Generell

Schade: Keine Creative Commons-Bilder der deutschen Paralympioniken

Als Anfang Juli ein Team von Wikimedia Deutschland zur Einkleidung der Olympioniken nach Mainz anreiste, konnte sich das Ergebnis sehen lassen: Von immerhin jedem zehnten deutschen Olympia-Sportler wurden Fotos gemacht und unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht.

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Was für die Olympischen Spiele gut ist, kann für die (in der Öffentlichkeit leider stets unterrepräsentierten) Paralympischen Spiele nicht schaden – möchte man meinen. Leider wird es aber vorerst keine Creative Commons-Fotos der paralympischen Athleten geben – die Bildrechte für die komplette Einkleidung der Sportler gingen exklusiv an die Firma Picture Alliance. Der Nicht-Exklusive Teil der Veranstaltung, ein dreistündiger Medien- und Fototermin, hätte allerdings nicht ausgereicht, alle 150 Sportler zu fotografieren.

Wer einen Blick auf die Liste der deutschen Paralympics-Teilnehmer wirft, sieht das Problem: Zu den meisten Sportlern existiert bislang kein Artikel, auch andere Informationen sind eher schwer zu finden. Umso bedauerlicher ist es, dass hier eine Chance verpasst wurde, den deutschen Behindertensport einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Die (laut Deutsche Behindertensportverband) für die Rechtevergabe an beiden Einkleidungsveranstaltungen zuständige Deutsche Sport-Marketing GmbH konnte sich spontan nicht äußern, will aber zeitnah ein Statement abgeben.

 

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16 Kommentare
  1. Oh ja, das ist natürlich ein ganz wichtiges Ereignis.
    Vor allem ist das äußere Erscheinungsbild wohl das Wichtigste überhaupt..??
    Dieser Artikel wird bei mit abgelegt unter: „Geht’s noch?“

    1. Es geht wohl weniger um die Dokumentation dieses Ereignisses, was in der Tat nicht sonderlich weltbewegend sein dürfte.

      Es geht aber wohl darum, daß hier eine wunderbare Gelegenheit besteht, (Para)Olympioniken abzubilden und diese Portraits/Bilder dann für entsprechende Personen-Wiki-Artikel zu verwenden.

  2. Es sollte eine Klausel für gemeinnützige Organisationen geben, damit diese immer fotografieren dürfen. Sie wollen dem Rechteinhaber ja nicht die Butter vom Brot nehmen, sondern nur informieren.

    1. Sie würden ihm aber die Butter von Brot nehmen. Momentan hat ja jemand Geld bezahlt, damit er die Exklusivrechte für die Fotos erhält. Dieses Geld kommt, wenn auch evtl. indirekt, dem Deutschen Behindertensportverband zu Gute. Ohne Exklusivrechte würde nur weniger oder gar kein Geld fließen.

      Im übrigen finde ich es etwas befremdlich, per Gesetz nicht eingeladenen Leuten zu erlauben, auf privaten Veranstaltungen zu fotografieren.

      1. Es wird wohl immer Leute geben die dieses vertrackte System verteidigen werden….
        Die Regierungen haben dafür zu sorgen, das Behinderte, Sport machen, oder sonstigen Beschäftigungen nachgehen können.
        Stattdessen überlassen wir es Sponsoren und deren wirtschaftlichen Interessen dafür zu sorgen.
        Wohin das führt, kann man ja diesem Beitrag ganz gut entnehmen.
        Aber wir sind ja dabei die „Solidargemeinschaft“ gänzlich abzuschaffen.

    2. Nils, und ist er nicht willig. so soll er per Gesetz zur Abgabe seiner Persönlichkeitsrechte gezwungen werden dürfen ? Er soll nicht mehr selbst bestimmen dürfen, ob, und wenn ja , wie er sich selbst vermarkten will? Er soll zwangsverpflichtet werden, für“ äh“ für wen eigentlich seine Rechte zur Vermarktung Dritter verschenken zu müssen ? Für NGOs? Aha wer soll das sein, vielleicht Vertreter der aktuelle neugeründeten Lobbyallianz von Wikimedie Google und Ebay, sind doch auch NGOs, oder darf nur die Suchmaschine von Apple der Verpflichtung zur Abgabe der Persönlichskeitsrechten Anspruch nehmen dürfen, schließlich kommen die irgendwie cooler rüber. ? Bei soviel Verständnis für totalitäre Denkweisen kann ich nur den Kopf schütteln, wie wärs mit ein bißchen Vertrauen in die eigenständige Urteilskraft von Menschen, was gut für Sie ist, und was schlecht für die ist ?

      1. Das Problem ist mittlerweile die Konditionierung der meisten Bürger.
        Umfassende Änderungen benötigen unpopuläre Maßnahmen und genau daran wird es eben scheitern.

  3. @Publicviewer:
    was ist falsch daran zu wissen, welche deutschen Sportler bei den Paralympics antreten und wie sie aussehen?
    Oder ist das uninteressant, denn es sind ja eh nur Behinderte?
    Denken bevor man schreibt hat noch keinem geschadet…

    1. Es gibt aber tatsächlich andere Probleme als das äußere Erscheinungsbild von den Teilnehmern der Paralympics.
      Man sollte eh auch zum Boykott derartiger Organisationen aufrufen.
      Hiermit meine ich natürlich die Olympischen-Spiele selbst.
      Anstatt sich um wirklich wichtige Dinge zu kümmern, geht es hier um „Miau-Kätzchen“ und irgendwelche bescheuerten Urheberrechtsverletzungen.
      Wie wär es mit einem Spendenaufruf für das örtliche Tierheim.
      Nur um das Gewissen zu beruhigen, auch etwas Gutes zu tun.
      Aber da spenden die Leute wohl eher dem WWF…:-((( ohne überhaupt zu wissen , dass sie damit „Monsanto“ unterstützen.
      Ach was schreib ich….hab es so satt…

      1. Ja, genau, Klappe halten und alles beim Alten lassen…
        Immer nur um den heißen Brei reden.
        Wir brauchen gute Infos zu wirklich wichtigen Dingen.
        Kein Olympia oder Fußball und eben auch keine Berichte über Paraolympics und Miaukatzen…???
        Wir benötigen Anleitungen, wie man in Zukunft, am besten verschlüsselt korrespondiert, welches Betriebssystem man Installiert und konfiguriert.
        Erklärungen zu Proxies und eigene Servern und wie der „Ottonormalverbraucher“ das alles konfiguriert.
        Das wäre die Aufgabe eines Forums, das sich „Netzpolitik“ nennt…

  4. Kleine Korrektur: Bei der Einkleidung der Olympioniken in Mainz war kein „Team von Wikimedia Deutschland“ vor Ort, sondern ein Team aus Ehrenamtlichen. Wikimedia Deutschland hat deren Engagement logistisch und finanziell (also durch die Übernahme von Reisekosten) unterstützt.

    @Publicviewer: Was ist denn so schlimm daran, das wir gerne Bilder von Behindertensportlern hätten, um damit Artikel in der Wikipedia zu bebildern? Es geht bei der „Einkleidung“ auch nur am Rande um die Kleidung, das wichtigste ist der Umstand, dass da sehr viele Sportler vor Ort waren und damit die Portraitfotos einfach und schnell zu machen gewesen wären.

  5. Ich bin seit langem der Meinung, dass die Trennung zwischen „Olympischen“ und „Paralympischen Spielen“ nicht mehr zeitgemäß ist.
    Wäre es eine gemeinsame Veranstaltung, hätten Medienvertreter und Sponsoren ein Erklärungsproblem, wenn sie nur einseitig berichten bzw. unterstützen. Genau deswegen sind das leider noch zwei getrennte Veranstaltungen.

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