Urheberrecht

  • : Französisches Gericht verbietet Kopierschutz auf DVDs
    Französisches Gericht verbietet Kopierschutz auf DVDs

    Ein französisches Gericht hat entschieden, dass auf DVDs kein Kopierschutz (DRM) eingesetzt werden darf (Englische Übersetzung des französischen Artikels). Ein Mann hatte geklagt, weil er einen gekaufen Film auf VHS kopieren wollte, um den Film bei seiner Mutter zu sehen. Er wurde bei der Klage von der französischen Verbraucherschutzorganisation „UFC-Que Choisir“ unterstützt. Das Gericht entschied, dass die Filmstudios einen Monat Zeit haben, um DVDs ohne Kopierschutz auf den Markt zu bringen. Begründet wurde das Urteil mit dem Recht auf Privatkopie, einem Verbraucherrecht, welches durch den Kopierschutz verletzt wird. Dieses Urteil ist ein weiteres ermutigendes Urteil aus Frankreich. Erst vor wenigen Monaten wurde ein 22-jährigen Filesharer frei gesprochen, den die Unterhaltungsindustrie wegen Tauschbörsennutzung verklagt hatte. Hätten wir doch nur französische Richter in Deutschland.

    25. April 2005
  • : Hochschulrektorenkonferenz kritisiert Urheberrechtsreform
    Hochschulrektorenkonferenz kritisiert Urheberrechtsreform

    Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) übt mit einem soeben erschienener Band der HRK-Schriftenreihe „Beiträge zur Hochschulpolitik“ Kritik an dem vorliegendem Referentenentwurf zum zweiten Korb des Urheberrechtsreform. Aus Sicht der Hochschulen wird der Gesetzentwurf den Bedürfnissen der Wissenschaft noch nicht ausreichend gerecht. Deshalb hat die HRK anerkannte Urheberrechtsexperten gebeten, Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Diese wurden nun unter dem Titel: „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft – Anforderungen an das Zweite Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft“ veröffentlicht. Herausgeber sind Professor Dr. Ulrich Sieber, Direktor am Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht und wissenschaftlicher Leiter des Rechtsinformatikzentrums der Universität München sowie Professor Dr. Thomas Hoeren, Geschäftsführender Direktor am Institut für Informations‑, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster.

    „Eine Regelung zum Eintritt in das digitale Zeitalter ist angesichts der zunehmenden Bedeutung elektronischer Publikationen dringend erforderlich“, erläuterte HRK-Präsident Professor Dr. Peter Gaehtgens am Freitag (22. April) in Berlin anlässlich der Vorstellung der Publikation. Er warnte vor den Gefahren eines Urheberrechts, welches die Interessen der Wissenschaftseinrichtungen nicht berücksichtigt. Gaehtgens dankte der Bundesministerin der Justiz für die bisher sehr konstruktive Zusammenarbeit. „Es gibt aber noch erheblichen Verbesserungsbedarf bei dem Entwurf der Novelle, damit dem besonderen Stellenwert von Bildung und Forschung für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland bei der Ausgestaltung des Urheberrechts Rechnung getragen werden kann“, sagte er.

    25. April 2005
  • : Volker Grassmuck berichtet vom WIPO-Meeting
    Volker Grassmuck berichtet vom WIPO-Meeting

    Volker Grassmuck war beim WIPO Development Agenda-Meeting in Genf und hat für irights.info einen Bericht darüber verfasst: Auf dem Weg zu einer entwicklungspolitischen Ausrichtung

    Nord und Süd standen sich in Genf beim Auftakt zur Beratung einer Entwicklungsagenda für die Weltorganisation für geistiges Eigentum gegenüber. Grundlage der dreitägigen Sitzung, die am 13. April zu Ende ging, war ein Vorschlag einer Gruppe von Ländern des Südens zu einer grundlegenden Reform der UN-Organisation mit dem Ziel, den Zugang zu Wissen und Technologie zu verbessern.

    22. April 2005
  • : CDU will weiter privates Kopieren kriminalisieren
    CDU will weiter privates Kopieren kriminalisieren

    Im Kampf gegen die bösen Filesharing-Nutzer steht die konservative Anti-Datenschutz-Fraktion CDU/CSU stramm auf Seite der „erfolgreichen Raubkopierer sind Verbrecher-Kampagne“ und fordert ein Auskunfsrecht.

    Auch die Bagetellklausel, die laut Zypries die „Kriminalisierung der Schulhöfe“ verhindern soll, indem „Downloads im einstelligen Bereich“, wie „den neuesten Robbie Williams Song“ nicht sofort kriminalisiert werden sollen, lehnt der Rechtspolitische Sprecher Günther Krings ab. Und auch hier redet die CDU/CSU mal wieder das nach, was die Film- und Musikindustrie fordert.

    „Durch die Bagatellklausel fördert die Regierung eher das Unrechtsbewusstsein“, so der Konservative. Damit unterminiere die Bundesregierung auch die erfolgreiche Kampagne der Filmindustrie „Raubkopierer sind Verbrecher“.

    Aber nicht nur Filesharing ist gefährlich. Auch private Kopien von gekauften CDs für die Familie oder besten Freunde, früher bekannt als das „Recht auf Privatkopie“, darf nach Meinung der CDU nicht bagatellisiert werden:

    Gegenüber der ersten Fassung habe die Bagatellklausel inzwischen sogar eine Ausweitung erfahren, da nun auch die „rechtswidrige Vervielfältigung zum privaten Gebrauch“ zulässig sein soll, wenn sie für eine andere Person vorgesehen ist, monierte Krings.

    Mit anderen Worten, wenn Du eine CD kaufst und Deiner Freundin kopierst, die CD aber einen Kopierschutz hat, dann will die CDU, dass Du ein Straftäter bist. „Black is beautiful“?

    22. April 2005
  • : 21c3 Audio-Mitschnitte verfügbar
    21c3 Audio-Mitschnitte verfügbar

    Etwas verspätet sind die Audio-Aufnahmen des 21. Chaos Communication Congress vom vergangenen Dezember im freien Ogg Vorbis-Format endlich online. Hier gibt es das Torrent-File, um alle Aufnahmen in einem Paket herunter zu laden (Vorsicht: Gleich 2GB). Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, einzelne via FTP hier zu downloaden. Meinen Vortrag zum Urheberrecht findet sich hier. Was ich noch vermisse, ist das letzte Panel zu „Lobbying für Nerds“. Auch spannend ist Joi Ito’s Vortrag zu „State of Emerging Democracy“. Muss ich noch erwähnen, dass alle Aufnahmen unter einer Creative Commons – Lizenz stehen?

    22. April 2005
  • : Wie sieht die Zukunft des Internetradios aus?
    Wie sieht die Zukunft des Internetradios aus?

    Dieser Frage geht Bernhard Knies in seinem Aufsatz „Aus für das Internetradio? Neuer Webcasting-Tarif der GVL in der Kritik“ nach. Die Gesellschaft für Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) hatte zum 01. April nicht nur ihre Tarifstruktur massiv (zu Ungunsten insb. von Internetradios) verändert, sondern auch neue Nutzungsbedingungen (Stichwort: DRM und Nutzungsintensität) bekannt gegeben. Knies zweifelt insbesondere daran, dass die neuformulierten Nutzungsbedingungen einer gerichtlichen Prüfung standhalten werden und sieht darin lediglich den Versuch der GVL auf Umwegen ein Verbotsrecht zu erlangen. (via Handakte WebLAWg

    21. April 2005 1
  • : Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages erklärt Softwarepatente
    Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages erklärt Softwarepatente

    Der „Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages“ erklärt in der aktuellen Ausgabe den Begriff „Softwarepatente“. Aber irgendwie hat der Dienst immer noch nicht wirklich die Debatte verstanden: „… Sie fordern offene Standards (sog. Open Source) bei der Entwicklungs- und Vertriebsform von Software und halten einen urheberrechtlichen Schutz von Software für ausreichend.“

    18. April 2005
  • : Creative Archive der BBC
    Creative Archive der BBC

    Greg Dyke, director general of the BBC, has announced plans to give the public full access to all the corporation’s programme archives. Mr Dyke said on Sunday that everyone would in future be able to download BBC radio and TV programmes from the internet.
    The service, the BBC Creative Archive, would be free and available to everyone, as long as they were not intending to use the material for commercial purposes, Mr Dyke added.

    Diese Meldung aus dem Jahr 2003 war der Startschuss für das als „Creative Archive“ bekannte Projekt der BBC. Archivierten Inhalte des Senders sollen den britische Steuerzahler unter Creative Commons Lizenzen zur Verfügung gestellt werden. Somit sind diese berechtigt, die Materialien auf ihre Festplatte zu speichern, zu bearbeiten, auf andere Datenträger zu kopieren und an Freunde weiterzugeben, solange dies nicht kommerziellen Zwecken dient.

    Heute gut anderthalb Jahre später stellt sich die Situation ein wenig anders dar. Nachdem sich die Einführung des Creative Archive sich nun bereits um sechs Monate verschoben hat, schränkt die BBC die hohen Erwartungen nun noch weiter ein. Freigegeben werden nicht, wie urspünglich angekündigt, Beiträge aus sämtlichen Sparten, sondern zunächst nur Natur- und Dokumentarfilme der BBC. Ob und wann das inhaltliche Angebot erweitert wird, darüber machen BBC-Verantwortlichen nur sehr vage Angaben.

    Nichts desto trotz sollte der Schritt der BBC nicht unterbewertet werden, da er dennoch als bisher wohl ehrgeizigstes Projekt dieser Art gelten kann und durchaus Pioniercharakter besitzt. Einen ausführlichen Bericht zum Thema gibt es hier.

    netzpolitik.org berichtete vor zwei Tagen schon ausführlich: BBC Creative Archiv gelauncht

    15. April 2005 1
  • : CCC Datenschleuder #86 ist erschienen
    CCC Datenschleuder #86 ist erschienen

    Gestern ist die neue Datenschleuder #86, „das wissenschaftliche Fachblatt für Datenreisende“ des Chaos Computer Clubs, erschienen.

    Der Inhalt ist mal wieder sehr vielseitig. Die Eröffnungsrede von Peter Glaser vom 21. Chaos Communication Congress Ende letzten Jahres in Berlin ist ebenso vertreten wie Artikel über Biometrie, die Hash-Problematik in der Kryptographie, ein Test von Personal Firewalls, Hackerethik, Geo Information Systems, Seriennummern und Mustererkennung auf Papier und die elektronische Steuerabgabe „Elster“. Von mir ist ein Artikel über den Stand der Softwarepatente-Richtlinie dabei.

    15. April 2005
  • : Was geschah beim WIPO-Meeting?
    Was geschah beim WIPO-Meeting?

    Donna Wentworth gibt auf Copyfight einen Überblick, was diese Woche beim WIPO Developing Meeting in Genf passiert ist:

    Cory Doctorow @ BoingBoing: „A group of over a dozen poor nations (the ‚Friends of Development’) have presented a long, substantive proposal about how to reform IP in poor nations to encourage development. The US and other rich countries have come back with the ridiculous proposal that the way to help developing nations is to assign them ‚buddies’ from the developed world who will lend assistance in writing American-style copyright and patent laws in poor countries where they can barely afford to feed and shelter their citizens.

    The developing nations are aggressively calling bullshit on this.“

    Ren Bucholz @ Deep Links
    (where EFF has been posting rough transcripts of the proceedings: Day 1; Day 2): „We won big this week. First, there is a genuinely substantive policy discussion going on within WIPO about its obligations to be more than an IP-factory and instead explore its capacity as a positive force for the social and economic development of its member states. Not only was the majority of the meeting spent discussing the excellent Friends of Development proposal, but the good guys secured two more meetings to focus on reforming WIPO, defeating those who wanted to limit the process to a single additional meeting. Second, WIPO agreed to open the next two events to the 17 non-accredited non-government organizations (NGOs) that fought hard to attend this first meeting.“

    South-North development monitor, SUNS: „Another highlight was a presentation by India, another major proponent of the Development Agenda. …India said that much more needs to be done in WIPO to meet development challenges. In WIPO’s terminology, ‚development’ means increasing a developing country’s capacity to provide protection to IPR owners. This is quite the opposite of what developing countries understand when they refer to the ‚development dimension.’ It added that the FOD paper corrects this misconception, that the development dimension means technical assistance.

    India said that the real development imperative is ensuring that the interest of IP owners is not secured at the expense of the users of IP, of consumers at large and of public policy in general. The proposal therefore seeks to incorporate into international IP law and practice what developing countries have been demanding since the TRIPS agreement was foisted on them in 1994.“

    William New @ IP Watch: „Private and non-profit sector representatives generally lined up on either side of debate between developed and developing countries undertaken in an inter-sessional intergovernmental meeting (IIM) this week. …A wide range of civil society groups have joined developing countries in pushing for reform of WIPO’s treatment of development issues. …Industry representatives, meanwhile, generally support the notion in the US proposal that no fundamental transformation of WIPO is necessary. …One industry representative called the Friends of Development proposal a ‚distraction,’ and industry groups generally appeared interested in preventing the Friends of Development proposal from gaining too much traction within WIPO.“

    Bridges Weekly Trade News Digest : „[The] majority of developing country members, including the groups of African and Asian countries, expressed support for many of the issues raised in the FoD submissions, and stressed the importance of ensuring that the design and implementation of intellectual property rules take into account different countries’ respective levels of development – that one size should not be made to fit all. “

    15. April 2005
  • : WIPO – Blogging
    WIPO – Blogging

    Gestern hat in Genf die Diskussion um die „Developing Agenda“ bei der World Intellectual Property Organisation begonnen. Das Thema schafft es leider nie in die Mainstream-Medien, trotz des Einflusses auf viele Gesetzgebungen wie Softwarepatente und das Urheberrecht. Viele Aktivisten von zivilgesellschaftlichen Organisationen sind dort und immer mehr bloggen auch.

    Hier stelle ich mal verschiedene Quellen zusammen:

    EFF Deep Links: Blogging WIPO’s Development Agenda Meeting – Day 1

    Mediatrademonitor.org: WIPO’s Meeting on a Development Agenda (April 11 2005)

    IP-Watch:
    Nations Clash On Future Of WIPO Development Agenda

    Ältere Beiträge von netzpolitik.org zum Thema WIPO:

    Balance in der WIPO Developing Agenda?
    Streit um WIPO-Partizipation
    Auf dem Weg zur “World Intellectual Wealth Organisation”

    12. April 2005
  • : Neue Märchen der Musikindustrie
    Neue Märchen der Musikindustrie

    Es war einmal… So klingt zumindest das Märchen von den um die Hälfte reduzierten Downloads in Deutschland, was der IFPI-Verband heute mal wieder kommuniziert. Ist ja schön, wenn sie selbst dran glauben. Ich bezweifle stark, dass sich die Downloads aus Filesharing-Börsen aufgrund der Klagewellen fast halbiert haben, wie Herr Gebhardt in der heutigen Pressemmitteilung behauptet. Grund seien die Klagewellen und die tollen neuen DRM-Angebote. Komisch nur, dass nach aktuellen Zahlen jeder iPod-Besitzer ganze 7 Songs gekauft hat, wo doch bis zu 10000 Stück auf so ein kleines Teil passen. Lustig ist auch, dass Gebhardt nur wenige Monate brauchte, um die Brennerstudie der Filmindustrie zu bewerten, die genau das aussagen soll. Aber da diese aufgrund von Interviews geführt wird, und die Interviewten nicht ganz so ehrlich mit den Angaben sind (Stichwort Klagewellen), dürfte der Grund der starken Abnahme eher dieser sein: Die Leute verschweigen einfach aus Angst, dass sie Filesharing-Börsen nutzen. Wer will schon Gebhardts Fusstruppen mit der Polizei vor der Tür stehen haben für das nicht-kommerzielle Kopieren von Musik.

    Die Rhetorik wird jedes Jahr auf neue wiederholt. Vielleicht glauben die IFPI-Verantwortlichen ja tatsächlich daran, dass sie Erfolg haben. Das Problem wird allerdings nicht gelöst. Und in Filesharing-Börsen ist nichts davon zu merken, dass die Musikindustrie mit ihren Klagewellen riesigen Erfolg hat.

    Und man kann es immer nur wiederholen: Der Download von Songs aus Tauschbörsen ist nicht illegal! Auch wenn die Musikindustrie dies gerne so hätte.

    Update:

    Ich hatte noch einen Fehler drin. Die Brenner-Studie 2004, auf die Herr Gebhardt sich bezieht, ist nicht wenige Monate alt. Sie ist sogar älter als ein Jahr und wurde am 30. März 2004 veröffentlicht. Wenn das nicht mal Rapid Response ist.

    12. April 2005
  • : Creative Commons Tour in der Schweiz
    Creative Commons Tour in der Schweiz

    In der Schweiz wird das Creative Commons Projekt von OpenLaw koordiniert. OpenLaw geht jetzt vom 21.–28. April auf Tour durch verschiedene Schweizer Städte, um die gerade ins Schweizer Recht übersetzten Lizenzen überall vorzustellen. Im Anschluss gibt es jeweils Parties mit verschiedenen Net-Labels und Künstlern.

    [via Symlink]

    11. April 2005
  • : Richard Stallman kommentiert Bill Gates
    Richard Stallman kommentiert Bill Gates

    ZDNet führte im Januar ein Interview mit Bill Gates über Softwarepatente, wo dieser häufig das Thema wechselte und die Angelegenheit mit diversen anderen Gesetzen vermischte. Das Interview wurde dadurch berühmt, weil Bill Gates alle Andersdenkenden als „Kommunisten“ bezeichnete. Nun antwortet Richard Stallman von der Free Software Foundation auch wieder auf ZDNet und nimmt Stellung zu den Aussagen und Softwarepatenten an sich:

    Doch Kapitalismus bedeutet Monopolismus; zumindest tut dies der Kapitalismus im Gates-Stil. Leute, die meinen, jeder sollte frei programmieren und komplexe Software schreiben dürfen, sind Kommunisten, sagt Mr. Gates. Doch diese Kommunisten haben sogar die Vorstandsetage von Microsoft infiltriert.

    11. April 2005
  • : Ö1-Matrix über EDRi und Softwarepatente
    Ö1-Matrix über EDRi und Softwarepatente

    Für die Österreicher heute Abend: Matrix, 22:30 Radio Ö1

    Mariann Unterluggauer hat Danese Cooper, eine der bekanntesten „Evangelisten“ der Open Source Bewegung, besucht und sich die Bedenken gegen Software-Patente erläutern lassen. Sonja Bettel hat Sjoera Nas und Maurice Wessling von der Organisation „European Digital Rights“ in Amsterdam besucht und sich nach den aktuellen Konfliktfeldern erkundigt.

    Passend dazu gibt es auch bei Futurezone einen Artikel über Danese Cooper und ihre Ansichten zu Softwarepatenten, die ich teile.

    10. April 2005
  • : „Who owns Culture“ – Diskussion in NY
    „Who owns Culture“ – Diskussion in NY

    Lawrence Lessig von Creative Commons und Jeff Tweedy von der Rockband Wilco, die ihre Musik über Filesharing distributieren, wurden von dem Magazin Wired zu einer Diskussion über „Who Owns Culture?“ in die New York Public Library eingeladen. Die Veranstaltung fand am vergangenen Donnerstag statt und die Eintrittskarten waren innerhalb von fünf Minuten übers Internet verkauft, was in Deutschland kaum vorstellbar ist. Die Diskussion stand klar vor dem Hintergrund des Grokster-Falles. Die New York Times schildert den Verlauf des Abends in dem Artikel „Exploring the Right to Share, Mix and Burn“.

    9. April 2005
  • : Innovationspapier der Grünen
    Innovationspapier der Grünen

    Bündnis 90/Die Grünen haben heute auf ihrem kleinen Parteitag ein Innovationspapier beschlossen. In diesem finden sich auch viele interessante Positionen zum Thema Wissensgesellschaft.

    Verbraucherschutz & Privatsphäre:

    „So kommt es beispielsweise bei neuen elektronischen Geschäftsmodellen darauf an, von Anfang an Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer zu etablieren, damit Verbraucherinnen und Verbraucher der damit verbundenen Technik auch das nötige Vertrauen entgegenbringen.“

    Ein ganzes Kapitel ist dem Thema „Öffentliches Wissen – für eine offene Informationsgesellschaft“ gewidmet. Hier wollen sie „durch eine breite Teilhabe der Bevölkerung an öffentlichem Wissen einen volkswirtschaftlichen Mehrwert schaffen, der die Kreativität der Bürgerinnen und Bürger beflügelt und den geistigen Reichtum der Gesellschaft nachhaltig sichert.“

    Eine sehr sympathische Idee finde ich folgendes:

    „Staatlich finanzierte Forschungsergebnisse, öffentliche Dokumente und Daten von Bund, Ländern und Kommunen sowie öffentlich-rechtlich finanzierte Informationsinhalte müssen so frei wie möglich lizenziert werden. Dabei handelt es sich insbesondere um Nachrichten, Gesetzestexte und öffentliche Studien. Es geht aber genauso um Geodaten, amtliche Statistiken und Forschungsergebnisse der Wissenschaft.“

    Freie Software, Freies Wissen:

    „Wir begrüßen Pläne der Stadt Mülheim an der Ruhr, staatlich finanzierte Software für Behördendienstleistungen als freie Software zu veröffentlichen, um diese auch anderen öffentlichen Trägern als Prototyp zur Verfügung zu stellen. Wir unterstützen neue Modelle und Initiativen zu einer möglichst weiten Verbreitung von Wissen und Schaffung kreativer Leistungen wie Open Access, Freie Software, die Online-Enzyklopädie Wikipedia, Creative Commons oder Open Standards. So tragen etwa München und Schwäbisch Hall durch verstärkten Einsatz von Freier Software und Open-Source-Lösungen zu mehr Wettbewerb auf dem Softwarebeschaffungsmarkt bei und sparen gleichzeitig öffentliche Gelder.“

    Softwarepatente als Innovationshemmnis:

    „Innovationshemmend kann sich in diesem Zusammenhang die Übertragung patentrechtlicher Vorschriften auf Gebiete auswirken, deren Schutzfähigkeit bereits ausreichend gewahrt ist. Zu nennen ist hier in erster Linie eine mögliche Patentierung von Software, die bereits durch das Urheberrecht geschützt wird. Patente auf Software würden sich insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen sehr negativ auswirken.“

    Öffentliche Daseinsvorsorge in der Informationsgesellschaft:

    Viele Industrieländer fördern bereits die Schaffung von öffentlichen digitalen Archiven zur Schaffung einer offenen und nachhaltigen Informationsgesellschaft, das kanadische Kulturministerium beispielsweise mit rund 45 Millionen Euro pro Jahr. In eine ähnliche Richtung zielt die Freigabe der BBC-Archive in Großbritannien unter der Creative-Commons-Lizenz. Hier sehen wir in Deutschland noch Nachholbedarf. Die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Mediathek oder der Aufbau von Wissenschaftsservern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind erste und wichtige Schritte in eine innovative Richtung. Bestandteil der Leistungen öffentlicher Daseinsvorsorge ist auch die Förderung und Absicherung von Bürgermedien…

    Die Positionen finde ich sehr erfreulich und frage mich, wie lange die anderen Parteien noch brauchen werden, um die neuen Potentiale und Chancen für eine sich entwickelnde Wissensgesellschaft zu entdecken. Wahrscheinlich viel zu spät, wie die derzeitigen Diskussionen um den „zweiten Korb“ des Urheberrechtes zeigen.

    9. April 2005 1
  • : Urheberrecht vs. Innovation
    Urheberrecht vs. Innovation

    Hal R. Varian, Professor für Wirtschaft und Informationmanagement an der University of California, Berkeley hat ein Essey für die New York Times geschrieben. In diesem nimmt er zum Grokster-Fall Stellung und gibt einen Überblick über technische Innovationen im letzten Jahrhundert und wie Gerichte, Märkte und Verbraucher darauf reagierten: File-Sharing Is the Latest Battleground in the Clash of Technology and Copyright.

    With respect to technology, the Sony decision got it right: encourage technologies that create more total value. Then, let companies fight to find business models that deliver that value to consumers. They can be awfully creative when they are forced to be.

    7. April 2005