#wirvsvirus-Hackathon

Die nächsten Schritte vom Sprint zum Marathon

26.581 TeilnehmerInnen haben beim Hackathon an etwa 1.500 Projekten zur Coronakrise gearbeitet. Die OrganisatorInnen haben mit Hilfe von ExpertInnen und einer Fachjury nun 20 Projekte prämiert und ein Unterstützungskonzept vorgestellt.

Schwarz-weiß-Bild von Marathonläuferinnen
Bis Menschen wieder zu einem echten Marathon zusammenkommen dürfen, wir es noch eine Weile dauern. Ausdauer wird jetzt trotzdem dringend gebraucht. Vereinfachte Pixabay Lizenz wal_172619

Thomas Gegenhuber (@gegenhuber) ist Juniorprofessor für Digitale Transformation an der Leuphana Universität Lüneburg. Clara Scheve ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leuphana Universität in einem von der Europäischen Union geförderten Projekt zum Thema Digital Entrepreneurship. Laura Thäter und René Lührsen sind Masteranden an der Leuphana und setzten sich mit neuen Organisationsformen und Plattformen auseinander.

Der #WirvsVirus-Hackathon hat innerhalb kürzester Zeit die Zivilgesellschaft mobilisiert um Ideen zu entwickeln, die zur Lösung der Coronakrise beitragen. Der Hackathon-Prozess verläuft in Mustern, die wir aus der Innovationsforschung kennen: Öffnung und Dezentralisierung eignen sich sehr gut, um kreatives Potential zu entfalten. Die Herausforderung liegt aber nun darin, diese Ideen auszuwählen und zu verstetigen.

Ein Trichter für Ideen

Der Prozess der Ideengenerierung und der Ideenselektion folgt üblicherweise einer Trichter-Logik. Auch dies ist beim Hackathon der Fall, wie die Zahlen belegen: Ursprünglich haben sich 42.968 TeilnehmerInnen angemeldet, 26.581 haben schließlich im Slack mitgemacht. Aus der Community-Forschung kennen wir unterschiedliche Aktivitätsgrade: Von jenen, die sich intensiv in Slack-Teams organisiert haben, bis hin zu jenen ohne Teams, die kleinere, punktuelle Aufgaben übernommen haben wie die Teilnahme an Umfragen. Eine Nachlese zur Teilnahme haben wir bereits vorgenommen.

Schließlich hat die Community 1.494 Projekte auf der Entwicklerplattform Devpost gepostet und nochmal 1.221 dieser Projekte haben außerdem ein Pitch-Video auf Youtube hochgeladen. Nicht alle der 1.221 Projekte, die in mehreren YouTube-Playlists gesammelt wurden, sind vollwertig entwickelt.

Die OrganisatorInnen bewerteten die Vielzahl von Ideen in einem zweistufigen Prozess: Im ersten Schritt haben die OrganisatorInnen, ExpertInnen aus der Zivilgesellschaft und MitarbeiterInnen aus den Ministerien alle Projekte auf Devpost, sowie die dazugehörigen Videopitches gesichtet. Eine Mammutaufgabe. Um diese zu bewältigen, haben 600 MentorInnen sowie zusätzlich 70 Personen aus Ministerien sowie 60 Personen aus Tech-Szene und Zivilgesellschaft die Projektideen gesichtet.

Jede Idee wurde von fünf MentorInnen bewertet – ein Zehnaugenprinzip, um zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen. Zwischenbilanz: Eine Vorauswahl mit knapp 197 Projekten. Im nächsten Schritt sichtete eine Jury mit 48 ExpertInnen aus allen gesellschaftlichen Bereichen diese Vorauswahl, um 20 Projekte zu prämieren.

Schema des Hackathon-Ablauf
Wie ein Trichter gestaltete sich die Teilnahme am Hackathon

Die 20 Gewinner-Ideen im Überblick

Die OrganisatorInnen haben in einer feierlichen YouTube-Live-Übertragung am Montagabend die prämierten Ideen vorgestellt. Wir bieten einen kurzen Überblick, gegliedert nach der grundlegenden Organisationsfunktion der Gewinnerprojekte und stellen je zwei Beispiele vor.

Plattformen institutioneller Akteure

Projekte in dieser Kategorie (IDA, I.R.I.S., DEalog, fastbordercrossing, U:do, Sichertest, Digitales Wartezimmer, callvscorona, wir bleiben liquide, Videobesuch, Coronav) zielen darauf ab, den Informationsfluss, Verwaltungsprozesse, Serviceleistungen oder Ressourceneinsatz für Anspruchsgruppen zwischen institutionellen Akteuren, etwa Krankenhäuser und öffentliche Verwaltung, zu optimieren.

Mit DEalog soll beispielsweise eine komplementäre Plattform zu NINA, einer bereits bestehenden Warn-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, geschaffen werden. Staatliche Krisenkommunikation wird durch geospezifische Warnmeldungen sowie einen individualisierten Newsfeed nutzerfreundlich gestaltet. Mit einer direkten, zentralen, verlässlichen Quelle, die von zuständigen Institutionen (Bund, Länder, Gemeinden etc.) gespeist wird, soll auch Fake News begegnet werden.

Das Digitale Wartezimmer soll eine zentrale, skalierbare und selbstständige Registrierung von Covid-19-Verdachtsfällen mithilfe eines digitalen Fragebogens ermöglichen. Nach Ausfüllen des Fragebogens wird das Krankheitsrisiko des Users automatisch eingeschätzt und ein Arzttermin bzw. ein digitaler Wartezimmer-Platz vergeben. So sollen Fachkräfte entlastet, lange Wartezeiten vermieden und die User mit höherem Risiko schneller behandelt werden.

Austauschplattformen

Diese Projekte stellen einen Match zwischen Angebot und Nachfrage für Informationen, Güter oder Dienstleistungen her (Co:livery, Print4Life, Jay-jobs around you, Small Business Hero, Open Logistics, WirFürUns, Machbarschaft, Remedy, meinegemeinde.digital).

Das Projekt Print4life ist eine Plattform, die 3D-Druck-Anwender und Auftraggeber zusammenbringen soll, um bestimmte Teile im 3D-Druckverfahren herzustellen, die aufgrund von Lücken in der Prozesskette zurzeit fehlen. Medizinische Einrichtungen können sich beispielsweise auf dieser Plattform registrieren und Dateien, Beschreibungen und Lieferadresse hinterlegen sowie eine gewünschte Anzahl ihrer Aufträge angeben.

Small Business Hero ist eine Website, auf der lokale Einzelhändler ihre Waren für ihre Nachbarschaft anbieten können, während ihre Läden aufgrund der Corona-Krise geschlossen sind. Konsumenten haben die Möglichkeit, den Anbieter über die Website direkt zu kontaktieren und Produkte zu erwerben. Dabei sollen für die Händler anders als auf anderen Plattformen wie Etsy oder Ebay keinerlei Gebühren anfallen.

Das Organisationsteam hat außerdem fünf Teams in den Abschluss-Call eingeladen um über ihr Projekt, die Zusammenarbeit im Team und den Hackathon insgesamt zu berichten. Claudia aus dem Team Small Business Hero berichtete: „Ich hatte die Idee zu dem Projekt, als ich vor dem Hackathon einkaufen war und mit den LadenbesitzerInnen gesprochen habe und diese total verzweifelt waren.“ Ein relevantes Problem zu identifizieren, ist Grundlage für eine gute Lösung.

Die Anekdoten der TeilnehmerInnen lassen auch auf einen weiteren potentiellen Erfolgsfaktor schließen: Die bereits bestehende Beziehung der Teammitglieder vor dem Hackathon beschleunigt die Koordinationsfähigkeit der Gruppe. So erzählte Jave von Videobesuch über ihr vierköpfiges Team: „Wir kannten uns eigentlich auch schon davor und arbeiten auch alle an unseren eigenen Projekten, haben die aber mal ein Wochenende beiseite gelegt“. Auch Ferdinand von Sichertest kannte sein neunköpfiges internationales Team schon vorher. „Wir waren alle schon vorher befreundet und waren total motiviert“, berichtete er. Ähnlich war es beispielsweise auch beim Team Small Business Hero.

Wie geht es weiter? Die Verstetigungsstrategien

Um den Verstetigungsprozess ausgewählter Projekte zu unterstützen, haben die OrganisatorInnen, zusammen mit UnterstützerInnen aus verschiedenen Bundesministerien und Behörden einen Prozess bestehend aus mehreren Pfeilern zur Unterstützung der Teams (sowohl finanziell, als auch zur Vernetzung mit interessanten Partnern) aufgesetzt. Teilnahmevoraussetzungen: Commitment im Team mit mindestens 30 Stunden in der Woche (alleine oder als Gruppe), um zu signalisieren, dass das Team „in schnellem Tempo vorankommen“ möchte.

Neben Flexibilität im Umsetzungsprozess sind Open-Source-Lösungen gefragt. Darüber hinaus wurden 15 Handlungsfelder bestimmt, in die die verschiedenen Projekte einzuordnen sind, um einen besseren Überblick über die Vielzahl an Ideen zu erhalten und um gezielter miteinander kooperieren zu können. „Das Programm wird davon leben, dass wir Handlungsfelder haben, in denen ähnliche Lösungen zusammenarbeiten“, hieß es vonseiten der OrganisatorInnen.

Screenshot der Projektehrung
Die 15 Handlungsfelder beim #WirvsVirus-Hackathon. Screenshot: YouTube

Damit die 20 prämierten Projekte, weitere Teams des Hackathons, aber auch Menschen mit Ideen, die nicht am Hackathon teilgenommen haben, an ihren Lösungen mithilfe verschiedener UnterstützerInnen weiterarbeiten können, stellten die OrganisatorInnen in ihrem Videocall zur Siegerehrung am Montagabend einen weiterführenden Umsetzungsprozess vor.

Dieser Prozess lässt sich in drei komplementäre Elemente gliedern:

  1. Umsetzungsprogramme: Zwei Bestandteile des Umsetzungsprozesses sind die Programme Solution Enabler und Solution Builder, betonen die OrganisatorInnen: „In den nächsten Wochen und Monaten werden wir gemeinsam mit der Bundesregierung ein Programm aufsetzen […], in dem wir 100 bis 150 ausgewählte Teams begleiten und maximal unterstützen, ihre Lösungen zu testen, gemeinsam mit anderen zu validieren und in die Umsetzung zu bringen.“ Die 20 prämierten Projektteams sind dabei direkt für das Solution-Enabler-Programm qualifiziert. Weitere Teams, die an ihren Projekten feilen möchten und dabei Unterstützung durch das Programm erhalten wollen, können sich für das Solution-Enabler-Programm bis Donnerstag, 02. April 2020, bewerben.

    Ob ein Projekt in das Programm aufgenommen wird, soll von mindestens drei ExpertInnen anhand folgender Kriterien bestimmt werden: gesellschaftlicher Mehrwert, Innovationsgrad, Umsetzbarkeit, Skalierbarkeit und benötigte Unterstützung. Das „Solution Builder“-Programm ist im Vergleich zum „Solution Enabler“ ein, wie von den Organisatoren selbst bezeichnetes, „Überholspur-Programm“, das darauf abzielt, Projektideen so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen und gegebenenfalls bei der Teamfindung unterstützt. Wie dieses Programm im Detail aussieht, ist noch nicht bekannt.

  2. Financial Support: Neben den mehr als 1.000 MentorInnen, die auch weiterhin mit ihrem Know-How für die Projektteams als Unterstützung zur Verfügung stehen werden, und Institutionen sowie Unternehmen, die für Kooperationen bereit sind, wird auch von finanzieller Unterstützung für die Projekte gesprochen. Im Rahmen des Umsetzungsprozesses des Hackathons soll es verschiedene Arten finanzieller Hilfen geben. Für die zukünftig geförderten Teams im Social-Enabler-Programm erklärt Philipp aus dem Orga-Team am Montagabend: „Wir arbeiten gerade daran […] bei den Teams, wo es notwendig und sinnvoll ist, auch Lebenshaltungskosten und Umsetzungskosten finanzieren zu können.“

    Darüber hinaus sollen Projekte durch Crowdfunding und einen sogenannten „Matching-Fonds“ finanziert werden. Idee ist, dass jedes Projekt eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform startnext erstellt – das nötige Wissen zur Nutzung von Crowdfunding soll, sofern benötigt, vorab in Webinaren vermittelt werden. Zusätzlich kommt der „Matching-Fonds“ ins Spiel, welcher im Vergleich zur Crowdfunding-Kampagne nach einem 4-zu-1-Prinzip funktioniert: Spenden Backer (Sponsoren) beispielsweise 10 Euro, so fließen aus dem Fonds (gestiftet von verschiedenen Akteuren, u.a. Unternehmen) noch einmal 2,50 Euro hinzu. Diese Finanzierungsmethode soll laut Organisatoren nächste Woche an den Start gehen.

  3. Community Maintenance: Mit dem Slack-Channel wurde ein zentraler Ort für Information und Austausch geschaffen. Eine Community aufzubauen kostet Zeit und Mühen. Daher ergibt es Sinn, dass die OrganisatorInnen weiterhin Ressourcen für den Erhalt dieser Community einsetzen. Neben den Programmen für eine schnelle Umsetzung der Ideen soll die Slack-Community des #wirvsvirus-Hackathons weiterhin bis zunächst Juni aufrecht erhalten werden. Es soll auch bald die Möglichkeit geben, weitere Mitglieder, die bisher nicht Teilnehmer des Hackathons waren, in die Community aufzunehmen.

Imperfektionen feiern

Dieser Hackathon war der erste seiner Art. Nicht alles ist rund gelaufen. Die Bewertungsgrundlage sollte folgende Überlegung darstellen: Wenn wir wollen, dass der Staat bzw. öffentliche AkteurInnen neue und innovative Formen des Organisierens ausprobieren, dann müssen wir die damit einhergehende Imperfektion akzeptieren. Aus gesammelten Erfahrungen gilt es natürlich zu lernen. Das Wissensmanagement läuft bereits an. Die OrganisatorInnen teilten ihre Erkenntnisse auch schon in einem Video mit interessierten OrganisatorInnen von Hackathons aus anderen Ländern und führen derzeit eine Umfrage unter den TeilnehmerInnen durch.

Ein Dilemma dieses Hackathons war das Spannungsfeld zwischen Prozessklarheit und Flexibilität. Ein vorab klar kommunizierter Prozess schafft Berechenbarkeit für die TeilnehmerInnen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, Flexibilität zu bewahren und bei aufkommenden Problemen Rahmenbedingungen zu ändern und anpassen zu können – zum Beispiel beim Einräumen von mehr Zeit für Einreichungen am Sonntagabend des Hackathons.

Auch bei der Änderungen der Bewertungskriterien waren die OrganisatorInnen flexibel, obwohl diese ein sensibles Thema sind. Teile der Commmunity haben die Abschaffung des Public Votings gefordert, da dies nicht dem „Spirit eines Hackathons“ entspricht und größere Teams Wettbewerbsvorteile in so einem Prozess haben. Diesen Wunsch haben die OrganisatorInnen erfüllt und transparent kommuniziert.

Gleichzeitig wäre ein Public Voting eine Chance gewesen, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen und Aufmerksamkeit zu generieren – unabhängig davon sollte ein Public Voting nicht nur auf aggregierten Likes basieren, um gute Ergebnisse zu gewährleisten.

Eine Herausforderung jeglicher Bewertungssysteme ist ein Verfahren zu bestimmen, das zu einem Ergebnis führt, welches die besten Ideen prämiert und das aus Sicht der ehrenamtlichen Community legitim ist. So betonte Dorothee Bär (Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung) zwar „Alle sind Sieger“ und dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement. Nicht alle waren jedoch über die Auswahl glücklich, da beispielsweise keine e-Learning-Projekte nominiert wurden. Die Begründung: In diesem Feld existieren schon zahlreiche Lösungen. Nach diesem Kriterium wären aber auch andere Projekte rausgefallen, zum Beispiel im Bereich Nachbarschaftshilfe.

Der mehrstufige Bewertungsprozess war gut aufgesetzt, aber dennoch ist es schwierig, sich in der kurzen Zeit einen Eindruck über die Projekte auf Basis der wenigen Unterlagen zu verschaffen. Die Krux liegt hier im Detail. Die Abgabe des Pitches im Videoformat gewährte den TeilnehmerInnen viele Freiheiten: Während einige Projektpaten lediglich in einem kurzen Selfie-Video ihr Projekt beschrieben, beeindruckten andere durch vorzeigefähige Prototypen und Animationen.

Ob die stark variierenden Videos einen tatsächlichen, realitätsnahen Eindruck vermitteln und ob einige Projekte durch ein professionelles Video punkten konnten, bleibt somit offen. Auffällig ist jedoch auch, dass bei den 20 prämierten Projekten fast alle Videos professionell produziert wirken. Für nachfolgende Hackathons könnte es überlegenswert sein, neben den Kriterien die Vorgaben für die Einreichungen zu vereinheitlichen (Kombination und Vorstrukturierung für Ideenbeschreibung, Video und kurzer Teambio) – wenngleich dies auf Kosten der Außenkommunikation geschieht.

Public Hackathons zur Lösung gesellschaftlicher Probleme etablieren

Ob diese Form des Organisierens auch für andere Probleme eingesetzt wird wie #WirvsKlimakrise, hängt sicher von dem Erfolg im Nachgang des Hackathons ab. Das politische Interesse daran ist groß, wie die aktive Teilnahme von Staatsministerin Dorothee Bär sowie die Statements von Kanzleramtschef Helge Braun und Bundespräsident Walter Steinmeier zeigen.

Steinmeier, Braun und Bär
Prominente Ansprachen beim #WirvsVirus-Hackathon Screenshots: YouTube

Bundespräsident Steinmeier sagte zum Hackathon: „Über 40.000 von Ihnen haben am Wochenende virtuell die Köpfe zusammengesteckt und hunderte kreative Lösungen für die Sorgen und Nöte dieser Krisenzeit entwickelt. Sie alle, sie sind die Heldinnen und Helden in der Corona-Krise.“

Einen Hackathon als Universallösungs-Instrument zu betrachten, greift aber zu weit. Nicht alle gesellschaftlichen Probleme lassen sich etwa über bessere Plattformen und Informationsaustausch lösen. Das Verständnis eines Hackathons kann man breiter anlegen, das aber ändert wenig. Denken wir an den Klimaschutz: Es mangelt nicht an Ideen, sondern
daran, diese politisch durchzusetzen.

Die abschließende Bilanz: Ein Hackathon generiert wertvolle Ideen. Neue Lösungen nachhaltig in bestehende soziale Systeme zu weben ist ein komplexer Prozess, der viel Ausdauer benötigt. Staatliche AkteurInnen und öffentliche Organisationen müssen Kompetenzen ausbauen, um sinnvoll mit der Zivilgesellschaft zusammenzuarbeiten. Gegenüber Innovationen von außen offen zu sein und diese zu integrieren, braucht es hauseigene Kompetenzen (anstatt internationale Beraterfirmen zu engagieren).

Schließlich dürfen wir auch eines nicht vergessen: Das zu lösende Problem, also die Coronakrise, verändert sich stetig. Deshalb braucht es im Nachgang auch Flexibilität, um die Lösungen an neue Gegebenheiten anzupassen.

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3 Ergänzungen
  1. In dem Artikel steht kaum etwas zur Rolle der Bundesregierung. Wer ist hier verantwortlich? Wenn Doro mitmacht, ist Horst dann ebenfalls verantwortlich? Gibt es Vetorechte? Bitte einmal den kritischen Leser mit Blick auf politische Unabhängigkeit beruhigen, danke!

  2. Nach der dritten Erwähnung von Youtube habe ich aufgehört zu lesen.
    Laut Webseite der Leuphana ist der Herr Gegenhuber BWL-Professor.
    @netzpolitik: Gibt es von Eurer Seite auch einen Bericht zu der Veranstaltung?

  3. Vermeidet Push Benachrichtigungen über Google oder Firebase Cloud Messaging (FCM) … das schafft mehr Vertrauen für Bürger in der EU einmal ohne amerikanische Dienste und würde eher der EU-weiten Datenschutz-Verordnung – General Data Protection Regulation (GDPR) – entsprechen.

    Die Entwickler von Tutanota beim Unternehmen Tutao
    haben sich mit dessen Probleme beschäftigt und eine Alternative entwickelt, weil
    „GCM (or, how it’s called now, FCM, Firebase Cloud Messaging) is a service owned by Google. … Unfortunately, FCM includes Google’s tracking code for analytics purposes, which we didn’t want to use.“
    [ https://f-droid.org/en/2018/09/03/replacing-gcm-in-tutanota.html ]

    Auch die Messenger-App Signal kommt ohne G-Apps und FCM aus.
    https://netzpolitik.org/2016/whatsapp-bietet-nur-pseudo-widerspruch-zur-datenweitergabe-an-facebook-an#comment-2064097

    https://www.kuketz-blog.de/die-verrueckte-welt-der-messenger-messenger-teil1/#comment-51884

    s.a. https://netzpolitik.org/2020/diese-handy-technologie-soll-covid-19-ausbremsen#comment-2538794

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