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Die Antipreneure

Einen der interessantesten Artikel der letzten Zeit hat Thomas Knüwer für ein Handelsblatt-Magazin geschrieben: Die Antipreneure.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Krawalle und Gewalt waren gestern – die neue Generation der Aktivisten setzt auf Werbung, Internet und eigene Firmen. Wie die Gegner der Globalisierung mobil machen. Ein Report von Thomas Knüwer.
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Während in Deutschland Politiker und Wirtschaftsvertreter Aktivisten noch mit Straßen blockierenden Vermummten verbinden, haben andernorts die Gegner von Globalisierung, Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Dritten Welt ihre Strategie dramatisch geändert: Immer neue, kleine, schnell handelnde Gruppierungen, neben altbekannten wie Attac, greifen ihre Gegner mit deren Mitteln an – Kommunikation und Marktwirtschaft. Sie stellen die Mechanismen der Wirtschaftswelt bloß, verändern Werbung, drehen Kinofilme, treten in den marktwirtschaftlichen Wettbewerb mit ihren Gegnern – und haben sich eine Infrastruktur geschaffen, die Welten entfernt ist von selbsterfahrungsgruppenartigen Betroffenheitsrunden.
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Werbung, Filme, Computerspiele, Marketing. Die Mittel des Gegners nutzen, um diesem zu schaden – das war einst auch der Gedanke von Kalle Lasn und seinem Magazin „Adbusters“. Inzwischen ist er einen Schritt weiter: „Vor drei Jahren hatten wir das Gefühl, nur noch weinerlich zu sein. Wir lamentierten über die Konzerne und hofften, die würden sich dadurch ändern. Da sagten wir: ,Fuck it, wir machen unsere eigene Marke.’“
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Das denken auch andere. Vor allem in Großbritannien und Kanada macht die Idee vom Social Enterprise die Runde – vom Unternehmen, das sozialen Zwecken dient und trotzdem den Lebensunterhalt seiner Macher mehr als finanziert. Viele der Gründer wenden sich gegen die globalisierte Welt der Konzerne.

Prima geschrieben, ausführlich und sehr informativ.

Allerdings ist die Wortwahl „Anti-Globalisierungsaktivisten“, bzw. „Gegner der Globalisierung“ vollkommen fehl am Platze und ungünstig gewählt. Damit verbinde ich nationalistische und protektionistische Denkweisen. Die beschriebenen Aktivisten sind sicherlich erfreut über eine Globalisierung und nutzen die damit verbundenen weltweiten Kommunikations- und Reisemöglichkeiten. Kritisiert wird nur die Form der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Globalisierung.

2 Kommentare
  1. Hallo
    „…macht die Idee vom Social Enterprise die Runde – vom Unternehmen, das sozialen Zwecken dient und trotzdem den Lebensunterhalt seiner Macher mehr als finanziert. Viele der Gründer wenden sich gegen die globalisierte Welt der Konzerne.“

    genau die Art von „wiederstand“ oder besser gesagt, artgerechtes Leben habe ich im REpublika wiki als ideenbeitrag hinterlassen. Das man nicht mit Gewalt „seine“ umwelt zerstört sondern kreativ und schöpferisch dann eben DIE FEHLER beseitigt.
    Das Problem mit den Konzernen ist ein Thema auf Messers Scheide. Gerade die Konzerne durch ihre strikte Methode in form von Automatesierung und Rationalesierung haben ja Otto-Normalbürger die möglichkeit eröffnet…
    Leider aber auch mit negativen Aspekten wie umweltzerstörung, arbeitslosigkeit und kurzfristiger Orientierung. Erst durch eine gegenseitige Anerkennung und der beiderseitigen cooperaton zur optimalen Skalierung von WELT-Problemen kommt wieder schwung auf diesen Planeten.

    Ich denke, das ist das Thema der Zukunft! Nicht die tollen Gimmeks die man inzwischen alles mit dem Computer machen kann sondern wie arbeiten WIR ALLE in Zukunft Cooperativ zusammen bzw. lösen unsere Vorstellungen von Leben, was ja letztendlich auch eher überleben heisst.

    Ich glaube, die z.Z. schnellen Möglichkeiten, z.B. sein Laptop zu schnappen und für 23 Euro nach London zu jetten, haben uns Überheblich der Wirklichen Welt werden lassen.

    Na jedenfalls ist diese Grundidee, wie sie der Artikel beschreibt, ein ständiges Thema seit so 12 Jahren auf der Raumstation c-base. Es gab immer wieder zarte erste versuche solcher Art. Leider scheitern die meisten Projekte dieser art an der einfachen Aufgabe der Haushaltung bzw. Wirtschaftens. Ideen bzw. schelle Jobs sind en mass da. Aber das Potential, diesen Prozess in HART zu giessen und dann selbst nur ein kleiner Teil eines Prozesses zu sein, das erfordert von einen „wahren“ Menschen eben nun mal mehr als nur, irgendwo mal was anzuklicken.

    bin auf solche Themaen weiter Gespannt.
    was gut zu diesen Thema passt:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23717/1.html

    MfG Herr Schmidt

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