Kultur

Das Für und Wider der urheberrechtlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem „Heidelberger Appell“

Und nochmal der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages. Letzte Woche gab es einen Infobrief über „Das Für und Wider der urheberrechtlichen Diskussion im Zusammenhang mit dem „Heidelberger Appell“. [PDF]

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Aus dem Fazit:

Die Kritik an Open Access kann kaum nachvollzogen werden. Die hier gemachten Vorwürfe treffen eher auf die traditionellen Vertriebswege zu als auf das neue Publikationsmodell. Mit der digitalen Plattform steht den Rechteinhabern eine adäquate Publikationsalternative zur Verfügung, die insbesondere vor dem Hintergrund der Geschwindigkeit, in der neues Wissen geschaffen wird, erhebliche Vorteile gegenüber den in der Regel teureren traditionellen Vertriebswegen hat. Die Vorteile werden auch in den einschlägigen Untersuchungen der EU und der OECD bestätigt. Die Vorteile der Digitalisierung und digitalen Vermarktung urheberrechtlich relevanter Werke für Urheber und Verwerter werden in der gegenwärtigen Diskussion weitgehend ausgeblendet. So wird dadurch oft auch die Nachfrage nach den Werken in nicht digitaler Form wie z.B. nach Druckerzeugnissen gestärkt. Der Online-Buchhandel verzeichnet derzeit mit 20% die höchsten Zuwächse in der Buchbranche. Außerdem bietet das neue Medium vielen Autoren eine kostengünstige alternative Plattform, die keinen Verleger oder Verwerter für ihre Kreativwerke finden.

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4 Kommentare
  1. Hm, mMn ein klarer Fall von „das Richtige tun aus den absolut falschen Gründen“. Was ist denn das für eine Argumentation? OpenAccess ist gut, weils der Wirtschaft hilft? Nein, verdammt!

    Open Access muss schon allein deshalb sein, weil das Gros der Forschung (zumindest in vielen Bereichen) und der universitären Lehre vom Staat über Steuern finanziert wird. Deswegen ist es nur recht und billig, wenn die Ergebnisse auch öffentlich und frei verfügbar sind.
    Ich hab das schon mehr als ein Mal gesehen: Finanzierung von Forschung wird über die DFG (d.h. über Bund und Länder) finanziert und evtl. mit DRITTmitteln gestützt; Beim Abschluss der Forschung wird dann Publiziert und die Tantieme verbleiben beim Forschenden. Das ist die finanzielle Seite des „akademische Mehrwerts“. (Es wird auch diese Variante gespielt: Hochschuldozenten bearbeiten und publizieren Beiträge und Arbeiten, die von Studenten im Ramen von Seminaren geleistet wurden – oft ohne deren Wissen.)

    Zudem trägt OpenAccess natürlich zur intensiveren Vernetzung der aktuellen Forschung bei, also bringt die Wissenschaft endlich ins 21. Jahrhundert. Wenn ich überlege, wie oft ich während des Studiums nicht an Bücherrangekommen bin (weder in Bibliotheken noch im Buchhandel), ist OpenAccess ein wissenschaftliches Eutopia.

    Ob und inwiefern es der Wirtschaft dient oder nützt darf hier nur untergeordnet eine Rolle spielen. Forschung nach der Wirtschaft auszurichten ist eine mehr als schlechte Idee, schon weil die Wirtschaft ihre Konzepte grundsätzlich immer so lange reitet, bis sie ausgelutscht auseinanderfallen.
    Das wäre, übertragen auf die Forschung und universitäre Lehre, als ein geistig-intellektueller Inzest, der früher oder später Implodiert. Frühestens, wenn Auf-der-Stelle-treten nicht mehr ankommt und es keinen Nachwuchs mehr gibt, spätestens aber wenn die Wirtschaft vom jeweiligen Bereich sich keine Profite mehr verspricht hat der Mohr seine schuldigkeit getan.

    Wo ist nur das Humnboldtsche Bildungsideal geblieben…

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