Kultur

Von der Oscar-Shortlist in die ZDF-Mediathek: Tod eines Internet-Aktivisten (Update)

iob_hero_042914_r2Versteckt im Nachtprogramm des Spartensender ZDF-Info lief heute Morgen die Dokumentation „Tod eines Internet-Aktivisten„. “The Internet’s Own Boy”, so der Originaltitel der Dokumentation von Brian Knappenberger, setzt sich mit dem Selbstmord und vorherigem Schaffen von Aaron Swartz auseinander. Der Film hat es auf die diesjährige Shortlist für die kommende Oscar-Verleihung geschafft.

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Aaron Swartz nahm sich vor zwei Jahren am 11. Januar 2013 das Leben. Er war ein bekannter Aktivist, gehörte zu den Mitgründern von Reddit und Demand Progress und hatte bereits mit 14 Jahren an der Entwicklung des RSS-Standards mitgewirkt. Ihm drohten bis zu 35 Jahre Gefängnis, weil er sich illegal über das MIT-Netzwerk Zugang zur Journal-Datenbank JSTOR verschafft und dort 4,8 Millionen Dokumente heruntergeladen hat.

Die kommenden Tage findet man die deutsche Übersetzung noch in der ZDF-Mediathek.

Die englischsprachige Originalversion gibt es auf Youtube zu sehen:

Update: Das ZDF hat uns geschrieben und darauf hingewiesen, dass de Dokumentation diverse Male auf verschiedenen Sendeplätzen auf ZDFinfo gezeigt wird, darunter am 18.02.2015 zur besten Sendezeit um 20:15. Die erste Ausstrahlung hatte nur das Pech, mitten in der Nacht zu kommen.

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21 Kommentare
  1. Neuland Internet und seine regierungsamtlichen Gegner.
    „Versteckt im Nachtprogramm…“
    Wo denn sonst? Zuschauer mit Aufklärung verwirren geht
    gar nicht.
    Mit oft belanglosem Lull und Lall sind sie doch schon mehr als beschäftigt.
    Dann noch hier und da Verrückte, Gier und Tote -Nachrichten(-:- und viele steigen schon aus.
    Regierung und Medienindustrie als gemeingefährlches Duo gegen einen idealistischen Menschen, der sich daraufhin aus Verzweiflung selbst tötet, würde nur unnötig viele Wähler verwirren – gesendet um 20.15 im ZDF oder ARD.

    1. umgebracht………von wem??
      Von dennen,die die Wahrheit vertuschen.Von dennen,die die Wahrheit nicht hören wolle!!Von Feiglingen und Gierhälsen!!Die Wahrheit kann sehr unbequem sein!!Wer hat ihm schon den Rücken gestärkt?

  2. Die Geschichte um Aaron Swartz Tod hat mich damals ganz schön mitgenommen, der junge und brilliante Mann wurde fertig gemacht, aus einem Hacktivisten wurde auf einmal ein Schwerverbrecher, dessen Zukunft er sich selber nur noch hinter Gittern vorstellen konnte. Leider hat er schon zuvor an Depressionen gelitten, die ihm seine Entscheidung wohl erleichtert haben. Er war in meinen Augen einer von den guten …

  3. IMHO wurde nie geklärt, ob es ein illegaler Zugriff auf JSTOR war. Die Files waren nach Login(?) offen über URL erreichbar. JSTOR sagte später, ihnen sei kein Schaden entstanden.
    Wer den Film verpasst hat, der wird am Sa-Vormittag wiederholt.

  4. Klasse, danke für den Hinweis.

    Und in der Tat sehr bezeichnend, dass eine so wichtige, Oskar nominierte Doku zu solch einer Uhrzeit auf einem Spartenkanal läuft.

      1. Ohne den Link zu klicken, meine ich es ging „dot tilde dot“ wohl um den Begriff Selbst*mord*, nicht um die Tat an sich. Ungenaue bzw. schlicht inkorrekte Alltagssprache eben, wie so oft („Stundenkilometer“). Die exakteste Anwendung der Sprache findet man uebrigens in juristischen Schriften (Gesetze). Ein Genuss diese zu lesen. Gesteht ein Naturwissenschaftler und Ingenieur.

  5. Leider wird nicht stärker verdeutlicht oder erkannt, dass die Gesetzesmöglichkeit in den USA von der Lobby (der dahinter stehenden Geldmenge) abhängt. Was bringt uns das in Deutschland bzw. Europa bei der Umsetzung von CETA, TTIP und TISA.
    Wenn der Senat der US keine Spezialisten finanzieren will, die den Senatoren die technischen und gesamtstaatlichen Zusammenhänge erklärt, drängt sich die Frage auf, welche deutsche oder europäische Legislative welche Möglichkeiten hat und warum manche hinzugezogenen „Experten“ von wem so genannt werden.
    HURe

    1. Ganz ehrlich!?Ichwar sehr,sehr verwundert,daß dieser sehr wetvolle Doku-Bericht überhaupt ausgestrahlt werden durfte!
      Absoluten Respekt vor Aaron Schwartz und seinen Kumpanen und ebenso vor Brian Knappenberger und Helfern.Solche Personen müssten mehr Rückenstärkung erhalten…..!All zu schnell,wird man(n)/(Frau)von seinem Umfeld,als Spinner abgetan,wenn man hinter fragt.Respekt vor dieser Klarheit und diesem Mut!!Hier in Köln,haben wir zum Thema CETA,TTIP und TISA(halt auch Fracking) schon verschiedene Veranstaltungen und auch Demos gehabt,hier vermisse ich doch sehr die klaren,ehrlichen Berichte/Nachrichten/Beiträge der öffentlichen Medien.Auch hier wird“still gehalten“,damit der Bürger so wenig wie möglich aufgeklärt wird/aufgeklärt werden kann!
      Der Bürger könnte ja Fragen stellen…..
      Wer in der Demokratie schläft,wacht in der Diktatur auf!

  6. Ich habe mir gestern die Aufzeichnung des Films angeschaut und muss ehrlich sagen, er hat mich total erschüttert. Man spürt in seinem Leben nicht all zu oft ein so starkes Gefühl von tausend Emotionen in einem selbst. Diese Art Gefühl erlebte ich zuletzt beim Fall der 2 Türme in den Staaten und das ist ja nun auch schon ein paar Jahre her.
    Ich bedaure den Verlust von Aaron Swartz sehr und kann nur hoffen, dass die hochtalentierten Köpfe unserer Zeit ohne finanziellen Drang, sondern mit dem Drang das Leben unserer Menschheit zu verbessern, auch entsprechend behandelt werden.
    In einer Welt, die von Monopolisten und Materialisten geprägt ist, wird das aber wohl ein Wunschdenken bleiben.

    1. Ich muss sagen, das geht mir sehr ähnlich. Ich weiß natürlich nicht, ob wir nun in eine Person zu viel hineinprojezieren, aber auch mich hat sein Schicksal so sehr mitgenommen wie kaum ein anderes einer „bekannteren Person“. Ich glaube es liegt daran, dass er, wie viele von uns, Dinge kritisch hinterfragt hat und nur entsprechend seinen Überzeugungen gehandelt hat. Ideale haben hier sicher auch viele, aber tatsächlich und NUR danach handeln? Beziehungsweise mit solch einem Eifer und Elan, gekoppelt mit einem derartigen Verständnis? Und dann wird dieses „Licht der Hoffnung“ eiskalt durch das bestehende politische System zunichte gemacht. Was bleibt ist Wut und Verzweiflung..

  7. Schade habe keine Digitalsender in meinem Kabelanschluss. Gierige versorger … oh wait. GIERIGES ZDF und überhaupt sch… raffgierige ÖR. Wollen den Kabelbetreibern (nein nicht Kabeldeutschland allein) kein Geld geben aber wollen trotzdem alle schön in jedes Wohnzimmer geschaltet werden. Drecksblagen … zieh ich mir die Doku eben aus der Mediathek (ziehen wie Download. Ja richtig gelesen – geht nicht gibts nicht)

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