China beginnt mit SMS-Überwachung

Die beiden größten Mobilfunkanbieter Chinas haben begonnen, die Kurznachrichten ihrer Kunden zu überwachen und Accounts zu sperren, von denen SMS mit beanstandeten Inhalten versendet wurden. Das berichtet Telegraph.co.uk.

China Mobile gab gegenüber den Shanghaier Global Times an, damit auf Forderungen der Polizei zu reagieren, „illegale“ SMS zu melden. Das betrifft Nachrichten die Inhalte wie Pornographie, Gewalt, Betrug, Hinweise auf Terrorismus, Anstiftung von Verbrechen und Glücksspiel enthalten. Laut dem Unternehmen führt schon eine einzelne Nachricht, die gegen diese Filter verstößt, zur Sperrung des betreffenden Mobiltelefons.

In theory, whenever a yellow SMS is sent out, it would be detected by the system and the mobile number’s SMS function would be suspended.

Die Southern Metropolis Daily berichtet über den Fall eines Mannes auf Dongguan, dessen Handy gesperrt wurde. Mitbarbeiter von China Mobile informierten ihn, dass „unzüchtige“ Wörter in seinen Nachrichten entdeckt worden seien und er mit seinem Ausweis bei der örtlichen Polizeistation erscheinen müsse, um das Mobiltelefon zu reaktivieren. Zudem musste der Mann dem Bericht zufolge unterschreiben, dass er in Zukunft keine „unpassenden Nachrichten“ mehr verbreiten werde.

Zugrunde liegt der Zensurmaßnahme eine Liste unerwünschter Inhalte des China Internet Illegal Information Reporting Center, die Global Voices Advocacy übersetzt hat. Insbesondere gegen pornographische Inhalte sind chinesische Behörden in der letzten Zeit massiv vorgegangen. Die aktuelle Kampagne, zu der auch diese Zensur von SMS-Nachrichten gezählt werden kann, soll sich noch bis Ende des Jahres hinziehen.

13 Kommentare
  1. Name (pficht) 18. Jan 2010 @ 18:42
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