Generell

2030 – Aufstand der Jungen

Heute Abend läuft im ZDF um 20:15 eine fiktive Dokumentation namens „2030 – Aufstand der Jungen“, die man jetzt schon in der Mediathek anschauen kann. Die Ankündigung klingt zumindest interessant:

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Die Doku-Fiction beschreibt die möglichen Folgen des demografischen Wandels aus der Sicht der jungen Generation, die um 2030 die Leistungsträger der Gesellschaft stellt.

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44 Kommentare
  1. > Er wurde, wie so viele Menschen seiner
    > Generation, Opfer eines Staates, der keine
    > ausreichende Vorsorge getroffen hat und jetzt,
    > im Jahr 2030, durch die hohen Kosten für
    > Renten-, Alters- und Gesundheitsversorgung den
    > Jungen die Luft zum Atmen nimmt.
    Das klingt nach einem Propagandafilm der Versicherungsindustrie.
    Jedenfalls in dem Sinne, wie die meisten Leute Vorsorge verstehen, funktioniert das für Staaten gar nicht. Fiktives Geld auf die hohe Kante zu legen, kann für einen Einzelnen Vorsorge sein, für alle oder für den Staat ist es aber eine Luftbuchung. Der Altenpfleger, der jetzt lebt, kann keine Alten von in 20 Jahren pflegen (jedenfalls nicht ohne Zeitmaschine). Wir können jetzt nicht die Medikamente und Nahrungsmittel für in 20 Jahren produzieren.
    Und ich glaube nicht, dass wir jetzt für das Ausland produzieren wollen, um dann in 20 Jahren massiv von Importen zu leben (noch funktioniert das von der wirtschaftlichen Struktur her gut).

    Richtige volkswirtschaftliche Vorsorge heisst, die für die Zukunft nötige Infrastruktur rechtzeitig aufzubauen, nicht von der Substanz weg zu leben, die Produktivität zu erhöhen und gleichzeitig die natürlichen Resourcen nicht übermässig zu belasten.

    Und ja, das wird momentan massiv falsch gemacht (siehe Bahn, Strassen, massiver Ölverbrauch, Zerstörung der Struktur der Gesellschaft, …).
    Insofern könnte man schon sagen, dass der heutige Staat nicht richtig vorsorgt, aber ich glaube kaum, dass das im Film thematisiert wird. Denn der vieldiskutierte demografische Wandel hat damit nur sehr begrenzt zu tun.

  2. @leistung lohnt sich

    was für ein bescheuerter Name btw.

    Sag das mal all den Menschen, die von ihrem Lohn nicht leben können. Denn Leistung lohnt sich gar nicht.

    Und der Film:
    Propaganda für die Versicherungsindustrie. Was denn sonst?
    Dass die demographische Entwicklung Humbug ist, weiß doch jeder. Die Politik ist es, die uns so weit kommen ließ.

  3. Wofür ein Aufstand ?
    Dann müsste die griechische Jugend doch dauerhaft randalieren, weil die schon an dem Punkt sind dank ihren Politikern/Eltern.
    Soweit ich es mitbekommen habe, strömt ein weit größerer Teil in den Rest der EU statt zu fordern dass bitte schön ihre Eltern die Suppe auslöffeln (führt ja schließlich von selbst zu diesem Ergebnis mit der kleinen Ausnahme, dass der Rest der EU mitzahlt).

    Keine Ahnung wie der Film endet, aber der Gedanke, dass die Jüngeren durch eine höhere Bereitschaft wegzuziehen von der Politik einen größeren Abgabenanteil bei den Rentnern erzwingen, dürfte für die ARD-Zuschauer noch unangenehmer sein.

    MfG Max

  4. Der für uns hier „negative“ demografische Wandel ist doch hier allein auf Deutschland gesehen.
    Deutschland ist doch nicht umgeben von „Nichts“

    Wir bewegen uns doch schon weg von Nationalstaatlichkeit hin zu einem vereinten Europa. Den Fehler, eine Vereinigung nur durch die Sicht der gemeinsamen Währung zu sehen, ist falsch und ist doch jetzt in der Politik langsam verstanden worden.

    Neben einheitlicher Währung muß auch eine einheitliche Wirtschaft- und Sozialpolitik zum vereinten Europa gehören.

    Ich denke mal, hier werden wir in Zukunft ein wirkliches Zusammenwachsen der europäischen Bürger sehen und erleben.

    Alles andere ist doch ZweitesDeutschesFoxxnews

  5. Leute, das ist ein Liebesfilm! Ich hab am Ende Rotz und Wasser geheult, als Sophie und Tim sich endlich wieder begegnet sind.

    Diese Dystopie im Hintergrund dient meiner Meinung nach nur dazu, dem ganzen einen pseudowissenschaftlichen Anstrich zu geben.
    Ich fand das alles auch nicht zwingend logisch: Auch wenn der Sprecher im Off all die schlimmen Zustände des Jahres 2030 als Folge eines „demographischen Wandels“ bezeichnet hat, so schienen die genannten „Fakten“ innerhalb der Handlung immer nur auf Fehlentscheidungen der Politik zurückzuführen zu sein, die weniger der Demographie gefolgt als auf Wünsche der Wirtschaft eingegangen war.
    Letztendlich blieb für mich vieles sehr schwammig – als Werbefilm für die Finanzindustrie oder die Versicherungswirtschaft hab ich den Film jedoch echt nicht verstanden. Dafür sind die viel zu schlecht weggekommen.

    Aber wie gesagt: Der romantische Aspekt hat mich total überzeugt! :)

  6. „Ein ilegales, als Tauschbörse getarntes Internet cafe“

    war mein Highlight, direkt gefolgt von

    „Alles versinkt im Chaos und die Stimmung wird von Bloggern im Internet noch angeheizt“ oder so

    Aber soo schlecht fand ich den Film gar nicht. Auf jeden Fall viel besser als die ganzen Talkshows die da sonst so laufen.

  7. Der Film soll scheinbar Ängste schüren. Das fängt schon damit an, das Sophie von Anfang an privat Nachhilfe bekommen hat; Tim nicht. Sophie ist auf der Sonnenseite, Tim liegt im Dreck. Dann geht der Bogen weiter über Kranken- und Rentenversicherung. Das es so kam wie in dem \Film\ dargestellt (u. a. Überwachungsstaat) wird auch nicht hinterfragt, es ist halt so (TINA). Illegales Internet Cafe als \Tauschbörse\ getarnt in \Höllenberg\ mit Bloggern die Stimmung weiter aufheizen ist da nur ein Nebenkriegsschauplatz.

  8. Also wenn man das ganze als Satire a la ‚Brazil‘ aufgezogen hätte, wäre es ein sehenswerter Film geworden.
    Aber eine „Dokumentation“ mit so viel Substanz wie ‚2012‘ und schauspielerischen Leistungen wie in den Vorabendsoaps ist echt unnöttig.

  9. Ich empfand das als ein durchaus realistisches Szenario.

    Warum es nicht passieren wird? Weil der Deutsche seinen Arsch nicht hochbekommt. Ansonsten hätten wir das nicht schon in den in dem Film projezierten 19 Jahren. Die „Schattengesellschaft“ haben wir heute schon, nur nicht konzentriert auf einen Stadtteil.

    Für die „Das ist ja eine Werbung für die Versicherungen Film“ Verschwörungs Jünger: Es wird ganz klar dargestellt: Zahlst Du Deine Beiträge nicht, kannste gerne einen Kredit aufnehmen. Jede Bank bietet heute (noch) eine Stundung – im Film bist Du gezwungen einen Kredit aufzunehmen um die Krankheitsversicherung (im Film nett als Neusprech ‚Gesundheitsversicherung‘ tituliert) zu bezahlen.

    Wie gesagt, in meinen Augen eine durchaus realistische Perspektive der „Neo-Con“ Politikrichtung.

  10. War nix mit kloning, reine Propaganda.

    Wenn man Zeit hätte, müsste man mal die Entstehungsgeschichte dieses Machwerks recherchieren.

    Tante Ziegler ist schon mal die Produzentin, also klassische „unabhängige“ TV-Produzenten-Kaste.

    Dystopien können ja durchaus den Geist zum Nachdenken anregen. Aber diese durchsichtige Voice-Over-Propaganda-Methode gepaart mit billigsten Klischees zeigt wes‘ Geistes Kind dieses Werk ist.

    Was für ein Glück, dass es die NachDenkSeiten gibt.

    Die „Webaktivisten“ kommen zwar ganz gut weg, immerhin waren sie Bestandteil der alternativen Widerstandsbewegung, aber dennoch endet der Film für das System völlig konsequenzenlos.

    Hauptsache, die beiden Milleniumskinder haben sich wieder lieb und die reiche, kluge Protagonistin rettet die Ehefrau ihres Ex-Lovers, indem sie ihr gute, teure Medizin schenkt.

  11. @Jens Best: Propaganda wofür? Wer oder was ist denn in dem Film so gut dargestellt worden?

    Ich weiß ja nicht, was die Macher ursprünglich aussagen wollten, aber ich hab das Ding u.a. als Kritik daran verstanden, daß wir heute schon anfangen, Renten- und Krankenversicherung zu privatisieren und damit zu entsolidarisieren. Eine derartige Entwicklung könnte (egal, ob es den „demographischen Wandel“, vor dem man uns heute versucht, Angst einzujagen, geben wird oder nicht) zu den im Film geschilderten Zuständen führen.
    So gesehen würde ich ihn als Aufruf verstehen, über kurz oder lang der Privatwirtschaft den Zugriff auf Rente und Gesundheit (wieder) zu entziehen. Was ist daran so verkehrt?

  12. für mich ist die zielgruppe des films, die oberflächlich politikinteressierte sogenannte mittelschicht. die botschaft, wollt ihr nicht in höllenberg wohnen, wollt ihr im krankheitsfall in eine ganz normale klinik, euren kindern eine auskömmliche zukunft durch gute bildung ermöglichen und nicht als pflegefall von der gesellschaft als müll weggeworfen werden, dann möglichst schnell und reichlich privat vorsorgen. der gute onkel maschmeyer hat bestimmt das passende produkt für euch. keine rede von den machenschaften privater krankenkassen wie in den usa, wo kostenintensive langzeit-kranke mittels unbezahlbarer beitragserhöhungen oder direkten kündigungen aus der versicherung gedrängt werden, um nur ein bsp. zu nennen.
    private daseinsfürsorge ist nur für die oberschicht gut.
    aber bei solch einem, von neoliberalen kräften ( z.b. r.koch) ins amt gehieften chefredakteur, kann man ja auch vom programminhalt nichts anderes erwarten. schön gruß an peter frey und carsten maschmeyer.
    ps: daseinsfürsorge gehört in öffentliche hände und muss von allen!!! je nach finanzieller leistungsfähigkeit bezahlt werden.

    1. @Linkssozialliberaler

      Ich sehe die Botschaft an die oberflächlich politikinteressierte Mittelschicht eher als ,,euer Untergang ist unabwendbar“: die Lebenshaltungskosten werden euch auffressen, Teilnahme an einem Versicherungssystem das euch was bringen würde, werdet ihr euch nicht leisten können, eure Kinder werden in der Gosse landen es sei den ihr erbt was und investiert es in deren Ausbildung.

      Tims Elten haben ja nicht den Fehler gemacht zu übersehen wie wichtig die zusatzausbildung war – wie Sophie fälschlicherweise in Unkenntnis behauotet – sondern sie konnten es sich schlicht nicht leisten. Allerdings ist die ganze Bildungsmisere in dem Film eher inkonsequent dargestellt – zu teuer oder zu schwierig? Totgespart oder mangels Arbeitsplätzen sowieso nicht nötig?

  13. @Yva

    Daran ist nichts verkehrt. Die den Film begleitenden Online-Materialen sind auch wesentlich kritischer als der Film. Insofern will ich mich da jetzt auch nicht zu sehr echauffieren.

    Aber wie #linkssozialliberaler eben schrieb, in der Wirkung auf die Kernzielgruppe wird hier nur Angst (und damit Rückzug ins Private) statt kritischer Aufbruch vermittelt.

  14. @linkssozialliberaler
    „….dann möglichst schnell und reichlich privat vorsorgen…..“

    Das zeigt der Film eben gerade nicht.
    Durch die Gesundheitschecks und Gentests, wird man gezwungen sich zusätzlich zu Versicher, das verdeutlicht die zwei Klassengesellschaft. Aber nich die die besser privat vorsorgen, sonder in „zukünftig“ Kranke und genetisch gesunde Menschen.
    Die Aussage ist eigentlich:
    „Egal wie du dich Versicherst, wenn du schlechte Erbanlagen hast, hast du eh verschissen.“
    Nix Werbung, da ist nur Kretik an den Kassen, den Krankenhäusern und den Versicherungen.

    Problem an 2030 ist, das es leider Heute schon so ist.

  15. „Dokudrama“ (WTF!?) ist jetzt nicht unbedingt meine favorisierte Form für Fernsehinhalte. Hätte man nicht einfach einen Spielfilm drehen können?

  16. Die Idee mag ja ganz nett gewesen sein, aber die Umsetzung war nix :D gegen Ende wurde es besser aber wirklich gut gemacht war das imho nicht.

    Der Plot – naja.
    Die Kommenden Tage war sicherlich interessanter und wäre es auch mit einem niedrigeren Budget auch gewesen.

    Aber: Ist doch schön, wenn sowas kritisches noch auf den öffentlich rechtlichen kommt.

  17. Hä? Wieso ist das Propaganda?

    Ist nicht klar geworden, dass diese Misere durch eine private Versicherung gerade eben nicht abzuwenden war? Wer sich private Schulbildung nicht leisten kann, wird keine ausreichenden Einnahmen durch seine Arbeit erhalten und sich deswegen unter anderem das Gesundheitssystem nicht mehr leisten können. Es wird Selbstmorde geben, damit Familienangehörige ihren Verwandten nicht als Pflegefall auf der Tasche liegen und diese verschulden. Privatinsolvenzen werden abgeschafft. Versicherungsprämien mit Vergünstigungen bei Risikoabwägung durch den Einzelnen gibt es heute bei der privaten Krankenversicherung auch schon. Jeder ist seines Glückes Schmied in diesem Falle.

    Warum plappern manche eben mal – offensichtlich ohne vorher nachzudenken – den „Bloggenden Stimmungsmachern“ (TM) erstmal alles nach?

    Ich fand den Film sehr gut. Er zeigte doch genau das auf, was alle Meinungshoheit im Internet zur Zeit an die Wand malt. Ich fand die Solidarität im Film zu spät greifend/prognostiziert. Ich denke, dass die früher kommen wird. Und zwar auch durch eben solche Filme.

    Was ich tragisch finde, ist, dass Leute zwar wegen Bahnhöfen auf die Straße gehen, aber sich bei solchen prognostizierten Problemen (Stichwort Folgen der Bankenkrise, Klimawandel, Neoliberale Globalisierungspolitik) dann aber doch eher aufs heimelige Sofa verziehen.

  18. @31: Die Misere kann durch private Versicherungen abgewendet werden. Das ist doch gerade die Botschaft. Wenn ich genügend Geld habe und es mir leisten kann, sorge ich privat vor. Die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung sind nur noch (wenn überhaupt) rudimentär vorhanden sind. Der Staat zieht sich zurück. Gab es daran Kritik?

    Der Film hinterfragte aber eben nicht die politischen Gründe, warum die Situation so ist, wie sie dargestellt wird. Es wird einzig und alleine der demografische Wandel als Begründung angeführt und damit wird die Situation so dargestellt als ob die Folgen unausweichlich wären.

    Auch bezeichnet der „arme“ Unternehmer, bei dem Tim gearbeitet hat. Seine ehemaligen Angestellten über eine neue Firma (siehe Schlecker) wieder eingestellt und Hungerlöhne gezahlt. Gab es da Kritik zu? Er musste das ja machen, wegen der angeblichen Billigkonkurrenz aus Indien(?).

    Dann noch die bedeutungschwangeren Worte zum Schluss, die einzig an die Zuschauer und nicht an die Politik gerichtet waren …

  19. „Der Film hinterfragte aber eben nicht die politischen Gründe, warum die Situation so ist, wie sie dargestellt wird. Es wird einzig und alleine der demografische Wandel als Begründung angeführt und damit wird die Situation so dargestellt als ob die Folgen unausweichlich wären.“

    hm…dann hab ich wohl einen anderen Film gesehen. Für mich war klar, dass die politische Entwicklung – bedingt durch einen demografischen HIntergrund – zu diesen Missständen führt. Worum geht es denn: dass in 20 Jahren weniger Menschen für mehr Menschen sozial einstehen müssen ist doch eine Binsenweisheit (dachte ich, oder darf ich mir doch noch Hoffnungen für meine Rente machen ;-));

    hm…also ich hab den Film ganz eindeutig als Warnung an die Politik wahrgenommen. Wurde ja auch zeitgleich im Internet dazu diskutiert. Da ging es sicher nicht um den Propagandafaktor, sondern um die Mängel der Politik.

    *kopfkratz*

  20. Da sind lauter nette Kleinigkeiten drin, z.B. RFID-Chip.
    Ganz toll finde ich auch das Verfallsdatum auf Obst und Gemüse.

    Esse gerade einen Müller Milchreis mit Verfallsdatum 19.11.2010

    Die Verbraucher haben es in der Hand, in dem Sie bestimmte Sachen nicht mit machen (nicht kaufen). Nur leider sitzen die nur bequem im Sessel und schreien erst wenn es zu spät ist.

  21. Soso, eine Doku-Fiktion…

    Schon sprachlich offenbart sich hier die geballte intelligenz.
    Bisher dachte ich, das Dokumentation und Fiktion sich gegenseitig ausschließen würden.

    Aber da sitzen SchnellLangsame Menschen bei HellDunkler Beleuchtung und HeißKalter Suppe beisammen und denken sich so HochTiefe IntelligenzDumme Wörter aus.

    Da habe ich wirklich keine Fragen mehr…

  22. Welch Unterschiede in der Filmbewertung – also diametrale Interpretation!
    Denn Film fand ich mehr als realistisch (in der Krankenversicherung & bei den Renten – haben wir jetzt auch diese gravierende Unterschiede).
    Ich finde den Film systemkritisch, auf gar keinen Fall pro Privatversicherung – sondern dagegen.
    Ich fand es ungewöhnlich, dass ZDF den um diese „massentaugliche“ Zeit gesendet hat.
    Um nicht zu rätseln, was die Filmemacher damit sagen wollten, lesen Sie bitte hier nach:

    Experten-Chat mit Prof. Reimer Gronemeyer zur Doku-Fiction:
    http://www.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7019624,00.pdf

    Hintergrundinformationen zum Film: http://www.zdf.de/ZDFde/download/0,6753,7019513,00.pdf

  23. @36 Carlos

    Naja, als eine Kategorie der Filmgenre kann man den Begriff Doku-Fiction schon durchgehen lassen. Nur ist der Film keine Doku-Fiction, also eine klar erkennbare Mischung aus dokumentarischen und fiktionalen Filmelementen.

    Genau genommen ist der Film eine Futuristic Mockumentary, also eine mocked (sprich gefakte) Dokumentation, die in der Zukunft spielt, um sich von dort auf fiktional Geschehenes im Stile einer Dokumentation zu beziehen.

    Der hohe Suggestivfaktor der als wissenschaftlich oder faktisch „in der Zukunft“ bewiesenen Annahmen bezogenen auf die Gegenwart des Zuschauers dient der manipulatorischen Absicht der Auftraggeber der Produktion.

  24. Tolle Propagandashow.

    Überwachungsstaat, Netzzugang nur noch mit ID-Chip, Nationales Datenarchiv -> das alles wird im Plot nebenbei und als ohnehin unabdingbar eingebaut..

    weil eigentlich geht es ja darum:

    1:11
    „nun zahlt Deutschland den Preis für Jahrzehntelang verschleppte Sozialreformen“

    Und am Ende war es sowieso nur eine eher schlechtere Liebesgeschichte.

    Erinnert mich irgendwie an die üblen „Waldsterben“-Horrordokus aus den 80ern.

    Plörre

  25. In 20 Jahren wird die Glasscheibe zur Verandatür keine Minority-Report-Gesture-UI sondern immernoch eine stinknormale Doppelverglasung sein, die eigentlich immer einmal zu selten geputzt wurde.

    Das Prinzip gilt für manche andere Aspekte des Films.

  26. „Junge Generation“, wie langweilig. Ich dachte schon, da macht sich mal ernsthaft jemand Gedanken über die „positive Diskriminierung“ der männlichen Mitbevölkerung.

  27. Den Film habe gespeichert und mir mehrmals angesehen (privat auf DVD geschrieben). Dadurch komme ich zu einem Ergebnis, welches bei sorgfältiger Abwägung aller Komponenten heutige Tendenzen bereits erkennen läßt. So z. B. die Schere zwischen Klein- und Großeinkommen; Erhöhung der marginalen Arbeitslosigkeit in Verbindung der Zunahme der Zeitarbeit. Markant das Herausheben des Gesundheitswesens nach dem Motto: Bist dur reich, erhälst du die best denkbare med. Versorgung – hast du nichts, wird dir (auch heute schon) nur die unerläßlich notwendige med. Versorgung zu teil.
    Ich hätte die Recherche nicht besser und die Beratungen zum Film nicht treffender hinbringen können.
    Insbesondere der Abspann im Film war sehr informativ.

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