Kultur

Meme, Veranstaltungen, Kunst, Museen, Remixe, Musik, Internetphänomene, Computerspiele und Archive.

  • : Drachenväter – Das Buch über Rollenspiele
    Drachenväter – Das Buch über Rollenspiele

    DrachenväterDrachenväter. Die Geschichte des Rollenspiels.“ ist ein Buch von Tom Hillenbrand und Konrad Lischka. Beide finanzierten die Entstehung über eine Crowdfunding-Kampagne, das Buch gibt es auch für alle anderen zum Preis von 42,00 Euro gedruckt (Amazon-Partnerlink) und 14,99 Euro als eBook (Amazon-Partnerlink).

    Bei mir lag es eine Weile rum, aber im Urlaub kam ich endlich dazu, mir das eBook durchzulesen. Und ich war begeistert. Endlich hat mir jemand mal ausführlich die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe von Rollenspielen erklärt. Der Schwerpunkt liegt klar auf der US-amerikanischen D&D – Welt, die Genrebildend war. Deutlich kürzer sind die Beschreibungen für andere Welten wie das hier bei uns sehr populäre „Das schwarze Auge“ oder Shadowrun, was ich persönlich am spannendsten fand. Aber durch das Buch lernt man z.B. auch, warum „Das schwarze Auge“ sich hier so durchsetzen konnte und die D&D‑Welten vielen erst durch zahlreiche Computerspiele bekannt wurden.

    Aus der Selbstbeschreibung:

    Millionen Menschen spielen “World of Warcraft”, “Eve Online” oder “Farmville”. Diese Abenteuer in virtuellen Welten gehen zurück auf “Dungeons & Dragons”, das erste Rollenspiel. “Drachenväter” erzählt die Geschichte dieser Spiele von 1974 bis heute. Die Produktion des opulenten Bandes mit vielen farbigen Abbildungen haben die Autoren per Crowdfunding finanziert. Drachenväter ist erschienen, weil 428 Unterstützer vorab 20.511 Euro zahlten.

    Wer sich für das Thema Rollenspiele interessiert, sollte „Drachenväter“ gelesen haben.

    27. August 2014 8
  • : Kommentar: Der „Superprotect“-Streit in Wikipedia, oder: Souverän ist, wer über Root-Zugriff verfügt
    von Don-kun, CC-BY-SA-3.0
    Kommentar: Der „Superprotect“-Streit in Wikipedia, oder: Souverän ist, wer über Root-Zugriff verfügt

    Torsten Kleinz berichtet in einer Serie von Beiträgen bei heise.de über eine Auseinandersetzung zwischen Wikimedia Foundation und ehrenamtlichen Wikipedia Administratoren rund um die Implementierung des neuen Benutzerstatus „Superprotect“ in Wikipedias MediaWiki-Software. Durch die Einführung von „Superprotect“ versetzte sich die Wikimdia Foundation in die Lage, Änderungen wie einen neuen Medienviewer auch gegen den Widerstand von Administratoren in lokalen Länderversionen durchzusetzen. In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es inzwischen bereits einen längeren Wikipedia-Artikel zu „Wikipedia: Superschutz“ samt „Karikatur aus der Protestbewegung gegen Superschutz“.

    Wie auch Torsten Kleinz schreibt, geht es bei dem Streit um Superprotect um die grundsätzliche Frage des Verhältnisses zwischen Wikimedia Foundation und Freiwilligen-Community, die auch in Deutschland kürzlich zu einer Strategiedebatte und der Ablösung des Vorstands von Wikimedia Deutschland geführt hatte.

    Bis zu einem gewissen Grad ist der Streit in der Wikipedia aber sogar noch grundsätzlicher und exemplarisch für community-basierte, freie Projekte im Allgemeinen – vor allem, wenn sie erfolgreich sind und ihren Nutzerkreis über jenen der unmittelbar zum Projekt Beitragenden hinaus vergrößern (wollen). In solchen Fällen kommt es scheinbar zwangsläufig zu Konflikten darüber, ob die Bedürfnisse und Interessen der Kern-Community oder jene der (potentiellen) Nutzer im Vordergrund von Weiterentwicklungen stehen sollen. Im Bereich Freier und Open-Source-Software fiele beispielsweise Canonicals Linux-Distribution Ubuntu in diese Kategorie. Auch dort tobt eine heftige Auseinandersetzung um die neue Benutzeroberfläche „Unity“, die Ubuntu einsteigerfreundlicher machen sollte, viele Entwickler aber zur Schwesterdistribution Linux Mint abwandern ließ. Ganz allgemein ist das geringere Interesse von Open-Source-Entwicklern an Usability-Fragen sicher mit ein Grund, warum sich Linux am Desktop bis heute so schwer tut.

    Dementsprechend ist es kein Zufall, wenn die Hauptkonfliktlinien zwischen Wikimedia Foundation und Wikpedianern rund um Fragen von Usability, Design und ideologische Prinzipien verlaufen:

    • Bildfilter-Streit: Lesern sollte die Möglichkeit gegeben werden (Opt-in), einzelne Bilder, oder Bilder bestimmter Filterkategorien (z.B. Nacktbilder) auszublenden. Nach Protesten aus der Community liegt das Projekt derzeit auf Eis.
    • Visual Editor: Der Visual Editor erlaubt die Berarbeitung von Wiki-Seiten ohne Kenntnis der Wiki-Syntax entsprechend dem WYSIWYG-Prinzip und sollte vor allem Neulingen den Einstieg in Wikipedia erleichtern. Entgegen ursprünglichen Plänen ist der Visual Editor in Deutschland immer noch nicht die Standardbearbeitungsmethode, sondern muss explizit im Nutzeraccount freigeschalten werden, was aber natürlich gerade den Hauptzweck niedrigerer Einstiegshürden vereitelt.
    • Medienviewer: Wie beim Visual Editor geht es auch in dieser jüngsten Auseinandersetzung darum, ob der neue Medienviewer als Default zum Einsatz kommt oder im Nutzeraccount freigeschalten werden muss.

    Schickes Aussehen und Einsteigerfreundlichkeit sind für die erfahrensten und aktivsten Mitglieder der Wikipedia-Community von bestenfalls untergeordneter Bedeutung. Erlernte Kompetenzen und Gewöhnungseffekte von Intensivnutzern erschweren Neuerungen. So wie Linux-Cracks kein Problem mit Umwegen über die Kommandozeile haben, stört sie Wikisyntax nicht – eher im Gegenteil, es erlaubt schnelleres, präziseres und teilweise automatisiertes bearbeiten. Das erklärt wohl auch, warum die Wikipedia 2014 immer noch wie eine Webseite aus Ende der 1990er Jahre aussieht.

    Für die Wikimedia Foundation ist diese konservative Tendenz von zumindest signifikanten Teilen ihrer Kerncommunity die zentrale Herausforderung. Einerseits sollen bessere Software und neue Regeln Autorenschwund und mangelnde Diversität lindern helfen, andererseits gelingt es der Foundation bislang nur schlecht für Akzeptanz ihrer Maßnahmen unter bestehenden Administratoren zu sorgen.

    In der aktuellen Auseinandersetzung folgt die Einführung eines Superprotect-Status durch die Wikimedia Foundation einer Schmittschen Logik: Wenn Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet, dann bedeutet das im Kontext der Wikipedia also offensichtlich: Souverän ist, wer über Root-Zugriff verfügt.

    Die Folgen der Superprotect-Nutzung dokumentieren aber gut die Grenzen einer solchen Vorgehensweise in Community-basierten Projekten wie Wikipedia. Die Diskussion über den Medienviewer wurde mit der Maßnahme nicht beendet, sondern eskalierte zur Grundsatzdebatte. Streikende Administratoren versehen ihre Benutzerseiten mit einem Protestlogo und rechtfertigen eigene technologische Umgehungsstrategien mit Meinungsbildern zum Medienviewer.

    Bis zu einem gewissen Grad ist der Streit um Superprotect eine (weitere) Machtprobe zwischen Foundation und Community, die zeigt, dass sich das Problem divergierender Interessenlagen nicht mit roher technischer Gewalt wird lösen lassen. Es fehlt der Foundation einfach an Legitimität und der Rückgriff auf Root unterminiert diese Legitimität nur noch weiter. Vielleicht würde es stattdessen eher helfen, Wikipedia-Banner nicht nur zur Spendenakquise sondern auch verstärkt für (Usability-)Abstimmungen unter Wikipedianutzern einzusetzen.

    23. August 2014 41
  • Hack Back!: Ein Do-it-yourself-Guide für alle, die keine Geduld haben, auf Whistleblower zu warten
    Hacker. Nur echt mit Sturmhaube!
    Hack Back! Ein Do-it-yourself-Guide für alle, die keine Geduld haben, auf Whistleblower zu warten

    Ich schreibe das nicht, um anzugeben, was für ein cooler Hacker ich bin und welche krassen Fähigkeiten ich eingesetzt habe, um Gamma bloßzustellen. Ich schreibe das, um Hacken zu entmystifizieren und um zu zeigen wie einfach es ist. Und hoffentlich um euch zu informieren und zu inspirieren raus zu gehen und zu hacken.

    14. August 2014 25
  • : Demo-Party Evoke: „Kunst und Schönheit“ mit dem Computer, 2014
    Demo-Party Evoke: „Kunst und Schönheit“ mit dem Computer, 2014

    Am Wochenende fand in Köln die Demo-Party Evoke statt. Wikipedia:

    Die Demoszene (unter Insidern „Die Szene“) entwickelte sich unter Anhängern der Computerszene in den 1980er-Jahren während der Blütezeit der 8‑Bit-Systeme. Ihre Mitglieder, die häufig Demoszener oder einfach Szener genannt werden, erzeugen mit Computerprogrammen auf Rechnern so genannte Demos – Digitale Kunst, meist in Form von musikalisch unterlegten Echtzeit-Animationen.

    Die Gewinner der Competitions stehen auf dem Szeneportal pouët.net. Dort finden sich auch die Releases in Original.

    Anbei ein paar Highlights der Gewinner als YouTube-Version:

    Alternative Demo: rocket science by Bauknecht

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    PC 4k: dismantlement by BluFlame

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    PC 64k: hologram by mercury

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    PC Demo: Clichés

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    Einen Bericht der Veranstaltung gibt es von Gerald Himmelein auf heise online: Demo-Party Evoke 2014: Eine Party voller Einladungen

    Die Demo-Party Evoke 2014 in den Kölner Abenteuerhallen Kalk ging am frühen Sonntagnachmittag mit der Preisverleihung zu Ende. Über 470 Szener hatten 113 Beiträge in 12 Kategorien bewertet, von denen einige erst während der Veranstaltung fertig wurden.

    […]

    Dass die Evoke direkt vor der Spieleentwicklermesse Gamescom in Köln stattfindet, ist kein Zufall. Beide Veranstaltungen haben ähnliche Zielgruppen; viele „Szener“ arbeiten hauptberuflich als Spieleentwickler. Frisches Blut stellt auf der Party mit Beiträgen sein Können unter Beweis und erschließt neue Kontakte, die zu einer Karriere als Spieleprogrammierer führen können.

    12. August 2014 2
  • : Wardriving war gestern: Katze scannt offene WLANs (mit Video vom Talk)
    Wardriving war gestern: Katze scannt offene WLANs (mit Video vom Talk)

    cat-hack-02Catcontent mal anders: Siam-Katze „Coco“ scannte jüngst unbewusst die Nachbarschaft ihres Herrchens Gene Bransfield (@gbransfield) in einem Vorort von Washington DC nach offenen WLANs und fand dabei eine überraschende Anzahl komplett offener oder nur durch leicht zu knackende WEP-Schlüssel geschützte Funknetze.

    Wie Bransfield gerade in seinem Vortrag auf der DEF CON in Las Vegas berichtete, hat er ein spezielles Halsband namens „WarKitteh“ entwickelt, das er seiner Katze um den Hals legte, bevor sie sich in seinem Kiez auf Mäusejagd machte. Trotz des etwas reißerischen Titels des Talks – „How To Weaponize Your Pets“ (Wie Du Deine Haustiere in Waffen verwandeln kannst) – ist Bransfields Ziel durchaus friedlich: Er möchte mit seinem Hack darauf hinweisen, wie gefährlich schlecht gesicherte Funknetze sind.

    Das stimmt sicher, insbesondere wenn die Betreiber ihre Netze aus Versehen öffnen/unzureichend sichern und darüber außerdem offene Dienste betreiben, etwa Datei-Freigaben ohne Passwort. Andererseits wäre es wünschenswert, dass möglichst viele Menschen (auch) offene Netze betreiben – aber natürlich besser in einem eigenen VLAN, wenigstens logisch getrennt vom privat genutzten Netzwerk. In den USA ist das Teilen des Internet-Zugangs auch kein Problem, weil es dort de facto keine Störerhaftung gibt.

    In diesem Internet gibt es auch ein Video von Bransfields Talk mit demselben Titel bei den „Shmoocon Firesides 2014″, in dem er auch noch andere Hacks wie den „Denial of Service Dog“ vorstellt. Der Timestamp-Link geht beim Embedding gerade nicht, der spannende Teil beginnt bei 1h25m14s (Youtube-Link mit Timestamp).

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    9. August 2014 2
  • : Golem.de startet werbefreies Abomodell mit „Golem pur“
    Golem.de startet werbefreies Abomodell mit „Golem pur“

    sp_107827-83627-i_rcVor über einem Jahr haben wir hier über die Weiterentwicklung und Finanzierung unserer Arbeit diskutiert. Dabei haben wir diverse Möglichkeiten vorgestellt, wie sich Online-Journalismus abseits der klassischen Online-Werbung finanzieren könnte. Eine Möglichkeit war eine „Freemium-Service werbefreie Seite“. Wir haben das nicht gemacht, weil das technisch etwas aufwändig ist und unsere Kapazitäten gesprengt hätte. Es machte einfach keinen Sinn, mit unseren kleinen Redaktion ein aufwändiges System dafür zu entwickeln. Wir haben uns für das Modell der freiwilligen Leserfinanzierung entschieden, wo unser Output allen offen zur Verfügung steht.

    Golem.de ist alleine von den Festangestellten her fast zehnmal größer als wir und probiert einen Freemium-Service jetzt aus. Mit „Golem pur“ gibt es ein werbefreies Abomodell, das ohne Werbung, Tracking oder Profilbildung auskommt und „zusätzliche Komfortfunktionen für Seitenlayout und Technik bietet, die das Lesen und Videoschauen bei Golem.de bequemer machen.“ Ab 2,50 Euro ist man im Monat dabei. Wir wünschen der Redaktion viel Erfolg bei dem Experiment und sind auf Ergebnisse gespannt.

    Wir sind bereits für alle Leserinnen und Leser Werbe-Tracking-frei auf netzpolitik.org und freuen uns auch weiterhin über freiwillige Abos, die als Spenden auch von der Steuer absetzbar sind, um unser Angebot weiter zu finanzieren und auch ausbauen zu können.

    4. August 2014 8
  • : Nicht nur Facebook experimentiert mit Nutzern: Auch OkCupid manipuliert Ergebnisse
    Nicht nur Facebook experimentiert mit Nutzern: Auch OkCupid manipuliert Ergebnisse

    Die Partnerbörse OkCupid experimentiert mit ihren Algorithmen und den Menschen, die damit die Hoffnung auf eine neue Liebe verbinden. Das hat der Mitgründer der Plattform Christian Rudder in einem Blogpost offenbart:

    I’m the first to admit it: we might be popular, we might create a lot of great relationships, we might blah blah blah. But OkCupid doesn’t really know what it’s doing. Neither does any other website.

    In einer der letzten Folgen von How-To-Analyze Everyone hatten wir noch auf den angeblichen Matching-Algorithmus von OkCupid Bezug genommen, der vorgab anhand der Übereinstimmung bei beantworteten Fragen und gesetzter Präferenzen zu ermitteln, wie gut Teilnehmer zusammenpassen. Doch in manchen Fällen, so stellte sich heraus, war der Übereinstimmungswert reine Fiktion und Menschen mit niedrigen Matching-Punktzahlen wurde stattdessen ein hoher Wert vorgespielt:

    [I]n the back of our minds, there’s always been the possibility: maybe it works just because we tell people it does. Maybe people just like each other because they think they’re supposed to?

    Das Ergebnis: Suggestion spielt eine große Rolle, aber dennoch ist die Erfolgswahrscheinlichkeit bei zuvor ermitteltem hohem Matching-Wert am höchsten.

    Rudder reagiert mit dem Eingeständnis Werte manipuliert zu haben auf den Aufschrei, der im Zuge des Facebook-Experiments erfolgt war. Das Soziale Netzwerk hatte zugegeben, die Newsfeeds von einigen Nutzern manipuliert zu haben, um herauszufinden ob sich die Stimmung eines Nutzers auf andere überträgt. Manchen wurden mehr positiv gestimmte, anderen negative Beiträge angezeigt. Man fand heraus, dass das eigene Postingverhalten tatsächlich in Zusammenhang mit dem anderer stehe.

    Mit einem hat Rudder in Bezug auf Auswertungsalgorithmen und Co. recht:

    It’s not like people have been building these things for very long, or you can go look up a blueprint or something. Most ideas are bad. Even good ideas could be better. Experiments are how you sort all this out.

    Wie weit man bei solchen Experimenten gehen darf, muss jedoch diskutiert werden. Die Medienwissenschaftlerin Danah Boyd hatte bezogen auf das Facebook-Experiment die Möglichkeit in den Raum gestellt, Ethikbeiräte zu besetzen, die ein geplantes Experiment vor seiner Durchführung bewerten sollen.

    29. Juli 2014 5
  • : Twitter-Missverständnis im Porno-Sommerloch: Johannes Kahrs vs. Tagesspiegel
    CC-BY-SA <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Johannes_Kahrs?uselang=de#mediaviewer/File:Johannes_Kahrs_Dezember_2008.jpg">Cosmicgirl</a>
    Twitter-Missverständnis im Porno-Sommerloch: Johannes Kahrs vs. Tagesspiegel

    Der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs nutzt seit längerem fleissig Twitter. Das bekam aber kaum jemand mit, weil er nur rund 5000 Follower hat. Bis dann gestern der Tagesspiegel mitten im Sommerloch mit der Story „Porno im Kurznachrichtendienst“ raus kam. Der Vorwurf an Kahrs, Beauftragter der Fraktion für die Belange von Schwulen und Lesben, war die Verbreitung von Pornographie über seinen Twitter-Account.

    Kundige Twitter-Nutzer mussten erstmal mehrfach hinsehen, um den Tatvorwurf zu rekonstruieren. Bei Twitter folgt man anderen Accounts und man sendet selbst. Der Vorwurf an Kahrs war nicht, dass er selbst Pornographie twittert, also sendet, sondern dass er Accounts folgt, die Pornographie senden (hier an ihn). Soweit so langweilig. Nun gibt es noch die weithin ungenutzte Funktion bei Twitter, sich die Timeline anderer öffentlicher Accounts anschauen zu können. Dazu muss man aber erstmal selbst eingeloggt sein. Aber Hand aufs Herz: Wer möchte schon die Timeline von Politikern lesen, die sich vor allem erstmal in einem Parteikosmos bewegen?

    Der Tagesspiegel aber hatte das gemacht, möglicherweise bekam er einen Tip von einem Kahrs-Fan. Dieser ist aufgrund seiner Machtpolitik innerhalb der SPD nicht unumstritten, wie ein Artikel aus der FAZ von 2009 schön beschreibt: Das System Johannes Kahrs.

    Kahrs selbst erklärte in einer ersten Reaktion gegenüber dem Tagesspiegel, dass ihm das nicht aufgefallen sei:

    „Ich folge Gott und der Welt.“ Auf die Frage, ob darunter auch Accounts mit pornografischen Inhalten seien, sagt er: „Kann sein. Ich muss mal nachgucken. Es ist mir noch nicht aufgefallen.“ Wenn es Ärger mache oder Probleme gehe, dann lösche er das wieder. Aber so richtig versteht er die Frage nicht: „Ich finde es nicht wirklich aufregend.“ Wenige Minuten nach einer Anfrage des Tagesspiegels bei der Pressestelle der SPD-Bundestagsfraktion ruft Kahrs vom Handy aus an. Er habe die Liste der von ihm gefolgten Personen bisher „echt noch nicht durchgescrollt“. Einige der Accounts seien „wirklich ein bisschen komisch“ gewesen, gibt er zu.

    Nun folgt Kahrs knapp über 1300 Accounts. Als regelmäßiger Twitter-Nutzer mit über 27.000 abgesendeten Tweets ist die Ausrede „Die Pornographie in der Timeline ist mir nicht aufgefallen“ nun fast die blödeste, die einem einfallen kann. Direkt dazu stehen wäre sicher besser gewesen, aber wer weiß, wie man in einem solchen Fall selbst reagiert hätte.

    Auf Twitter startete dann ein Shitstorm gegen den Tagesspiegel und seinen Mitarbeiter Matthias Meisner, der am Anfang vor allem von SPD-Sympathisanten vorgetragen wurde. Der Vorwurf: Prüderie, ein Weltbild der 50er Jahre, außerdem durch die Blume Schwulenfeindlichkeit und der Vorwurf der Pädophilie.

    Paul Wrusch fasste in der TAZ die Kritik auf Twitter in einem Beitrag zusammen: „Tagesspiegel“ diffamiert SPD-Politiker – Igitt, Männerärsche!

    Das ist nur prüde, der Text ist zudem schlicht diffamierend: „Die abgebildeten Personen sind fast alle Jahrzehnte jünger als Kahrs. Ob sie bereits volljährig sind, lässt sich nicht immer mit Sicherheit sagen“, schreibt Meisner. Alles Spekulation. Aber klar, schwuler Mann guckt sich Bilder von nackten jüngeren Männern an. Obacht, Pädoalarm!
    Es sind Stereotype, die im Jahr 2014 eigentlich überwunden schienen. Doch Meisner ist in den 50er Jahren hängengeblieben.

    Daraufhin legte der Tagesspiegel nochmal nach, um sich und seine Position zu verteidigen: Warum der Account von Johannes Kahrs keine Privatsache ist.

    Es ist dieser Mangel an Sensibilität in einem Bereich, der unter anderem durch das Gesetz eingeschränkt wird. […] Denn das, was viele Menschen als privat begreifen und deshalb dessen Abgrenzung zum Öffentlichen gut heißen, wird bei Kahrs drastisch und ungeschützt über einen Bundestagsbüro-Account abgebildet. Auch Bundestagsabgeordnete dürfen sich Pornos anschauen. Darum geht es nicht. Aber alle, die jetzt so darauf pochen, das sei doch Privatsache, sollten bitten darüber nachdenken: Sollte es dann nicht auch im Privaten bleiben?

    Letztendlich ist das wahrscheinlich alles ein großes Missverständnis im Sommerloch:

    Johannes Kahrs wollte vielleicht nur etwas Auflockerung in seiner Twitter-Timeline, immerhin kann diese in einem Parteikosmos auch ermüdend sein. Er übersah allerdings, dass andere (theoretisch) sehen können, was er da sieht. Hätte er das gewusst, hätte er sich vielleicht einen Privaten-Account zugelegt. Das Phänomen kennt man aus Sozialen Medien: Oftmals ist es Nutzern nicht bewusst, was jetzt auf privat und öffentlich gestellt ist.

    Und der Tagesspiegel denkt immer noch, nur weil jemand bestimmten Accounts folgt, würde man dadurch Pornographie zugänglich machen und hat nicht verstanden, dass diese eher versteckte Twitter-Funktion kaum jemand nutzt. Und: Welche Kinder und Jugendlichen wollen sich freiwillig durch die Timeline eines fast 50-jährigen SPD-Bundestagsabgeordneten lesen?

    29. Juli 2014 26
  • : Nominierung bei den LeadAwards
    Nominierung bei den LeadAwards

    lead_awardVor einem Monat haben wir uns über den Gewinn eines Grimme-Online-Awards in der Kategorie Spezial gefreut. Jetzt sind wir bereits wieder für etwas nominiert worden: Die LeadAwards bezeichnen sich als “Deutschlands führende Auszeichnung für Fotografie, Medien und visuelle Kommunikation” und in der Zeitungs- und Zeitschriftenwelt ist der Preis sehr beliebt.

    Zum dritten Mal dabei

    Wir waren 2007 das erste Mal in der Kategorie „Weblog des Jahres“ nominiert, 2010 haben wir sogar in dieser Kategorie Silber-Urkunde geschenkt bekommen und jetzt wurden wir dieses Jahr in der neuen Kategorie „Independent des Jahres“ nominiert.

    Das freut uns und wir sind gespannt, wann die Einladung zur Preisverleihung kommt und ob wir dieses Jahr wieder eine neue Urkunde für unsere kleine Sammlung bekommen.

    25. Juli 2014
  • : #OKFest14 – 6 Projekte über Geld, Politik and Transparenz
    Fast alle ungarischen Parteien waren "überfinanziert".
    #OKFest14 – 6 Projekte über Geld, Politik and Transparenz

    Einer der zahlreichen Workshops auf dem Open Knowledge Festival 2014 (hier Infos zu den Keynotes Tag 1 und Tag 2) behandelte das Thema „Money, Politics and Transparency“ und wurde federführend von der Sunlight Foundation organisiert. Sechs Aktivistinnen und Aktivisten stellten Transparenz-Initiativen aus ihren Ländern vor. Die Grundannahme dabei: Information bedeutet Macht. Oder besser gesagt asymmetrische Information bedeutet Macht, besonders in der Politik. In vielen Ländern ist Parteienfinanzierung ein sehr obskures Thema und somit ist mitunter Kreativität gefragt um für Offenheit zu sorgen. Da die Projekte ganz spannend sind, wollen wir sie euch nicht vorenthalten und hier kurz vorstellen. Alle Notizen zum Workshop sind auch im Pad einsehbar.

    od-beta-tealduka1) „Open Duka ist ein Projekt in Kenia, finanziert durch das Open Institute, das Daten über kenianische Politik frei zugänglich bereitstellt. „Duka“ bedeutet auf deutsch Geschäft oder Laden, das heißt, alle dürfen sich an den Daten frei bedienen. Das Projekt sammelt Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Gerichtsverfahren, Informationen über Unternehmen, Anteilseignerstrukturen und das öffentliche Beschaffungswesen. Zusammen sollen so die Beziehungen zwischen Wirtschaft und Politik offengelegt und korrupte Strukturen sichtbar gemacht werden. Die Informationen sollen BürgerInnen, AktivistInnen und JournalistInnen helfen, die Machtstrukturen des Landes zu erkennen und besser zu verstehen.  Über eine API können andere NGOs und Transparenz-Initiativen die Daten für ihre Anwendungen nutzen. Ein Video erklärt die Strategie des Projekts ganz gut.

    2) „Képmutatás bedeutet Heuchelei auf ungarisch, ist aber auch der Name eines Projekts das maßgeblich von Transparency International Ungarn unterstützt wird. Ziel ist es, die Partei- und Wahlkampffinanzierung in Ungarn transparent zu machen. Den Erkenntnissen nach geben fast alle ungarischen Parteien mehr Geld aus als ihnen rechtlich erlaubt ist, teilweise aus dubiosen Quellen. Da es nur unzureichende öffentliche Informationen gibt, wurden auch Daten von Werbefirmen gekauft, um ein möglichst umfassendes Bild der Ausgaben zu bekommen.

    3) „Wiederaufbau des Staates ist ein tschechisches Programm, das sich der Förderung von Anti-Korruptions-Gesetzen verschrieben hat. Die Abgeordneten des Parlaments wurden aufgefordert ein öffentliches Versprechen für Transparenz abzugeben, eine Mehrheit hat das bisher auch getan. Das Projekt gibt dann Abstimmungsempfehlungen zu einzelnen Gesetzesinitiativen und beobachtet dann das rekonstructionAbstimmungsverhalten. So ist leicht einsehbar, wer sein Versprechen für mehr Transparenz hält – und wer nicht. Eins der neun vorgeschlagenen Anti-Korruptionsgesetze wurde bisher verabschiedet.

    sunlight foundation4) DerInfluence Explorer der Sunlight Foundation ist eine umfassende Datenbank über die Finanzierung von Wahlkampagnen und Kandidaten in den USA. Spenden, teilweise auch aus dem Ausland, werden detailliert aufgedröselt und sind nach Partei, Kandidat, Ausschuss usw. durchsuchbar. Die Daten stammen von verschiedenen Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen. Der Mehrwert des Influence Explorers ist die Integration der verschiedenen Datenquellen, die einfache Handhabung und die Bereitstellung einer API. Die Sunlight Foundation bietet noch eine Vielzahl weiterer Transparenz-Tools an.

    wer finanziert dich5) „Inspector de Intereses, sinngemäß etwa der „Interessenprüfer“ ist eine chilenische Kampagne, die auf einer einfachen Idee beruht: da es keine offiziellen Informationen über die Wahlkampffinanzierung gibt, wurden die Kandidatinnen und Kandidaten ganz einfach gefragt: „Wer finanziert dich?“ Nicht alle KandidatInnen antworteten darauf, besonders die Spitzenkandiatinnen schwiegen. Aber auch dieses Nicht-Wissen kann eine relevante Information sein. So kann der Wählerschaft zumindest bewusst gemacht werden, dass nicht bekannt ist, welche Interessen hinter welchen KandidatInnen stecken. Und man kann nachhaken („Warum verheimlichen Sie eigentlich Ihre Spenden?“ ) und so öffentlichen Druck erzeugen.

    ti georgia6) Transparency International Georgien hat ein Projekt zur Beobachtung und Offenlegung des Missbrauchs öffentlicher Mittel initiiert. Dabei wird mit JournalistInnen und RegierungsmitarbeiterInnen zusammengearbeitet. Besonderer Fokus war die Parlamentswahl 2012, zu der ein Bericht veröffentlicht wurde. Auch hier wird versucht die Beziehungen und Geldflüsse zwischen Regierung und Privatwirtschaft sichtbar zu machen. Durch die Veröffentlichung soll insbesondere den Amtsinhabern der Missbrauch staatlicher Gelder im Wahlkampf erschwert werden.

    23. Juli 2014
  • : Open Knowledge Festival 2014 – „Offen alleine genügt nicht“
    Open Knowledge Festival 2014 – „Offen alleine genügt nicht“

    Letzte Woche stand das Gelände der Kulturbrauerei in Berlin ganz im Zeichen der „Offenheit“ und des freien Wissens. Die Auftakt-Keynotes vom ersten Tag des Open Knowledge Festival 2014 haben wir schon zusammengefasst. Der zweite Tag begann wieder mit zwei zentralen Vorträgen, einerseits eine Rede von Neelie Kroes (EU-Kommissarin für die Digitale Agenda), anderseits eine Präsentation von Eric Hysen von Google, dort Technical Program Manager für „Civic Innovation“.

    Eine offene Umarmung

    Kroes’ Rede kann als ein eher unspezifischer Rundumschlag gesehen werden (hier das Skript). Sie streifte alle Themen kurz, von Transparenz über Netzneutralität bis zu Open Education und dem unvermeidlichen Big Data. Meist blieb es bei der Nennung der Schlagwörter ohne konkrete Thesen oder Vorschläge zu formulieren. Sie wollte die Gelegenheit nutzen, um der versammelten Open Knowledge Community schmeicheln, was ihr auch ganz gut gelang: Zum Schluss gab es sogar vereinzelt stehende Ovationen. Dass Kroes nur wenige inhaltliche Punkte ansprach ist zum aktuellen Zeitpunkt auch verständlich, denn die noch amtierende Vizepräsidentin der EU Kommission arbeitet momentan auf Abruf. Die Zusammensetzung der neuen Kommission Juncker wird gerade ausgeschachert und noch weiß niemand genau welche Rolle für wen vorgesehen ist.Foto Neelie Kroes

    Besonders betonte Kroes, dass sie sich eine große Beteiligung an der öffentlichen Konsultation der EU-Kommission zum Thema Wissenschaft 2.0 wünscht. Die Konsultationsphase läuft bis Ende September und soll die Grundlage für eine offenere und partizipationsfreudigere Wissenschaftspolitik legen. Hier findet man den Fragebogen und alle Informationen, wie man sich beteiligen kann.

    Kroes nahm ihre Keynote auch zum Anlass, am selben Tag neue Leitlinien für die Lizensierung von Behördendaten zu veröffentlichen. Diese sollen die schleppende Umsetzung der sogenannten PSI-Richtlinie (Richtlinie 2003/98/EG über die „Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors“) unterstützen. Die EU-Kommission empfiehlt den Mitgliedsstaaten in dem Leitfaden entweder gar keine oder eine möglichst freie und offene Lizensierung, damit das Potenzial der öffentlichen Daten für alle Möglichkeiten der Weiterverarbeitung optimal ausgeschöpft werden kann. Öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Bibliotheken, Museen oder Archiven, wird auch empfohlen keine Gebühren für digitale Dokumente zu erheben. Der Leitfaden greift die Ergebnisse der Open-Data-Konsultation aus dem letzten Jahr auf.

    Straßen für offene Daten

    Mehr Substanz bot die zweite Keynote von Eric Hysen: gut vorbereitet und mit einer schicken Präsentation im Gepäck, formulierte er drei zentrale Punkte zum Thema Open Data (Vortragstext hier). Seine Kernthese: offene Daten haben ein riesiges Potenzial, aber wir schöpfen es noch nicht aus, weil die nötige öffentliche Infrastruktur fehlt. Aus Googles Perspektive gelte es demnach Folgendes zu realisieren:

    • Daten müssen nicht nur offen, sondern auch klar strukturiert, lizensiert und regelmäßig aktualisiert werden. „Offen alleine genügt nicht“, brachte er sein Anliegen auf den Punkt.
    • Datensätze müssen miteinander verknüpfbar sein. Bisher sei die Programmierung von Schnittstellen oft viel zu kompliziert.
    • Für die nachhaltige Weiterentwicklung und ‑verarbeitung von offenen Daten müssen „Ökosysteme“ geschaffen werden. Die x‑te Hackerkonferenz zu organisieren, ermöglicht kein nachhaltiges Arbeiten.

    Der Vortrag, wie auch der zuvor, drehte sich um die Erschließung von Geschäftsmodellen auf Basis offener Daten. Die konkreten Forderungen waren durchdacht und auch durchaus berechtigt. Wenn sich Open Data weiter verbreiten soll, scheint es sinnvoll, dass sich auch die Strukturen weiter professionalisieren. Hysen wählte dafür die Analogie zum Straßenverkehr: wenn es hochentwickelte Kutschen gibt, aber keine Straßen, auf denen sie fahren können, bleibt der tatsächliche Nutzen der Kutsche hinter ihrem potenziellen Nutzen weit zurück. Wir brauchen also mehr Straßen, mit klaren Regeln und Standards, für offene Daten.Foto 4

    Dass das Unternehmen Google daran ein gesteigertes Interesse hat liegt auf der Hand. Aber auch kleine Initiativen könnten leichter arbeiten, wenn alle Behörden zum Beispiel klar lizensierte, offene Datenbanken bereitstellen würden, anstatt einzelner PDF-Dokumente. Die Fundamentalkritik aus der FAZ halte ich so gesehen für überzogen.

    Google sponsert bereitwillige alle möglichen Konferenzen und Initiativen – klar ist das geschickte Unternehmenskommunikation. Aber sie schließen damit auch eine Finanzierungslücke, weil öffentliche Gelder für viele der Projekte nicht zur Verfügung stehen. Mein Eindruck vor Ort war jedenfalls, dass sich die anwesenden Aktivistinnen und Aktivisten aus der ganzen Welt eine kritische Distanz bewahren. Das wurde auch in vielen der anwendungsorientierten Workshops deutlich. Außerdem richten sich Hysens Forderungen gar nicht ausschließlich an die Open Data Community, sondern an alle Akteure, gerade auch die öffentlichen bzw. staatlichen. Denn sie sollen schließlich den Großteil der offenen Daten liefern. Keiner der Beteiligten wird alleine eine allgemeine Infrastruktur für offene Daten etablieren können. Wir müssen aber aufpassen, dass der stärkste Spieler im Raum die anderen nicht vereinnahmt.

    21. Juli 2014
  • : Alles im Überblick haben: Unser neues Design nochmal erklärt
    Alles im Überblick haben: Unser neues Design nochmal erklärt

    14 Tage | netzpolitik.org 2014-07-21 12-46-35Seit drei Wochen gibt es jetzt unser neues Design. Und da wir immer noch Anfragen bekommen, wie man jetzt alles im Überblick halten kann, gebe ich nochmal eine kurze Hilfestellung. Es gibt die drei Top-Meldungen, die wir händisch einstellen müssen (und wo wir uns auch erstmal and ie Nutzung gewöhnen müssen). Es gibt die chronologische Reihenfolge der Artikel darunter und neu noch dazu die Kurzmeldungen in der Box rechts neben den Top-Meldungen.

    Wie immer gilt: Unser RSS-Feed bleibt offen und gibt den perfekten chronologischen Überblick. Wir experimentieren da aber demnächst mal mit einem Werbebanner herum. Für den RSS-Feed braucht man einen RSS-Reader.

    Jetzt neu: Der chronologische 14-Tage-Überblick.

    Ganz neu und noch etwas versteckt (Rechts oben mit der Maus in der Navigation auf „Über Netzpolitik“ gehen) ist unser 14-Tage-Überblick. Alle Headlines gibt es dort in der chronologischen Reihenfolge. Man kann sich auch diese Adresse bookmarken. Möglicherweise weisen wir demnächst darauf nochmal zentraler und offensichtlicher hin.

    Neu sind ja auch die Kurzmeldungen, die explizit nicht in den Artikeln unter den Top-Meldungen auftauchen, aber ebenfalls im RSS-Feed und im 14-Tages-Überblick zu finden sind.

    Unsere Inhalte anderswo:

    Weiterhin finden sich die meisten Überschriften und Links auch in meinem Twitterfeed. Ebenfalls regelmäßig packen wir diese auf Facebook und Google+.

    Es sind immer noch kleine Stellschrauben zu drehen, aber wir sind bisher vom Relaunch sehr erfreut. Endlich mal ein zeitgemäßes Design, was unsere Inhalte besser verpackt.

    21. Juli 2014 8
  • : MediathekView 7 erschienen – Inhalte aus Mediatheken befreien
    MediathekView 7 erschienen – Inhalte aus Mediatheken befreien

    Filme_Maus_1MediathekView ist momentan das einzige gut zu gebrauchende Tool auf allen gängigen Desktop-Plattformen (Win, Mac, Linux), um Inhalte aus Mediatheken herunter zu laden und damit auch das Depublizieren durch die unsinnige 7‑Tages-Regel zu umgehen.

    Vergangene Woche ist Version 7 erschienen.

    Das Programm durchsucht die Mediatheken verschiedener öffentlich-rechtlicher Sender (3Sat, ARD, ARTE, KiKa, MDR, ORF, SRF, ZDF etc.), lädt Beiträge daraus herunter oder spielt diese ab (mit VLC Media Player oder mit einem Programm eigener Wahl). Es können auch Sendereihen/Serien abonniert werden.

    21. Juli 2014 67
  • : Jetzt neu: Stellenanzeigen bei netzpolitik.org
    Jetzt neu: Stellenanzeigen bei netzpolitik.org

    logo-left1Bei uns gibt es jetzt Stellenanzeigen in der rechten Spalte, die auf der Startseite und allen Artikelseiten sichtbar sind. Damit probieren wir eine weitere Refinanzierungsmöglichkeit aus, denn es gibt ja immer mehr Jobs rund um die Themen in diesem Blog. Außerdem gibt es im befreundeten Umfeld immer wieder Stellenausschreibungen, die für unsere Leserinnern und Leser relevant sein könnten und die wir dann kostenlos hier unterbringen. Gerade im Angebot ist auch ein Praktikumsplatz für den Herbst bei uns in Berlin. Und EDRi sucht in Brüssel einen EU Advocacy Manager.

    Stellenanzeige buchen

    netzpolitik.org erreicht täglich bis zu 40.000 Leserinnen und Leser, die sich für Netzpolitik, sowie generell für Technologie und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik interessieren. Wir haben zahlreiche Leserinnen und Leser, die sowohl in der IT-Branche als auch in Medien und Politik arbeiten. Der Rest arbeitet wahrscheinlich woanders – oder gar nicht. Wir erreichen dabei sicher auch viele derjenigen, die im Marketing gerne “Entscheider, Multiplikatoren und Meinungsführer” genannt werden.

    Eine Stellenanzeige bei uns hilft Ihnen und Ihrem Jobangebot, das richtige Publikum für viele passende Arbeitsplätze zu finden. Unsere Stellenanzeigen sind limitiert: Es werden nie mehr als vier Stellenanzeigen parallel geschaltet und diese sind auf der Startseite sowie auf allen Artikel-Seiten sichtbar.

    Eine Stellenanzeige kostet zum Einführungspreis 300 Euro pro Woche, 500 Euro für zwei Wochen oder 800 Euro pro Monat. Alle Preise sind zzgl. Umsatzsteuer.

    Kontakt: werbung (ett) netzpolitik.org.

    15. Juli 2014 6
  • : Der O2-Vorteil – Jetzt auch mit Flatrate-Drossel
    Der O2-Vorteil – Jetzt auch mit Flatrate-Drossel

    o2_drossel-c383bf1833fbb03dDas Telekommunikationsunternehmen O2 bietet seinen Kunden jetzt auch eine Flatrate mit Drossel an. Im Gegensatz zur Deutschen Telekom verbindet man dies (noch nicht) mit einer Verletzung der Netzneutralität. Kommuniziert wird die Drosselung der Flatrate als „Fair-Use-Vorteil“. Warum auch immer, das geht jetzt etwas nach hinten los. Immerhin spricht man immer noch von einer Flatrate und das ist Verbraucher-Täuschung: „Mit dem Fair-Use-Vorteil ermöglichen wir Flatrate-Surfen für alle.“

    Das Procedere ist etwas kompliziert: Die Drosselung soll erst auftreten, wenn mehrere Monate hintereinander mehr als 300 GB pro Monat erreicht worden sind. Und dann soll man mehr zahlen können, um quasi weiterhin eine Flatrate nicht nur auf Papier und im Vertragsnamen sondern auch in der Realität zu haben. Lustig ist übrigens das Werbebild, womit die Drosselung kommuniziert wird: Wie schafft es die Marketingabteilung, in drei Balken unterschiedliche Längen für 21 GB zu bekommen?

    Die Deutsche Telekom machte sich im vergangenen Jahr einen Namen als Drosselkom als sie ankündigte, zukünftig ab 75 GB bei einer 16 MB/s Flatrate auf 90er-Geschwindigkeit zu drosseln, aber eigene und Partnerangebot weiterhin bei voller Geschwindigkeit durchlassen zu wollen. Das ist eindeutig eine angekündigte Verletzung der Netzneutralität und die Ankündigung eines Zweiklassen-Netzes durch Überholspuren für zahlungskräftige Partner (bzw. eine Bevorteilung der eigenen Produkte). O2 hat das zumindest nicht angekündigt.

    9. Juli 2014 5
  • : Ägyptische Blogger im Gefängnis – eine emotionale Erzählung über Schmerz, Liebe und Hoffnung
    Ägyptische Blogger im Gefängnis – eine emotionale Erzählung über Schmerz, Liebe und Hoffnung

    10462452_10152495748904454_337952488836609764_n-600x600_sanaaDieser Beitrag wurde ursprünglich auf Arabisch von Mona Seif geschrieben. Ihr Bruder Alaa Abd El Fattah sitzt momentan eine 15-jährige Haftstrafe wegen Teilnahme an einer Demonstration ab. Ihre Schwester Sanaa Seif ist auch im Gefängnis, ihr steht ein Gerichtsverfahren bevor, weil sie an einer Demonstration gegen ein umstrittenes ägyptisches Gesetz teilgenommen hat, das Demonstrationen verbietet. Wir haben die englische Version ihres Blogposts von Amira Al Hussaini, der vom Schmerz, der Liebe und der Hoffnung ihrer Familie erzählt, hier auf Deutsch übersetzt.

    Als Kind war der Tod die größte Angst, die ich hatte.

    Ich hatte viele Alpträume. Die Vorstellung meines Todes jagte mich, und ich weinte mir die Augen aus, während ich allein im Bett lag. Meine Mutter sagte mir, dass es meiner Tante genauso gegangen war, als sie noch ein Kind war. Meine Mutter hat diese Angst von mir und meiner Tante nie verstanden, aber sie war immer diejenige, die uns half damit umzugehen. Als ich mit meiner Tante darüber sprach, erzählte sie mir, dass sich ihre Angst vor dem Tod durch die Geburt ihrer Kinder verändert hat. Ich habe ihre Worte nicht verstanden, bis ich meine Gefühle für Sanaa begriff. Sie ist meine jüngste Schwester, größer als ich und die wunderbarste Person in meinem Leben.

    Als meine Mutter mit Sanaa schwanger war, fragte sie mich, ob ich lieber eine Schwester oder einen Bruder möchte. Es war eine schwierige Entscheidung für eine Achtjährige, vor allem, weil ich zwischen der Vorstellung, eine Schwester zu haben und damit ein Stockbett zu bekommen, in dem ich oben schlafen könnte, und der Vorstellung einen jüngeren Bruder zu haben, der wiederum meinen älteren Bruder würde ärgern können, hin und her gerissen war. Nach einer langen Zeit der Verwirrung, beschloss ich, dass ich Sanaa wollte und nicht Yousif, oder viel mehr, dass ich lieber ein Stockbett wollte und dafür einen anderen Wegen suchen würde um Alaa zu ärgern.

    Ich erinnere mich an den Tag, als sie geboren wurde.

    Unsere Verwandte Azza weckte Alaa und mich auf, um uns für die Schule fertig zu machen. Wir wussten, dass unsere Mutter um Mitternacht für die Geburt ins Krankenhaus gefahren war. Wir gingen wie in Trance zur Schule, sprangen durch den Schulhof, und Alaa rief allen zu: „Meine Schwester ist da“.

    Nach der Schule nahmen wir den Bus und rannten von der Bushaltestelle bis nach Hause um die Wette. Wir betraten das Zimmer meiner Mutter, die ruhig lächelnd ein kleines Geschöpf im Arm hielt. Wir beugten uns über sie, um Sanaa genauer betrachten zu können. Sie antwortete mit einem schwachen: „Aaaaaa“. Alaa lachte und sagte „Armes Ding! Sie kann nicht mal schreien“, was Sanaa dazu veranlasste in einer Art und Weise zu kreischen, die uns kurz einen Schritt zurücktreten ließ, bevor wir vor Lachen zusammenbrachen.

    So ist Sanaa. Sie vermittelt dir den Eindruck, dass sie zu schwach ist und sich nicht durchsetzen kann. Und plötzlich überrascht sie dich mit etwas, darunter auch Dinge, die du selbst nie tun könntest. Ich erinnere mich an den Tag, als wir nach dem Kabinettsvorfall zum Untersuchungsrichter fuhren, um nach unserer Verhaftung und Belästigung dort unsere Aussagen zu machen. Für alle, die uns kannten, war klar, dass ich diejenige sein würde, die sich an Aussagen, Informationen und Details erinnert, und die sich auf alles konzentrieren würde, während Sanaa diejenige war, die in ihrer eigenen Fantasiewelt lebte, und Namen und Details vergessen würde. An diesem Tag hat sie mich wieder überrascht. Ich begann zu erzählen, was passiert war – Gefühle, Namen und Beschreibungen der Menschen, die vor Ort waren. Mir wurde dann erklärt, dass das alles irrelevant sei und dass ich Beschreibungen präsentieren soll, die helfen würden, die Leute zu finden, die uns belästigt hatten. Ich verwende immer automatisch einen der Überlebenstricks, die das tägliche Leben mit Belästigungen auf der Straßen mit sich bringt: ich versuche die Gesichter und Merkmale all dieser Menschen, vor denen ich Angst habe und die mich bedrohen, zu verwischen.

    Sanaa hingegen, meine Schwester, die alle Brücken in Kairo als Tharwat Brücke bezeichnet (weil es der einzige Brückenname ist, den sie kennt), setzte sich vor den Richter und gab ihm eine detaillierte Beschreibung all jener, die uns angegriffen hatten und aller Personen die gemeinsam mit uns verhaftet worden waren. Sie konnte ihre Größe, ihrer Hautfarbe und die Anzahl der Sterne und Abzeichen auf ihren Schultern beschreiben. Und sie identifizierte drei der Offiziere, die uns angegriffen hatten, auf Basis von Zeitungsberichten.

    Ich erinnere mich, wie ich dann mit ihr scherzte: „Wer bist du? Gib mir meine Schwester Sanaa zurück!“ Ich erinnere mich auch, dass mir an diesem Tag klar wurde, wie wichtig Sanaa in lebensverändernden Momenten war, dass sie anders war, und dass ihre Fähigkeit, sich zu konzentrieren und Entscheidungen zu treffen, die aller anderen Menschen, die ich kannte, übertraf.

    Seit ein paar Tagen habe ich nun diesen Schmerz in mir unterdrückt, den ich nicht bewältigen kann. Dieser Schmerz hängt damit zusammen, dass alle Versuche, die eine ältere Schwester unternehmen kann, um ihre jüngere Schwester zu beschützen, gescheitert sind. Es ist ein Schmerz über diese drei Minuten, die ich sie an der Polizeistation sah, als wir von einer Tür und Stacheldraht getrennt waren, und ich sie nicht umarmen konnte. Und darüber, dass wir unsere ganze Unterhaltung gehetzt und mit lauter Stimme führen mussten, als Versuch, sie und die anderen Häftlinge zu beruhigen. Sie sah das Ganze wahrscheinlich als eine Menge Gerede, voller Angst, und voller Forderungen und Anweisungen von mir.

    Im Moment ist das Leben so hart zu uns, dass man es nicht einmal schafft, den Schmerz zu begreifen, die Trauer auszudrücken oder über die Liebe zu seinen inhaftierten Geschwistern zu sprechen. Als ich heute Sanaa besuchte, brauchte es nur einen kleinen Brief und ein paar Worte von ihr, um mich von all dem Schmerz zu befreien. Wieder hat sie mich überrascht, denn trotz der Entfernung und der Gefängnismauern zwischen uns, war nur sie in der Lage, meinen Schmerz zu verstehen.

    Im Dezember letzten Jahres schrieb ich, nach einem Besuch bei Alaa im Gefängnis:

    „Eure Gefängnisse schrecken uns nicht ab.
    Wenn uns eure Ungerechtigkeit verletzt, wird der Tag kommen, an dem wir uns an all die schönen Dinge von denen wir träumen, erinnern, die uns darauf beharren lassen, unsere Alpträume zu besiegen.
    Und wir werden uns an das Lachen all jener erinnern, von denen wir getrennt wurden.
    Wir haben eine Geheimwaffe. Wir haben Sanaa.
    Wahrlich, mit all euren Panzern und Gefängnissen, und gepanzerten Fahrzeugen und Leichenhallen … wir sind stärker als ihr.“

    Es ist zwar richtig, dass sie Gefängnisse, gepanzerte Fahrzeuge, Patronen, Gerichte und Polizeistationen haben. Und, dass sie in der Lage sind, uns voneinander zu trennen, wie mit Alaa im Tora-Gefängnis und Sanaa im Qanater-Gefängnis, wodurch wir Besuchsgenehmigung für Alaas Gefängnis am Zenhum-Gericht und für Sanaas Gefängnis am Al Abbasiya-Gericht beantragen müssen. Aber wir haben noch eine Geheimwaffe: Sanaa und die überquellende Fähigkeit zu lieben, die alle Gefängniswände überragt.

    8. Juli 2014
  • : Dokumentation: „The Internet’s Own Boy“ erinnert an Aaron Swartz
    Dokumentation: „The Internet’s Own Boy“ erinnert an Aaron Swartz

    The-Internets-Own-BoyDieser Gastbeitrag von David Pachali erschien zunächst auf irights.info. Wir crossposten ihn hier mit freundlicher Genehmigung.

    Die jetzt veröffentlichte Dokumentation „The Internet’s Own Boy“ erzählt die Geschichte des Entwicklers und Aktivisten Aaron Swartz, der sich für ein offenes Internet und den freien Zugang zu Informationen einsetzte, angeklagt worden war und mit 26 Jahren Selbstmord beging.

    Der Dokumentarfilmer und Regisseur Brian Knappenberger zeichnet in „The Internet’s Own Boy“ Swartz’ Leben nach: Ein dreijähriges Kind, das den Computer entdeckt und seinem Bruder später Algebra beibringt; ein Startup-Mitgründer und Entwickler bei „Reddit“, der sich dem Internet-Aktivismus zuwendet. Und der schließlich angeklagt wird, weil er am Massachusetts Institute of Technology große Teile des JSTOR-Archivs herunter­geladen hatte. Laut Anklage soll er dabei gegen den „Computer Fraud and Abuse Act“ verstoßen haben haben. Am 11. Januar 2013 wurde er erhängt in seiner Wohnung in Brooklyn aufgefunden.

    „The Internet’s Own Boy“ macht vor allem deutlich, wie stark Swartz auf die Menschen gewirkt hat, die ihm begegnet sind: Ein 14-jähriger, unbekannter Entwickler namens Aaron taucht im Web auf, arbeitet am RSS-Format mit und verblüfft damit den Autor Cory Doctorow. Auf einer Konferenz trifft er einmal den Berkman-Forscher Stephen Shultze, mit dem er kurzerhand Millionen amtlicher Dokumente aus dem staatlichen, unbenutzbaren und teuren PACER-System befreit. Mit Demand Progress, der Electronic Frontier Foundation und anderen Organisationen schiebt er eine Kampagne gegen das zunächst unaufhaltbar scheinende, schließlich aber gescheiterte Antipirateriegesetz SOPA an.

    2. Juli 2014
  • : Für Politiker erklärt: Bitcoins – eine virtuelle Währung
    Für Politiker erklärt: Bitcoins – eine virtuelle Währung

    Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages erklärt in seinem aktuellen Dokument Politiker-kompatibel „Bitcoins – eine virtuelle Währung“ (PDF).

    Die rechtliche Einordnung und Regulierungsbemühungen gestalten sich bisher uneinheitlich und punktuell. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ordnet BTC rechtsverbindlich als Finanzinstrumente in Form der Rechnungseinheit ein (§ 1 Abs. 11 Satz 1 Kreditwesengesetz). Insbesondere handele es sich mangels eines Emittenten nicht um ein gesetzliches Zahlungsmittel und ferner auch nicht um e‑Geld. Demnach unterlägen das bitcoin mining, der Verkauf geschürfter BTC und die Nutzung als Ersatzwährung grundsätzlich keiner Erlaubnispflicht. Erst das Betreiben eines Marktes für den An- und Verkauf von BTC beziehungsweise eines mining pools kann eine Erlaubnispflicht auslösen. Der gewerbliche Handel mit BTC wird grundsätzlich regulatorisch erfasst, wobei es bezüglich der komplexen Frage nach der Erlaubnispflicht entscheidend auf die nähere Ausgestaltung der Plattformen ankommt. Insbesondere ist zu prüfen, ob der Betreiber als Vermittler auftritt, Kommissionsgeschäfte für Dritte abwickelt oder Eigenhandel betreibt. Die BaFin empfiehlt unter diesem Gesichtspunkt eine vorherige Anfrage.

    23. Juni 2014 2
  • : Alan Turing: Der Vater aller Nerds
    Alan Turing: Der Vater aller Nerds

    Am Wochenende lief auf ARTE eine einstündige Dokumentation über Alan Turing, laut ARTE „Der Vater aller Nerds“: Wie ein Mathegenie Hitler knackte.

    Alan Turing gehört zweifellos zu den größten Logikern und Theoretikern des 20. Jahrhunderts. Nur wenige Wissenschaftler haben so erfolgreich und vielseitig geforscht wie er. Turing, lange Zeit ein verkannter Held des Zweiten Weltkriegs, war durch die Entschlüsselung der Funksprüche der Deutschen maßgeblich am Sieg der Alliierten beteiligt. Als einer der einflussreichsten Vorreiter der frühen Computerentwicklung entwickelte er EDV-Programme und prägte den Begriff „künstliche Intelligenz“.

    Bis zur nahenden Depublizierung findet sich die Dokumentation noch in der Mediathek, ansonsten auf Youtube:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    10. Juni 2014 2
  • : Keep calm and krautfund on.
    Keep calm and krautfund on.

    Wer sich wagt, der deutschen Netzgemeinde™ ein konstruktives oder produktives Vorhaben anzudienen, muss zunächst die Feuertaufe der akribischen Kritik von allen Seiten durchlaufen. Diese notwendige Phase beinhaltet nicht selten einige hochnotpeinliche Situationen und mündet manchmal gar in mehrtägiger Zwietracht, doch sie ist gut, wichtig und notwendig:
    Nach ein paar Tagen können interessierte Leserinnen sicher sein, dass jedes erdenkliche Haar in der Suppe gefunden und seziert wurde; und genau das ist entscheidend für die informierte Meinungsbildung. So leisten auch jene, die konsequent jede konstruktive Wortmeldung verweigern, einen kontruktiven Beitrag zum Diskurs.

    Für das Projekt Krautreporter wurden von unzähligen Beobachtern ausführliche Zusammenstellungen meist wohlwollender Kritik zusammen gestellt. Zu den wichtigsten Verbesserungswünschen zählten unter anderem ein ausgewogenerer Anteil von Autorinnen und Beteiligten mit Migrationshintergrund. Auch am Auftritt selbst wurde einige Kritik geübt: Wahlweise war er zu lieblos oder zu selbstbewusst, nicht auf den Punkt gebracht oder zu „intransparent“. Unnötige Hürden beim Bezahlvorgang (erst seit einigen Tagen ist die einfache Zahlung via Paypal möglich) wurden zu Recht kritisiert und haben das Projekt sicherlich in der Anfangsphase eine signifikante Anzahl Unterstützer gekostet. (Eine gute Zusammenstellung von Verbesserungsverschlägen hat Lorenz Matzat verfasst.)

    Nun bleiben dem Projekt nur noch wenige Tage, um sein gar nicht so besonders ambitioniertes Funding-Ziel zu erreichen. Rico Grimm fasst treffend zusammen:

    Es ist doch ganz einfach so: Wenn wir es packen, ist das ein deutliches Signal für die Branche. Wenn nicht, erst recht.

    Mir stellt sich die Frage: Können wir als Netzgemeinde™ uns ein Scheitern dieses Projektes überhaupt erlauben?

    9. Juni 2014 49