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BMBF-Studien zu Open Educational Resources: Überblick, Recht und Metadaten

Ende 2012 gab es eine erste Expertenanhörung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Thema offener Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources, OER). Einigkeit herrschte am Ende dieser Anhörung, dass es noch großen Bedarf für Studien zum Thema gibt. Mittlerweile liegen die ersten drei Studien vor, die im Nachgang der Anhörung in Auftrag gegeben worden waren:

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Überblick und Grundlagen: Ingo Blees, Nadia Cohen und Tamara Massar vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung stellen in einem 107 Seiten starken Dossier (PDF) noch einmal überblicksartig den aktuellen Stand in Sachen OER in Deutschland und ausgewählten Ländern dar. Die AutorInnen halten sich mit konkreten Empfehlungen zurück und liefern vor allem eine Sammlung von Materialien und Initiativen im Bereich OER.

Rechtsfragen von OER: Rechtsanwalt und Urheberrechtsexperte Till Kreutzer setzt sich auf über 60 Seiten (PDF) mit den (urheber-)rechtlichen Fragen von OER auseinander. Kreutzer warnt darin unter anderem vor „allzu proprietärem Denken“, wodurch „die größte Stärke von OER-Strategien (Optimierung der Lehr- und Lernmaterialien durch kollaboratives Zusammenwirken und Content-Sharing) aufs Spiel gesetzt“ würde (S. 59). Abgesehen davon zeigt er sich skeptisch was die Entwicklung neuer, spezieller OER-Lizenzen betrifft sondern empfiehlt stattdessen die Nutzung bereits etablierter Lizenzmodelle wie eben Creative Commons:

„Aus den vorgenannten Gründen sollte sich die Frage nach geeigneten OER-Lizenzen eher auf die Auswahl einer geeigneten Lizenzvariante aus dem Bestand der existierenden Lizenzmodelle fokussieren als auf die Entwicklung neuer spezieller Lizenzmodelle.“ (S. 64f.)

Metadaten für OER: Frauke Ziedorn, Elena Derr und Janna Neumann liefern auf 28 Seiten eine „Handreichung für die öffentliche Hand“ (PDF) zum Thema Metadaten im Kontext von OER. Eine Standardisierung von Metadaten-Regelwerken dient vor allem dazu, die Sicht-, Verlink- und Auffindbarkeit von OER-Objekten zu verbesseren. Auf Basis eines Vergleichs bestehender Metadaten-Standards skizzieren die Autorinnen drei Szenarien für den Umgang mit Metadatenstandards: (a) ein einheitlicher, aber sehr simpler Metadatenstandard; (b) ein Nebeneinander von teilweise bereits etablierten Metadatenstandards; oder (c) kein gemeinsames OER-Portal und die Implementierung des vorhandenen Standards der Learning Resource Metadata Initiative (LRMI) wo immer möglich, um die Auffindbarkeit im Internet zu verbessern. Als langfristiges Ziel nennen die AutorInnen, „eine Standardisierung des Metadaten-Schemas (ob nun ein bestehendes oder ein neu entwickeltes) durch die International Organization for Standardization (ISO) zu erreichen.“

 

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4 Kommentare
    1. Zitat von oben:

      ..wo immer möglich, um die Auffindbarkeit im Internet zu verbessern. Als langfristiges Ziel nennen die AutorInnen, ”eine Standardisierung des Metadaten-Schemas (ob nun ein bestehendes oder ein neu entwickeltes) durch die International Organization for Standardization (ISO) zu erreichen.”

      Jim schrieb:

      Wikimedia Deutschland veranstaltet im September in der Berliner Kalkscheune eine Konferenz zu freien Bildungsmaterialen:

      Vielleicht wird ja dann da diskutiert ob die ISO wirklich so hilfreich für OER wäre.
      Leute von Wikimedia waren sich jedenfalls noch so vor ungefähr einem Jahr nicht so sicher ob die Benutzung von ISO Sachen eine gute Idee wäre (zumindest für Wikipedia).

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