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Bundesregierung erkennt Bitcoin als privates Geld an

bitcoin_logo_plainDie deutsche Bundesregierung hat die digitale Währung Bitcoin als „Rechnungseinheiten“ anerkannt, wie die FAZ an diesem Wochenende berichtete. Sie bezieht sich auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler, welche der Zeitung vorliegt. Demnach sieht die Bundesregierung Bitcoin als „privates Geld“ an. Damit hat die Bundesregierung einen entscheidenden Schritt in Richtung Rechtssicherheit unternommen, was die noch junge Währung angeht.

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Die Antwort auf die Anfrage von Frank Schäffler, lieferte einige interessante Details, zur Sichtweise der Bundesregierung auf Bitcoin, wie die FAZ berichtet.

So erkennt die Bundesregierung die digitale Währung als „Rechnungseinheiten“ an. Damit seien sie eine Art „privates Geld“, welches in „multilateralen Verrechnungskreisen“ eingesetzt werden kann. Das Herstellen von Bitcoins ist somit „private Geldschöpfung“, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. Damit ist die Digitalwährung rechtlich und steuerlich gebilligt.

Darüber hinaus gehe aus der Antwort der Regierung hervor, dass Kursgewinne aus Bitcoins nach einem Jahr steuerfrei sind. Damit würden Bitcoins anders als Aktien, Zertifikate oder Fonds bewertet, welcher einer Abgeltungssteuer von 25% unterliegen. Ungeklärt ist allerdings, trotz der Antwort der Bundesregierung, inwieweit auf den Handel mit Bitcoins Umsatzsteuer anfällt. Zwar gibt die Bundesregierung an, dass Umsätze mit Bitcoin nicht der Umsatzsteuerbefreiung unterliegen – anders also als bei gesetzlich anerkannten Zahlungsmitteln. Dennoch gehen Experten laut FAZ nicht davon aus, dass Privatpersonen Umsatzsteuern zahlen müssten.

Im Zuge des NSA-Skandals ist Bitcoin als anonymes Zahlungsmittel wieder vermehrt in den Fokus gerückt. In den USA hat bereits eine Prüfung durch den Senat begonnen, um festzustellen ob eine Regulierung von Bitcoin notwendig sei. Anfang August entschied eine amerikanische Richterin, ebenso wie die deutsche Bundesregierung, dass Bitcoin eine reguläre Währung sei und sie deshalb einer Regulierung durch die Behörden unterliege. Und auch in Deutschland beschäftigt sich die Finanzaufsicht Bafin seit einiger Zeit mit Bitcoin. Frank Schäffler, der die Anfrage an die Bundesregierung gestellt hat, sagte gegenüber die Neuen Osnabrücker Zeitung, die Regierung solle „nicht den Fehler machen, sich an einer Regulierung zu versuchen. Das kann nur in die Hose gehen.“

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17 Kommentare
  1. Das ist eine positive Entwicklung. Sie wird aber Bitcoin sicherlich nicht gegen Angriffe der USA schützen. Entscheiden sich die Amerikaner, dass diese Währung eine Gefahr führ ihre nationale Sicherheit ist, werden die sicherlich einen Weg finden diese Währung zu zerstören. Notfalls werden sie einen Virus schreiben der alle Bitcoinserver stilllegt und löscht.

  2. Wenn Leute wie Frank Schäffler und Organisationen wie die CFR privates Geld gut finden, dann sollte man sich schon Gedanken machen, ob eine gewisse demokratisch legitimierte Regulierung nicht doch sehr sinnvoll wäre.

        1. Nö, peinlich ist das nicht. Aber wenig nachgefragt. Die Bitcoin-Spenden liegen im kleinen zweistelligen Bereich. Flattr und Paypal ist sehr viel mehr. (Ja, auch bevor Paypal da als Möglichkeit unter den Artikeln stand).

  3. Ich verstehe das Bitcoinprinzip nicht.

    Um Geld zu verdienen muss man doch arbeiten bzw. einer Arbeit nachgehen oder etwas verkaufen.

    Kann man bei Bitcoins einfach so Geld erzeugen?

    1. Prinzipiell wird mit viel Strom eine aufwändige Rechenaufgabe gelöst. So aufwendig, dass sich das Hardware-mässige Hochrüsten mit ganzen ASIC Farmen energetisch (im Moment noch) lohnt. Pro 2 Wochen wird eine ungefähr konstante Anzahl Bitcoins geschöpft. Der Kuchen verteilt sich dann in etwa proportional unter allen hochgerüsteten Teilnehmern entsprechend ihrem Einsatz von spezialisierter Hardware und elektrischer Energie. Das heisst auch, dass man aktuell nur noch eine Chance hat zu einer relevanten Menge bitcoins zu kommen, wenn man selber auch aufrüstet und zum Energiegrossverbrater wird.

      Quintessenz: Ich finde es schade, dass Bitcoin auf Energieverschwendung basiert, und dass man nur mit massivem realen Geldeinsatz zu einer signifikanten Menge Bitcoins kommt. Seit Otto-Normalverbraucher auch mit der Grafikkarte nicht mehr nachkommt, kann man sagen, dass Kapital spekulativ eingesetzt wird, um sich einen erhofften Vorteil in einer neuen Währung zu verschaffen.

      1. Die Antwort galt eigentlich eher dem Gunnar, aber ok ;)

        > Toll wäre ein Modell, bei dem jeden Tag unter allen registrierten Teilnehmern eine gewisse Anzahl bitcoins gleichmässig verteilt würde, ohne dass signifikant Rechenleistung benötigt wird. Natürlich hätte man dann das Problem, dass sich Teilnehmer mehrfach registrieren

        genau das wär das Problem. Deswegen muss man sich bei Bitcoin auch sowieso überhaupt nirgends registrieren. Für sowas bräucht man ja auch (angreifbare) Administratoren.

        > oder dem Teilnehmer eine Aufgabe stellen würde, wofür er Resourcen einsetzen müsste (seine Zeit oder sein Geld)… Hmmm…

        Richtig. Andere bisher bekannte Ansätze wären „Proof of Stake“ (Menge + Alter der Coins entscheidet) wie bei PPCoin oder ein Web Of Trust wie bei Ripple. Beide haben aber auch so ihre anderen Probleme.

        > Wirtschaftlichkeit

        Es mag wohl durchaus spieltheoretisch so beabsichtigt gewesen sein, dass ein Wettrennen stattfindet. Immerhin muss man früher oder später ja die NSA outperformen. ;)

        Ja, wenn man heute ins Minen einsteigen will, muss man wissen was man tut und genau kalkulieren. Frühe Einsteiger hatten’s leichter, aber da war Bitcoin ja nicht viel Wert, und sie wussten nicht, ob ihre Investition von Zeit und Geld überhaupt sich mal auszahlen würde. Also höheres Risiko. Auch als der Bitcoin damals von 30 USD auf 2 gefallen ist, dachten viele, es wär vorbei mit der Geschichte. Im Nachhinein ist man immer schlauer, und man kann ja genauso etwa auch die frühen Apple-Aktionäre beneiden bis man grün wird.

        Richtig, irgendwann wird sich Mining aus den Transaktionsgebühren finanzieren, die sich (so ist es angedacht) irgendwo automatisch einpendeln werden, denn je mehr Transaktionsgebühren man zahlt, desto schneller wird sie verarbeitet werden.

        Irgendwann wird sich der Energieverbrauch auch irgendwo einpendeln. Mining würde dann nur in besonderen Regionen rentabel sein, etwa in kalten Gebieten, wo man die Abwärme nutzen kann, oder vielleicht auch wo viel Sonne scheint man nicht weiß wohin mit der gewonnenen Solarenergie. Möglicherweise kann Mining auch in Haushaltsgeräte eingebaut werden, die Wärme benötigen (auch etwa Induktionskältemaschinen etc). Wärme ist ja die höchste Form der Entropie, und Wärme erzeugen nur um der Wärme willen wie bei Heizungen etc war schon immer die größte Verschwendung in der Menschheitsgeschichte.

        Und ob das ganze Mining dann wirklich verschwenderischer sein wird als heutige veraltete Großbankrechner, wo noch COBOL oder sowas läuft, oder die ganzen benötigten klimatisierten Großraumbüros von VISA und COs, wo vieles noch manuell bewerkstelligt wird, was bei Bitcoin automatisch geht, oder auch das Bargeld, dass aufwändig hergestellt und mit Panzerwagen durch die Gegend gekarrt werden muss, sei mal wirklich dahingestellt.

    2. Das ist ein Trugschluss. Die Arbeitswerttheorie ist überholt. ;)

      Bitcoins sind in der Menge limitiert (allerdings fast beliebig aufteilbar). Genauso wie historisches Muschelgeld etc eignen sie sich daher als Tauschmittel, werden deswegen nachgefragt und sind deshalb wertvoll.

      Nützlichkeit und Knappheit ist alles, was benötigt wird, damit ein Gut einen Marktwert erzielt, auch wenn es ein rein digitales Gut ist.

      Nützlich sind Bitcoins deswegen, weil es unfälschbare Verrechnungseinheiten in einem weltweiten, schrankenlosen Peer-to-Peer-Werttransfersystem sind, das nicht an Bürokratie und Real-Life-Identitäten gebunden ist.

      Der Wert stammt daher nicht(!) von der Leistung für die „Rechenaufgaben“ beim Mining, wie oft getrugschlusst wird. Dieser Aspekt ist einfach nur eine technische Notwendigkeit, ein Implementierungsdetail, weil man bis heute keine bessere Möglichkeit gefunden hat, wie man Konsens in einem verteilten System findet. Das Mining sollte eigentlich besser Processing, Auditing o.ä. dient in erster Linie dem Sichern und Abgleichen der Peer-to-Peer-verteilten Transaktionsdatenbank. Dass die Miner für ihre Arbeit neben den Transaktionsgebühren auch mit neu geschöpften Bitcoins belohnt werden, ist einfach eine Regel in diesem Netzwerk, zu der jeder implizit zustimmt, der daran teilnimmt; damit hat der Satoshi auch sehr clever zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. (1. Wie findet man Konsens in einem verteilten System? 2. Wie bringt man ohne zentrale Ausgabestelle Bitcoins in den Umlauf)

      1. Danke für die Antwort. Prinzipiell mit allem einverstanden. Aber wir reden glaubs auch etwas aneinander vorbei. Die Antwort ist etwas länger geworden, da ich den zweiten Teil schon mal geschrieben hatte.

        Mir geht es v.a. darum, dass beim kompetitiven Erzeugen der Währung die Teilnehmer als „notwendiges“ Übel Resourcen einsetzen müssen (Geld, Hardware, Energie). Der Resourceneinsatz der grossen Teilnehmer geht dabei bis an eine Effizienzgrenze hoch, bei der die real eingesetzten Resourcen dem erwarteten realen Gegenwert der Bitcoins entsprechen. Es findet eine Investition von realem Geld in eine andere Währung statt, direkt oder indirekt.

        Dieser Aspekt [Leistung für die “Rechenaufgaben”] ist einfach nur eine technische Notwendigkeit, ein Implementierungsdetail, weil man bis heute keine bessere Möglichkeit gefunden hat, wie man Konsens in einem verteilten System findet.

        Ich sehe a priori keine zwingende Verbindung von erwähntem Aspekt und dem Konsens. Vielleicht habe ich aber auch die Theorie dahinter noch nicht vollständig verstanden, bzw. es gibt wirklich keine andere Möglichkeit, als über die Erledigung einer Aufgabe.
        Toll wäre ein Modell, bei dem jeden Tag unter allen registrierten Teilnehmern eine gewisse Anzahl bitcoins gleichmässig verteilt würde, ohne dass signifikant Rechenleistung benötigt wird. Natürlich hätte man dann das Problem, dass sich Teilnehmer mehrfach registrieren, worauf man zur Eindämmung den Teilnehmer eindeutig identifizieren müsste, oder dem Teilnehmer eine Aufgabe stellen würde, wofür er Resourcen einsetzen müsste (seine Zeit oder sein Geld)… Hmmm…

        Freue mich auf eine Replik zum folgenden.

        Bitcoin ist eine massive Energieverschwendung. Das resultiert aus dem Modell, wie die Bitcoins kompetitiv erzeugt werden.

        Problem aus makroskopischer Sicht: pro Zeiteinheit wird eine konstante Anzahl Bitcoins unter den Bewerbern verteilt, entsprechend ihrer Rechenpower (alle 4 Jahre halbiert sich der verteilte Kuchen pro Zeiteinheit nochmals). Justiert wird das ganze über die „difficulty“, welche den Rechenaufwand pro BTC vorgibt. Es gibt also ein Wettrennen um das grössere Kuchenstück, welches erst dort endet, wo die Energiekosten pro erzeugtem Bitcoin teurer sind, als der aktuelle Wechselkurs in reales Geld, mit dem man die Stromrechnung begleicht.

        Der aktuelle Wechselkurs steht bei $200/BTC, somit ist die „Wirtschaflichkeitsgrenze“ aktuell bei ca. 1MWh pro BTC. D.h. man kann inzwischen schon eine ganze Megawattstunde verbraten, um sich 1 BTC zu errechnen. Bleibt der Preis so hoch, dann werden für die restlichen 10Millionen BTC 10TWh verbraten, entsprechend 1 Million Tonnen Kohle… Wenn aber der Preis der wenigen gehandelten BTCs weiter steigt, dann werden die Teilnehmer noch mehr Energie einsetzen, um gegeneinander um den Kuchen zu kämpfen. Meine Prognose wäre, dass die letzten 5% BTCs gar nicht mehr gerechnet werden, weil die Energiekosten dafür gegenüber den 95% erzeugten BTCs mit ensprechendem Gegenwert in der Realwirtschaft nicht mehr eingespielt werden können.

        Aus der Sicht des kleinen Mannes ist Bitcoin auch ein Schmarren. Es findet ein permanentes Wettrennen um eingesetzte Rechenleistung statt. Kauft sich jemand anders eine fettere Grafikkarte, dann wird mein Kuchenstück kleiner und ich kriege weniger BTCs pro Zeit. Will ich mithalten, muss ich im gleichen Mass aufrüsten. Früher z.B. war man dabei mit einer fetten Grafikkarte. Der letzte Schrei sind ASICs (seit März 2013). Damit kannste deine Grafikkarte und auch FPGAs gleich in den Müll werfen. Am besten bedient bist Du, wenn du Early Adopter bist, oder einen Technologie-Vorsprung hast und einen Monat die Hundertfache Rechenpower der anderen hast. Wenn dann jeder einen ASIC hat, geht das Spiel von vorne los mit Rechenpower vergrössern, um sein Kuchenstück zu halten. Das gewinnt man bei vergleichbarer Technologie nur, wenn man mehr Energie verbratet als der Mitbewerber.

        BTW, so eine käufliche ASIC Farm a.k.a. Bitcoin Miner für $20000 leistet etwa das 100000-fache meines Grafikchips, und das Millionenfache meiner Quad core CPU, bei einem Tausendstel Energieverbrauch pro Recheneinheit. butterflylabs.com. Ausverkauft. Gegen so einen Mitbewerber ist dein Kuchenstück heute auf einen Tausendstel von vorher geschrumpft.
        Beispiel: Meine GPU rechnet seit 1d mit 16MH/s und dafür krieg ich dann etwa 0.001 BTC nach einem Tag. Eingesetzte Energie ca. 1kWh. Wie doof ist das denn? Abschalten, den Scheiss.

        Wo das endet? keine Ahnung. Ein paar wenige werden etwas reich werden dabei, die Mehrheit aber verschwendet sinnlos Strom. Noch sinnloser, wenn sich im nachhinein die Nutzlosigkeit von BTC herausstellt, entweder weil es kommerziell nie abhebt, oder von Regierungen verboten wird, da nicht kontrollierbar…

        Für eine Transaktion wird mindestens 0.0005 BTC verrechnet. Das entspricht im Moment ca. 5..10 cent. Nicht gerade wenig. V.a. wenn man bedenkt, dass ich 1d und 1kWh = 20cent investiert habe, um 0.001 BTC zu rechnen.

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