Innovative Geschäftsmodelle der Musikindustrie

Der ehemalige Justiziar der Phonoverbände hat sich wohl mit einer innovativen Geschäftsidee in der Musikbranche selbstständig gemacht. Jetzt ist er Geschäftsführer der Hamburger proMedia GmbH, die im Auftrag der Musikindustrie Urheberrechtsverletzern auf der Spur ist. Und gleichzeitig gibt es noch einen tollen Workflow mit seiner Rechtsanwaltskanzlei, die dann die Abmahnungen rausschickt. Das nennt man ein innovatives Geschäftsmodell als Ergänzung der DRM-Schrottplattformen. Stefan Krempl hat sich den Laden mal für die c´t angeschaut: Hausbesuch bei den „Piratenjägern“ der Musikindustrie.

Im „Schichtdienst“ spüren bei proMedia zwischen 8 Uhr morgens und teilweise bis weit nach Mitternacht netzaffine Ermittler vergleichbare Sünder auf. Bei den bisher so bearbeiteten 37.000 Fällen sei noch kein einziges Mal das Problem des IP-Spoofing aufgetreten, keine Netzadresse sei bislang fälschlich einem Benutzer zugeordnet worden, versichert Rasch. Dazu komme noch ein externer Ermittlungsdienst mit fast 30 Leuten. Um eine „bessere Durchsetzung bei der Bevölkerung“ ins Visier zu bekommen, die Filesharing-Plattformen illegal nutze, habe man zudem auch gezielte Wochenendaktionen durchgeführt. Diese seien aber teilweise mühselig, da ab dem Nachmittag die P2P-Netze wegen Überfüllung „kaum noch laufen“.
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Der lange Arm der Phonoverbände unterstützt nach eigenen Angaben zudem die Arbeit von Strafverfolgern etwa bei Hausdurchsuchungen oder dem Spiegeln und Auswerten von Festplatten. Auch Programme zur leichteren Aufdeckung von Urheberrechtsverletzungen im Netz stellt proMedia den Gesetzeshütern zur Verfügung. Die Software zum Aufspüren illegaler Nutzungen im spektakulären eDonkey-Fall im vergangenen Jahr etwa „sei der Polizei ja nicht vom Himmel gefallen – die haben wir hier entwickelt“, berichtet Lüngen.

Erstmal Lobbying für schärfere Gesetzgebungen und eine Kriminalisierung der Musikkonsumenten machen und dann die neuen Gesetze für ein neues Abmahn-Geschäftsmodell ausnutzen…

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