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Razzien gegen G8-kritische Netzwerke

Heute haben in verschiedenen Städten verschiedene Razzien stattgefunden. Die relative „Wahrheit“ kann man sich in etwa aus den Artikeln bei SpON und Tageschau auf der einen Seite und auf der anderen Seite bei Indymedia zusammenbasteln. Ziel der Razzien soll die Zerschlagung von „terroristischen Aktivitäten“ im Vorfeld des G8-Gipfels sein. Warum dabei u.a. KanalB durchsucht wurde…

  • Markus Beckedahl

Heute haben in verschiedenen Städten verschiedene Razzien stattgefunden. Die relative „Wahrheit“ kann man sich in etwa aus den Artikeln bei SpON und Tageschau auf der einen Seite und auf der anderen Seite bei Indymedia zusammenbasteln. Ziel der Razzien soll die Zerschlagung von „terroristischen Aktivitäten“ im Vorfeld des G8-Gipfels sein. Warum dabei u.a. KanalB durchsucht wurde und wieso der SO36.net Server down ist, erschliesst sich mir dabei im Moment nicht. Auf dem SO36.net-Server liegen auch viele nicht-politische Projekte, darunter die Webseiten von IT-Pool.org, mit denen wir im Linux-Bereich zusammenarbeiten.

Update: Telepolis berichtet jetzt auch: Erinnerung an Genua.

Besonders die Abschaltung des Servers S036.net lässt die Kritik an den Polizeimaßnahmen plausibel erscheinen. Dadurch sind seit Montag morgen zahlreiche zivilgesellschaftliche Projekte der Stadt nicht mehr über Internet zu erreichen. Dazu gehört auch das Berliner Sozialforum, welches bisher unter www.sozialforum-berlin.de/ präsent war. Es kann wohl kaum mit irgendwelchen militanten Aktionen in Zusammenhang gebracht werden. Doch eine [extern] Arbeitsgruppe innerhalb des Sozialforums ruft zu zivilgesellschaftlichen Protesten gegen den G8-Gipfel auf. So sehen Gipfelkritiker in den Polizeimaßnahmen in erster Linie den Versuch, die Protestvorbereitungen kurz vor Beginn der Aktionen zu behindern. Schließlich nimmt das Internet dabei einen großen Stellenwert ein.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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13 Kommentare zu „Razzien gegen G8-kritische Netzwerke“


  1. köpi

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    Es geht nur darum die Proteste kleinzuhalten und Strukturen aufzudecken. Diese militante Gruppe ist seit über 5 Jahren aktiv und ist ein Vorwand. Zeitgleich sagt Schäuble das §129a auf einzelpersonen erweitert werden soll (http://www.heise.de/newsticker/meldung/89467) und der Verfassungsschutz hat schon vor Tagen den Zusammenhang zwischen RAF und antiG8 konstruiert (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,481293,00.html)

    Es geht gegen Internetserver, Buchläden und Szenetreffs.


  2. […]  Nachtrag 09.05: Wie das dann konkret aussieht, sieht man hier. Was ich hier so mitbekomme, ist das Ganze ein büschen übertrieben und scheinheilig dazu… Und mit der Meinung stehe ich offenbar nicht allein…   […]


  3. Ich denke auch, dass es primär darum geht, den Gegnerinnen und Gegnern des G8-Gipfels langsam aber sicher zu zeigen, wo der Hammer hängt. Die klassische Einschüchterung durch „präventive“ Hausbesuche eben. Und dass der Terrorismus-Vorwand natürlich auch durchaus dienlich dafür ist, Daten zu sammeln, weiß man ja auch nicht erst seit heute.


  4. kobalt

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    (…) „Wir haben in den Busch geschossen, nun sehen wir weiter, was und wer sich dort bewegt“, sagte ein Ermittler.
    Sicherheitsexperten werden mit den Worten zitiert, man habe „Flagge zeigen“ wollen,(…)

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,481976–2,00.html


  5. […] Von der Durchsuchungswelle war ein breites Spektrum der globalisierungskritischen Bewegung betroffen. Besonderes Augenmerk legten die Fahnder auf Kommunikationsstrukturen. Die Razzia löste deshalb bis hin zur Linkspartei und Attac Empörung aus. In mehr als zehn deutschen Städten finden Demonstrationen gegen die Polizeimaßnahmen statt. […]


  6. […] “Razzien gegen G8-kritische Netzwerke”: (netzpolitik.org) […]


  7. Linksradikale G8-Kritik gleich Terrorismus?…

    So jedenfalls scheinen es Schäuble und Co. zu sehen: Razzien bei Szenebuchläden, Hausprojekten und linken Internetprojekten in Hamburg und Berlin — gleichzeitig wird im Zuge der Debatte um Klar und Mohnhaupt linker Aktivismus vom baden-…


  8. […] netzpolitik.org: » Razzien gegen G8-kritische Netzwerke » Heute haben in verschiedenen Städten verschiedene Razzien stattgefunden. Die relative “Wahrheit” kann man sich in etwa aus den Artikeln bei SpON und Tageschau auf der einen Seite und auf der anderen Seite bei Indymedia zusammenbasteln. Ziel der Razzi (tags: politics g7 activism) […]


  9. […] Sind es viele Demonstranten? Für eine Spontandemo sind 3000 (Spiegel Online gestern abend: “Große Ruhe”) bis 5000 (Lauti) und 10000 (indymedia) nicht schlecht, andererseits waren sowohl die Razzien wie auch die Erwartung von Protesten dagegen den ganzen Tag über in allen Medien, im Fernsehen, auf den Internetseiten der Zeitungen, in den Blogs (z.B. netzpolitik, Bildschirmarbeitsplatz, Sex, Drugs & Compiler Construction, nochmal netzpolitik) […]


  10. […] Bei Qype und Plazes habe ich wenigstens noch eine gewisse Kontrolle über meine Daten, ich muss ja nicht jeden Ort plazen oder qypen, genausowenig muss ich mein Handy immer bei mir haben, ich kann’s auch abschalten, was sagt die Handy-Ortung also aus? Geplazte Orte kann ich später wieder löschen, Geqyptes editieren, UGC gehört nach dem Urheberrecht mir. Dem müsste sich eigentlich auch der Google-Cache beugen. Das Urheberrecht ist ein unveräusserliches Persönlichkeitsrecht, offensichtlich im Gegensatz zur staatlichen Handhabe der Rechte an der Persönlichkeit und der Meinungsfreiheit. […]


  11. […] Mehr zum Thema z.B. auf SpOn, bei der Tagesschau, bei Indymedia, Telepolis oder in einschlägigen Blogs. […]


  12. […] Razzien bei G8-Kritikern am 9. Mai des vergangenen Jahres waren rechtswidrig nach Meinung des Bundesgerichtshofes: Keine […]

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