Öffentlichkeit

Google in China: Rückzug vom Rückzug

Es war ein schönes kurzes Wintermärchen: Google zog ueber Nacht mit seiner Suchmaschine von China nach Hongkong um, damit man nicht mehr die Netzzensur-Massnahmen der chinesischen Regierung umsetzen musste. Das war ein deutliches Signal. Heute wurde der langsame Rueckzug vom Rueckzug verkündet. Oder Datenverkehr soll nicht mehr über Hongkong geroutet werden und es gibt eine google.cn Landingpage. Von dort soll man dann manuell zu google.com.hk weiterkommen. Begruendung ist, dass man sonst seine Lizenz in China verloren hätte:


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Damit waere Google in China der Stecker gezogen worden. Dort betreibt Google weiterhin Forschungs-, Entwicklungs- und Vertriebsbüros. Deren Betrieb zumindest waere aber nach Aussage eines deutschen Google-Sprechers von der nun neu zu bestaetigenden Lizenz nicht betroffen gewesen: Die fragliche Lizenz bezöge sich nur auf den laufenden Betrieb der Google.cn-Webseite. Der wirtschaftliche Erfolg der chinesischen Vertriebsmannschaft ist allerdings eng an den Erfolg der China-Seite geknuepft.

Nun hat man eine Lizenzverlaengerung beantragt und hofft, dass man irgendwie ohne Selbstzensur wieder mit den Behörden kooperieren kann. Was immer das bedeutet.

5 Kommentare
  1. MMn eine kluge Entscheidung.
    So besänftigt man Zensoren und weist trotzdem Besucher auf die unzensierte Seite hin.

    es war ja klar, dass die bisherige Umleitung nicht dauerhaft so bleiben kann. Da finde ich die gefundene Lösung besser als den Rückzug.

  2. Naja, ein wirklicher Rückzug vom Rückzug wäre es nur, wenn google wieder auf die zensierte Suche auf der .cn-Seite zurückkehren würde. Das machen sie ja nicht, sie schalten nur den automatischen Redirect von .cn nach .com.hk ab und setzen statt dessen einen Link auf der google.cn-Seite.

    „Auf google.cn selbst sind dann keine Suchanfragen möglich.“
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-hebt-automatische-Umleitung-nach-Hongkong-auf-1030497.html

    Das wäre somit keine Rückkehr zur Zensur.

  3. Ich verstehe die Aufregung nicht. Sie zensieren nicht, und wollen die Dienste, die sie zensurfrei anbieten können weiterhin anbieten (Translate, etc.).

    Einzige Alternative wäre alles abzuschalten, denn den Redirect kann China auch ohne Google kappen – Entzug der Lizenz bedeutet auch Entzug der .cn Domain. Von Rückzug kann keine Rede sein, warum also die reisserische Überschrift?

  4. Der Artikel ist ja wohl recht sensationistisch. Habt Ihr Euch google.cn mal angesehen? Das ist eine reine Stellvertreterseite, auf der mal egal wo man klickt, nach Hongkong weitergeleitet wird. Insbesondere kommen auch die Suchergebnisse aus Hongkong.

    Ein Nachgeben gegenueber den Zensoren kann ich hier absolut nicht erkennen. Google will nur vermeiden aufgrund eines vorgeschobenen albernen technischen Details die Lizenz zu verlieren.

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