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Wie teuer war Daten-Deutschland.de?

Im Januar war uns die Webseite daten-deutschland.de aufgefallen, die in einem Retro-Look inklusive Baustellenschild an ein 90er Jahre Web-Revival erinnerte. Wir fragten damals nach, ob nicht jemand Lust und Zeit für eine Anfrage nach den Kosten auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes habe.

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Die Antwort ist mittlerweile bei fragdenstaat.de eingestellt und die Lösung ist: 10.741,50 Euro kostete die Webseite den deutschen Steuerzahler inklusive der gesetzlichen USt. Eine Ausschreibung gab es übrigens nicht, das war eine freihändige Vergabe. Mit einer Ausschreibung hätte man sicher eine schönere Webseite mit CMS zu einem sicherlich günstigeren Preis erhalten. Wenigstens entstehen keine Folgekosten, die statische Webseite wird nicht weiter gebaut und die Daten liegen auf einem Bundesserver.

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27 Kommentare
  1. Das war doch ein Schnäppchen, gemessen an den Geldern die sonst an sinnlosen Projekten und Subventionen zum Fenster raus geschmissen werden….

  2. Könnte jemand, der in der Branche tätig ist mal einen Kommentar abgeben, um wie viele Größenordnungen hier zuviel gezahlt wurde? Meine Schätzung ist ja, dass da (leyenhafte Schätzung) höchstens 20 Personenstunden à 50€ drinstecken.

    1. also nen freund von mir ist webentwickler und für ne komplett statische html homepage verlangt er 500€ solang keine sonderwünsche dazu kommen

    2. In dem Zusammenhang auch:
      Welcher USt-Satz gilt da eigentlich?
      Weder mit 19% noch mit 7% kommt ein vernünftiger Nettobetrag raus.
      Oder ist das irgendeine fiese Mischkalkulation?

    3. Absgesehen davon, das jeder halbwegs fähige Webentwickler lieber freiwillig von einer Klippe springen würde als so etwas aufs Web los zu lassen, hätte ich ein schlechtes Gewissen bei mehr als 500€ für das Ding. Eigentlich auch schon darunter.

  3. Aber es gibt auch Anlass zur Hoffnung: das BMI hat mittlerweile die in der Antwort erwähnte Studie vergeben. Thema ist im Grunde: wie sieht die nächste Version der Seite aus. Als Option kann auch hier ein Prototyp entstehen. Bei einem Budget von EUR 800.000 sind da diesmal sicher animierte gifs drin.

  4. So eine Seite bekommt man zwischen 300 und 2000 Euro. Es kommt immer drauf an, wieviel Hintergrundarbeit nötig ist, wie oft man ändern muss, Grafiken selbst erstellen muss, Verlinken, Google, etc…

    Grad nochmal angesehen, mit allem drum und dran, ist die Seite mit 1000 schon gut bezahlt, wenn es nur ums Design, Erstellung und Funktion geht.

    Grüße

  5. Mein Kollege rechts auf dem Stuhl (Webdesigner) meint, das ich mit den 1000 gut liege. Was die „Führung“ und Menüführung angeht, sei sie nicht mal Mittelmaß, ausserdem fehlen Links auf dem Zeitpfeil und iinerhalb des Pfeils ist keine Struktur nach vorne oder hinten. In Summe unterdurchschnittlich.
    :(

  6. Kein Schnäppchen, aber so extrem überteuert finde ich das gar nicht, wenn’s denn bei einem seriösen IT-Dienstleister beauftragt wurde (d.h. keine 3-Mann-Hinterhofklitsche, auch wenn die in dem Fall vielleicht bessere Arbeit geleistet hätte). Wer schonmal mit Behörden zu tun hatte, der muss vermuten, dass ein Großteil der Kosten vermutlich durch Projektleitung (aka Kundenbetreuung) verursacht wurde. Dann gibt’s noch Rückstellungen für Gewährleistung einzukalkulieren und die *hust* Presales-Aktivitäten. Unter 600 EUR Projekttagessatz wurde das sicher nicht verkauft.

    1. Auch bei großen und guten Agenturen bekommst du so eine Baukastenseite für 1000-2000 Euro, dazu meist viel besser.

      Für 10.000 Euro bekommst du bereits ein umfangreiches Typo-Paket mit 20-40 Seiten, Formularen, Sprachen, SEO, Schulung, Support und allem drum und dran, alternativ eine grantige händische, individuelle und grafisch sehr hochwertige Seite, die mit Sicherheit keine Vergleich zu scheuen braucht.

      Grüße

      1. Keine große Agentur wird – wenn kein Folgegeschäft in Sicht ist – für einen 2000 EUR Auftrag anfangen zu arbeiten. Es ist unternehmerisch einfach nicht lukrativ.
        10.000 EUR sind rechnerisch 10-12 Manntage, in denen ein Projekt, wie du es beschreibst, komplett betreut und umgesetzt werden muss. Das beschriebene Paket mit „allem Drum&Dran“ wirst du bei keiner „großen“ Agentur finden.
        Völlig außer Frage, dass es Agenturen und Freelancer gibt, die für diesen Betrag was tolles auf die Beine stellen.

      2. Na ja, man darf nicht die Top Ten als Masstab nehmen. Fuer das Geld ist schon einiges drin, wohl nicht die Benz oder LH Seite ;), aber ein recht hochwertiger Auftritt allemal.

  7. Ich stimme zu, dass der Betrag recht hoch zu sein scheint. Aber ihr kennt die Rahmenbedingungen nicht. Wieviele Meeting brauchte es, den aktuellen Zustand herzustellen, wurden Designs verworfen, war mehr geplant, vllt. umgesetzt aber nie veröffentlicht? Wenn ich Tagessätze von Agenturen so sehe, ist die Hälfte schnell mit einem ersten „Workshop“ aufgebraucht (und sei es, um festzustellen, dass man einen früheren Plan verwirft). Und ich widerspreche der Aussage, mit einem CMS sei man in dem Fall schneller und preiswerter. Sicher nicht bei dieser einfachen Seite.
    Übrigens möchte ich nicht auf Seite einer Verwaltung die Entscheidungen nach Ausschreibungen für Dienstleister treffen müssen. Bei dem, was da reinrauscht.

    1. Ich kann mich ihnen da nur anschließen, dass man so pauschal keinen keinen Preis nennen kann.

      Es bleibt die Frage, was diese Microsite als solches für einen Mehrwert bringt und warum die Inhalte nicht auf bestehenden Seiten des BMI platziert wurden.

  8. Also 1.): woher weiß man denn das kein CMS verwendet wurde? Man kann doch heute technisch alles verschleiern… oder ob es sogar eine Individualprogrammierung ist. 2.) Wie ich sehe ist die Seite in stücken barrierefrei… das macht nicht jede Agentur und ist auch nicht billig. Städteseiten werden erst ab 10000 EUR angefangen und müssen auch barrierefrei sein… ich habe für 2 Städte Seiten gemacht und waren je zwischen 10 und 70k EUR. Also mir schein es trotz wirklich schlechten Designs nicht unbedingt zu hoch..

    1. 1. Der Quelltext spricht eindeutig für eine individuelle Seite, unabhängig davon, wie „individuell“ sie ist. ;) Umsetzung in einem CMS und Rückkonvertierung wäre viel zu viel Arbeit und unsinnig. Ausserdem sieht man ganz deutlich, dass die Seite Handarbeit unter Zuhilfenahme eines Html Editors ist.
      2. ist akademisch und soweit möglich Standard.

      Ausserdem kommt endlich mal vom Schubladendenken „Seiten für xy kosten soundsoviel“, Seiten von xyz kosten soundsoviel“ weg auch wenn das teilweise für die öffentliche Hand und große Firmen noch gilt.
      Un tut nicht so, als wären wir die Branche, die sagt wo’s lang geht. Lange schon übernehemen auch wir die Rolle des zu knechtenden Lieferanten/Dienstleisters. Die Schnäppchenmentalität hat längst auch bei uns Einzug gehalten. Und das ist auch gerade NICHT nur die Schuld von Einzelkämpfern und Kleinen, die den Markt kaputt machen.
      Die Arbeit und das Ergebnis fliessen nur noch teilweise in den Preis ein. Alles ist so „vergleichbar“, langweilig geworden und im Überfluß vorhanden, dass es schon eine Freude ist, mal eine individuelle Seite ohne verworrene Layoutvorgaben, Dummgeschwätz und Halbwissen der Chefs und Leiter ohne CMS zu basteln und wachsen zu sehen. (Dummgeschwätz, weil immer einige unheimlich wichtige Leute am Tisch bei der Vorstellung des Designs sitzen, die sofort Schreibfeheler und völlig Belangloses ankreiden ohne das Werk zu beurteilen).

      Die Seite ist per se eine Arbeit von 1-2 Tagen. Was sie wert ist, soll jeder selbst beurteilen.

      1. Mag sein dass die Arbeit nicht professionell ist… da gebe ich dir recht. Und Schubladendenken war nicht meine Absicht… ich spreche von meiner Erfahrung und habe einfach mal die Preise genannt. Ich habe auch schon Seiten für die öffentliche Hand weitaus günstiger angeboten. Aber 1-2 Tage kannste knicken. bis Du bei ner Seite von einem öffentlichen Amt/Stadt/Kreis etwas erreicht hast, sind mal 3-6 Monate rum. Dann steht immer sowas schwammiges wie Content-Ersteinpflege drin… hehe das kann von 1-8 Wochen Arbeit sein… also nichrt missverstehen, ich rede hier von der Erfahrung mit solchen Projekten, nicht von diesem Projekt. Das ist so gut wie nix Wert bei dem Umfang und och das bissl barrierefrei nicht. Ich sage einfach nur das dieser Preis einer unter ganz ganz vielen ist…. in diesem Sinne Gruß aus der Lausitz.

  9. So eine Seite kriegst Du bei Freelancern für 300-500 Euro. Eine Agentur wird dir 1000-2000 Euro abknöpfen. Mal ehrlich: so eine Seite zimmere ich mit meinen Kenntnissen in 3 Stunden hin, wenn die Grafiken vorhanden sind. Kann natürlich sein, dass es 6 Meetings a 2 Stunden samt Anfahrt gab. Dann leppert sich sowas schon zusammen. Aber insgesamt ist 10.000 Euro echt ein fetter Batzen für so einen statischen Retro-Schrott.

  10. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal still sein. Die meisten Leute die hier kommentieren waren noch nie in diese Branche tätig und wissen anscheinend auch nicht wie man kalkuliert. Es gibt sicher einige Freelancer die sich selbst Webdesigner nennen und eine derartige Seite für einige hundert Euro machen würden. Die hocken oft noch bei Mutti zu Hause, müssen keine Miete für Büro und Wohnung zahlen, und machen das ganze als Nebenjob. Dementsprechend sieht dann aber auch die Qualität aus die man bekommt. Zieht man die Umsatzsteuer ab handelt es sich um einen durchaus normalen Preis, den man bei einer seriösen Argentur für so eine Arbeit zu zahlen hat.
    Schaut euch die Seite doch mal genauer an bevor ihr unqualifizierte Kommentare abgebt. Nur mal zwei Punkte die der Hinterhof Freelancer nicht hinbekommt: Der W3C Markup Validator findet keinen einzigen Fehler und sie ist auch wunderbar in Lynx darstellbar was auf sehr gute Benutzbarkeit für Blinde mittles Screenreader hindeutet.

    1. Wenn man mit so einer einfachen Struktur keinen validen Code hinbekommt, wär’s mehr als traurig, die Browserlesbarkeit ebenso…ist das der Maßstab, den du an eine 10.000 Euro Seite anlegst, W3 Validität? Im Übrigen ist es lächerlich, dem Freelancer oder „Hinterhofklitschen“ solche Banalitäten wie Unfähigkeit zum Coden zu unterstellen. Du sprichst vielleicht von Hobby-Bastlern…
      Die renomiertesten und kreativsten Webleute sind sehr oft Einzelpersonen und kleine, aber feine Unternehmen.

    2. Nur mal zwei Punkte die der Hinterhof Freelancer nicht hinbekommt: Der W3C Markup Validator findet keinen einzigen Fehler

      Hier fühle ich mich als „Hinterhof Freelancer“ mal grob beleidigt.
      Ich habe mir HTML und CSS beim Erstellen meiner ersten Seite (knapp 4 Jahre her) komplett selbst bei gebracht und jede einzelne HTML-Datei so lange durch den W3C-Validator gejagt, bis sich kein Fehler mehr fand.
      Andersherum kenne ich durchaus auch professionell erstellte Seiten, die von Fehlern nur so strotzen.
      Valider Quellcode ist keine Frage des Könnens, sondern eine Frage des Wollens!

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