Die „Arbeitsgemeinschaft De-Mail“ reagiert auf den größten Kritikpunkt der nationalen Staatsmail „De-Mail“. Detlef Borchers berichtet über eine heutige Pressekonferenz: De-Mail integriert Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit PGP.
In den Räumen der Telekom-Repräsentanz demonstrierte die Arbeitsgemeinschaft De-Mail das neu entwickelte Plugin. Es soll als Open Source veröffentlicht werden, denn alle Beteiligten kennen die Kritik der netzaktiven Szene an De-Mail. Es soll deutlich gemacht werden, dass keine Hintertüren existieren, wie dies von der sonst obligaten „kurzzeitigen Virenkontrolle“ vermutet wird, die bei de De-Mail-Anbietern stattfindet. Bei allen De-Mail-Anbietern soll es kostenlos sein, die PGP-Option zu nutzen.
Wer sich wie üblich bei De-Mail anmeldet, wird ab April auf die PGP-Verschlüsselung hingewiesen. Wenn sie aktiviert werden soll, muss sich der De-Mail-Nutzer auf das Sicherheitsniveau „hoch“ begeben, also zusätzlich eine mTAN oder die eID des neuen Personalausweises einsetzen. Erst danach wird das Plugin installiert, ein zusätzliches Passwort vergeben und der geheime wie der öffentliche Schlüssel auf dem Rechner des Nutzers kreiert. Dann wird der Nutzer gefragt, ob er alle Personen in seinem privaten De-Mail-Adressbuch einladen möchte, künftig PGP zu benutzen. Wird dies bejaht, erscheint bei diesen Personen beim nächsten Login ins System die De-Mail-Installationsprozedur.
Laut Spiegel Online kommt das Mailvelope-Plugin zum Einsatz, was auf der OpenPGP.js-Implementierung des OpenPGP-Standards basiert.
Sie stützen sich dabei auf die offene Erweiterung „Mailvelope“ für die Webbrowser Firefox und Google Chrome.
Weitere Kritikpunkte wie hohe Kosten, Identifizierungs-Zwang und Rechtssicherheit der Zustellung sind davon unberührt.
Update: Möglicherweise ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der De-Mail nur ein Abfallprojekt der versprochenen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die normale Mail bei United-Internet. Die wurde ja bis Ende des Jahres versprochen.
Update 2: Wir haben mal nachgefragt:
netzpolitik.org: Was passiert bei PGP mit De-Mail, wenn man das „Kennwort zum Verschlüsseln“ (also das zum Private Key) vergisst?
Telekom: Auf pgp-Verschlüsseltes hat der Nutzer keinen Zugriff mehr, wenn er den Key verliert oder vergisst.
