Nach „Finanzkrise“ und „verzockt“ kommt in der diesjährigen Liste der Wörter des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache der „Datenklau“ bereits auf Platz drei. Auf dem siebten Platz, und damit sogar noch drei Plätze vor „Yes we can“, liegt der „Nacktscanner“. Letztes Jahr war der „Bundestrojaner“ noch auf Platz acht gelandet. Davor gab es mehr als zehn zwanzig Jahre lang gar nichts zu netzpolitischen oder Datenschutz-Themen. Zum letzten Mal hatten es 1993 der „große Lauschangriff“ und davor 1983 die „Volksaushorchung“ (gemeint war die Volkszählung) in die Liste geschafft.
Die diesjährige Rangliste ist ein schönes Zeichen dafür, wie weit unsere Anliegen bereits im Mainstream-Diskurs angekommen sind. Aber die Wörter sind auch gute Beispiele dafür, dass man eben die richtigen Begriffe finden muss, die es den Leuten helfen, zu begreifen was vor sich geht.
Das Unwort des Jahres 2008 steht noch nicht fest. Die Jury bittet dafür noch bis zum 28. Februar um Einreichungen. Mein Vorschlag: Die „Karlsruhe-Touristen“.
Update: Strike. Platz drei.