Wissen

„Leider geil“: Deichkind protestieren gegen Sperrung auf YouTube

Die unendliche Geschichte des Streits zwischen Google/YouTube und GEMA über die Sperrung von Musikvideos ist um eine Anekdote reicher. So protestieren Deichkind auf ihrer Facebookseite gegen die Sperrung ihrer Videos auf YouTube wie folgt:

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Sooo,
„Leider geil“ist jetzt auch gesperrt.
Ob Plattenfirma, Youtube oder GEMA, egal wer dafür verantwortlich ist. Wir wollen, dass unsere Videos zu sehen sind. Regelt euren Scheiß jetzt endlich mal und macht eure Hausaufgaben.Ihr seid Evolutionsbremsen und nervt uns alle gewaltig..

Deichkind haben dafür mittlerweile knapp 20.000 Likes bekommen. Sie reihen sich damit ein in die Kritik an GEMA und YouTube sich zu einigen, wie sie Mitte 2011 auch von den Major Labels geäußert wurde („Plattenbosse rebellieren gegen YouTube-Blockade„).

In diesem Zusammenhang auch noch einmal der Hinweis auf einen Artikel von Markus zum Thema „Youtube: Geo-Sperrung leicht umgehen

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
50 Kommentare
  1. Wenn hinreichend viele Künstler sich von der GEMA fern halten würden, sähe der Hebel, den dieses Loch hat doch recht überschaulich aus, oder irre ich mich da? Zumindest scheinen die Künstler da Problem GEMA erkannt zu haben, und helfen möglicherweise mit mehr Einfluss von der anderen Seite.

    1. großer Irrtum!!! Wir Künstler haben darauf überhaupt keinen Einfluss; und von der „GEMA fernhalten“ geht gar nicht – die wird völlig selbstständig tätig. Das ganze Urheberrechtstheater hat mittlerweile paranoide und mafiose Züge angenommen, und die wirklichen „Urheber“ sind lange außen vor und reiben sich die Augen, was da eigentlich abgeht…

      1. > und von der “GEMA fernhalten” geht gar nicht – die wird völlig selbstständig tätig

        Bullshit. Kein CC-Video ist da jemals gesperrt worden. Solange die GEMA brav überweist, ist alles in Butter? Jeder Urheber hat die volle Kontrolle über die Verwertung seines Zeugs. Wer die dicke Minna machen will und seine Verwerrtungsrechte abtritt, muss das Spiel eben mitspielen. Die Regeln sind bekannt, die Unterschrift ist unter dem Verlagsvertrag – im Nachhinein rumjammern ist wirklich armselig.

      2. Ups, da platzt die Tüte aber besonders laut. Die Gema ist ein Verein, und man kann dort senie Werke rur Verwertung einreichen,oder einfach nicht. Mann kann sogar Werke zur Verwertung anmelden, aber bestimmte Bereiche eines Inkasso durch die Gema freihalten, Ich mach das immer wieder, da ich Musik für Werbung stets Gema Frei halte, und dafür einen höheren Buyout bekomme.Und mann kann auch schon angemeldete Werke eines Inkasso durch die Gema freistellen, da gibt es ein Formular dazu auf der Webseite. Also, mir scheint, dass du ziemlich wenig weisst, aber ziemich viel Scheiß dazu erzählst. Deichkind hat natürlich Ihre songs der Gema zum Inkasso gemeldet ( wollen ja Kohle davon sehen). Und dann haben Sie die Deppen Legionen des Internets dazu benutzt, kosenlose Propaganda für Ihr wahrlich schlechtes Album zu machen, Als Marketing Maßnahme, ausgedacht von Ihrer Kompanie, Ach, dass stimmt nicht, frag doc mal nach. Ach ne, zu mühsam ? Naja, ist ja denkenist ja auch mühsam, zugegeben.

    1. In letzter Zeit „verschwinden“ immer mal gerne Posts bei Facebook. Die Plattform ist mittlerweile auch nur noch bedingt nutzbar für irgendwelche kritischen Aktionen.

  2. Ich verstehs nicht. Entweder die haben die passenden Verträge, dann können sie wem auch immer auf die Füsse treten der die Sperrung veranlasst hat.
    Oder das Video wurde zu recht runtergenommen weil die bei der Vertragsunterzeichnung gepennt haben.
    Was soll also dieses rumgeweine?

    1. nein, so ist es eben nicht! die haben da überhaupt keinen Einfluss drauf – egal was sie für Verträge haben… s. meinen Kommentar oben

  3. Gutes Marketing, die beiden Deichkinder lesen mittlerweile bestimmt schon brand1 und so. Deichkind ist wohl angekommen. Ich habe das Lied vor einer Woche oder so mal im Radio gehört und dachte „Genau sowas werde sie wohl auch machen …“. Leider auch geil.

  4. Proxtube für Chrome und ihr habt NIE wieder Probleme mit GEMA-gesperrten Videos. Die Browsererweiterung erkennt automatisch die Sperre und „entsperrt“ innerhalb von SEKUNDEN. Alles voll automatisch im selben Fenster ohne Extra-Klicks oder PopUps oder irgendwelchen Firlefanz.
    Ein Proxy wird nur angewendet für den Entperrvorgang, das Video lädt danach über eure eigene Leitung, deswegen funktioniert es so schnell.
    Im ChromeStore nach Proxtube suchen, ich benutze es seit Wochen und empfehle es allen meinen Freunden.
    (Gibt’s auch für Firefox, da hab ich aber keine Erfahrungen)

    1. Ich glaube kaum, dass das absehbar war, als Deichkind vor vielleicht zehn oder noch mehr Jahren ihren ersten Plattenvertrag mit Anhang 1 GEMA-Beitrittsformular unterzeichnet haben.

  5. Wenn denen das Gebaren der GEMA oder des Labels nicht passt, warum gehen sie dann nicht mit gutem Beispiel voran und treten aus der GEMA aus, kündigen die Verträge mit ihrem Label und produzieren/ vertreiben ihre Musik nicht selber?

    Dann sollte es ja keine Sperrungen ihrer Videos auf YouTube mehr geben, zumindest keine gegen die sie nicht einfach vorgehen könnten.

  6. Populistisches Gelabere!

    Die Deichkinder sollen in ihren Plattenvertrag gucken und sich an die eigene Nase fassen.
    Wenn Sie der Plattenfirma die Verbreitungsrechte übertragen haben, können sie jetzt nicht mit dem Finger auf die GEMA zeigen, sie möge doch bitteschön bei Youtube eine Ausnahme machen.. und was dann? Zum Ausgleich bei anderen Webangeboten umso kräftiger abmahnen?

    Sollen sie ihren Plattenlabels und sich selbst ans Bein pissen – DAS sind die richtigen Adressaten.

    Sorry, bei sowas platzt mir echt der Kragen.

    1. Scheiss egal, welchen ‚Vertrag‘ sie abgeschlossen ham! Entscheidend is der industry zu zeigen wo der Hammer hängt!

      Ergo: KOrrekte Maßnahm€!

  7. Konsummüll ist und bleibt Konsummüll. Wenn es denen nicht gefällt sollen sie halt auf eine andere Plattform umziehen. AsiTube ist bei mir schon lange da wo Konsummüll letztendlich immer landet: In der Restmülltonne.

  8. Überrascht es mich, dass komplett alle Kommentatoren nur auf die GEMA gehen, obwohl im Facebook-Kommentar explizit im gleichen Satz Plattenfirma und youtube genannt werden?

    Nö.

    Schafe.

    1. Also nach meiner Lese wird in den Kommentaren vor allem gegen Deichkind gefeuert… GEMA Plattenfirma und YT kriegen zwar auch bissl ihr Fett weg, aber als Hauptzielscheibe seh ich Deichkind.

      Und da muss ich zustimmen, Pseudonym ändern, eine neue Gruppe/Firma/wahtever sein und nochmal versuchen ohne GEMA.

      @Plattenfirmen (die ja über das gleiche jammern): Empfiehlt euren Künstlern nicht Mitglied zu werden!

  9. Interessanterweise ist das nicht der einzige Fall, in welchem Künstler mit ihren „Verwaltern“ in Clinch geraten. Hier zum Beispiel läßt sich gut nachvollziehen, daß das Verhältnis eher angespannt und die Interessen ziemlich divergieren können…

  10. Politiker sind, scheint es, wie leere Hüllen, in die Leben durch ihre lobbyistischen Strippenzieher eingehaucht wird. 95%, 95%, 95%! Da kann man davon ausgehen, daß jene Politikerin von Urheberrecht ebensowenig versteht wie vom Rest der Angelegenheit. In der „Kriminalisierung der Masse“ habe ich aus (meta) juristischer Sicht geschrieben, was es bedeutet, wenn Konsumenten (= Downloader) zu Kriminellen gemacht werden…

  11. Übelste Marketing-Kampagne, um den Song bekannt zu machen. Um im Internet ein Video zu veröffentlichen braucht man doch nicht Youtube!! Lächerlich. Pfui Deichkind.

  12. Ich rate jedem, der meint, er habe ein Recht auf fremden Plattformen zu erscheinen, wo allerdings ein Hausrecht herrscht, selber einen Scheißladen aufzumachen und den Müll dann dort zu veröffentlichen.

    Ich kann das Gekacke nicht mehr hören.

  13. Wo steht eigentlich geschrieben, daß irgendeine Internetseite auf Suchmaschinen erscheinen muß?? Wo steht geschrieben, daß Filme und Fotos auf YT erscheinen müssen??

    Sind diese Firmen verpflichtet, alles zu veröffentlichen?

    Manche meinen, diese Plattformen gehören ihnen, da sie es für selbstverständlich halten, daß dort alles erscheint. Den ganzen Tag surfen sie dort herum.

    Es sind PRIVATLEUTE, die diese FIRMEN gegründet haben. Und diese haben ein Hausrecht und sind nicht die Turnhalle für irgendwelche Arschkrampen. Vor allem hat man kein RECHT, dort zu erscheinen und sich auszuschwitzen mit all dem damit verbundenen Gestankes.

    1. Diese Frage ist am Ende tiefsinniger, als du jetzt denkst. Wann wird eine populäre Einrichtung zur Infrastruktur?

      Einen solchen Umschlag haben wir zum Beispiel gerade bei der Internetversorgung, die war mal Luxus, jetzt ist sie für viele schon die Basis gesellschaftlicher Teilhabe.

      Die Kritik an der GEMA in diesem Falle ist davon abgesehen vor allem, dass sie einen neuartigen Veröffentlichungsweg gegen den Willen ihrer de-jure-Auftraggeber blockiert. Das hat mit Hausrecht auf Youtube nur oberflächlich zu tun, der Kern ist ein Interessenskonflikt in der GEMA.

      1. „Wann wird eine populäre Einrichtung zur Infrastruktur?“
        Wenn sie öffentlich standardisiert wurde, wie es beim www der Fall ist. Man wird nicht zur Infrastruktur, nur weil man mit seinem Service Monopolist in einem Land ist. Wo ist das jetzt tiefsinnig?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.