Datenschutz

Das Streetview-Sommerloch

Google-Streetview soll dieses Jahr noch in 20 Städten gestartet werden und eigentlich ist alles schon dazu gesagt. Wir halten uns hier auch eher mit Kommentaren zurück, weil das Thema nur Schwarz-Weiß diskutiert wird. Kurzzusammenfasung der beiden Lager, leicht überspitzt: Die einen finden das alles unkritisch super und die anderen dämonisieren den Dienst. (Wen meine Meinung dazu interessiert, kann hier ein Interview bei Stern.de lesen.)

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Richtig skurill und absurd wird die öffentliche Debatte aber, wenn die dpa einen Artikel mit Statements von Jürgen Drews (Das ist der abgehalftete Schlagersänger mit exhibitionistischen Tendenzen aus dem Kornfeld) und Gaby Dohm (In der Prä-Internetzeit war die mal eine Krankenschwester in der Schwarzwaldklinik im ZDF) tickert.

Oder wenn aufgebrachte Rentner sich von Zeitungen vor ihrem Haus ablichten lassen und das Foto dann im Netz erscheint. Unverpixelt und nur in 2D

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59 Kommentare
  1. Ich überlege schon seit den ersten Debatten, als die Autos auch gefahren sind, ob ich dazu was schreiben soll. Aber irgendwie… die meisten der Argumente gegen StreetView sind so dermaßen an den Haaren herbeigzeogen, dass es eigentlich zwecklos ist da was zu schreiben zu wollen.

    Und dieses Bild mit den rentern bestätigt mich nur. Gegen was sind die nochmal? Bilder von sich/ihren Häusern im Internet? Ah ja…

  2. Nun lassen’s mal den Drews in Frieden, Herr Beckedahl. Das macht im Job halt seine Faxen, ansonsten ist das abwe ein ziemlich korrekter Typ.

    Frau Dohm spielt meines Wissens übrigens noch immer recht erfolgreich in Programmen, die eher unsere Eltern schauen. Mit weit über halt nicht mehr so häufig, aber das ist ja nicht weiter verwunderlich.

    Für die dpa können beide nix.

  3. @Fieseradmin: Ich schrieb es schon bei Fiene: Sich exemplarisch an den – aus unserer Sicht – vielleicht nicht nachvollziehbaren Sorgen dieser Rentner hochziehen, bzw. die Debatte auf absurde Einzelaspekte zu reduzieren, dient sicher nicht der Versachlichung.

    Das ist ungefähr auf dem Niveau, wie die Rundfunkgebühren in Frage zu stellen, weil die GEZ letztens einem toten Hund eine Zahlungsaufforderung geschickt hat.

    Beides sagt viel über die Diskussionskultur der Beteiligten, hilft uns bei der Suche nach einem für alle Seiten akzeptablen Kompromiss aber nicht weiter.

    Übrigens macht es immer noch einen Unterschied, ob man mit einem Foto in der Tageszeitung erscheint (Das „versendet“ sich. Selbst, wenn es auch bei RP-Online veröffentlicht wird) oder ob man Teil einer webweiten und allumfassenden Megapixeldatenbank wird.

  4. Mir persönlich ist es eigentlich Egal, wenn Google die Straßen fotografiert. Interessant finde ich, wie viele scheinbar mit zweierlei Maß messen. Wenn sich eine staatliche Behörde erlauben würde, mit so einem Kamerawagen durch die Straßen zu fahren, würde ein einstimmiger Aufschrei durch sämtliche Kanäle gehen.

  5. Ich finde die Diskussion geil. Kaum ein „Netzaktivist“ äußert sich wirklich ablehnend gegenüber Google Mail, die Betrachtungen sind differenzierter. Und das, wo grade Netzaktivisten eigentlich dafür bekannt sind, dass sie erstens zum Datenschutz tendieren und zweitens die Flagge bei den Bürgerrechten hochhalten.
    Irgendwann kommt dann ein Funken Kritik auf. Die Damen und Herren Politiker – noch von der Anti-KiPo-Sperren-Welle, die sich aus dem Netz im letzen Jahr auf sie ergoss, total erschlagen – halten kurz ihre Nase hoch, schnüffeln, glauben eine Stimmung zu riechen und stürzen sich drauf. Die Netzaktivisten bleiben immer noch gelassen. Die Diskussion unter den Politikern schaukelt sich hoch.

    Und am Ende verlangen ausgerechnet CDU-Abgeordnete eine Neufassung des Datenschutzgesetzes. Politiker aus der Partei, die so Sachen wie die Vorratsdatenspeicherung oder das Netzsperrengesetz verbrochen haben, eine Partei also, die offensichtlich überhaupt keine Ahnung von Datenschutz oder Bürgerrechten hat. Wenn man nicht befürchten müsste, dass bestimmte Politiker in Google View tatsächlich ein ganz gravierendes Datenschutzproblem sehen, könnte man fast darüber lachen. So steht man vor der Wahl. Alternativ darf man auch darüber weinen, dass diese Leute ihre Energie nicht bei wesentlich schlimmeren Vorhaben gegen Grundrechte und den Datenschutz einsetzen.

    Oh, ich vergaß: Da ging es um Terrorabwehr und Kinderschutz. Das ist natürlich etwas vollkommen anderes, da macht man sich mit Engagement nur verdächtig…

  6. @Jörg-Olaf Schäfers: Eben genau den Aspekt bzw. das Argument „Teil einer webweiten und allumfassenden Megapixeldatenbank“ sein finde ich halt komisch. Es geht ja eben nicht um Personen sondern um Gebäude, Strassen etc. Dinge die man, ohne nachzuforschen, niemandem zuweisen kann.

    IMO geht der Datenschutz hier einfach zu weit. Genaugenommen fällt das, meiner Meinunng nach, gar nicht unter Datenschutz solange da nicht mein name drann steht. In vieleicht einem Monat müsste bei dem Foto meiner jetzigen Wohnung dann auch eh ein „hat da mal gewohnt“ drann stehen.

    Wäre man schon viel früher so penibel beim Datenschutz gewesen hätten wir heute nicht mal Landkarten.

    Aber mal ganz ohne Polemik und völlig ernst: Was genau ist das Problem, das einige mit StreetView haben? Ich verstehe es wirklich nicht. Mir ist noch kein plausibles Argument dagegen begegnet. Ja, ich gestehe, großartig gesucht habe ich auch nicht.

    Dass man nicht mit seinem gesicht dort zu erkennen sein möchte… ja gut, meinetwegen. Aber die Aufrgeung um Immobilien kann ich nicht nachvollziehen.

    David: Also wenn das Material anschliessend der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird wäre mir das auch von einer Behörde recht. Mit dem Unterschied, dass ich wesentlich mehr Vertrauen in die Techniker bei Google habe als in die unserer Behörden. ;)

  7. Ebenso „blauäugig“ ist die Annahme, Arbeitgeber könnten erst mit Street View feststellen, wie das soziale Umfeld eines potentiellen Mitarbeiters aussieht.

    Ein Grund, warum viele keine Arbeit bekommen!!!!

    Da freuen sich die nicht nur die XXXbrecher.

    Also – jedem Bürger seine eigene Drohne made in U S A ! Die dazugehörige Fussfessel gleich mitgeliefert. Ach ja – die Scanner am Flughafen HH nicht vergessen.

    Ich lieber Schland – gerade wegen der Dummheit und der Leichtgläubigkeit. Weiter so ihr Nichtsnutzer.

  8. @Fieser Admin: Ein Problem ist beispielsweise, dass viele Bedenken nicht unmittelbar zwingend sind. Die kann man dann gut ins Lächerliche ziehen, das ist für eine Debatte wenig hilfreich. Es sei denn, man will die Gegenseite niederbrüllen (Und das ist in etwa das Niveau, auf dem die Debatte derzeit geführt wird.).

    Das Argument des Auskunftschaftens durch potentielle Einbrecher z.B. finde ich nicht so vollkommen lächerlich, wie es gerne gemacht wird.

    Davon ab: Wenn das Google-Mobil sich hier nebenan durch’s Villenviertel fotografiert, wem nützt das? Der Voyeurismus einzelner, gut. Vielleicht klickt auch mal ein potentieller Käufer/Erbe vorbei. Ist es das wert?

    Sorry, aber ich kann nachvollziehen, wenn die Bewohner ihre Eigentum zunächst einmal als Privatsache betrachten, die nicht hochauflösend ins Internet muss. Und nein, mir fällt da gerade auch kein Kompromiss ein. Wo ich mir allerdings sicher bin: Bei der gerne angeführten Panoramafreiheit (Hohes Gut, fraglos!) besteht im digitalen Zeitalter Bedarf zur Nachbesserung.

    Apropops: Auch die im Zusammenhang mit der Panoramafreiheit diskutierte Kamerahöhe, die im ZAR-Gutachten thematisiert wird, ist alles andere als trivial.

    In einer Großstadt mag das niemanden stören. Hier, in der lauschigen Siedlung am Rande der Stadt, wird die erhöhte Kamera des Googlemobils regelmäßig in den unmittelbar privaten Lebensbereich von Menschen vordringen.

    Einmal, weil sie über Hecken fotografieren kann, über die im Normalfall niemand schaut. Welche Blickwinkel dabei erfasst werden, kann man sich gut an der Street-View-Darstellung von z.B. New York anschauen.

    Zum anderen, weil sie auch direkt _in_ Wohnungen (im Erdgeschoss) fotografiert, in die man sonst auch keinen Einblick hätte (Auch da gibt es aus den USA pikante Einblicke).

    Mir kann das egal sein, ich wohne im zweiten Stock. Bei der Wohnung unter mir passen Abstand und Kamera der Google-Kamera recht genau, um direkt auf’s Bett zu fotografieren. Und nein, das ist ein Einblick, den man ohne Hilfsmittel sonst nicht hat.

    Mag sein, dass das Google-Auto nur alle paar Jahre vorbeikommt, aber auch darauf möchte ich in meinem privaten Bereich keine Rücksicht nehmen müssen.

    Last, but not least ist Street View natürlich nur ein Vorgeschmack auf die Dinge, die da kommen.

    Spätestens, wenn wir bei dem Augmented-Reality-Maps sind, die Blaise Aguera y Arcas bei TED präsentiert hat, können wir gerne nochmal disktutieren, ob das mit Street View damals so eine gute Idee war:
    http://www.ted.com/talks/blaise_aguera.html

    Vielleicht sollten wir daher nochmal in Ruhe nachdenken, was wir wollen.

  9. @Joe: Das ist qualitativ aber Lichtjahre von dem entfernt, was Google bereits jetzt bei Street View anbietet.

    Davon ab, es geht in der Debatte nicht gegen Google (Mag sein, dass auch ein paar Mitbewerber hinter die Debatte anheizen, aber das ist nicht das eigentliche Problem).

    Google ist der Aufhänger, weil die Dimension schlicht eine ganz andere ist, als bei den seit Jahren existierenden Bildern in Immobiliendatenbanken (Die dürften auch halbwegs komplett sein, hin und wieder werden Niedrigverdiener für Updates gesucht).

  10. Wer hält eigentlich die Patentrechte an der Verpixelungssoftware, die jetzt jeder Konkurrent von Google braucht? Wahrscheinlich doch Google. Na, die werden demnächst Geschäfte machen. Denn Creative-Common-Open-Source ist die bestimmt nicht.

    Wer kann sich eigentlich die Porto-Gebühren für die Validierung der Einsprüche leisten? Doch wohl nur Google. Die kleine Konkurrenz (z.B. auf Basis von Open Street View) würde schon bei den Portokosten in die Insolvenz gehen.

    Vermutung: Hinter der Kampagne steckt die Springerpresse. Sie kann auf der einen Seite dem verhassten Google eins auswischen, auf der anderen Seite sich die kleine Konkurrenz auf dem Werbemarkt vom Leibe halten. Denn nur die kapitalkräftigsten Unternehmen können sich nach der zu erwartenden Gesetzesorgie im Herbst noch am Markt halten.

    PS: Was das Interview von markus betrifft. Bin mit fast allem einverstanden, nur mit einem nicht.

    Ich halte es nicht für gut, wenn Bürger verlangen können, dass ein Bild, dass alle Kriterien der Panoram-Freiheit erfüllt, wieder aus dem Netz genommen wird, wenn die eigene Wohnung betroffen ist. Gerade weil die Gesetzeslage eigentlich klar ist.

    Es hat hier schon vom Gesetzgeber eine gute Abwägung der Interessen von Hausbesitzern und Journalisten, Fotografen, etc. stattgefunden, die ausgewogen ist. Daran sollte man nicht drehen. Deshalb ist die Einspruchsmöglichkeit bei Google auch juristischer Murks. Das sollte man auch so sagen.

    Und noch was. Gerade wenn schwarz-weiß gemalt wird, sind differenzierte Meinungen gefragt.

  11. Ich nehme uebrigens mal an, die meisten, die gegen Streetview protestieren, kennen allenfalls die paar Peinlichkeitsbilder, die man in den Fotostrecken der Zeitungen sieht – und welche man beim fluechtigen Durchschauen der Strasse via Streetview selber gar nicht bemerken wuerde.

  12. Eigentlich müsste es eine viel engagiertere Diskussion um das Telefonbuch im Internet geben. Das alte papierne wurde auch irgendwann ohne Rückfrage ins Internet gestellt, da gab es auch kein Opt-In. War das nicht eigentlich der größere Skandal? Viele, die sich jetzt über Street-View beschweren, stehen da sicher noch mit Adresse drin. Dabei ist Streetview ohne Adressdaten aus dem Telefonbuch vergleichsweise harmlos. Was man von den Adressdaten im Internet (egal ob um Streetview ergänzt oder nicht) sicher nicht sagen kann.
    Fürs Telefonbuch gibt es auch ein Opt-Out, dass man in Anspruch nehmen sollte. Entweder nur noch die Telefonnummer ohne Adressdaten oder ganz raus aus dem elektronischen Telefonbuch.

  13. Man schaue sich nur diesen merkwürdigen Artikel hier an, indem die marktliberale FAZ regelrecht nach dem Staat fleht, er möge bitte einschreiten:

    http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E4BD2AF68792A4433B340CE8AE366D56C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    und dann noch die drei aufgelisteten Artikel zum Thema direkt darunter.

    Dann weiß man, dass es sich nicht um ein Sommerloch-Thema handelt, sondern um eine Kampagne der Springer-Presse, was noch dadurch bestätigt wird, dass morgens seit einer Woche der erste Artikel bei SpOn immer in dieselbe Kerbe haut.

      1. @markus Ist ja nicht ein Artikel, das geht so seit Tagen oder Wochen. Was Springer da betreibt, könnte man schon als gezielte Hetze bezeichnen. Was ich übrigens beeindruckend von Google finde ist, dass Sie solche Artikel trotzdem auf GoogleReader zeigen (blocken wäre ein leichtes). Das sagt einiges über deren Einstellung zu freier Meinungsäußerung aus. Die haben es nicht nötig die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu manipulieren. Die Stimmungsmache, die z. T. gegen Google in deutschen Verlagen gemacht wird, ist schon abstrus (ich arbeite selber in einem, weiß also wovon ich spreche). Google Chrome zu benutzen ist hier untersagt und es wurde sogar versucht Webdesignern das Einbauen von GoogleMaps in Kunden-Websites zu untersagen. Paranoia, Neid, Missgust. Die eigene Innovationslosigkeit schlägt in Hass auf Erfolgreichere um – sei es Google, Apple oder sonst wer – erst Recht in der Krise.

        1. @Stefan: Was Springer da macht, ist unerheblich, wenn man sich als Argumentation auf SpOn und FAZ bezieht. Die haben beide mit Springer nur soviel zu tun, als dass sie in derselben Branche tätig sind.

  14. Bin gestern durch einen Link im Bildblog auf folgenden Artikel aufmerksam geworden, der das Ganze aus meiner Sicht ziemlich treffend zusammenfasst.

    http://www.dennis-knake.de/2010/08/11/google-streetview-die-stunde-der-hypokriten/

    Kurzum: Viele Politiker sehen die „Debatte“ um Street Views als billige Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit als Datenschützer zu profilieren, unabhängig von ihren sonstigen Ansichten.

    Ich selbst halte die Ängste der Street View Kritiker für überzogen. Im Internet finde ich Daten von mir, die wesentlich privaterer Natur sind, als ein Foto von meiner Häuserfront. Wo da die grenze zur Privatsphäre überschritten werden soll, leuchtet mir nicht ein.

  15. @markus

    Ach ja, wieder der Vorwurf der Verschwörungstheorie. Aber leider muss man in einer Welt von SpinDoktoren und als Krisen-PRler gekaufter Journalisten mit ihren eifrig erwähnten „guten Vernetzungen“ immer davon ausgehen, dass solche Artikel nicht immer die wirkliche Meinung des betreffenden Autors widerspiegeln, denn sonst müsste man die Autoren ja für dumm halten ;-)

    Diese Vermutung ist jedenfalls valider, als wenn jemand glaubt, bei ihm würde eingebrochen, weil seine Hausfassade ohne seinen Namen im Internet gezeigt wird.

    Noch eine Vermutung in’s Blaue hinein:

    Der Schaar hat auch schon seit zwei Tagen kein Interview mehr gegeben. Das ist gut so. Ich hoffe, er hat seinen Denkfehler eingesehen.

    (ein bisschen Polemik muss erlaubt sein :-) )

  16. Kurz auf den Punkt gebracht: Die Aussenseite eines Hauses/Wohnung/Grundstücks ist nicht privat. Alle schreien in heller Panik auf, doch keinen stört es wenn z. B. Satellitenaufnahmen oder wie bei Bing Luftaufnahmen aus 200 Meter Höhe die Terrasse mit der unverpixelten Mama beim Wäscheaufhängen zeigen. Ist ja auch nicht Google. Und Google ist ja Böse.

    Das Diebesargument ist auch sehr schwach. Diebe schauen nicht im Internet auf 4 Jahre alte Bilder. Die observieren vorher lange Zeit (vor Ort) oder kommen von der Autobahn, fahren ins Viertel rein und machen Hit-and-Run. Und dass die Reichen in Harvestehude, Blankenese oder sonst wo gute Ziele für Diebe sind, dafür brauchen die kein GoogleStreetView oder einen Schulabschluss.

  17. Das HHer Abendblatt (Springer) keilt seit Tagen auf Google ein. Im besten Kampagnenstil wurden heute eine große Zahl Hamburger mit Namensnennung und Fotos gedruckt, die „Nein zu Streetview“ sagen (http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1597991/Diese-Hamburger-sagen-Nein-zu-Google-Street-View.html).

    Wer jemals in einer Redaktion gearbeitet hat, weiß, wie so ein Artikel entsteht: Man schreibt einen Artikel mit einer These, schickt einen Fotografen in die Fußgängerzone und fragt Passanten, ob sie der These zustimmen, zusätzlich telefoniert man ein paar Promis ab. Zack, schon hat man ausreichend Unterstützer der eigenen These beisammen und kann „breite Unterstützung“ im Artikel behaupten.

    Schizophren daran: Das Abendblatt hat eine eigene SEO-Abteilung, deren einziger Zweck es ist, die eigenen Artikel möglichst hoch in Google zu ranken. Deshalb ist die Paywall des Abendblatts auch bewusst so konfiguriert, dass kostenpflichtige Artikel für Google weiterhin im Volltext sichtbar sind. (http://carta.info/20341/abendblatt-de-die-paid-content-schranke-funktioniert-gar-nicht/)

    Mit der Berichterstattung gegen Google unter Nennung persönlicher Daten bewirkt die Abendblatt-Redaktion also ganz bewusst, dass die Daten der Betroffenen künftig von Google gefunden werden.

    Aber ich verstehe Springer schon lange nicht mehr. Siehe Leistungsschutzrecht.

  18. @Markus: Zu deinem letzten Kommentar:

    Und Google wird wahrscheinlich anfangen, ihre Services immer stärker zu kommerzialisieren und vielleicht muss man dann auch irgendwann dafür Geld zahlen, sein eigenes Haus im Internet zu sehen.

    Ich glaube nicht, dass sowas in der Form kommen wird. Denn es wäre die wirksamste OptOut-Methode überhaubt ;)

  19. Bei den Rentnern, die kein Problem mit einem Zeitungsfoto haben, sich aber vehement gegen StreetView wehren, kommt mir ein ganz anderer Verdacht. StreetView bietet ein interaktives Panorama, man kann Kamerafahrten machen. Die virtuelle Realität zwingt dem Betrachter eine erlebte Gegenwart auf, man ist *jetzt* dort und schaut sich um. Natürlich *weiss* jeder, dass Google nicht Millionen von Überwachungskameras installiert hat, aber der visuelle Eindruck ist vielleicht stärker als jede Vernunft.

  20. Ich halte die Diskussion nicht für schwarz-weiss, Markus.

    Die Grundlegende Frage ist doch: Soll es einen Digitalen Öffentlichen Raum geben? Und soll der sich in Teilen auch an der physischen Realität (Strassen etc.) orientieren. Was bringt uns eine digitale Ebene der physischen Realität?

    Dem Informierten fallen dann Sachen wie fixmystreet oder Märker Brandenburg ein. Andere finden es schön hier und da digital „spazierengehen“ zu können. Böse Social Media Berater denken sofort an Möglichkeiten, touristische, immobilienbezogene oder sonstwie geartete Dienstleistungen einzubinden, bei denen man nie weiss, ob die Marketing-Verarsche aus der alten Zeit durchgezogen wird oder tatsächlich ein neuer „Dialog“ entsteht.

    Und irgendwie geht es in den internet-affinien Kreisen darum, wie man verdammt nochmal diesen Digitalen Raum auch ohne wirtschaftliche Interessen füllen kann.

    Bei wikipedia hat’s doch voll lange super funktioniert. Selbst Openstreetmap kommt langsam in die Puschen, schliesst neue Kooperationen etc. Aber halt, mal ehrlich, wer geht nicht lieber auf das user-freundlichere, funktionsreichere Google Map? Wer von euch war überhaupt in den letzten Monaten auf openstreetmap?

    Fähigkeit, Motivation und Förderung bei der sinnhaften Einbringung des individuell möglichen kognitiven Mehrwertes (i luv Shirky for that wording) ist eine wichtige „Front“, an der noch einiges zu tun ist. Die soziokulturelle Vermittlung der Fähigkeiten eines aufgeklärten, pro-aktiven und kritischen Users und die Sicherstellung der zivilgesellschaftlichen Oberhand bei Projekten wie dem Digitalen Öffentlichen Raum ist EINES der Themen, um die es bei Streetview geht.

    Die andere ist dieser öde, zermürbende, undankbare Streit mit den Leuten, die noch nicht im Informationszeitalter angekommen sind.
    Die deswegen Mord & Zeder schreien wenn es um die Verknüpfung von bereits vorhandenen öffentlichen Daten geht.
    Die deswegen ihre Gartenzwerge angstvoll festhalten, weil sie sich vor dem bösen Fremden fürchten (wollen), was jetzt auf einem Pakistanischen Terroristen-Computer in ihre gottverdammte Stichstrasse in Hintertupfingen gucken und sich überlegen, wo sie – Zitat Bund Deutscher Kriminalbeamter – Verstecke für ihre Sprengbomben finden können.

    Ungenau zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Entwicklungsschritten, Markus, bewegt man sich, wenn man ernsthaft engagiert durch Aufklärung und ggf. Provokation das Thema Digitaler Öffentlicher Raum/Streetview bearbeitet. Aber ich bin mir sicher, dass du das auch weisst.

  21. @markus
    „Die haben beide mit Springer nur soviel zu tun, als dass sie in derselben Branche tätig sind.“

    Stimmt mein Fehler, aber sie machen alle gemeinsam Front gegen Google:

    http://www.buchmarkt.de/content/38390-deutsche-zeitungsverlage-machen-front-gegen-google.htm?hilite=BI

    Wobei ich grundsätzlich Google nicht verteidigen möchte. Netzneutralität und Datenkrakentum sind sicherlich das größere Problem bei Google. Nur hat das nichts mit Street View zu tun.

    Bei Street View sollten man aufpassen, dass die Politiker hier keinen populistischen Unfug anrichten, dafür aber das Thema Netzneutralität still und heimlich zugungsten des Magenta-Riesen und anderer großer Unternehmen durchwinken.

    Aber bei dem Thema passt ihr ja dankenswerterweise genau auf :-)

  22. Solange sich Google-View an die Vorgaben hält und jeder widersprechen kann, der sein Haus oder seine Person nicht online sehen möchte, ist gegen den Dienst nichts einzuwenden.

    Die vierwöchige Widerspruchsfrist bezieht sich auf das DAVOR. Bezüglich des DANACHS kann man natürlich auch weiterhin jederzeit widersprechen.

    Bedauerlich ist es, daß sich Firma Google erst nach vieler Mühen und Anstrengungen mit unzähligen Leuten dazu bereit erklärt hat, die Datenschutzbestimmungen Deutschlands überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

    Und das finde ich einfach nur unverschämt.

    1. Bedauerlich ist es, daß sich Firma Google erst nach vieler Mühen und Anstrengungen mit unzähligen Leuten dazu bereit erklärt hat, die Datenschutzbestimmungen Deutschlands überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

      Quark. Fassadenfotos werden schon sehr lange von kommerziellen Adress-Sammlern in Deutschland gemacht und genutzt, um Scoring z.B. für Versandhandelskunden zu machen. „Hässliches Haus in nicht so toller Gegend -> leider kein Versand auf Rechnung möglich.“

      Im Gegensatz zu Google haben diese Unternehmen auf Rückfragen stets gemauert und ihre Geschäftspraktiken stets soweit möglich geheim gehalten. Datenschutzkritik perlte an denen ab.

      Google ist im Gegensatz zu diesen öffentlichkeitsscheuen Datensammlern mit bemerkenswerter Offenheit und Transparenz vorgegangen.

  23. Zusatz, ich kopiere:

    …“Oder wenn aufgebrachte Rentner sich von Zeitungen vor ihrem Haus ablichten lassen und das Foto dann im Netz erscheint. Unverpixelt und nur in 2D“

    Genau da liegt eben der Unterschied. Sie LASSEN sich ablichten, sie WERDEN nicht UNGEFRAGT abgelichtet.

    Soweit angekommen?

    Und bei allem Spott bin ich doch froh, in einem Land zu leben, welches die informationelle Selbstbestimmung noch halbwegs ernst nimmt. Ein Grundrecht, unabänderlich übrigens.

    Damit hat sich auch ein Großunternehmen abzufinden.

  24. Diese Rentner wussten aber vermutlich nicht, dass RP-Online den Beitrag inkl. Foto im Internet (und wer weiß wo sonst noch) veröffentlicht.

    Die Rentner wissen ebenfalls nicht, dass RP-Online ebenso wie das o.g. HHer Abendblatt mit einer eigenen SEO-Abteilung gezielt dafür sorgt, dass die von ihnen publizierten Artikel von Google und anderen Suchmaschinen möglichst vorteilhaft indiziert und gerankt werden.

    Vermutlich wissen die Rentner auch nicht, was die Rheinische Post Verlagsgesellschaft und der Fotograf von nun alles mit ihrem Foto anstellen darf. Nun ist dieses spezielle Foto langweilig und kommerziell uninteressant, aber bei einem peinlicheren Schnappschuss belasten die Strafen bei Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte eher die Portokasse der Zeitungen.

  25. @S.

    Vermutlich? DEINE Vermutungen.

    Wer von ö.r. Sendern gefilmt wird, der unterschreibt eine Vollmacht. Und dort steht drin, wo was veröffentlicht wird.

    Das unterscheidet die Sender von den Schmutzfinken der Privaten und deresgleichen.

    1. Cordula, ja, meine Vermutungen. Allerdings kenne ich Zeitungsredaktionen von innen und weiß, wie dort gearbeitet wird.

      Wer von ö.r. Sendern gefilmt wird, der unterschreibt eine Vollmacht. Und dort steht drin, wo was veröffentlicht wird.

      Ich wurde von ö.r. Sendern gefilmt, da wurde mir keine Vollmacht vorgelegt. Aber gut, dass Du so genau weißt, wie in der Medien- und Verlagsbranche gearbeitet wird, meine eigenen Erfahrungen basieren selbstverständlich nur auf Hörensagen und Vorurteilen.

      Du kannst die Rentner ja mal fragen, ob sie wissen, was SEO ist und was das im Zusammenhang mit der Nennung ihres Namens auf dem Internet-Angebot des seo-betreuten Portals rp-online.de bedeutet.

      Sie zu fragen ist relativ einfach, denn die Kontaktdaten der Betroffenen findet man ja nun dank rp-online.de und telefonbuch.de problemlos. Braucht man nicht einmal Google für.

  26. @S.

    Es ist ein Unterschied, ob Makler/Kommerzielle und dergleichen Fotos von FASSADEN ins Netz stellen auf ihren eigenen HP.

    Ein Häuslebauer darf sich gerne auf den privaten Pages eines Maklers aufhalten, um dort die Wohnlage zu erforschen, wenn die Persönlichkeitsrechte Dritter nicht verletzt werden.

    Ganz anders ist es, wenn ein Unternehmen, welches sich mittlerweile auf fast jedem PC prostituiert (leider auch aufgrund des FF, der Google schon beinhaltet), den Dienst für jeden Hampel zur Verfügung stellt.

    Dieser „Dienst“ ist eben nicht mehr auf eine bestimme Gruppe begrenzt, sondern es soll jeden erreichen. Damit ist der in Deutschland geltende Rahmen „des persönlichen Interesses aufgrund von direkten und bezüglichen Maßnahmen z.B. Hauskauf, Sichtung des Baugrundstückes etc.“ gesprengt worden!

    Google ist kein Makler etc., sondern ein Milliardenbonze, der Straßen abfilmt. Andere Baustelle, andere Rechtslage.

    1. Ich habe von Adressdaten-Sammlern und Scoring-Firmen gesprochen. Wie kommst Du jetzt auf Maklern / Hausbauer?

      Und warum ist es ein Problem, wenn jetzt (Deine Worte) „jeder Hampel“ Daten einsehen kann?

  27. @S. zu Kopie „Ich wurde von ö.r. Sendern gefilmt, da wurde mir keine Vollmacht vorgelegt.“

    Dann solltest Du Deine Rechte wahrnehmen und eine Unterlassungsklage erwirken. Kann ja wohl kein Problem sein.

    Und daher hast auch Du Dich zu freuen, in Deutschland leben zu dürfen, wo das möglich ist. Genau darum geht es nämlich: Sich wehren zu können aufgrund gesetzlicher Grundlagen.

  28. Dann solltest Du Deine Rechte wahrnehmen und eine Unterlassungsklage erwirken.

    Warum sollte ich? Ich verstehe Dein Argument nicht.

    Du hattest zuvor doch behauptet, es gäbe ein Opt-In bzgl. Kameraarbeiten durch seriöse Journalisten. Doch das ist nicht der Fall. Und auch freiwillig fragen Journalisten und Fotografen selten nach, ob und wie man in einem Bericht erscheinen will.

    Genau darum geht es nämlich: Sich wehren zu können aufgrund gesetzlicher Grundlagen.

    Oh, frage doch mal die Betroffenen von unvorteilhafter Berichterstattung verschiedener Zeitungen von Bild bis Spiegel, wie hilfreich es ist, darüber seine Reputation zu retten. Egal ob man Kachelmann oder Normalbürger heißt.

  29. @S.

    Adressensammler stellen keine Filme der Örtlichkeiten online. Auch keine Adressen als solche. Sie möchten eben gar nicht publik werden, sondern ihre Geschäfte unter dem Tisch machen.

    Für alle Firmen gelten die Grundgesetze/Gesetze in Deutschland, genauso wie für Google.

    Solltest Du also durch Gesetzesbrecher behelligt worden sein, erwirkst Du einfach eine Unterlassungsklage. Strafanzeige und Zivilklage (bei eventuellen finanziellen Einbußen) inclusive.

    Ich weiß daher gar nicht, wo Dein Problem ist.

    Alle Firmen haben sich an die Gesetze zu halten. Ist das so schwer zu verstehen???

    1. Adressensammler stellen keine Filme der Örtlichkeiten online. Auch keine Adressen als solche. Sie möchten eben gar nicht publik werden, sondern ihre Geschäfte unter dem Tisch machen.

      Warum ist das besser als Streetview? Verstehe ich nicht.

      Die betroffenen Bürger haben bei Adressdaten-Sammlern / Scoring keine funktionierende Möglichkeit zum Widerspruch, die Verwendung der Daten wird verschwiegen, nicht selten erhält der Betroffene nur unvollständige Auskunft über die beim Unternehmen gespeicherten Daten. Ob diese Unternehmen sich an die Gesetze halten, ist dort viel unklarer als bei Google.

      Mir ist deshalb unklar, warum Du Dich so über Google aufregst, aber gleichzeitig geheime Datenverarbeitung durch Scoring-Unternehmen ganz supi findest.

  30. @S.

    Und desweiteren wirfst Du alles durcheinander:

    Journalisten
    Google
    Adressensammler
    Scoring-Firmen
    Privatleute
    Sender
    Zeitungen
    Private HP

    Ggf. machst Du Dich erstmal schlau, wo der Hammer hängt. Ansonsten hat es nämlich keinen Zweck, mit Dir zu „diskutieren“.

    Das ist so, als redet man mit einer Mauer.

  31. @S.

    Anscheinend hast Du keine Lust, irgendetwas zu begreifen.

    Ggf. liest Du Dir einfach mal meine Antworten richtig durch. Du kannst Google-View nicht mit Deinen Kachelmann-Erzählungen gleichsetzen.

    Du bist anscheinend nicht in der Lage, bei der Sache zu bleiben. Lieber BR anbringen, der angeblich ungefragt Fotos von Dir gemacht hat. Meine Güte.

    Bilde Dich erstmal bezüglich der verschiedenen Rechtslagen, dann weißt Du auch, was Sache ist. Danke.

    Wir sind und bleiben beim Thema Google-Streetview.

    1. Anscheinend hast Du keine Lust, irgendetwas zu begreifen.

      Doch, ich würde sehr gerne begreifen, was eigentlich Dein Problem ist.

      Ggf. liest Du Dir einfach mal meine Antworten richtig durch.

      Habe ich getan. Hast Du denn meine ebenso aufmerksam gelesen?

      Du kannst Google-View nicht mit Deinen Kachelmann-Erzählungen gleichsetzen.

      Wir sprachen über Journalismus, über die Freiwilligkeit, in Berichterstattung zu erscheinen oder nicht. Und die Folgen für die Objekte der Berichterstattung. Dieses Thema hatte Markus ursprünglich aufgebracht und Du hast es aufgegriffen.

      Meine „Kachelmann-Erzählung“ (es war nur die Erwähnung des Namens, keine Erzählung) bezog sich auf etwas anders. Du sagtest zuvor, dass man sich gegen unvorteilhafte Berichterstattung und unvorteilhafte Verwendung von eigenen Fotos wehren könne. Ja, kann man, ist aber ineffektiv, wenn man Opfer einer Kampagne wird. Deshalb fand ich Dein Argument dazu auch eher dünn.

      Du bist anscheinend nicht in der Lage, bei der Sache zu bleiben.

      Ich ging auf das ein, was Du geschrieben hast.

      Lieber BR anbringen, der angeblich ungefragt Fotos von Dir gemacht hat.

      Das hast Du falsch verstanden. Die Bildreporter haben das jeweils nicht ungefragt gemacht und ich hatte auch nichts dagegen.

      Sie haben mir aber auch nie eine dieser von Dir beschriebenen Vollmachten vorgelegt, mit der ich sie oder ihre Auftraggeber bei der weiteren Verwendung des Bildmaterials effektiv einschränken könnte.

      Ich bin kein Promi, aber Frau Käßmann wird bei ihrer freiwilligen Teilnahme an der Rubrik „ich habe einen Traum“ im Zeit Magazin nicht daran gedacht haben, dass dieses Foto später das Titelbild von vielen Zeitungen anlässlich ihres Rücktritts wird.

      Bilde Dich erstmal bezüglich der verschiedenen Rechtslagen, dann weißt Du auch, was Sache ist. Danke.

      Du bist also überzeugt, dass Du Dich besser zur Rechtslage auskennst?

      Wir sind und bleiben beim Thema Google-Streetview.

      Abschweifungen und merkwürdige Vergleiche kamen auch von Dir.

  32. @S.

    Konzentriere Dich auf Google-Streetview.

    Alles andere ist bei Dir zwecklos. Es ist leider wie immer: Je weniger Ahnung die Leute von der Juristerei haben, desto penetranter sind sie.

    Und lasse doch bitte die ewigen Zitate. Sie ermüden die Leserschaft.

    Schönen Tag noch.

  33. @Cordula, S.: Ich habe euren Dialog jetzt eine Weile verfolgt und einen Unterschied festgestellt. Während sich S. bemühte, immer sachlich zu bleiben und m.E. nie persönlich wurde, ist bei Cordula oft eine völlig überflüssige persönliche Spitze dabei, so auch in ihrem letzten Beitrag. Schade…

  34. @Tom

    Was hat das von Dir in das Thema eingebrachte Telefonbuch (welcher Art auch immer) mit Google-Streetview zutun??

    NICHTS!

    Und meine Daten stehen in keinem Telefonbuch, weder online noch in Papierform.

    Warum nicht? Weil ich ein Hirn im Kopf habe.

    Liebe Leute, lernt es endlich: Eure Daten fallen nicht vom Himmel. Ihr gebt sie an!!!

    Genauso bei AIDS. Das kriegt man nicht, das holt man sich, weil man einfach was FALSCHES gemacht hat, mit den FALSCHEN LEUTEN.

    Alles paletti?

    Gut! ;-)

  35. Fantastische, sachliche Diskussion. Aber mal im Ernst @Cordula. Was regst du dich so auf. Du kannst es eh nicht verhindern. Wenn du Einspruch einlegst, wird dein Haus auf Google StreetView vom Unternehmen Google unscharf gemacht. Dann fährt eine Privatperson vor dein Haus, mach einige Fotos (was du nicht verhindern kannst, weil das legal ist), lädt die auf Piscasa hoch – zusammen mit Geodaten und schwups: Jemand fährt durch StreeView und sieht dein unscharfes Haus. Aber in der Leiste oben wird ihm Angeboten, viel schönere, größere und aktuellere Fotos zu sehen, was er dann auch macht. Und du kannst heulen, bis dir die Augen zuquellen :D

    Die Alternative wäre ein Verbot für Fotos im öffentlichen Raum, was niemals irgendeine Abstimmung überlebt.

    Also nimm’s locker, reg dich nicht so auf und schau, wie schön es an Orten ist, an die du nie kommen wirst.

    Bei Google mache ich mir weniger Gedanken über einen Missbrauch von Daten, als beim unserem Staat. Ein Unternehmen kann das Kartellamt schwupp die wupp zerschlagen. Und wenn keiner mehr Google nutzt, weil dort plötzlich alles kostet und die böse geworden sind, dann geht Google ein. Google ist ein normales Unternehmen, da arbeiten nicht böse Fremde. Ich habe Bekannte, die dort ganz normal angestellt sind, stell dir das vor. Ich glaub nicht, dass die plötzlich an einem diabolischen Weltbeherrschungswahn erkrankt sind, als sie den Vertrag unterschrieben haben.

  36. Find’s irgendwie ironisch, dass die Leute sich ausgerechnet über Street View aufregen. Über die Suchanfragen eines Benutzers, Adsense und Analytics lassen sich ganze Surfprofile einer Person anlegen, während Street View so gut wie gar keinen Teil der Privatsphäre berührt.

  37. Ich habe keine Probleme mit der Firma Google.

    Mein Wohnsitz wird ausgeblendet.

    Nach jüngsten Umfragen wollen das 52% aller Deutschen so haben. Bereits jetzt wird diese Datenkrake mit Widersprüchen überschwemmt.

    Fein!

  38. @Cordula: Wo du etwas von der Rechtslage erzählt hast: Die sieht derzeit so aus, dass dieser Widerspruch überhaupt nicht angeboten werden muss. Fassaden dürfen aus dem öffentlichen Raum abgelichtet und veröffentlicht werden. Es ist zugegeben noch etwas streitig, ob die Kameras nicht etwas zu hoch montiert sind; Aber grundsätzlich ist es rechtlich kein großes Problem, einen Dienst wie StreetView anzubieten. Die Leute werden ohnehin schon seit längerem gepixelt (zumindest in den überwiegenden Fällen).

    Von daher: StreetView ist einer der Datenschutzrechtlich unkritischsten Dienste von Google. Das genaue Problem mit dem Dienst habe ich auch nicht so recht verstanden…

    1. @Karpatenhund: Ich begreife nicht, warum so viele es nicht begreifen. Es ist ein grundsätzlicher Unterschied, ob ich etwas individuell und einmalig tue, oder ob ich das gleiche systematisch und flächendeckend tue.

  39. @Ein Mensch: Das Problem entsteht aber nur dann, wenn der Dienst überhaupt datenschutzmäßig kritisch ist. Wenn jemand durch die Gegend läuft und den Zustand von – sagen wir mal – Bürgersteigen dokumentiert, wäre das zum Beispiel vollkommen unkritisch. Egal ob er es systematisch macht oder einmalig.
    Meiner Ansicht nach verhält es sich bei den vom öffentlichen Raum aus sichtbaren Fassaden genauso. Sie bilden erstens keine Person direkt ab. Zweitens lassen sie sich auch nicht direkt und ohne weiteres mit einer konkreten Person in Verbindung bringen. Drittens ist die Fassade etwas, was gegenüber dem öffentlichen Raum präsentiert wird. Viertens gibt es Grenzen des Datenschutzes, nicht jede noch so abstrakte Möglichkeit, einen bestimmten Gegenstand mit einer Person in Verbindung zu bringen, kann dazu führen, dass man umfangreiche Einschränkungen in Bezug auf die Verfügung dieses Gegenstands oder in Bezug auf die Verwertung von Fotos, Texten oder Filmen, in denen dieser Gegenstand vorkommt, erlässt.

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