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Netz-Sperren in Italien: Unter fast 7.000 gesperrten Seiten jetzt auch mega.co.nz und mail.ru

black_no_censura_buttonIn Italien werden fast 7.000 Webseiten zensiert. Seit letzter Woche sind auch der Sharehoster Mega und der E-Mail-Dienst Mail.Ru darunter. Diese beiden betroffenen Seiten wollen sich jetzt wehren.

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Bereits 2012 und 2013 haben wir über die Internet-Zensur in Italien berichtet. Seit mindestens 2008 sperren Access-Provider in der südeuropäischen Republik Webseiten wie The Pirate Bay.

Die Beobachtungsstelle für Internet-Zensur in Italien, ein Projekt eines Mitarbeiters eines ISPs, zählt mittlerweile 6.825 gesperrte Webseiten im Mittelmeerstaat. Davon sind 4.871 von der Zollagentur (meistens Glücksspiel und Produktfälschung), 1.384 von der Polizei für Post und Telekommunikation (zuständig für „Cyberkriminalität“ und Missbrauchsdokumentation), sechs vom Ministerium für Telekommunikation sowie 564 Einzelmaßnahmen der Justiz- oder Verwaltungsbehörden.

Letztere sind die Sperren meist per Gerichtsbeschluss. Noch immer sind viele bekannte Filesharing-Seiten darunter, aber auch politische Webseiten wie die lokalen Ableger des Unabhängigen Medienzentrums Indymedia in der Toskana und Piemont. Letzte Woche kam der von Kim Schmitz gegründeter Sharehoster mega.co.nz ebenso auf den Index wie der große russische E-Mail-Dienst Mail.Ru. Wie immer hat TorrentFreak weitere Details.

Stephen Hall vom Mega kommentierte gegenüber TorrentFreak:

We believe that the blockade adopted by the Italian Prosecutor is illegal. The blocking order was placed on the basis of a complaint by a small distributor for two films and the effect of the total block is obviously disproportionate.

Mega is taking steps to ensure that our Italian customers regain access to their files without first having to fiddle with their nameserver settings by filing an appeal next week.

Auch Mail.Ru, immerhin eine der größten Seiten in Russland, sagte TorrentFreak:

We learned of the court’s decision from our users, as well as publications in the public domain.

We believe that this situation is detrimental to the interests of our users, and clearly illustrates the fact that some national laws in this area does not consider the specifics of the Internet companies and do not provide a clear, transparent process for resolving such conflicts.

There needs to be an active dialogue on the development of international pre-trial procedures for resolving disputes between copyright holders and Internet service providers. Their introduction will improve the position of all parties, including users worldwide.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn Russland einen EU-Mitgliedsstaat wegen Internet-Zensur kritisiert.

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2 Kommentare
  1. Wundert das jemanden? Hier zensiert die KJM mit der BPjM auch das Netz. Das Argument, die Verwendung eines „Jugendschutzprogramms“ sei hier „freiwillig“, ist falsch, wenn man in Italien leicht einen anderen DNS, Tor oder VPN nutzen kann.

    Es gibt keinen Unterschied zu Deutschland. Und es gibt keinen praktischen Unterschied zu den Stopp-Schildern der von der Leyen. Zumal die KJM überlegt, vorinstallierte Filter beim Provider zu betreiben. Die deutschen Sperrlisten sind nicht einmal „besser“ als die im Ausland.

    Leider leider wird die Welt nicht besser, wenn man sich (oder seinen Kindern) die Augen zu hält. Sie wird weit schlimmer. Genau das werfe ich den Zensoren vor.

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