Corona-Warn-AppWenn die App plötzlich rot zeigt

Die Zahl der Corona-Infektionen explodiert und damit auch die Zahl der Warnungen via App. Bei unserem Autor sorgt das für eine Unsicherheit, die er längst hinter sich wähnte. Wo kann er sich angesteckt haben? Ist er eine Gefahr für andere? Und kann er sich testen lassen? Ein Erfahrungsbericht aus dem Chaos in der vierten Welle.

Plötzlich prasselt es rote Warnungen
Warnung der Corona-Warn-App nach einer Risikobegegnung. – Alle Rechte vorbehalten Arnul Hettrich via Imago

Seit mehr als 18 Monaten beschäftige ich mich nun mit der Corona-Warn-App. Ich bin Nutzer der ersten Stunde. Ich habe die Entstehung der Anwendung journalistisch begleitet, habe über ihre Weiterentwicklung geschrieben und über ihren Sinn diskutiert. Dass die App mich eines Tages nochmal so aufwühlen würde, hätte ich nicht gedacht.

In letzter Zeit nutze ich die CWA eigentlich nur noch, um meinen Impfstatus nachzuweisen. Doch im Hintergrund macht die App weiter mit dem, wofür sie mal geschaffen wurde. Unbemerkt und unbeirrt tauscht der digitale Helfer pseudonyme Schlüssel mit den Smartphones der Menschen, die ich treffe. Damit wir uns warnen können, falls es ernst wird.

Und jetzt ist es plötzlich soweit: Ich erhalte eine Warnung vor einem Risikokontakt. Nicht „geringes Risiko“, wie ich es schon oft hatte, sondern „erhöhtes Risiko“. Ernstfall. Wo mich vorher beruhigendes Grün begrüßt hat, springt mich nun grelles Rot an.

Alleingelassen mit der App

Wie mir geht es in diesen Wochen vielen Menschen. Während das öffentliche Leben weiterläuft als wäre nichts, klettert die 7-Tage-Inzidenz auf immer neue Rekordwerte. Damit steigt auch die Zahl der Benachrichtigungen über die Corona-Warn-App. In der ersten Novemberwoche hat sie nach eigenen Angaben fast 200.000 Personen rot gewarnt.

Für viele bedeutet das enorme Verunsicherung. Weite Teile der Politik signalisieren seit Wochen: Die Pandemie ist fast vorbei. Ende November soll die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ auslaufen, wenn es nach Noch-Gesundheitsminister Spahn (CDU) geht. Heute berät der Bundestag einen entsprechenden Gesetzentwurf von SPD, Grünen und FDP.

Covid-19 wird endemisch, heißt es jetzt häufig. Im Vergleich zum pandemischen Zustand wird das Virus also zur Normalität, mit der wir leben müssen. In einen Normalzustand kommen wir aber nicht von heute auf morgen. Dass das Ende der Pandemie beispielsweise nicht mit sinkenden, sondern mit steigenden Infektionszahlen einhergeht, bräuchte besonders gute Kommunikation.

Stattdessen zeigt eine Recherche meines Kollegen Markus Reuter: Menschen, die jetzt eine rote Warnung bekommen, werden häufig allein gelassen. Ein PCR-Test würde Klarheit bringen, eigentlich steht er ihnen wohl irgendwie zu. Doch darüber informiert sie weder die App noch die Hotline des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes. Das Gesundheitsministerium macht widersprüchliche Aussagen und an vielen Testzentren werden Menschen mit roter Warnung abgewimmelt oder aufgefordert, selbst zu zahlen.

Es wirkt fast so, als gäbe es keine Erkenntnisse darüber, dass Geimpfte das Virus trotzdem übertragen können. Als seien Tests nur etwas für Ungeimpfte. Für Menschen, die dringend zur Arbeit müssen, die Kranke oder Alte pflegen, die sich um (ungeimpfte) Kinder kümmern, ist das ein echtes Problem. Sie können nicht im Unklaren darüber bleiben, ob sie ansteckend sind.

Die Gedankenmaschine rattert los

Als die App mich warnt, will ich gerade ins Büro. Laut CWA liegt die Begegnung fast eine Woche zurück. Sofort rattert die Gedankenmaschine los. Was habe ich an dem Tag nochmal gemacht? Der Blick in das Kontakttagebuch kann helfen, weil die Anwendung einem hier anzeigt, ob man wegen eines Check-Ins an einem Ort benachrichtigt wurde.

Ich war an dem Tag nirgends eingecheckt, weiß aber zum Glück trotzdem noch, wo ich war. Zum Beispiel im Büro, fast allein. Dass von den anderen niemand die Warnung ausgelöst hat, finde ich schnell heraus. Also weiter überlegen. Abends war ich essen, dann in einer Bar. Und ich bin mit den Öffis gefahren. Natürlich mit Maske, natürlich unter Einhaltung der Auflagen. Normales Leben eben, soweit möglich. Die Pandemie ist doch fast vorbei, habe ich gehört.


Wann zeigt die App endlich wieder grün?

Bis heute, 21. November 2021, erreichen uns immer wieder Fragen von Leser:innen, die wissen wollen, was sie tun können, damit die Corona-Warn-App nicht mehr rot anzeigt. Die Antwort ist einfach: Gar nichts, außer abwarten. Die rote Warnung bleibt für 14 Tage nach der Risikobegegnung in der App, am 15. Tag ändert sich der Risikostatus automatisch wieder auf grün, sofern es keine neuen Risikobegnungen gab. Auch ein negativer Test ändert an dieser Wartezeit nichts.


Und jetzt muss ich mich doch fragen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich mich an einem dieser Orte angesteckt habe. Mal wieder. Nach bald zwei Jahren mit Covid-19 in der Welt ist es nicht das erste Mal, dass bei mir dieses Gedankenspiel abläuft. Einmal war ich bei einem privaten Abendessen. Einer der Gäste wurde kurze Zeit später positiv auf Covid-19 getestet. Ein anderes Mal hatte ich im Testzentrum einen falsch-positiven Schnelltest. Immer sorgte ein PCR-Test für Entwarnung.

Solange Tests überall verfügbar waren, war das kein Problem. Auch jetzt verfalle ich beim Blick auf die App nicht in Panik. Die Impfung hilft. Dass ich keine Symptome habe, auch. Aber: Es gibt Durchbrüche, auch Geimpfte sind nicht vollkommen geschützt. Und die Ansteckung funktioniert auch ohne Symptome.

Deshalb löst die rote Warnung ein Gefühl in mir aus, von dem ich dachte, dass ich es hinter mir gelassen habe: Es ist diese ganz spezifische Corona-Unsicherheit, wie sie viele von uns seit Beginn der Pandemie immer wieder gespürt haben. Was, wenn ich mich angesteckt habe? Was, wenn ich andere angesteckt habe?

Dann geht das Rechnen los: Wann war ich am Wochenende im Theater und wann in der Kletterhalle? Wann war ich beim Haareschneiden und wann beim Tanzen? Meine Partnerin war bei mir, Tage später war sie im Büro. Ab wann wäre ich eine Gefahr für andere?

Und vor allem: Wie geht es jetzt weiter? Nochmal tagelang in Sicherheitsisolation will ich nicht. Eigentlich wollte ich ins Büro. Auf ein Netzwerktreffen von Nichtregierungsorganisationen. Herrgott, ich wollte sogar ins Casino. Die Pandemie ist doch fast vorbei, habe ich gehört. Am Wochenende will ich meine Eltern treffen, beide Risikogruppe.

Die Hotline empfiehlt, ich solle auf meinen Körper hören

Ich brauche Klarheit. Ein Schnelltest zuhause ist negativ. Aber was heißt das schon? Wenn ich von Christian Drosten eines gelernt habe, dann, dass nur ein PCR-Test Klarheit bringt (oder jedenfalls etwas, das dem möglichst nahe kommt).

Doch die Verfügbarkeit von Tests ist gerade reduziert, obwohl es eigentlich genügend gibt. Die Testzentren, die noch bis vor wenigen Wochen an jeder Ecke zu finden waren, sind selten geworden. Seit einem Monat gibt es keine kostenlosen Bürgertests mehr und auch das Angebot an PCR-Tests ist schmaler. Es war eine politische Entscheidung, um Kosten zu sparen und den Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen. An vielen Orten gilt jetzt die 2G-Regel, das verleitet leicht zu der Annahme, dass nur noch Ungeimpfte ein Problem hätten. Doch viele Kinder können noch nicht geimpft werden und bei vielen Älteren und anderen, die früh geimpft wurden, lässt der Schutz bereits nach.

Um die Krankenhäuser nicht zu überlasten, sei jetzt das “akute Ziel, nicht zu viele Infektionen auf einmal zuzulassen”, erklärt Virologe Drosten gerade bei Zeit Online. Das aber geht nur, wenn die Menschen, die möglicherweise ein Risiko darstellen, sich testen lassen können.

Ich selbst bin dabei erheblich privilegiert: Ich will mich nach der roten Warnung nicht lange isolieren müssen, aber ich könnte. Zur Not könnte ich den PCR-Test selbst zahlen. Ich kann von zuhause aus arbeiten, muss keine Kinder betreuen. Menschen in anderen Lebenssituationen haben diese Wahl nicht. Sie bringt die rote Warnung in ein echtes Dilemma.

Weil Kollege Markus Reuter mir von seiner Recherche berichtet, weiß ich von Schwierigkeiten mit den PCR-Tests. Also rufe ich die Hotline des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes an, wie es mir die Corona-Warn-App empfiehlt.

Mein Gesprächspartner ist freundlich, hilfsbereit und wirkt kompetent. Er redet mir gut zu. Sorgen bräuchte ich mir nicht zu machen, eine Warnung über die App bedeute nicht automatisch eine Infektion. Er erklärt mir, wie die App funktioniert, sie warnt nur vor Menschen in der Nähe, die später positiv getestet wurden. Ich weiß das, aber ich höre es mir bis zum Ende an.

Solange ich geimpft sei und keine Symptome habe, könne ich normal weiterleben, sagt er. „Hören Sie auf Ihren Körper.“ Ich dachte, es gibt auch symptomfreie Ansteckungen? „Machen Sie immer mal wieder einen Schnelltest.“

„Eigentlich steht Ihnen das zu“

Dass ich das Virus früher oder später bekomme, an den Gedanken habe ich mich gewöhnt. Aber um mich geht es mir in dem Moment gar nicht. Soll ich echt unter Menschen gehen, obwohl mich die App gewarnt hat? Das fühlt sich falsch an.

Ich frage deshalb nach dem PCR-Test. Mein Gesprächspartner hätte das Thema nicht von selbst angesprochen. Jetzt sagt er: „Ja, das steht Ihnen frei.“ Und er schiebt hinterher: „Eigentlich steht Ihnen das zu.“ Eigentlich? Da erzählt auch er davon, dass offenbar viele Menschen mit roter Warn-App von Testzentren weggeschickt werden. Dass hätten ihm in den letzten Tagen häufig Menschen berichtet.

Ich überlege kurz, was ich jetzt machen soll. Im Zweifelsfall selbst zahlen? Oder von Testcenter zu Testcenter tingeln?

Ich könne es auch bei meiner Hausärztin oder Ärzten mit Infektionssprechstunden probieren, sagt mein Gesprächspartner noch. Da ist es gerade 11:45 Uhr. Um diese Zeit in Berlin einen Arzttermin bekommen? Viel Vergnügen. Das sieht er ein. Er sucht mir Testzentren in meiner Nähe heraus und empfiehlt die interaktive Karte des Landes Berlin.

Dort allerdings finde ich direkt ein altes Testcenter in meiner Nachbarschaft, das längst geschlossen hat. Ein anderes versuche ich telefonisch zu erreichen, um vorher zu klären, ob sie mich wegschicken – und scheitere. Die Telefonnummer herauszufinden ist schwer genug, jemanden ans Telefon zu bekommen scheinbar unmöglich.

Tests sollten keine Mangelware sein

Zum Glück ist mein Kollege bestens informiert. Er erklärt mir, dass es bei staatlichen Testcentern in Berlin offenbar seltener Probleme mit dem kostenlosen PCR-Test gibt.

Der Weg ist etwas weiter, aber tatsächlich: Hier geht es dann ganz schnell. Ich zeige die App mit der roten Warnung, kann mich registrieren und bekomme nach wenigen Minuten einen kostenlosen PCR-Test.

Na also, es geht doch. Wer eine rote Warnung hat und ein staatliches Testzentrum aufsucht, sollte keine Probleme haben, einen kostenlosen PCR-Test zu bekommen. Dass genau das nicht überall kommuniziert wird, ist fatal.

Wir befinden uns in einer kritischen Übergangsphase. Wieder mal müssen die Intensivmediziner:innen vor einer Überlastung des Gesundheitssystems warnen. In so einer Situation sollten Tests keine Mangelware sein. Angesichts von Impfdurchbrüchen und ungeimpften Kindern sind sie noch immer eine wichtige Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und andere zu schützen. Das Chaos um die Warnungen der App ist das genaue Gegenteil von dem, was wir jetzt brauchen.

Ich selbst bekomme etwa 24 Stunden später die gute Nachricht: Der Test ist negativ. Es ist gut, dass die App mich gewarnt hat. Es ist gut, dass ich mich isolieren konnte. Und es ist gut, dass ich jetzt Klarheit habe. Ich hoffe, dass die App mich nicht nochmal erschreckt. Denn die Pandemie, sie ist doch bald vorbei, habe ich gehört.

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20 Ergänzungen

    1. Am 4.11.21 erhielt ich eine rote Warnung. Die Begegnung soll am Vortag (3.11.21) stattgefunden haben. An dem Tag war ich aber die ganze Zeit Zuhause. Das hat mich verwundert. Am 8.11.21 ließ ich mich testen – negativ! Die Warnung kommt bestimmt bald. Das ganze fängt wieder von vorne an.

  1. Der Mann spricht mir aus der Seele! Seit ein paar Tagen habe auch ich eine leuchtend rote Meldung in der Corona-Warn-App: “Erhöhtes Risiko”. Und auch ich bin etwas überfodert mit der Nachricht bzw. damit, was jetzt eigentlich konkret zu tun ist (bin auch 2x geimpft und befolge AHA+A-Formel so gut es eben geht). Der Artikel gibt eine hilfreiche Handlungsempfehlung, die die Politik vermissen lässt. Danke dafür!

  2. Wie deutlich die Hinweise auf Landesebene (Berlin) sind, ist hier nachzulesen:
    https://www.berlin.de/sen/gpg/service/oft-gesucht/artikel.1135347.php
    Demnach muss grundsätzlich gezahlt werden, es sei denn die aufgezählten beurteilenden Stellen bei nachgewiesenem Kontakt mit Infizierten (also auch bei CWA = ROT), beurteilen das Anliegen “wohlwollend”. Nur, jeder Anspruch bedeutet Mehrarbeit und das könnte letztlich den Ausschlag geben.

    Danke Ingo für die Hinweise. Leider wird das kaum etwas ändern.

    1. @Stephan:
      “Kein Wort von einer Warn-App oder Kontakt zu Infizierten…”

      Unsinn.
      Was hast Du an
      “Anspruch aus einem der in den §§ 2 – 4 TestV genannten Gründen haben,”
      nicht verstanden?
      Oder einfach mal lesen, §2 (2) 5.
      [quote]
      5.
      Personen, die durch die Corona-Warn-App des Robert Koch-Institutes eine Warnung mit der Statusanzeige erhöhtes Risiko erhalten haben,
      [/quote]

  3. Ich habe mich zuerst gewundert, was der Artikel mit dem sonstigen Themenspektrum von netzpolitik.org zu tun hat.
    Nachdem das ganze mir dann aber kürzlich auch passiert ist und ich mich ebenfalls durch den Dschungel der Informationen kämpfen musste, war ich ziemlioch froh, dass jemand das so gut veständlich aufbereitet hat
    Vielen Dank
    P.S. welches Testzentrum in Berlin ist den zu empfehlen?

    1. @
      “welches Testzentrum in Berlin ist den zu empfehlen?”

      Für was?
      Aus Gründen
      – des Datenschutz
      – des Preises
      – des Umfang

  4. Auch ein PCR Test ist nur eine Momentaufnahme, und gibt nicht automatisch Entwarnung, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Ansonsten vielen Dank für den Artikel: jetzt weiß ich immerhin wo ich NICHT anrufe.

    LG

    1. Vielen Dank für das Feedback und absolut richtig, das habe ich durch den Zusatz in der Klammer auszudrücken versucht:
      “Wenn ich von Christian Drosten eines gelernt habe, dann, dass nur ein PCR-Test Klarheit bringt (oder jedenfalls etwas, das dem möglichst nahe kommt).”

  5. Bitte teilen Sie mir mit,wielange die rote Warnung in der Corona App bestehen bleibt. Wann wird sie wieder grün

    MfG

    1. Hallo Frau Höhne,
      nach meinem Kenntnisstand bleibt die rote Warnung für 14 Tage nach dem Stichtag (also: der Tag, an dem die Risikobegegnung stattfand) in der Warn-App. Sie sollte dann von alleine wieder weggehen.
      Beste Grüße
      Ingo Dachwitz

  6. Ich hatte auch schon mal eine rote Warnung. Wir hatten in der Arbeit im Stockwerk über uns einen Coronafall. Ich hatte aber keinen direkten Kontakt zu den Personen ( wie saßen nur direkt darunter!). Daher fand ich die Warnmeldung der App als irreführend und nervig.

    Jetzt haben wir wieder einen Coronafall und ich und mene Kollegin bekommen keinen PCR-Test weil Kontaktzeit und Abstand zu gering waren. Wir haben aber mit der Person zu unterschiedlichen Zeiten die gleichen Räumlichkeiten benutzt. Inwieweit immer gut gelüftet wurde, kann man ja jetzt nicht mehr nachvollziehen. Die Person benutzt anscheinend nicht die Coronawarnapp, sonst wäre wahrscheinlich eine Wahrnung gekommen. Hätte es mir in dem Fall einfacher gemacht!

    Sollte sich das jetzt doch noch irgendwie ausweiten und ich müsste zum PCR-Test.. ist für mich eher die Frage, wie komme ich da hin?? Hab kein Auto und kein FS und das Testzentrum ist ein Drive-In und am Arsch der Welt. 🤷‍♀️

  7. Vielen Dank Herr Dachwitz,

    ich hatte in der Woche auch die ganze Zeit, wie es offiziell heißt eine “rote Kachel”. Heute macht ich mir Sorgen das diese nicht verschwindet ohne einen Test bestätigt zu bekommen, das die Übertragung nicht zu Gunsten von klein Delta verlief.

    Etwa nach 15 Tagen und 6 Stunden nach der letzten kritischen Begegnung, wird die Kachel von alleine grün.

    Die selbe Unsicherheit nach der Meldung hatte ich auch. Es findet sich bei einer roten Kachel, aber weitere Informationen im “Tagebuch”. Vielleicht sollte man sich dort auch selber immer in Stichworten eintragen was wie wo abgelaufen ist. Als Vorbereitung für den kalten Winter.

    Ich hatte Glück das der 31. Oktober sehr windig war und ich die meiste Zeit im freien unterwegs war. Zudem waren es keine Zustände wie am 11. November in Köln und ich konnte ausschließen längere Zeit in einer Menschentraube zu stehen. Stand Heute, trage ich auch wieder öfter Maske im Freien.

    Bei der F-Droid Variante der Corona-Warn App, die auch googlefrei nutzbar ist, lassen sich die Daten exportieren und man kann damit dann Analysen anstellen. Wie zum Beispiel bei der Corona-Warn-Companion App. Das beruhigt unter Umständen etwas. Doch es ist natürlich auch eine mögliche Quelle für Fehlschlüsse. Gut auf seinen Körper zu hören und sich mehrmals zu Testen ist in der Zeit Pflicht.

    2021, finde ich die googlefreie Variante der Corona-Warn-App als sehr gut und hilfreich. Eigentlich ein kleines Leuchtturm-Projekt für Datenschutz und Entwicklung in Deutschland/Europa.

    Weniger Lustig fand ich die Schließung ende Oktober aller Testzentren und sogar im örtlichen Krankenhaus konnte mir niemand weiter helfen. “PCR Tests? Nein machen wir nicht”.

    Mich hatte es regelrecht schockiert. Aber es freut mich das es auch ohne Armin Laschet klappt, das langsame Schiff der Politik in die richtige Richtung zu schieben. Wohler und sicherer, fühlte ich mich im Mai 2020 dennoch.

    Das obwohl ich jetzt zwei mal Geimpft bin, einfach weil die Gesamtsituation so Absurd geworden ist. Dennoch finde ich es gut wenn vieles offen bleibt. Wir müssen halt dem Virus keine Chance geben (Lüften, Maske, Abstand, Hand Hygiene usw.), ganz besonders auch die Geimpften.

    Fefe hat eben eine Studie verlinkt, nach dem der Impfstoff aus Mainz nach 4 Monaten ohne Booster nur noch ca. die Hälfte an Schutz bietet. Aber die Studie hatte noch kein Review.

    Ach noch was zur Companion-App. Dort finden sich Hinweise zu der Anzahl der Kontakte, der groben Uhrzeit und den Tag, als auch Informationen zur Virenlast mit dem bestätigten positiven Kontakt.

    Also Ärmel Hoch und boostern.

  8. Danke für diesen Artikel, der mich heute zumindest ein Stückchen aus der Verunsicherung und Ratlosigkeit gezogen hat, nachdem ich am Morgen die rote Kachel in der App entdeckt habe (bin ebenfalls doppelt geimpft). Ich würde mir wirklich wünschen, dass es deutlichere Handlungsempfehlungen seitens der App in diesem Fall gibt. Der Anruf in der Hausarztpraxis war auch eher ernüchternd, ich solle abwarten ob ich Symptome habe, symptomfrei könne ich nicht PCR-getestet werden oder halt nur auf eigene Rechnung (je nach Anbieter um die 100 Euro). Ein Schnelltest war immerhin negativ, aber eine Garantie ist das natürlich nicht.
    Schade, dass man hier offenbar nicht daran interessiert klare Regeln zu schaffen, die sicherlich etwas zur Pandemiebekämpfung beitragen würden. Aber das klappt ja derzeit auch nur so lala. So erscheint die ganze App nur bedingt nützlich.

  9. Meine App zeigt auch rot mit “Erhöhtes Risiko” da ich keine Information gefunden habe, wie das Bild gelöscht oder rückgängig gemacht wird, bin ich für eine Information sehr interessiert.

    Danke für eine informative Antwort.

    Mfg

    1. Die rote Warnung bleibt für 14 Tage nach dem Stichtag (also: der Tag, an dem die Risikobegegnung stattfand) in der Warn-App. Sie geht dann von alleine am 15. Tag wieder weg.
      Beste Grüße

  10. Seit eineinhalb Jahren nutze ich die CWA, immer grün und somit ein gutes Gefühl. Am 19.11.21 erhielt ich die rote Warnung für eine Begegnung am 18.11. Okay, in Selbstisolation gegangen. Heute sagt mir die CWA, dass ich seit dem 14.11. täglich eine Risikobegegnung habe. Kann nicht sein weil ich 4 Tage alleine ohne Kontakt in meiner Wohnung war. Also bei der CWA angerufen die sagten mir wenn jemand in meinem Umfeld positiv getestet wurde werde ich gewarnt. Mein Nachbar ist trotz 2-fach Impfung positiv, wir hatten keinen Kontakt und das abstruse ist dass seine Frau eine grüne CWA hat. Hier läuft doch etwas sehr schief und löst Panik und Unsicherheit aus. Ich verabschiede mich von der CWA.

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