Linkschleuder

Rivva.de: „Mein kleiner Dienst ist hier höchst unglücklich ins Kreuzfeuer großer Konzerne geraten.“

Frank Westphal, der Entwickler und Kopf hinter rivva.de, dem besten deutschen Aggregator für Blogs und Nachrichten, hat der Journalismus-Plattform Torial ein Interview zu seiner Arbeit gtegeben. Dabei geht es auch um das Leistungsschutzrecht und seine Auswirkungen auf rivva.de: “Ich vermute, Google sitzt am längeren Hebel”.

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Westphal: Mein Programmiererinstinkt riet mir, das LSR wie einen Bug zu behandeln und ebenso zu fixen. Infolgedessen fehlen eben ~650 ehemalige Quellen. Um die ausgesetzte Lokalpresse ist es gewiss bedauerlich.

torial: Gibt es Verlage die sagen – schade, dass wir jetzt nicht mehr dabei sein können?

Westphal: Nur eine Handvoll haben danach Kontakt geknüpft und mir dann ihre freundliche Einwilligung gegeben.

torial: Nachdem es lange ruhig war um das LSR, hat nun die VG Media, in der große Verlage Anteile halten, eine Klage gegen Google angestrengt. Wie bewerten Sie diese?

Westphal: Puh. Google muss man sicherlich nicht in Schutz nehmen. Ich vermute bloß, Mountain View sitzt am längeren Hebel.

torial: Das LSR-Gesetz geht explizit gegen Suchmaschinen und Aggregatoren vor, eine arg eingeschränkte Zielgruppe.

Westphal: “Eine Maschine zitiert nicht”, so die Justizministerin. Mein kleiner Dienst ist hier höchst unglücklich ins Kreuzfeuer großer Konzerne geraten. Ein paar tolle Konzepte mussten so in die Schublade wandern.

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3 Kommentare
  1. Aggregatoren wie rivva sind aus meiner Sicht komplett verzichtbar. Sie bieten nie Zugang zu Informationen, die über die großen Suchmaschinen nicht ohnehin erreichbar sind. Sie fokussieren deren Inhalte nur noch weiter auf immer weiter eingeschränkte Miniaspekte des webs. Im Ergebnis dürfte die Vielfalt weiter abnehmen. Welchen Aufwand hat man als Betreiber solcb eines aggregators wie rivva eigentlich, sagen wir mal pro Woche, eine Stunde, keine Stunde?

    1. Vermutlich ist der Aufwand um das Projekt am Laufen zu halten nicht so groß. Trotzdem braucht es einen hohen initalen Aufwand und wie im Falle des LSR immer wieder intensive Pflege. Dennoch würde ich den wöchentlichen Aufwand schon höher ansetzen.
      Davon abgesehen glaube ich nicht, dass man von Rivva in seiner aktuellen Form leben kann.

      Trotzdem ist das Projekt nichts Schlechtes. Was wäre denn die Alternative? Ich darf mir alle News selber suchen? Wer das will kann das auch jetzt. Nur die meisten haben weder die Zeit noch die Lust dazu. Wenn dann eine Instanz die ich als Vertrauenswürdig einstufe (ob Rivva oder andere) mir eine Vorauswahl trifft ist das sehr angenehm.

      Außerdem hat Rivva den selben Effekt wie eine Tageszeitung. Ich bekomme nicht nur das was ich suche sondern werde auch auf anderes aufmerksam gemacht. Dinge die ich so vielleicht anklicke aber selbst nicht gesucht hätte. Damit informiere ich mich breiter wie wenn ich nur nach MEINEN Themen suche. Denn ich sehe es sehr wohl als Problem des Internets, dass Menschen sich zwar tiefgründiger über EIN Thema informieren aber dabei die Vielfalt vernachlässigen.

  2. Ohne rivva hätten ich keinen Spaß im Internet, für mich ist rivva unverzichtbar. Mit den vielen unterschiedlichen Quellen kann google nicht mit halten. 10000flies ist mir zuviel Bild und heftig.

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