Kultur

Meme, Veranstaltungen, Kunst, Museen, Remixe, Musik, Internetphänomene, Computerspiele und Archive.

  • : #10np: “Wir sind politisch?” – Journalismus zwischen Eintreten und Einordnen
    #10np: “Wir sind politisch?” – Journalismus zwischen Eintreten und Einordnen

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    Auf unserer „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz zu unserem zehnten Geburtstag gab es auch eine DIskussionsrunde zum Thema Journalismus oder Aktivismus mit dem Titel “Wir sind politisch? – Journalismus zwischen Eintreten und Einordnen“.

    Moderiert von Geraldine de Bastion diskutierten Kai Biermann, Lorenz Lorenz-Meyer, Johnny Haeusler und Anne Roth.

    Vor allem Online-Journalismus wird von netzpolitischen Zusammenhängen geprägt. Oftmals hinken politische Prozesse der Realität hinterher und lassen Regelungslücken. Journalismus kann netzpolitische Diskussionen prägen und Diskussionsimpulse setzen. Netzpolitik.org sieht das als seine Aufgabe und engagiert sich durch seine Berichterstattung für digitale Bürgerrechte und ihre politische Umsetzung. Wie das Verhältnis von Netzpolitik, Journalismus und ihre gegenseitige Beeinflussung positiv gestaltet werden kann, werden online-erfahrene Journalisten hier diskutieren.

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    Hier ist die MP4. (1,7GB!)

    28. Oktober 2014
  • : Rezension: Hacker, Hoaxer, Whistleblower, Spy – Die vielen Gesichter von Anonymous
    Rezension: Hacker, Hoaxer, Whistleblower, Spy – Die vielen Gesichter von Anonymous

    Das Internet-Phänomen Anonymous hat viele Bezeichnungen erhalten: Hacker auf Anabolika, politischer Aktivismus des 21. Jahrhunderts, Bedrohung der nationalen Sicherheit. Jetzt erscheint das definitive Buch über die Welt der „lulz“ und Guy-Fawkes-Masken. „Hacker, Hoaxer, Whistleblower, Spy“ von Gabriella Coleman kombiniert spannende Geschichtenerzählung mit wertvoller Klarstellung und Reflexion.

    27. Oktober 2014 2
  • : Wikileaks startet Produktwelt für eine politisch interessierte, internet-affine und modebewusste Zielgruppe
    Wikileaks startet Produktwelt für eine politisch interessierte, internet-affine und modebewusste Zielgruppe

    Wikileaks-logoWas wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, scheint Realität zu sein: Wikileaks hat sich eine professionelle Vermarktungsagentur geholt, um jetzt Revolution zu vertreiben. Und die geht mit Hilfe des Markenrechts gegen Unternehmen wie GetDigital vor, die T‑Shirts mit Wikileaks-Logo vertreiben (Und die Erlöse in Richtung Wikileaks spenden). Kann man machen. Aber dann sollte man sich nicht wundern, wenn die Unterstützung weiter sinkt.

    Dafür bekommen wir demnächst die „Produktwelt einer politisch interessierten, internet-affinen und modebewussten Zielgruppe“ mit den passenden Schreibwaren:

    Der Auftritt soll durch Bavaria Sonor deutlich professionalisiert werden, die Erlöse sollen in die Organisation zurückfließen. In der ersten Phase des Programms zielt die Agentur auf die Produktwelt einer politisch interessierten, internet-affinen und modebewussten Zielgruppe: Handyschalen, Hoodies, T‑Shirts, Jacken, Sonnenbrillen, Uhren, Schreibwaren, Messenger Bags etc. Hier wird Bavaria Sonor sowohl etablierte Unternehmen ansprechen als auch kleinere Szene-Labels. Gegenstand der Lizenz sind Logo und Wortmarke von WikiLeaks sowie eine Reihe realer und künstlerisch verfremdeter Bilder von Julian Assange. Hinzu kommen ausgewählte Slogans als Gestaltungselemente („We leak secrets“ Transparency!).

    14. Oktober 2014 30
  • : Zur netzpolitischen Dimension (6) von Danni Lowinski
    Zur netzpolitischen Dimension (6) von Danni Lowinski

    In der Serie „netzpolitische Dimension“ geht es um Themen, deren netzpolitische Relevanz sich bisweilen erst auf den zweiten Blick erschließt. Diesmal: Danni Lowinski.

    Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin, mir eine deutsche Sat1-Serie anzusehen. Ich weiß aber ganz genau, wie ich nicht darauf gekommen bin: Twitter. Meine geschätzte und gepflegte Twitter-Timeline hat mich diesbezüglich völlig im Stich gelassen. Fünf ganze Staffeln lang tauchte Danni Lowinski nicht in meiner Timeline auf.

    Und das hatte nicht einmal etwas mit meiner Filter-Bubble zu tun. Danni Lowinski fand nicht nur nicht in meiner Timeline, sondern in quasi keiner Timeline auf Twitter statt. Menschen, die Danni Lowinski schauen, sind offensichtlich zum allergrößten Teil nicht auf Twitter unterwegs. (Oder sie schämen sich, ihre Timeline mit Sat1-Content zu bespielen. Oder das passiert nur auf „Dark Twitter“.)

    DanniLowinskiLogoDieser Umstand ist gleich aus mehreren Gründen bedauernswert. Und zwar nicht nur, weil es illustriert wie schwer es ist, mit Twitter Leute außerhalb der Netzgemeinde™ zu erreichen. Sondern in erster Linie deshalb, weil es dadurch wahrscheinlich vielen ging wie mir und sie einen der wenigen lichten deutschen Serienmomente verpasst haben. Eine Serie mit starkem, ambivalentem, weiblichem und zumindest in Ansätzen diversem Cast. Eine der, laut Wikipedia, ersten deutschen Serien überhaupt, für die ein US-Sender eine Adaption geplant und zumindest eine Pilotfolge gedreht hatte.

    Es ist aber auch deshalb bedauernswert, weil eine der besten Episoden der Serie eine netzpolitische Folge war. In der Folge „Dannileaks“ (4. Episode der 5. Staffel) geht es um einen 17jährigen, Snowden-verehrenden Hacktivisten der aus politischen Gründen eine Bankwebseite mittels DDoS lahmgelegt hat. Verhandelt wird letztlich vor Gericht eine Frage, die auch schon einmal Thema bei einem netzpolitischen Abend des Digitale Gesellschaft e.V. war (siehe Vimeo-Embed): Sind DDoS-Attacken legitime politische Protestformen vergleichbar mit politischen Demonstrationen auf der Straße?

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    Aus Danni Lowinskis Plädoyer:

    „Ja, das sind neue Zeiten jetzt. Man kann ja so eine Datenkrake nicht einfach bestreiken. Wie willstn das machen? Mit einer Montagsdemo oder Friedensverhandlungen oder einer lustigen Menschenkette? Das ist doch der Krake scheißegal. Die muss ich treffen, wo es ihr wehtut. In ihrem Zentrum. Mit einem … [Danni ringt um das Wort, der Angeklagte ergänzt: „DDoS“]. Genau.“

    Ein wiederkehrendes Motiv der Folge ist dabei, dass Danni Lowinski „DDoS“ nicht richtig verwendet oder ausspricht. Überhaupt ist die ganze Folge ein einziger Versuch einer Übersetzung von Nerdthemen, ‑akteuren und ‑anliegen in Mainstreamsprache. Dass in der Episode manche Dinge durcheinander geworfen werden und nicht klar zwischen DDoS und „echten“ Hackerattacken unteschieden wird, ist aus genau diesem Grund auch kein Problem. Im Gegenteil, es dokumentiert genau die (Verständnis-)Schwierigkeiten die mit vielen Netzthemen einhergehen.

    Die ersten vier Staffeln von Danni Lowinski sind übrigens kosten- und registrierungsfrei bei MyVideo verfügbar.

    14. Oktober 2014 5
  • : „Das sind keine Trolle, das sind Menschenhasser.“
    „Das sind keine Trolle, das sind Menschenhasser.“

    Patricia Cammarata schreibt lesenswert über Menschen, die in sozialen Medien einfach nur andere Menschen hassen und darüber wie wir als Gesellschaft damit umgehen sollen: Gegen die Hilflosigkeit. Bisher war eine beliebte Strategie „Don’t feed the trolls“. Das funktioniert leider nicht mehr.

    Eine ungeordnete Sammlung meiner Gedanken, denn die Betroffenen selbst, haben keine Möglichkeit zu “gewinnen”. Ihre Verhaltensspielräume haben immer einen Effekt – am Ende gewinnt immer der Troll/Hater:

    1. leave ([The trolls] Win)
    2. ignore them (they escalate, make your life more miserable, DDoS, ruin your career, etc. i.e. They Win)
    3. fight back (If you’ve already hit the Koolaid Point, see option #2. They Win).

    Ich glaube, das Problem ist, dass die Betroffenen eben nicht alleine gewinnen können. Ich denke aber, es gibt einen Weg wie sie gewinnen können und dieser Weg hat etwas mit uns – den “Unbeteiligten” – zu tun.

    Wichtig ist digitale Zivilcourage. Wie auch in der analogen Welt brauchen wir online eine Kultur, wo wir nicht wegsehen, sondern eingreifen, wenn wir sehen, wie Menschen die Menschenwürde anderer verletzen. Bei uns löschen wir bei Kenntnis rigoros alle Kommentare, die zum Ziel haben, andere zu verletzen oder niederzumachen und tolerieren das nicht. Ohne Diskussion.

    10. Oktober 2014 24
  • : MeshCon: Die Fashion and Technology Week in Berlin
    MeshCon: Die Fashion and Technology Week in Berlin

    MeshCon Berlin 2014 - Fashion and Technology Event 2014-10-06 17-33-09Vom 10. – 15. Oktober findet in Berlin die erste MeshCon, die als Fashion and Technology Week in verschiedenen Orten Open Source und Mode zusammenbringen will.

    We are developing concepts and Free and Open Source technologies for fair and environment friendly production of garments and textiles at home and in the industry. MeshCon Berlin brings together industry representatives, fashion designers, pattern creators, knitters, textile manipulators, FOSS developers and DIY hardware makers. The event offers a place to exchange new ideas in personalized fashion and technologies in the garment production.

    Es gibt ein umfangreiches Programm mit vielen Sprecherinnen und Sprechern an Orten wie der TU Berlin oder Wikimedia Deutschland.

    Tickets gibts ab 0 Euro, das hängt wohl auch davon ab, was man besuchen will und wieviel Geld man zur Unterstützung der Konferenz ausgeben will.

    Da ich einige aus dem Vorbereitungsteam kenne kann ich mir vorstellen, dass das spannend werden könnte.

    6. Oktober 2014 4
  • : (Digital) Revolution: Ein Museum, das immer da ist, wo du bist.
    (Digital) Revolution: Ein Museum, das immer da ist, wo du bist.

    Für manche Dinge kommt man einfach zu spät.

    Diese Weisheit gilt auch für spannende Ausstellungen, für die man sich versehentlich außerhalb des als relevant angesehenen Radius’ der Öffentlichkeitsarbeit befand- vielleicht aufgrund geografischer Entfernung. Und deshalb erst von ihnen hört, wenn sämtliche Objekte schon wieder ihres thematischen Kontextes beraubt in thermostabilen Depots einlagern.

    Zum Beispiel hier, heute morgen aus dem Internet gefischt: „Digital Revolution“. Klingt spannend, ich wäre gerne dabei gewesen. Leider ist die Ausstellung seit September beendet.

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    Welcome to Digital Revolution from Barbican Centre on Vimeo.

    Ich finde ja ‑im Dienste der Relevanzsicherung durch Sichtbarkeit: Jeder Besucher ist ein guter Besucher. Das ist aber aktuell, so glaube ich, noch eine exaltierte Einzelmeinung, die im kulturpolitischen Mainstream vielleicht erst richtig ankommt, wenn dramatischere Verteilungskämpfe um Finanzierung des Guten, Wahren, Schönen ausbrechen.

    Auf die Gefahr hin abzuschweifen: Wer schlau ist und Kunst etc. zeigt, der sollte im Dezember hier sein:  Auf der „Zugang gestalten“. Das ist aber erstmal nur die Anbieterseite.

    Was tun nun also als „Late Adopter“ im Besucherbiz?

    Archäologisch gewandt kann man entweder konservierte Werkschauen in 21 kg Coffeetable-Wälzern aus dem Museumsshop oder der favorisierten Buchhandlung nach Hause tragen, sie stapeln und nie wieder ansehen. Nach Spuren der Existenz in Rezensionsform in Zeitungsarchiven forschen bis die Augen müde sind, dann hat man aber immer noch kein einziges Kunstwerk gesehen.

    Oder: Findige Kuratoren machten sich um die Geburt und Aufzucht eines hybriden Zwillings der gezeigten Kunst verdient. Denn in der Informationsgesellschaft ist es auch so: Was man online nicht findet, das existiert nicht.

    Für das netzpolitik.org-Umfeld gilt: Been there, done that. Deswegen hat die Digitale Gesellschaft z.B. schon vor einiger Zeit ein Online-Museum gegründet.

    Aus Gründen der Vermeidung einer Text-Bild-Schere, wenn etwas schon „Digital Revolution“ heisst, gibt es zum Glück aber auch auf den Barbican-Seiten einen Explore-Bereich über den es heisst: „Delve deeper into the Digital Revolution with our specially selected highlights from across the World Wide Web“.

    Zu sehen sind wunderbare Versatzstücke digitaler Kultur, in denen man sich stundenlang, zumindest aber über die Mittagspause, verlieren kann. Schön aufbereitet und eingeordnet sollte diese Metaausstellung noch von viel mehr Menschen beachtet werden.  Also: Spread the Word!

    Bei genügend Outreach finden nämlich meist auch die Herrscher über die Fördertöpfe, dass sich die Investition gelohnt hat. Und dann muss man sich vielleicht künftig noch weniger ärgern, wenn man etwas in der Kulturszene verpasst hat.

    PS: Wer diesen Artikel mag: Liest auch gerne die Schriften von Jan und Aleida Aßmann. Gibt es auch online.

    6. Oktober 2014
  • : BpB-Dossier über Grundlagen und Entwicklungen der Medienpolitik
    BpB-Dossier über Grundlagen und Entwicklungen der Medienpolitik

    Logo_bpb.svgDie Bundeszentrale für politsiche Bildung hat ein neues Dossier über Grundlagen und Entwicklungen der Medienpolitik veröffentlicht. Aus dem Editorial:

    Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürgerinnen und Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen, was insbesondere für bisher in den Medien benachteiligte Gruppen wie z. B. Migranten wichtig ist. Aus diesen und vielen weiteren Aspekten ergeben sich veränderte Aufgaben für die Medienpolitik im nationalen und im internationalen Rahmen. So werden etwa die Möglichkeiten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Zuge der Verbreitung des Internets neu verhandelt. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

    Das Dossier umfasst diverse Artikel mit Einführungen in Teilbereiche wie:

    Grundlagen der Medienpolitik

    Medienpolitik ist ein komplexes und differenziertes Aufgabenfeld mit vielen Inhalten: Film, Fernsehen, Online-Anwendungen, Telekommunikation und Presse. Hier werden einige der wesentlichen Abläufe und beteiligten Akteure vorgestellt.

    oder

    Europäische Medienpolitik

    Die Internationalisierung des Mediengeschäfts hat im Laufe der Jahre erheblich zugenommen. Damit hat neben der deutschen Gesetzgebung insbesondere die Europäische Union an Einfluss auf den deutschen Mediensektor gewonnen.

    6. Oktober 2014
  • : Kurz-Rezension: „Who Am I – Kein System ist sicher“
    Kurz-Rezension: „Who Am I – Kein System ist sicher“

    09Gestern war ich im Kino und hab mir „Who Am I – Kein System ist sicher“ angesehen. Der deutsche Film spielt in Berlin und die Protagonisten sind wohl an Lulzsec & Co. orientiert: Junge Hacker, die erstmal aus politischen Motiven zu einer Art Spaßguerilla werden und dann etwas aus der Bahn kommen. Es gibt rasante Schnitte, Berlin als Kulisse, ein überwiegend guter Soundtrack und dazu eine Menge Filmzitate aus der neueren Kinogeschichte in die Story verpackt. Einzig die Hacks sind etwas unrealistisch. Dafür kommen die Chats recht gelungen als eine Art Darknet-Visualisierung daher.

    Bei dem Thema hab ich schon viel schlechtes gesehen, vielleicht war ich deshalb etwas positiv überrascht. Der Film ist überraschend gut gemacht. Wenn man sich nicht an den unrealistischen Hacks stört, dann kann man seinen Spaß haben.

    Hier ist der Trailer:

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    5. Oktober 2014 10
  • : Teh Internet is Serious Business: Eine Diskussion mit LulzSec – zwei Jahre nach dem Crackdown
    Teh Internet is Serious Business: Eine Diskussion mit LulzSec – zwei Jahre nach dem Crackdown

    Vor drei Jahren beging die Anonyous-Untergruppe LulzSec eine Hacking-Serie unter dem Namen „50 days of lulz“. Wenig später wurden viele der Aktivisten von den Strafverfolgungsbehörden verhaftet und verurteilt. Teil der Strafe war ein zweijähriges Verbot von Internet-Nutzung und Kommunikation mit anderen Anonymous-Mitgliedern. Jetzt haben vier prominente Mitglieder von LulzSec das erste mal seit den Gerichtsverhandlungen wieder miteinander gesprochen – live auf der Bühne des Royal Court Theatre in London:

    • Jake Davis a.k.a. Topiary
    • Darren Martyn a.k.a. Pwnsauce
    • Mustafa Al-Bassam a.k.a. Tflow
    • Ryan Ackroyd a.k.a. Kayla

    Moderiert wurde die Veranstaltung von der Anthropologin, Anonymous-Forscherin und Freundin des Hauses Gabriella Coleman. Und davon gibt es einen Video-Mitschnitt:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    Gabriella hat das „ultimative Buch“ über Anonymous geschrieben: Hacker, Hoaxer, Whistleblower, Spy: The Many Faces of Anonymous. Das laut Julian Assange „mit Abstand beste Buch über Anonymous“ erscheint nächsten Monat, wir dürfen derzeit eine Vorab-Version lesen.

    2. Oktober 2014 2
  • : Ello ist der Trend der Stunde – und wird bald wieder gehen
    Ello ist der Trend der Stunde – und wird bald wieder gehen

    Ello 2014-09-29 12-03-53Einmal im Jahr gibt es für kurze Zeit Hoffnung, dass ein neues Soziales Netzwerk endlich mal zu einer richtigen Alternative zu Facebook werden könnte, das eigentlich kaum jemand mag, aber alle nutzen. Groß im Trend in diesem Monat ist Ello. Aber auch das wird wieder vergehen, wie zahlreiche Hoffnungen vorher.

    Im Sommer 2010 sammelten vier Studenten aus New York über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter 200.000 Dollar, um eine freie, offene und dezentrale Alternative zu schaffen. Diaspora war geboren. Das Projekt, die Hoffnungen und die Erwartungen wurden aber zu groß für die vier Studenten. Diaspora lebt als Open Source Community immer noch und funktioniert dezentral. Laut Wikipedia soll es über eine Million registrierte Nutzer haben, es wird aber kaum genutzt. Ich bin da leider auch keine Ausnahme. So sehr ich die Idee mag und unterstützt habe, alleine mit mir und einer Handvoll Menschen kommunizieren macht halt keinen Spaß.

    2011 war dann Google+ der kurze Hype. Künstliche Verknappung am Anfang, spätere Integration mit Youtube als größtem Video-Social-Network und vor allem Google dahinter boten einige Chancen, Facebook den Rang abzulaufen. Alleine, eine Alternative war das nicht wirklich. Das Werbe-Geschäftsmodell ist dasselbe, Daten werden über uns gesammelt und möglicherweise gegen und verwendet und Google ist jetzt nicht unbedingt cooler als Facebook. Drei Jahre später hat Google+ auf dem Papier hunderte Millionen NUtzer, in der Praxis hab ich das Gefühl, dass dort nur eine kleine eher technisch versierte Entwickler-Community unterwegs ist und der Rest hat irgendwann aufgegeben, parallel zu Facebook das auch noch zu bespielen. Ich schau immer seltener rein, aber wenn, dann poste ich noch Links zu unseren Artikeln hier auf unserer Fan-Page dort. Aber in unseren Statistiken taucht Google+ kaum auf, die paar tausend Fans unserer Seite sind wohl nicht mehr aktiv.

    2012 ging app.net an den Start. Der Unterschied war, dass man das Geschäftsmodell nicht auf Werbung aufbauen wollte, sondern Basis-Zugänge verschenkte (bis zu 40 Freunde kostenlos) und Premium-Accounts verkaufte (Mehr Funktionalitäten und vor allem Freunde). Es sammelte sich eine kleine Community und es läuft noch, aber in diesem Jahr wurden alle Mitarbeiter entlassen. Mal schauen, wann der Stecker gezogen wird. Das Geschäftsmodell funktionierte zumindest in diesem Fall nicht. Ich hab auch kein Geld reingeschmissen, weil ich nicht überzeugt war, dass gerade dieses Netzwerk the next big thing werden würde und alles besser machen würde. Warum auch, nur weil die als erster oder am lautesten mit der Idee PR machten, dass ihr Geschäftsmodell derzeit nicht auf Werbung basieren würde?

    Letztes Jahr gab es sicher auch irgendwas, ich habs aber wieder vergessen. Scheint auch nicht so nachhaltig gewesen zu sein.

    Das heiße Dinge dieser Tage ist Ello. Warum das so ist, ist rational wenig nachvollziehbar. Ello sieht mobil scheiße aus, hat keine offene API und man kann eigentlich kaum was machen. Aber trotzdem zieht Ello gerade viel Aufmerksamkeit auf sich, die eher emotional erklärbar ist. Viele Nutzer wollen einfach eine Alternative haben. Die Hoffnung ist, dass Ello vielleicht mal der schöne Ort sein könnte, der Twitter vor einigen Jahren mal war oder der Facebook hätte sein können, wenn da nicht die riesige Kommerzialisierung inklusive aller negativen Nebenwirkungen umgesetzt worden wäre.

    Diese Hoffnung zieht jetzt gerade viele Nutzer an, die sich auch dort wieder mit den Personen vernetzen, mit denen man überall woanders vernetzt ist. Spätestens in zwei Wochen werden die meisten immer seltener hingehen, weil man feststellt, dass da echt nichts passiert. Und man kaum was tun kann. Das Geschäftsmodell ist momentan noch etwas unklar. Natürlich wird es grob angerissen und soll in die Richtung von app.net gehen, also Premiumfunktionen als Mehrwert verkaufen. Mit „Du bist nicht das Produkt“ spielt man in der Kommunikation geschickt mit Facebook als Feindbild und bietet sich als Alternative an. Aber die Alternative sieht im Moment halt nur so schön aus, weil die Hoffnung da ist. Auch hinter Ello steckt eine Venture-Capital-Firma, die irgendwann ein Return-on-Investment haben möchte, ob durch einen Verkauf an ein größeres Soziales Netzwerk (Instagram, Whatsapp & Co) oder notfalls durch Verkauf der Nutzerdaten aus der Konkursmasse.

    Aber wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben. Wir brauchen spätestens mittelfristig eine Alternative zu facebook & Co., sonst bekommen wir ein großes gesellschaftliches Problem, wenn Öffentlichkeiten weitgehend privatisiert auf den Servern eines US-Unternehmens stattfinden, wo deren AGB zählt aber nicht unbedingt unser Grundgesetz.

    Nicht erst nach dem NSA-Skandal sollte klar sein, dass diese Alternative frei, offen und dezentral sein muss. Diaspora war eine gute Idee. In diese Richtung müssen wir weiterdenken.

    29. September 2014 68
  • : Internet-Meme und Remixkreativität in Radio und Fernsehen
    Internet-Meme und Remixkreativität in Radio und Fernsehen

    Logo-R2R-MuseumZwei Thesen von Dirk von Gehlen, Autor des Buchs „Mashup“, sind, dass Internet-Meme Remixkultur demokratisieren und gerade dabei sind, das Fernsehen zu erobern.

    Die erste These erläutert von Gehlen im Gespräch mit BR Zündfunk in einer längeren Sendung zum Thema, „wie unsere digitalen Schätze für die Nachwelt erhalten werden“ an Hand des von ihm kuratierten Bereich „Memes“ im Remix-Museum des Digitale Gesellschaft e. V. (ab Minute 12:30, Download als MP3).

    Die zweite These belegt das neue ZDF-Format „15 Minutes of Fame“, wo in der Eröffnungsfolge ebenfalls Dirk von Gehlen zu Wort kommt:

    Die Pilotfolge zeigt in der Nacht vom 02. auf den 03. Oktober um 00:30 Uhr die Entstehung des „Harlem Shake“. Wie konnte aus einem banalen Blödelvideo aus den Staaten ein globales Internetphänomen werden. Bei der Spurensuche hilft uns u.a. der Journalist Dirk von Gehlen, der für die „Süddeutsche Zeitung“ über Internet-Meme bloggt. Neben ihm kommen in der Sendung u.a. BuzzFeed-Reporter Ryan Broderick, Kulturjournalistin Ingeborg Harms (FAZ, ZEIT. u.a.) und die britische Meme-Professorin Susan Blackmore zu Wort.

    Einen Trailer gibt es bereits auf YouTube:

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    25. September 2014
  • : Wirtschaftsminister Gabriel: „Programmiersprachen gehören zu den Sprachen des 21. Jahrhunderts“
    Programmiersprachen, nicht erst seit dem 21. Jahrhundert - via oreilly.com
    Wirtschaftsminister Gabriel: „Programmiersprachen gehören zu den Sprachen des 21. Jahrhunderts“

    Wirtschaftsminister Gabriel ließ in einem Gespräch mit der Rheinischen Post verlauten, er sähe die Möglichkeit, „Programmiersprachen als zweite Fremdsprache in Schulen anzubieten“. Damit soll das Hinterherhinken Deutschlands in der Digitalisierung aufgeholt werden. Auf selbiges Ziel hatte Gabriel auch schon in seiner Rede auf dem Parteikonvent der SPD hingewiesen:

    Technische und digitale Kompetenzen gehören ganz oben auf den Lehrplan. Vernetzte Bildungsangebote, Programmiersprache als Schulfach – alle diese Aspekte gilt es zu diskutieren.

    Das Thema soll auch auf dem Nationalen IT-Gipfel zu „Arbeiten und Leben im digitalen Wandel“ weitergeführt werden, der in gewohnter Weise mit primärer Wirtschafts- denn Gesellschaftspräsenz stattfindet.

    Starke Wirtschaftspräsenz dürfte dem Ziel Gabriels, Anreize zur besseren Schulung und Förderung von Programmierkenntnissen zu schaffen, nicht entgegenstehen. Die Wirtschaft leidet stark unter dem Mangel an IT-Kräften, der nicht zuletzt der Unausgegorenheit des Informatikunterrichts an deutschen Schulen zuzuschreiben ist. Einheitliche Lehrpläne gibt es kaum, in den meisten Bundesländern ist Informatikunterricht fakultativ und in Hamburg wurde vormals verpflichtender Informatikunterricht sogar wieder abgeschafft.

    Der Präsident der Gesellschaft für Informatik kommentierte gegenüber golem.de:

    Aufgrund unnötig langwieriger Diskussionen um Stundentafeln in den Ländern und aus Ignoranz bezüglich der Bedeutung und Zukunftsrelevanz informatischer Bildung auch im Primär- und Sekundärbereich wird am IT-Standort Deutschland der Anschluss verpasst. Wir müssen aufwachen und die Informatik als wichtiges Bildungsgut für Kinder und Jugendliche endlich wirklich fördern.

    Ein alleiniger Fokus auf technischen Fertigkeiten, wie er für die Wirtschaft relevant ist, vernachlässigt aber in schmerzlicher Weise die Vermittlung allgemeiner Medienkompetenz im Rahmen informatischer Grundbildung. Und die umfasst eben mehr als das Programmieren. Sie muss heute auch miteinschließen, verantwortlich mit den Möglichkeiten umzugehen, die uns Computer und Internet eröffnen. Dazu zählt eine Aufklärung über die Konsequenzen von Urheberrechtsgesetzen genauso wie die über die Folgen sozialer Medien für die eigene Privatsphäre.

    25. September 2014 29
  • : Crowdfunding: Made in Africa – a true story about digital innovation
    Crowdfunding: Made in Africa – a true story about digital innovation

    20140801075616-1454618_533891243366434_1271571978_n„Made in Africa – a true story about digital innovation“ ist ein Projekt von Geraldine de Bastion mit dem Ziel, eine neue Geschichte von Afrika zu erzählen. Und zwar nicht die übliche Geschichte von Ausbeutung und Armut, sondern aus der Perspektive der digitalen Revolution, die durch Kreativität und Improvisation viel Innovation hervor bringt. Und Geraldine ist die Expertin dafür, bereits in den vergangenen Jahren hat sie es immer geschafft, als Projektmanagerin in Kooperation mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeitsiorganisation GIZ zahlreiche Menschen aus afrikanischen Staaten zu vernetzen und auch zu unserer re:publica zu bringen.

    Im vergangenen Sommer ist sie zusammen mit dem Filme-Macher René von der Waar nach Afrika zu den Orten gereist, wo dort in den zahlreichen Hackerspaces und Makerlabs neue Dinge entstehen und hat darüber einen Film gemacht. Dieser ist halb fertig, nur zur Veredelung fehlen noch einige Schritte. Und dafür wurde jetzt eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Bis Ende Oktober will Geraldine 20,500 Dollar sammeln, das sind derzeit 15,978 Euro.

    Damit sollen professionelle Farbkorrekturen, Sound-Mastering, Grafikdesign und vor allem die Rechteklärung mit lokalen afrikanischen Künstlerin finanziert werden, wobei ein Teil der Aufgaben in afrikanischen Staaten in einer EU-Afrika-Kooperation erledigt werden sollen.

    Der Film und das Projekt ist toll und toller wäre es nur, wenn das mit dem Crowdfunding auch klappen würde, damit der Film noch besser verpackt wird und mehr Menschen erreichen kann, um eine andere Geschichte von Afrika zu erzählen.

    Hier ist der Trailer:

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    22. September 2014 1
  • : Wo das Internet noch alles lebt
    CC-BY EFF
    Wo das Internet noch alles lebt

    Vielleicht erinnert ihr euch noch an den #rp14-Vortrag „Wo das Internet lebt“ des Berliner Radiojournalisten Moritz Metz. Für das Deutschlandradio Kultur und ARTE Future, den BR und SWR hat er das Internet gesucht – und heute bei ARTE Future die letzte Such-Episode veröffentlicht; als HTML5-Audioslides, erstellt mit dem Mozilla Popcorn Maker.

    Wir crossposten hier zusätzlich den Text zum Nachklicken. Eine umfangreiche Linksammlung von Internetkarten, Reportagen und Kunstaktionen zur physischen Seite des Internets. Fazit: das Internet sind nicht nur seine Kabel und Rechenzentren. Das Internet sind wir!

    Wo das Internet noch alles lebt

    Hier klicken, um den Inhalt von download.www.arte.tv anzuzeigen.

    Über ein Jahr habe ich für ARTE Future und Breitband im Deutschlandradio Kultur das Internet gesucht – von Kalifornien bis Kronstorf, von Gibraltar bis Nairobi. Ich wollte wissen: Wie sieht das Netz physisch aus? Wie verändert das Netz Orte? Wie prägen Orte das Netz? Auch wenn ich so viel gereist bin: die meisten Geschichten übers Internet und dessen Infrastruktur habe ich im Internet gelesen. Geschichten, wie die aus Nettersheim in der Eifel, wo sich die Anwohner selber ihren DSL-Anschluss buddeln. Die Geschichte von einer abgelegene Hütte in Bjørndalen, Norwegen, die einen der weltweit schnellsten Internetanschlüsse hat – aber keine Wasserversorgung. Von der rumänischen Kleinstadt Râmnicu Vâlcea, die dank gutem Internetzugang eine der Cyberkriminalitäts-Hochburgen weltweit ist. Von einer georgischen Rentnerin, die versehentlich 90% des armenischen Internets lahmgelegt hat. Oder von einem kanarischen Tiefseekabel, in dem 50 Haifischzähne steckten.

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    Solche Haifischbisse sind weniger eine Herausforderung für die Internet-Infrastruktur als deren riesiger Energieverbrauch. Wäre die Cloud ein Land, wäre sie das mit dem fünfthöchstem Stromverbrauch der Welt, errechnte eine Greenpeace-Studie. Und der größte Teil der Energie entfällt auf die Kühlung der Server. Deshalb nutzen manche die Abwärme, wie das Dresdner Startup Cloud&Heat, das Cloud-Server als Heizung in die Keller von Wohnhäusern verteilt, damit die als Datenheizungs‑Nebeneffekt das Haus erwärmen. Genauso duschen die 500 Mitarbeiter der Hamburger Müllabfuhr mit der Abwärme des betriebseigenen Rechenzentrums – bestimmt spannend für eine Reportage.

    Andere Journalisten haben das Netz auch gesucht. Andrew-Blum aus New York reiste im Buch „Tubes“ (dt: „Kabelsalat“) der anfassbaren Seite des Internets hinterher. Guido Berger war dabei, wie ein Internetkabel in Afrika angeschlossen wurde. Lance Walkeling ist die Seestellen des Transatlantikkabels AC‑1 abgereist. Die Firma Buildvisible hat eine lange Scrollytelling-Geschichte zu Tiefseekabeln geschrieben. Und Richard Gutjahr hat versucht, sich ans riesige NSA-Rechenzentrum in Utah heranzupirschen. Die Electronic Frontier Foundation besuchte die NSA gar mit einem Luftschiff und stellte hochauflösende Fotos ins Netz. 

    Digital Etherreal

    Auck Künstler haben sich mit dem pyhsischen Netz beschäftigt. Das Projekt Digital Ethereal von Luis Hernan macht die Strahlung von Funknetzwerken sichtbar – inklusive Android-App für eigene Fotos. Aram Barthol stellt die Ortsmarkierungen von Google-Maps als meterhohe Installationen in den öffentlichen Raum. Die Video-Installation „Internet Machine“ von Timo Arnall zeigt Bilder von Rechenzentren auf sechs Bildschirmen. Matt Parker hat aus Rechenzentrums-Geräuschen Musik komponiert und bloggt über die Auswirkungen der Cloud auf den Menschen. John Kelsey malt die Landschaften um Rechenzentren. Bei der Installation „Mostly Cloudy“ von Max Wohlleber ziehen Rechnenzentren wolkengleich über Städte. Und das Wired Eye Projekt von Anuradha Reddy und Samantha Miller betrachtet Fotos von Rechenzentren durchs Kaleidoskop.

    Gregs Cable Map

    Neben künstlerischen Versuchen, die Internetinfrastruktur zu verstehen, gibt es: kartographische Ansätze. Karten wie Gregs Cable Map oder die von Telegeography zeichnen nur Seekabelverläufe. Dagegen zeigt die Kabel-Firma Level3 auch ihre unterirdischen Kabelwege. Und die Internetkarte vom Institut für Internet-Sicherheit abstrahiert die „wichtigsten Datenautobahnen Deutschlands“. Aber es gibt auch andere Kartierungsmöglichkeiten des Internets. Opte.org zeichnet seine Internetkarte anhand von Verzögerungszeiten, die Datenpakete zwischen Knotenpunkten benötigen. Internet-Map.net sortiert die wichtigsten Websites des Netz nach Traffic. Die Karte von Chris Harrison zeigt die Verbindung zwischen Städten.  „Andes“ von Nicolas Garcia Belmote lässt dort Berge wachsen, wo viel getwittert wird. Gregor Aisch von der NY Times hat für die „Digital Divide“-Weltkarte die Bevölkerungsdichte mit IP-Adressen korreliert. Mit dem „Carna Botnet“ hat ein anonymer Hacker aus Pings an 420 Millionen internetverbundene Geräten eine Weltkarte des Internets gezeichnet – so ähnlich wie die „Pingmap“ der Firma Shodan. Beide zeigen den afrikanischen Kontinent sehr dunkel – was Sascha Lobo in seinem Blog kritisiert. Große Teile des afrikanischen und aucbh asiatischen Internets basieren auf den IPv6-Standard und würden bloß deshalb nicht erfasst. Afrika ist gar nicht mehr offline – was nicht nur der Africa Hack Trip oder das Filmprojekt „Made in Africa“ beweisen.

    Der iHub in Nairobi - Foto Moritz Metz

    Den Aufstig des afrikanischen Internets lernte ich auch direkt kennen bei einem Besuch in Nairobi, Keniawo immer mehr Menschen das Netz benutzen und manche im iHub-Gründerzentrum neue Startups gründen – beispielsweise für die Staumelder-App Ma3route oder den extrastabilen BRCK-Router, der ganze Dörfer mit Internet versorgen soll. Die Internet-Revolution kommt hier dank mehrerer Tiefseekabel rund um Afrika, die Steve Song in einer frei lizenzierten Karte zusammengestellt hat – die kommerzielle Afrika Transmission Map kostet dagegen 260 bititsche Pfund. Zwar gibt es in Afrika noch relativ wenig terrestrische Glasfaserkabel, wie die der Firma Liquid aus Zimbabwe. Aber Deutschland und Frankreich gehören im Endkundenbereich auch nicht gerade zu den glasfaser-reichsten-Ländern der Welt, siehe auch den berüchtigten Breitband-Atlas.

    Grafik NSA

    Eigentlich überspringt das Netz ja Landesgrenzen, fast ist es wie ein dezentrales Land. Dennoch sind Staaten schwer am Internetland interessiert und wollen rein, wie im Oman, wo der GCHQ in einer kleinen Station die internationalen Glasfaserkabel anzapft. Mit dem RAMPART‑A Programm geschieht so etwas fast weltweit, wie mein Kollege und temporärer Reisegefährte Henrik Moltke anhand der Snowden-Dokumente herausgefunden hat. Und das ist längst nicht alles. Groben Schätzungen zufolge laufen mindestens 16% des privaten Internetetverkehrs durch Filter der NSA.

    carte-web-en-lg

    Die Reporter ohne Grenzen kartographieren die Schwarzen Löcher des Internets – also Länder, die das Netz überwachen. Die Karten-Software „Backtrack“ von Studenten des Karlsruher Institut für Informatik und Technologie macht „Datenverfolger und Drittanbieter“ im Netz erkennbar und zeigt, in welche Länder unsere Daten fließen. Ebenso die interaktive Prism-Karte von OpenDataCity, die den Weg visualisiert, den unsere Daten zu gängigen US-Portalen nehmen – welche Geheimdienste können unterwegs alles mitschnüffeln?

    SCREENSHOT WDIG-PROJEKTDieses Projekt war auch Vorbild für ein eigenen Versuch, herauszufinden, wo das Internet lebt: Ich habe eine Seite auf meinem Berliner Server programmiert, die Besuchern grob anzeigt, auf welchem Weg die Verbindung von ihnen nach Berlin hergestellt wurde. Über den Dienst Amazon Mechanical Turk habe ich Menschen weltweit dafür bezahlt, dass sie vorlesen, wie die Verbindungsdaten von ihrem Computer zu meinem Server verlaufen.

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    Aber half das wirklich beim Finden des Internets? Ich glaube ja. Denn das Internet sind weniger seine Kabel, Server und Rechenzentren – das wichtigste am Internet: sind seine Nutzer. An allen Orten der Reise konnte ich sehen, mit welch wachsenden Hoffnungen aber auch Befürchtungen die Menschen das Netz erleben und beleben. Früher sind wir ins Internet „rein“ gegangen und wieder raus, so wie Boris Becker in einem Werbespot. Heute stecken wir immer „drin“ – und das Internet in uns. Über das Smartphone in der Hosentasche, über das smarte Zuhause, über Quantified-Self und Smart-Health kommt das Netz bis in unserem Körper an – und somit auch die Totalüberwachung der Geheimdienste.

    Wenn unsere Leben und unsere Körper schon immer mehr mit dem Netz verschmelzen, dann sollten wir dafür kämpfen und spenden, dass es frei, gesund und unüberwacht ist. Denn das Internet: sind wir!

    22. September 2014 1
  • : Deutsche Welle berichtet live aus Westeros
    Deutsche Welle berichtet live aus Westeros

    Live aus Westeros | DW.DE 2014-09-15 11-49-50Zum 20-jährigem Jubiläum des Onlineangebotes von dw.de berichtet die Deutsche Welle aus Game of Thrones. Im Grußwort des Intendanten heisst es:

    2014 jährt sich der Start unserer Präsenz im Internet nun zum 20. Mal. Und ebenso mutig, wie wir 1994 als erster öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland ins weitgehend unbekannte Land des Internets aufbrachen, wenden wir uns zur Feier des Tages einem neuen Land zu: einem Land, das von Krisen und Konflikten geschüttelt wird.

    Zur Berichterstattung gehört auch eine Einordnung von Akteuren und Konflikten: Schuld sind immer die Anderen – Fünf Dinge, die Sie über die Nachtwache wissen müssen.

    Dazu gehört auch der Twitteraccount @DW_GoT_de mit den passenden Tweets.

    https://twitter.com/DW_GoT_de/status/511425482404134912

    15. September 2014
  • : Mini-Serie 2020: Wie sich Europol und Antiviren-Hersteller die digitale Zukunft vorstellen – und für sich werben
    Mini-Serie 2020: Wie sich Europol und Antiviren-Hersteller die digitale Zukunft vorstellen – und für sich werben

    Wer noch auf den Start der neuen Staffel seiner Lieblingsserie wartet, kann sich die Zeit mit einer Mini-Serie in unserem Themenbereich überbrücken: 2020. Die Web-Serie vom Antiviren-Hersteller Trend Micro und der europäischen Polizeibehörde Europol zeichnet ein düsteres Bild einer vernetzten Zukunft, die von einem Cyber-Angriff lahmgelegt wird:

    „2020“ ist eine Geschichte über die nahe Zukunft und basiert auf einem Bericht der International Cyber Security Protection Alliance (ICSPA), der von Europol und Trend Micro erstellt wurde. Dieses Videoprojekt stellt in einer fiktionalen Internetserie die Entwicklung von Gesellschaft und Technologie nach, wie sie im Rahmen des Berichts beschrieben wird. Wir zeigen Ihnen, wie die Fortschritte im Bereich mobiler und cloudbasierter Technologien die Art und Weise beeinflusst haben, auf die wir miteinander und mit unserer Umwelt umgehen, wie wir arbeiten und wie wir die Realität wahrnehmen.

    Die Serie umfasst 9 Folgen mit einer Spieldauer von etwa 4 Minuten pro Folge. Jede Folge beginnt mit einer kurzen Einführung im Stil von Dokumentationen bzw. Artikeln aus dem Archiv über Ereignisse, die – aus einer Zukunftsperspektive von 6 Monaten – bereits stattgefunden haben. Der Hauptteil der Folgen besteht aus einer modernen Filmgeschichte, die den Ablauf der Ereignisse erzählt.

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    Und da wird jedes Klischee bedient: Cyber Cyber, kritische Infrastrukturen, Online-Wahlen, Hacktivismus als Terrorismus, ein Präsident der „for the lulz“ sagt und böse Hintermänner ferner Länder, die einen Cyberwar anfangen. Vorsicht, Propaganda! Aber allemal unterhaltsam.

    12. September 2014 5
  • : Ferienlager 2.0: Jugend hackt 12–14 September in Berlin
    Ferienlager 2.0: Jugend hackt 12–14 September in Berlin

    Jugend hackt

    Das Mooresche Gesetz – es scheint auch hier zu greifen: Mit mehr als 120 Teilnehmer/innen findet Jugend hackt, das Camp für junge Programmiertalente, vom 12. bis 14. September mit doppelt so vielen Teilnehmern wie bei letzten Mal statt.

    Das etwas andere Ferienlager für programmierbegeisterte Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren wird von der Open Knowledge Foundation Deutschland und Young Rewired State aus Großbritannien organisiert. Ein Wochenende lang treffen sich Jugendliche aus ganz Deutschland, um gemeinsam mit ehrenamtlichen Mentor/innen offene Daten in Apps, Visualisierungen und andere Formen von Civic Tech zu verwandeln.

    Was haben Entwicklungsgelder mit Migrationszahlen zu tun? Welchen Einfluss haben Besuche des Schularztes auf die Kariesrate in Berlin? Und wo ist der sauberste Badesee meiner Region?

    Öffentliche Projektpräsentation

    Antworten zu Fragen wie diesen präsentieren die Jugendlichen am Sonntag, 14. September, um 11.30 Uhr im Jugendhaus Königstadt (Saarbrücker Straße 24, 10405 Berlin). Der Eintritt ist frei. Alles weitere findet ihr auf der offiziellen Website.

    12. September 2014
  • : Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft
    Jeremy Rifkin by Stephan Röhl - CC BY-SA 2.0
    Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft

    Sie können es einfach nicht lassen. Keine Berufsgruppe sagt so leidenschaftlich gern die Zukunft voraus wie die der Ökonomen. Und liegt dabei ständig falsch. Den aktuellsten Versuch hat Jeremy Rifkin, Wirtschaftsprofessor an der renommierten Wharton School der University of Pennsylvania, unternommen. Für sein neues Buch „Die Null-Grenzkosten Gesellschaft – Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus“ ist er aktuell auf Werbetour in Deutschland. Wir nehmen seinen gestrigen Auftritt in Berlin mal zum Anlass, uns etwas genauer mit seinem neuen Werk auseinander zu setzen.

    Seine These: Das Super-Internet der Dinge schafft die Grenzkosten ab

    Der Titel sagt eigentlich schon sehr genau worum es geht: Eine neue Form des Wirtschaftens wird entstehen, weil technologische Umwälzungen die Grenzkosten vieler Produktionsprozesse auf nahezu Null reduzieren. Mit Grenzkosten bezeichnen Ökonomen die Kosten, die für jede zusätzlich produzierte Einheit eines Guts anfallen. Wenn die Grenzkosten gleich Null sind, kann man demnach quasi kostenlos produzieren, sobald die Fixkosten gedeckt sind. In der klassischen VWL geht man davon aus, dass der Preis für ein Produkt gleich den Grenzkosten ist. Rikfin dreht diese Argumentation nun weiter und behauptet: wenn die Grenzkosten fast Null sind, können Unternehmen auch keinen Profit mehr machen, und das führt langfristig in vielen Sektoren zu einem Rückzug des Kapitalismus.csm_9783593399171_2f723ad016_rikfin Diese Lücke füllt dann die Sharing Economy, die gemeinsam mit dem zurückgedrängten Kapitalismus ein hybrides Wirtschaftssystem bildet.

    Rifkin untermauert seine Kernthese mit zahlreichen Beispielen, etwa der Niedergang der Medien durch eBooks und Blogs, die Ablösung klassischer Universitäten durch Massive Open Online Courses (MOOCs) oder erneuerbare Energien, die uns von fossilen Brennstoffen unabhängig machen. Tatsächlich sind das alles Bereiche, in denen die Grenzkosten der Produktion seit Jahren sinken, aber brandneu sind diese Erkenntnisse nicht. Rifkins Buch unternimmt daher den Versuch, aus diesen Trends eine übergeordnete Entwicklung abzuleiten und vorherzusagen. Er prognostiziert, dass ein „Super-Internet der Ding“ entstehen wird, das die globale Infrastruktur der Kommunikation, der Logistik und der Energie miteinander vernetzt. Obendrein wird Hardware stetig billiger, wodurch in vielen weiteren Bereichen die Grenzkosten gesenkt werden.

    Sein Motto: Übertreibung veranschaulicht

    Warum die Reduktion von Grenzkosten auf nahezu Null zwangsläufig zum Rückzug des Kapitalismus führen soll, bleibt meiner Meinung nach teilweise unklar. Kann man nicht eher eine Ausweitung der Ökonomisierung der Gesellschaft beobachten, wie es erst kürzlich wieder Byung-Chul Han in der SZ beschrieben hat? Er schreibt pointiert: Airbnb ökonomisiere sogar die Gastfreundschaft. Die Sharing Economy sei also keine emanzipatorische Entwicklung, sondern die radikale Kapitalisierung aller Lebensbereiche. Ein beschleunigter, kein gebremster Kapitalismus.

    Diese Kritik ficht Rifkin nicht an, sein Buch ist konsequent optimistisch. Er proklamiert die collaborative commons, also das gemeinsame Wirtschaften, als die Wirtschaftsform, die sich durchsetzen wird. Die Sharing Economy werde zwar vorübergehend von Airbnb, Uber und anderen gehackt, das Konzept an sich ist aber wesentlich älter und grundlegender als ein paar Silicon Valley Apps. Der Autor ist überzeugt, dass wir über kurz oder lang wieder zum gemeinnützigen und befreihenden Gedanken der Gemeingutökonomie zurückkehren werden. Die Organisation durch Genossenschaften sei dafür am besten geeignet. Um das zu verdeutlichen, treibt er seine Argumente teilweise schamlos auf die Spitze. Das wirkt mitunter übertrieben, aber der Autor weiß eben wie man sich Gehör verschafft.

    Das kann auch vorteilhaft sein, denn Rifkin profiliert sich auch als überzeugender Kämpfer für Netzneutralität. Die notwendige Grundlage für die ökonomische Revolution, wie er sie prognostiziert, ist ein neutrales, offenes Internet. Wenn er dazu beiträgt dieses Thema und seine enorme Bedeutung wieder auf die Tagesordnung und in die Medien zu hieven, kann das kaum schaden.

    Seine Vorlage: Yochai Benkler

    Zum Schluss die wichtigste Frage: Woher stammen eigentlich Rifkins Ideen? Der Autor ist geschickt darin, seine Thesen als neu und bahnbrechend darzustellen. Grundlage und Inspiration für sein Buch dürfte allerdings Yochai Benklers „The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom“ (PDF) gewesen sein. Benkler prägte den Begriff der „common based peer-production“ und beschreibt bereits 2006 wie das Internet neue, gemeinschaftliche Arbeitsprozesse ermöglicht, die zu einer tiefgreifenden Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft führen. Seine Beispiele: Freie Software, Creative Commons, Blogs, Wikipedia. Nicht ganz unähnlich zu denen Rifkins.

    Nichtsdestotrotz war Jeremy Rifkins Buch alles andere als uninteressant. Wer auf den ökonomischen Jargon klarkommt und kein Problem mit einigen etwas zu unumstößlich formulierten Prophezeihungen hat, dem sei die Lektüre durchaus empfohlen.

    9. September 2014 18
  • : Cyber, Cyber! Die Hymne zur Digitalen Agenda
    HP Baxxter CC BY-NC-ND Mira Shemeikka
    Cyber, Cyber! Die Hymne zur Digitalen Agenda

    Die Vorstellung der Digitalen Agenda hat ausführliche Kritik von vielen Seiten hervor gerufen. Da ist natürlich auch der Spott nicht weit: @SteffenCybert, seines Zeichens Cybersprecher der Cyberregierung und Chef des Bundescyberamtes“ twittert – zur allgemeinen Belustigung – Auszüge aus der Digitalen Agenda.

    Und Arne Bense, @atbense vom Chaostreff Osnabrück hat die passende Hymne zur Digitalen Agenda komponiert. Cyber, Cyber!

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    29. August 2014 6