Kultur

Geschäftsmodell Abmahnung

Johannes Boie hat sich für die Süddeutsche Zeitung mal das „Geschäftsmodell Abmahnung“ angeschaut.

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Die Jagd auf Raubkopierer ist nicht nur Selbstschutz, sondern auch ein einträgliches Geschäftsmodell. Einblicke in die Welt der Abmahnindustrie, in der auch ein bekannter Rapper mitmischt.

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7 Kommentare
  1. Ach ja, die SZ. Auch nicht mehr das, was sie mal war.

    >> Das ist eine eindeutige Ziffernfolge, die einem einzigen Computer zugeordnet ist. <<

    Dummerweise falsch.

    Nachdem man auf der SZ-Seite von 19 – 8 Uhr und das ganze Wochenende überhaupt nicht kommentieren kann, kann man das natürlich auch nicht dort ankreiden.

    Aber was solls, SZ-Artikel kann man nicht auf einer Seite darstellen (PageImpression-Klickstrecken auf vier Seiten), landen also auch nicht in den Bookmarks, werden nicht verlinkt und sind damit sowieso völlig irrelevant.

    Mal schauen, wann die sterben oder ob sie das Internet noch irgendwann durchblicken.

    PS: *argh* Schrottpress hat schon wieder zugeschlagen von wegen "you need javascript" und so Rotz. Bitte Blogsoftware austauschen zu was vernünftigem, danke.

  2. Interessanter Artikel trotzdem, wusste gar nicht dass die 3P Klitsche hinter DigiRights steckt.
    Und Besparis ist Musiker? Warum verkla
    gt er dann jeden Tag Leute, die seine Musik kaufen sollen, meint er vielleicht, das würde dabei helfen? Er sollte lieber mehr Zeit in seine Musik investieren, vielleicht kaufen dann auch mehr Leute sienen Kram …

  3. Der Text an sich ist schon schlimm genug, auf dem Papier gibt’s noch ein hybsches Teaserbild (gefühlt 1500 Pixel breiter Downloaddialog) als Dreingabe mit sinngemäss folgendem Beschreibungstext:
    Musik aus dem Internet runterladen ist illegal. (stark gekürzt, hab die Zeitung nicht hier)

  4. So schlecht fand ich den gar nicht. Denn im Grunde können einem diese ganzen Schiffbrüchigen eines längst untergegangenen Dampfers doch wirklich nur noch leid tun, wie sie sich gegenseitig um die letzten Planken kloppen, an die geklammert sie durch die stürmischen Wellen der See namens Entwicklung treiben, dem Ertrinken näher denn je.

    Ich finde es ja nach wie vor spannend. Geschichte hat mich früher nie interessiert, und nun erlebt man mal so einen krassen Zeitenwandel mit allen Absonderlichkeiten, die schon immer dazu gehört haben (Protektionismus, Aktionismus, Sündenbockdenken usw.) hautnah mit. Und im Endeffekt, wenn man sich das Schicksal von Kino-Musikern, Droschkenkutschern, Portraitmalern oder auch das Bildungsmonopol haltende Pfaffen aus heute sicherer Distanz ansieht, kann man sich ja eigentlich ganz entspannt zurücklehnen. Eigentlich.

  5. Der SZ-Artikel hat so seine Schwächen. Viel interessanter ist, dass Menschen, die lt. CTTV.de nie ein Musikstück illegal angehört oder angeboten haben, auch schon Opfer von Abmahnungen werden. Siehe dieses CTTV-Video ab Minute 0:48.

    Die Musikindustrie bereichert sich mittlerweile an völlig Unbeteiligten.

  6. Von Raubkopierern kopieren!
    Raubkopieren enthällt die Worte Raub und kopieren, zwei Schlüsselworte die man zusammen auch als Unwort einer ganzen Dekade bezeichnen könnte. Dabei hebt das eine Wort das andere in seiner Bedeutung auf und verharmlost es gleichzeitig. Raub, ein klares Wort des Strafgesetzbuches und mit Sanktionen belegt. Kopieren ein alltäglicher Bürovorgang. Raubkopieren hat also ein bisschen was von beidem und ist deswegen auch nicht so richtig strafbar. Dem Problem, warum viele das illegale Saugen nicht als Straftat ansehen, sei hiermit ein Erklärungsversuch geliefert. Die Assoziation des Wortes weckt: Illegales Saugen von Musik. Spiele & Filme werden zwar auch “geraubkopiert” aber hier scheint der wirtschaftliche Schaden nicht so erheblich zu sein. Einen 3D Film schaut man sich dann doch lieber im Kino, als in schlechter Qualität auf dem heimeligen Fernseher an. So war und ist die Musikindustrie in der Tat der erste Wirtschaftszweig der massiv unter dem jederzeit zugänglichen Informationszugang “Internet” gelitten hat. Wer daran Schuld und Anteil hat, soll hier kein Thema sein, ist inzwischen wohl auch egal. Denn jeder der in dieser Branche noch dabei und tätig ist, wird längst auf der Suche nach kreativen, zukunftsorientierten Lösungen sein. Dass das Internet jedenfalls keine Stars hervorbringt ist eine Tatsache am Rande, denn Stars werden in der Regel noch von Labels, Agenturen und den dahinter agierenden Menschen aufgebaut. Wenn die Selbstvermarktung ein erfolgreiches Modell für die Musikvermarktung wäre, gäbe es sicher schon viele Künstler, die auf diese Weise bekannt geworden wären. Viele fallen mir da aber nicht ein.

    Das Thema Raubkopieren ist gesamtgesellschaftlich ein relativ junges Problem. Löst man sich nun von der wirtschaftlichen und technologischen Betrachtung und zieht eine soziologische hinzu, erlaubt man sich also, einen subjektiven Standpunkt zu verlassen und einen objektiven einzunehmen, wird eine andere Betrachtungsweise möglich und bietet neue Lösungsideen. Wenn auf der einen Seite etwas geraubt wird, muss auf der anderen Seite ein Mangel bestehen. Dies ist in einem marktwirtschaftlichen System in der Tat eine neue Situation. Ein Markt der, zwar zugegebenermaßen, anders als noch vor 10 Jahren, besteht: Musik zu konsumieren und gegenüber, die Tatsache das dieser Markt nicht ausreichend bedient wird. Nun ist das Problem sicher zu komplex, um es auf die Tatsache von Angebot und Nachfrage zu reduzieren, trotzdem enthält die These genug provokanten Sprengstoff, um daraus weitere Gedankenkonstrukte abzuleiten, die dann zu Lösungsansätzen führen können.

    Bleiben wir noch einen Augenblick bei dieser Betrachtungsweise. Eine Möglichkeit dem Kollektiv kostenlose Ware anzubieten besteht in der Idee „open source“. Das Kollektiv entwickelt eine Idee und stellt diese Selbigem wieder zur Verfügung. Die Beteiligung des Arbeiters an den Produktionsmitteln, nach Marx´scher Philosophie. Das Einzige was fehlt, aber für einen Markt zwingend notwendig ist, ist die Gewinnerzielungsabsicht. Nun ist das marktorientierte System zwar hier und da faul, wird aber wohl grundsätzlich, selbst von Links aussen, nicht mehr wirklich in Frage gestellt. Gewinne müssen erzielt werden, Löhne müssen bezahlt werden und Menschen brauchen bezahlte Aufgaben. Die Gesellschaft kann nur auf den Säulen: Wirtschaft, Soziales, Recht und Kultur bestehen. Kappt man die Säule Wirtschaft, funktioniert keine Gesellschaft mehr. Im Übrigen würde sich an der Konsequenz, wie sie im Moment besteht, dass Musik umsonst zu bekommen ist, nichts ändern. Man würde nur die Strafverfolgung einstellen müssen.

    Eine weitere Möglichkeit liefert uns die Weiterentwicklung des Internets selber. Social Media ist das Wort für einen Wandel, das den Internetnutzer zu einem Akteur macht, weg vom bloßem Konsum, hin zu mitgestalten. Die Rede ist nicht von persönlichen Statusmeldungen, welche sicherlich berechtigte Gefühle kommunizieren, sondern von Inspiration geben, gezielt konsumieren, Fragen stellen, Beschwerden geben und Dialoge anregen. Direktmarketing und Echtzeitkommunikation sind hier noch ganz am Anfang einer Entwicklung dessen Relevanz für die Verbreitung von Musik noch nicht absehbar ist. Einstweilen besteht die Tatsache: Der Weg des Profits führt durch den Non-Profit. Der Anbieter stellt eine allgemeine Technologie umsonst zur Verüfgung (i Tunes) der spezielle Kundenwunsch (der gewünschte Liedtitel) muss bezahlt werden. Dieses ist die gesellschaftliche, evolutionstechnologische Stufe auf der wir uns zur Zeit befinden. Eine neue Technologie, führt zu Chaos am Markt, bringt neue Geschäftsmodelle hervor, diese werden dann gesetzlich geregelt und alles beruhigt sich wieder.

    Der Raubkopierer soll ja die Quelle der Inspiration sein. Ein Typ Mensch, der von sich aus nicht kriminell oder illegal ist, vielleicht eine Familie hat, einen Job und sich nebenbei auch umsonst Musik beschafft. Alles in allem ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Worauf es hinausläuft, ein Mensch der (noch) Werte hat. Ein Bedürfnis nach Sicherheit, Umweltschutz, Unabhängigkeit, persönlicher Entwicklung usw. Dies Werte sind marktrelevant und müssen bedient werden. Jeder Konsument, egal was er kauft, konsumiert neben dem eigentlichen Nutzwert eines Produktes, immer ein Image, ein Bedürfnis, eine mentale Beruhigung, Sicherheit…. sprich etwas soziales, psychologisches, menschliches. Nur ein Produkt was dieses in Zukunft vermehrt berücksichtigt hat überhaupt eine Chance noch gekauft zu werden. Den der Raubkopierer ist bereit dafür Geld zu bezahlen. Man könnte sagen: „… Der Schauplatz des Kapitals ist das Soziale Selber…“ (Norbert Bolz). Ein Label welches ausschließlich CD Verpackungen aus Altpapier verwendet, Ein download Portal welches sich um Sicherheitsrisiken gegen Viren bemüht usw. Alles Werte die „Sozial“ sind und bezahlt werden.

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