Überwachung

„Deny / Disrupt / Degrade / Deceive“ – GCHQs Methoden werden immer schmutziger

Eine gutaussehende Agentin verführt eine Zielperson, um ihr Informationen zu entlocken oder sie in eine Falle zu leiten – das ist ein Muster, dass jedem passionierten James-Bond-Fan vertraut ist. Wie NBC News letztes Wochenende bekanntgab, wurde es auch von GCHQ eingesetzt. Die zuständige Einheit Joint Threat Research and Intelligence Group (JTRIG) ist die gleiche, die auch für die Angriffe auf Anonymous zuständig war, welche wenige Tage vorher ans Licht kamen. Wie jetzt klar wurde sind sie auch für eine ganze Reihe anderer Operationen verantwortlich, die in den Bereich „schmutzige Tricks“ bei der Geheimdienstarbeit fallen.


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Das Sammeln von Informationen durch Beeinflussung und Zerrütung  sowie technische Störungen werden als Einsatzzweck in der zugehörigen veröffentlichten Präsentation genannt. Sie werden „4Ds“ genannt:

Deny / Disrupt / Degrade / Deceive

Die How-Tos lesen sich beinahe wie ein schlechter Witz, wenn man nicht wüsste, dass sie ernst gemeint sind. Ein Schritt bei „Honey Trap“-Operationen, bei denen die Zielperson klassischerweise verführt und damit in eine Falle gelockt wird, beinhaltet, das Opfer danach öffentlich bloßzustellen. Beispielsweise indem Fotos auf Onlineprofilen geändert werden. Dieser Punkt ist mit der Vortragsnotiz „Kann ‚Paranoia‘ auf eine gänzlich neue Ebene heben“ versehen.

Nicht nur Einzelpersonen, auch Firmen lassen sich mit ähnlichen Mitteln bekämpfen, indem man für die Zerstörung öffentlichen Ansehens und damit wichtiger Geschäftsbeziehungen und Finanzierungsquellen sorgt.

Das Versenden von Viren gehört ebenso zum Geschäft der JTRIG-Einheit. Hingewiesen wird auf den Virus AMBASSADORS RECEPTION, der sich selbst verschlüssele, alle E-Mails und Dateien auf einem Rechner lösche und jeglichen Login verhindere – den Präsentationsfolien zufolge „in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt und sehr effektiv.“

Wenngleich es keine offizielle Stellungnahme von GCHQ zu den Dokumenten gibt, sagte ein britischer Geheimdienstvertreter, die Folien würden zeigen, dass GCHQ den US-Spionen „ein wenig voraus“ sei, was das offensive Vorgehen gegen Gegner angehe. Zusammen mit dem weiteren Verharren auf dem Standpunkt, man bewege sich vollständig im legalen und angemessenen Rahmen, ist das an Arroganz und Zynismus kaum zu überbieten.

10 Kommentare
  1. „die Folien würden zeigen, dass GCHQ den US-Spionen “ein wenig voraus” sei, was das offensive Vorgehen gegen Gegner angehe.“

    Das halte ich für eine gewagte Aussage.
    Aber auf den Folien fehlt nur noch als prominentes Bsp. Assange. :)

    1. Journalistische Standardfloskel. Ich nenne das präsumtive Komparation. Kennt man aus TV-Beiträgen, die mit einem Satz wie zB „Immer mehr Jugendliche trinken Alkohol“ beginnen, der im weiteren Verlauf der Nachricht nicht belegt wird.

  2. Genauso steuert die FED mittels der NSA die Politmarionetten dieser Welt. Diese kranken Geschöpfe sind hochgradig pervers, psychpathisch machtversessen und somit leicht erpressbar.

  3. “ein wenig voraus”

    Seit wann haben die Engländer Mordroboter? Obama setzt die einfach auf die Liste und lässt das Handy abknallen. Wenn die Zielperson es jetzt bei der Oma hat liegen lassen und 13 Enkel mit drauf gehen, hat man halt Pech gehabt. Da ist doch das Unterschieben von Beweisen fast lächerlich gegen. Diese ganzen Schuppen gehören dicht gemacht. Vielleicht sollten wir mal den Papst hin schicken – der wirkt ja bisher recht integer.

  4. Deny / Disrupt / Degrade / Deceive … anfangs habe ich mich noch gewundert, dass die Nachrichten auf Facebook nur noch aus Hiobsbotschaften bestanden und ich nichts mehr von meinen Freunden zu lesen bekomme…

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