Kultur

GEMA gibt neue Stellungnahme zu CC-Lizenzen ab

Im Nachgang zum Start des neuesten Pilotprojekts zum Einsatz von CC-Lizenzen durch Mitglieder von Musik-Verwertungsgesellschaften hat die Redaktion von telemedicus.info die GEMA um eine Stellungnahme gebeten. Darin (PDF) erfährt man einiges über angeblich eherne Vertragswerke, unwillige Mitglieder und Rosinen. Die Analysen von telemedicus und iRights (Disclaimer: Letztere von mir verfasst) untersuchen den GEMA-Text eingehend.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
21 Kommentare
  1. Sprich Gema eignet sich nicht für moderne Künstler. Gibt es den alternativen? (ausser flattr ;)) Oder sind Verwertungsgesellschaften Monopolisten?

    1. Wenn du in DE CDs legal pressen lassen willst, kommst du um die GEMA wohl nicht herum. Andererseits ist kein Künstler mehr auf die GEMA angewiesen, wenn er seine Musik im Internet vertreibt.
      Hipster-Beispiel: iTunes.

    2. zu Alternativen – jeder kann eine neue Verwertungsgesellschaft gründen. Macht schon etwas Arbeit, Genehmigung vom Patentamt muss eingeholt werden etc. aber die GEMA ist nur deshalb de facto (fast) ein Monopol weil bisher die meisten, die hierüber nachgedacht haben, zu dem Schluß gekommen sind, dass das eine Menge uncharmante administrative Arbeit und letztlich eine Duplikation bestehender Strukturen ist. Deshalb denken viele „moderne“ Künstler, dass es zielführender ist den Laden von innen auf Schwung zu bringen, es ist letzutlich unser Verein in dem die Mitglieder entscheiden – man muss allerdings zur Hauptversammlung hingehen und zumindest mittelfristig dranbleiben…

      1. … und muss überhaupt erstmal Proxies organisieren, über die ein gewisses Stimmgewicht erzeugt werden kann. Es bringt wenig, (noch dazu für ein jeweils individuell eher untergeordnetes Thema wie freies Lizenzieren) zur Vollversammlung zu fahren, wenn man dort dank zu geringen Aufkommens eh nicht zu den Mitbestimmern gehört. Und dass sich Institutionen wie der VUT mal als Sammlungsplattform für die Stimmlosen anbieten würde, um Initiativen in Richtung CC-Erlaubnis anzuschieben, sehe ich auch nicht. So werden die potenziell Interessierten ziemlich allein gelassen und sagen sich dann wahrscheinlich „ach was soll’s“.

      2. @john – sah das gerade noch. Sehr richtig was Du sagst aber es gibt Bewegung. Die Mitglieder haben auf der letzten Versammlung beschlossen, die Anzahl der „Delegierten“ d.h. der gewählten Vertreter der angeschlossenen und außerordentlichen Mitglieder – die volles Rede- und Stimmrecht in der Mitgliederversammlung haben – zu verdoppeln. Bei den Verlagen waren es bisher 10, jetzt 20 – ich weiß die anderen Zahlen nicht genau, aber ich glaube es sind jetzt mehr als 30 bei den Komponisten. In der Praxis haben wir schon bisher immer große Mühe gehabt genügend „Freiwillige“ zu finden, die sich wählen lassen und die 2 Tage investieren um aktiv zu mitzugestalten.
        In der Praxis heißt das: Wenn Du zur Versammlung der außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder am Montag gehst, Dich als Kandidat aufstellst und keinen kompletten Unfig erzählst, ist zu 90% wahrscheinlich dass Du (und andere, die Du mitbringst) gewählt werden und abstimmen können. Wir befürchten eher, dass gar nicht genug angeschlossene und außerordentliche interessiert sind um die Zahl der Delegiertenplätze zu erfüllen.
        Der VUT versucht durchaus mitzuorganisieren, allerdings tatsächlich bisher – aus Mangel an genügend interessierten Komponisten und Textdichtern – vor allem bei den Verlagen. Ich habe aber gerade gestern wieder mit einem „vorwärtsdenkenden“ Textdichter vereinbart, dass er erstmals kommen wird.

  2. de.creativecommons.org verwendet ein ungültiges Sicherheitszertifikat.

    Dem Zertifikat wird nicht vertraut, weil keine Zertifikatsausstellerkette angegeben wurde.
    Das Zertifikat gilt nur für wpmu.newthinking.de.

    (Fehlercode: sec_error_unknown_issuer)

    1. Nein, aber es gibt einige Vergütungsansprüche (z.B. Beteiligung an den Einnahmen aus der Leermedien- und Geräteabgabe, die man beim Kauf von Computern, Druckern, leeren CDs u.v.m. automatisch mitbezahlt), die nur über eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden können. Wenn man auf diese Vergütungen nicht verzichten will, ist man faktisch gezwungen, Mitglied der GEMA zu werden.

    2. Nein. Ist es nicht.
      Man kann seine Werke auch unter anderen Lizenzen – eben z.B. CC veröffentlichen.

      Es wird allerdings gerne verbreitet, dass man dann eh kein Geld mehr für seine Lieder bekommt und elendiglich störben muss – was aber nicht zwangsläufig sein muss.
      Es gibt diverse Möglichkeiten seine Musik auf verschiedenen Internetseiten zu veröffentlichen – wo diese auch kostenpflichtig gezogen werden können – ein (relativ großer) Anteil an diesen Kosten geht direkt als Gewinn an den Künstler.
      So ähnlich hat mir das vor einer Weile ein Musiker auf der PP-Seite erklärt.
      Moment: Vllt finde ich den Link…

      http://www.piratenpartei.de/node/1498

      Bei den Kommentaren in der oberen Hälfte – die paar Texte unterhalb von dem Beitrag ‚Content‘.
      Der Dialog lief zwischen ‚Gedankenverbrecher‘ und ‚Aimbot‘ und stellt sich die Frage, ob man (als Künstler) von den alternativen Geschäftsideen tatsächlich leben kann.

      Eventuell kann man Schwierigkeiten mit der CD-Pressung in D bekommen (da scheint es eine Vereinbarung zwischen GEMA und Presswerken zu geben – berichtigt mich, wenn ich mich irre)

      Doch eine gesetzliche Pflicht zum GEMA-Beitritt gibt es nicht.

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      1. man kann auch ohne Angabe einer Lizens veröffentlichen, dadurch weiss der „nutzer“ nur häufig nicht was er mit dem Werk darf und was nicht.

        Wenn man vorhat der GEMA irgendwann beizutreten, dann sollte man auch vorher nichts unter CC-Lizenz veröffentlichen.

  3. Alternativen Geschäftsmodellen der Künstler wird hiermit ja wohl zum wiederholten Male der Boden entzogen. Irgendwie riecht das ganz stark nach Monopolismus.
    Von einer Mehrheit der Künstler die von der Allmacht der GEMA profitieren kann keine Rede sein. Freunde und Kunden von mir haben mich schon oft danach gefragt, wie man der GEMA entkommen kann und eigene Modelle entwickeln kann um das geistige Eigentum zu vermarkten. Bislang konnte ich keine vernünftige Lösung präsentieren, denn irgendwo war immer ein Haken, sei es beim Pressen der CD oder beim Broacasting.
    Eine vernünftige Lösung, die den Autoren der Werke auch wirklich mal das zugesteht, was ihnen gebührt, ist lange überfällig. Bislang verdienen doch nur die „Großen“ . Die Künstler kriegen nur Zwieback.

    1. > Alternativen Geschäftsmodellen der Künstler wird hiermit ja wohl zum
      > wiederholten Male der Boden entzogen. Irgendwie riecht das ganz
      > stark nach Monopolismus.

      ianal und so, aber wäre ist nicht nach dem Urheberwahrnehmungsgesetz [1] möglich, eine eigene/weitere Verwertungsgesellschat zu gründen?

      Wenn da eine saubere Gründung stattfindet, sollte das eigentlich durchgehen können, die in §3 genannten Gründe, weshalb die Aufsichtsbehörde die Genehmigung verweigern kann lassen sich mE alle umgehen.

      [1] http://www.gesetze-im-internet.de/urhwahrng/BJNR012940965.html

    2. @ Manfred:
      Eine vernünftige Lösung, die den Autoren der Werke auch wirklich mal das zugesteht, was ihnen gebührt, ist lange überfällig.
      ja sicher – und die Fragen von GEMA-Mitgliedern nach Alternativen gibt es (immer öfter auch von denen, die noch vor Web/cc/ mp4 …-Zeiten Mitglied wurden – damals gabs de facto keine Alternative).
      Aber dann müssen sich die Musiker, die Mitglied der GEMA sind auch mal kümmern und nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hin grummeln. So lange die nicht aus dem Quark kommen wird die GEMA immer sagen können:“die Mehrheit unserer Mitglieder will das nicht“.

  4. Ich finde die Argumentation der GEMA eigentlich sehr einleuchtend. Man muss ja kein GEMA-Mitglied werden, dann kann man mit seinen Rechten machen, was mn möchte, Oder man beteiligt sich an den internen Prozessen. Hier wäre noch einiges zu tun, bspw. In Bezug auf die interne Verteilungsgerechtigkeit. Aber der Mühe unterzieht sich ja kaum einer.

    1. Zwei Dinge sind an der GEMA-Argumentation m.E. nicht wirklich einleuchtend:
      1. verzichtet man als Nicht-GEMA-Mitglied zugleich auf die verwertungsgesellschaftspflichtige Beteiligung an Leermedien-Abgaben (die von CC-Lizenzen nicht berührt wird). Bezahlt werden diese Abgaben aber auch für CC-Content und gehen dann zu 100% an Künstler, die diesen Content gar nicht geschaffen haben. Hier missachtet die GEMA ganz eklatant, dass sie grundsätzlich für alle deutschen Komponisten und Textdichter da zu sein hat.
      2. ist es etwas lapidar, zu verlangen, dass sich Mitglieder ohne Stimmrecht (und das sind die allermeisten) doch einfach an „den internen Prozessen“ beteiligen sollen. Das Klassenwahlrecht (für das die GEMA nicht unbedingt etwas kann) macht eine interne Befassung weitgehend unmöglich, wenn sich nicht prominente Fürsprecher entsprechend einsetzen oder anderweitig eine große Sammlungsbewegung der An-CC-Interessierten angeschoben wird.

  5. Ich habe meine CD „Lovesongs for Great Yarmouth“ (EAN 4020796435684) komplett in Eigenregie produziert. Die Entscheidung für eine CC-Lizenz war nicht zu letzt auch eine ökonomische Entscheidung. Immerhin hätten sich die Herstellungskosten bei einer Aufklage von 500 Stück um gute 150 % erhöht. Das sind die Kosten, die entstehen durch die Gebühren für den GEMA Beitritt und die Lizenz Gebühren der GEMA für den „Wahrnehmungsschutz“ an den eigenen Kopositionen.
    Laut Aussage des Produzenten Jack White, lohnt sich das für Künstler, die nur einen größeren Hit gehabt haben müssen, um jährliche Ausschüttungen durch die GEMA zu erzielen, in der Höhe des Jahresgehalts eines mittleren Angestellten. Unbekannte Künstler, die mit einer Kleinauflage bei ihren Konzerten eine CD verkaufen wollen, finanzieren mit ihren GEMA Gebühren letztlich nur die Ausschüttungen an die Top Acts. Sie selbst müssen die ihnen entstandenen Mehrkosten durch die Erhöhung des Verkaufspreises der CD realisieren. Die CC-Lizenz ist in diesen Fällen die ökonomisch sinnvollere Lösung. Die Abrechnung der Onlineshops Amazon, I-tunes etc. erfolgt durch die sog. Apple-approved Aggregatoren, das sind Firmen, die beauftragt werden müssen, um den Content in die Onlineshops zu bringen. Die GEMA kassiert lediglich Lizenz Gebühren vom Künstler für das 30 Sek. Sample, mit dem der Kunde die Musik hören kann. Auch diese Kosten fallen bei einer CC-Lizenz nicht an.
    Wer meine CD kaufen möchte: http://www.musicload.de/aendy/lovesongs-for-great-yarmouth/musik/album/11982455_2

  6. Diese Debatte scheint es wohl auch nur in Deutschland zu geben….Irgendwie scheint die GEMA ein gewaltiges Problem zu haben. Kommentare, die behaupten, es könne sich VIELLEICHT um eine Monopolstellung handeln-> Gema besitzt das Monopol. Da will man sich doch schlecht etwas vom Kuchen abschneiden lassen.

    Ob nun die Gema nötig ist oder nicht, das ist Ansichtssache und darüber lässt sich diskutieren. Die Sache hat immer zwei Seiten. Als Internetuser nervt es mich, wenn ich Portale wie Youtube aufsuche und es heißt: Das Video ist in ihrem Land nicht verfügbar. Außerdem sollte man es den Künstlern selbst überlassen, seine Musik über CC anzubieten.

    Alle Seiten sollten endlich gemeinsam zu einer Lösung finden.

    Aber das ist wohl in Deutschland genauso wie mit der IHK oder der kommenden GEZ -Gebühr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.