Kultur

Wikimedia Deutschland steigert Spendenaufkommen um 72%

3,8 Millionen Euro in 50 Tagen – So lautet die Statistik des diesjährigen Spendenaufrufs von Wikimedia Deutschland. Im Vergleich zu den 2,2 Millionen aus dem Jahr 2010 ergibt sich damit eine Steigerung der Einnahmen um 72%. Die Anzahl der Spender hat sich auf ca. 160.000 verdoppelt, im Schnitt hat also jeder Spender 23,75€ eingezahlt.


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In einer Pressemitteilung bedankt sich die Wikimedia Deutschland e.V. bei allen Spendern.

Wikimedia Deutschland möchte allen Spenderinnen und Spendern für ihre Hilfe herzlich danken. Dieses Ergebnis ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Erfolg: Es ist ein außergewöhnliches Zeichen der Unterstützung für die Idee Freien Wissens. Es versetzt Wikimedia Deutschland in die Lage, unsere zahlreichen Förderprojekte für das Jahr 2012 umsetzen zu können. Es ist zugleich Würdigung unserer Arbeit, aber vor allem auch ein klarer Auftrag, den unsere Spender uns mit ihrem Beitrag zur Wikimedia-Bewegung erteilen. Wir sind überaus dankbar für dieses große Vertrauen

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Laut dem Wirtschaftsplan 2012 (pdf) fließt das Geld unter Anderem in die Qualitätssteigerung (1,08 Mio. €), Freiwilligenförderung (270.000 €) und die Gewinnung von neuen Autoren (252.000 €). Für Projekte der Community stehen 250.000 € zur Verfügung.

Aber auch die Kosten für Verwaltung und Infrastruktur erhöhen sich von 405.000 € (2011) auf 780.000 €, der Löwenanteil von 506.000€ entfällt dabei auf den Posten „Geschäftsführung und Geschäftsstelle“.

Auch der internationalen Wikimedia Foundation gelang es, mit über 20 Millionen US-Dollar einen neuen Spendenrekord aufzustellen. Dank Großspenden, z.B. 500.000$ von Google-Gründer Sergey Brin konnte das Spendenziel hier schon vor zwei Tagen erreicht werden.

Für alle Interessierten gibts es hier verschiedene interne Studien zur Effizienz der Jimmy-Wales-Banner und anderer Spendenaufrufe.

17 Kommentare
  1. Unfassbar. Wofür spendet ihr da eigentlich? Und warum so viel? Nichts gegen die Wikipedia. Aber warum dieser e.V.? Mal damit befasst, wofür der das Geld so ausgibt? Sicher nicht für freies Wissen.

    1. @Christian: Ja, wir haben uns damit befasst, wofür der Wikimedia e.V. seine Spendengelder ausgibt. Wofür gibt er denn Deiner Meinung nach das Geld aus, wenn nicht zur Förderung Freien Wissens?

      1. Naja, da die Gelder nicht direkt an „das Wikipediading“ was alle kennen fließt, ist das schon intransparent. Auch die Grafik wie und wohin das Geld fließt ist, meiner eigenen Meinung nach, irreführend.

        Denn es ist ja so, meinen letzten Informationen nach, dass wir ausschließlich dem Wikimedia Deutschland e.V. Spenden und der das auch nicht nach USA oder sonstwohin zum Serverhosting geben kann.
        Das geht aber aus den Grafiken https://spenden.wikimedia.de/spenden/Ihre_Spende_wirkt und texten nie so hervor …

        1. @RatRex: Der Wikimedia Deutschland e.V. führt selbstverständlich einen Teil der Spenden an die Mustterstiftung zum Betrieb der Wikipedia ab. Nur ist das in Deutschland als gemeinnütziger Verein und dem Finanzrecht etwas komplexer als man von außen denkt.

    2. Unfassbar. Das du anscheinend dich auch nicht vollständig damit befasst hast wofür der e.V. sein Geld ausgibt.

      Allein 360.000€ für freie Inhalte. Ist das kein freies Wissen?
      ca. 160.000€ für Organisationsentwicklung die für eine kontinuirliche Qualität der Infrastruktur sorgt. Wie sonst könnten alle Menschen auf freies Wissen zurückgreifen?
      250.000€ für Autorengewinn ist kein Ziel um neues freies Wissen offen zu legen?

      VG Pascal

  2. 1.) Ich finde es gut, was Wikimedia/Wikipedia macht
    2.) Die Kosten sind exorbitant geringer als vergleichbare kommerzielle Aktivitäten mit gleicher Qualität (siehe Stern)
    3.) Ich finde es gut, was die Autoren zusammengebracht haben
    4.) Ich finde es gut, dass die riesige Zahl der Nutzer ihre pekuniäre Wertschätzung um 72% gesteigert haben.
    5.) Ein Großteil der hier geäusserten Kritik ist unsachlich und dumm.

  3. Ihr müsst mal einen Unterschied machen zwischen den Wikipediaautoren und der Wikimedia-Stiftung, die die Plattform betreibt. Erstere, über mir so charmant als „Exklusionistenbande“ tituliert, sehen keinen Cent von dem Geld, außer vielleicht durch irgendwelche indirekte Förderung. Die Stiftung (in den USA) selbst ist zwar in Sachen Inhaltskontrolle auch nicht unschuldig, im Wesentlichen aber nur dafür da, dass der Inhalt verfügbar ist und sich das Projekt technisch und sozial weiterentwickelt. Mit dem deutschen Verein ist es ähnlich. Das Geld zahlt man also dafür, dass man weiterhin sein deklaratives Gedächtnis verkümmern lassen kann.

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