Demokratie

Twitter-Datenanalyse bei der AfD: Die falsche Balleryna

In einer aufwendigen Recherche und Datenanalyse haben wir die Follower und das Netzwerk des größten Twitter-Kanals aus dem AfD-Umfeld ausgewertet. Das Ergebnis: Balleryna operierte als Fake-Account und ist ein Scheinriese, der kaum deutsche Follower hat.

Ausschnitt aus dem ehemaligen Profilbild von @Balleryna. Wer die Frau wirklich ist, konnten wir nicht herausfinden. Unkenntlichmachung: netzpolitik.org

Ein Artikel von Markus Reuter und Tagesspiegel DATA.
Niemand im AfD-Umfeld hat so viele Follower. Der Account @Balleryna ist mit fast 300.000 Followern der vermeintlich reichweitenstärkste Account. Balleryna bildete den Ausgangspunkt einer Recherche und Spurensuche, an dessen Ende wir ein recht genaues Bild zeichnen konnten, wie die AfD auf Twitter funktioniert. Doch der Reihe nach.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Lange Zeit ziert eine blonde Frau mit Pferdeschwanz und großen Ohrringen das Profilbild. Der Account wurde schon vor knapp sechs Jahren erstellt, im Biografie-Text nennt Balleryna sich damals „Irina“. Im ersten Tweet gibt sich Balleryna als 17-jährige Deutsch-Russin aus:

Doch Balleryna wurde laut unserer Recherche, die sich auf die Auswertung von zahlreichen Tweets, auf Foren- und Medienberichte, Netzwerkanalysen und Aussagen mehrerer Informanten stützt, nicht von einer 17-jährigen Frau, sondern von einem Mann aus Münster erschaffen, dessen Namen wir aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht nennen.

Plötzlich keine Ballerina mehr

Vor kurzem, auf dem Höhepunkt der Debatte um Social Bots, sind der Name Irina und das Bild der blonden Unbekannten von Ballerynas Profil verschwunden. Ein „Team Balleryna“ zeichnet seither mit einem neu eingefügten Profilbildchen in AfD-Blau für den Account verantwortlich. Der Profiltext ruft auf: „Einander besser vernetzen, zurückfolgen, retweeten+herzen!“ Dazu ist ein Link auf die offizielle AfD-Werbeseite afdmitmachen.de gesetzt. Balleryna will plötzlich keine Ballerina mehr sein, sondern Parteiunterstützerin.

Um mehr herauszubekommen, befragen wir Twitter-Accounts aus dem AfD-Umfeld, die Balleryna immer wieder retweeten. Mit dem Mann aus Münster habe der Account noch nie etwas zu tun gehabt, sagt der Betreiber von @2017_AfDWaehlen im Chat. Er selbst habe Zugang zu diesem Account, sagt er. Es scheint zu stimmen. Der anonyme AfD-Unterstützer kann auf Nachfrage immerhin veranlassen, dass wir von @Balleryna eine Direktnachricht über Twitter erhalten.

Ein anderer Unterstützeraccount nennt sich auf Twitter @mundaufmachen. Bei ihm, der im Gespräch damit kokettiert, bald eine Person des öffentlichen Lebens zu werden, klingt es etwas anders. Wir fragen, ob der Mann aus Münster bei Balleryna mittlerweile raus sei und den Account verschenkt habe? Die Antwort: Der Mann aus Münster habe keinen Zugriff, der Account würde von @2017_AfDWaehlen und zwei Parteifreundinnen aus der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD, geführt. Ein klares Dementi erhalten wir von @mundaufmachen auch auf Rückfrage nicht. Es kann also gut sein, dass der Mann aus Münster, dem auch die Person hinter @mundaufmachen eine „gelinde gesagt nicht optimale Reputation“ bescheinigt, Balleryna mittlerweile an seine Parteifreunde weitergegeben hat.

85.000 Tweets

Die Top 10 der Accounts, die @Balleryna retweetet. Auswertung von mehreren tausend Tweets. Stand: 12.04.2017.

Balleryna twittert viel. Der Account hat seit April 2011 mehr als 85.000 Tweets abgesetzt. Das sind fast 40 Tweets pro Tag. Dazu kommen 123.000 Likes, also knapp 60 am Tag. Balleryna retweetet besonders gerne AfD-Größen wie Beatrix von Storch oder Jörg Meuthen. Aber auch Kreis- und Landesverbände der Partei und vor allem immer wieder @afd_kompakt, der Twitter-Kanal der Bundespartei, bekommen Retweets. Daneben werden auch weitere inoffizielle Unterstützeraccounts wie @mundaufmachen häufig weiterverteilt. Es finden sich aber auch unseriös ausgewählte Kriminalitätsmeldungen des fremdenfeindlichen Projektes „XY Einzelfall“ oder Tweets des anti-islamischen Scharfmachers Kolja Bonke.

Mit mehr als 293.000 Followern dürfte @Balleryna der größte Account aus dem AfD-nahen sowie dem rechten Spektrum in Deutschland überhaupt sein. In einer Recherche der WAZ wird Balleryna als „reichweitenstärkste Stimme der AfD“ bezeichnet. Zum Vergleich: Der offizielle Parteiaccount der Bundes-AfD hat nur um die 50.000 Follower. Ungewöhnlicherweise folgt @Balleryna selbst aber auch mehr als 300.000 Twitter-Accounts. Das macht kein Mensch, der das Netzwerk normal nutzen möchte.

Die Recherche

Angesichts der hohen Anzahl von Followern und ersten manuellen Stichproben, die jede Menge pakistanischer Accounts zutage fördern, sind wir skeptisch, dass Balleryna ein organisch gewachsener Account mit echten Followern ist. Wir fragen uns: Wer folgt diesem Account eigentlich? Welche Sprache sprechen die Follower? Sind die Follower Bots? Wie steht der Account im Netzwerk der AfD? Was twittert Balleryna? Wer steckt hinter Balleryna? Und entdecken wir noch mehr Accounts, die ähnlich sind?

Zuerst basteln die dem Tagesspiegel angeschlossenen Datenjournalisten im November 2016 eine Beteiligungsschnittstelle. Mit dieser können Menschen ihren Twitter-Account für Schnittstellen-Abfragen einfach zur Verfügung stellen. Warum wir das brauchen: Twitter limitiert die Anzahl der Abfragen auf eine pro Minute, so dass die Analyse von Balleryna mit einem einzelnen Account mehr als 200 Tage gedauert hätte. Mit dem Beteiligungstool geht das jetzt schneller: Innerhalb kürzester Zeit haben mehr als 90 Freiwillige ihren Account für die Recherche zur Verfügung gestellt.

Mit der erhöhten Recherchepower forstet unser Analysetool nun alle Follower von Balleryna durch und ermittelt Details über die Accounts. Nach und nach können wir das Netzwerk rund um den Account abbilden – am Ende werden wir hunderttausende Accounts überprüft haben und etwa 800 Accounts identifizieren, die wir dann dauerhaft beobachten. Wir bekommen so heraus, wann die AfD-Anhänger und die offiziellen Accounts an welchem Tag zu welcher Uhrzeit und mit welchen Tools twittern. Wir können sehen, was sie twittern und verlinken, was sie retweeten, welche Hashtags sie benutzen, wem sie wann gefolgt sind und wer ihnen wann folgte. Damit wir einen Vergleich haben, nehmen wir noch die jeweils 50 reichweitenstärksten offiziellen Accounts der Politiker anderer großen Parteien hinzu.

Balleryna im Netzwerk der AfD

Als erstes haben wir uns angeschaut, wo Balleryna im Netzwerk von AfD-nahen Accounts steht. Der Graph zeigt, dass Balleryna – das ist der riesige alleinstehende rote Netzwerkpunkt rechts – ziemlich weit außerhalb des AfD-Netzwerkes lokalisiert ist und nur einige wenige Verbindungen zu den offiziellen Parteinetzwerken hat. Ballerynas Follower haben also in der überwiegenden Mehrheit nichts mit der Partei AfD zu tun. Ausgehend von der Annahme, dass sich auf Twitter tendenziell Filterblasen bilden, ist dies ein erster Hinweis, dass etwas mit den Followern nicht stimmt.

Rechts im Bild ist @Balleryna, links das Netzwerk der AfD. Das Schaubild kann durch Anklicken vergrößert werden, dann werden die Namen der einzelnen Accounts sichtbar.

Doppelt so viele arabische wie deutsche Accounts folgen der falschen Ballerina

Die mittels API-Anfragen, das sind automatische Anfragen über die Programmschnittstelle im Hintergrund von Twitter, ermittelten Daten aus dem Balleryna-Netzwerk zeigen auch, welche Sprache die Follower als ihre eigene in den Accounts angeben. In den Stichproben hatten wir schon zahlreiche fremdsprachige Accounts gefunden. Die Analyse hunderttausender Accounts bestätigte die Stichproben: Der ausschließlich auf Deutsch twitternden Balleryna folgen nur drei Prozent deutschsprachige Accounts, das sind knapp 10.000 Nutzer.

Welche Sprachen sprechen die Follower. Rechts im Bild Balleryna, links das Netzwerk der AfD.

Der Rest der Follower spricht Englisch, Spanisch, Arabisch, Portugiesisch und zahlreiche andere Sprachen. Besonders amüsant: Wir finden fast doppelt so viele arabischsprachige Follower wie deutsche, die den inoffiziellen Werbekanal der rechtspopulistischen Partei abonniert haben:

Zum Vergleich haben wir uns die mehr als 350.000 Follower von @netzpolitik angeschaut. Hier haben 75 Prozent der Follower Deutsch als Sprache bei Twitter eingestellt:

Ungewöhnliche Follower

Doch das ist nicht die einzige Besonderheit: Ballerynas Follower folgen selbst überdurchschnittlich vielen Accounts. Während der klassische @netzpolitik-Follower in der Regel 100 bis 1000 anderen auf Twitter folgt, folgen die vermeintlichen Anhänger von Balleryna teilweise 5000 und mehr Accounts.

Wie Balleryna an so viele Follower gekommen ist, können wir trotz aller Analysetools nicht genau sagen. Viele Follower hat Balleryna offenbar durch sogenanntes Follow-Back erhalten: Man setzt sich als „folgebereit“ auf Listen, twittert #followback-Hashtags und folgt Accounts zurück, wenn diese einem folgen. Damit erklärt sich auch das recht ausgeglichene Verhältnis zwischen Followern und Accounts, denen gefolgt wird. Kein normaler Mensch würde mehr als 300.000 Accounts folgen. Das von Balleryna verwendete Follow-Back-Verfahren zieht natürlich auch jede Menge Bots an, die sich so mehr Follower verschaffen können.

Sehr viele Follower von Balleryna folgen überdurchschnittlich vielen Accounts. Beim Account @netzpolitik sind es im Vergleich dazu lediglich 100-1.000 Accounts, denen die Follower selbst folgen. Auch dies ist ein Anhaltspunkt für die Nutzung der „Followback-Methode“, die Ausreißer bei etwa 2.000 und 5.000 interpretieren wir als Artefakte aus einem automatisierten Followback. (Stand 29. Januar 2017)

Balleryna selbst ist kein Bot. Unsere Tweetanalysen bestätigen die Aussagen der anonymen AfD-Unterstützer, die wir befragt haben. Der Account formuliert immer wieder eigene Tweets zu aktuellen Anlässen. Diese Tweets erscheinen originär auf dem Account und nicht bei vielen anderen Accounts, wie dies bei einem Botnetz der Fall wäre. In der Botforschung wird zwar eine regelmäßige Anzahl von mehr als 50 Tweets pro Tag als Beleg genommen, dass ein Account ein Bot ist. Mit durchschnittlich etwa 40 Tweets und 60 Likes am Tag kommt der Account dem sehr nahe. Andererseits ist mit einem twitternden Team eine solche Frequenz auch locker zu schaffen.

Dass der Account nicht automatisiert ist, belegt auch unsere Zeitanalyse, die keine typischen Bot-Merkmale zeigt:

In der Zeitanalyse wird geschaut, wann der Account mit welchen Clients twittert. Im Bild ist der Account Balleryna analysiert. Die Grafik zeigt auf der Horizontalachse die sieben Wochentage Montag bis Sonntag. Von oben nach unten ist die Zeitachse jeweils von 0 bis 24 Uhr. Gut sichtbar sind die Ruhezeiten nachts im oberen Bereich.

Der Mythos der großen Balleryna ist mit unserer Analyse entzaubert. Auf Twitter bekommen in Deutschland rechtspopulistische Stimmen keine so großen Followerzahlen zusammen, ohne auf zweifelhafte Mittel zurückzugreifen. Dass etwas mit dem Account nicht stimmt, müssen unlängst auch die Algorithmen von Twitter gemerkt haben. Ende März sperrt das soziale Netzwerk Balleryna für zwei Tage und löscht etwa 10.000 Follower. Sofort gibt es Zensurvorwürfe. Nach Beschwerden schaltet Twitter den Account wieder frei.

Der ehemals „reichweitenstärkste Account der AfD“ stellt sich nach unseren Recherchen als Scheinriese mit ein paar tausend echten Followern heraus. Jahrelang täuschte Balleryna vor, ein liebes deutsch-russisches Mädchen zu sein – und war dabei nur ein Fake-Account von AfD-Anhängern, um Parteiwerbung zu betreiben.

Ein koordiniertes Unterstützernetzwerk

Doch die Recherche gibt zahlreiche weitere Einblicke in die in Teilen undurchsichtige, aber effektive Social-Media-Strategie der AfD. Denn bei der Analyse von Balleryna stoßen wir noch auf etwas anderes. Balleryna wird bei @afdkompakt, einem Account der Bundes-AfD, als „Unterstützer“ geführt und ist Teil eines Netzwerks aus anonymen Unterstützeraccounts. Es handelt sich nicht um ein Netzwerk aus Social Bots, sondern einen Zusammenschluss von inoffiziellen Accounts, die untereinander und allem Anschein nach auch mit der Parteizentrale in Kontakt stehen. Dieses inoffizielle Netzwerk soll die Schwäche der Partei auf Twitter kompensieren und erzeugt ein Grundrauschen im Sinne der Partei. Es fördert dabei den Hauptaccount @afdkompakt, die Netzwerkmitglieder selbst, einzelne Politiker der AfD, Orts-, Kreis- und Landesverbände sowie Accounts aus dem islamfeindlichen Spektrum. Doch dazu mehr in der Fortsetzung, die in den nächsten Tagen erscheint.

Dieser Artikel baut auf einer umfangreichen Recherche und Datenanalyse auf, die netzpolitik.org zusammen mit dem Tagesspiegel und Tagesspiegel DATA über die AfD auf Twitter gemacht hat. Der erste Artikel „So twittert die AfD“ erschien am Dienstag. Alle Grafiken sind von Tagesspiegel DATA erstellt.

65 Kommentare
    1. @Jonas @Markus

      Ich hätte nicht gedacht, dass netzpolitik.org hier so offensichtlich parteilich ist und Attributierungen wie „Alternative für Dumme“ durchgehen lässt, anderes, insbesondere das Bemühen um eine Objektivität und Einordnung, aber zensiert. Schade! Zensur hat immer ein Geschmäckle. Dann lasst doch den „Antworten“-Button weg, liebe Netzpolitik.Orgler oder lasst es zu, dass die Absicht einer „Entlarvung“ nicht immer nur behauptet wird, sondern auch sachlich-inhaltlich geschieht. Besten Gruß!

        1. @Markus

          Was sollen wir über meinen Kommentar diskutieren, wenn Du ihn hier nicht einmal den redensartlichen Wölfen zum Fraß vorwirfst? Noch einmal: Entlarvung erfolgt nur über sachliche Auseinandersetzung.

          Ich bin übrigens einer der ersten, der auch (!) die AfD hinterfragt, weil sie jahrelang von den wirklichen Fragen abgelenkt hat. Manch eine(r) hält sie deshalb auch für eine gesteuerte Opposition. Die deutsche innenpolitische Situation ist ohne außenpolitische Situation nicht zu verstehen – wir haben aber insbesondere seit Sep 2015 (Beginn der Flüchtlingskrise) nur innenpolitisch diskutiert. Das hat sich erst mit Trump geändert, der fragte, warum der IS nicht schon längst besiegt ist oder eine NATO (moralisch) für obsolet erklärte, wenn sie sich nicht um den Terror kümmere (sondern lieber um die Beseitigung von Assad). Und ich füge noch hinzu: Mit mehr Videokameras und automatischer Gesichtserkennung und dass ZITiS&Co unsere WhatsApp-Nachrichten mitlesen wollen und … wird man den IS nicht in seinem ideologischen (!) Zentrum besiegen können.

          Besten Gruß!

          1. ähm, paul? sie seien einer der ersten, die auch die afd hinterfragen, weil sie von den eigentlichen fragen ablenkt?

            das wäre interessant zu lesen, bitte schildern sie ihren historischen beitrag etwas ausführlicher. das ging total an mir vorbei.

            .~.

          2. @dot tilde dot

            Meinen historischen Beitrag muss man nicht – wie Bruno Labbadia sagen würde – hochsterilisieren. ;-) In meinem Beitrag steckt schon genügend Potential, um darüber nachzudenken.

            Ich hatte im übrigen nur darauf hingewiesen – und das klingt hier auch in anderen Kommentaren an – dass es nicht um die Verbreitungsart, das Verbreitungsmedium geht, sondern um den Inhalt. In der ARD lief gerade eine Reportage, in welcher das Doku-Team über ein Jahr einige Politiker verfolgte. Da sprach auch Peter Tauber davon, dass die CDU überlegt im Wahlkampf neueste Email-Beantwortungs-Bots einzusetzen.

            Und ich hatte meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, wie hier manche Kommentatoren kollektiv (!) alle AfDler als Faschisten abstempeln, weil sie wohl die Auferstehung irgendwelcher braunen Geister von vor 80 Jahren wittern – aber völlig übersehen wollen, dass es auch aktuelle (!) deutsche Geister sind, die dafür verantwortlich sind, dass 12 Mio Syrer aus der heimat vertrieben wurden, 400.000 starben. Wer ist angesichts dieser Opferzahlen der Menschen- bzw. Fremdenfeind? Und komme mir keiner damit, dass Assad allein für diese Opfer verantwortlich wäre. „Das neue Syrien kommt aus Wilmersdorf“ titelte schon vor vielen Jahren die ZEIT. Ohne Regime-Change-Versuch, ohne Sanktionen, ohne Streichung der UNHCR-Mittel, ohne jahrelange Untätigkeit im Kampf gegen den IS … hätte wohl kein (muslimischer) Syrer aus Syrien fliehen müssen. Es gibt nur sehr wenige Politiker – quer in allen Parteien – die sich getrauen, tiefer nach den Ursachen von Syrien-Weltkrieg, Flüchtlingskrise, immer mehr Überwachungsstaat, unglaublich hohen Ausgaben auf Steuerzahlerkosten zu fragen. Die meisten lenken ab, indem sie nur gegen ein paar Stohmänner von der AfD kämpfen – aber es gibt eben auch in der AfD ein paar kluge Köpfe, die ganz genau wissen, um was es geht. Insoweit verbieten sich heute mehr denn je irgendwelche Kollektivverurteilungen – und gerade Attributierung als Faschisten, Ausländer- und Fremdenfeinde angesichts der eigenen (Mit-)Verantwortung an aktuell Millionen Opfern erst recht.

            Besten Gruß!

  1. Macht das mal auch bei den anderen Parteien!(CDU, SPD, Grüne usw)
    Ihr schreit immer bei der Netzneutralität aber politisch seid ihr nicht neutral!

    @ Jonas: Wenn bei der AfD alle dumm sind, sind bei den Grünen und Roten alles KInderfi**er.

    @Zensur: Bin gespannt ob ihr meinen Beitrag zensiert. Neutralität ist euch ja wichtig.

        1. Vielleicht „wird“ Schulz nicht nur gepushed, sondern ihn „pushen“ (aktiv) Menschen, die ihn unterstützen wollen.

          Es sind ja auch keine Fake-Menschen in die Partei eingetreten ;-).

          1. Hast Du denn eine Erklärung, wie dieser Schulzhype gelaufen ist?
            Das hatte doch schon religiöse Züge.
            Wenn das tatsächlich die „begeisterten realen Menschen“ allein gewesen sein sollten, dann machen die mir schon Angst.

      1. Zensur, bzw. der Zensurbegriff bezieht sich nicht nur auf die Presse und es wird davon gesprochen, daß es sich „in der Regel“ um staatliche Zensur handele, was aber private Zensur nicht ausschließt.

        Ich finde es auch unwesentlich, wer sich das Unterdrücken von Meinungen anmaßt.

        1. Doch bezieht er ;-). Im Zweifel gehe in die nächste Bibliothek und hol dir doch ein Schülerduden Politik, aber Wikipedia erklärt das eigentlich auch sehr gut.

          Was du meinst ist vllt. einen Einschränkung deiner Meinungsfreiheit, aber der Begriff „Zensur“ ist klar definiert und sicher nicht dafür, dass eine private Person von einer anderen Privaten Person gelöscht wird.

          Und ich finde es weder unwesentlich wessen Äußerung unterdrückt wird, ob die von Presse oder irgendjemand in irgendeinen Kommentar, noch finde ich unwesentlich ob der Staat etwas unterdrückt, oder Private nicht jeden Scheiß auf ihren privaten Raum zulassen.

          Aber selbst, wenn du es nicht unwesentlich findest, was dein gutes Recht ist, benutz doch einfach die richtigen Wörter dafür. Oder sagst du zu einem Tisch auch Stuhl und beschwerst dich, wenn trotzdem jemand Essen drauf stellt, statt sich darauf zu setzen?

          1. „Ich lehne ab, was Sie sagen, aber ich werde bis auf den Tod Ihr Recht verteidigen, es zu sagen.“

            Das ist Meinungsfreiheit! Und es ist mir sowas von egal, hinter welchen Worthülsen oder Definitionsspielereien sich ZENSUR und mangelhaftes Demokratieverständnis versteckt!

          2. „Doch bezieht er ;-). Im Zweifel gehe in die nächste Bibliothek und hol dir doch ein Schülerduden Politik, aber Wikipedia erklärt das eigentlich auch sehr gut.“

            Sowas find ich ja besonders lustig. Wollen wir zwei jetzt den ersten Absatz in der Wikipedia gemeinsam lesen?

            Aber ich versuchs dir mal am Beispiel und auch ganz einfach formuliert zu erklären:

            Im Osten wurden z.B. Kabaretts sehr streng beaufsichtigt und zensiert. Dazu gab es eine sogenannte Abnahme. Dabei saßen dann die Zensoren im Zuschauerraum und ließen sich das Stück noch vor der Premiere vorführen, um hernach zu befinden, was gestrichen werden muß und was so aufgeführt werden darf oder umformuliert werden muß.

            Waren Kabaretts im Osten Presse? Gabs für den Osten eine andere Definition von Zensur?

            Nun, jetzt wo ich drüber nachdenke… „Die Anstalt“ informiert oft auch besser als die sog. „Presse“.

          3. Lieber Horst Kevin,

            An sich informiert „die Anstalt“ nicht besser als „die Presse“, sondern erstmal ziemlich einseitig. Was auch vollkommen okay ist für die Funktion, die sie haben, aber dass kann man sicher nicht „besser informieren“ nennen.

            Es ist nicht egal, ob etwas Zensur ist oder Meinungsfreiheit. Und um ehrlich zu sein ist hier auch beides nicht betroffen, denn netzpolitik.org ist eben einfach nicht der Staat und fertig. Da kannst du dir dein Zitat auch sonst wohin stecken, dass bezieht sich nämlich auch nicht auf das hier #Kontext.

            Ich denke, gerade über Grundrechte richtig nachzudenken und die richtigen Begriffe zu verwenden zeugt von Demokratieverständnis ;-). Und jemand, der hier nicht differenzieren kann, dem muss man wohl erstmal ein paar Grundsätze erklären. Zum Beispiel, dass der Wikipediaartikel mehr als die ersten Absätze hat und dort alles ausreichend gut erklärt wird. Gerne können wir das Zusammen lesen, vielleicht laut und danach über die Wörter reden. Kommt mir dann zwar vor wie in der Grundschule, aber für mehr Demokratieverständnis wäre ich doch dazu gerne bereit. Übrigens reicht sogar schon der erste Absatz :-D.

            Wie gesagt – geh einfach in die nächste Bibliothek, hol dir da ein Schülerduden Politik und Gesellschaft und schlag Zensur nach, der Artikel ist nicht so lang und kompliziert, wie der Wikipediaartikel.

          4. Tut mir leid, ich versteh dich nicht besser, wenn Du dich nur wiederholst.

            Wie wärs mit der direkten Antwort auf meine Frage:
            Waren Kabaretts im Osten Presse? Gabs für den Osten eine andere Definition von Zensur?

            Aber ich hab auch noch ein passendes Zitat für dich:
            „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ Ronald Koch

          5. Keine Ahnung, ich hab kein DDR Verfassungsrecht studiert. Ich möchte nichts sagen, wovon ich keine Ahnung habe. So wie es andere hier tun, die nicht mal bereit sind ein Begriff nachzuschlagen, wenn Sie jemand drauf hinweist.

            Warum ist das überhaupt relevant? Denn die Kommentare hier sind kein Kabarett und netzpolitik.org immer noch nicht der Staat. Vielleicht galten Sie als Presse, dann war es wohl Zensur, weil es ja auch der Staat war, der dort einschränkte. Oder sie waren keine Presse, dann war es eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, weil Staat.

            Ich hab mich übrigens nicht wiederholt, sondern es nochmal anders erklärt ;-). Oft hilft das ;-). Weil eigentlich ist das gar nicht so kompliziert. Ein Begriff hat zwei Voraussetzungen, sind die nicht erfüllt, ist das Wort falsch. Fertig. Normalerweise verstehen Menschen das in Sekunden. Ich weiß nicht wo es hier hängt.

            Warum das Zitat passt, keine Ahnung. Schlau ist es nicht. Merkwürdig, wer Roland Koch zitieren muss und das für schlauer als seine eigenen Sätze hält :-D. Das erklärt vielleicht das Problem mit dem hängen bei einem eigentlich ziemlich leichten Problem.

          6. Wo möchtest Du denn in einer Demokratie deine Grenze zwischen Staat und Privat ziehen, wo Du so sehr auf dieser eindeutig nicht bestehenden Abgrenzung herumreitest?

            Zu den grundsätzlichen Merkmalen einer Demokratie gehört ausdrücklich neben Presse- und Rundfunkfreiheit auch die Meinungsfreiheit. Kannste auch nachlesen.

            Daß der Erhalt, ja die Gestaltung einer Demokratie nicht bei den Repräsentanten und Organen allein liegt / liegen sollte, sollte man sich auch klarmachen.
            Ist man der Meinung, da Abgrenzungen ziehen zu wollen oder können, hat man nicht viel von Gesellschaft verstanden oder geht damit zumindest sehr leichtfertig um.

            Daß Du den Witz eines falsch zugeordneten Zitates nicht verstehst… grins.
            Ich empfehle Marc-Uwe Kling, Kängurutrilogie

            Daß sich dir der Sinn des Zitates nicht erschließt ist bedenklich. Denk mal über den Umgang mit Macht nach.

            Daß Du dich auf Unkenntnis in Sachen DDR zurückziehst ist ein armer Versuch, dich einem Argument zu entziehen.
            Eine ähnliche Aktion hat aber der BR vor vielen Jahren mit Dieter Hildebrandt abgezogen. http://www.deutschlandradiokultur.de/maulkorb-fuer-hildebrandt.932.de.html?dram:article_id=129350

            Ich möchte auch ganz klar sagen, daß netzpolitik.org das Recht hat, hier zu zensieren. Das ist Hausrecht.
            Ich halte das aber für unklug und im Widerspruch zu den selbst erklärten Zielen.

          7. Man kann daraus übrigens auch eine Medienkompetenzübung, bzw. einen Test, mit wem man es zu tun hat, machen.

            Die Löschung heute war interessant.

          8. Lieber Horst Kevin,

            du kannst dir jetzt aus dem Fingern saugen was du willst. Die Abgrenzung zwischen Staat und Privat ist hier relativ einfach. Netzpolitik.org ist nicht der Staat. Klar gibt es Grenzfälle. Das hier ist keiner. Und ich hab auch nichts gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit oder Meinungsfreiheit gesagt. Aber wir reden ja gerade von „Zensur“. „Kannste auch nachlesen“.

            Tja, wenn niemand anderes über den Witz lacht, war er wohl nicht gut :-). Schade, dass du die darunterliegende Kritik an dir auch nicht erstanden hast. Darüber grinse ich nicht, aber das sagt mir viel über dich aus .

            Übrigens ist es kein „Versuch“ mich zu entziehen. Ich gehe nur offen damit um, wenn ich etwas nicht weiß. Habe aber gewusst nachgefragt, was der unterschied ist und sogar auf beide Fälle geantwortet. Also hab ich mich da her nicht „entzogen“, anders als du. Denn du bist darauf nicht mehr eingegangen (schade).

            Übrigens hat netzpolitik.org nicht die Möglichkeit zu „zensieren“, weil sie immer noch nicht der Staat sind. *seufs*

            Übrigens hat das nichts mit „Medienkompetenz“ zu tun, sondern mit Grundlagen unserer Demokratie, wie z. B. die Funktionsweise von Grundrechten zu verstehen oder Grundlegende Begriffe richtig zu definieren. Da sind wir bei dir leider noch weit weg. Wenn du willst, empfehle ich dir 1-2 Bücher zu dem Thema.

          9. Ich kürze das mal ab.

            Was Du verteidigst ist genauso, wie die Sache mit den „Verteidigungsministern und -Innen“.

            Es sind Kriegsminister und -Innen!

            Wenn Du zu Scheixxe Dior 4711 sagst, stinkt sie auch nicht besser. Bliebe höchstens noch das Milliardenfliegenargument.

            Die gestrige Löschung war lustig (bzw. trifft eine erschreckende Aussage), weil sie „gemeine widerliche Antikriegshetze“ zensierte.
            Was ich mich derzeit noch frage ist, ob der Zensor sich am Pazifismus stört oder ob er „nur“ überfordert war.
            Einklang mit den Kommentarregeln konnte ich jedenfalls nur in der Willkürregelung erahnen.

            Vielleicht sollte ich auch noch erklären, warum ich das hier überhaupt so betreibe:
            Mir liegt sehr an netzpolitik.org. Ich möchte auch gewiss keine bösen Absichten unterstellen. Das würde meinen Interessen völlig entgegenlaufen und diese alternativ erlangte Erkenntnis mir also überhaupt nicht gefallen.
            Leider sehe ich aber Defizite, die dem tollen Projekt von innen heraus schaden und das versuche ich mit den besten Absichten durch Kritik zu benennen und damit mindestens zum Nachdenken anzuregen.

            Es ist mir auch gewiss nicht wichtig, das öffentlich auszutragen. Daher gebe ich auch immer eine funktionierende E-Mailadresse an, die anderes jederzeit ermöglicht.

            PS: Immer, wenn Du mit „fertig“ meinst (be)enden zu wollen, ist genau nix beendet, außer deine Argumentationskette.

            PPS: Wenn Du dich mit „…ich hab kein DDR Verfassungsrecht studiert…“ windest, lass mich bezweifeln, daß Du bundesdeutsches Verfassungsrecht studiert hättest.

          10. Danke für dein Abkürzen. Richtig wäre folgende Abkürzung gewesen: Du (Horst) hast keine Ahnung, was der Begriff „Zensur“ bedeutet und hast ihn deshalb falsch benutzt. Statt das kurz nachzulesen, einzusehen und fertig, springst du von einem Thema zum anderen.

            Deine „Abkürzung“ wiederum, verstehe ich nicht, weil ich nicht weiß was „die Sache mit den …“ ist. Aber ist auch total egal. Die Wörter sind klar definiert, lern halt die Grundlagen unserer Demokratie oder lass es sein.

            Übrigens gibt es hier auch gar keine „Argumentationsketten“, weil ich nicht argumentiere, sondern dir einfach nach Fakten nenne die du auch selber nachschlagen kannst.

            Wie gesagt, wenn du irgendwann mal ein Schritt machen möchtest und die Grundlange unseres politischen Systems verstehen willst, empfehle ich dir gerne 1-2 Grundlagenlehrbücher. Aber bis jetzt sind wir ja auf dem Stand, dass du nicht mal bereit bist dir in eine Bib ein Schülerduden Politik und Gesellschaft auszuleihen. Ich denke, dann wissen wir beide, wo ungefähr dein Wissensstand anzusiedeln ist.

            Du kannst gerne weiterhin irgendwelche Bedeutungen für Wörter erfinden, aber beschwer dich nicht wenn andere Menschen um dich herum das etwas dumm finden.

          11. Der Klügere gibt nach.

            Was ich hiermit getan und selbstverständlich genau damit meine Klugheit praktischerweise auch gleich bewiesen habe. :p.

            Ich tu das ungern, weil genau das der Grund dafür ist, daß die anderen die Welt regieren.

            Angenehmen Lebensabend noch.

          12. MIST!

            jetzt hab ichs begriffen!

            „Grundlagen unserer Demokratie“

            im Gegensatz von „Grundlagen der Demokratie“.

            Daß mir das als Ossi nicht gleich klar wurde. :o
            War doch der Umgang mit Demokratie im Osten durch die alten Säcke der gleiche.

            Großartig! Du bist Deutschland!

          13. @Horst

            Gut erkannt, es gibt nämlich „die Demokratie“ nicht, sondern sehr unterschiedliche mit unterschiedlichen Grundlagen. Unser Grundgesetz gilt ja z. B. nicht in Schweden, obwohl das dort auch eine Demokratie ist.

            Ich weiß, ganz schön kompliziert. Wenn Sie mehr über die Grundlagen unserer Gesellschaft lernen wollen, einfach bescheid sagen und Sie bekommen einen Buchtipp. Muss doch sehr unbefriedigend sein, das eigene Gesellschaftssystem nicht zu verstehen und deshalb nicht mal zentrale Begriffe oder die Funktionsweise von Grundrechte zu kennen und sich am Ende dafür auch noch als klug selber zu bezeichnen :-D.

            Schon Süß. Ich finde es nicht schlimm, sowas nicht zu wissen. Aber ich finde es ziemlich arm das nicht wissen zu wollen, selbst wenn es einem jemand erklärt und lieber auf einem falschen Standpunkt stehen zu bleiben, statt die Hand zu nehmen, die einem etwas erklären würde.

  2. Vielleicht dämmert es ja einigen Russlanddeutschen ,die den braunen Rattenfängern teils mit vorauseilendem Gehorsam auf den Leim gehen,welcher Bevölkerungsgruppe die Herrenrasse anschließend noch den Garaus machen könnte ,aber noch gerieren sich einige
    als „nützlichen Idioten“ ,welche die Eugenik der AFD mehrheitlich unterstützen.
    Es gibt ein Sprichwort:“Wenn ich meinem Herren diene ,heisst es nicht, dass mein Herr mich dadurch achtet und mit sich gleichstellt“.

    1. @wesendlich

      Bitte prüfe dein Posting mal darauf, ob es sich dabei um eine Hassbotschaft handelt. Wenn ich es richtig verstehe unterstellst Du der AfD, dass sie einen Völkermord plane? Das wäre schon sehr ungeheuerlich. Erstaunlich, dass solche Kommentare locker freigeschaltet werden während man User „Paul“ mit Kritik an der Kritik abbürstet.
      Die AfD ist eine demokratisch organisierte Partei auf dem Boden des Grundgesetzes. Man kann deren politischen Ansichten nicht teilen, und deren Ziele für falsch halten, dann wählt man sie einfach nicht und wählt eine andere Partei. Mit Hass und Dämonisierung so wie ungeheuerlichen Anschuldigungen und später mit Gewalt einen politischen Gegner zu bekämpfen, das hatten wir schon mal. Es ging nicht gut aus.
      Was wäre wohl los, wenn hier jemand z.B. der SPD unterstellen würde, dass sie Rattenfänger wären, mit Hilfe ihres dann neu gewählten Bundeskanzlers Schulz Millionen zusätzliche Armutsmigranten aufnehmen und einbürgern wollten, um dadurch Unruhen und Bürgerkrieg in Deutschland zu erzeugen, die als Vorwand dienen würden um eine kommunistische Diktatur in Europa zu installieren? Solche bösartige Unterstellungen würden mit Sicherheit nicht freigeschaltet.

  3. Sehr interessant.

    Aber was mir auffällt euer Team hat kein Vorstellung, wie manche Twitterer drauf sind.
    Eine mir sehr gut bekannte Person, mit einem Vollzeitjob, hat es geschafft von März 2015 bis heute über 68.000 Tweets abzusetzen und ist garantiert kein Bot und nicht 24 Stunden Online. Ich weiss zwar nicht wie es geht, aber ich kann 100% versichern das es geht.

    Insofern finde ich 80K seit 2011 eher im unteren Bereich eines hyperaktiven Twitterers. Oder wird bei der Analyse Unterschieden zwischen reinen Tweets und Retweets?

    1. Ach, und auf 122K „likes“ hat die Person auch schon angeklickt (wie gesagt seit 2015). Allerdings bei nur knapp 600 follower. Das ist wohl so eine Marotte von „wichtigen“ oder sich wichtig fühlenden das sie ihre Accounts mit follower aufblähen müssen. Dafür gibt es aber dann die Billigprogrammierer in Bangla Desh.

      Was hat das ganze eigentlich mit „Russen“ zu tun?
      Wenn ich die Recherche richtig verstehe, hat den vermeintlich russischen Account ein MAnn aus Münster angelegt, oder?

  4. Entlarvt wurde bisher nichts. Balleryna ist nicht die AfD. Das ist Balleryna und der scheinen haufenweise Follower aus absurd anmutenden Ländern zu folgen. Statt XY-Einzelfall sehe ich irgendwas von uebermedien.de/11488/kartenlegen-mit-kriminellen-auslaendern/
    Inwieweit diejenigen, die noch nicht solange in Deutschland leben krimineller sind, als die, die schon länger hier leben, das wurde kürzlich in der „Zeit“ zerpflückt. Sie sind erheblich krimineller. Die „Zeit“ steht nicht im Verdacht rechts zu stehen. Aber Terroranschläge sind und bleiben Terroranschläge. Nicht nur in Deutschland. Bisher klingt der Text wie links-grüne Propaganda. Da ändert Neusprech nichts dran.

    1. @Egon
      „Balleryna ist nicht die AfD. Das ist Balleryna und der scheinen haufenweise Follower aus absurd anmutenden Ländern zu folgen.“
      Was ist ein absurd anmutendes Land?
      Welches Land ist Ihrer Meinung nicht absurd anmutend?
      Wissen Sie ,wie in jedem Krankenhaus,Seniorenheim und sonstigen Pflegeheimen ein rollender Stuhl für Fäkalien genannt wird?

  5. Daß man ohne große Kunst Follower kaufen kann, ist ja nun nicht wirklich etwas Neues.

    Auf mich hat sowas eher etwas Lächerliches und dient in meinen Augen ganz gewiss nicht einer Steigerung von Glaubwürdigkeit oder Relevanz.
    Auf mich wirkt die meiste Werbung aber auch eher abstoßend und hat eher gegenteilige Wirkung.

    Bin ich wirklich so sehr anders, als die anderen kleinen Mädchen?
    Sind alle anderen so viel leichter zu beeinflussen?
    Ich will das nicht glauben.

    Wäre es nicht journalistische Sorgfaltspflicht, sich bei den anderen Parteien ebenfalls die scheinbar hyperaktiven Profile zu suchen und die genauso zu untersuchen?
    Der Glaubwürdigkeit wäre das gewiss zuträglich und würde dem Geplärr der verschiedenen Mitläufer weniger Vorschub leisten.

    1. Wäre es nicht journalistische Sorgfaltspflicht, sich bei den anderen Parteien ebenfalls die scheinbar hyperaktiven Profile zu suchen und die genauso zu untersuchen?
      Der Glaubwürdigkeit wäre das gewiss zuträglich und würde dem Geplärr der verschiedenen Mitläufer weniger Vorschub leisten.

      Wir nehmen sachdienliche Hinweise gerne an, wo wir konkret suchen sollen. Bisher ist uns selbst bei anderen Parteien nichts aufgefallen, sonst hätten wir das längst verfolgt.

      1. Ich meine z.B. Grauhuts Schulz mit
        Folge ich 3.302
        Follower 379 Tsd.

        Ich halte von dem Gezwitscher nichts. Daher werde ich da gewiss nicht auf die Suche gehen. Bestimmt gibts ja noch wen, der da die Nerven für hat. :-)

      2. Ich habe gelogen. :o Jetzt hab ich doch mal kurz nachgesehen.
        Altmeier ist nicht schlecht und lustig wirds, wenn man den mit der Merkel vergleicht.

      3. Die #Gottkanzler Truppe auf Reddit.com /r/the_schulz/ ist schon witzig, die pushen alles was nicht bei 3 in den Bäumen ist. :)

        Wenn ich mir die so ansehe könnte ich wetten unter Schulzens 380k Followern finden sich auch lustige Bots…

      4. Mensch Markus,

        jetzt wären wir doch fast beide drauf reingefallen.

        Wozu denn sensationslüstern das Auffällige suchen, wo dem guten Stil schon mit unaufgeregtem direktem Vergleich gedient wäre.

        Meint: warum wurde nicht die Unauffälligkeit der reichweitenstärksten Profile der anderen Parteien untersucht? Also daß bei den Schulzfollowern überall deutsch eingestellt ist, daß er denen, denen er folgt, auch wirklich folgt…
        Kann doch so schwer nicht sein, also nicht schwerer als bei der AFD.

        1. Meint: warum wurde nicht die Unauffälligkeit der reichweitenstärksten Profile der anderen Parteien untersucht? Also daß bei den Schulzfollowern überall deutsch eingestellt ist, daß er denen, denen er folgt, auch wirklich folgt…

          Nenn uns ein auffälliges reichweitenstarkes Profil einer anderen Partei und wir fangen gerne an zu recherchieren, wenn es sich anbietet.

          1. Ich schrieb UNAUFFÄLLIG.
            Warum möchtest Du immer noch auf ein auffälliges (auffälliger als Schulz) bestehen?

            Wenn Du darauf bestehen möchtest, daß ich suche, dann stell doch bitte sämtliche Rohdaten zur Verfügung.

            Ich möchte auch nicht Dreck suchen und finden. Ich kann gut damit leben, wenn nachgewiesen ist, daß die anderen nicht mit gekauftem Kram arbeiten.
            Das fehlt einfach in eurer Arbeit. Das kann dazu beitragen, euch vom Vorwurf tendenziöser Berichterstattung und Wahlkämpferei zu befreien.

          2. Sag mal, musst Du hier alles und jeden Kommentieren und, falls Du das weitermachst, kannst Du bitte mal anfangen, auch sinnvolle Kommentare hier zu hinterlassen? Irgendwann reicht es einfach.

            Wir haben hier mehr als genug zu tun und fangen Recherchen immer dann an, wenn es einen Anfangsverdacht gibt. Der war mit dem Balleryna-Account einfach gegeben. Und daraus ist dann eine größere Geschichte geworden. Ich hab keine Ahnung, wie Du darauf kommst, dass wir unsere knappe Zeit darauf verschwenden sollten, ausgerechnet unauffällige Accounts zu untersuchen. Du scheinst ja ausreichend Zeit zu haben, also mach mal selbst und sag Bescheid, wenn Du was gefunden hast, was auffällig ist.

    2. @Horst Kevin
      Die AFD macht mit Social Bots Wahlkampf ,SPD und Grüne lehnen dieses ab.

      „Selbstverständlich werden Social Bots in unserer Strategie im Bundestagswahlkampf bedacht werden“, sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel dem SPIEGEL. “
      Bei einem solchen Statement lag es nahe Fake Accounts bei der AFD zu durchleuchten,selbstverständlich sollten bei Hinweisen auf Ungereimtheiten die anderen Parteien ebenfalls durchleuchtet werden.

      1. Kannst Du mir erklären, warum diese Art von Wahlkampf erstens abzulehnen sein sollte und zweitens, wo eine stärkere Wirkung als Luftballons und Kugelschreiber herkommen sollte?

        Ich schrieb es kürzlich schon mal, daß ich grundsätzlich meine Zweifel an der Wirksamkeit dieser Wahlkämpferei habe. Da lässt man die Legislaturperioden verstreichen, macht das Gegenteil dessen, was vor den Wahlen versprochen wurde und meint, mit dem Wahlkampfrummel irgendwas zu wuppen.
        Das ist doch Unfug! Wer fällt auf sowas rein?

        1. @Horst Kevin
          „Das ist doch Unfug! Wer fällt auf sowas rein?“

          Ich befürchte die Mehrheit der Wähler haben ein rudimentäres oder gar nicht vorhandenes Langzeitgedächtnis und fallen darauf rein und Lernresistenz hat Tradition bei den Michels.

          1. Das würde ich auch nie in Abrede stellen.

            Aber dabei handelt es sich um „Gewohnheitstäter“.

            Warum gilt „Du SPD-Wähler!“ gelegentlich als Schimpfwort und wofür?

            Damit wird jemand beschrieben und kritisiert, der trotz immer gleichen Handelns und gleicher Umstände dennoch an Veränderung glaubt.

      2. Inwiefern wurde den hier gesagt, dass die AfD mit „social bots“ (was immer das sein soll) Wahlkampf macht?
        Es geht im Grunde darum, dass ein Account sich durch die Anzahl der Folllower aufbläht („Scheinriese“) – was aber bei Twitter ein leider übliches Vorgehen ist, denn die follower kann man für wenig Geld kaufen.

        Das hat aber nichts mit den an anderen Stellen postulierten „social bots“ zu tun. Die es aber meiner Meinung als Bedrohung nicht gibt, bzw. die nichts anderes sind, was fast alle Journalisten in den sozialen Medien machen, automatisiert ihre Beiträge zeitlich gesteuert in diversen Medien verbreiten.

        Die Diskussion um die Einflussnahme der Bots ist ungefähr das gleiche, wie wenn man die morgendliche Zeitungsausträgerin als gesteuerte Meinungsmacherin bezeichnen würde.

  6. Das, was ihr da mit einer „groß angelegten Analyse“ ans Tageslicht zerrt, ist ganz nett, verdeutlicht mir allerdings, wie hilflos die „kritische Öffentlichkeit“ in Wirklichkeit ist.
    Die AfD ist ein kleiner Haufen von Internet-Stümpern.
    Nehmen wir als Vergleich NSA, CIA, BND, Militär usw, die mit zehntausenden von hochqualifizierten Spezialisten und einem technischen Equipment vom Modernsten und Feinsten rund um die Uhr agieren.
    Dort liegt die wirkliche Gefahr und der haben wir absolut nichts entgegenzusetzen, was eure Untersuchung zeigt.
    Im Gegenteil.
    Die benutzen euch.

    1. Nach deiner Logik ist jede aufklärerische Berichterstattung außerhalb des Themas Geheimdienste wertlos. Halte ich für eine gefährliche Verkürzung der Realität.

      1. Erstens bezieht es sich nicht nur auf Geheimdienste und zweitens rede ich nicht von wertlos, sondern von hilflos. Gefühlte Aufklärung ist eine gefährliche Verkürzung der Realität.

  7. Schöne Reportage, auch muss man nicht gleichzeitig alle anderen Parteien analysieren um objektive Aussagen zu AfD nahen Twitter Accounts machen zu können.

    Klar, andere Parteien haben auch ihre Methoden die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren. Der SPD besitzt zu diesem Zweck gleich eine ganzes Imperium an Verlagshäusern. Dies ist aber schon allgemein bekannt und muss dann hier im Artikel nicht extra erwähnt werden.

    Ihr habt es ja schon vorbereitet, aber es wird noch viel Freude bereiten, wenn Frau Beatrix von Storch danach befragt wird, weshalb sie in arabischen Ländern doppelt so beliebt ist, wie in Deutschland.

    1. @TuNix
      „…weshalb sie in arabischen Ländern doppelt so beliebt ist, wie in Deutschland.“
      Das weiß doch jedes Kind.Der Storch überwintert in diesen Ländern,daher rührt ihre Popularität im arabischen Sprachraum und Afghanistan.
      Hättest in der Schule mal aufpassen sollen. :-)

  8. Recht interessant, vor allem wie einfach so eine Analyse ist.
    Ansonsten zeigt es vor allem das die AFD-nahen Twitterer sich lauter Bots angelacht haben oder Pakistaner große Fans der AFD sind :-).
    Es zeigt also vor allem, das die Macher von diesem Account sich selbst mit großen Zahlen täuschen und offenkundig wenig Ahnung von gutem Onlinemarketing haben, erschreckend :-).
    Jetzt haben wir den Grund für die von der AFD angebrangerte Flüchtlingswelle gefunden, die große Attraktivität deren Positionen für Araber :-).
    Die wollen alle zu Gauland und Co :-).
    Die AFD sollte also eher für die schnelle Einbürgerung von Pakistanern Position beziehen um auf hohe zweistellige Wahlergebnisse zu kommen :-).
    Zumindest nach dieser Analyse.
    Ach so, Ironie, Ironie und stark überzeichnet.

  9. Moin Moin,

    auch wenn das hier schon einigermaßen aus dem Ruder gelaufen ist:
    Mich würde mal was anderes interessieren, und mal fernab „wer mit wem“ bei Twitter.

    Könnte es nicht auch sein, dass der Betreiber von Balleryna einfach irgendeine Agentur/one-man-army ist, die sogar Geldleistungen für die das Retweeting bekommt? Im Sinne einer Standard-Werbeagenturleistung? Das würde Sinn machen und auch den ganzen Ärger erklären, den eure Analyse lostritt. Vermutlich werden im Hintergrund schon die Konditionen neu verhandelt.

    Amüsant ist übrigens auch, die De-Mystifizierung von Twitter anhand d. einfachen Modelle, die ihr als Diagramme bereitstellt. Weiter so!

    Ansonsten noch eine mitbürgerliche Mitteilung: Mich beruhigt wirklich, dass diese 300.000 „Follower“ in Wahrheit garnicht wählen dürfen. Am Ende wird sich wohl alles wieder relativieren! :)

    Viele Grüße aus São Paulo, Lars

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