PayPal ist der Platzhirsch unter den digitalen Zahlungsdienstleistern. Shopping mit PayPal ist praktisch – und ein heftiges Risiko für den Datenschutz. Der Konzern erlaubt sich unter anderem, Informationen über sexuelle Vorlieben, politische Präferenzen und religiöse Überzeugungen zu speichern. Und er gibt die gesammelten Daten an Werbetreibende weiter, die damit sehr genau ihre Zielgruppe erreichen sollen.
Das Netzwerk Datenschutzexpertise hat ein juristisches Gutachten erstellt, das zum Ergebnis kommt, die Datenschutzpraxis des Konzerns sei illegal. Es zeigt auch, dass es durchaus die Mühe wert ist, sich den Umstand zu machen, Interneteinkäufe per Überweisung statt mit PayPal zu bezahlen. Ich fand es sehr eindrücklich.
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Martin
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PayPal ist im Frühjahr ins Werbegeschäft eingestiegen. Der Finanzdienstleister hortet umfangreiche persönliche Informationen über Menschen, die ihn nutzen, und stellt solche Daten Werbetreibenden zur Verfügung. Ein juristisches Gutachten zeigt nun, dass das illegal ist.
Ausländerbehörden durchsuchen die Handys von Menschen, die abgeschoben werden sollen. Dabei setzen sie Werkzeuge ein, die sonst bei Ermittlungsbehörden zu finden sind. Wir arbeiten mit unseren Recherchen daran, dass möglichst viel zu den Durchsuchungen bekannt wird.
Die anlasslose Massenüberwachung der DNS-Anfragen aller Kunden von Vodafone ist vorerst abgewendet. Der Netzbetreiber wehrte sich dagegen erfolgreich mit einer Verfassungsbeschwerde. Klaus Landefeld von Branchenverband eco bewertet die Methode als „völlig ungeeignet“. Er hofft, dass sie dauerhaft verboten wird.
Digitale Modelle von Skeletten werden neuerdings in Strafverfahren genutzt. Warum ist das etwas anderes als ein Fingerabdruck? Und warum ist es nicht ratsam, derartige Beweismethoden für eine Anklage zu nutzen? Darüber sprechen wir im Interview mit zwei Fachleuten.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
LTO
Der jüngste Sieg von Pornhub gegen die deutsche Medienaufsicht vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf ist "eine echte Kehrtwende", erklärt LTO. Zuvor hatten deutsche Aufsichtsbehörden das Sagen, künftig wohl die EU. Zunächst muss noch ein höheres Gericht entscheiden.
BMDS
Das Digitalministerium hat ein Meldeportal für bürokratische Hürden online gestellt. Es heißt "Einfach Machen". Alle Interessierten sind dazu eingeladen, dort beispielsweise schwer verständliche Formulare oder fehlende digitale Angebote zu melden.
t-online
Am 2. Januar 2027 soll eine digitale Brieftasche für alle in Deutschland nutzbar sein. Dieses Ziel verkündete Digitalminister Karsten Wildberger in einer Talkshow. Damit wäre es möglich, sich per Wallet auf dem Smartphone auszuweisen.
Spiegel
Der russische Botschafter wurde ins Auswärtige Amt einbestellt. Deutschland wirft Russland einen Angriff auf die IT der deutschen Flugsicherung sowie Desinformationskampagnen zur Bundestagswahl vor.
heise online
Disney hat dem Videogenerator Sora die Nutzung seiner Figuren erlaubt. Konkurrent*innen wie Google verklagt das Unternehmen derweil wegen Urheberrechtsverletzungen.
Gizmodo
ChatGPT versucht, das Alter seiner Nutzer*innen zu schätzen. Hält das Sprachmodell diese für volljährig, soll es künftig auch sexuelle Inhalte generieren dürfen.
heise online
LAION durfte die Bilder eines Fotografen für KI-Training nutzen, weil der Verein sie nicht kommerziell nutze, bestätigte das OLG Hamburg. Zudem habe der Fotograf seinen Widerspruch nicht maschinenlesbar hinterlegt.
SZ
Die eID-Karte ist eine Personalausweisalternative zur Identifikation im Internet. Doch sie lässt sich auch mit gefälschten Dokumenten beantragen und kann, mangels Angaben zur Person, von Kriminellen auch weitergereicht werden.
Golem
Google soll App-Anbieter*innen erlauben, die Nutzenden vom Play Store in andere Bezahlkanäle zu führen. Andernfalls droht die EU-Kommission mit einer Strafzahlung.
heise online
Die im Koalitionsvertrag formulierten Pläne zur Bündelung der Datenschutzaufsicht schreiten voran. Die Bundesregierung könnte Datenschutzbehörden auf Landesebene entmachten. heise online ordnet ein, in welchen Grenzen das überhaupt realistisch wäre.
EFF
Auch in den USA breiten sich Alterskontrollen im Namen des Jugendschutzes aus. Die US-amerikanische NGO für digitale Freiheitsrechte EFF hat eine Reihe von Artikeln veröffentlicht und ruft Interessierte zum Widerstand auf.
n-tv
Rheinmetall soll von der Bundesregierung einen Milliardenauftrag für ein satellitengestütztes Aufklärungssystem erhalten. Die Vergabe ist laut Spiegel-Bericht ohne Ausschreibung als sogenannte Direktvergabe geplant, was Kritiker auf den Plan ruft.
Stern
Microsoft will 17,5 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur Indiens investieren. Konzernchef Nadella bezeichnete das Vorhaben als "unsere bisher größte Investition in Asien". Google hatte im Oktober angekündigt, eine ähnlich hohe Summe zu investieren.
Doctolib
Doctolib will seine KI-Systeme in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz weiterentwickeln. Das Unternehmen steht seit langem wegen intransparenter Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten in der Kritik.
The Guardian
Als Alternative zum Gefängnis können Migrant:innen in US-Abschiebeverfahren eine Smartwatch der Abschiebebehörde ICE tragen. Der Guardian berichtet über den Fall einer werdenden Mutter, die zur Geburt ihres Kindes das Überwachungsgerät abnehmen musste.
ABC News
Das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in Australien hat einen chaotischen Start hingelegt, berichtet ABC News. Während die Software für Gesichtserkennung manche Kinder für erwachsen hält, können sich andere auch ohne Nachweis weiter einloggen.
Liebe Leser*innen, sobald etwas schiefläuft, fordern Überwachungsfans mehr Überwachung. Als am 3. Januar in Zehntausenden Berliner Haushalten der Strom ausfiel, konnte man praktisch die Uhr danach stellen. Und siehe da: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sprach sich für verstärkte Videoüberwachung aus – auch das Modewort KI durfte nicht fehlen. Warum diese Forderung nicht sinnvoll ist und […]
Liebe Leser:innen, jetzt ist aber auch bald gut mit Chaos Communication Congress, könnte man meinen. Es ist immerhin schon der 5. Januar. Aber es gab einfach so viele motivierende Inhalte beim jährlichen Hacker:innentreffen in Hamburg, deshalb lest und hört ihr bei uns weiterhin einiges davon. So etwa eine Live-Aufzeichnung unseres Podcasts Off/On mit Einblicken in […]
Liebe Leser*innen, ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr! Meine erste Schreibtisch-Handlung heute Morgen: nachschauen, was ich an netzpolitischen Neuigkeiten über Silvester und Neujahr verpasst habe. Das Wichtigste findet ihr in den Ticker-Meldungen unten. Habt ihr vom 39. Chaos Communication Congress gehört oder wart sogar vor Ort? Ich habe den Kongress dieses Jahr per Stream […]
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