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Online-Demo gegen Vorratsdatenspeicherung

Aktuelle Pressemitteilung des AK Vorrat: Am Tag vor der Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Einführung einer sechsmonatigen Erfassung aller Verbindungsdaten in Deutschland ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Betreiber von Webseiten auf, ihre Internetseiten zu verhüllen. Die teilnehmenden Seiten erscheinen in schwarz mit der Meldung: „Das Fernmeldegeheimnis ist unverletzlich 1949–2007 †. Gläsernes Telefon, Handy, E‑Mail und…

  • Ralf Bendrath

Aktuelle Pressemitteilung des AK Vorrat:

Am Tag vor der Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Einführung einer sechsmonatigen Erfassung aller Verbindungsdaten in Deutschland ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Betreiber von Webseiten auf, ihre Internetseiten zu verhüllen. Die teilnehmenden Seiten erscheinen in schwarz mit der Meldung: „Das Fernmeldegeheimnis ist unverletzlich 1949–2007 †. Gläsernes Telefon, Handy, E‑Mail und Internet * 09.11.2007. SPD, CDU, CSU: Wollt ihr das wirklich?“ Die ungewöhnliche Aktion soll darauf aufmerksam machen, dass die unbeobachtete Kommunikation bislang stets der Regelfall war, mit der Vorratsdatenspeicherung aber sämtliche Kommunikationsvorgänge in Deutschland protokolliert und nachvollziehbar würden. Eine Anleitung zur Verhüllung der eigenen Webseite stellt der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung im Internet bereit. (…)

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Die Pressemitteilung geht auch noch auf einige Mythen und Falschinformationen zur Vorratsdatenspeicherung ein, die in letzter Zeit u.a. von JustizministerinBrigitte Zypries immer wieder verbreitet werden („es ändert sich ja gar nichts“ etc.).

Umfangreiche Berichte, Fotos und Videos zu den bundesweiten Demonstrationen gegen die Vorratsdatenspeicherung am Dienstag finden sich im Wiki des AK Vorrat. Insgesamt waren mehr als 10.000 Menschen auf der Straße, trotz Regen, Wind und teilweise Eisekälte. Es gab sogar eine Demo in Second Life.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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5 Kommentare zu „Online-Demo gegen Vorratsdatenspeicherung“


  1. […] am Dienstag in über 40 Städten, ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung nun auch zum Onlineprotest auf. Bleibt die Entscheidung des Bundestags abzuwarten. Meine Vollmacht zur Verfassungsklage ist […]


  2. Die Abstimmung über die Vorratsdatenspeicherung findet ausgerechnet am 9. November statt. Das hat etwas zu bedeuten, es handelt sich schließlich um den Schicksalstag der Deutschen.

    Das ist kein Zufall.


  3. […] bestürzt auf die Nachricht. Aus Trauer verhüllen zahlreiche Homepagebetreiber nun ihre Webseiten mit einem schwarzen Trauerflor. Die Beerdigung wird am 1. Januar 2008 stattfinden. Hinterlasse einen […]


  4. […] 08.11. starte noch eine Onlinedemo, die zur Folge hatte das zahlreiche Webseiten Banner schalteten. Am 9.11. wollte der Bundestag die […]

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