USA

  • : Hackers on Planet Earth in New York
    Hackers on Planet Earth in New York

    In New York findet gerade die sechste Hackers on Planet Earth (HOPE) statt. Computerworld (Throngs gather to restore HOPE) und Wired (Hackers Fight Authority in NYC) berichten darüber.

    25. Juli 2006
  • : 95 Theses of Geek Activism
    95 Theses of Geek Activism

    95 Theses of Geek Activism“ ist eine ganz nette US-zentrierte Thesensammlung, die noch etwas ausbaufähig ist.

    24. Juli 2006
  • : DailyShow über Netzneutralität – Teil 2
    DailyShow über Netzneutralität – Teil 2

    Die Daily Show hat gestern erneut das Thema Netzneutralität behandelt:

    http://www.youtube.com/watch?v=-YedWtX9tKE

    20. Juli 2006 1
  • : ClaimID stellt User-Daten unter Creative Commons
    ClaimID stellt User-Daten unter Creative Commons

    ClaimID ist eins von den vielen neuen Startups im Bereich Identitäts-Management, die derzeit mit Higgins, Infocards, der Liberty Alliance und anderen teils konkurrieren, teils kooperieren. ClaimID ist vor kurzem in die public-beta-Phase gegangen, und ich habe mir gerade mal ihre Privacy Policy angesehen. Was lesen meine verwunderten Augen dort?

    ClaimID.com believes that you control your identity information. While our service (the website, its code, our proprietary goods) are copyright, the identity information that you enter into ClaimID.com isn’t. We place a Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 license on your information. You may read this license here. This means that you may do what you want with your identity information. You may remix, retransmit and copy your identity information, among other things as stipulated by the license. At claimID.com we strongly support identity rights and the Creative Commons, and we strongly support your right to use your personal information as you see fit.

    Geht’s noch? Meine Daten gehören immer noch mir. Wie kann eine Firma sich anmaßen, die unter eine CC-Lizenz zu stellen? Damit könnte ja nicht nur ich, sondern auch jeder andere sie weitergeben, remixen (beachte: es ist keine non-derivs-Lizenz!) und verkaufen (ebenfalls: keine non-commercial-Lizenz). Ein typischer Fall von „Wir wollen die Guten sein und benutzen entsprechende Schlagwörter, haben aber nichts begriffen.“ Offenbar sind es ja ganz nette Studenten, die die Firma gegründet haben, keine Corporate Abzocker.
    Am Ende steht dann auch noch der Hass-Satz aller Datenschutz-Policies:

    This Privacy Policy may change from time to time without notice.

    Ich hoffe dennoch, das hier ändert sich ganz schnell. Ich werde denen gleich mal schreiben. Rechtswirksam dürfte so ein Unfug allerdings nicht einmal in den USA sein.

    17. Juli 2006 7
  • : DailyShow über Netzneutralität
    DailyShow über Netzneutralität

    Die grandiose Beschreibung der Funktionsweise des Internets durch den 72 jährigen republikanischen US-Senator Ted Stevens hat es in die DailyShow geschafft:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    13. Juli 2006 3
  • : Was man schon immer mal die Musikindustrie fragen sollte
    Was man schon immer mal die Musikindustrie fragen sollte

    Die Electronic Frontier Foundation hat eine Liste von „Frequently Awkward Questions“ zusammengestellt, Fragen, die man unbedingt mal den Lobbyisten der Musikindustrie stellen sollte, falls man sie mal trifft (beispielsweise auf öffentlichen Diskussionen). Besonders gut gefällt mir die Frage, ob die Einnahmen aus den Klagewellen gegen Tauschbörsennutzern überhaupt die Künstler erreicht haben, bzw. wo das Geld hingegangen ist.

    # The RIAA has sued more than 20,000 music fans for file sharing, yet file sharing continues to rapidly increase both online and offline. When will you stop suing music fans?

    # The RIAA has sued over 20,000 music fans for file sharing, who have on average paid a $3,750 settlement. That’s over $75,000,000. Has any money collected from your lawsuits gone to pay actual artists? Where’s all that money going?

    # DRM has clearly failed to stop songs from getting on file sharing networks, but it does prevent me from moving lawfully purchased music onto my iPod and other portable devices. Unlike the major record labels, many popular indie labels offer mp3 downloads through sites like eMusic. Why won’t you let fans purchase mp3s as well?

    # The RIAA said that it only went after individual file sharers because you couldn’t go after P2P system creators. After the Supreme Court’s Grokster decision, shouldn’t you stop going after music fans?

    # Sony BMG recently implemented a DRM technology that damaged users’ computers. But for independent researchers’ analyses, this serious flaw may have gone undiscovered. After this scandal, will record labels allow any computer scientist or security expert to examine these products and agree not to sue them under the DMCA?

    [via]

    12. Juli 2006 6
  • : Netzneutralität bei tagesschau.de
    Netzneutralität bei tagesschau.de

    Die Debatte rund um die Netzneutralität ist jetzt auch bei tagesschau.de angekommen: Debatte um Zweiklassen-Internet – Schöner, schneller, teurer?.

    Die Kampagne „Save The Internet“ setzt dafür auf Lobbyarbeit in Washington – genau wie ihre Gegner. Die Mautfreunde wollen die Politiker im US-Kongress überzeugen, dass es ohne Zusatzgebühren keine neuen Webdienste gebe. Fachmann Weitzner hält das für Humbug: „Ein neutrales Internet ist möglich, ohne das Wachstum neuer Internet-Dienste und Breitbandstrukturen zu hemmen“. Der Wirtschaftswissenschaftler Trevor Roycroft zieht in einer Untersuchung im Auftrag von Verbraucherverbänden sogar den gegenteiligen Schluss: Gerade die bisherige Neutralität des Netzes habe zu dessen großen Erfolg beigetragen, weil auch kleine Firmen leicht neue Dienste anbieten können: „Die Frage ist jetzt: Sollen wir die Neutralität aufgeben und riskieren, das Internet zu zerstören?“

    Spannend ist vor allem das Interview mit Barbara van Schewick von der TU Berlin: „Das ist das Toni-Soprano-Geschäftsmodell“.

    tagesschau.de: Wenn das zu teuer wird, legt Google vermutlich ein paar Milliarden Dollar auf den Tisch und errichtet seine eigene Infrastruktur.

    Van Schewick: Das ist genau das, was im Moment passiert. Zum Beispiel will Google in San Francisco ein stadtweites drahtloses Internet aufbauen. Auch Microsoft hätte als Anwendungshersteller etwas zu verlieren, wenn es an die Netzbetreiber zahlen müsste, damit seine Videokonferenz-Software vernünftig läuft. Letztlich hilft es aber nicht: Der Witz ist, dass Google, sobald es ein eigenes Netz betreibt, auch gleich ein Interesse daran hat, dass die eigene Suchmaschine schneller lädt als zum Beispiel die von Microsoft.

    Wer sich im Gegensatz zu Microsoft und Google nicht wehren kann, sind die kleinen Inhalte-Anbieter und Anwendungsentwickler, die es sich nicht leisten können, eigene Infrastruktur zu betreiben oder sich den Zugang zu fremden Netzen zu erkaufen. Und diejenigen, die in der Geschichte des Internets die großen Erfolge entwickelt haben, waren keine großen Firmen, sondern Leute, die wenig Geld hatten, als sie angefangen haben. Das ist ein wichtiges Argument für die Netzneutralität.

    11. Juli 2006 6
  • : Wirtschaftsspionage im Kampf gegen den Terror?
    Wirtschaftsspionage im Kampf gegen den Terror?

    Wirtschaftsspionage? Aber nein, die Daten brauchen wir nur für den Kampf gegen den Terrorismus… Das Handelsblatt berichtet über die Anzapfung des internationale Zahlungssystems Swift durch US-Geheimdienste: Industriespionage statt Antiterrorkampf?

    „Ein Spitzenmanager eines Weltkonzerns mit strategischer Bedeutung für die USA muss davon ausgehen, dass er und sein Unternehmen von den US-Behörden durchleuchtet werden“, sagt der hochrangige deutsche Manager eines US-Konzerns, der anonym bleiben möchte. Bei der Internationalen Handelskammer (ICC), in der 7 500 Unternehmen aus 130 Ländern organisiert sind, heißt es warnend: „Die Weitergabe vertraulicher Firmendaten kann auch darin münden, dass staatliche Stellen sensible Unternehmensinformationen erhalten, die sie für einen unlauteren Wettbewerb benutzen.“

    Man kann ja nicht oft genug darauf hinweisen, dass eine Woche nach dem 11. September der Abschlussbericht des Echelon-Untersuchungsausschusses des EU-Parlaments herauskam, der herausfand, dass die USA die ganze Überwachung vor allem zur Wirtschaftsspionage verwenden.

    11. Juli 2006 6
  • : LA Times Kommentar zu aktuellen US-Urheberrechtsinitiativen
    LA Times Kommentar zu aktuellen US-Urheberrechtsinitiativen

    Absolut lesenswert ist der folgende kritische Kommentar in der LA Times zu verschiedenen aktuellen Gesetzesinitiativen der US-Unterhaltungsindustrie und ihrer gekauften Politiker: We aren’t all pirates.

    Clearly, the industry-backed proposals would do more than just defend copyrighted works from pirates. They also would impinge on devices that have legitimate uses and steer the development of technology, cutting off some innovation. As they weigh the entertainment industry’s pleas, lawmakers shouldn’t assume all consumers are bootleggers and every digital device is a hand grenade aimed at Hollywood.

    Schön aufgelistet werden auch die unterschiedlichen Interessen der Musik- und Filmindustrie. Tenor des Kommentares ist, dass es nicht mehr ums Urheberrecht geht, sondern lediglich um die Sicherung von Pfründen und alten überkommenen Geschäftsmodellen.

    10. Juli 2006
  • : Europaparlament beschliesst Resolution für Meinungsfreiheit im Netz
    Europaparlament beschliesst Resolution für Meinungsfreiheit im Netz

    Das Europaparlament hat gestern wohl eine Resolution zur freien Meinungsäußerung im Internet beschlossen. Darauf weisen zumindest die deutsche und die internationale Sektion von Reporter ohne Grenzen jeweils hin und begrüssen die Resolution in Pressemitteilungen:

    Englisch: European Parliament condemns ethical breaches by Internet sector companies.
    Deutsch: Resolution für Meinungsfreiheit im Internetsektor.

    In der Resolution wird die europäische Kommission aufgefordert, einen freiwilligen Verhaltenskodex zu erstellen. Er soll die Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen in repressiven Staaten einschränken und Firmen dazu anhalten, die Notwendigkeit eines unzensierten Internetzugangs bei ihren Geschäften Drittländern zu berücksichtigen.
    Zudem sollen sich die EU-Mitgliedsstaaten „auf eine gemeinsame Erklärung einigen, in der sie ihr Engagement zum Schutz der Rechte von Internetnutzern bekräftigen sowie ihren Willen zum Ausdruck bringen, freie Meinungsäußerung im Internet weltweit zu fördern“, heißt es in der Resolution. Der Beschluss ist für die Europäische Kommission jedoch nicht verbindlich; in Sachen Internet hat die Kommission alleinige Entscheidungsmacht.

    Yahoo, Google und Microsoft wurden in der Resolution namentlich angeführt, weil sie der Selbstzensur in China zugestimmt haben, während Cisco Systems unter dem Verdacht steht, die notwendige Technologie für die Internetzensur bereitzustellen. Die europäischen Unternehmen France Telecom und Telecom Italia wurden aufgrund ihrer Internet-Kooperationen mit Tunesien und Kuba genannt.

    Die Resolution gibt es wohl noch nciht im Netz, RSF wollen sie aber später am Tag online stellen. Auf den Seiten des Europaparlaments steht noch nichts.

    Update:

    Hier ist die (englischsprachige) Resolution: Democracy and human rights: Somalia, Mauritania and the internet.

    Mehr auch bei Heise: EU-Parlament kritisiert Microsoft, Yahoo und Google.

    7. Juli 2006 2
  • : Die EFF wird 16
    Die EFF wird 16

    Am 10. Juli wird die Electronic Frontier Foundation 16 Jahre alt. AP hat zu diesem Anlass eine Ticker-Meldung geschrieben, die u.a. bei Wired veröffentlicht wurde: EFF Defends Tech Liberties.

    Basic online rights are more established today than when the EFF formed, but EFF legal director Cindy Cohn said there’s no shortage of cutting-edge cases. „We’re not near the end of the digital revolution in terms of new technology being rolled out,“ she said. „Just because some stuff is mainstream, there’s still a lot of stuff coming down the road to raise new issues or raise old issues over again in slightly new ways.“ The EFF, she said, remains committed to fighting the battles „nobody’s talking about yet.“

    7. Juli 2006
  • : US-Senator erklärt das Internet
    US-Senator erklärt das Internet

    Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschuss im US-Senats, Ted Stevens, hielt am vergangenen Donnerstag bei einer Anhörung ein flammendes Plädoyer gegen Netzneutralität, wo er nebenbei auch noch das Internet erklärte – zumindest wie er die Funktionsweise verstanden hat. Und das ist so grandios gelungen, dass die zehnminütige Rede jetzt als MP3 durchs Netz wandert. Ted Stevens ist übrigens 72 Jahre alt, Republikaner und sitzt seit 1968 im US-Senat für den Staat Alaska.

    In einem Wired-Blog gibt es auch noch ein Transcript der letzten Minuten, als er sich richtig in Rage geredet hatte: Your Own Personal Internet. Prädikat: Absolut hörenswert!

    In der englischen Wikipedia gibt es mittlerweile in seinem Artikel auch noch einen Absatz zu der Rede:

    Following the vote, in which Senator Stevens voted not to include the amendment, he gave a speechin which he made several technical and terminological errors while attempting to explain why he had voted in the way he did. Among others, he likened the Internet to a „series of tubes“ that could be clogged with information and spoke of an email that had been delayed by four days, erroneously stating that „an internet was sent by my staff“ (rather than „an email was sent by my staff“), and suggesting that commercial traffic may have been to blame for the delay (an unlikely scenario given the way in which the Internet Protocol functions).

    Lesenswert ist dazu auch noch folgende Satire: „A little internet forensics work explains why the internet took 5 days to travel from the Senator’s staff to his inbox“.

    […]One packet made its way up north along the jagged border of New Hampshire and Maine, eventually landing on the Canadian side of Niagara falls, where the packet met a very nice portion of a picture of a lovely, and busty Canadian woman named Sue (you don’t know her) and spent a romantic weekend in a posh Cisco router.[…]

    Und es gibt auch noch einen MashUp zwischen Ted Stevens und Ask a Ninja zum Thema Netzneutralität: Senator Stevens vs. The Ninja – Net Neutrality (MP3)

    7. Juli 2006 3
  • : Podcasting-Interview: John Perry Barlow
    Podcasting-Interview: John Perry Barlow

    Hier ist ein Interview (MP3 / OGG)mit John Perry Barlow, welches ich in Rio geführt habe. Darin geht es um einen Rücklick auf die „Declaration of the Independence of Cyberspace“ , die er vor etwas mehr als zehn Jahren vor dem World Economic Forum in Davos gehalten hat, die Gründung der Electronic Frontier Foundation was mit der Copyright-Gesetzgebung im Moment falsch läuft und wie man sich für digitale Bürgerrechte (Digital Rights) engagieren kann.

    Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit für das Interview gehabt – von meinen Gesprächspartnern bisher für den netzpolitik.org-Podcast ist er sicherlich einer der interessantesten überhaupt, aber unser Bus stand vor der Tür, der uns zur nächsten Party bracht. Es macht auf jeden Fall immer sehr grossen Spass, sich mit John Perry Barlow über Netzpolitik zu unterhalten. Und ja – mein englisch ist beim Fragen stellen normalerweise besser. :) Ich muss das nochmal bei Zeiten nachbearbeiten. Zum Glück hört man kaum die Nebengeräusche von der Küche nebenan in dem Hotel, wo wir waren.

    29. Juni 2006 5
  • : San Francisco Times blockiert Penthouse, LA Times zusätzlich Playboy
    San Francisco Times blockiert Penthouse, LA Times zusätzlich Playboy

    In der Telepolis ist heute von Zensur in Firmennetzen der LA Times und der San Francisco Times Zweigstelle in San Francisco zu lesen. Dass größere Firmen in den USA ihre Angestellten nicht alles gucken lassen, was es im Internet so gibt, war ja schon bekannt. Verwendet werden dafür Contentfilter, die technisch bedingte, branchenübliche Einschränkungen aufweisen, „wenn beispielsweise nicht nur Porno-Seiten, sondern auch Seiten gesperrt werden, die über Sexualität berichten.“ Das kennen wir ja schon; Webfilter taugen meist nur als (schlechtes, weil allzu offensichtliches) politisches Feigenblatt, hier wie anderswo. Florian Rötzer schreibt in Telepolis:

    Erstaunlich ist aber, dass eine Zeitung, die der „freien Presse“ angehört und für den von den USA propagierten „freien Fluss der Information“ bürgt, nicht nur die übrigen Angestellten, sondern auch die Journalisten in der Redaktion „behütet“ – und dass diese von der von oben verordneten Zensur offenbar nicht einmal informiert worden waren. Vermutlich wird es sich nicht um einen Einzelfall handeln.

    Da ist aber was schiefgegangen. Bei der LA Times wird auch der Zugang zu Anbietern von Filtersoftware unterdrückt. Bei der Recherche eines Reporters über Peacefire, einer Webseite, auf der über kommerzielle Filtersoftware, ihre Schwächen und die Umgehung berichtet wird, war die Seite nicht verfügbar. So kam eine Sache ans Licht, über die die Angestellen und Redakteure der Zeitungen nicht informiert waren:

    Der Reporter der LA Times teilte Bennett Haselton, dem Gründer von Peacefire, mit, dass er nicht auf die Webseite kommen konnte. Haselton schickte daraufhin eine Mail an andere Times-Journalisten und bat sie zu überprüfen, ob sie ebenfalls blockiert werden. Die Journalisten berichteten, dass auch andere Webseiten wie die von Playboy blockiert waren. In der Redaktion von San Francisco war man offenbar liberaler. Zwar wurde auch hier ein Webfilter verwendet, aber der Zugriff auf Peacefire und Playboy war frei, hingegen ließ sich nicht auf die Webseite von Penthouse zugreifen. …

    Das ist wohl ein Eigentor für die Presse im „Westen“.

    Es schien einfach seltsam zu sein, dass eine Klasse von Menschen, auf die wir uns für unsere Informationen verlassen, weniger Freiheit im Internet hat als ein Bürger in China. Wir verlassen uns auf Reporter für Informationen über das, was in unserer Gesellschaft geschieht, und sie können ihren Job nicht erfüllen, wenn eine dritte Partei darüber entscheidet, was sie sehen dürfen.
    Bennett Haseltone

    Null Kommunikationskultur? Oder blind und plemplem verordnete Blindekuh? Hoffentlich wenden sich die Dinge hier zum Guten, und nein, ich meine nicht die Verkaufszahlen oder Filter„qualität“ von Websense und Konsorten. Es gibt ja für solche Zwecke Umgehungssoftware wie den Circumventor und Psiphon. Einer freien Presse darf sowas nicht passiert werden, wir kriegen auch chinesische Blümchenwiesen vorgesetzt, wenn auch kommentierende Blogs gesperrt werden (LA Observed).

    27. Juni 2006 4
  • : ICANN-Update und Vorhersage
    ICANN-Update und Vorhersage

    Kieren McCarthy gibt im Register eine schöne Zusammenfassung aller Themen, die bei ICANN anstehen und die auf der Tagung in Marrakesch ab Samstag diskutiert werden (müssten): Whois-Privacy, IDNs, neue TLDs, Länder-Abkommen wegen ccTLDs, und so weiter. Und vor allem die Frage: Was passiert, wenn das aktuelle Memorandum of Understanding zwischen ICANN und dem US-Wirtschaftsministerium Ende September ausläuft?

    Will the internet die in September?
    ICANN Marrakech There will be much to discuss at ICANN’s Marrakech meeting which kicks off this Saturday, but one question rises about all others: what will happen to the internet on 30 September 2006?

    23. Juni 2006
  • : Creative Commons und Fedora veranstalten Open-Video-Wettbewerb
    Creative Commons und Fedora veranstalten Open-Video-Wettbewerb

    Der Open-Video-Contest der Creative Commons und Fedora ist eröffnet. Endlich wird es belohnt, das Kino neu zu erfinden!

    Als Hauptgewinn bei dem Wettwerb von Creative Commons und Fedora winkt ein Sony Camcorder in einer speziellen Fedora-Ausgabe. Darüber hinaus erhalten die ersten 150 Einsender je ein Paar Flip-Flops mit Fedora-Aufdruck. Laut den Teilnahmebedingungen sollten die eingesandten Videos nicht länger als 30 Sekunden sein, die Videodatei im OGG-Theora-Format eine Größe von 10 MByte nicht überschreiten. Musik, Bilder oder Videos sollten nur dann genutzt werden, wenn sie frei verwendbar sind oder unter Bedingungen wie der Attribution-ShareAlike Lizenz stehen.

    Einsenden kann man zwischen dem 20. Juni 00:00 Uhr UTC (02:00 MESZ) und dem 20. Juli 00:00 Uhr UTC 2006 per E‑Mail. In der Jury sind unter anderem Alek Tarkowski (Creative Commons), Greg DeKoenigsberg (Red Hat), Max Spevak (Fedora) und Samuel Klein (Wikimedia Foundation, Special Project Committee).

    [via / Markus]

    22. Juni 2006 1
  • : Hillary Clinton für „Datenschutz“-Gesetz in den USA
    Hillary Clinton für „Datenschutz“-Gesetz in den USA

    Hillary Clinton, US-Senatorin und Gattin des Expräsidenten Bill Clinton, hat angekündigt, ein Datenschutzgesetz für den privaten Sektor vorzulegen. Der „Privacy Rights and Oversight for Electronic and Commercial Transactions Act“ („PROTECT Act“ – ja, die Amis lieben Akronyme) soll erstmals eine Reihe von Prinzipien umfassen, die für alle privaten Datenverarbeitungen gelten. Bisher gibt es das nur in Spezialbereichen wie Gesundheit, Kreditauskunft oder Videoverleih. Dieser Schritt ist interessant, weil es seit einiger Zeit auch von Seiten der Industrie immer mehr Forderungen nach einem umfassenen US-Datenschutzgesetz gibt. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen wird die Sorge der Kunden als Bremse für den e‑Kommerz gesehen, zum anderen haben viele Bundesstaaten mittlerweile Datenschutzgesetze eingeführt, die nicht kompatibel sind und zu noch mehr Chaos sorgen. Besonders Microsoft hatte im November Aufsehen erregt, als sich Vizepräsident Brad Smith in einem Weissbuch für ein Datenschutzgesetz aussprach.
    Schaut man sich Clintons „Privacy Bill of Rights“, wie sie sie nennt, mal genauer an, dann ist es allerdings eher ein schlechter Scherz:

    • „Right to Clear Protections of Consumers’ Most Private Information“: Hier geht es um Schutz von Informationen über politische oder sexuelle Präferenzen und ähnliches – das ist ja wohl der Mindeststandard.
    • „Right to Sue and Seek Damages“: Man soll eine Art Schmerzensgeld bekommen, wenn die Daten missbraucht oder geklaut wurden, wobei aber sehr kleine Firmen ausgenommen sind. Das wird also eine schöne Subunternehmer-Industrie des Datenmissbrauchs mit Einweg-Kleinstfirmen erzeugen.
    • „Right to Protect Phone Records“, „Right to Know Your Credit Report“, „Right to Freeze Personal Credit“, „Right to Medical Privacy“: Das ist entweder schon durch bestehende Gesetze abgedeckt oder in der Diskussion. Es reproduziert aber vor allem wieder den alten Fehler des US-Datenschutzes, nicht einheitliche hohe Schutzregeln für alle Arten von personenbezogenen Daten zu etablieren, sondern verschiedene Daten verschieden zu behandeln. Was passiert denn mit allen Daten, die nicht darunter fallen? Ach ja, das hier:
    • „Right to Know When Identity Theft Happens“: Das gibt es in Kalifornien schon, wo eh viele der Datenhändler sitzen. Ist aber wohl eine der sinnvolleren Regelungen.
    • „Right to Know When Your Data Leaves the United States“: Eine Anspielung auf die EU-Drittstaatenregelung. Während diese aber für ganze Drittländer oder Konzerne gilt und recht restriktiv ist, sollen hier die Kunden in jedem Einzelfall selber gefragt werden. Wie soll denn das gehen? Es wird also wieder auf „Shrink-Wrap“-Einverständniserklärungen hinauslaufen.
    • Was hier insgesamt fehlt, ist ein einfaches Einsichtsrecht in die eigenen Daten, die bei irgendwelchen Firmen gespeichert sind und nicht Kredite betreffen. Und es fehlt ein klares Bekenntnis zum „opt-in“ oder wenigstens „opt-out“. Man hat also weiterhin keine Kontrolle darüber, was die Firmen mit den eigenen Daten machen und wem sie diese weitergeben.
      Dann gibt es noch:

    • „Right to High Standards from Government“: Damit soll ein hochrangiger „Privacy Zar“ beim Office of Management and Budget geschaffen werden, der über die Datenverarbeitung der Regierungsbehörden wachen soll. Dies wird ihm aber schwerfallen, da er sich im Zwiefelsfall nicht gegen die Interessen von DHS und NSA („nationale Sicherheit!“) durchsetzen können wird. Das DHS hat schon seit Jahren einen Chief Privacy Officer, gemerkt hat man davon nichts. Ausserdem fehlt eine Aufsichtsbehörde für den privaten Sektor völlig.

    Falsch an diesem Gesetz ist der ganze Ansatz: Datenverarbeitung soll grundsätzlich erlaubt sein und nur bestimmten Einschränkungen und Schutzvorkehrungen unterworfen werden, ohne das die Bürger darüber groß selber bestimmen können. Der Ansatz der EU ist genau anders herum: Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist erstmal verboten, und Datensparsamkeit steht als Prinzip auch in den Gesetzen drin. Wenn dennoch eine Verarbeitung stattfinden soll, dann ist eine ausdrückliche Einwilligung des oder der Betroffenen nötig (Dass das Enforcement auch in Europa durchwachsen ist, steht auf einem anderen Blatt). Dieser Unterschied wird dazu führen, dass die USA auch mit Frau Clintons nett klingendem Gesetz keine EU-Einstufung als „angemessenes Schutzniveau“ bekommen werden. Das „Safe Harbor“-Abkommen, das Datenexporte von der EU in die USA nur an zertifizierte Firmen erlaubt, wird also weiter gelten müssen.
    Dennoch finde ich die Diskussion sehr interessant, weil sich offenbar langsam jenseits des Atlantiks eine kritische Masse an Befürwortern von stärkerem Datenschutz zusammenbraut. Wenn Hillary Clinton das Thema angeht, dann macht sie es ja nicht, weil sie selber daran glaubt. Sondern weil sie glaubt, sich damit profilieren zu können. Und das ist gemessen an den Entwicklungen seit 2001 ja ein sehr gutes Zeichen.

    21. Juni 2006 2
  • : Du hast keine Privatsphäre – oder doch wieder?
    Du hast keine Privatsphäre – oder doch wieder?

    Scott McNealy, CEO von Sun Microsystems, wurde vor ein paar Jahren berühmt mit dem Spruch „You have zero privacy anyway – Get over it.“ Sogar er scheint seine Meinung nun geändert zu haben, wie Securityfocus von der RSA Konferenz berichtet:

    „It’s going to get scarier if we don’t come up with technology and rules to protect appropriately privacy and secure the data, and the most important asset we have is obviously the data on people–our customers and employees and partners. And if we can’t protect that, people are not going to go online.“

    McNealy brauchte dafür erst eine eigene Erfahrung: Eine Woche vor der Konferenz wurde einer Partnerfirma ein Laptop gestohlen, auf dem sich auch seine persönlichen Daten befanden. Microsoft und andere haben das ja schon vor einer Weile begriffen, aber eher aus der „unzufriedene Kunden“-Ecke heraus. Kennt eigentlich jemand eine gute Analyse der Funktionsweise und der Schwächen von deren InfoCards / Identity Metasystem? Ich warte noch auf das im April angekündigte „more later„von Tiara.org.

    Via The Identity Corner.

    20. Juni 2006 2
  • : Democracy ‑Die Evolution des Internet-Fernsehens
    Democracy ‑Die Evolution des Internet-Fernsehens

    Democracy ist nicht nur ein Freies und offenes Abspielprogramm und Webbrowser in einem für TV-Sendungen, Videocasts, Podcasts und Audio-/Video-Quellen über BitTorrent, es steckt noch viel mehr in ihm: Durch die Integration von RSS-Feeds kann der Benutzer aus einer Liste mit den verschiedenen Videocast- oder Sendungen von Fernsehsendern auswählen. Die Open-Source-Applikation ist ein Projekt der Participatory Culture Foundation: Diese gemeinnützige Organisation entwickelt und fördert mehrere Freie Video-Sharing- und TV-Projekte im Internet, um bei dem Massenmedium Internet-TV vor allem auch die Meinungsfreiheit online zu garantieren. Ihre Hauptprojekte sind der Player Democracy, die Suchmaschine Videobomb und die Videocast-Software Broadcast Machine. Allesamt werden sie als Freie Software entwickelt, wobei Programmierer aus aller Welt dazu aufgerufen werden, im eigenen Wiki mitzuhelfen und so zur Verbreitung von Tools und Sendungen beizutragen.

    Der so genannte Channel Guide von Democracy bietet derzeit eine Auswahl an 400 verschiedenen Podcast- und anderen Kanälen. Alternativ können einzelne Programme wiederum über die Feeds abonniert und automatisch herunter geladen werden. Als „TV auf dem Desktop“ preist sich Democracy an und hat auch wirklich die Fähigkeiten hierfür. Democracy betont, dass die Clips, Filme und Sendungen auch im Vollbildformat abspielbar sind. Damit die Clips nicht zu viel Platz auf der Festplatte des Rechners einnehmen, wird jedes Video automatisch fünf Tage nach dem Ansehen oder nach einer beliebigen Dauer gelöscht – es sei denn, man möchte es abspeichern und behalten.

    An den Player gekoppelt ist die eigene Suchmaschinenseite Videobomb, „einem demokratischen Spielplatz für Internet-Video“. Als gelungenes Beispiel für eine Web 2.0‑Applikation können Nutzer hier ihre Lieblingsvideos vorstellen und bewerten und sich eigene „Sende-Kanäle“ zusammenstellen. Die Suchmaschine erleichtert das Finden einzelner Videos nach Themen und präsentiert herausragende Clips.

    Der Player ist sowohl für das Windows- wie auch das OSX-Betriebssystem erhältlich und als Beta-Version für die Linux-Distributionen Fedora, Ubuntu und Debian .

    19. Juni 2006 3
  • : EFF-Animation: The Corruptibles
    EFF-Animation: The Corruptibles

    Die Electronic Frontier Foundation hat eine neue Animation zum Thema DRM in Unterhaltungsmedien veröffentlicht: „The Corruptibles“. Die Flash-Animation gibt es wahlweise als SWF, AVI oder M4V-Datei. Sehr schön gemacht und richtig cool.

    The Corruptibles!
    Hollywood wants Congress to give it new super powers over your TV, radio, and computer. Find out more in this animation, and write to stop the Broadcast Flag, Audio Flag, and Analog Hole laws.

    17. Juni 2006 2