Kultur

Ello ist der Trend der Stunde – und wird bald wieder gehen

Ello 2014-09-29 12-03-53Einmal im Jahr gibt es für kurze Zeit Hoffnung, dass ein neues Soziales Netzwerk endlich mal zu einer richtigen Alternative zu Facebook werden könnte, das eigentlich kaum jemand mag, aber alle nutzen. Groß im Trend in diesem Monat ist Ello. Aber auch das wird wieder vergehen, wie zahlreiche Hoffnungen vorher.

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Im Sommer 2010 sammelten vier Studenten aus New York über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter 200.000 Dollar, um eine freie, offene und dezentrale Alternative zu schaffen. Diaspora war geboren. Das Projekt, die Hoffnungen und die Erwartungen wurden aber zu groß für die vier Studenten. Diaspora lebt als Open Source Community immer noch und funktioniert dezentral. Laut Wikipedia soll es über eine Million registrierte Nutzer haben, es wird aber kaum genutzt. Ich bin da leider auch keine Ausnahme. So sehr ich die Idee mag und unterstützt habe, alleine mit mir und einer Handvoll Menschen kommunizieren macht halt keinen Spaß.

2011 war dann Google+ der kurze Hype. Künstliche Verknappung am Anfang, spätere Integration mit Youtube als größtem Video-Social-Network und vor allem Google dahinter boten einige Chancen, Facebook den Rang abzulaufen. Alleine, eine Alternative war das nicht wirklich. Das Werbe-Geschäftsmodell ist dasselbe, Daten werden über uns gesammelt und möglicherweise gegen und verwendet und Google ist jetzt nicht unbedingt cooler als Facebook. Drei Jahre später hat Google+ auf dem Papier hunderte Millionen NUtzer, in der Praxis hab ich das Gefühl, dass dort nur eine kleine eher technisch versierte Entwickler-Community unterwegs ist und der Rest hat irgendwann aufgegeben, parallel zu Facebook das auch noch zu bespielen. Ich schau immer seltener rein, aber wenn, dann poste ich noch Links zu unseren Artikeln hier auf unserer Fan-Page dort. Aber in unseren Statistiken taucht Google+ kaum auf, die paar tausend Fans unserer Seite sind wohl nicht mehr aktiv.

2012 ging app.net an den Start. Der Unterschied war, dass man das Geschäftsmodell nicht auf Werbung aufbauen wollte, sondern Basis-Zugänge verschenkte (bis zu 40 Freunde kostenlos) und Premium-Accounts verkaufte (Mehr Funktionalitäten und vor allem Freunde). Es sammelte sich eine kleine Community und es läuft noch, aber in diesem Jahr wurden alle Mitarbeiter entlassen. Mal schauen, wann der Stecker gezogen wird. Das Geschäftsmodell funktionierte zumindest in diesem Fall nicht. Ich hab auch kein Geld reingeschmissen, weil ich nicht überzeugt war, dass gerade dieses Netzwerk the next big thing werden würde und alles besser machen würde. Warum auch, nur weil die als erster oder am lautesten mit der Idee PR machten, dass ihr Geschäftsmodell derzeit nicht auf Werbung basieren würde?

Letztes Jahr gab es sicher auch irgendwas, ich habs aber wieder vergessen. Scheint auch nicht so nachhaltig gewesen zu sein.

Das heiße Dinge dieser Tage ist Ello. Warum das so ist, ist rational wenig nachvollziehbar. Ello sieht mobil scheiße aus, hat keine offene API und man kann eigentlich kaum was machen. Aber trotzdem zieht Ello gerade viel Aufmerksamkeit auf sich, die eher emotional erklärbar ist. Viele Nutzer wollen einfach eine Alternative haben. Die Hoffnung ist, dass Ello vielleicht mal der schöne Ort sein könnte, der Twitter vor einigen Jahren mal war oder der Facebook hätte sein können, wenn da nicht die riesige Kommerzialisierung inklusive aller negativen Nebenwirkungen umgesetzt worden wäre.

Diese Hoffnung zieht jetzt gerade viele Nutzer an, die sich auch dort wieder mit den Personen vernetzen, mit denen man überall woanders vernetzt ist. Spätestens in zwei Wochen werden die meisten immer seltener hingehen, weil man feststellt, dass da echt nichts passiert. Und man kaum was tun kann. Das Geschäftsmodell ist momentan noch etwas unklar. Natürlich wird es grob angerissen und soll in die Richtung von app.net gehen, also Premiumfunktionen als Mehrwert verkaufen. Mit „Du bist nicht das Produkt“ spielt man in der Kommunikation geschickt mit Facebook als Feindbild und bietet sich als Alternative an. Aber die Alternative sieht im Moment halt nur so schön aus, weil die Hoffnung da ist. Auch hinter Ello steckt eine Venture-Capital-Firma, die irgendwann ein Return-on-Investment haben möchte, ob durch einen Verkauf an ein größeres Soziales Netzwerk (Instagram, Whatsapp & Co) oder notfalls durch Verkauf der Nutzerdaten aus der Konkursmasse.

Aber wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben. Wir brauchen spätestens mittelfristig eine Alternative zu facebook & Co., sonst bekommen wir ein großes gesellschaftliches Problem, wenn Öffentlichkeiten weitgehend privatisiert auf den Servern eines US-Unternehmens stattfinden, wo deren AGB zählt aber nicht unbedingt unser Grundgesetz.

Nicht erst nach dem NSA-Skandal sollte klar sein, dass diese Alternative frei, offen und dezentral sein muss. Diaspora war eine gute Idee. In diese Richtung müssen wir weiterdenken.

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67 Kommentare
  1. Ich glaube das Werbe-Geschäftsmodell ist das einzige, das bei solchen Netzwerken funktioniert. Warum soll ich für etwas zahlen, das ich eigentlich nicht brauche. Ich nutze facebook und Twitter, könnte aber auch ohne die Netzwerke leben. Wenn ich dafür zahlen müsste, ich würde auf die Dienste verzichten. Und das Daten über mich gesammelt werden bekomme ich so ja erstmal gar nicht mit.

    Bei Special Interest Netzwerken wie XING oder Dating-Portalen sieht das anders aus, die haben aber auch eben spezielle Zielgruppen und sind so „Maßgeschneiderter“ für die Nutzer….

    Und Ello ist echt Arch-Häßlich…..

    1. Ich bleibe bei Fumano.com, auch wenn die Medien es zu einem Netzwerk von Sozialisten diskriminiert haben. Das zeigt schon wie der heutige Hase läuft !

      Macht ihr Euch eigentlich keine Gedanken ?
      Habt ihr die letzten Wochen oder Tage irgendwo Werbebanner über dieses neue Netzwerk gesehen? Ich nicht. Und trotzdem 30`000 Anmeldungen pro Stunde? Normalerweise ziehen alle Zeitungen jedes Netzwerk in den Dreck, umso Facebook und Twitter zu schützen, weil heute jeder weiss das die Regierungen bei diesen zwei ihre Daten ziehen um ihr Volk zu überwachen.

      Um damit den wirklich letzten Looser abzufangen wird das gleich Spiel betrieben wie bei vielen Insider-Discos. „Nur mit Einladungen“ kommt man rein. Da fühlt sich selbst der dümmste Looser wichtig, wenn er sich dort registrieren kann !

      Kunststück haben die Hacker die Seite bereits lahm gelegt. Sie haben sich reingehackt und gesehen wer dahinter steckt und reagiert. Wie kann man die Mitglieder von Facebook und Twitter abfangen wenn sie abwandern ? Man stellt selbst ein neues Netzwerk ! Dann stellt sich noch die Frage wieviele Mitglieder sie gekauft haben ??! Der Betreiber von Fumano hat auch schon Email-Kauf-Angebote bekommen von VK und von Twitter !

      Der Betreiber von Fumano hat es damals sogar öffentlich kommuniziert !
      http://fumano.com/blog/1016/emailadressen-angebot-von-vk-mitglieder/

      In diesem Sinne
      Gerd Sammer

      1. Herr Sammer, da bin ich voll ihrer Meinung. Fumano ist auch das einzige Netzwerk das sich mit keinem anderem Netzwerk verknüpft. Nichts mit „auf Facebook teilen“ oder „auf Twitter teilen“ und schon gar keine automatische Anmeldung mit den erwähnten Netzwerk-Konten. Das zeigt mir das ich beim richtigen Netzwerk gelandet bin.

    1. Ist Friendica nicht mit Status.Net / GNU Social kompatibel (und somit noch einem Batzen anderer Dienste)? Oder bezieht sich das nur auf die API für Clients?

      1. Friendica ist direkt kompatibel mit Diaspora und GNU Social/Statusnet. Außerdem hat es bidirektionale Konnektoren zu app.net, facebook, Twitter und pump.io, so dass man es mit seinen vorhandenen Accounts als Client für diese Netzwerke nutzen kann.

        Ferner kann man WordPress, Tumblr, Libertree, Google+ und noch ein paar andere Netze mit Artikel bespielen.

        Ich plane immer noch, irgendwann eine native Verbindung zu pump.io zu programmieren, aber es gibt viele andere Dinge, die ich auch noch an Friendica umsetzen möchte.

        Ich habe auf Friendica um die 500 Kontakte, es ist alles andere als tot.

        Wer sehen möchte, wie Diaspora und Friendica lebt, kann auf die Statistiken schauen: http://pods.jasonrobinson.me/

  2. Ich weiss nicht, ich nutze Facebook so gut wie gar nicht mehr. Klar, wenn mir mal ne Nummer von einem Kontakt fehlt guck ich rein ob ich da jemand anschreiben kann, aber die meiste Kommunikation läuft bei mir noch über Telefon.

  3. Der Knackpunkt hier ist denke ich eher die Standardisierung der Social Network Funktionen.
    Man braucht hier einfach einen Standard an den sich alle halten (müssen).

    So das ich meinen Freunden die nur bei Facebook sind über ein völlig anderes Soziales Netzwerk schreiben kann (ohne das ich einen Account bei Facebook haben muss).
    Das sollte so wie E-Mail behandelt werden, da ist es auch egal ob ich nen eigenen Server betreibe oder bei Gmail bin.

  4. Ich nutze Facebook nach jahrelanger Abstinenz wieder, aber nicht als soziales Netzwerk, sondern als Randnachrichtenseite: Bands, Blogs, politische Aktivitäten, Ausstellungen, Kletterevents, Infos aus der Kletterhalle etc. Ich habe mit Facebook die Möglichkeit, auf einer Übersichtsseite für mich interessantes gezielt zu verfolgen – wie sonst kann ich mit einem schnellen Scrollen erfahren, dass (i) am Abend eine Demo gegen Nazis vor dem Flüchtlingsheim Bayernkaserne geplant ist, dass (ii) Adam Ondra die 9c anvisiert, dass (iii) Daniel Kahn ein neues Projekt hat und dass (iv) meine Kletterhalle am Samstag keinen Regelbetrieb hat? Soziales Netzwerk käuft schon lange übers Handy – diese Randnachrichtenaggregatoraspekte (yeah!) von Facebook gehen mir bei einer Diskussion über mögliche Alternativen immer zu sehr unter. Ich denke da ja eher an sowas wie Github für allgemeine Inhalte…

      1. Kann ich absolut nicht bestätigen. Ich habe dort sehr viele interessante neue Kontakte bekommen. Zugegeben: Es sind andere als bei FB und Twitter, aber das ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, einfach mal neue interessante Menschen kennenzulernen und nicht im alten Sumpf zu sitzen.

        Ich habe diaspora vor sieben Monaten das erste mal probiert und es mit den gleichen Argumenten schnell wieder sein lassen. Jetzt habe ich es vor 2 Wochen wieder entdeckt und bin richtig begeistert. Dort halte ich mich gerade am liebsten auf.

      2. Also ich habe wegen Diaspora keine Zeit mehr für Facebook (und irgendwie auch keinen Bock mehr, dort einzuloggen).

        Auf Diaspora bekomme ich mehr Dinge rein, die ich spannend finde..

        Facebook habe ich wahrscheinlich zu wenig gefüttert, so dass der Algorithmus mir nur irgendwelchen Müll auftischt, der mich nicht die Bohne interessiert.

  5. das libertreeproject.org lebt übrigens noch munter mit einer kleinen community und zwei entwicklern weiter. es ist momentan mit einem twitter + x (schicke filtermöglichkeiten, lange posts) zu vergleichen, die kommunikation zwischen den servern läuft über xmpp und die oberfläche sieht auch mobil schick aus..bis es für die massen fertig ist dauert es aber wohl noch, demnächst gibt es .deb pakete zum selber installieren für weniger versierte.

    1. Ja, Libertree ist schnuckelig und die Leute sind nett. Das Problem dieser vielen, kleinen Lösungen ist leider, dass jeder seine eigene Suppe kocht. Leider ist der Standardisierungsgedanke bei den freien sozialen Netzwerken noch nicht weit gereift.

  6. „Wir brauchen spätestens mittelfristig eine Alternative zu facebook & Co.,“

    Brauchen wir die denn wirklich? Wenn ich mich mal so in meiner Altersgruppe (Mitte 20.) umschaue, ist FB mittlerweile zur eMail verkommen. Jeder hat zwar ein Account, aber er wird nicht wirklich genutzt. Zumindest nicht, um sich mit Freunden auszutauschen. Hin und wieder wird mal ein Urlaubsbild oder ein (interessanter) Artikel gepostet/geteilt, oder die Nachrichtenfunktion genutzt. Ich kenne kaum mehr jmd, der wirklich regelmäßig Sachen aus seinem (privatem) Leben bei FB online stellt. Soweit ich weis sind die unter 20. Jährigen noch seltener wirklich aktiv auf FB.

    Vorsicht ist geboten, da FB mittlerweile auch auf vielen anderen Webseiten Daten über dich sammelt, ohne es den Nutzer direkt kenntlich zu machen. Aber das ist ein anderes Problem.

    1. Kann man sich doch immer auf Facebook und Twitter anschauen. Generell gesagt: Kommt aufs Thema an. Und auf den Zeitpunkt des Postens. Aber Facebook liegt mittlerweile deutlich vor Twitter, obwohl wir bei Twitter das zigfache an Followern haben (und sicher mehr Karteileichen).

      1. der kommentar ist etwas doof
        ‚kann man sich doch auf facebook und twitter anschauen’…

        ich z.B. habe weder das eine, noch das andere…
        …wenn du eh schon eine antwort schreibst, kannst du doch auch gleich die zahlen nennen. fb und tw grenzen aus (walled garden… gang ganz wenig dinge kann man auch ohne login sehen, doch man wird immer genervt, das man sicg’h einen account erstellen soll)

        meiner meinung nach ist die art und weise von fb / tw nur die hälfte des problems, die andere hälfte sind DIE nutzer, denen es egal ist ob sie andere ausgrenzen, egal ob aus ignoranz oder bequemlichkeit.

        (rechtschreibfehler wegen komplizierter touchscreentastatur)
        kleinkind

      2. …ja – und wie oft wird Inhalt von Nerzpolitik nun auf FB und TW weiterverteilt und verbreitet? (geliked?)

        Das würde mich natürlich schonmal interessieren.
        (selbst wenn ich mir nun extra einen account dort anlegen würde, ich wüsste nicht ob oder wie ich das feststellen kann, kann das nicht nur der inhaber der Posts/Seite feststellen? Oder sehen das auch unbeteiligte wie oft was verbreitet wird?)

        -kleinkind

  7. Also ich wurde über Diaspora auf diesen Artikel aufmerksam. Ich nutze weder FB noch Twitter, habe mal kurz Quitter ausprobiert ist aber nicht mein Ding. Ich bin mit meinem Diaspora Account bei Geraspora sehr zufrieden und glücklich. Und ich habe mehr als nur eine Handvoll kontakte, was aber eher eine untergeordnete rolle spielt da die Themen über die Hashtags ja das entscheidende Kriterium darstellen; sozusagen kommt es auf das Thema den Beitrag an.
    Mir sind Leute suspekt und unglaubwürdig die sich einerseits für mehr Datenschutz und ein freies Netz einsetzen aber in ihren Handlungen das gegenteil machen wie durch Nutzung von FB und Co.
    Aber das muss letztendlich jeder selber wissen was er macht, nur dann in der Öffentlichkeit rum heulen das es angeblich keine Alternativen gibt geht gar nicht. Es gibt Alternativen nur werden die von Leuten wie euch eher nicht genutzt, mit der Begründung sind doch eh alle wo anders.
    Wer nicht so Handelt wie er schreibt und spricht der ist Bigott. Ihr wollt ein besseres Netz nun dann müsst ihr auch entsprechend Handeln und den anderen Vorleben das es anders geht!

  8. Für die breite Masse der Leute sind Facebook und Twitter gut genug. Die Werbung interessiert die nicht, das Tracking auch nicht.

    Die breite Masse installiert kein Adblock (und wenn doch, dann weil die Seiten schneller laden, nicht weil da fies getrackt wird) und keinen Cookie-Cutter.

    Wenn es eine kostenlose und datenarme Alternative gäbe, wäre das *vielleicht* eine Möglichkeit. Vor allem, wenn es irgendjemanden gäbe, der das supportet (weil der Staat das allen Schülern schenkt oder die Telekom das allen Kunden). Sehe ich aber nicht, also wird das nichts.

    App.net war technisch sowas von überlegen und kaum jemand hat es länger benutzt. Darin schlummerte sogar das Potenzial, Dienste wie Instagram, Twitter und Yelp unter ein Dach zu packen, es gibt Drittclients ohne Ende, etc. pp. Wer ist dort? Bis auf ein paar Tausend Hartgesottene niemand.

    1. Das Problem ist, dass die Nutzer wechselfaul sind. Wenn andere Netze als Twitter und Facebook als Hauptnetze nutzt, wird man auch in Zukunft wohl Exot bleiben, aber häufig reicht es, wenn ein Netz eine stabile Nutzerschaft entwickelt hat. Die Weltherrschaft muss es nicht immer sein.

  9. Ich bin auch gerade über Diaspora auf diesen Artikel gestoßen. Für mich ist Diaspora seit Jahren das soziale Netzwerk Nr 1, Twitter ist so nebenher für den total Schwachsinn.
    Auf Diaspora kann man im Gegensatz zu Twitter schön diskutieren und mit Tags auch Posts finden, die nicht von seinen aspektierten Leuten gepostet wurden.

    „alleine mit mir und einer Handvoll Menschen kommunizieren macht halt keinen Spaß.“
    Ich hab da … moment … 646 Leute, die mir folgen – und das macht eine Menge Spaß. Wenn die Beiträge weitergesagt werden stößt man plötzlich wieder auf interessante Leute und dann klickt man sich durch deren Timeline usw.

    Also ich glaube das geht schon. Aber wenn man halt bei Facebook als primärem soz. Netz ist, möchte man ja auch nicht zwei Netzwerke betreuen. Einfach komplett wechseln und langsam was aufbauen, dann geht das echt gut. Und ich kenne den Betreiber der beiden Pods, bei denen ich Accounts habe persönlich, das macht viel aus und schafft vertrauen (Gerspora + Nerdpol).

    1. Und noch viel besser, als den Admins zu vertrauen, die man persönlich kennt, ist es, wenn man selber Admin sein kann. Ich bin der Admin zweier Friendica-Server, Co-Admin eines Friendica-Servers, sowie Admin eines Statusnet- und eines GNU Social-Servers.

  10. Ach so: Wer dauernd über die Datensauger aus den USA jammert, sollte echt nicht zu geizig sein, 5$ im Monat für ein soziales Netz ohne Werbung zu bezahlen. Aber es ist wohl immer das selbe: jammer, aber wenn man was tun kann, macht man nichts.

  11. Erdstrahl hat vorhin in Diaspora auf Markus Beckedahls Diasporaprofil hingewiesen. Und mir scheint, er hat alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.
    Ohne öffentlichen Vorstellungspost mit #neuhier (die Nutzung von Hashtags ist essentiell, insbesondere wenn man noch keine/wenige Kontakte hat) ist es nur schwer auf mehr als eine Hand voll Kontakte zu kommen. Seit einigen Versionen ist ein ein penetrantes Einsteigertutorial vorhanden, wenn man sich einen Account klickt. Man muss allerdings den Anweisungen auch folgen und bekommt bei einer ansprechenden Vorstellung auch mal in kürzester Zeit bis zu 50 Willkommengrüße zurück.
    Morgen werde ich seit 3 Jahren auf Diaspora sein und freu mich diesen Geburtstag zu begehen.
    Ich handhabe es da so wie der von mir auch sehr geschätzte Faldrian. Diaspora ist das Netwerk, in dem ich mich wohlfühle und auch am meisten Kontakte habe. Und mit einigen von diesen findet auch ein sehr reger und aktiver Austausch statt.
    Auf der anderen Seite nutze ich auch noch Facebook. Zwar nur zur Kommunikation und nicht zum Konsum von Inhalten und viel weniger zur Generierung von Content, aber trotzdem.

    Bereits im Januar hab ich es folgendermaßen ausgedrückt:
    „Wir sind nunmal eine elitäre alternative Subkultur! “
    Diaspora ist sicherlich nicht für jeden geeignet, wer es versucht, ist herzlich willkommen.
    Und mit 22.000 aktiven von 1.128.200 existierenden Accounts, ist Diaspora vieles, aber noch nicht tot.

      1. Und ebendiese Leere führt doch, wie ich beschildert habe, dazu, dass sein Diaspora leer und tot erscheint. Was ganz und gar nicht die Realität der aktiven Nutzer widerspiegelt.

      2. „Hilfe?“

        also.. unter netzpolitik@joindiaspora.com konnte ich nichts finden, auch wenn ich eingeloggt war und gesucht habe.. und der link zu pop.geraspora hat bei mir nicht funktioniert, auch nicht wenn ich in meinen diaspora account eingeloggt war.

        kann mir das jemand erklären, vielleicht?
        Immerhin kann man jetzt bei Diaspora nach Menschen suchen, auch wenn man nicht die genaue Diaspora-ID weiss..

        -kleinkind

    1. +1 gut gesprochen Dotti. Und ja D* lebt! Die ganze Welt ist bei Facebook…. Die ganze Welt? Nein! Eine kleine unbeugsame Community wagt den Aufstand :-)

  12. Hier eine Auswahl an Diaspora-Pods anschauen. http://www.podupti.me/

    Diaspora ist ein 1a Twitterersatz, und ist für mich alles andere als unwichtig. Vorallem ist es kein rein zentralles kommerzielles System wie Twitter, sondern ein förderales server-client system. (wie bei xmpp/jabber)

    Diaspora ist ne feine Sache, 10x besser als die Twitter-140 zeichen Scheiße.

    1. Das geschieht aus dem selben Grund, wie der, dass sie mit den Hangouts das XMPP-Protokoll zurückgefahren haben – sie verlieren die Kontrolle über die User, das mögen sie gar nicht.

      Leider hat sich Google mittlerweile aus dem offenen Bereich des Internets zurückgezogen.

      1. „Das Kerngeschäft von Google ist es Werbeplätze zu verkaufen. …
        Die Services und Dienste die Google/Facebook/Twitter und andere kommerzielle Anbieter offerieren, sind prinzipell zweitrangig. Erstrangig ist der Profit und Gewinn.“

      2. Das mit der Kontrolle über User ausüben mag ja am Anfang stimmen am Ende sind die Nutzer aber wieder weg wenn sie das realisiert haben. Facebook wird es in 5 Jahren nicht mehr geben bzw. in die Bedeutungslosigkeit verschwunden sein. Es wird das gleiche Schicksal wie Myspace, StudiVZ etc. erleiden.

        „Leider hat sich Google mittlerweile aus dem offenen Bereich des Internets zurückgezogen.“
        Stimmt eindeutig nicht, schließlich wird ja Google Mail (sprich E-Mails austauschen mit anderen E-Mail-Anbieter bzw. deren Nutzer) immer noch betrieben und das sogar sehr erfolgreich.

  13. Disapora ist leider komplett nutzlos.

    Ich hatte schon vor laengerer Zeit viel Hoffnung in diaspora gesetzt. Eine Zeitlang habe ich ein pod betrieben.

    Aber ich habe akzeptiert das diaspora leider nicht die Loesung ist weil … die Leute es nicht benutzen. Und das ist der entscheidende Punkt bei einem Sozialen Netzwerk.

    Es geht nicht mal darum die nerds zusammen zu sammeln. Die erreiche ich ueber jabber oder anderes eh besser.

    Fuer mich ist Facebook wichtig weil die nicht Nerds da sind. Weil die erreiche ich nicht wirklich anders.

    Und da hat ello ne chance weil es auch im nicht nerd Bereich „in“ ist.

  14. Ich habe noch keine Software oder auch Plattform im Alpha-Status (von einer Beta ist Ello noch ein Stück weit weg…) gesehen, deren mobile Ansicht nicht sch… aussieht. Aus dem gleichen Grund gibt es auch keine offene API. Was außer Status-Updates oder Bilder/Videos zu posten/kommentieren will man denn derzeit noch machen können? So hat schließlich jedes der sozialen Netzwerke angefangen…

    Anstatt gleich jedes aufkommende soziale Netzwerk schwarz zu malen sollte man sich vielleicht lieber über eine immer größer werdende Varietät freuen – schließlich kommen hier tolle Ideen zum Vorschein, von denen die einen halt mehr und die anderen weniger zusagen. Solange sich da eine Community bildet, sind diese Projekte alles – nur nicht tot

  15. hatte vor langer zeit auch mal nen diaspora-account, aber außer den ewig gleichen bildern von halbnackten damen (ich folgte dem hashtag #photography…) tat sich da nix.
    langweilig.

    1. Wie in jedem Netzwerk hängt es von Deinen Followern ab, was Du siehst – und auch auf Diaspora (wie auch bei den anderen kleineren Netzen) gibt es interessante Menschen.

      Spannenderweise ist „langweilig“ genau das Attribut, was ich meiner FB-Timeline verpassen würde – aber FB ist für mich auch total irrelevant.

    2. …dann solltest du viellleicht ein bisschen variation in deine hashtags bringen. bin auch da seid n paar jahren, schaue aber mittlerweile nur selten rein, ich folge (unter anderem) #photograpy #photo #foto #fotografie und weiteren.. ich sehe dort viele verschiedene Fotos, …nur ganz wenig nackte frauen und katzen seh ich überhaupt nicht (nur weil sich viele über catcontent beschweren)

      ich will dir jetzt nicht sagen das du was falsch machst aber es gibt ja die möglichkeit was anders zu machen und zu schauen wie sich der inhalt verändert…

      kleinkind

  16. Diaspora hat sich meinen ersten Konakt vor ca. 1 1/2 Jahren doch sehr zum positiven gewandelt. Natürlich wird es nicht das „Mainstream-Socialnetwork“ werden, aber das wollen wohl die wenigsten Diaspora Nutzer. Ich für meinen Teil werde es ab sofort mehr nutzen, denn man trifft schon die richtigen User wenn man die passenden Follower hat.

  17. So lange die Leute weiterhin Facebook nutzen wird sich auch nichts ändern. Was soll denn der scheiss moppern und aber weiter nutzen. Ihr seid doch schizophren! Wenn ich Apple z Bsp scheisse finde kaufe ich mir doch kein iPhone um da tagtäglich drüber zu meckern. Ich finde meckern sollte nur erlaubt sein, wenn man nicht dort ist. Wobei ich festgestellt habe über Bekannte (Ich habe keinen Facebook Account) das die Leute dort voll zu Frieden sind. Wenn man den messenger am handy nutzen muss anstatt die normale facebook app macht man mal kurz „ooohh“ „blödes facebook“ und dann geht alles normal weiter. ohne boykott wird nichts anständiges kommen und es wird sich auch nichts ändern! Ja doch wahrscheinlich wird sich schon viel ändern wie bisher auch aber eben nur zum negativen!

  18. hab gestern auch ne Einladung zu Ello bekommen.. gut, dass ich gewartet und den Artikel gelesen hab.. so etwas hab ich befürchtet.. Joint venture dass sich irgendwann mal wieder auf dem Markt behaupten muss..

    hab seit einiger Zeit eine eigene Friendica Instanz und bin damit soweit zufrieden . Sammelt mit ( zugegeben – unvollständig ) Facebook Nachrichten, RSS feeds , und Posts aus Diaspora sowie neue WordPress Posts in einer Chronik ( dort Netzwerk ) genannt schön übersichtlich zusammen und eignet sich auch server intern zur Gruppenkommunikation, was auch dank Unterstützung / INtegration von Etherpads bsw. Zukunft hat. BTW. Probieren mit unserer Initative gerade auch RED / ZOT aus, was sich derzeit rasend entwickelt und besser und besser wird. hat mit seinen nomadischen Authentication system und seiner dezentralen Struktur definitiv Potential nur braucht es halt noch nen Push thru . kann mir das nur vorstellen, wenn es irgendwann mal ein Package gibt, dass sich jeder DAU vorinstalliert daheim in Verbinung mit nem aufgemotzten PI ins Heimnetz stöpseln kann und nur noch am Router was freischalten muss. davor wirds halt leider immer ein Nischendasein für Nerds und kleine Gruppen bleiben. ( Gruppen : übrigens auch hier is leider ziemlich viel Überzeugungsarbeit zu leisten , da zu oft die bequemlichkeit derzeit noch vor Sicherheits / Unabhängigkeits-gedanken siegt.

    1. Das mit dem PI hatten wir auch schon als Idee. Wir sind am Überlegen, ein Package und eine Art von DynDNS-Dienst anzubieten. Dann könnte man mit einem PI (oder einem ähnlichen Gerät) sehr einfach Server bei sich Zuhause aufstellen.

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