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Syborg Informationssysteme: Lausch-Systeme von der Saar für die Welt

Janek Böffel berichtet in der Saarbrücker Zeitung über die Firma Syborg aus dem Saarland, Hersteller „fortschrittlichster Überwachungstechnik“, sowie ihre Verbindungen zum amerikanisch-israelischen Aktienunternehmen Verint und dessen Kontakte zur NSA:

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Mehr als 60 Mitarbeiter bauen und programmieren in saarländischer Abgeschiedenheit Systeme, mit denen Polizei und Sicherheitsbehörden Kriminelle oder „verdächtige Personen“ belauschen können. Wo Ermittler früher noch mühselig Telefone und Wohnungen verwanzen mussten, bewirbt Syborg seine Software als Lösung aus einer Hand: „Mit dem Syborg Interception Center können Ermittlungsbehörden Sprache, Daten und andere Internetverkehre in einem einzigen System überwachen und auswerten – unabhängig davon, ob die Daten aus dem Fest-, Mobilfunk- oder Breitbandnetz stammen.“ Fähigkeiten, die in vielen Ländern, vor allem aber auch in Deutschland geschätzt werden. So kauften laut SZ-Recherchen mindestens sechs Landeskriminalämter (LKA), das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei Lauschsysteme aus Bexbach. Allein das hessische LKA gab 2010 demnach 5,3 Millionen Euro für Überwachungstechnik von Syborg aus.

Doch nicht alle scheinen begeistert von der Technologie „Made in Bexbach“. Bereits 2008 sollen Ermittler des nordrhein-westfälischen LKA Zweifel an der Sicherheit von Syborg-Systemen geäußert haben. Es sei nicht auszuschließen, hieß es, dass es dadurch Zugriffe aus den USA auf deutsche Ermittlungsdaten geben könne. Grund der Skepsis: Seit 2000 gehört Syborg zum amerikanisch-israelischen Aktienunternehmen Verint (damals noch Teil der IT-Firma Comverse). Und das pflegt beste Kontakte zum Geheimdienst NSA (National Security Agency).

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2 Kommentare
  1. „My other computer is your lawful interception system!“ Deutsche Behörden sind in dieser Beziehung so naiv und blauäugig dass es eigentlich bei allen Beteiligten erhebliche Schmerzen verursachen müsste. Dem scheint nicht so zu sein. Einfach weiter machen, hier gibt es nichts zu sehen!

    Wenn ich ein Nachritendienst wäre dann würde ich zuallererst dafür sorgen dass meine Systeme als Abhörschnittstellen, um Verkehrsdaten zu Analysieren, Telefonrechnungen zu erstellen, Einzelverbindungsnachweise zu generieren… genutzt werden. Aber die Frage warum z.B. die Verint (vorher Comverse) Systeme zur Rechnungserstellung bei Telekom Firmen und die Abhörschnitstellen so günstig sind, die Frage hat sich noch keiner gestellt.

    Solange Regierung, Behörden, und Firmen ihren Kopf in den Sand stecken um nicht wahrnehmen zu müssen was die Spatzen von den Dächern pfeiffen wird sich daran nichts ändern und solange sind diese Stellen Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Egal wie fleißig sie das Gegenteil behaupten.

    Ein altes Hacker Sprichwort sagt: „Es gibt nur zwei Arten von Organisationen im Internet, die die wissen dass sie gehackt sind und die die es nicht wissen.“ Deutsche Behörden und Firmen scheinen überwiegend zur zweiten Kategorie zu gehören. Na dann – weiter machen, und immer „Cyber, Cyber Cyber“ sagen.

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