Die vom britischen Guardian veröffentlichten Folien zu PRISM legen nahe, dass die NSA direkten Zugriff auf die Server von verschiedenen großen amerikanischen Konzernen habe. So steht auf einer Folie wörtlich:
Collection directly from the servers of these U.S. Service Provider: Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, AOL, Skype, YouTube, Apple.
Genau das wird jetzt aber von einigen der Konzernen abgestritten. Insbesondere Microsoft, Yahoo, Google und Facebook geben an, bis zu den Veröffentlichungen des Guardian noch nie von PRISM gehört zu haben und keiner amerikanischen Behörde Zugriff zu ihren Servern ermöglicht zu haben. Besonders Google wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Die Washington Post dazu:
It says it does not allow the NSA to collect information through a secure portal nor does it put information into a “drop box” for government agents to access. It said it has a team of employees who review every FISA order. “The US government does not have the ability to pull that data directly from our servers or network,” the Google statement said.
Googles Methoden, wie sie von Strafverfolgungsbehörden angeforderte Daten übermitteln, wirken im Jahr 2013 regelrecht altmodisch:
“When required to comply with these requests, we deliver that information to the U.S. government — generally through secure FTP transfers and in person […]”
Während eine Übermittlung von Daten per sFTP auf Server von Strafverfolgungsbehörden noch plausibel klingen mag, wirkt die Übermittlung von Daten auf Datenträgern wie CDs, USB-Sticks, Festplatten oder sogar ausgedruckt auf Papier reichlich ungelenkt für einen Hightech-Konzern wie Google.
Insgesamt müssen die Aussagen Googles – genauso wie von den anderen betroffenen Konzernen – aber sowieso mit Vorsicht genossen werden. Google steht mit dem Rücken zur Wand und wird alles versuchen sich als den aufrechten Kämpfer für die Rechte seiner Nutzer zu inszenieren. Dazu gehört es dann selbstverständlich auch alle angeforderten Daten eigenständig zu übermitteln um den Eindruck von Kontrolle zu vermitteln. Darüber hinaus seien die Details die Google als Versuch der Verteidigung preisgibt teilweise fast zu genau, wie Constanze Kurz in einem Interview mit der Süddeutschen erläutert:
Für meinen Geschmack sind die Dementis viel zu spezifisch, sie sind regelrecht überspezifisch [Anm.: Buzzfeed hat einen schönen Vergleich aller Dementis]. Die Firmen dementieren Dinge, die so niemand gefragt hat. Google zum Beispiel behauptet in seiner Stellungnahme, dass die NSA ihres Wissens nach „keinen direkten Zugang“ zu den Daten ihrer Kunden gehabt hätte. Dann war es vielleicht kein direkter Zugang, dafür aber wahrscheinlich ein Zugang über eine Schnittstelle. Mit solchen Aussagen enttarnen die Unternehmen sich selbst als Lügner. Denn dass eine Internetfirma von diesem Kaliber nichts von einer Anzapfung mitbekommt, halte ich für unmöglich.