Constanze Kurz hat in der FAZ nochmal zusammen geschrieben, was die unerwünschten Nebenwirkungen von vielen eBook-Systemen sind: Der gläserne Leser – Wer liest, der wird gelesen. Im Gegensatz zu einem gedruckten Buch kann bei eBook-Readern gespeichert werden, z.B. was man wann und wo wie lange liest:
Wie wir lesen, verrät viel über unseren Lebensstil: Werden abends noch kurz ein paar Seiten gelesen, die halbe Nacht durchgeschmökert oder zu typischen Pendlerzeiten Kurzgeschichten im Nahverkehr genossen? Nicht nur über Vorlieben, sexuelle Präferenzen, familiäre Verhältnisse oder Profession, auch über Intelligenz, Sprachkenntnisse und Auffassungsgabe lassen sich Rückschlüsse ziehen. Und elektronische Bücher halten auch in Schule und Universitäten Einzug. Natürlich bieten die ersten Hersteller nun Werkzeuge an, mit denen das Leseverhalten elektronischer Unterrichtsmaterialien erfasst und ausgewertet wird. Und natürlich soll das primär der Optimierung des Lesestoffes dienen und nicht der Beobachtung der Schüler, Studenten und Forscher, sagen die Anbieter. Wie lange solche Versprechen halten, hat sich schon an anderen Beispielen erwiesen: Sobald die Daten vorliegen, werden sie auch in jeder denkbaren Weise genutzt.
Mal eine Frage an Leser zum Thema: Wenn ich ein eBook veröffentlichen will und eigentlich nur eine Infrastruktur benötige, wo der Verkauf drüber abgewickelt wird, wo geht man denn da hin (um auch möglichst viele Menschen zu erreichen und es nicht zu kompliziert zu machen)?