Datenschutz

T(r)olle Idee: Reset-Knopf für Internet-ausschalten

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) ist bekannt für seine Trollattacken rund um netzpolitische Themen wie Datenschutz. In der Regel laufen die Trollattacken so ab, dass man Forderungen stellt, die nur dadurch mediale Aufmerksamkeit erzielen, weil sie so vollkommen überzogen sind und/oder ein vermeintliches Tabu brechen. In der Regel meldet sich dann Wolfgang Bosbach (CDU) noch zu Wort und findet das alles prima und fordert, dass man härter gegen XYZ durchgreifen sollte. Soweit so gut.


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Ich bin mir immer unsicher, ob man darüber noch berichten sollte, was der BDK wieder merkwürdiges fordert, weil man damit in der medialen Spirale mitspielt und Aufmerksamkeit auf Dinge lenkt, die eigentlich keine verdienen. Aber da der mediale Zug schon abgefahren ist und Wolfang Bosbach wahrscheinlich im Urlaub ist oder morgen erst im Kölner Stadt-Anzeiger dazu Stellung nimmt, sei hier nochmal auf die neueste Trollattacke verwiesen:

Nichts weniger als einen Reset-Knopf fürs Internet stellt man sich beim Bund Deutscher Krimainalbeamter vor, wie man der Neuen Osnabrücker Zeitung entnehmen kann. Für die Idee haben sie übrigens kein Copyright, das wurde mal schnell aus den USA kopiert, wo die Idee auch keine Mehrheit findet und der Präsident schon dankend abgelehnt hat, als der Vorschlag kam, ihm seine Befugnisse zu erweitern. Die Vorstellung der Polizei-Funktionäre vom Internet ist, dass man diesen Knopf drückt, wenn irgendwas schlimmes passiert – und Deutschland dann vom Netz ist (und die Polizei dann mit ihren Fahrzeugen zum Tatort fahren kann, um den Täter festzunehmen).

„Attacken auf die digitale Infrastruktur des Landes können sich ähnlich verheerend auswirken wie atomare Angriffe.“ Deshalb bedürfe es eines „Reset-Knopfs für das Internet“, mit dem das Kanzleramt Deutschland im Ernstfall sofort vom Netz nehmen könne. „Nur so lässt sich eine laufende Attacke schnell stoppen.“ In den USA würden derartige Kompetenzen für den Präsidenten derzeit im Senat beraten, betonte Jansen.

Klaus Jansen, zugleich Vorsitzender und Ober-Troll des BDK erklärte weiter in der Neuen Osnabrücker Zeitung seine Vorstellung des größten Tatorts der Welt:

Jansen forderte die Bundesregierung auf, endlich „Verkehrsregeln“ für das Internet zu schaffen: „Inzwischen steht das Gewaltmonopol des Staates auf dem Spiel.“ Das Internet habe sich zum größten Tatort der Welt entwickelt und die Bundesregierung verharre immer noch in der Zuschauerrolle. „Kompetenzgerangel, Unvermögen und Blauäugigkeit führen zu unfassbarem Politik-Versagen.“

Eigentlich schade, dass der Bund Deutscher Kriminalbeamter es nötig hat, durch seine rumtrollereien von sinnvollen Forderungen abzulenken, wie z.B. die Entwicklung eines neuen Berufsbildes namens „Computerkriminalist“. Etwas mehr Fachwissen können Polizisten in Internetfragen immer gebrauchen, wenn laut BDK nur 1% von 260.000 Polizisten fit fürs Internet ist. Das muss man sich mal vorstellen: Statt immer weiter Befugnisse auszubauen, die man mangels IT-kompetenter Polizisten womöglich gar nicht ausfüllen kann, brauchen wir dringend mal Medienkompetenz-Maßnahmen für Polizisten! Die Forderung findet sich in einem 15-Punkte Papier, was man an die Bundesinnenministerkonferenz weitergegeben hat. Und wo sich kein Rest-Knopf und auch kein verpflichtender Ausweis für Internetzugang findet.

Apropos Ausweispflicht im Netz:

„Was wir brauchen, ist ein verlässlicher Identitätsnachweis im Netz. Wer das Internet für Käufe, Online-Überweisungen, andere Rechtsgeschäfte oder Behördengänge nutzen will, sollte sich zuvor bei einer staatlichen Stelle registrieren lassen müssen.“

Wenn schon soviel Transparenz verlangt wird, wo ist denn die konsequente Forderung des Bund Deutscher Kriminalbeamter nach einer eindeutigen Authentifizierung für Polizisten durch eine eindeutige Identifikationsnummer auf Massenveranstaltungen, so dass man z.B. gegen prügelnde Polizisten besser vorgehen kann?

59 Kommentare
  1. Ich habe gerade wirklich auf den Kalender geschaut um nachzusehen ob ich was verpasst habe und heute der 1. April ist.

    Da das nicht der Fall ist: das tut wirklich weh…

  2. Achja, darüber hinaus würde mich interessieren was man im Internet angreifen muss, damit „das Gewaltmonopol des Staates auf dem Spiel“ steht.

    Außerdem wäre interessant was sich Herr Jensen vorstellt, wer für die durch Abschaltung verursachten Schäden aufkommt.

    Und vielleicht könnte auch noch jemand dem Herrn Jensen erklären, dass ein Reset-Knopf neustartet, aber nicht abschaltet. Wenn man schon dumme Forderungen stellt, dann bitte richtig!

  3. Teile des Papiers sind sinnvoll, andere Teile dumm, gefährlich verfassungsfeindlich. Die Apologeten der Internetüberwachung bringen ihre
    „Argumente“ in Stellung. Ob sich Herr Jansen mit Herrn Zierke abgesprochen hat?
    Interessant auch, dass das 15-Punkte-Papier nur
    14 Punkte umfasst. Der 15. Punkt scheint nicht für die Öffentlichkeit gedacht zu sein.

  4. Ich habe tatsächlich gerade Tränen in den Augen. Ich frage mich, wie der zuständige Beamte (Jansen, wenn ich das recht gelesen habe)…nein, ich frage mich nicht. Es ist einfach zu traurig.

    Schade, das solche Menschen für unsere Sicherheit verantwortlich sind.

  5. Vergessen wir nicht, daß ein Prozent von 260.000 Kriminalbeamten immerhin schon 2.600 sind… meines Erachtens kein kleiner Mitarbeiterstab was die Bekämpfung von Internetkriminalität angeht. Die müssen eben einfach mal ihren Hintern in Bewegung setzen und die Sache konsequenter angehen, wie man z.B. jüngst bei der Studie des BKA zu Netzsperren und Kinderpornografie gesehen hat.

    Naja und ansonsten halt pure Panikmache vom BKA da… Das Internet ist nun mal ein Abbild der realen Gesellschaft, und es wäre naiv zu denken, man könnte es zu einem kriminalitätsfreien Raum machen. Prävention ja, Strafverfolgung ebenfalls ja, aber doch bitte nicht ein neues Sodom und Gomorrha ausrufen! Und vergessen wir nicht, daß die Aufklärungsquoten für Online-Kriminalität um ein vielfaches höher sind als im Real Life. Trotzdem hat noch keiner einen „Reset-Knopf“ (herrlich unpassendes Wort in diesem Zusammenhang, das nur von völligen Noobs kommen kann) fürs Real Life gefordert. Warum fordert niemand, in Zeiten der „nationalen Bedrohung“ alle 82 Millionen Bundesbürger vorsorglich zu verhaften und einzusperren? Schauen wir uns nur die Polizeiliche Kriminalstatistik an, jedes Jahr gibt es Hunderttausende von Verbrechen aller Art im Real Life, von Mord über bewaffneten Raub bis hin zum Kindesmissbrauch – mit denen das Netz überhaupt nichts zu tun hatte. Warum spricht angesichts dessen niemand vom „rechtsfreien Raum Real Life“?

    Das ganze ist eh fingiert, auch dieser BDK-14-(sic!)Punkte-Plan. In Wirklichkeit geht es darum, daß der Staat um sein MEINUNGS-Monopol Angst hat. Das wird in der Tat im Netz untergraben durch Blogger, Foren und unabhängige Journalisten. Aber doch wohl eher zum Wohl der Demokratie.

  6. Und wer gibt dem Volk einen Reset-Knopf für die deutsche Innen- und Sicherheits-Politik? Die diversen Auswüchse in dem Bereich müssten auch mal zurückgesetzt werden.

  7. Das mit den schlecht passenden Vokabeln wie „Reset-Knopf“ kennen wir doch schon von den Stopp-Schildern, die zum Halten und Weiterfahren auffordern …

  8. Zu dem Hin und Her, ob es nun 14 oder 15 Punkte sind:

    Das Dokument, in der Fassung, die ich erhielt, enthält nur 14 Punkte. Die 15. Forderung, also die, die bisher nur mündlich kommuniziert wurde, ist die Forderung nach einer Ausweispflicht.

    Obacht: Die 15. Forderung (Ausweispflicht) ist VÖLLIG abstrus. Es ist klar, dass das nicht durchkommt. Ich sehe nur die Gefahr, dass alle sich daran völlig aufreiben, laut rumschreien und Ihre Energie darin verheizen, statt gegen die richtigen (dokumentierten) Punkte 1-14 vorzugehen – zumindest gegen jene, wo es ratsam ist, gegen sie vorzugehen. Konkret meine ich damit etwa den Vorwand, Malware von den Rechner entfernen zu wollen, während es in Wahrheit nur darum geht, eine rechtlich abgesicherte Zugriffsmöglichkeit auf Eure Computer zu erhalten.

    Der nächste Punkt ist der SuperAccount in Studi/Facebook, mit dem man sich, ohne, dass ihr es merkt, in eure Accounts einloggen kann.

    Lasst euch von der Internet-Not-Aus-Schalter-Aktion mal nicht in die Irre führen. Ich halte das für eine Nebelkerze. Dafür spricht ja, das jetzt schon alle DARÜBER rumschreien, während niemand über die anderen Punkte spricht. Aus deren Sicht könnte man das also ein gelungenes Ablenkungsmanöver (Nebelkerze) bezeichnen.

    @Karpfenpeter

  9. Einige Interna:

    Ursprünglich waren es 20 Punkte. Zwei gingen beim Ausdrucken verloren und einer dient als Untersetzer der Kaffeetasse der Sekretärin. Drei Punkte wurden fallen gelassen, weil sie selbst Ziercke zu abenteuerlich waren. Einen Punkt wollte Jansen persönlich noch in Ruhe überprüfen, da er das Vernichten aller pornographischen Inhalte durch Konsum gerne selbst übernehmen würde.

    Die überzähligen Punkte wurden von bösen Hackern hinzugefügt, um dem Ansehen des Fachmannes Jansen zu schaden.

  10. Vielleicht sollte man sich auch mal Gedanken machen, wie es dazu kommt, dass inzwischen Überwachungs- und Verfolgungsbehörden zu politischen Akteuren geworden sind, die keineswegs mehr einfach den Weisungen ihrer offiziellen Vorgesetzten nachgehen, sondern offensiv mit eigenen Forderungen nach dem Ausbau der eigenen Macht in die Öffentlichkeit intervenieren. Einfacher ausgedrückt: früher hat man von Polizei und Geheimdiensten erwartet, dass sie machen, was ihnen die Regierung aufträgt. Dass sich Vetreter von Polizei, Geheimdiensten und Mischformen wie dem BKA jetzt mit Forderungen an die Bundesregierung und Öffentlichkeit wenden, zeigt deren gewachsene gesellschaftliche Bedeutung und Macht. Durch die Ausweitung der Befugnisse der Überwacher und Verfolger emanzipieren sich jene immer stärker von den gewählten Volksvertretern und werden zum Staat im Staat. Eine Entwicklung, wie sie im Übrigen in allen Gesellschaften zu beobachten ist und war, die den autoritären Weg gehen und Freiheiten einschränken. Bestes Beispiel war die vom BKA geforderte Internet-Zensur, die von CDU/CSU/SPD aufgenommen wurde. In der vom BKA geforderten Form hätten die Netzsperren das BKA zu einer von der Politik vollkommen unabhängigen und demokratisch nicht kontrollierten allgemeinen Zensurbehörde gemacht.

  11. Ist jemand dieser Absatz im Artikel aufgefallen:

    „Zudem solle die Polizei das Recht bekommen, „Trojaner, Viren und Schadprogramme von privaten Rechnern entfernen zu dürfen“, die zuvor von Kriminellen unbemerkt gekapert worden seien.“
    Das geht ja mehr als nur einen Schritt weiter als der ‚Bundestrojaner‘.

    Der naechste Satz macht mich allerdings stutzig:
    „„Gegenwärtig gibt es hier eine riesige rechtliche Grauzone“, kritisierte Jansen.“
    Gibt es hier eine Grauzone? Ich dachte es ist ganz klar, dass die Polizei dies nicht darf! Klare Regelung != Grauzone. Die Frage ist hier, ist der Satz nur Polemik, oder denkt da einer es duerfe *ein wenig* auf vermeintlich von Schadsoftware infizierten Rechnern rumgefummelt werden?

    Die Polizei kann ja mein gestohlenes und wiedergefundenes Auto auch zur Spurensicherheit sicherstellen. Uebrtraegt das jemand auf IT? Sollte so etwas ueber Datennetze erfolgen, oder der Rechner physisch Sichergestellt werden (was natuerlich abwegig ist).

    1. @sdg und @karpfenpeter: Die Forderungen sind bekannt. Das konnten wir uns schon in den Netzpolitischen Dialogrunden bei de Maiziere von den Polizei-Vertretern anhören. Da hieß das noch, dass Provider das irgendwie tun sollten.

  12. Wunderschön zu sehen, wie sich gewisse Leute mit Einfluss das Internet vorstellen. Ausweispflicht und eindeutige Identifizierung für jedes Rechtsgeschäft im Internet? Man stelle sich das mal im Offline-Leben vor. „Ich will diesen Kaugummi kaufen“ „Da brauch ich erstmal Ihren Ausweis, dann ruf ich beim für Sie zuständigen Meldeamt an und lass die Angaben prüfen. Mal schauen, ob Sie überhaupt eine Lizenz zum Kaugummi-Kaufen haben.“ Rechtsfreier Raum, dass ich nicht lache.

    Wenn es nach solchen Menschen ginge, wäre das Internet die totale, perfekte Diktatur, und es würde mich schwer überraschen, wenn diese Menschen in ihrem Innersten solche Wunschvorstellungen nicht auch für das Offline-Leben hegen würden.

  13. BDK nebst Strafverfolger, Ordnungshüter sowie die gesamte Justiz sind ehrenvoll beauftragte Hüter der Gesetze. Punktum!

    Sie sollten also die VORHANDENEN Rechte der Bürger verfolgen und Verstöße ahnden!!!!
    Gleichwohl dies geschieht kaum noch:
    (eigene Erfahrung):
    – Kripo verfolgt Online-Abzocker nicht (wirklich)
    – Rechtsanwalt schließt VON SICH AUS die weitere Vertretung OHNE Begründung == Katzbuckeln vor Konzernallmachten/nicht einträglicher Streitwert
    – Bauträger betrügt Gemeinde im Rahmen der Pflicht/Unterstützung zum Tiefgaragenbau – lässt hinterher aber willkürlich Plätze wirtschaftlich ungenutzt über Jahre, die aufgrund von Abzockermieten für Tiefgaragen nicht mehr vermietbar sind…. gegen den Volkswillen, mit dieser Bauauflage mehr Platz an den Straßenrändern zu erhalten.
    – DSL-Anbieter ignoriert AGB von „übernommenem Voranbieter“ durch offensichtliche Leistungsminderrungen; v.g. Rechtsvertreter steht nicht zum Sonderkündigungsrecht

    Wo kommen wir eigentlich hin, wenn die geltenden Gesetze ‚für die normalwertigen Fälle‘ einfach von Allmachten und deren Handlangern ignoriert werden können?????

    Das schon in der Realwelt.
    Im WWW haben diese ganzen Bestrebungen doch nur eines als Endziel: Bevormundung und Überwachung total!

    Haltet Euch an die bereits geltenden Gesetze! Dann benötigen wir keine neuen!

  14. Totschweigen!
    Es sei denn, Du seist Kabarettist oder Satiriker: Dann wehr Dich! Die versuchen Dich arbeitslos zu machen!

    Und immer dran denken: Das Internet hat die Zerstörungskraft von Atomwaffen!

    Ich meine mich schwach zu erinnern, die Forderung ABSCHALTEN! hatte auch irgend etwas mit Atom zu tun …

  15. Aber da der mediale Zug schon abgefahren ist und Wolfang Bosbach wahrscheinlich im Urlaub ist

    Kann ja sein daß ich mir das nur einbilde, aber irgendwie wirkt der Markus neuerdings etwas zynisch ;)

  16. @16 Andreas:
    >> Trotzdem hat noch keiner einen “Reset-Knopf” (herrlich
    >> unpassendes Wort in diesem Zusammenhang, das nur von
    >> völligen Noobs kommen kann) fürs Real Life gefordert.
    >> Warum fordert niemand, in Zeiten der “nationalen
    >> Bedrohung” alle 82 Millionen Bundesbürger vorsorglich
    >> zu verhaften und einzusperren?
    Interessanter Einwurf, ein bisschen weiter gedacht existiert der Resetknopf vielleicht sogar schon.
    Die Einsperrung bei nationaler Bedrohung nennt sich ja „Ausnahme-“ oder „Kriegszustand“ in Verbindung mit „Ausgangssperre“ und afaik gibt es die entsprechenden Regelungen noch immer, nur dass sie recht schwer in Kraft zu setzen sind.
    Ich halte es für wahrscheinlich, dass im Falle des Ausnahmezustands oder V-Falls die BRD durchaus in der Lage bzw. berechtigt wäre den Knoten in FaM (Name entfallen) sowie alle ISPs und TelKos (wegen der Akustikkoppler) auszuknipsen.

    Wobei diese Überlegungen mich gerade dazu führen, dass es technisch doch recht herausfordernd ist. Das was ich oben schrieb ist sicherlich noch problemlos machbar, aber was ist mit Satelliten-Uplinks? Was ist mit digitalen Funkstrecken? Letztere kann man vielleicht stören, aber ich weiß nicht ob der Verfassungsschutz dazu die Kompetenzen hat und andere Organe sind nicht zuständig.
    Was man gegen Satelliten machen will weiß ich gar nicht, aber vielleicht sind die genutzten Satelliten immerhin in der Hand europäischer Unternehmen, dann kann man die vielleicht zwingen sie abzuschalten.

    Also ich finde fast man sollte das mal versuchen, einfach um zu sehen ob sie’s hinbekommen ^^

  17. Na ja, die wollen auf die Datenautobahn ein Stoppschild setzen, na und !

    Zum Glück gibt es gut ausgebaute Nebenstrasen.

    Glauben die Trolle, sie könnten ne Gezeitenflutwelle stoppen, wie niedlich…

    In diesem Zusammenhang.

    Jeder, der Modems und Router auf Funk und Sromnetzen hat, sollte sich fürs Mash-Internet, oder Funkt-Interet interessieren….

    Ein von der Hauptstruktur unabhängiges, p2p internet, föllig unangreifbar…

    Genug schnell um Textnachrichten und Blogs zu betreiben.

  18. […]Jeder, der Modems und Router auf Funk und Sromnetzen hat, sollte sich fürs Mash-Internet, oder Funkt-Interet interessieren….[…]

    Auch wenn es blöde klingt:

    Frage: Was ist „Mash-Internet“?

    bombjack

  19. Ich möchte Herrn Jansen nicht missen, ist er doch immer wieder eine Quelle purer Heiterkeit.

    Ganz offensichtlich hat er die Rolle des Hofnarren übernommen, der uns daran erinnern will, weshalb wir keine DDR 2.0 mehr wollen.

    Viele Grüsse,
    VB.

  20. @Deus Figendi:

    Ich dachte mir halt, die Forderung im Bedrohungsfall 82 Millionen Leute einzusperren ist in etwa das Real Life-Äquivalent zum kompletten Herunterfahren der gesamten Internet-Infrastruktur in Deutschland. Im ersteren Fall sperrt man halt ganz Deutschland EIN, im letzteren Fall sperrt man alle Deutschen aus dem Internet AUS.

    Trotzdem, was der BDK da vorgelegt hat ist eine reinste Horror-Vision. Eigentlich sollte es ja nicht überraschen, daß ein Polizei-Sprachrohr wie der Bund Deutscher Kriminalbeamter die Errichtung eines Polizeistaates (im Netz) fordert… haarsträubend ist es trotzdem. Und es wird Wasser auf die Mühlen unseres neuen Stasi 2.0-Staates werden, verkörpert durch FDJ-Angie ebenso wie durch Thomas De Maiziere, Wolfgang Bosbach und alle möglichen anderen CDU-Klerikalfaschisten.

  21. „Was wir brauchen, ist ein verlässlicher Identitätsnachweis im Netz. Wer das Internet für Käufe, […]nutzen will, sollte sich zuvor bei einer staatlichen Stelle registrieren lassen müssen.“

    Als wenn Internetkäufe anonym wären… Genau genommen ist die Anonymität in einem ganz normalen Laden-Geschäft doch viel größer. Soll ich mich da auch demnächst ausweisen?
    Im Internet zahlt man meist mit einem zurückverfolgbaren, nicht anonymen Zahlungsmittel, im Laden-Geschäft vollkommen anonym in Bar. Im Internet gebe ich zwecks Versand meine Adresse an, kaufe ich in einem Laden bleibe ich völlig anonym.

    Das bei der Kommunikation mit Behörden die Identität irgendwie zweifelsfrei bewiesen werden muss kann ich ja noch nachvollziehen, denn das ist auch nötig, wenn ich da persönlich erscheine,
    aber bei Internetkäufen ist das einfach nur Quatsch.

  22. @43 Tarik:
    Ich muss sagen, dass ich im Prinzip mit einer genauen Identifizierung im Internet fuer bestimmte Sachen (Kaeufe, Behoerdengaenge etc.) einverstanden bin.
    Ich befuerchte bloss als naechsten Schritt eine Ausweitung auf andere, nicht relevante Bereiche und am Ende ein Gesetz, dass vorsieht, dass ein Webseitenbetreiber fuer den kompletten Inhalt seiner Webseite verantwortlich ist, sofern er entsprechende User nicht identifizieren kann.
    Was dann im Endeffekt zu einer kompletten Einfuehrung eines Internetausweises ueber die Hintertuer bedeutet.

  23. @ Tarik:
    „Das bei der Kommunikation mit Behörden die Identität irgendwie zweifelsfrei bewiesen werden muss kann ich ja noch nachvollziehen, denn das ist auch nötig, wenn ich da persönlich erscheine“

    Eigentlich muß man sich offline auch nicht ausweisen, wenn man mit Behörden kommuniziert. Wenn man auf dem Amt anruft oder einen Brief schreibt, verlangt niemand einen Identitätsnachweis. Meine Steuererklärung könnte von sonstwem abgegeben worden sein…

  24. ## Fake-Pressemitteilung des BDK ##
    Nichts weniger als einen Reset-Knopf für die Finanzmärkte stellt man sich beim Bund Deutscher Krimainalbeamter vor, wie man der Neuen Osnabrücker Zeitung entnehmen kann.

    „„Attacken auf die Finanzmärkte des Landes können sich ähnlich verheerend auswirken wie atomare Angriffe.“ Deshalb bedürfe es eines „Reset-Knopfs für die Börse“, mit dem das Kanzleramt Deutschland im Ernstfall sofort vom Markt nehmen könne. „Nur so lässt sich eine laufende Attacke schnell stoppen.“ In den USA würden derartige Kompetenzen für den Präsidenten derzeit im Senat beraten, betonte Jansen.
    Jansen forderte die Bundesregierung auf, endlich „Verkehrsregeln“ für die Finanzmärkte zu schaffen: „Inzwischen steht das Gewaltmonopol des Staates auf dem Spiel.“ Die Finanzmärkte haben sich zum größten Tatort der Welt entwickelt und die Bundesregierung verharre immer noch in der Zuschauerrolle. „Kompetenzgerangel, Unvermögen und Blauäugigkeit führen zu unfassbarem Politik-Versagen.“

  25. @bombjack (40)
    Mash-Internet soll vermutlich hier ein privat betriebenes Netz bedeuten, welches so aufgebaut ist, dass jeder Teilnehmer auch gleichzeitig das Routing übernimmt, und somit zur vergrößerung und stabilisierung des (Alternativ)Netzes beiträgt

    Meistens ist damit eine Freifunk-Technik wie das B.A.T.M.A.N.-Protokoll (kein Scherz) gemeint.

    Meiner Meinung nach kann es sich bei einem Mash-Netz aber auch um eine reine Softwarelösung handeln. Ein Beispiel dafür wäre das Freenet-Projekt, welches ich nutze und für das ich zukünftig noch viel Potenzial sehe, besonders, wenn man noch i2p dazunimmt…

  26. Ich dachte erst, da geht´s um einen persönliche Ausschaltknopf. Aber das ist ja in ´ner Mediengesellschaft mehr als dumm. Was sollte das denn bringen? Ist ja wie wenn man den Leuten Strom abschaltet.

    Aber zur Polizei im I-net generell muss ich sagen:

    Die wissen das oft nicht besser. Die haben, leider wie die grössten Teile der Bevölkerung, Richter, Politiker usw. (weltweit) keine Ahnung vom Internet.

    Die wissen nicht, was da abgeht, was man machen kann u. kennnen net die Gefahren..

  27. Nicht die bedrohten Segmete sollen abgetrennt (sinnvoll) werden, sondern das ganze BRD-Netz? Sinnloseres Zeug war bisher kaum zu vernehmen. Der Begriff „Zensur“ – der sich aufdrängt – wäre beschönigende Unterttreibung: Reell wäre es Verletzung von (noch zu verfassenden) Menschenrechten. Meine Forderung: Kontrolle über das Internet in (vernetze) Bügerhand!!! Mehr gesellschaftliche Intelligenz, als vernetzte Bürger wird es in Zukunft kaum noch geben.

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