Studie

  • : New America Foundation: NSA-Massenüberwachung nicht maßgeblich bei Terrorbekämpfung
    New America Foundation: NSA-Massenüberwachung nicht maßgeblich bei Terrorbekämpfung

    Das Argument, Überwachung sei notwendig, um Terroristen und andere Bösewichte zu bekämpfen, hängt uns mittlerweile gewaltig zum Hals heraus. Damit hat man schon zig Male versucht, die Vorratsdatenspeicherung und andere Datensammeleien durchzusetzen und auch im Rahmen des NSA-Skandals wurde uns mehrmals ins Gewissen geredet. Die USA seien ja nur besorgt um die Sicherheit der Welt und man habe ja mindestens 50 Terroranschläge verhindert, auch für Europa. Leider schürt eine solche Rhetorik Unsicherheit und macht viele glauben, ohne das schützende allgegenwärtige Auge des Staates breche spontan eine terroristische Apokalypse ein. Dabei gab es ja auch eine Verbrechensbekämpfung vor dem Internet und den günstigen technischen Möglichkeiten, alles und jeden im Blick zu haben.

    Deshalb freuen wir uns immer über handfeste Beweise gegen solche Propaganda. Heute ist eine Studie der New America Foundation erschienen. In Do NSA’s Bulk Surveillance Programs Stop Terrorists? werden 225 Fälle von Terrorplänen unter die Lupe genommen, bei denen die Person von al-Qaeda oder ideologisch ähnlichen Organisationen rekrutiert und später unter Terrorvorwurf verurteilt wurde.

    Nur in 7,5% der Fälle wurde mit Hilfe von NSA-Maßnahmen die Ermittlungsarbeit initiiert, den Rest übernahmen traditionelle Ermittlungsmethoden wie Hinweise von Familie und Freunden, Informanten und auffälliges Verhalten, bzw. war in 27,6% der Fälle der Anfang der Ermittlungen nicht ermittelbar. Hier kann man sich die Ergebnisse grafisch aufbereitet anschauen und sich die einzelnen Fälle, die untersucht wurden, in Kurzzusammenfassung durchlesen.

    Es wäre gut, viele glaubwürdige Studien wie diese zu sammeln, mit denen sich die Ineffizienz von Massenüberwachung bei der Verbrechensbekämpfung demonstrieren lässt, auch für die deutsche Debatte um Vorrats- und Bestandsdaten. Wenn ihr also ähnliche und seriöse kennt freue ich mich über Linkhinweise.

    13. Januar 2014
  • : Leseempfehlung: Die Kosten von Überwachung
    Leseempfehlung: Die Kosten von Überwachung

    Dank moderner Kommunikationstechnologie ist Überwachung einfacher geworden. Das fällt schon auf, wenn man sich beim Schauen eines Tatorts aus den 80ern dabei ertappt, dass man bei umständlichen Ermittlungsarbeiten denkt: „Wieso orten sie nicht einfach das Handy vom Mörder?“ oder „Warum schauen sie nicht nach, mit wem er telefoniert hat?“

    In Zahlen gefasst hat das jetzt eine Studie, die gestern im Yale Law Journal Online publiziert wurde. Kevin S. Bankston und Ashkan Soltani haben untersucht, wie viel die Überwachung des Aufenthaltsortes einer Person kostet, basierend auf repräsentativen Gerichtsfällen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Mobilfunküberwachung bei einem Zeitraum von einem Monat  weniger als ein Tausendstel der persönlichen Überwachung durch Polizeibeamte kostet. Interessanter Fakt ist hier auch der Preisunterschied zwischen den Mobilfunkprovidern. Während man bei T‑Mobile 2.800$ pro Monat für ein Mobilfunktracking hinlegt, gibt es das bei Betreiber Sprint schon zum attraktiven Festpreis von 30$. Wenn das keine Überwachungs-Flatrate ist…

    thecostofsurveillance

    10. Januar 2014
  • : EU-Studie über Massenüberwachung in den Mitgliedsstaaten
    EU-Studie über Massenüberwachung in den Mitgliedsstaaten

    In der Studie National programmes for mass surveillance of personal data in EU Member States and the compatibility with EU law für das LIBE-Komittee (Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres) des Europaparlaments wird die Präsenz von Massenüberwachung in Großbritannien, Schweden, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden unter die Lupe genommen. Über den Ausschuss hatten wir auch schon im Zusammenhang mit den Anhörungen im Untersuchungsausschuss zum NSA-Skandal und der EU-Datenschutzreform berichtet.

    28. Oktober 2013
  • : Remix hilft Originalen: Studie zu ökonomischen Folgen von Sampling
    Remix hilft Originalen: Studie zu ökonomischen Folgen von Sampling

    In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Eine Studie zum ökonomischen Verhältnis von Remix und Original.

    Bislang gibt es kaum empirische Studien darüber, welche Folgen ein Remix für das Original hat – und zwar weder was die (möglicherweise: veränderte) Rezeption eines Werkes noch was die ökonomischen Auswirkungen betrifft. Nur anekdotisch lässt sich auf bekannte Beispiele verweisen, in denen erst der Remix eines Werkes auch dem Original und damit dessen Urheber zum Durchbruch verholfen hat. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist mit Sicherheit der Song „Thank You“ der britischen Sängern Dido. Nachdem „Thank You“ bereits 1998 erstmals veröffentlicht worden war, avancierte er erst 2000 zu Didos bislang größtem Hit, nachdem Eminem die erste Strophe in seinem Song „Stan“ gesampelt hatte.

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    Während in diesem Fall die Rechte geklärt waren und Dido teilweise sogar gemeinsam mit Eminem bei Konzerten auftrat, war das bei einem anderen prominenten Beispiel nicht der Fall. Wie DIE ZEIT im April diesen Jahres in einem ausführlichen Porträt berichtete, war Asaf Avidan ursprünglich überhaupt nicht von dem Wankelmut-Remix (siehe auch Embed-Video) seines Songs „One Day“ begeistert, der ihm letztlich zu weltweitem Erfolg verhelfen sollte:

    22. Oktober 2013
  • : Geheimdienstgesetze der USA, Großbritannien und Deutschland fast identisch: Ähnliche Befugnisse für NSA, GCHQ und BND
    Geheimdienstgesetze der USA, Großbritannien und Deutschland fast identisch: Ähnliche Befugnisse für NSA, GCHQ und BND

    In einer neuen Studie untersuchten Ben Scott der New America Foundation und Stefan Heumann der Stiftung Neue Verantwortung die rechtlichen Rahmenbedingungen der Geheimdienste in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland. Dabei fokussierten sie auf drei Fragen:

    1. Welche Gesetze ermächtigen die Geheimdienste zu ihrer Tätigkeit?
    2. Wie und in welchem Ausmaß findet Überwachung statt?
    3. Wem obliegt die Aufsicht und welche Kontrollmechanismen gibt es?

    Our findings do not support the conclusion that foreign signals intelligence programs in the US represent a fundamentally different policy choice than two of its most important European allies… there appear to be more similarities than differences between three countries when it comes to how these programs are autho-rized, how they function, and what oversight mechanisms exist to control them.

    7. Oktober 2013
  • : Studie: Die widersprüchlichen Vorstellungen von US Amerikanern zu ihrer Privatsphäre im Internet
    Studie: Die widersprüchlichen Vorstellungen von US Amerikanern zu ihrer Privatsphäre im Internet

    anonymous-largeLetzte Woche veröffentlichte das US amerikanische Pew Research Center eine neue Studie zum Thema Anonymität und Privatsphäre im Internet. Hierzu wurden rund 1.000 US AmerikanerInnen per Telefon befragt. Begraben unter einigen Widersprüchen und Unsinnigkeiten liegen eine Hand voll interessanter Erkenntnisse.

    • Lediglich 14% nutzen (irgendeine Art von) Verschlüsselung
    • 33% haben Angst vor kriminellen Hackern, aber nur 5% haben Bedenken wegen staatlicher Überwachung
    • Meta-Daten des Mailverkehrs (Empfänger) werden als ähnlich sensibel empfunden, wie der eigentliche Inhalt
    • Etwa 2/3 der Befragten denken, dass bisherige Gesetze Bürger nicht adäquat schützen.
    • Datenschutz ist letztlich Handlungsfreiheit.

    Privacy is not an all‐or‐nothing proposition for internet users. People choose different strategies for different activities, for different content, to mask themselves from different people, at different times in their lives. 

    11. September 2013
  • : Transparenz im Telekommunikationsmarkt: Stellungnahme des vzbv zum Eckpunktepapier der Bundesnetzagentur
    Transparenz im Telekommunikationsmarkt: Stellungnahme des vzbv zum Eckpunktepapier der Bundesnetzagentur

    Im April diesen Jahres veröffentlichte die Bundesnetzagentur eine Studie, nach der die meisten Internet-Anschlüsse nicht die Bandbreite liefern, die von den Anbietern beworben wird. Im Mai veröffentlichte die Bundesnetzagentur daraufhin ein Eckpunktepapier, in dem „Transparenzmaßnahmen im TK-Endkundenmarkt“ erarbeitet wurden. Bis heute, dem 02.09., war es möglich Stellung zu den vorgestellten Eckpunkten zu nehmen. Diesem ist der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am heutigen Tage nachgekommen. Ihr Resümee: Viele der Forderungen seien richtig, insgesamt greifen diese aber noch nicht weit genug.

    Das Ergebnis der Studie der Bundesnetzagentur aus dem April diesen Jahres war kein Ruhmesblatt für die Internetanbieter: rund 70% aller Internetkunden surfen nur mit der Hälfte der eigentlich durch die Anbieter beworbenen Geschwindigkeit. Nur bei jedem fünften Kunden wurde die vertraglich vereinbarte Bandbreite tatsächlich erreicht.

    2. September 2013
  • : Studie: Wie begünstigt Netzneutralität Innovation?
    Studie: Wie begünstigt Netzneutralität Innovation?

    fiber Eine Studie von SEO Economic Research im Auftrag des niederländischen Wirtschaftsministeriums hat nun untersucht, unter welchen Bedingungen und in welchem Ausmaß Netzneutralität Innovation fördert. So kam man zu der – wenig überraschenden – Erkenntnis, dass Netzneutralität sehr wichtig für Innovation ist – vor allem bei kleineren und mittleren Inhalte- und Diensteanbietern. Netzneutralität gewährleistet niedrige Markteintrittsschranken für neue Anbieter, begünstigt dadurch Wettbewerb und letztlich Innovation. In der Studie wird Netzneutralität aus ökonomischer Sicht beleuchtet, indem man verschiedene Szenarien von Marktversagen identifiziert und analysiert. Die Studie stützt sich dabei auf bisherige wissenschaftliche Literatur und gibt einen guten Überblick zum Thema: Wie ist Netzneutralität aus ökonomischen Gesichtspunkten zu bewerten?

    Network neutrality … increases competition, therefore provides incentive for innovations at the core and the edges. Small innovators at the edges benefit more than large CAPs [Content and Application Providers]. These smaller innovations are seen as the drivers of the success of the internet. 

    28. August 2013
  • : Diskursanalyse zur Debatte um Netzneutralität
    Diskursanalyse zur Debatte um Netzneutralität

    Das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen hat im Rahmen einer Kooperation mit dem Telekommunikationsunternehmen E‑Plus einen Bericht über „Der Diskurs zur Netzneutralität“ verfasst (PDF). In dem 56-seitigen Bericht gibt es Analysen zu den Diskursen in Deutschland, der EU, Frankreich, Niederlande und den USA, sowie einen Kurzüberblick, was in einigen anderen Staaten läuft.

    Am Anfang des Berichtes wird Netzneutralität definiert und das ist recht gelungen:

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    Allerdings hat sich auch in der englischen Sprache oder den USA keine einheitliche Defini-tion durchgesetzt. Aus technischer Sicht, verlangt das Prinzip der Netzneutralität einen Verzicht auf Techniken der Datendiskriminierung und die Übermittlung von Daten im Internet „gemäss der ursprünglichen Architektur des Internets“, welche die Intelligenz anden Endpunkten des Netzwerks angesiedelt hat. Die Best-Effort-Regel des transmissioncontrol protocol (TCP), welches das ursprüngliche Internet dominiert, verzichtet – vereinfacht gesagt – auf die Priorisierung von Datenpaketen und transportiert Information stattdessen nach dem First-In/First-Out-Prinzip.

    28. August 2013
  • : BMBF-Studien zu Open Educational Resources: Überblick, Recht und Metadaten
    BMBF-Studien zu Open Educational Resources: Überblick, Recht und Metadaten

    Ende 2012 gab es eine erste Expertenanhörung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Thema offener Lehr- und Lernunterlagen (Open Educational Resources, OER). Einigkeit herrschte am Ende dieser Anhörung, dass es noch großen Bedarf für Studien zum Thema gibt. Mittlerweile liegen die ersten drei Studien vor, die im Nachgang der Anhörung in Auftrag gegeben worden waren:

    Überblick und Grundlagen: Ingo Blees, Nadia Cohen und Tamara Massar vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung stellen in einem 107 Seiten starken Dossier (PDF) noch einmal überblicksartig den aktuellen Stand in Sachen OER in Deutschland und ausgewählten Ländern dar. Die AutorInnen halten sich mit konkreten Empfehlungen zurück und liefern vor allem eine Sammlung von Materialien und Initiativen im Bereich OER.

    Rechtsfragen von OER: Rechtsanwalt und Urheberrechtsexperte Till Kreutzer setzt sich auf über 60 Seiten (PDF) mit den (urheber-)rechtlichen Fragen von OER auseinander. Kreutzer warnt darin unter anderem vor „allzu proprietärem Denken“, wodurch „die größte Stärke von OER-Strategien (Optimierung der Lehr- und Lernmaterialien durch kollaboratives Zusammenwirken und Content-Sharing) aufs Spiel gesetzt“ würde (S. 59). Abgesehen davon zeigt er sich skeptisch was die Entwicklung neuer, spezieller OER-Lizenzen betrifft sondern empfiehlt stattdessen die Nutzung bereits etablierter Lizenzmodelle wie eben Creative Commons:

    „Aus den vorgenannten Gründen sollte sich die Frage nach geeigneten OER-Lizenzen eher auf die Auswahl einer geeigneten Lizenzvariante aus dem Bestand der existierenden Lizenzmodelle fokussieren als auf die Entwicklung neuer spezieller Lizenzmodelle.“ (S. 64f.)

    Metadaten für OER: Frauke Ziedorn, Elena Derr und Janna Neumann liefern auf 28 Seiten eine „Handreichung für die öffentliche Hand“ (PDF) zum Thema Metadaten im Kontext von OER. Eine Standardisierung von Metadaten-Regelwerken dient vor allem dazu, die Sicht‑, Verlink- und Auffindbarkeit von OER-Objekten zu verbesseren. Auf Basis eines Vergleichs bestehender Metadaten-Standards skizzieren die Autorinnen drei Szenarien für den Umgang mit Metadatenstandards: (a) ein einheitlicher, aber sehr simpler Metadatenstandard; (b) ein Nebeneinander von teilweise bereits etablierten Metadatenstandards; oder © kein gemeinsames OER-Portal und die Implementierung des vorhandenen Standards der Learning Resource Metadata Initiative (LRMI) wo immer möglich, um die Auffindbarkeit im Internet zu verbessern. Als langfristiges Ziel nennen die AutorInnen, „eine Standardisierung des Metadaten-Schemas (ob nun ein bestehendes oder ein neu entwickeltes) durch die International Organization for Standardization (ISO) zu erreichen.“

     

    12. August 2013
  • : Arbeitsbedingungen in China? Good! Very good! Very, very good!
    Arbeitsbedingungen in China? Good! Very good! Very, very good!

    Über die miserablen Arbeitsbedingungen in chinesischen ‚Sweat Shops’, wie Foxconn oder Pegatron, wurde schon viel berichtet – spätestens seitdem 2010 insgesamt 18 junge Menschen Suizid als einzigen Ausweg aus dem Arbeitsalltag bei Foxconn gesehen haben. Ein neuer wissenschaftlicher Artikel beleuchtet nun die grundlegenden Probleme und Wechselwirkungen, basierend auf 42 Interviews mit Arbeitern bei Foxconn und der drei-jährigen Begleitung der Suizid-Überlebenden Tian Yu.

    6. August 2013
  • : Freihandelsabkommen TTIP/TAFTA: Ökonomischer Nutzen zweifelhaft
    Freihandelsabkommen TTIP/TAFTA: Ökonomischer Nutzen zweifelhaft

    IMK-logoDem Titel dieses Blogs entsprechend ging es in der bisherigen Berichterstattung über das geplante Freihandelsabkommen  TAFTA/TTIP zwischen den USA und der EU vor allem um netzpolitisch problematische Aspekte wie Datenschutz, Immaterialgüterrecht und allgemein Transparenz im Verhandlungsprozess. Wenig hinterfragt wurden jedoch die behaupteten ökonomischen Vorteile des Freihandelsabkommens. Diese Aufgabe haben jetzt die beiden Wirtschaftswissenschaftler Jan Behringer und Nikolaus Kowall am gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) übernommen.

    In einem Report über den „Außenhandel der USA“ (PDF) kommen sie zu dem Schluss, dass

    von einem Freihandelsabkommen mit der EU keine kurzfristigen konjunkturellen Impulse für die USA zu erwarten [sind].

    Zur Veranschaulichung relativieren Behringer und Kowall die versprochenen jeweils 400.000 neuen Arbeitsplätze für die EU und die USA:

    Selbst wenn man unterstellt, dass in den USA ebenfalls 400.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen würden, entspräche dies bei aktuell 143 Millionen Erwerbstätigen lediglich einem Beschäftigungseffekt von weniger als 0,3 %. Geht man davon aus, dass die Beschäftigungseffekte im Verlauf der nächsten 10 bis 20 Jahren wirksam werden, ist dieser Effekt marginal.

    Generell halten sie die Bedeutung von Freihandelsabkommen für überschätzt:

    25. Juli 2013
  • : Bundesnetzagentur startet erneut bundesweiten Bandbreitentest
    Bundesnetzagentur startet erneut bundesweiten Bandbreitentest

    Die Bundesnetzagentur hat erneute eine Studie zur „Dienstequalität von Internetzugängen in Deutschland“ gestartet. In der bundesweite Messkampagne kann jeder deutsche Internetnutzer die Geschwindigkeit seines Breitbandanschlusses überprüfen lassen und so automatisch an der Studie teilnehmen. Der Test ist bereits der zweite seiner Art und lässt sich auf der Internetseite www.initiative-netzqualitaet.de durchführen.

    In der Pressemitteillung der Bundesnetzagentur heißt es:

    Auch die zweite Messstudie untersucht, wie häufig und wie stark die tatsächlich erreichte Datenübertragungsrate von der im Vertrag angegebenen „bis zu“-Bandbreite abweicht. Dabei werden auch verschiedene Technologien und regionale Unterschiede betrachtet. Die Bundesnetzagentur erhofft sich von den erneuten Messungen Rückschlüsse auf mögliche Verbesserungen seit dem vergangenen Jahr. Die Ergebnisse der Studie werden im Anschluss an die Messungen veröffentlicht.

    24. Juli 2013
  • : Wie Copyright Bücher und Musik verschwinden lässt: Studie von Paul Heald
    Wie Copyright Bücher und Musik verschwinden lässt: Studie von Paul Heald

    Im März vergangenen Jahres veröffentlichte der US-amerikanische Copyright-Forscher Paul Heald Ergebnisse einer laufenden Untersuchung über die Verfügbarkeit von Büchern bei Amazon, die eindrucksvoll die sogenannte „Lücke des 20. Jahrhunderts“ illustrieren: Die Länge urheberrechtlicher Schutzfristen von 70 Jahren nach dem Tod des Autors führt dazu, dass ein großer Teil der Werke schon bald gar nicht mehr verfügbar ist, weil sich deren kommerzielle Verwertung nicht mehr lohnt. Diesen Umstand hatte Heald mit Hilfe eines Zufallssamples von bei Amazon erhältlichen Büchern in Form folgender Graphik illustriert:

    Seit kurzem liegt jetzt die Studie als Arbeitspapier mit dem Titel „How Copyright Makes Books and Music Disappear (And How Secondary Liablity Rules Help Resurrect Old Songs)“ vor. Darin findet sich neben der Analyse von bei Amazon erhältlichen Büchern auch eine Untersuchung der Verwendung von Musik in Filmen auf Basis von Soundtrack-Daten der International Movie Database. Die zahlreichen Herausforderungen bei der Datenerhebung und bei der Feststellung der Erstveröffentlichungsdaten von Musik und Büchern werden in dem Aufsatz sehr detailliert dargelegt.

    8. Juli 2013
  • : BSA-Piraterie-Studie: Leerstelle freie Software
    BSA-Piraterie-Studie: Leerstelle freie Software

    Die Business Software Alliance (BSA) zählt zu den finanzstärksten und umtriebigsten Lobby-Verbänden im Urheberrechtsbereich. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist der Kampf gegen Softwarepiraterie. Auf der deutschen Homepage werden derzeit beispielsweise Mitarbeiter/innen mittels Video aufgefordert, das eigene Unternehmen wegen des Einsatzes illegaler Software unter einer gebührenfreien Nummer zu verpfeifen. (Dass das ein Kündigungsgrund sein kann, wird nicht dazugesagt.)

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    Notorisch sind auch die zahlreichen „Studien“, die von der BSA in Auftrag gegeben werden, um vermeintliche volkswirtschaftliche Schäden von Softwarepiraterie zu belegen. In der deutschen Presseerklärung zur jüngsten Studie „Competitive Advantage: The Economic Impact of Properly Licensed Software“ heißt es beispielsweise: Die „Deutsche Volkswirtschaft profitiert viermal mehr von lizenzierter Software als von Raubkopieren“ weil „[f]ür jeden Euro, der in korrekt lizenzierte Software investiert wird, die Wirtschaft in Deutschland um 55 Euro [wächst], verglichen mit 19 Euro für unlizenzierte Software.“ Für ärmere Länder werden noch höhere Zahlen kalkuliert, wonach die Investition von 1 Dollar in eine Microsoft-Lizenz zu 437 Dollar zusätzlichem BIP führen würde.

    Die gewählten Berechnungsmethoden sind jedoch, trotz Kooperation mit der renommierten INSEAD Business School, haarsträubend. Glynn Moody hat das in einem Blogeintrag detailliert herausgearbeitet und kommt zu dem Schluss (meine Übersetzung):

    29. Mai 2013
  • : Britische Studie: Wer viel illegal herunterlädt, kauft auch viel
    Britische Studie: Wer viel illegal herunterlädt, kauft auch viel

    In der Urheberrechtsdebatte melden sie gerne unterschiedliche Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche zu Wort und beklagen sich lautstark über das illegale herunterladen von Musik, Filmen oder Videospielen aus dem Internet. Diese sei nicht nur unmoralisch, auch würden den Unternehmen wichtige Umsätze verloren gehen. Sie fordern daher oftmals die Sperrung von Internetseiten, welche Zugang zu illegalen Inhalten anbieten – siehe Internet-Zensur: mehrere griechische Torrent-Seiten vor Sperrung.

    Eine Studie, welche nun von der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom veröffentlicht wurde, zeichnet aber nun ein anderes Bild. Zusammengefasst ist das Fazit der Studie an der knapp 10.000 Personen teilnahmen, dass die Personen die am meisten illegale Inhalte aus dem Internet herunterladen, gleichzeitig am meisten Geld für Unterhaltungsmedien ausgeben.

    15. Mai 2013
  • : The Sky is Rising 2: Studie zur Entwicklung der Unterhaltungsindustrie
    The Sky is Rising 2: Studie zur Entwicklung der Unterhaltungsindustrie

    Eigentlich sind sämtliche Vertreter von Firmen aus der Unterhaltungsindustrie permanent am jammern: Mit Musik lässt sich in Zeiten des Digitalen kein Geld mehr verdienen, Filme und Videospiele werden sowieso nur noch illegal heruntergeladen und nicht mehr gekauft und Bücher lese heutzutage ja eh niemand mehr. Die Unterhaltungsindustrie scheint seit Jahren ihrem Ende geweiht – zumindest wenn man den jeweiligen Branchenvertretern Glauben schenkt.

    Nach ihrer Studie The Sky is rising aus dem Jahr 2012, legen Michael Masnick und Michael Ho – beide Redakteure beim amerikanischen Tech-Blog Techdirt – nun die Nachfolgestudie vor: The Sky is Rising 2. Ging es in ihrer ersten Studie noch um die Entwicklung der Unterhaltungsindustrie in den USA und Kanada, werfen sie nun einen genaueren Blick auf Europa. Masnick und Ho schauen sich hierbei die Entwicklung in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland und Spanien jeweils in den Feldern der Musik‑, Film‑, Videospiele‑, und Buchindustrie.

    13. Mai 2013
  • : Studie: Politisches Engagement in Social Media
    Studie: Politisches Engagement in Social Media

    Aaron Smith, Wissenschaftler im Internet & American Life Project am Pew-Forschungszentrum in Washington D.C., veröffentlichte am 25. April eine Studie zum „Civic Engagement in the Digital Age“ (PDF). In 2.253 Telefoninterviews versuchte Smith herauszustellen, wie sich die politische Online-Aktivität von US-Amerikanern im Wahlkampf 2012 im Vergleich zum Wahlkampf 2008 verändert hat. Sein Ergebnis: Seiten sozialer Netzwerke haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen als Ort für politisches Engagement, Lernen und Debatten.

    39% der Amerikaner (ab 18 Jahren) waren demnach im Wahlkampf 2012 irgendwie politisch aktiv in Social Media, 2008 hingegen haben nur 33% der Bevölkerung Social Media überhaupt genutzt. Als „irgendwie politisch aktiv“ gilt dabei u.a. das Posten politischer Nachrichten, das Folgen von Politikerinnen und Politikern und der Eintritt in Gruppen, die sich mit politischen oder gesellschaftlichen Themen befassen. Dabei seien für die meisten Nutzer Social Media Kanäle kein seperater Teil ihrer politischen Aktivität, sondern fungierten als Ergänzung. Die überwiegende Auseinandersetzung mit politischen Themen finde dennoch offline statt.

    30. April 2013
  • : Studie zu Perspektiven und Handlungsfeldern feministischer Netzpolitik
    Studie zu Perspektiven und Handlungsfeldern feministischer Netzpolitik

    Heute erschien eine Studie der Politikwissenschaftlerin Kathrin Ganz zu den Perspektiven und Handlungsfelder feministischer Netzpolitik. Die Studie ist 2012 im Auftrag des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie erstellt worden. Netzpolitik habe sich nach Ganz zu einem bedeutsamen und umkämpften Politikfeld entwickelt, und es sei mittlerweile klar, dass netzpolitische Kämpfe nicht losgelöst von gesellschaftlichen oder Machtverhältnissen sind. So seien Diskriminierungen, Hierarchien, Ausschlüsse, Unterdrückung und Gewalt auch im digitalen Teil der Realität wirkmächtig. Es sei demnach notwendig, Netzpolitik auch aus einer queer-feministischen und intersektionalen Perspektive zu betrachten.

    Die forschungsleitenden Fragen sind folgende:

    Welche Anknüpfungspunkte gibt es im Bereich Netzpolitik aus einer queer-feministischen Perspektive? Welche Themenbereiche (z.B. Netzneutralität, Datenschutz) sind dabei besonders zielführend, um politische Interventionen hin zu einer gerechteren Teilhabe auf Grundlage queer-feministischer Ansätze vorantreiben zu können? Welche Themen eignen sich für eine (intersektionale) queer-feministische Intervention?

    Hier gibt es die komplette Studie als PDF.

    25. April 2013
  • : Forschungsprojekt CONSENT: User fühlen sich machtlos gegenüber Onlinediensten – mit Recht
    Forschungsprojekt CONSENT: User fühlen sich machtlos gegenüber Onlinediensten – mit Recht

    Internetnutzer/innen gehen davon aus, dass Webdienste ihre Daten ohne ihr Wissen benutzen. Zurecht lehnen sie diese Praktiken ab, sehen aber keine Alternativen. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt CONSENT, das Teil des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU war. Beteiligt waren Universitäten in 14 EU-Mitgliedsstaaten. CONSENT ging der Frage nach, ob wir (un)freiwillig der Abschaffung unseres Grundrechts auf Privatsphäre im Internet zustimmen. Geforscht wurde in zwei Richtungen: 1. User-Wahrnehmungen zu Privatsphäre im Internet und 2. Praktiken der Diensteanbieter. Mit EU-Geldern wird also nicht nur an Überwachungsprojekten wie INDECT gearbeitet.

    Was Nutzer/innen über Privatsphäre denken

    Bewusstsein: Die überwiegende Mehrzahl der Befragten denken, dass ihre Daten ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung weitergegeben werden – auch an Dritte. Interessant ist dabei, dass ihre Kenntnis über die Vorgänge der Datenverarbeitung sehr stark variiert: So glauben zwischen 41% und 91% [sic!] der Befragten über Cookies Bescheid zu wissen.

    14. April 2013