes-Nachfolger IBM Workplace benutzt zwar auch OpenOffice-Code, ist als Client/Server-Lösung aber derart anders aufgestellt, dass man wohl kaum vom selben Produkt sprechen kann. Nicht zuletzt wurden auch von AbiWord und TextMaker bereits Versionen angekündigt, die OpenDocument lesen und schreiben können sollen.Unterm Strich zeichnet sich also breite Unterstützung für die immerhin erst im Mai verabschiedeten Formate ab, die auch bei der Europäischen Kommission im Gespräch sind und Gefallen finden.
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: Handbuch für Blogger und Internet-Dissidenten
: Handbuch für Blogger und Internet-Dissidenten Reporters sans frontieres (Reporter ohne Grenzen) haben heute das „Handbook for bloggers and cyber-dissidents“ veröffentlicht. In dem 46 seitigen Handbuch werden nicht nur Blogs und die vielen Fachbegriffe drumherum erklärt, es gibt beispielsweise auch Tipps und Tricks, wie anonym gebloggt werden kann und wie man sich ein Blog einrichtet. Eine grossartige Sache.

Blogs get people excited. Or else they disturb and worry them. Some people distrust them. Others see them as the vanguard of a new information revolution. Because they allow and encourage ordinary people to speak up, they’re tremendous tools of freedom of expression.
Bloggers are often the only real journalists in countries where the mainstream media is censored or under pressure. Only they provide independent news, at the risk of displeasing the government and sometimes courting arrest.
Reporters Without Borders has produced this handbook to help them, with handy tips and technical advice on how to to remain anonymous and to get round censorship, by choosing the most suitable method for each situation. It also explains how to set up and make the most of a blog, to publicise it (getting it picked up efficiently by search-engines) and to establish its credibility through observing basic ethical and journalistic principles.Einige Berichte von Bloggern sind auch enthalten. Ein Beitrag ist auch von mir über netzpolitik.org und meine Motivation zu bloggen dabei, den ich vor gut einem halben Jahr für das Buch in englisch geschrieben habe. Das Buch gibt es für 10 Euro in französisch und englisch bei Reporters sans Frontiers zu kaufen, es kann aber auch wahlweise in französisch oder englisch als 1,6MB grosse PDF-Datei heruntergeladen werden. Ich weiss jetzt nicht genau, was Stand der Dinge ist. Geplant ist, noch andere Sprachen wie chinesisch, arabisch und farsi folgen zu lassen, allerdings nicht gedruckt sondern nur im Netz. Da bin ich mal gespannt.
Mittlerweile gibt es auch eine deutschsprachige Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen dazu:
„Weblogs faszinieren und polarisieren die Internetnutzer: Manche Menschen trauen ihnen nicht, andere sehen in ihnen eine Revolution für die Informations-Gesellschaft“, sagt Elke Schäfter, Geschäftsführerin von ROG Deutschland. „Da sie jedem die Möglichkeit geben, seiner Stimme Gehör zu verschaffen, sind sie ein wichtiges Element für Meinungsvielfalt. Gerade in Ländern ohne freie Medien sind Weblogs ein hervorragendes Instrument, um unabhängige Information und Meinungen zu verbreiten. Hierfür leistet das Handbuch einen wertvollen Beitrag.“
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: EU-Kommission legt Entwurf der Vorratsdatenspecherungs-Richtlinien vor
: EU-Kommission legt Entwurf der Vorratsdatenspecherungs-Richtlinien vor Huete ist mal wieder Tag der Vorratsdatenspeicherung. Die EU-Kommission hat sich auf einen offiziellen Richtlinienentwurf geeinigt und diesen heute präsentiert.
Heise geht, wie immer, recht ausführlich auf die Thematik ein: EU-Kommission legt Entwurf zur Speicherung von Telefon- und Internetdaten vor
Ansonsten umfassen die zwei Seiten langen Anforderungswünsche nach wie vor sämtliche Daten, welche die Quelle, das Ziel, die Art und im Mobilfunk den Ort einer Kommunikation bestimmen. Dies können etwa dynamische oder feste IP-Adressen sein, aber auch nähere Angaben zu verschickten SMS. Dabei würden auch die Kommunikationsinhalte erfasst, die laut des Papiers eigentlich nicht gespeichert werden sollen. Bei den zu identifizierenden Kommunikationsgeräten liegen die Interessen nicht nur bei IMSI- und IMEI-Nummern von Handys, sondern auch bei den MAC-Adressen von Netzwerkkarten in Computern. Insgesamt könnten die Daten bei entsprechender Auswertung ein komplettes Profil der elektronischen Kommunikationsnetzwerke eines Nutzers ergeben und somit auch einen begehrten Angriffspunkt für Cybergangster bilden.
Golem zitiert Thilo Weichert, den Leiter des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein:„Die umfassende Verbindungsdatenerfassung ist ebenso wie die längerfristige Speicherung dieser Daten nach deutschem Recht verfassungswidrig. Es würde sich um eine Rundumüberwachung ins Blaue hinein handeln. Diese kann nicht damit gerechtfertigt werden, dass im Glücksfall hierdurch vielleicht einmal ein Terroranschlag aufgeklärt werden kann. Selbst das Ziel der Bekämpfung schrecklicher Verbrechen kann es nicht rechtfertigen, das Kommunikationsverhalten der europäischen Bevölkerung zu 100 Prozent elektronisch zu erfassen und zur Rasterung bereit zu halten.“
Die Futurezone weiss über noch weitergehende Pläne zu berichten: Parallel-Duell um Datenspeicherpflicht
Manch anderen Staaten geht der Ratsentwurf – der vom Ansatz her im Widerspruch zur EU–Richtlinie zum Datenschutz und zu bestehenden nationalen Datenschutzgesetzen steht – noch nicht weit genug.
Neben Verkehrsdaten von E‑Mail – wer hat wann wem eine Mail geschickt bzw. eine erhalten – und VoIP-Telefonaten verlangt eine nordische Allianz von Dänemark, Schweden, Litauen und Estland sowie Belgien auch die Speicherpflicht von Web-Logfiles, Chat, FTP-Übertragungen und Peer-to-Peer-Verbindungen.
Und auchd ie Deutsche Welle berichtet heute: Heißt Daten speichern Terroristen fassen?
Der Europa-Abgeordnete Alexander Alvaro sieht das Papier der Kommssion mit gemischten Gefühlen. Auf Anfrage von DW-WORLD erklärte der FDP-Politiker und Berichterstatter des Parlaments zur Datenspeicherung im Vorfeld der Entscheidung, dass die Kommission noch mehr Daten speichern wolle als im ursprünglichen Vorschlag der britischen Ratspräsidentschaft vorgesehen. Er bemängelte darüber hinaus die Schaffung eines neuen Expertengremiums bei der Europäischen Kommission, das entscheiden soll, ob künftig mehr oder weniger Daten gespeichert werden: Es unterliege keinerlei parlamentarischer Kontrolle. Der Kommissionsvorschlag enthalte aber auch einige positive Punkte. Erstmalig werde festgelegt, dass die Wirtschaft eventuelle Mehrkosten erstattet bekomme, auch wenn die Regelung den Mitgliedstaaten überlassen werde. Zudem wolle die Kommission eine regelmäßige Evaluierung durchführen, ob die Erfassung der Daten nützlich sei.
Lustig ist die Tagesschau: Die liefert gleich ein paar skurriler Argumente mit, weshalb wir jetzt die komplette Überwachung brauchen: Telefon- und E‑Mail-Daten sollen gespeichert werden
Die EU-Kommission in Büssel hat einen Gesetzentwurf zur höchst umstrittenen Speicherung aller Telefon- und E‑Mail-Verbindungen beschlossen. Die Daten sollen der besseren Terror-Bekämpfung dienen. Jugendliche sollen vor Radikalisierung geschützt, Hasspropaganda über Internet oder Satellit verhindert werden. „Wir können nicht erlauben, dass junge Leute im Fernsehen Aufrufe zum Hass sehen“, sagte Justizkommissar Franco Frattini. Zugleich betonte er, dass die Meinungsfreiheit aber nicht eingeschränkt werden solle.
Kann es sein, dass die Herren und Damen in ihrem Übereifer, die Welt vor dem Bösen zu retten, ein klein wenig durchdrehen? Mit der Argumentation müsste man das Fernsehen verbieten. Auf dem Weg dahin erstmal noch die Berichterstattung über Bekenner-Videos unter Strafe stellen und nicht alle Kommunikationsdaten der europäischen Bürger speichern.
Jetzt gibt es auch einen Kommentar der Frankfurter Rundschau: Brüsseler Zauberlehrlinge
Aber auch in der Polizei gibt es Stimmen, die vor der Datenflut warnen, die hier aufgestaut werden soll, wobei der prinzipielle Nutzen für die Fahndung herausgestrichen wird. Das ist ein Argument, das gewichtig ist. Allerdings gerät dabei leicht aus dem Blick, dass den Brüsseler Zauberlehrlingen die Bändigung der technischen Möglichkeiten, derer sie sich bedienen wollen, auch entgleiten kann. Bank‑, Telefon‑, Internet‑, Versicherungs‑, Passagier- und Gesundheitsdaten, biometrische Daten in Pässen, Videoüberwachung und Bewegungsprofile: Die Sammelwut braucht Grenzen.
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: Wahlabend ohne Microsoft
: Wahlabend ohne Microsoft Der Linux-Verband hat eine Einstweilige Verfügung gegen den NDR durchgesetzt, welcher nicht mehr bei der Einblendung von Statistiken und Prognosen das Microsoft-Logo einblenden darf. Das zuständige Gericht hat heute der Einstweiligen Verfügung Recht gegeben.
In der Pressemitteilung des Linux-Verbandes heisst es:
Der Linux-Verband, der die Interessen der im Umfeld des Betriebssystems Linux tätigen Firmen vertritt, sieht in der Nennung von Microsoft in den Grafiken von Umfrageergebnissen eine rechtswidrige Werbung und eine Umgehung der vom Rundfunkstaatsvertrag festgelegten Regeln für politische Sendungen.
Beispielsweise wurde in der Politik-Boulevardshow „Sabine Christiansen“ am 4. September 2005 die Grafik mit dem Logo von Microsoft ganze vier Minuten lang eingeblendet. Sowas darf es dann nicht mehr geben:

Die Begründung des Linux-Verbandes ist echt lesenswert, hier nur einige der vielen aufgelisteten Punkte:
Die Einblendung des Microsoft-Logos stellt eine Wettbewerbshandlung i.S.d. § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG dar. Mit der Einblendung von Grafiken zur Wahlkampfberichterstattung, die das Microsoft-Logo beinhalten, zielte der Antragsgegner darauf ab, den Wettbewerb eines Dritten, nämlich der Firma Microsoft, zu fördern. Die objektive Eignung zur Förderung des Wettbewerbs ergibt sich ohne weiteres daraus, dass einer Vielzahl von Fernsehzuschauern zur besten Sendezeit ein Firmenlogo auf dem Bildschirm gezeigt wurde. Damit liegt eine klassische Aufmerksamkeitswerbung vor (vgl. BGH GRUR 1997, 761, 763 – Politikerschelte).
[…]
Sofern der Antragsgegner auf die technische Unterstützung verweist – so ist das Zitat aus dem Urteil des Landgerichts Hamburg zu verstehen – ergibt sich daraus nichts anderes. Denn für die graphische Darstellung einer Meinungsumfrage sind keine „aufwendigen Computerprogramme und Datennetzwerke“ erforderlich. Dies gilt umso mehr als lediglich 1200 Personen befragt wurden. Für diese einfachen Aufgaben dürften primitiv ausgestattete Alltagssysteme eines Heimanwenders ausreichen, letztlich wäre eine Auswertung und Darstellung sogar ohne Computer möglich gewesen. Zudem hängt die korrekte Darstellung von Grafiken weniger von dem verwendeten Computerprogramm ab – diese einfachen Rechenoperationen können von jedem Graphikprogramm erwartet werden – als von der richtigen Eingabe der Daten und die Bedienung des Programms, die durch das Meinungsforschungsinstitut erfolgt ist und nicht von Microsoft selbst.
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: Tagesschau-Special zum e‑Voting
: Tagesschau-Special zum e‑Voting Die Tagesschau hat ein Sonder-Special zum Thema e‑Voting: Zukunftsvision Internet-Wahl?
Die Wahlkabine hat bald ausgedient, ebenso Stimmzettel aus Papier. Wählen heißt klicken – mit der Maus am Rechner, via Internet. Statt Menschen zählen dann Maschinen die Stimmen. Das spart Geld, Zeit und macht das Wählen einfacher. Oder etwa nicht?
Folgende Artikel gehen verschiedenen Fragestellungen nach:
* Wie sicher ist die Internet-Wahl?.
* Wo bleibt das Wahlgeheimnis?.
* Sparen wir mit E‑Voting Geld?.
* Macht das Internet die Wahl demokratischer?.
* Szenario Internet-Wahl: FazitEine dort vorgeschlagene Idee sind selbstbootende, sichere Betriebssysteme, welche die Wähler in ihre Rechner einlegen sollen, um Online wählen zu können. Auf den ersten Blick eine logische Sache, so ne Special-Knoppix (Oder anderes Derivat). Probleme dürfte es allerdings mit dem Internetzugang geben, wenn die Voreinstellung nicht DHCP ist. Ausserdem wird ein Problem nicht gelöst: Selbst wenn die Software zertifiziert und offen ist, die Hardware ist es nicht.
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: Europaparlament-Relaunch
: Europaparlament-Relaunch Das Europaparlament hat endlich mal einen Website-Relaunch gemacht und das Ergebnis sieht gar nicht schlecht aus. Dazu muss man allerdings sagen, dass alles besser ausgesehen hätte als die vorherige Version, wovon ich jetzt leider keinen Screenshot zum zeigen habe – die war echt kein Vorbild für Usability. Das ist die neue auch nicht gerade, aber es finden sich einfach viel mehr Informationen.
In der Mitteilung zum Relaunch heisst es:
Diese erste Etappe war bereits durch die bisherige Website erfüllt, auf der man sämtliche Dokumente abrufen konnte. Das war zwar möglich, aber nicht immer leicht, vor allem für Personen, die wenig mit den technischen Termini oder der Organisations- und Funktionsweise unserer Verfahren vertraut sind. Die neue Website soll die Breite der Bereitstellung der Dokumente beibehalten und stellt sich das Ziel, sie im doppelten Wortsinn verfügbar zu machen: verfügbar und verständlich, indem die Nutzer der Website bei der Recherche bestmöglich unterstützt werden.
Und dazu gibt es Ticker-mässig Interviews und Beiträge in vielen verschiedenen Sprachen. Zu den aktuellsten gehören auch einige mit einem Netzpolitik-Focus:
Zum Thema Bürgerrechte gibt es ein Interview mit Jean-Marie Cavada, dem Vorsitzenden des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres zu den Themen Überwachung, Biometrie, etc: Terrorismus: Wir brauchen Ausgewogenheit zwischen der Freiheit des Einzelnen und dem Schutz der Zivilgesellschaft.
Die UNESCO setzt sich für kulturelle Vielfalt ein und das Europaparlament ruft alle europäischen Nationalstaaten auf, dies zu unterstützen und mit einer Stimme zu sprechen: Das Europäische Parlament, Vorkämpfer der kulturellen Vielfalt.
Spannend ist natürlich die Debatte um Softwarepatente, welche auch auf der Startseite zu finden ist: Software-Patente: Die „historische Abstimmung“ des Europäischen Parlaments beendet die Auseinandersetzung.
[Danke an Roland für den Hinweis per Mail]
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: Datenvorratspeicherung bekommt Gegenwind
: Datenvorratspeicherung bekommt Gegenwind Die Innen- und Justizminister der EU werden morgen in Newcastle einen neuen Entwurf zur verpflichtenden Speicherung aller Verkehrsdaten für Internet und Telefon diskutieren. Das Papier soll dann nächste Woche in Brüssel in Arbeitsgruppen weiter poliert werden.
Währenddessen wird der Widerstand gegen diese Pläne immer stärker. Die EDRI-Unterschriftensammlung gegen die EU-Pläne hat bereits über 41.000 Unterstützer bekommen. Deutschland liegt inzwischen auf Platz zwei nach den Niederlanden, wo die Kampagne gestartet wurde. Wir können aber ruhig noch ein wenig aufholen! Unterschreiben kann man hier.
Auch die Provider laufen Sturm gehen die Pläne der EU. EuroISPA, eco-Forum und andere werden morgen direkt vor den EU-Ministern ihre Bedenken vortragen, und nächsten Dienstag gibt es in Brüssel ein Treffen zwischen ISPs und EU-Parlamentariern, um sich weiter zu besprechen. BITKOM, VATM und BDI haben ebenfalls kürzlich ihre Position gegen die Pläne veröffentlicht.
Das Europaparlament ist mehrheitlich gegen die Pläne der EU-Minister. Einerseits, weil der Berichterstatter Alexander Alvaro sich massiv gegen die Massenüberwachung der Kommunikation in Europa ausgesprochen hat, zum anderen, weil das Parlament sich übergangen fühlt. Die EU-Minister wollen die Sache als „Rahmenabkommen“ in der Innen- und Justizpolitik durchsetzen, wo das Parlament immer noch keine echten Mitbestimmungsrechte hat. Am 21. September wird die Kommission ihren Entwurf für eine EU-Richtlinie veröffentlichen. Einen Entwurf dafür hat EDRI schon vor Wochen veröffentlicht. Hier könnte das Parlament zwar ein Veto einlegen, dafür ist der Entwurf der Kommission teilweise noch schärfer als der der Minister. Viele Abgeordnete haben inzwischen auch den Eindruck, die britische EU-Präsidentschaft geht zu weit. Innenminister Clarke hat ja gerade gefordert, die Europäische Menschenrechtskonvention einzuschränken (via Rabenhorst). Dieser Schritt könnte für die britische Regierung nach hinten losgehen, zumal selbst der Präsident des europäischen Polizisten-Verbandes EuroCOP sagt, dass Data Retention nichts bringen wird.
EDRI, Privacy International und andere werden nächste Woche vor der Weltkonferenz der Datenschutzbeauftragten in Montreux eine eigene Veranstaltung zu Datenvorratsspeicherung und Biometrie durchführen. Ich werde das Panel zu Data Retention moderieren. Besonders freut mich, dass unter anderem Hielke Hijmans zugesagt hat, der gerade die Stellungnahme des EU-Datenschutzbeauftragten Hustinx zur Datenvorratsspeicherung vorbereitet.
Wenn es gelingt, die „Regenbogen-Koalition“ von Europaabgeordneten, Industrie und Cyber-Rights Gruppen zusammenzuhalten und vielleicht noch die Verbraucherschützer und Organisationen wie Amnestie für das Thema zu interessieren, haben wir gute Chancen, dass die Massenüberwachung in der EU nicht passieren wird. Zumal auch die Mitgliedsstaaten noch zu uneinig sind bezüglich der Speicherfristen und vieler Details. Es wird auf jeden Fall ein heisser Herbst! Hilfe und Spenden sind dabei sehr willkommen. Aktionsideen, viele Hintergrundinfos und auch deutsche Banner gibt es im Kampagnen-Wiki .
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: Auch eine Art Netzpolitik: Parteien im Chat
: Auch eine Art Netzpolitik: Parteien im Chat Am kommenden Freitag, den 9. September lädt heise online zum Chat mit Vertretern der fünf großen Parteien ein. Inhaltlich geht es vor allem um:
Forschung und Spitzentechnologieförderung, Verbraucherschutz, geistiges Eigentum, innere Sicherheit und Medien & Internet – Themen, die auch die unter dem Dach von heise online vertretenen Publikationen immer wieder aufgreifen.
Stefan Krempl, der den Chat auch moderiert, hatte in den vergangenen Wochen für heise online die Wahlprogramme der Parteien zu diesen Themen durchforstet und zusammengefasst: Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU, Die Linke.PDS, FDP und SPD.
Aussagen zum Komplex „geistiges Eigentum“ fehlen leider bei fast allen Parteien, nur die Grünen sind nicht ganz so weit hinterher. Ob die Poliker glauben, dass sich die Bürger nicht dafür interessieren? Oder fehlt hier ganz einfach das grundsätzliche Know-How? Es gibt sicher genug Fragen, mit denen man den Parteienvertretern im Chat auf den Zahn fühlen kann.
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: DW: Politische Blogs in Deutschland
: DW: Politische Blogs in Deutschland Die Deutsche Welle hat in ihrem englischsprachigen Angebot einen Artikel über politische Blogs in unserem Lande veröffentlicht: Blogs Making Baby Steps in German Politics. Ich wurde auch im Vorfeld dazu befragt, wie denn die USA und Deutschland zu vergleichen seien und werde dort u.a. mit der Aussage gequotet, dass Deutschland im Vergleich immer noch ein Entwicklungsland in Sachen politischer Blogs ist.
Zum Thema politische Blogs kann ich jetzt auch noch auf einen grossartigen Beitrag auf Lautgeben verlinken, wo Joerg Olaf Schaefers mal die SpOn/Bild Kampagne gegen Trittin hinterher recherchiert hat: Who cares about the Flut-Opfers? Scheint gerade einigen Impact in der Blogosphäre zu haben, die Links und Trackbacks steigen immer noch ständig.
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: Leggewie im Tagesschau-Interview
: Leggewie im Tagesschau-Interview Die Tagesschau hat Claus Leggewie zum Thema eGovernment, Online-Wahlen und digitaler Demokratie befragt: „Bundestagswahl online wäre zu riskant“
tagesschau.de: Worin liegen Chancen und Gefahren der digitalen Demokratie?
Leggewie: Mit Demokratie hat E‑Government nur unter dem Aspekt der Output-Legitimation zu tun. Bürger freuen sich, wenn der Staat funktioniert und leistungsfähig ist. Für digitale Administration, auch Online-Wahlen, hat man Millionen investiert, für die Nutzung des Internet als Medium politischer Bürgerkommunikation und Partizipation, also für Input-Legitimation, aber relativ wenig.
Millionen Ausgaben für eGovernment finde ich ja noch etwas untertrieben. Aber die Kritik teile ich auch.
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: FITUG läßt Kindern und Netzbürger die Wahl
: FITUG läßt Kindern und Netzbürger die Wahl Alvar Freude hat für FITUG drei Wahl-Werkzeuge gebastelt, die zumindest in einer Beta-Version soeben online gegangen sind, wie die Pressemitteilung verkündet:
FITUG läßt Kindern und Netzbürger die Wahl
Parallel zur Bundestagswahl am 18. September 2005 bietet FITUG allen interessierten Kindern und Internetnutzern die Wahl. Nach der Hilfestellung „Wen Wählen?“ können noch nicht Wahlberechtigte in einem Kinderwahllokal in ihrer Nähe wählen gehen. Wahlberechtigte Internetnutzer können zusätzlich online die Stimme abgeben. Diese Wahlmöglichkeit hat selbstverständlich keinen Einfluß auf das offizielle Wahlergebnis.
Wen Wählen?
Um die Qual der Wahl zu mildern bietet FITUG eine wahlkreisspezifische Hilfestellung. Anhand eines Fragenkatalogs kann jeder prüfen, mit welchen der regionalen Wahlkreiskandidaten er wie stark übereinstimmt. Unter http://wen-waehlen.de/ bekommt man den direkten Draht zu seinen Abgeordeten in spe.
Die Bearbeitung der Rückmeldungen dauert noch an.
Kinderwahltag
Kinder und Jugendliche, die schon einmal an der demokratischen Willensbildung teilnehmen wollen, können in speziellen Kinderwahllokalen am Wahlsonntag bis 17 Uhr wählen gehen. Mit ihrem Kinder- oder Schülerausweis können sie wählen wie die Großen. Nach 17 Uhr sind sie zur Auszählung eingeladen. Die Orte der Kinderwahllokale und anschließend die Ergebnisse
sind unter http://www.kinderwahltag.de/ abrufbar. Die Wahlzettel enthalten die gleiche Auswahl wie die Wahlzettel der Bundestagswahl des entsprechenden Wahlkreises.Wir benötigen für die Durchführung des Kinderwahltags noch die regionale Unterstützung von Erwachsenen als Organisatioren und Wahlhelfer. Bitte melden Sie sich bei uns! Darüberhinaus würden wir uns über Unterstützung für den Druck von Kinderwahlzetteln freuen.
Netzwahltag
Zum Test eines Internet-Wahlverfahrens bieten FITUG unter http://www.netzwahltag.de/ die Möglichkeit zur Brief- und Direktwahl. Interessierte Netzbürger registrieren sich bei einem unserer Wahlhelfer mit Ausweis und Wahlbenachrichtigungskarte. Diese elektonische Wahlbenachrichtigung wird anschließend in einen blind signierten Wahlschein
getauscht. So anonymisiert kann jeder zum Wahltag genau einmal wählen. Die Wahlmöglichkeiten stimmen mit denen der Bundestagswahl des entsprechenden Wahlkreises überein.Wir benötigen für die Durchführung des Netzwahltages noch die regionale Unterstützung von Erwachsenen als Registratoren. Kenntnis im Umgang mit elektronischen Signaturen ist wünschenswert.
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: FAZ über Wahlcomputer bei der Bundestagswahl
: FAZ über Wahlcomputer bei der Bundestagswahl Bei der kommenden Bundestagwahl werden erstmals ca. 2100 Wahlcomputer eingesetzt. Die FAZ thematisiert dies in der heutigen Ausgabe: Bitte keine Kreuze machen! Von den 2100 Computern wird nur einer von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin geprüft. Diese checken den Code und testen alles durch. Mehr ist laut Bundeswahlordnung aber nicht vorgeschrieben. Die restlichen Computer werden einfach ohne Prüfung vom Hersteller an die Kommunen versendet, welche diese für 4100 Euro pro Computer zumeist leasen. Ein Jahr Garantie gibt es auf die Computer, aber 20 Jahre sollen diese laut gesetzlicher Vorlage laufen. Im Gegensatz zu Autos, Feuerlöschern und Fahrstühlen gibt es keinen Prüfsiegel und bisher ist eine Überprüfung anscheinend auch nicht geplant. Zwischen den Wahlterminen stehen die Computer in den Kellern der Kommunen. Ein Ausstausch der Chips soll gar ohne Lötkolben möglich sein.
Die FAZ kommt zu dem Fazit:
Die Erinnerung an die elektronischen Debakel der amerikanischen Präsidentenwahl im Jahr 2000 und auch noch vier Jahre später sollte eigentlich Grund genug sein, jede mögliche Fehlerquelle oder Manipulationsmöglichkeit zu eliminieren. Doch jahrelang stehen Tausende Geräte unbenutzt in den Rathauskellern der Republik. Auch das Büro des Bundeswahlleiters sieht dieses Problem, ist aber nicht berechtigt, den Kommunen Vorschriften zu machen. Und dort gelten Wahlgeräte oft nicht als besonders schützenswert. Sie müssen, außer am Wahltag, noch nicht einmal verplombt werden.
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: Medienberichterstattung zur „Fenster zu, es zieht“-Aktion
: Medienberichterstattung zur „Fenster zu, es zieht“-Aktion Hier ist nochmal ein Überblick der Medienberichterstattung über die „Fenster zu, es zieht“-Pinguin-Aktion:
Heise: Aktivisten stören Microsoft-Lobbyabend im Berliner Abgeordnetenhaus
Netzeitung: Lobbyveranstaltung von Microsoft erhält Besuch von Pinguinen
Der Standard: Microsoft-Lobbyabend im Berlin gestört
de.internet.com: Berlin: Proteste gegen Lobbyveranstaltung Microsofts im Abgeordnetenhaus
N24: Lobbyveranstaltung von Microsoft erhält Besuch von Pinguinen
Spiegel: MICROSOFT-LOBBYABEND Dessert rät zu Alt+F4
ZDNet: Pinguine beim Microsoft-Lobbyabend
BoingBoing: Penguin-suited activists crash Microsoft’s Berlin parliament presentation
Taz: Politik & Pinguine
Die Aktion hat es sogar ins Forbes-Magazine geschafft. Tenor: Schlechte Woche für Microsoft. Erst diese ganzen Würmer und Sicherheitslücken und dann auch noch Pinguine auf ner Party…:
In a final indignity, Linux activists wearing penguin suits crashed a Microsoft promotional party held at the municipal parliament house in Berlin, Germany. The protestors want the city government to use open source software, not the proprietary Windows operating system.
Und noch viel mehr Weblogs und Foren haben darüber berichtet in mehr als 15 Sprachen.
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: Microsoft in Parliament
: Microsoft in Parliament
The Berlin City Parliament’s lobby was quite crowed last night during Microsoft’s promotional party for the Berlin city representatives. Microsoft original invitation went out to all parties and also to a selected crowd of journalists. However, all green-party representatives declined the invitation to Microsofts infomercial-like lobbying event. We joined in by embedded-journalist action, broadcasting a live audio stream and photos of the entire event through netzpolitik.org via our cell phones and UMTS. -
: Neue Spendenaktion für Wikipedia
: Neue Spendenaktion für Wikipedia Die Wikimedia Foundation hat wieder eine neue Spendenaktion gestartet. Bis zum 9. September will man weltweit 200.000 Euro zusammen bekommen. Es gibt auch einen neuen Spendenaufruf: „Wikipedia needs your help!“:
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: Berichterstattung: Microsoft im Parlament
: Berichterstattung: Microsoft im Parlament
Am gestrigen Abend war die Lobby der Berliner Abgeordneten Hausen gut gefüllt: Microsoft lud zu Speis und Trank sowie einer Informationsveranstaltung über sich selbst. Geladen waren die Abgeordneten aller Fraktionen, wobei die Grünen geschloßen nicht erschienen, und ausgewählte Pressevertreter. Wir dachten uns, dass Lobbying auch mal etwas transparenter ablaufen kann: Und waren als Embedded Journalists dabei, u.a. mit einem Audio-Live-Stream der Lobbyveranstaltung via UMTS (Der gestern hier zu hören war).
Dort, wo in früheren Zeiten die KPD gegründet wurde, im Feststaal des Berliner Abgeordnetenhauses, begrüßte Walter Momper (Präsident des Hauses, SPD) das größte Softwareunternehmen der Welt. Er bedankte sich mehrfach für das Kommen. Microsoft kostet der Abend ja auch genug an Miete.
Der Redner für Microsoft, Wolfgang Branoner „Director“ von Microsoft Deutschland für den „Public Sector“ und ehemaliger Wirtschaftssenator Berlins, sprach in seiner Rede oft davon, hier keine Produkte verkaufen zu wollen. Das macht man ja auch später und an einem anderen Ort. Eine Tupper-Party hatten wir auch nicht erwartet.Bericht und Fotos von der Veranstaltung und der Aktion vor Ort …