Jugendschutz

  • : Jugendschutz.net und China
    Jugendschutz.net und China

    Der Deutschlandfunk hat in der Sendung „Markt und Medien“ am Samstag zwei thematisch passende Beiträge gesendet, die jetzt online sind:

    Über jugendschutz.net geht es in „Kampf gegen Windmühlen“ (MP3):

    5427 Internet-Seiten hat die Prüfstelle jugendschutz.net in Mainz im vergangenen Jahr geprüft, rund die Hälfte davon wurde beanstandet. Doch mit 15 Leuten für den Jugendschutz im Internet zu kämpfen, gleicht einem Kampf gegen Windmühlen.

    Über Meinungsfreiheit in China geht es in „Bloggen für die Wahrheit“ (MP3):

    Kritik an Staat und Gesellschaft sind in China nicht gern gesehen. Chefredakteure erhalten in regelmäßigen Abständen ähnlich wie früher in der DDR ein Dossier, auf dem sie lesen, welche Themen tabu sind und wie weit sie bei anderen mit der Kritik gehen dürfen. Der staatlichen Kontrolle können sich Blogger entziehen, deren Zahl auf zirka 34 Millionen geschätzt wird.

    30. Juli 2007 1
  • : Chaosradio über Jugendmedienschutz oder Zensur
    Chaosradio über Jugendmedienschutz oder Zensur

    Am Mittwoch Abend gibt es wieder ab 22 Uhr das monatliche Chaosradio auf Fritz zu hören. Thema ist diesmal „Jugendmedienschutz oder Zensur – Welchen Einfluss nehmen Netz und Computerspiele auf Kinder und Jugendliche?“.

    Nach den Amokläufen von Erfurt und Emstetten wurde die Ursache für den Gwaltausbruch schnell bei Ego-Shootern gesucht und gefunden. Eine emotionale Diskussion über mehr Verbote bis hin zur Internet-Zensur war die Folge. Die Fakten blieben dabei auf der Strecke. Im Chaosradio wollen wir klären, welche Mechanismen zum Jugendmedienschutz in Deutschland existieren und mit euch diskutieren, ob diese sinnvoll sind und funktionieren. In welchem Alter sind Kinder und Jugendliche „reif fürs Netz“ und was können Eltern tun, damit Kinder von der Vielfalt im Internet nicht überfordert werden?

    26. Juni 2007 2
  • : Studie zu Computerspielern in Deutschland
    Studie zu Computerspielern in Deutschland

    Eine Studie der Uni Frankfurt hat 576 Spieler im Rahmen einer Studie befragt. Ein Ein Abstract der Studie wurde jetzt veröffentlicht und ist als PDF online zu finden.

    Hier sind einige Ergebnisse:

    7. Juni 2007 3
  • : Think – before you post
    Think – before you post

    Think before you post“ ist wohl eine US-Kampagne zur Förderung von mehr Medienkompetenz unter jungen Menschen. Über Google Blogoscoped hab ich zwei Video-Clips gefunden, die richtig gut sind:

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    [Danke an Mathias]

    7. Juni 2007 12
  • : Neues von der CDU-Front: Schiessport im Schulunterricht?
    Neues von der CDU-Front: Schiessport im Schulunterricht?

    Ist zwar einen Monat alt, aber hatten wir hier noch nicht. Wie schizophren ist das denn: Die CDU-Politikerin Astrid Vockert, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages und Schirmherrin des Nordwestdeutschen Schützenbundes „macht sich dafür stark, dass Schießen zum Schulfach wird. Der Schießsport fördere die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit von jungen Menschen.“ Ihre Landesregierung setzt sich momentan am mit am stärksten in einem Kulturkampf dafür ein, dass sogenannte „Killerspiele“ verboten werden.

    Dadurch ist in Berlin auch erstmal eine Boulevardblatt-Diskussion entstanden:

    Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) lehnt Schießsport in der Schule nicht grundsätzlich ab: „Schießen ist eine olympische Sportübung“, sagte er der B.Z.. „Sofern verantwortungsvoll damit umgegangen wird, kann man gegen diese Sportart nichts sagen.“

    Aber nicht alle finden das toll. Es gibt viel coolere Sportarten für den Unterricht. Sticken zum Beispiel:

    Berlins GEW-Chefin Rose-Marie Seggelke: „Mit Schusswaffen in Schulen zu hantieren, ist völlig daneben.“ Sie schlägt stattdessen vor, dass Schüler in Arbeitsgemeinschaften Hobbies wie Sticken oder Billard lernen sollen. Seggelke: „Billard erfordert eine extreme Konzentration, um ein Ziel anzupeilen. Auch die Nadelarbeit beim Sticken einer Kreuzstichdecke fördert die Konzentration.“

    Counterstrike sollte mal schnell olympischen Status bekommen.

    3. Juni 2007 14
  • : Zensurforscher: Wir mögen’s gern geregelt
    Zensurforscher: Wir mögen’s gern geregelt

    Bei Stern.de gab es gestern ein spannendes Interview mit dem Zensurforscher Roland Seim: „Wir mögen’s gern geregelt“.

    Deutschland hat unter den demokratischen Staaten jetzt schon das strengste Jugendschutzgesetz, und Rufe nach einer Verschärfung werden dennoch immer wieder laut. Warum sind wir Deutschen so viel besorgter als unsere europäischen Nachbarn?

    Ich vermute, in Deutschland ist die Neigung ausgeprägter, den Staat für alles Mögliche verantwortlich zu machen, als in anderen Ländern. Wir mögen es gerne geregelt. Gesetze, die einem die Grenzen des Erlaubten zeigen und Behörden, die sie überwachen. Im Zweifel beschwert man sich und delegiert ansonsten die Verantwortung, um selbst möglichst wenige Entscheidungen treffen zu müssen. Verbotsforderungen sind ein üblicher Reflex bei Überforderung mit komplexen Situationen. Nach einem Amoklauf ist es einfacher, rasch ein „Killerspiel-Verbot“ zu verlangen, als nachhaltig die Krisenverursachung zu beheben.

    Und das ist im Ausland anders?

    Traditionell liberalere und tolerantere Gegenden wie die Benelux-Länder oder Skandinavien haben ein entspannteres Verhältnis zur Obrigkeit. Dort käme man kaum auf die Idee, wegen eines mutmaßlich schädlichen Einflusses von Medien die Bürgerrechte einzuschränken. In den USA hingegen meinen viele allen Ernstes, ein Amoklauf wäre schnell vorbei, wenn auch die Lehrer bewaffnet wären.

    11. Mai 2007
  • : Killerspiele im Bundestag
    Killerspiele im Bundestag

    Golem berichtet über eine Anhörung des Unterausschuss Neue Medien im Bundestag zum Thema Jugendschutz: Killerspiele: Aktueller Jugendschutz einfach und genial?

    Die Demonstration Pfeiffers kritisierte Prof. Hartmut Warkus, Leiter des Zentrums für Medien und Kommunikation an der Universität Leipzig: So kompakt und prägnant wie im Zusammmenschnitt von Pfeiffer seien Gewaltszenen in den entsprechenden Spiele gar nicht vorhanden. Hätte man ihn gefragt, hätte er die Szenen gern selbst vorgespielt, nur wäre dies wohl eher langweilig geworden.

    Nicht die Spiele seien das Problem, so Warkus. Es seien die Erwachsenen, die das Medium nicht verstehen, da sie nicht selbst spielen. Daher sei es auch falsch Spiele zu verbieten, die aktuellen Regelungen dahingehend seien sehr weitreichend: „Wenn ein 12-Jähriger Counterstrike spielt, hat ein Erwachsener versagt.“. Er selbst habe mindesten 50 Partien Counterstrike hinter sich, das Blut dabei aber gar nicht wahrgenommen bis ihn ein Reporter auf der Games Convention fragte, wie er mit dem Blut im Spiel umgehe.

    26. April 2007 1
  • : Microsoft-Lobby bei Computerspiele-Anhörung im Bundestag
    Microsoft-Lobby bei Computerspiele-Anhörung im Bundestag

    Das Engagement von Microsoft Deutschland in zahlreichen Industrie-Lobbyverbänden lässt sich nächste Woche mal im Bundestag plastisch anschauen. Dort findet am 26. April eine Anhörung zum Thema „Jugendmedienschutz und gewalthaltige Computerspiele“ statt. Und ganz verwundert war ich gerade, als ich zwei Microsoft-Lobbyisten unter insgesamt sechs Sachverständigen erblickte. Und das zum Thema Computerspiele: Bundestag beschäftigt sich mit Killerspielen.

    Geladen sind Experten der Kontrollinstanzen, Vertreter der Spielehersteller und der Wissenschaft. So werden Mike Cosse, stellv. Vorsitzender Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), Elke Monssen-Engberding, Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, und Dr. Klaus Spieler, Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), ebenso dabei sein wie Stephan Brechtmann, der Vorstandssprecher des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) und zudem Direktor der Home & Entertainment Division Microsoft Deutschland. Als Wissenschaftler sind Prof. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V., und Prof. Dr. Hartmut Warkus, Leiter des Zentrums für Medien und Kommunikation an der Universität Leipzig, geladen.

    Wundere mich gerade ob der Vielfalt an Sachverständigen… Ist ja anscheinend auch Netzpolitik-Marathon im Bundestag. Die Lesung zur Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums findet auch nächste Woche statt.

    Ansonsten: Kulturrat begrüßt Bundestagsanhörung zu Computerspielen.

    Der Deutsche Kulturrat begrüßt, dass sich die Kulturpolitiker des Bundestags am Donnerstag kommender Woche mit dem Thema „Jugendmedienschutz und gewalthaltige Computerspiele“ befassen wollen. Der Kulturrat hofft, dass mit der öffentlichen Anhörung im Unterausschuss Neue Medien „eine Versachlichung der Diskussion“ erreicht werden kann. Der Spitzenverband der Kulturorganisationen hatte zuvor bereits vor Übereifer beim Verbot von Computerspielen gewarnt. Die Spiele, auch die gewalttätigen, gehörten zum Kulturbereich, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann heute laut dpa.

    20. April 2007 3
  • : USA: Jugendliche, Social Networks und die Privatsphäre
    USA: Jugendliche, Social Networks und die Privatsphäre

    Das Pew Internet & American Life Project veröffentlicht regelmässig nette Umfrageergebnisse und Studien rund um die Netznutzung in den USA. Aktuell wurde auf diesen Report hingewiesen: Teens, Privacy and Online Social Networks: How teens manage their online identities and personal information in the age of MySpace. Hier ist der 1,2MB grosse Report als PDF. Basierend auf Umfragen und Fokus-Gruppen gibts jetzt diese Statistiken:

    Some 55% of online teens have profiles and most of them restrict access to their profile in some way. Of those with profiles, 66% say their profile is not visible to all internet users. Of those whose profile can be accessed by anyone online, nearly half (46%) say they give at least some false information. Teens post fake information to protect themselves and also to be playful or silly.

    19. April 2007
  • : CDU Sachsen fordert Zensur-Infrastrukturen gegen Killerspiele
    CDU Sachsen fordert Zensur-Infrastrukturen gegen Killerspiele

    Während in China Zensur-Infrastrukturen gegen freie Meinungsäusserungen aufgebaut und durchgesetzt werden, kommt die CDU Sachsen mit einer tollen Idee um die Ecke: Die wollen jetzt auch elektronische Filter, um erstmal Killerspiele aus dem Netz zu verbannen: CDU Sachsen will mit elektronischen Filtern gegen „Killerspiele“ vorgehen.

    Sachsens CDU-Landtagsfraktion hat sich für ein härteres Vorgehen gegen so genannte Killerspiele ausgesprochen. Neben Produktion und Vertrieb solle auch der Besitz solcher Video- und Computerspiele verboten werden, hieß es am heutigen Donnerstag auf der Klausurtagung der Fraktion in Glauchau. „Die Verbreitung brutaler Video- und Computerspiele muss effektiv unterbunden werden. Die CDU-Fraktion schlägt dazu geeignete technische Maßnahmen wie beispielsweise elektronische Filter vor. Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich im Bundesrat für notwendige Gesetzesänderungen einzusetzen. Der Besitz der so genannten Killer-Spiele muss verboten werden“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Fritz Hähle.

    29. März 2007 9
  • : Technische Zensur – kurz erklärt
    Technische Zensur – kurz erklärt

    Bei Telepolis gibt es den dritten Teil der Reihe „Zensur zwischen öffentlich und privat.“. Thema ist heute die „Technische Zensur“: Von Tittmoning nach Tuntenhausen.

    Neben der institutionellen ist auch eine „technische“ Zensur denkbar, etwa durch Filterprogramme. Problematisch daran ist zum einen, dass komplexe rechtliche Abwägungsprozesse zugunsten eines „lieber zu viel als zu wenig“ aufgegeben werden. Zum anderen öffnet die im Zusammenhang mit technischer Zensur häufig angestrebte „Selbstverwaltung“ den Bereich der Zensur für wirtschaftliche Interessen.

    26. März 2007
  • : Andere Länder, andere Sitten.
    Andere Länder, andere Sitten.

    Andere Länder, andere Sitten. Während in Deutschland verschiedene Bundesländer, bzw. deren Innenminister sogenannte „Killerspiele“ verbieten wollen, ist in den USA schon seit einiger Zeit eine Debatte rund um „Social Networks“ im Gange. Dort gibt es nämlich viele Gefahren für Kinder und Jugendliche – das meinen vor allem ältere Menschen erkannt zu haben, die nicht wirklich verstehen, was da passiert. Vermutlich ist der Grund auch hier mal wieder, dass ältere Generationen eher Angst vor neuen Dingen haben und die Jugend schützen will. Weil da ja ältere Männer abhängen, sich für Jugendliche ausgeben und es ab und an zu sexuellen Übergriffen kommen kann. Hat man zumindest mal in den Medien gehört. Der neueste Anlauf kommt aus Connecticut:

    Mehrere US-Staaten wollen Jugendlichen den Zugang zu sozialen Netzen wie MySpace erschweren, der neueste Gesetzesentwurf stammt aus Connecticut. Er sieht vor, dass alle Netzwerke die Identität und das Alter ihrer Nutzer überprüfen. Will ein Jugendlicher unter 18 Jahren dem Netzwerk beitreten, so soll dies nur noch mit Einwilligung der Eltern geschehen.

    Was so ein Gesetz bringen soll, steht irgendwo in den Sternen geschrieben.

    10. März 2007 3
  • : Die Propaganda der Firma Pan Amp
    Die Propaganda der Firma Pan Amp

    Über die Verbindungen der Filter-Firma Pan Amp mit der Panorama-Redaktion berichtet Telepolis ausführlich: Panorama, „Killerspiele“ und die Filter-Firma. Demnach gab es bereits zum vierten Mal innerhalb der letzten zwei Jahren für die Firma Promotion-Beiträge bei Panorama. Was für ein „investigatives Magazin“ in der öffentlich-rechtlichen ARD ein paar Mal zuviel sein dürfte.

    Deutlich wird, dass wesentliche Inhalte der Sendung vom 22.2. von der Firma Pan Amp beigesteuert wurden. So wurde von der Firma eine Zählung von Online-Spielern sog. „Killerspiele“, nach eigenen Angaben „im Auftrag einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt“ durchgeführt. Vorstand Bert Weingarten selbst trat in längeren Interview-Passagen als „Experte“ auf; tatsächlich verfügt er lediglich über technische Internetkenntnisse; psychologische oder pädagogische Qualifikationen sind nicht bekannt. Die Firma Pan Amp brachte Inhalte für das Umfeld des Spiels „Call of Duty“, sowie den Aspekt, dass Modifikationen des Spiels zwecks historischer Authentizität auch NS-Symbolik einbringen. Statistische Erhebungen und längerfristige Recherchen im Internet kosten Sender Geld und Journalisten Arbeit. Da ist es ein merkwürdiger Zufall, dass eine Privatfirma Statistiken und Untersuchungsergebnisse beisteuert und die Sendungen stets eine der Firma zuträgliche Tendenz haben.
    […]
    Was Weingarten mit seiner Firma den Politikern nahezulegen sucht, findet sich im Schlusssatz seiner „Killerspiele“-Meldung vom 26.2.2007 kurz und bündig zusammen gefasst: „Jeder Innenminister, der Killerspiele nicht unmittelbar in die rechtlichen Schranken verweist, versündigt sich […] an der kulturellen Harmonie in Europa“. Kulturelle Harmonie also, nach dem Gutdünken von Politikern und Sittenwächtern, unter massiver Beschneidung individueller Freiheit und Zensur! Eine Formulierung, die an Ideologien totalitärer Staaten erinnert.

    Da finden sich einige interessante Details in dem lesenswerten Artikel.

    1. März 2007 13
  • : Panorama fabuliert über Vergewaltigungen in Computerspielen
    Panorama fabuliert über Vergewaltigungen in Computerspielen

    Die ARD-Sendung Panorama ist eigentlich meistens sehenswert. Wenn sie denn mal nicht über „Killerspiele“ berichten, wie es am 22. Januar passiert ist: Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet. Dann kommen nämlich solche Szenen zustande, bei denen man von Manipulation und Propaganda sprechen kann: NDR-Fernsehen: Highscore durch Vergewaltigung? Und die Propaganda wurde von öffentlich-rechtlichen Geldern bezahlt.

    Anders als zuvor auf der Webseite von „Panorama“ angekündigt kamen jedoch „menschenähnliche Avatare“ wie etwa im Rollenspiel „Final Fantasy“ in dem Beitrag nicht vor. Vielmehr wurden neben „Call of Duty 2“ Szenen aus „Der Pate“, „Doom 3“ und „GTA San Andreas“ gezeigt. Bei letzterem Titel wurden Ausschnitte aus dem „Hot Coffee Mod“ – das erst durch umständliche Patches freigeschaltet werden muss – durch einen geradezu haarsträubenden Text unterlegt: „Wer hier möglichst viele Frauen vergewaltigt, gewinnt.“ Dies entspricht genau dem Gegenteil der dargestellten Szene: Kommt es in GTA zum Sex zwischen zwei Spielfiguren, so geht dem eine Verabredung voraus, nach der die weibliche Figur ihren Verehrer „auf einen Kaffee“ einladen kann. Von Vergewaltigung kann hier keine Rede sein. Im Kontext von „Panorama“ wurde diese umgekehrte Aussage durch den Song „Rape Me“ der Band Nirvana unterstrichen, der zu den GTA-Ausschnitten lief. Der Musiktitel wird jedoch mit dem Spiel nicht ausgeliefert.

    Und wie so oft, wenn es um das „Böse im Internet“ geht, ist die Firma PanAMP wieder dabei und vermarktet über Schauermärchen ihre Dienstleistungen und bekommt dafür kostenlose Werbefläche.

    Bis eben htte ich noch die Illussion, dass es mit Panorama wenigstens noch etwas investigativen Journalismus im Fernsehen gab. Schade. Die Sendung kann hier im Real-Format angeschaut werden.

    23. Februar 2007 19
  • : Der Plauder-Kauder über Killerspiele und Sauf-Flatrates
    Der Plauder-Kauder über Killerspiele und Sauf-Flatrates

    Einen empfehlenswerten Podcast gibt es vom CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder. Der „Plauder-Kauder“ (MP3) berichtet diesmal über Killerspiele und Sauf-Flatrates. Wobei das gesprochene Wort noch amüsanter ist als das aufgeschriebene Transcript: „Grüß Gott, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.“ Das muss man mal gehört haben.

    Parallel dazu wird darüber diskutiert, dass sogenannte Killerspiele junge Menschen dazu verführen, dass sie Realität und das virtuelle Spiel nicht mehr miteinander in Einklang bringen oder dass sie das, was sie im virtuellen Spiel erleben auch in der Realität sehen wollen und deswegen nachspielen. Killerspiele sollen verboten werden.

    Killerspiele sind heutzutage schon verboten. Aber die Politik tut sich schwer, der Entwicklung am Markt nachzukommen. Die Spiele werden produziert, kommen auf den Markt, junge Menschen kommen an die Spiele und dann erst sehen Jugendschützer diese Spiele. Dann muss in einem Verfahren geklärt werden, ob sie wirklich schädlich sind oder nicht, denn es kann ja nicht irgendjemand entscheiden, dies oder jenes Spiel geht nicht und so lange sind die Spiele auf dem Markt. Und die Politik tut sich da sehr schwer.

    [via]

    19. Februar 2007 6
  • : Berichte aus dem Bundesrat
    Berichte aus dem Bundesrat

    Der Bundesrat hat heute wieder verschiedene netzpolitische Themen behandelt. Dabei waren das Telemediengesetz, das Killerspiel-Verbot und der zentrale Abgleich biometrischer Passdaten auf der Tagesordnung.

    Heise: Bundesrat hat keine Bedenken gegen Telemediengesetz

    Der Bundesrat hat in seiner Plenarsitzung am heutigen Freitag keine Einwände gegen die vom Bundestag Mitte Januar verabschiedete Neuordnung des Medienrechts im Rahmen des Elektronischen Geschäftsverkehr-Vereinheitlichungsgesetzes (ElGVG, PDF-Datei) vorgebracht. Die Länderchefs ließen den Gesetzesentwurf passieren, ohne den Vermittlungsausschuss mit dem Parlament anzurufen. Das ElGVG, dessen Kern das neue Telemediengesetz (TMG) ausmacht, kann so höchstwahrscheinlich plangemäß am 1. März zeitgleich mit dem 9. Rundfunkänderungsstaatsvertrag (PDF-Datei) der Länder in Kraft treten.

    Heise: Bundesratsvorstoß zu „Killerspiele-Verbot“ erntet viele schlechte Noten.

    Die Länderchefs überwiesen den bayerischen Gesetzesentwurf zur weiteren Beratung in die Fachausschüsse. Dort gibt es nach Informationen von heise online viele Stimmen, die eine Vertagung der Initiative fordern. Demnach soll zumindest die für Herbst angekündigte Evaluation der Jugendschutzgesetzgebung durch das Bundesfamilienministerium abgewartet werden. In einer Stellungnahme von Rheinland-Pfalz heißt es, dass noch kein Fall bekannt geworden sei, in dem einer Staatsanwaltschaft die Basis des bestehenden Paragraphen 131 Strafgesetzbuch (StGB) nicht für ein eventuelles Verbotsverfahren ausgereicht hätte. Generell solle die staatsanwaltschaftliche und gerichtliche Praxis im Umgang mit „Killerspielen“ genauer untersucht werden.

    Heise: Bundesrat fordert zentralen Abgleich biometrischer Passdaten.

    Der Bundesrat hat sich in seiner Plenarsitzung am heutigen Freitag für eine Speicherung von Gesichtsbildern und Fingerabdrücken aus biometrischen Ausweisdokumenten bei der Polizei sowie einen automatisierten Vergleich der höchstpersönlichen Daten mit Fahndungsdatenbanken ausgesprochen. Die Länderchefs folgten damit in allen Punkten dem Votum des federführenden Innenausschusses zum Entwurf der Bundesregierung zur Änderung des Passgesetzes, das wiederum in weiten Teilen auf Forderungen etwa des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) beruht. Datenschützer haben sch dagegen seit langem entschieden gegen derartige Verwendungen der sensiblen biometrischen Informationen ausgesprochen.

    Wie war das nochmal mit der Sicherheit in den ePässen? Eine zentrale Datenbank will man aus Sicherheitsgründen nicht? Das weiss der Bundesrat anscheinend nicht oder war das eine falsche Argumentation vom Innenministerium?

    16. Februar 2007 5
  • : Union streitet um Killerspiele-Verbot
    Union streitet um Killerspiele-Verbot

    Ich kann ja noch nicht genau die Konflikte innerhalb der CDU/CSU einschätzen, die heute in der „Killerspiele-Debatte“ an die Öffenltichkeit gekommen sind. Während Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und ihr nordrhein-westfälischer Kollege Armin Laschet „nur“ noch schärfere Jugendschutzregelungen wünschen und mehr Spiele auf den Index setzen wollen , beschwert sich Beckstein aus München, dass das nicht radikal genug ist. Und fordert weiter komplette Verbote. Nur von Uwe Schünemann hab ich noch nichts gehört. Seine Meinung dürfte zumindest dafür interessant sein, herauszufinden, ob der Konflikt innerhalb der CDU/CSU zwei Lager provoziert oder zwischen CSU und CDU geht. Schünemann wird aber vermutlich seiner Linie treu bleiben und Beckstein inenrhalb der nächsten Stunden zur Seite springen. Wenn es nicht alles ein Scheingefecht ist. Ich gehe aber davon aus, dass es immer noch „progressive“ Kräfte innerhalb der Union gibt und die Junge Union massiv Lobbying betreibt, dass die Mitglieder weiterhin Counterstrike und Co spielen dürfen – zumindest, wenn sie über 18 sind. Es bleibt also spannend. Wobei die „progressive“ Linie dann die von der Leyden-Linie ist…

    Tagesschau.de: Jugendmedienschutz wird verschärft – Keine „Killerspiele“ mehr für Kids.

    „Wir wollen den Verbotskatalog deutlich erweitern – auf extrem gewalthaltige Computerspiele, auch wenn sie nicht verherrlichen“, erklärte von der Leyen. „Gewalt darf nicht belohnt werden in einem Computerspiel zum Beispiel, indem man den nächsten Level erreicht oder indem Leben gesammelt werden.“ Diese Spiele dürften nicht mehr im herkömmlichen Handel verkauft und auch nicht in der Werbung angepriesen werden. „Wer dieses dennoch tut, macht sich in Zukunft strafbar.“ Mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld müsse rechnen, wer Kunden unter 18 Jahren die dann verbotenen Medien verkaufe.

    Heise: Killerspiel“-Debatte: Bund und Länder wollen Jugendschutz verschärfen.

    Die Verkäufer von Computerspielen sollen zudem stärker als bisher durch deutlichere Jugendschutz-Hinweise auf Videos und DVD zur Einhaltung der Verkaufsverbote angehalten werden. Auch die Indizierungskriterien, nach denen die BPjM arbeitet, sollen erweitert werden: „Spiele, in denen deutlich visualisierte Gewaltanwendung mit ‚Leben sammeln’ oder Erreichen eines weiteren Levels belohnt wird, oder in denen Mord- oder Metzelszenen detailliert dargestellt werden, kommen auf den Index“, erklärte von der Leyen. „Wir wollen für Hersteller und Händler ganz klare Regeln aufstellen, was geht und was nicht geht“, begründete sie die Initiative. Darüber hinaus soll die viel gelobte und viel kritisierte Ko-Regulierung, bei der Selbstkontrollorganisationen der Wirtschaft, die von staatlichen Stellen anerkannt werden, die Kennzeichnung und Kontrolle der Medien übernehmen, „transparenter und effektiver“ gestaltet werden. Laschet möchte „die Länder dafür gewinnen, dass sie kurzfristig ihr personelles Engagement“ bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) verstärken: „Wir werden dann mehr Personal für diese wichtige Aufgabe zur Verfügung haben.“

    Heise: Killerspiel“-Debatte: Bund und Länder wollen Jugendschutz verschärfen.

    Heise: Bayern will härteres Vorgehen gegen „Killerspiele“ als Berlin.

    Spiegel: Beckstein fordert totales Verbot von „Killerspielen“

    Offener Streit in der Union: Bayerns Innenminister Beckstein geht das von Bundesfamilienministerin von der Leyen geplante Sofortprogramm gegen sogenannte Killerspiele nicht weit genug. Er fordert ein generelles Verbot – das würde sich nicht auf Spiele beschränken.

    13. Februar 2007 3
  • : Juristische Feinheiten der Killerspiel-Debatte
    Juristische Feinheiten der Killerspiel-Debatte

    Gestern gab es bei Telepolis eine juristische Sicht auf die Killerspiele-Debatte: Gesetzliche Action gegen Killerspiele.

    Nun ist mittlerweile allgemein anerkannt, dass zur Menschenwürde auch das Recht zählt, ihren Umfang jedenfalls in Grenzen selbst zu konkretisieren. Von daher dürfte höchst zweifelhaft sein, ob in der einverständlichen Gewaltsimulation zu Spielzwecken in Laserdromes, Gotcha- und Paintballspielen ein Angriff auf die Menschenwürde zu sehen ist. Jedenfalls geht es hier nicht um Ausnahmesituationen, in denen Einzelne Beeinträchtigungen ihrer Würde ggf. auch aus einer persönlichen Zwangsituation vermarkten (Zwergenweitwurf).

    Gesellschaftlich anerkannte Spiele sollen von dem Verbot nach dem Gesetzentwurf übrigens nicht erfasst sein: Beim Fechten stünde die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund, zum Boxen äußert man sich sicherheitshalber nicht, auch für das in Bayern beliebte Fingerhakeln müsste es eigentlich knapp werden. Anders als bei Killerspielen und Paintball-Veranstaltungen werden Verletzungen bei letzteren aber auch nicht simuliert.

    13. Februar 2007
  • : Safer Internet Day 2007
    Safer Internet Day 2007

    Heute ist wieder der „Safer Internet Day“, ausgerichtet von der Europäischen Union.

    Tagesschau.de: „Viele verhalten sich noch unsicher“.

    Jugendschützer Friedemann Schindler sieht die größten Risiken für Kinder derzeit in Chats. Wie im Straßenverkehr müssten Kinder auch beim Surfen erst die Regeln kennenlernen, um sich sicher zu bewegen. Schindler ist Leiter von Jugendschutz.net, einer Initiative der Bundesländer. Sie informiert im Internet, in Broschüren und auf Veranstaltungen über Gefahren für junge Surfer und wie Eltern und Pädagogen helfen können, diese zu vermeiden.

    Tagesschau.de: „Das Netz kann nicht so einfach kontrolliert werden“

    „Das Internet ist nur ein Abbild der Gesellschaft“, sagt Frank Rosengart. Er vertritt den Chaos Computer Club (CCC). Die kritischen Computerspezialisten haben die Fragen von tagesschau.de per E‑Mail erhalten und auf ihrer Mailingliste die Antworten diskutiert. Kinder gehören im Netz unter Aufsicht – dieser Meinung ist auch der CCC. Der richtige Umgang mit dem Netz müsse ihnen erst beigebracht werden – allerdings „nicht von Leuten, die ihren Computer gerade einmal als Schreibmaschine benutzen.“

    Telepolis: EU lässt für ein sicheres Internet trommeln

    Kinder und Jugendliche sollten vor Gewaltdarstellungen und Pornographie in den Medien bewahrt werden. Trotzdem haben sie Zugang zu Killerspielen und Sexseiten im Internet. Es ist auch nichts Neues, dass Pädophile das Internet zur Kontaktanbahnung mit Minderjährigen suchen. Seit 2002 versuchen Initiativen einmal im Jahr Kinder und Erziehungsberechtigte zu sensibilisieren. „Safer Internet Day“ heißt die Veranstaltung und will mehr als eine reine Alibiveranstaltung.

    6. Februar 2007 1
  • : Wired über die deutsche Killerspiel-Debatte
    Wired über die deutsche Killerspiel-Debatte

    Wired beschreibt in einer Aussenansicht die deutsche Killerspiel-Debatte: German Past Haunts Gamers’ Future.

    Germany, ever mindful of its troubled history, keeps as close an eye on its past as it does its present and future. And that may spell trouble for certain video games. Politicians are pushing new legislation that would ban games deemed violent or that incite hatred. Not only that, this decidedly pacifist nation is lobbying the European Union to impose continent-wide censorship of especially inflammatory games.

    5. Februar 2007 4