Offensive im Jugendschutz

Ohne Perso kein Porno

Wer zukünftig Pornos im Internet gucken möchte, soll einen Ausweis vorlegen müssen. Die Medienaufsicht will ab Sommer die verpflichtende Altersprüfung in Deutschland durchsetzen und droht mit Sperrungen. Eine Kulturwissenschaftlerin kritisiert das als Zensur und fordert stattdessen mehr Aufklärung.

Bildschirm mit "Diese Seite entspricht nicht den deutschen Jugendmedienschutz..." (nachgestellt)
So könnte es ab Sommer aussehen, wenn man versucht, auf Porno-Portale zu klicken. (Fotomontage) CC-BY-NC-SA 4.0 netzpolitik.org

Die Landesanstalt für Medien NRW will Jugendlichen in Deutschland den Zugang zu Pornos im Internet erheblich erschweren. „Je schwerer der Verstoß gegen den Jugendschutz, desto höher muss die Hürde zum Zugang sein“, sagt ihr Direktor Tobias Schmid.

Zukünftig sollen Nutzer:innen zunächst nachweisen, dass sie volljährig sind, bevor sie auf beliebte Porno-Portale wie etwa xHamster und Pornhub zugreifen können. Unter-18-Jährigen darf in Deutschland Pornografie nicht zugänglich gemacht werden. Diese Regelung soll nun härter durchgesetzt werden.

Ab Sommer könnten Porno-Seiten gesperrt werden

Die Medienwächter drohen mit Sperrung von Porno-Seiten, sollten die Betreiber nicht bis spätestens Juni 2020 das Geburtsjahr aller Zuschauer:innen prüfen. Solche Sperren würden nur das Aufrufen der Website aus Deutschland verhindern, in anderen europäischen Ländern oder per VPN wäre der Zugriff weiterhin möglich.

In Großbritannien ist ein ähnliches Vorhaben letztes Jahr gescheitert. Bürgerrechtsgruppen hatten gewarnt, dass die Klarnamen und Geburtsdaten von Nutzer:innen mit höchst sensiblen Angaben über ihre sexuelle Vorlieben verknüpft werden könnten. Zudem wurde befürchtet, dass der Einfluss des MindGeek-Konzerns, zu dem Youporn, Pornhub und Redtube gehören, dadurch weiter wachsen könnte.

Medienanstalt setzt dabei lediglich geltende Gesetze durch

„Eine vollständige Abschottung von Jugendlichen vor Pornografie ist natürlich nicht realisierbar“, sagt der Direktor der Landesmedienanstalt. Dennoch müssten die Medienanstalten die von Politiker:innen beschlossenen Gesetze zum Jugendschutz umsetzen. Deshalb wird auch nicht zwischen 17-jährigen Jugendlichen und zwölfjährigen Kindern unterschieden: Minderjährige sollen grundsätzlich vor dem Zugang zu Pornos abgeschirmt werden.

Bereits im November hatte Schmid härteres Durchgreifen angekündigt, nun drohen den Betreibern bald ernste Konsequenzen.

Mit Kreditkarte oder Perso auf Porno-Portalen anmelden

Schmid gibt sich zuversichtlich zur Akzeptanz in der Bevölkerung: „Die Bereitschaft, persönlich Daten für den Porno-Konsum zu teilen, scheint bei vielen Menschen durchaus zu bestehen. Viele Portale finanzieren sich über ihren bezahlten Content und dafür müssen Nutzer ihre Kreditkarten hinterlegen.“

Auf Anfrage, wie die Altersprüfung konkret umgesetzt werden könnten, reagierten Pornhub und xHamster bisher nicht. Die Kommission für den Jugendmedienschutz (KJM) sieht vor, dass die Volljährigkeit durch eine natürliche Person geprüft werden muss. Bereits anerkannt sind etwa die Verfahren Post-Ident, bei der Nutzer:innen in einer Postfiliale ihren Ausweis vorlegen und der Log-in über das Unternehmen Verimi.

Andere Medien hatten wiederholt berichtet, dass entsprechende Altersverifikationen auf den .de-Domains der großen Porno-Portale bereits vorhanden seien. Aktuell ist das nicht der Fall, die Landesmedienanstalt NRW prüft nun.

Pornos dienen nicht der sexuellen Aufklärung

„Die verpflichtende Altersverifikation sendet einfach das falsche Signal: Dass Sex gefährlich ist, und Zensur junge Menschen davor schützt“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Madita Oeming gegenüber netzpolitik.org. Oeming forscht seit fünf Jahren zum Thema Pornografie.

Die Forscherin sieht das Problem nicht in der Verfügbarkeit von Pornos an sich, sondern darin, dass Pornos in Ermangelung anderer Quellen im Moment einen großen Teil der Sexualaufklärung übernähmen. „Dafür waren sie nie gemacht. Sie sind Unterhaltung, Fantasie, Fiktion. Pornos haben keinen Bildungsauftrag und sollten auch keinen haben.“ Auf Twitter hat sie ihre Kritik an dem Vorstoß der Medienwächter zusammengefasst:

Über sexuelle Lust informieren statt Pornos verbieten

Oeming bezeichnet die Altersverifikation als „Pseudo-Aktionismus“. Sie fordert die Landesmedienanstalten auf, ihre Ressourcen und Reichweite zu nutzen, um Aufklärung zu betreiben, statt Verbote durchzusetzen. Eine Möglichkeit wäre, alternative Projekte zu fördern:

Gerade Medien verschiedener Art könnten durch ihre leichte und breite Zugänglichkeit, ihren Unterhaltungswert, zum Teil auch durch ihre Anonymität, ein wirkungsvolles Werkzeug sein. Sie sollten genutzt statt verteufelt werden.

In Schweden gibt es bereits staatlich mitfinanzierte feministische Pornos. Die Berliner Sozialdemokrat:innen hatten letztes Jahr Filmförderung für feministische Porno-Produktion ins Gespräch gebracht und bekamen dafür durchaus Zuspruch.

Der Direktor der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt, Tobias Schmid, lehnt das derzeit ab: „Die konkrete Heranführung von Jugendlichen an pornografische Inhalte gehört nicht zu unseren Aufgaben.“

27 Ergänzungen
  1. Scheint so als ob da einige Internet-Zensur liebhaber die aktuelle Corona Krise nutzen wollen um Deutschlandweite Internetzensur durchzusetzen. Das darf nicht geschehen, es kann nicht sein das die Krise mißbraucht wird um unsere Freiheitsreche nur noch weiter einzuschränken.

  2. „Wer zukünftig Pornos im Internet gucken möchte, soll einen Ausweis vorlegen müssen.“

    Wenn sich die NutzerInnen, in diesem sensiblen Bereich, mit ihrem Ausweis (BPA) legitimieren müssen ist es auch mit der Anonymität vorbei. Aus Angst, dass diesbezügliche Personaldaten in die „falschen Hände“ gelangen dürften viele bisherige NutzerInnen dieser digitalen Erotikangebote künftig wohl darauf verzichten. Ob dies nun gut oder schlecht ist, mag jeder/ jede selbst für sich entscheiden.

      1. VPN sperren wird erstens nicht so einfach sein.
        Und zweitens ist VPN auch in UK gar nicht notwendig, DoH reicht z.B. auch vollkommen aus. (Und das kann man nicht sperren.) Die haben dort ja nicht umsonst laut aufgeschrien, als das im Firefox eingebaut worden ist.
        Die Verwerterindustrie hat das bis jetzt übrigens ja auch nicht geschafft, auch diese Sperren lassen sich mit Leichtigkeit umgehen.

    1. Tatsächlich wird es die privatsphärenbewussten Menschen ausschließen, bzw. sie in die Illegalität drängen.

      Vielleicht werden Grüppchen um sozunennende „Verbrannte“ gebildet. Die machen dann alle Bestellungen und Downloads mit ihren Daten und geben die Produkte dann weiter.

      ***

      Es fehlt eh die Geschäftsmöglichkeit, für andere im Internet kaufen zu dürfen, geschäftlich, als „Privatsphärenschild“. Möglichkeit heißt hier natürlich Verbot und Zwang:
      – Zwang, (Klein-) Unternehmern zu gestatten, wie Privatkunden kleine Mengen abnehmen zu lassen, sofern Privatkunden auch bedient werden.
      – Verbot, es in Geschäftsbedingungen auszuschließen. (Verbot bösartiger Preisgestaltung?)

      Eine anonymisierende staatliche Stelle wäre vielleicht auch „ok“, allerdings gibt es da auch Datenfragen, die z.B. bei Betrachtung des Gesundheitsministeraktivitätspherlaufes nichts gutes Ahnen lassen.

      Eine staatliche Stelle positiv gesehen könnte auch temporär Adressdaten und alles enthalten, die dann die Zustellung ermöglichen, so dass Händler usw. nichts mehr zu sehen bekommen – „nichts“ wie in „Tracking verbieten“ :). Das ist letztlich kompliziert und erfordert eigentlich eine umfassendere Umkehr für das ganze System. Über den de facto eingeschlagenen Weg geht sehr viel verloren, auch echte Motivation.

  3. Altersverifikation hat schon nicht funktioniert, als es Pornos nur in Form von Heften oder Videokassetten gab – und wird es erst recht nicht in unserer Zeit tun, wo es Hunderte / Tausende Quellen gibt, die man ohne großen Aufwand finden kann.

    Ganz lächerlich wird es, wenn man sich dann Opera anschaut, der ein VPN schon gleich mitliefert. Aber hey, vielleicht wird der dann demnächst in DE verboten? Alles zum Wohle unserer Kids (die sich, so vermute ich, eher über so einen Kram totlachen, als sich auch nur eine Sekunde von Pornos fernhalten zu lassen).

    Ist das nun Aktionismus, weil man es wirklich tatsächlich nicht besser weiß, oder Aktionismus, damit man hinterher sagen kann, immerhin etwas getan, oder besser versucht, zu haben?

  4. Tobias Schmid war vorher Chef-Lobbyist von RTL. Dessen Auftrag duerfte hier also primaer sein, Konkurrenz zum Privatfernsehen auszuschalten.

    Die Greise Koalition unterstuetzt ohnehin alles, was dieses neue Internet irgendwie kaputt macht.

  5. Als älteres Semester kenne ich nicht die aktuellen Schullehrpläne zum Beispiel für den Informatikunterricht. Weiß jemand, ob da auch die Nutzung von VPNs dabei ist? Denn das wäre schon sehr ironisch, wenn einerseits dieser Vollquatsch eingeführt und andererseits in den Schulen der Weg zur Umgehung ebenso gleich mitgeliefert würde.

  6. 1. Es ist technisch unmöglich jemandem über das Internet ohne deren Zutun physischen Schaden zuzufügen.
    2. Kinder und Erwachsene, die nicht genug Eigenverantwortung besitzen um sich nicht selbst zu schaden, gehören nicht unbeaufsichtigt ins Internet.
    3. Das Internet ist technisch bedingt exterritorialer Raum. Kein Land der Welt kann dort irgendwelche Hoheitsrechte durchsetzen. Die einzige Alternative besteht darin sich vollständig vom Internet abzuschotten und ein Intranet mit rigorosen Firewalls nach Außen und einem vollständigen Verbot von Verschlüsselung aufzubauen.
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    Ergo: Schafft die Landesmedienanstalten endlich ersatzlos ab und denkt nicht mal daran IRGENDETWAS im Internet regulieren oder verbieten zu wollen.
    Es ist alleinige Aufgabe der Eltern ihre Kinder zu erziehen. Wenn Einige so unverantwortlich sind ihre Kinder im Rotlichtviertel spielen zu lassen, unbeaufsichtigt im Internet zu surfen zu lassen oder beim lokalen Rockerclub eine Tagesmutter anzuheuern, dann ist das deren Problem.
    Ich jedenfalls werde meine Kids nicht einfach so aufs Internet los lassen. Die dürfen im gemeinschaftlichen Wohnzimmer an einen Computer der so gestellt ist, dass der Monitor einsehbar ist und wenn sie zur Schule gehen gibts ein Dumbphone. Sobald die genug Geld verdienen um sich selbst was zu kaufen, können die machen was sie wollen. Da wäre es eh zu spät um noch einzugreifen.

  7. Manchmal frage ich mich, was Leute wie Herr Schmid oder diverse Verbotspolitiker in der Jugend erlebt haben. Denn mit ihnen fallen wir zurück in die prüden 50er. In den 70ern und 80ern waren Blättchen wie „Praline“ und Co. an jedem Kiosk im Schaufenster ausgestellt. Die „Bravo“ hatte im Aufklärungsteil meistens ein Nacktbild eines Jungen oder Mädchens. Hat uns das geschadet? Nein! Mir auch nicht. Ganz im Gegenteil, sie beflügel(te)n die sexuelle Phantasie. Ich kenne etliche Leute, die der Meinung sind, Pornos hätten ihnen als Jugendliche sogar beim Finden der sexuellen Identität geholfen – frei nach dem Motto: Welches (nackt sichtbare) Geschlecht erregt mich am meisten? Was sagt und lehrt uns das? Das es weitaus sinvoller ist, Sexualität frei mit Aufklärung erleben zu lassen als Leute vor allem (angeblichen) Sex-Unbill durch Verbote abschirmen zu wollen. Letzteres hatten wir in besagten 50ern und davor alles schon mal. Und es BRINGT GAR NICHTS, sondern schadet nur!

    1. Das hat nichts mit prüde zu tun.
      Die derzeitige Pornographie besteht zu 90% aus Frauen verachtende Gewaltszenen!
      Wenn es um Sexualkunde in der Schule geht schreien die Leute „Ah unsere Kinder werden verdorben!“ Aber Pornographie nur gegen Altersnachweis „Schrecklich“, „Orwellsche Zustände“ „foobar“…

  8. Ist Juni nicht etwas sehr ambitioniert?
    Ich kann mich grob erinnern, dass es in UK auch daran gescheitert ist weil man es nicht geschafft hat ein funktionierendes System die ganze Zeit über zu entwickeln.
    (Die Redaktion soll mich bitte korrigieren falls dem nicht so wahr.)

  9. Putzig wie ein paar Kommentare hier über Überwachung meckern, welche enstünde durch die Maßnahme.
    BigBrother weiß längst was ihr für Pornos schaut, immerhin wird eure IP-Adresse übertragen, oder traut ihr den ISPs dieser Welt diese geheim zu halten und zahlungskräftigen Kunden (z.B. einem Pornoseitenbetreiber) die Auskunft darüber zu verweigernd?
    Oder benutzt ihr Tor, oder einen VPN um euren Pornokonsum zu verschleiern und stehlt damit jenen Bandbreite, welche diese Anonymisierungstechniken benötigen um sich vor Verfolgung, Zensur, Haft und Mord zu schützen?
    Und wenn ihr es tut, verbietet ihr dann auf den Seiten Javascripte, XHR, usw. denn all diese „modernen“ Webtechniken (allen voran JS) können eure IP leaken, erst recht wenn die JS nicht FLOSS sind und man daher nicht weiß was sie tun.

    Zur Idee:
    Ich finde sie gut, aber man darf den Portalen diese Daten nicht übergeben.
    Es muss eine, am besten staatliche Instanz zwischen geschaltet werden (der Staat hat ja eh die Daten auf dem Perso).
    Dann bekommt jeder der über 18 ist ein staatlich ausgestelltes Verifikationszertifikat z.B., mit welchem er sich auf der jeweiligen Seite einloggen kann (müsste ja bei dem Perso-Verfahren wo die Daten direkt an den Seitenbetreiber gehen auch geschehen, man muss die Session
    ja zuordnen können).
    Heißt will ich einen Porno schauen, muss ich diese (am besten regelmäßig zu erneuernde) Zertifikat besitzen, so kann der Seitenbetreiber nur Ü18 jährigen Zugang gewähren und kommt doch nicht an meine Personalien und der Staat weiß nicht welche Seiten ich besuche!

    Kinder und Jugendliche dürfen nicht Pornographie ausgesetzt sein (irgendwelche Softerotik ab 16 oder so mal ausgenommen, also wenn man 16 ist ;] ).
    Ich Beispielsweise bin komplett ohne Pornographie aufgewachsen und habe weder eine gestörte Sexualität (Gewaltporno etc.), noch ein gestörtes Verhältnis zu mir selbst entwickelt (Genital-Minderwertigkeitskomplexe o.ä.).

    1. Wow… welch fragwürdiges IT Halbwissen hier an den Tag gelegt wird ist erschreckend.

      Eine ID vom Staat verpflichtend machen um, egal welche Seite auch immer, benutzen zu können. Prima Idee,… doch… das macht es dem Staat auch gar nicht noch einfacher die Privatsphäre zu kippen.

      Das Sie komplett ohne Pornographie groß geworden sind halte ich im übrigen für gelogen.
      Kinder und Jugendliche interessieren sich immer für Dinge die nur für Erwachsene sind.
      Dann kommt noch Pubertät, Gruppenzwang, usw. hinzu.
      Vielleicht sind Sie auch die eine Ausnahme unter einer Milliarde, dann entschuldige ich mich Sie einen Lügner zu nennen.

      Ausserdem glauben Sie nur das Sie keine gestörte Sexualität oder ein gestörtes Verhältnis zu sich selbst entwickelt haben oder haben Sie diese Aussage schon psychologisch absichern lassen?

      1. Unfassbar was für ein Angriff gegen andere Personen hier stattfinden darf!

        Wo sind noch gleich die Aussagen was an meinem Post „IT-Halbwissen“ sei?

        Es geht um ein zufällig generiertes Zertifikat, welches automatisch an jeden Bürger mit deutscher Staatsangehörigkeit, der das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat ausgestellt wird und für eine bestimmte Dauer Gültigkeit besitzt, z.B. ein Jahr und danach automatisch erneuert wird.
        Dass keine Verknüfpung zwischen dem Inhalt eines solchen Zertifikats und den Daten an den dieses augestellt wurde bestehen darf ist doch wohl klar!
        Ein entsprechendes Gesetz muss eben den Datenschutz, der ja durchaus nicht der schlechteste ist in diesem Land, gewährleisten und somit dafür sorgen, dass in der Datenbank nur steht DAS ein Zertifikat am DATUM um UHRZEIT an NAME ausgestellt wurde, aber nicht welches, bzw. welchen Inhalt es hat.
        Und der Staat erfährt auch nicht, auf welchen Seiten man mittels des Zertifikats einen Altersnachweis abgegeben hat, warum auch?

        Aber klar, wenn man hier herumtrollt, anderen Leuten Halbwissen vorwirft, diese Aussage nicht begründet und dann aufzeigt, dass man nicht viel vom Post desjenigen den man beschuldigt versteht und sich damit selbst als Halbwisser (oder eher Unwisser) für andere sichtbar macht, kommt so ein Spam dabei heraus wie der von Alexander…

        Und andere Menschen als Lügner zu bezeichnen und sich direkt danch „zu entschuldigen“ falls diese Anschuldigung nicht zutreffen sollte, ist eine Art der Diffamierung, die ich eigentlich nur von rechten Trollen aus anderen Kommentarspalten kenne…

        1. Das klingt nach gefährlichem Falschwissen!

          Ein Zertifikat … Ende. Das Zertifikat macht Sie augenblicklich pseudonym. Je mehr soetwas Anwendung findet, desto wahrscheinlicher eine Zuordnung zur Person.

          Bitte nicht solche Konzepte…

  10. Es gibt genügend technische Möglichkeiten, mit denen Erziehungsberechtigte den Internetzugang von Minderjährigen kontrollieren können.

    Die haben auch den Vorteil, dass die den gesamten Internetzugang jugendfrei machen, und nicht nur .de – Webseiten. Ob und wie das funktioniert, kann man sich in jeder Schule und in den meisten öffentlichen Wlans und in Firmen anschauen.

    1. Spoiler: es funktioniert nicht.

      Uebrigens ist Tauschen von interessanten Daten mit smartphones trivial geworden, wir mussten noch Disketten kopieren…

  11. Das ist doch wieder der übliche Vorstoß unter Vorgabe eines vermeintlich nachvollziehbaren Anlasses.
    Dieser Satz,
    „Je schwerer der Verstoß gegen den Jugendschutz, desto höher muss die Hürde zum Zugang sein“, so man ihn den ernst nimmt, nimmt weiteres, weit außerhalb des Versuchs einer Einschränkung der Sichtbarkeit von sexuellen Darstellungen im Internet, intentional vorweg.
    Unter dem Mantel des vermeintlichen Jugendschutz, was für ein Hohn, ist es nur ein Schritt bis zur verpflichten Identifikation zur „Nutzung des Internets“. Gefiltert wird dann zentral nach Merkmalen und mitgeschrieben allemal.
    Ich bin mir nicht sicher, ob der Zitatgeber sich über die Tragweite seiner Argumentation im klaren ist. Ich vermute das ist nicht zwingend so. Aber er sollte dringend davon Abstand nehmen derart Demokratie zersetzendes Stuss von sich zu geben. Im ersten Schritt ist die Maßnahme nicht zielführend. Im zweiten, mit tiefer eingreifender Kontrolle, ein massiver Einschnitt in demokratische Freiheiten. Das kann, selbst wenn man dafür das Manko (wenn man denn verfügbare Pornografie so ansieht) in Kauf nehmen muss, nicht akzetiert werden.
    Pornografie ist, wenn abgebildete und ausgeführte Handlung im freien Konsens ohne weitere Zwänge ausgeführt werden, in meinen Augen kein hervorragendes gesellschaftliches Problem. Anders sieht es im gegengesetzen Fall aus. Wenn man hier etwas tun will, ist eine Einschränkung der Sichbarkeit sicher, und das ist lange erprobt, keine veritables Mittel, dass hier Abhilfe schafft.

  12. Hey, Digga, hab gehört du suchst P0rn? Ich hab hier ne SD voll mit *den besten Titten* mein Lieber, kein Spaß! Musste dir geben, so ge1l das glaubst du nicht, Digga! Nur fünfzig Kröten, komm schon, oder willst du dich auf Pornhub mit deinem Perso ausweisen?

    So oder so ähnlich dann auf dem Schulhof zu hören.

  13. Warum wird nicht eine „freiwillige Selbstverpflichtung“ wie man sie sonst auch anderen Wirtschaftszweigen vorgeschlagen?

    Man könnte auch eine datenschutzkonforme Lösung implementieren – Dergleichen ist von Entscheidern aber nie erwünscht.

  14. Wie schön das Internet doch um 2000 und früher herum war. Weder im Fokus der Medien, noch im Fokus der Politk.

    Alles funktionierte ohne großen Aufhebens und die Menschen ob Kind oder erwachsen aus der Zeit haben weder ernsthaften Schaden bekommen noch sind sie moralisch verwirrt oder sozialethisch desorientiert worden… Aktuell bewegen sich viele Tendenzen wieder Richtung Mittelalter.

    Und datenschutzkonform? Also bitte…

    „Wir“ klauen eure Daten, schleusen Trojaner bei euch ein (ob sie nun Telemetrie, Spyware, Keylogger, Staatstrojaner/TKÜ oder sonstwie genannt werden) brechen jegliche Rechte, dringen immer mehr in den persönlichen Raum ein und nehmen uns was uns gefällt.

    Aber hey, alles nicht so schlimm, denn es läuft „datenschutzkonform“ ab und wenn mal wieder ein paar Millionen Zugangsdaten im Netz stehen, Smartphonedaten erfasst werden zugunsten von datengeilen Institutionen juckt das keine Sau. Köder werden in verschiedenster Form ausgelegt damit Bürger/Endverbraucher Daten zum Fenster rausschmeißen und von fehlenden Strafen die auch wirkklich ins Gewicht fallen gar nicht zu reden.

    Menschen sollten dringenst aufwachen und über ihren eigenen Tellerrand schauen, aber ich befürchte der Zug ist längst abgefahren.

  15. „Wer zukünftig Pornos im Internet gucken möchte, soll einen Ausweis vorlegen müssen.“

    Seid ihr, Netzpolitik, sicherm dass das von der Landesanstalt für Medien NRW kommt? Klingt eher nach der katholischen Kirche.
    Wie schlimm wird das noch?

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