China: Pläne für White Listing des Internets

Laut Beijing Times und Mingpao plant die chinesische Regierung eine weitere Ausweitung der Internetzensur. Anstelle der Sperrung unerwünschter Seiten soll demnach eine explizite Zulassung erfolgen, berichtet Danwei in Übersetzung der Beijing Times.

Demnach ist der erste Schritt der Kampagne bereits letzten Monat damit angelaufen, dass in Zukunft nur noch Unternehmen und Behörden die chinesische .cn-Domain registrieren können. Das geht aus einem Dokument des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hervor. Die zweite Phase soll laut der Bejing Times zwischen Januar und September 2010 eine Verschärfung der Kontrolle von Domain-Registrierungen mit sich bringen. In der finalen Phase von Oktober bis Dezember 2010 soll „a complete monitoring and analysis of online data flow and resources for identifying illegal and unsolicited activities“ durchgeführt werden.

Ausländische Webseiten sollen laut der Bejing Times standardmäßig zensiert werden, schreibt Danwei:

If carried out, the new MIIT measures will effectively set up a white-list of accessible sites. Any overseas website that does not make the effort to file paperwork with a Chinese government agency (or does not realize it needs to) will find itself cut off from mainland China.

Oiwan Lam fasst auf Global Voices Advocacy die geplanten Maßnahmen zusammen:

If the MIIT is to white-listing the whole Internet, it will turn the Chinese Internet into intranet and cripple most of the circumventing devices.

Auch wenn Zensurumgehungssoftware wie alkasir weiterhin funktionieren sollte, hat die chinesische Zensur in der Vergangenheit große Breitenwirkung bewiesen. So verlor Facebook innerhalb eines Monats die Hälfte seiner Nutzer in China, nachdem das Social Network auf der Sperrliste gelandet war.

10 Kommentare
  1. Publicviewer 26. Jul 2012 @ 19:04
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