Studie

  • : Globale Piraterie-Studie: Zahlen und Schlussfolgerungen der Software-Industrie leider nicht ernst zu nehmen
    Globale Piraterie-Studie: Zahlen und Schlussfolgerungen der Software-Industrie leider nicht ernst zu nehmen

    Der Interessenverband Business Software Alliance hat eine neue Ausgabe seiner jährlichen globale Piraterie-Studie veröffentlicht. Die Ergebnisse sollen begründen, dass das Urheberrecht verschärft und strenger durchgesetzt werden muss. Doch die Methodik ist zweifelhaft und hält wissenschaftlichen Kriterien nicht stand.

    Seit 2003 gibt die Business Software Alliance (BSA), ein Lobby-Verband der Software-Anbieter, die Global Software Piracy Study heraus. Mit im Boot sind das „Marktforschungs- und Beratungsunternehmen“ International Data Corporation (IDC) sowie das Marktforschungsunternehmen Ipsos. Letzte Woche wurde die diesjährige Ausgabe veröffentlicht.

    Keine wissenschaftlichen Kriterien

    Dazu haben wir einige Rückfragen gestellt. Als erstes wollten wir natürlich die Studie selbst haben. Auf der Webseite ist zwar neben einer vier-seitigen Kurzversion auch ein Dokument verlinkt, dass sich Studie nennt. Das sind aber auch nur 20 Seiten, und wenn man Klappentext, Inhaltsverzeichnis, Executive Summary und Co. abzieht, bleiben nur sieben Seiten Inhalt übrig. Die globale Studie, die 182 Datentypen in 116 Staaten untersucht, kann das nicht sein. Leider hat man uns auf wiederholte Nachfragen keine weiteren Daten liefern können, lediglich einen Fragebogen haben wir erhalten.

    23. Mai 2012
  • : Studie zur Vorratsdatenspeicherung: Regierung unterdrückt Forschungsergebnisse
    Studie zur Vorratsdatenspeicherung: Regierung unterdrückt Forschungsergebnisse

    Beim Zustandekommen des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung im Jahr 2007 „wurde getrickst“. Das berichtet das ZDF-Magazin Frontal 21. Das SPD-geführte Justizministerium nahm demnach Einfluss auf eine Studie, „Abgeordnete fühlen sich hinters Licht geführt“.

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    Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung teilt in einer Pressemitteilung mit:

    Wie das ZDF-Magazin „Frontal21“ heute berichtete, hat das Bundesjustizministerium 2007 einen kritischen Forschungsbericht geheim gehalten, bis der Bundestag das verfassungswidrige Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verabschiedet und die Wissenschaftler ihre Kritik daran abgeschwächt hatten. Aus heute vom AK Vorrat erstmals veröffentlichten Aktenauszügen ergibt sich, dass sich das mit dem Forschungsprojekt beauftragte Max-Planck-Institut für internationales und ausländisches Strafrecht gegenüber dem Bundesjustizministerium als Auftraggeber massiv für seine inhaltlichen Aussagen und Schlussfolgerungen zur staatlichen Telekommunikationsverbindungsüberwachung rechtfertigen musste. Praktisch jede Seite des Entwurfs des Abschlussberichts der Forscher wurde vom Bundesjustizministerium scharf kritisiert, Empfehlungen der Wissenschaftler wurden als „inakzeptabel“ verworfen. An den ersten 10 Seiten allein haben Bürokraten des Ministeriums über 40 Kritikpunkte angebracht und einen großen Teils der vereinbarten Vergütung zurückgehalten, solange die Forscher nicht ihren Abschlussbericht änderten.

    25. April 2012
  • : BEREC-Studie: DPI bei vielen Providern bereits im Einsatz
    BEREC-Studie: DPI bei vielen Providern bereits im Einsatz

    In einer Vorabankündigung zu einer Studie, die BEREC (Body of European Regulators for Electronic Communications) bereits am 6. März veröffentlichte, finden sich einige interessante Punkte zum Thema Netzneutralität.

    So stellt die EU-Behörde in einer Pressemitteilung fest, dass die heftig debattierte Drosselung oder Bevorzugung einzelner Internet-Anwendungen bei einem Großteil der europäischen Provider bereits Praxis ist. In erster Linie seien Internettelefoniedienste (VoIP) in mobilen Netzen sowie Peer-to-peer-Verkehr sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetzbereich betroffen. Auch werde bei manchen Anbietern der Datendurchsatz von Videostreams mit der Begründung, „Datenstaus“ zu vermeiden, verringert.

    21. März 2012
  • : Neues Gutachten der Internetwirtschaft: Netzsperren verstoßen gegen das Grundgesetz
    Neues Gutachten der Internetwirtschaft: Netzsperren verstoßen gegen das Grundgesetz

    Ein heute in Köln vorgestelltes Gutachten, das vom Verband der deutschen Internetwirtschaft ECO in Auftrag gegeben wurde, stellt die grundsätzliche Unvereinbarkeit von Netzsperren mit geltendem Recht heraus.

    Das 32seitige Dokument (pdf) mit dem Titel „Internetsperren und der Schutz der Kommunikation im Internet“ kommt zu dem Ergebnis, dass Internetsperren sowohl deutschem als auch nach europäischem Recht widersprechen.

    Die Kommunikation im Internet ist in Deutschland durch das Fernmeldegeheimnis nach Artikel 10 Absatz 1 des Grundgesetzes und Paragraph 88 des Telekommunikationsgesetzes geschützt. Sperrungen verletzen – unabhängig von der verwendeten Methode – in unzulässiger Weise diesen vom Gesetz definierten Schutzbereich des Fernmeldegeheimnisses.

    16. März 2012
  • : Studie: Verzögerte Kino-Releases führen zu Filesharing
    Studie: Verzögerte Kino-Releases führen zu Filesharing

    Eine heute veröffentlichten Studie der US-Wissenschaftler Brett Danaher und Joel Waldfogel bringt Erkentnisse zutage, die der Verwertungsindustrie nicht schmecken dürften:

    So wird in der statistischen Erhebung, die sich auf US-Produktionen im Zeitraum von 2003 bis 2006 bezieht, belegt, dass illegale Filmdownloads kaum Einfluss auf die Einspielergebnisse in den USA hat. Die Ergebnisse an europäischen Kinokassen gingen allerdings um bis zu 7% zurück, und zwar umso mehr, je mehr Zeit zwischen der US- und europäischen Kinopremiere lag. Besonders von diesem Effekt betroffen sind vor allem das Action- und SciFi-Genre. Diese beiden Genres gelten traditionell als besonders Piraterie-anfällig.

    Statt allerdings zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen Online-Piraterie aufzurufen, fordern die Autoren der Studie ein schnelleres Release von US-Filmen im Ausland, um der Verbreitung in BitTorrent- und anderen Filesharing-Plattformen zuvorzukommen.

    16. Februar 2012
  • : Studie: Warum Internetzensur zu gewaltsameren Aufständen führt
    Studie: Warum Internetzensur zu gewaltsameren Aufständen führt

    Der nächste Krawall kommt bestimmt. Über die Frage, wann und wie er kommt, haben sich nicht nur Psychologen den Kopf zerbrochen. Am 14. August veröffentlichten Antonio A. Casilli, Forscher der Telecom ParisTech, und Paola Tubaro der Universität zu Greenwich die Studie „Why Net Censorship in Times of Political Unrest Results in More Violent Uprisings: A Social Simulation Experiment on the UK Rios“. Die Ergebnisse des Simulationsexperiments könnte sich auch David Cameron mal genauer anschauen. Denn die Studie zieht einleitend Parallelen zur katastrophalen Internetzensur unter Hosni Mubarack und weist auf die unklare Haltung einiger europäischen Politiker und Massenmedien gegenüber den sozialen Medien im Netz hin.

    Das 17-seitige Papier möchte beweisen, dass es bei vollkommener Abwesenheit von Zensur nicht nur zu einer geringeren Anzahl von Eskalationen, sondern auch zu längeren Perioden des sozialen Friedens nach jedem Aufstand kommt. Die Frage, warum soziale Medien in der westlichen Welt Chaos bringen und in Entwicklungsländern als demokratiefördernd gewertet werden, lassen die beiden Forscher offen. Sie möchten vielmehr zeigen, dass die Zensur sozialer Medien in Zeiten sozialer Unruhen nicht gerade deeskalierend wirkt.

    19. August 2011
  • : Harvard-Studie: Die Französische Revolution 2.0 – Urheberrecht und Three-Strikes-Gesetze
    Harvard-Studie: Die Französische Revolution 2.0 – Urheberrecht und Three-Strikes-Gesetze

    In der Harvard-Studie „The French Revolution 2.0: Copyright and Three Strikes Policy“, die Anfang des Monats veröffentlicht wurde, analysiert Eldar Haber die rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte des sogenannten Three-Strikes-Modells.

    In einer kurzen Einführung erklärt der Autor, dass Regierungen weltweit nach effizienten Lösungen für die Verfolgung von Filesharern suchen, um die Konflikte zwischen Rechteinhabern, Internetprovidern und Nutzern zu lösen. Das Ergebnis sind bisher allein repressive Ansätze, wie z.B. das französische Three-Strikes-Modell Hadopi. In Frankreich sieht das Hadopi-Gesetz seit 2010 vor, Wiederholungstätern temporär der Internetzugang zu sperren. Ähnliche Gesetz wurde ebenfalls in Taiwan (2009), Südkorea (2009), im Vereinigtem Königreich (2010) und Neuseeland (2011) eingeführt und werden in weiteren Ländern diskutiert. Auch in Deutschland scheint man sich mit der Idee anzufreunden, Internetnutzer einfach abzuklemmen.

    Die Studie kritisiert unter anderem die Kontrollbehörde Hadopi in Frankreich, die eine aktivere Rolle übernehmen und die Forderungen der Rechteinhaber erst genauer analysieren sollte, anstatt sich mit der reihenweisen Abmahnung der Nutzer zu begnügen. Haber kommt zu dem Schluss, dass ein Three-Stikes-Modell eine ungeeignete Antwort auf illegales Filesharing und ein vollkommen unangemessener Versuch sei, die Macht der Rechteinhaber über die Nutzer zu stärken:

    21. Juni 2011
  • : Studie: Verbraucherschutz im Urheberrecht
    Studie: Verbraucherschutz im Urheberrecht

    Till Kreutzer von iRights.info hat für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ein umfangreiches Gutachten zu verbraucherrechtlichen Aspekten und notwendigen Reformschritten im Urheberrecht geschrieben. Das gibt es als PDF zum herunterladen. Ebenfalls auf iRights.info steht ein Interview mit Till Kreutzer, wo er nochmal die wichtigsten Punkte und Forderungen des 116 Seiten langen Gutachtens vorstellt.

    Frage: Heute wird die von dir für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erstellte Studie “Verbraucherschutz im Urheberrecht” der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir sind gespannt, was steht also drin?

    In der Studie werden die aus Sicht des Verbraucherschutzes drängensten Fragen untersucht. Die Studie besteht aus zwei Teilen. Teil 1 enthält eine Analyse ausgewählter Aspekte im Spannungsfeld zwischen Verbraucherschutz und Urheberrecht (z.B. zur Kopiervergütung, Kulturflatrate, User-Generated-Content usw.). In Teil 2 werden konkrete Lösungsvorschläge unterbreitet, wie Defizite durch nationale oder EU-rechtliche Neuregelungen behoben werden können.

    13. Mai 2011
  • : Studie zum Übergang von der Selbstregulierung zur Zensur im Internet
    Studie zum Übergang von der Selbstregulierung zur Zensur im Internet

    Die europäische Netzwerk für Bürgerrechte im digitalen Zeitalter, European Digital Rights (EDRi), hat eine interessante Studie zum Thema Netzneutralität und Netz-Regulierung veröffentlicht. Sie trägt den Titel „Von der ‚Selbstregulierung‘ zur Zensur durch Unternehmen“ (The slide from “self-regulation” to corporate censorship). In der Einführung heißt es:

    Die größten und am weitesten entwickelten Internetwirtschaften, einschließlich der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, befinden sich gerade in dem Prozess, eine entscheidende und unumkehrbare Wahl bezüglich der Offenheit, Demokratie, Transparenz und Innovation im Internet zu treffen. Es wird entschieden, ob es Internet-Intermediären (Zugangsanbietern, Webhosting-Anbietern etc.) erlaubt sein soll, für eigene Zwecke den Internetverkehr zu manipulieren oder die eigenen Kunden zu überwachen und sie für diverse Aktivitäten zu bestrafen, um bestimmte politische Ziele zu erreichen. Diese Entscheidung wird ohne jegliche demokratische Prozesse oder eine Analyse über die Auswirkungen getroffen.

    Hier geht es zur kompletten Studie (pdf EN).

    (Crossposting von vasistas?)

    26. Januar 2011
  • : Hanns-Seidel-Stiftung analysiert die Piratenpartei
    Hanns-Seidel-Stiftung analysiert die Piratenpartei

    Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung hat eine aktuelle Analyse der Piratenpartei veröffentlicht: „aktuelle analysen Nr. 55: Die Piratenpartei“ (PDF)

    Die Piratenpartei war 2009 in aller Munde. Besonders aus zwei Gründen weckte diese neue politische Gruppierung das Interesse: Programmatisch greift sie ein neues Thema auf, die digitale Revolution, und ihr innerparteiliches Leben ist überwiegend in der digitalen Welt organisiert. Das Phänomen Piratenpartei in seiner Organisation, Zielsetzung und Wirkung analysieren die Autoren Udo Zolleis, Simon Prokopf und Fabian Strauch in dieser aktuellen Studie und gehen dabei v. a. den folgenden Fragen nach: Wie fügt sich die „digitale Revolution“ als politisches Thema in den politischen Wettbewerb ein und was fordert die Piratenpartei in programmatischer Hinsicht? Welche organisatorische Qualität besitzt die Partei? Und ist das deutsche Parteiensystem durch diese neue politische Gruppierung verletzbar?

    Ist auch interessant, wenn man sich nur für Netzpolitik und nicht die Piratenpartei interessiert.

    1. September 2010
  • : Wikipedia-Nutzer sind keine Egoisten
    Wikipedia-Nutzer sind keine Egoisten

    Das Handelsblatt berichtet über eine chinesische Studie über Wikipedia-Nutzer, deren Ergebnisse wahrscheinlich auch leicht auf andere Open-Source-Communities übertragen werden können: Wie Wikipedia Markttheorien widerlegt. Wenig überraschend kommt bei der Studie heraus: (Viele) Menschen sind keine Egoisten.

    Kurzzusammenfassung der Studienergebnisse: Wikipedia ist ein öffentliches Gut, „ein Angebot, von dem alle Menschen profitieren und von dessen Nutzung niemand ausgeschlossen werden kann.“ Nun lernen, laut Handelsblatt, VWLer im Grundstudium, dass es ein großes Dilemma bei öffentlichen Gütern gebe: Trittbrettfahrertum.

    24. August 2010
  • : ARD/ZDF-Onlinestudie 2010: Fast 50 Millionen Deutsche sind online
    ARD/ZDF-Onlinestudie 2010: Fast 50 Millionen Deutsche sind online

    Heute wurden wieder erste Zahlen der jährlichen „ARD/ZDF-Onlinestudie“ verkündet: Fast 50 Millionen Deutsche sind online. Nach Angaben der Pressemitteilung sind 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren zumindest gelegentlich im Netz, was einem Anteil von 69,4% entspricht. Mit den unter 14-jährigen sind das sicher über 50 Millionen Menschen in Deutschland, die mehr oder weniger im Netz angekommen sind. Von diesen 49 Millionen Nutzer sind wiederum 76% täglich im Netz (Kleine Rechenaufgabe: Wieviele Menschen sind nun in Deutschland täglich im Netz?)

    12. August 2010
  • : Investigativer Journalismus durch NGOs und Watchblogs
    Investigativer Journalismus durch NGOs und Watchblogs

    Die Journalisten-Zeitschrift Message berichtet über eine französische Studie zum investigativen Journalismus, die einige interessante Aussagen enthält: Neue Heimat für die Aufklärer.

    Da viele dieser Arbeitsprozesse offensichtlich ineffizient sind, zudem die Mittel knapper werden und der Renovationswille in vielen Redaktionen fehlt, beginnen fremde Unternehmungen damit, die Watchdog-Funktion des Journalismus zu übernehmen. Nennen wir diese neuen Akteure hier Stakeholder-Medien. Das sind Aktivistenzeitungen, Webradios, Finanzmarktzeitungen, Onlineforen, NGOs oder Blogs, die sich thematisch spezialisieren. Unsere Prognose: Mittel- und langfristig wird der investigative Journalismus bei diesen alternativen Medien und Organisationen zur Blüte kommen. Spezialisierte Stakeholder werden der Nachrichtenindustrie ihre Watchdog-Funktion mehr und mehr abjagen. […] Unsere Thesen: Erstens gilt nicht mehr Objektivität, sondern Transparenz als ethischer Leitwert für das Publikum. Während bei Nachrichtenmedien Neutralität und Fairness als höchste Moral gelten, sind Stakeholder eindeutig parteiisch. Aber sie legen ihre Motive offen.

    Traditionelle Medien können aber wieder aufholen, indem sie „die investigative Recherche wieder als wichtigen Pfeiler ihres Images, ihrer Arbeit und ihrer Vermarktung erkennt“. Da investieren ja gerade einige Zeitungen, indem sie spezielle Einheiten für investigativen Journalismus aufbauen.

    13. Juli 2010
  • : Studien über Tauschbörsen (und ihre Auswirkung auf Märkte)
    Studien über Tauschbörsen (und ihre Auswirkung auf Märkte)

    Im Wiki von La Quadrature du Net gibt es eine Zusammenstellung von verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen über Tauschbörsen und ihre Auswirkungen auf Märkte. Das besondere an der Zusammenstellung ist, dass hier die vielen einseitigen, von der Rechte-Industrie finanzierten, Studien aussortiert sind. Wer sich in der Thema einlesen will und Material braucht, wird dort fündig.

    7. Juli 2010
  • : Politische Parteien sind digitale Follower und nicht Leaders
    Politische Parteien sind digitale Follower und nicht Leaders

    Die britische Hansard Society hat in einem Report die vergangenen Wahlkämpfe im Netz in Grossbritanien analysiert: Behind the Digital Campaign. Dabei wurden einige Thesen verfasst, die unter der Überschrift „Political parties are digital followers not leaders“ zusammen gefasst werden:

    * UK political parties are largely followers not innovators
    * Digital media is more effective in personality-led campaigns than party-led campaigns
    * Expenditure and experimentation during the pre-election period has led to the ‘perpetual campaign’ building communities of supporters to mobilise during the election period
    * Third-party and single-issue digital campaigns are more likely to increase political participation and knowledge
    * Social networking tools influence political activists, insiders and the media – stories generated on blogs and Twitter generally only reach the public when mainstream media take them up

    Kann man auch so auf Deutschland übertragen.

    Hier ist das PDF.

    5. Juli 2010
  • : Studie über US-Politik-Blogs
    Studie über US-Politik-Blogs

    Das Berkman Center hat eine ausführliche Studie über Politik-Blogs im US-Wahlkampf 2008 veröffentlicht, die von Yochai Benkler, Aaron Shaw und Victoria Stodden verfasst wurde: A Tale of Two Blogospheres: Discursive Practices on the Left and Right.

    Discussions of the political effects of the Internet and networked discourse tend to presume consistent patterns of technological adoption and use within a given society. Consistent with this assumption, previous empirical studies of the United States political blogosphere have found evidence that the left and right are relatively symmetric in terms of various forms of linking behavior despite their ideological polarization. In this paper, we revisit these findings by comparing the practices of discursive production and participation among top U.S. political blogs on the left, right, and center during Summer, 2008. Based on qualitative coding of the top 155 political blogs, our results reveal significant cross-ideological variations along several important dimensions. Notably, we find evidence of an association between ideological affiliation and the technologies, institutions, and practices of participation across political blogs. Sites on the left adopt more participatory technical platforms; are comprised of significantly fewer sole-authored sites; include user blogs; maintain more fluid boundaries between secondary and primary content; include longer narrative and discussion posts; and (among the top half of the blogs in our sample) more often use blogs as platforms for mobilization as well as discursive production.


    Hier ist das PDF.

    Eine Zusammenfassung findet man bei The Nation: New Study: Liberals More Open Than Conservatives Online.

    The study proposes a historical theory for the Democrats’ current edge online. (It’s a big one, as the 2008 election revealed, when Obama raised $500 million through the web alone. McCain raised under $200 million from all individual donors combined.) According to the authors, the netroots’ early embrace of deeper participation platforms, coupled with progressive bloggers interest in mobilizing fundraising and specific actions, helped prime the tactics and habits that supported the Democrats’ later web dominance. The survey data does show that progressive bloggers were far more demanding of their readers. One out of three liberal sites made direct fundraising pitches, and almost half asked readers to take some political action, according to a section of the study analyzing the top sixty-five blogs. On the right, however, only one out of twenty blogs pushed fundraising, and fewer than one out of five issued „calls to action.“

    29. April 2010
  • : Leseempfehlung: EU-Kommission fordert Websperren gegen Kinderpornografie (c’t 9/10, S. 53)
    Leseempfehlung: EU-Kommission fordert Websperren gegen Kinderpornografie (c’t 9/10, S. 53)

    Hinweis: Ja, Markus hat den Artikel ein paar Minuten früher entdeckt: Censilia: Ausweitung der Kampfzone

    Und noch eine kleine Leseempfehlung zum Frühstück: In der c’t 9/10 fasst Holger Bleich die aktuelle Entwicklung auf EU-Ebene noch einmal übersichtlich zusammen. Wer hier und anderswo im Netz in den letzten Wochen mitgelesen hat, erfährt naturgemäß wenig neues, bekommt aber einen kompakten Überblick.

    Besonders freut mich, dass es mit der Veröffentlichung in der c’t nun endlich eine zitierfähige Quelle gibt, die das offenkundige Märchen vom „Milliardenmarkt Kinderpornographie im Web“ mit aktuellen Untersuchungsergebnissen widerlegt:

    Verlässliche Zahlen zur Anzahl von Websites oder gar zu dem stets behaupteten profitablen Markt für Missbrauchsdarstellungen von Kindern im Web existieren nicht. Das Kriminalwissenschaftliche Institut der Uni Hannover erstellt derzeit die erste diesbezügliche Studie.

    Arnd Hüneke, der die Studie leitet, ist sich nach ersten Zwischenergebnissen sicher: „Einen Markt für kinderpornografische Inhalte gibt es im Web nicht.“ Dies habe sich aus vielen Gesprächen, beispielsweise mit Strafermittlern der Landeskriminalämter, zweifelsfrei ergeben, teilte er c’t mit. Wie Malmström auf ihre Zahlen komme, sei ihm nicht klar.

    Längst ist aber jedem halbwegs fachkundigen Politiker klar, dass Zugangserschwerungen fürs Web allenfalls marginale Auswirkungen auf die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen haben […]

    Vielleicht können wir nun endlich über sinnvolle Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen im Netz reden. Na, wir wäre das?

    12. April 2010
  • : The Future of the Internet 2010
    The Future of the Internet 2010

    Das Pew Research Center’s Internet & American Life Project hat 895 Experten zu verschiedenen Zukunftsfragestellungen rund um das Internet befragt und daraus einen Report gemacht (Leider kein Deeplink auf PDF möglich). Interessant sind u.a. die Fragen zur Anonymität im Jahre 2020.

    Das sind die Kernergebnisse:

    * Google won’t make us stupid: 76% of these experts agreed with the statement, “By 2020, people’s use of the Internet has enhanced human intelligence; as people are allowed unprecedented access to more information they become smarter and make better choices. Nicholas Carr was wrong: Google does not make us stupid.” Some of the best answers are in Part 1 of this report.

    19. Februar 2010
  • : Berkman Center Breitband-Report
    Berkman Center Breitband-Report

    Das Berkman Center hat einen Breitband-Report veröffentlicht: „Next Generation Connectivity – A review of broadband Internet transitions and policy from around the world“.

    On July 14, 2009, the Federal Communications Commission (FCC) announced that the Berkman Center for Internet & Society at Harvard University would conduct an independent expert review of existing literature and studies about broadband deployment and usage throughout the world and that this project would help inform the FCC’s efforts in developing the National Broadband Plan. The Berkman Center’s Final Report was submitted to the FCC on February 16, 2010.

    Das PDF ist 4 MB groß.

    David Weinberger hat dazu Yochai Benkler interviewt:

    Hier klicken, um den Inhalt von blip.tv anzuzeigen.

    16. Februar 2010
  • : Piraten mit Autofahrer-Partei vergleichbar: freie Fahrt und freies Netz
    Piraten mit Autofahrer-Partei vergleichbar: freie Fahrt und freies Netz

    Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung hat über die Piratenpartei eine Studie erstellt, die mir freundlicherweise vorab zugeschickt wurde. Die 33-Seiten lange „Analyse der Genese und Etablierungschancen der Piratenpartei“ mit dem Titel „Partei der „digital natives“?“ beschäftigt sich ausführlich mit der Geschichte, Inhaltlichen Schwerpunkten und Etablierungschancen. Auch für nicht-Piraten-Anhänger ist die Studie streckenweise interessant zu lesen, weil hier doch eine CDU-nahe Stiftung eine politische Analyse des Netzpolitik-Thema vornimmt.

    8. Februar 2010