Linkschleuder

Geheimhalten oder Leaken? Wie gehen wir heute mit Geheimnissen und deren Verrat um?

Die Sendung Breitband beim Deutschlandradio Kultur hat am Samstag eine Stunde lang über „Geheimhalten oder Leaken? Wie gehen wir heute mit Geheimnissen und deren Verrat um?“ diskutiert. Moderiert von Philip Banse diskutierten darüber Daniel Lücking, Marta Orosz und Ulf Buermeyer. Hier ist die MP3.

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Angenommen, ein Angestellter – beispielsweise einer Sicherheitsbehörde – steht vor der Frage, ob er geheime Dokumente weitergeben soll. Angenommen, einem Blogger werden diese Papiere zugespielt und er stellt sie ins Netz, obwohl er weiß, dass ihm deshalb rechtliche Konsequenzen drohen könnten. Angenommen, ein Richter soll beurteilen, welche Relevanz die Papiere und deren Veröffentlichung für die Sicherheit des Landes haben…

Dass Annahmen wie diese nicht nur Phantasiestücke, sondern real sind, beweist die jüngste Anzeige wegen Geheimnisverrats gegen netzpolitk.org. Die letzten Jahre standen unter dem Stern von spektakulären Enthüllungen über die NSA, chinesische Steuerbetrüger oder die Kriege im Irak oder Afghanistan. Die Art und Weise der Aufdeckungen hat sich durch das Internet stark verändert: Neben dem klassischen investigativen Journalismus gibt es Enthüllungsplattformen wie Wikileaks, die für eine „globale Netzgesellschaft des 21. Jahrhunderts im Zeichen des Transparenzglaubens“ stehen.

Zeit für uns, uns nicht nur mit denn aktuellen Ereignissen zum Thema zu beschäftigen, sondern grundlegende Fragen zu stellen: Woher stammen inoffizielle Veröffentlichungen von Informationen im Netz, also Leaks? Welche Bedeutung haben Enthüllungsplattformen wie Wikileaks für den investigativen Journalismus? Können Leaks mitverantwortlich für gesellschaftlichen Wandel sein? Wo liegen heute die Grenzen unseres Verständnisses von Pressefreiheit?

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9 Kommentare
    1. Der Meister muss wieder ein Machtwort sprechen B-)

      1.) Leaken ja, aber nur anonym versteht sich. Das heißt der Leaker hat gefälligst TOR oder noch besser VPN zu nutzen, sollte natürlich darauf achten, dass die IP nicht gespeichert wird bzw. der VPN Anbieter nicht (freiwillig) mit Bullen & deren Kumpels kooperiert. VPN Anbieter denen ihr trauen könnt (oder eben nicht) könnt ihr hier sehen
      https://torrentfreak.com/anonymous-vpn-service-provider-review-2015-150228/

      2.) Es gibt sichere e-mail Anbieter. Diese sollte man nutzen. Wobei ein normaler e-mail Provider aus Afrika, Asien oder Südamerika auch völlig ausreicht, sofern ihr euch anonym einloggt. Liste bekannter sicherer Mail Anbieter seht ihr hier
      http://de.textsave.org/zsGb

      3.) Verschlüsselung ist OK, aber muss längst nicht mehr PGP sein. Es reicht völlig den Text normal in ne Word Datei oder sowas zu schreiben und es dann mit beliebiger Verschlüsslungssoftware zu verschlüsseln. Hier ne nette Auswahl
      http://www.chip.de/Downloads_13649224.html?tid1=39013&tid2=0

      4.) Benutzt auch gerne sich selbstzerstörende Nachrichten
      http://justpaste.it/n97c

      5.) Wenn bekannte Blogs oder Zeitungen die nicht anonym sind trotzdem was leaken wollen, empfiehlt es sich in den Kommentaren seitens der Fans oder auch selber als Tarnung Links zu den Leaks zu setzen. Natürlich sollte man dann nicht die IP speichern, damit man den Bullen & Co. nix rausgeben kann. Ansonsten kann JEDER Webseiten Betreiber JEDERZEIT für ganz wenig Geld ca. 5 € pro Monat sein Impressum ins Ausland verlegen. Rein virtuell, reicht völlig aus. Und dann können deutsche Anwälte oder sonst wer gerne mal versuchen in Südamerika zu ermitteln ^^ Dazu ist dieser Dienst hier bestens geeignet
      http://deuru.com/faq

      6.) Die Leaking Plattform http://www.cryptome.org publiziert jeden Tag krasse Leaks und kaum einer weiß das. Also schaut TÄGLICH da vorbei

  1. Whistleblower deckt Vergewaltigung von Kindern durch franz. Soldaten auf, seit dem versucht UN erst gar nicht mehr, so was zu vertuschen, Folge, weniger Kinder werden vergewaltigt. Jetzt nocht die Landesverrtasakte …

  2. Zu diesem Thema passt vielleicht auch der Film „Digitale Dissidenten“
    unter
    https://vimeo.com/137119475

    Digitale Dissidenten sind die Krieger des digitalen Zeitalters: Republikanische Patrioten, radikale Anarchisten und Cyber-Hippies kämpfen Seite an Seite für Transparenz und Privatsphäre in der digitalen Welt, die in immer mehr Teile unseres Lebens einbricht. Dafür sitzen sie im Gefängnis, leben im Exil oder haben Karriere und Familie verloren. Von vielen werden sie als Helden gefeiert, Kritiker, Geheimdienste und Konzerne verurteilen ihre Aktionen als Angriff auf unsere Sicherheit. Warum tun sie das? Was treibt sie an? Und wovor warnen sie uns?
    Sind die „Digitalen Dissidenten“ visionär oder paranoid? Sind ihre Aktionen legitim? Sind sie Helden oder Verräter?
    Im Mittelpunkt des Films stehen Personen, die aus ganz unterschiedlichen Motiven zu „Digitalen Dissidenten“ wurden: Whistleblower, wie die Ex-NSA-Mitarbeiter Thomas Drake und Bill Binney, der Journalist Daniel Ellsberg, der seit der Veröffentlichung der Pentagon Papers in den 1970er Jahren als Ur-Vater der Whistleblower gilt und die ehemalige britische MI5-Agentin Annie Machon. Sie haben jahrelang selbst im System gearbeitet und es schließlich von innen angegriffen, indem sie sensible Daten offengelegt haben.
    WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat in seinem Kampf für radikale Transparenz das System von außen bedroht, indem er geheime Daten veröffentlicht und somit u.a. Kriegsverbrechen der USA im Irak aufgedeckt. Ihnen werden auch kritische Positionen entgegen gesetzt. So spricht CDU-Politiker Stephan Mayer über die Vorteile der Vorratsdatenspeicherung, Hans Wieser von Microsoft plädiert für die Chancen von Big Data, beispielsweise im Bereich Gesundheit und Sozialwesen.
    Die FAZ-Autorin und Big-Data-Expertin Yvonne Hofstetter macht das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln für ein breiteres Publikum zugänglich. Der Film ermöglicht so einen differenzierten Blick auf Whistleblower und Hacker, gibt Einblicke in deren Motive, Widersprüche und zeigt die Konsequenzen ihres Handelns.

    Ein Film von Cyril Tuschi

  3. Ich fand die Sendung äußerst angenehm zu hören und interessant gleichermaßen. Besonders die juristische Darstellung und Unterscheidung von Ulf Buermeyer, zwischen jemanden der „journalistisch arbeitet“ und jemanden der „Journalist“ ist, fand ich aufschlussreich.

  4. Kurz und schmerzlos.
    „Wer Geheimnisse hat, der hat auch immer etwas zu verbergen. Und wer etwas zu verbergen hat der lügt.“

    Angesichts dessen dass alle Staaten, ob Diktatur oder „Scheindemokratie“ wie der unseren, lügen und betrügen, sollte man zumindest abgeschlossene Ermittlungen allgemein veröffentlichen. Das würde dazu führen dass unsere Lügner zumindest nicht dabei auch noch über Leichen, wie die einer demokratischen Gesellschaftsordnung, gehen.

    Es muss hier eine rechtsstaatliche Wende geben.
    Und diese in Richtung bürgerlicher Rechtsstaatlichkeit.
    Alles andere wäre eine Diktatur und hat mit einer Demokratie nichts zu tun. Das zeigte eigentlich schon mehr als deutlich der Fall der NSU und die Rolle der Geheimdienste dort.

    Was diese Geheimdienste derweil „leisten“ ist illegal und zeigt bestenfalls was für Gesockse heute immer noch nach Macht giert. Es hat nichts mehr mit einem demokratischen Rechtsstaat gemein.

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