Jugendschutz
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: Mal wieder: Pfeiffer warnt vor Computerspielen
: Mal wieder: Pfeiffer warnt vor Computerspielen Der Kriminologe Christian Pfeiffer dürfte mal wieder eine Studie zum Thema Jugendschutz und Computerspiele erstellen. Wenig überraschend ist das Ergebnis des mit fast missionarischem Eifer gegen Computerspiele agitierende Wissenschaftlers, worüber die Zeit relativ unkritisch berichtet: „Spiele ohne Grenzen“
Je öfter ein Kind am Computer ballert, desto schlechter die Schulnoten, zeigt eine neue Studie. Die Spiele lassen eine Generation von Jungs verwahrlosen
Und ich frag mich gerade, wieso immer nur der Pfeiffer Studien wie diese finanziert bekommt. Oder kann er nur am lautesten in die Medien schreien, um über die Bekanntheit wieder mehr Forschungsgelder zu bekommen? Etwas mehr Abwechslung in der Untersuchung würde der Debatte etwas gut tun. So scheint das Ergebnis immer vorher schon festzustehen. Und die Fronten auch.
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: ZDF-Aspekte erklärt das Kindermorden
: ZDF-Aspekte erklärt das Kindermorden Bei D‑Frag gibt es eine ausführliche Rezension der ZDF-Sendung Aspekte, die in Frontal21-Tradition gegen Computerspiele agitiert hat: Wie Kinder Spaß am Morden finden.
Erschrocken über den reißerischen Titel? Keine Sorge, er stammt nicht von uns, sondern vom ZDF-Kulturmagazin Aspekte. Normalerweise glänzt Aspekte mit aufwühlenden Themen wie »Der Dresdner Brückenstreit« oder »Das Lucerne Festival«, aber normalerweise stammen die Beiträge dort auch nicht von Rainer Fromm. Bis zum letzten Samstag jedenfalls.
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: Erwachsenenschutz durch die Vista-Hintertür?
: Erwachsenenschutz durch die Vista-Hintertür? Beim Blättern in der aktuellen c’t bin gerade auf ein interessantes Feature von Windows Vista gestoßen, dem man – einmal etabliert und nach realpolitischem Druck (Jugendschutz! Nazipropaganda! Kinderpornographie!) entsprechend nachjustiert – durchaus einen „dual use“-Charakter unterstellen könnte: Der eingebaute Phishingfilter.
Axel Vahldieck beschreibt seine Funktion wie folgt:
Der Phishingfilter wirkt nicht nur im Internet-Explorer, sondern auch im Outlook-Express-Nachfolger Mail. Er prüft erstens, ob die URL der Webseite in einer Liste bekannter sicherer Seiten (Whitelist)* enthalten ist, […] Drittens schickt er die URL – SSL-verschlüsselt und ohne Nutzerparameter und Cookies – an Server eines Partners von Microsoft (bislang ist nur Digital Resolve bekannt), der die Seite in Echtzeit untersuchen soll.
Damit erinnert der Phishingfilter von Vista verblüffend an das im Sommer 2003 vorgestellte Filtersystem ICRAplus.
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: World of Warcraft scheint Kinderarbeit zu fördern
: World of Warcraft scheint Kinderarbeit zu fördern Die Tagesthemen berichteten gestern über Kinderarbeit in China: Banden zwingen Jugendliche zum Spielen.
Manche Computerspiele können Jugendliche geradezu süchtig und krank machen. In den Industrieländern des Westens beginnen viele zunächst freiwillig mit der Spielerei am Bildschirm. Am anderen Ende der Welt sitzen dagegen häufig Mitspieler, die dazu gezwungen werden. Denn bei einem der zur Zeit beliebtesten Online-Spiele, genannt „World of Warcraft“, wechselt oft gutes Geld den Besitzer. Eine Verlockung für skrupellose Banden in China, die Jugendliche zum Spielen zwingen.
Etwas ausführlicher berichtet auch Golem darüber: Kinderarbeit: 12 Stunden World of Warcraft pro Tag
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: FAZ über Internetzensur und die Rolle der Suchmaschinen
: FAZ über Internetzensur und die Rolle der Suchmaschinen Die FAZ berichtet über Internetzensur und die Rolle der Suchmaschinen: Loch im Netz.
Ob die Website tatsächlich gegen deutsches Recht verstößt, kann der Nutzer allerdings nicht erkennen. Viele Zensurfälle dürften fragwürdig sein. Die Beschwerden, die die Online-Dienste erreichen, betreffen unter anderem mißliebige Meinungsäußerungen, angeblich falsche Tatsachenbehauptungen oder Verletzungen des Urheberrechts. In den Vereinigten Staaten ist es Scientology gelungen, durch eine Beschwerde bei Google.com die Löschung der Internetseite eines Kritikers aus dem Suchindex zu erwirken. Die fragliche Seite, Xenu.net, ist infolgedessen auch über Google.de nicht auffindbar. Nach Angaben von Scientology hatte der Kritiker Texte, Fotos und eingetragene Markenzeichen der Organisation auf seine Homepage gestellt und damit gegen das Digital Millennium Copyright Act verstoßen.
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: 30 Computerspiele wurden 2005 als jugendgefährdend eingestuft
: 30 Computerspiele wurden 2005 als jugendgefährdend eingestuft Heute im Bundestag vermeldet, dass im vergangenen Jahr 30 Computerspiele als jugendgefährdend eingestuft wurden.
Bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) seien 2005 52 Anträge und Anregungen auf Indizierung von Computerspielen eingereicht worden. Bei 18 dieser Spiele habe die USK eine Alterskennzeichnung abgelehnt, heißt es weiter. Der Jahresbilanz der USK 2005 sei aber auch zu entnehmen, dass fast 60 Prozent der insgesamt geprüften 2.686 Spiele eine Freigabe ohne Altersbeschränkung erhielten bzw. ab sechs Jahren freigegeben wurden. Derzeit, so die Regierung, sehe sie keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf im Strafgesetzbuch im Hinblick auf Unterhaltungssoftware. Sie kündigt aber an, dass Bund und Länder gemeinsam die rechtlichen Grundlagen im Hinblick auf einen effektiven Kinder- und Jugendmedienschutz in der Praxis untersuchen würden. Ein entsprechendes Evaluationsverfahren werde noch in diesem Jahr beginnen und bereits Ende 2007 abgeschlossen sein.
Das passende Dokument erzeugt als PDF leider nur einen 404-Error.
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: Deleting Online Predators Act
: Deleting Online Predators Act Über DOPA, dem „Deleting Online Predators Act“, hatte ich wohl noch gar nicht geschrieben. Das ist ein spannendes Gesetz zur Förderung der Medienkompetenz unter Jugendlichen in den USA. Hauptziel ist es wohl, Kinder und Jugendlichen von gefährlichen Orten wie MySpace & Co fernzuhalten, wo sie nicht nur konsumieren, sondern kommunizieren und die Seelen dabei rein zu halten. Fernsehen bleibt aber irgendwie erlaubt.
Spannend dabei ist, dass sich Jugendliche nun mit technischen Hilfsmitteln wie Proxy-Servern und dergleichem auseinandersetzen und ohne Probleme neue Wege finden, trotzdem kommunizieren zu dürfen. Vielleicht sogar mit etwas mehr Motivation. Technology Review berichtet gerade nochmal über DOPA: Falsche Angst vor MySpace. Ach ja: Die spinnen, die Amis.
DOPA, vom republikanischen Abgeordneten Michael Fitzpatrick aus Pennsylvania angeführt, wurde am 26. Juli im US-Repräsentantenhaus mit 410 zu 15 Stimmen verabschiedet. Das Gesetz verbietet es Einrichtungen, die Bundesgelder erhalten, einen Internet-Zugriff auf kommerzielle Social-Networking-Seiten und Chatrooms anzubieten, weil sich dort Erwachsene herumtreiben könnten, die auf der Suche nach sexuellen Kontakten mit Kindern und Jugendlichen sind.
Ds muss aber noch durch den Senat.
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: Intelligenter werden durch Computerspiele
: Intelligenter werden durch Computerspiele In einem dpa-Gespräch hat der Zukunftsforscher Matthias Horx (nud laut TAZ der „Hof-Astrologe der Medien“) einige lesenswerte Meinungen zum Thema Computerspiele vorgetragen: Trendforscher Horx erklärt Computerspiele für intelligenzfördernd.
Moderne Computerspiele schulen nach seiner Ansicht „die kognitiven Fähigkeiten, die wir in der Arbeits- und Wissenswelt des 21. Jahrhundert brauchen“. Er setzt die Vielfalt dessen, was vom Spieler vor dem Monitor verlangt wird, ins Verhältnis zu dem, was bei klassischen Brett- und Kartenspielen gefragt ist, und meint: „Computerspiele sind in einer unglaublichen Art und Weise differenziert geworden, in einer Komplexität – dagegen ist jedes Schachspiel langweilig und dumm.“
Auch interessant in diesem Zusammenhang ist ja im Allgemeinen der merkwürdige Zusammenhang, dass sich fast immer Menschen kritisch über Computerspiele und ihren schlechten Einfluss äussern, die noch nie in ihrem Leben aktiv damit in Berührung getreten sind. Dies erklärt Horx damit, dass „Kulturdünkel aufrecht erhalten“ werden soll:
So, wie viele Kritiker heutzutage Computerspiele für gefährlich hielten, habe das Lesen von Romanen im 16. bis 18. Jahrhundert als dekadent gegolten. Auch als Kinofilme aufgekommen seien, habe man behauptet, die Menschen „verschwänden in Scheinwelten und könnten danach mit der Wirklichkeit nicht umgehen.“
Wenn Horx Spieleskeptiker kritisiert, kriegt vom Journalisten bis zur Kirche jeder sein Fett ab. „Die Bedenkenträger sind vor allem die Medien. Und dann gibt es immer eine Menge von Leuten, die ihre alten Privilegien gegen die Newcomer verteidigen wollen. Das ist eine unselige Tradition.“ Und weiter: „Die Kirche hat ebenfalls versucht, Kulturtechniken zu dominieren – die Leute sollten Latein lesen und die Bibel studieren, alles andere galt als abwegig. Dabei entwickeln sich neue Medien immer durch eine Art Verdauungsprozess. Es kommt eine neue Technologie auf, man experimentiert damit, und dann lernen Menschen langsam, sinnvoll damit umzugehen.“
Den letzten Absatz kann man auch komplett auf p2p übertragen…
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: Die zehn besten Waffen in Computerspielen
: Die zehn besten Waffen in Computerspielen Das ist doch mal kulturell hochwertig: Top Ten Video Game Weapons.
[via]
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: Captain Copyright vs. Dr. Lawless
: Captain Copyright vs. Dr. Lawless Die kanadische Lizenzagentur Access Copyright will seit kurzer Zeit mit dem Superhelden Captain Copyright kanadischen Grundschülern eine industrie- und verwerterlastige Sicht des Urheberrechts beibringen, unter anderem mit Anleitungen für’s Rollenspiel im Klassenzimmer: Die Kinder sollen ihre Mitschüler z. B. um Verwertungsrechte für ihre Werke bitten oder Klassenzeitungen mit einer zusätzlichen Seite für Urheberrechtshinweise versehen.
Delikat ist an der Sache (neben dem unverhohlenen Lobbying) natürlich vor allem, dass „Captain Copyright“ ein Superheld nach dem Muster von Superman, Batman oder den anderen Helden der Comickultur ist. Somit bedienen sich die Kampagnenmacher ironischerweise genau des alltäglichen, offenen und selbstverständlich unvergüteten Kulturtransfers, der in ihrer einseitigen Darstellung von Kreativität unter den Tisch fällt.
Philipp Lenssen hat die Abenteuer von Captain Copyright weitergezeichnet: Unser Held kämpft gegen den bösen Dr. Lawrence Lawless.
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: Nutzt denn niemand in Deutschland YouTube?
: Nutzt denn niemand in Deutschland YouTube? „Gewalt in den Medien“ ist ein Thema, das ja an sich sowas von durch ist – bis zum nächsten Erfurt. Einen neuen Hort der Verrohung machten aufmerksame Jugendschützer (wer ausser ihnen schaut das sonst eigentlich noch?) nun im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus. Am Sonntag! Vormittag.
Während der Sendung sagte Roland Tichy, Nationalstaatskonzepte würden in der Wirtschaft keine Rolle mehr spielen, woraufhin Matussek diese ansichten als „Fluchtverhalten“ und neurotisch bezeichnete. Tichy warf Matussek im Gegenzug „engstirnigen Nationalismus“ vor. Das wiederum fand Matthias Matussek dann „unverschämt“, wie er auch lautstark zum Ausdruck brachte und fügte noch „Das nehmen Sie zurück!“ hinzu.
In der ersten Reihe saßen die Zuschauer dann nicht mehr, als das Schlachtfeld der Freundlichkeiten verlassen wurde. Naja. Sagt jedenfalls die eine Hälfte:
Matussek habe ihn „hart am Oberarm gepackt und gegen den Tisch gedrückt“, wie Tichy danach habe verlautbaren lassen.
Original Research ist in der Süddeutschen zu finden.
Wenn wir nun im Gelobten Land™ wären, würden sich die geschätzten Kollegen seit Tagen nun mit YouTube-Links zukleistern. Anyone there?
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: 30% weniger für die BpB dank Schäuble?
: 30% weniger für die BpB dank Schäuble? Kann man den Innenminister mal in den verdienten Ruhestand schicken, bevor der weiter Amok läuft? SPD will Schäubles Kahlschlag vereiteln
Laut Haushaltsentwurf des Finanzministeriums, der bereits in erster Lesung im Bundestag behandelt wurde, soll das Sachmittel-Budget der Bundeszentrale für politische Bildung um fünf Millionen Euro oder 30 Prozent gekürzt werden. Die Einsparung geht auf Vorschläge des CDU-geführten Innenministeriums zurück.
Irgendwie habe ich nicht das Gefühl, dass gerade in heutigen Zeiten an politischer Bildung in Deutschland gespart werden sollte. Im Gegenteil: Der der Etat sollte kräftig aufgestockt werden, um noch etwas demokratisches Bewusstsein zu retten. Sonst informieren sich die jungen Menschen nur noch im Privatfernsehen. Und wer zahlt dann die ganzen „Ersatz-Schulbücher“, die einem die ganze Schulkarriere aufgrund knapper Klassen immer begleitet haben?
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: CRE029: Haftung für Links und das Telemediengesetz
: CRE029: Haftung für Links und das Telemediengesetz Den aktuellen Chaosradio Express-Podcast hat Tim Pritlove mit Alvar Freude zu den Themen „Haftung für Links und das Telemediengesetz“ gemacht. Das 1,5h lange Gespräch gibt es hier als MP3 zum herunterladen. Alternativ kann man es sich auch auf der Chaosradio-Seite anhören.
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: Ist das die Welt in der ich Leben will?
: Ist das die Welt in der ich Leben will? Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Corp und 1000 Bloggern? Microsoft hat ein Gesicht und eine Stimme, wird dadurch gehört und wahrgenommen. Wenn der chinesische Regierungschef Mr. Bill Gates besucht kommt das zur Prime Time auf allen Fernsehkanälen, würde er 1000 normale Blogger besuchen, so käme das höchstens in die Regionalpresse. Das Muster läßt sich beliebig fortsetzen. Der potenzielle Verlust von 200 Jobs bei Bertelsmann wiegt schwerer als 10 000 Jobs bei den namen- und gesichtslosen IT-Kein- und Kleinstbetrieben. Kein Gesicht gleich keine Stimme gleich keine Publicity.
Die Frage, die sich mir stellt: ist das wirklich so, oder kann man mit den modernen Technologien ein so lautes Rauschen erzeugen, dass man wahrgenommen wird? Kann man mit Hilfe von Blogs ein Gegengewicht zu der Lobbymaschine der allgegenwertigen Gesichter erzeugen? Ich weiß es nicht. Aber es ist es wert in einem Experiment erprobt zu werden.
Auf netzpolitik.org wird fast täglich über neue Gesetze und Entwicklungen berichtet, die unsere Welt nachhaltig verändern werden. Doch wie wird diese Welt aussehen? Lasst uns in der Bloggosphäre unsere Visionen einer Zukunft sammeln, in der wir nicht leben möchten. Wenn das Experiment klappt und wir genügend Visionen zusammenbekommen, so wird das Rauschen so laut sein, dass man uns hören wird. Wenn das Experiment nicht klappt, so bekommen wir vielleicht wenigstens ein paar anschauliche Argumente, welche Folgen diese Veränderungen dieser Zeit mit sich bringen könnten.
Wie sieht das Experiment aus: Wenn ihr Blogger seit, so berichtet über dieses Experiment und verfasst eventuell eine oder mehrere Visionen und lasst uns dies über Trackbacks wissen. Wenn ihr kein eigenes Blog habt, so könnt ihr eure Kommentare und Visionen direkt in den Kommentaren hinterlassen.
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: Reden zu Jugendschutz im Internet
: Reden zu Jugendschutz im Internet Letztes Jahr fand der Fachtag „Jugendschutz im Internet“ am 27. April 2005 in Stuttgart statt. Davon sind zwei Reden im Audioformat im Internet zu finden:
Einmal von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring (MP3), Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM):
Wolf-Dieter Ring beschreibt in diesem Ausschnitt seines Vortrags, wie der gesetzliche Jugendschutz für das Internet in Deutschland organisiert ist. Er erklärt das Modell der „regulierten Selbstregulierung“ und zieht eine erste Bilanz, zwei Jahre nachdem der Jugendmedienschutz gesetzlich neu geregelt wurde.
Und eine von Friedemann Schindler (MP3), Leiter von jugendschutz.net, der „staatlichen Stelle für die Beachtung des notwendigen Jugendschutzes in den neuen Informations- und Kommunikationsdiensten“:
jugendschutz.net wurde 1997 von den Jugendministern aller Bundesländer gegründet, um das Internet auf Verstöße gegen den Jugendschutz zu überprüfen und darauf zu drängen, dass Anbieter Bestimmungen des Jugendschutzes einhalten. In diesem Ausschnitt seines Vortrags beschreibt Friedemann Schindler die Arbeit von jugendschutz.net und berichtet über die neuen Herausforderungen des Jugendschutzes durch das Internet.
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: Berichterstattung „Clash of Realities“
: Berichterstattung „Clash of Realities“ In Köln findet gerade die „Clash of Realities – Computerspiele und soziale Wirklichkeit““-Konferenz zum Thema Computerspiele statt, die ich leider nicht besuchen kann. Aber es gibt wenigstens etwas Online-Berichterstattung:
Futurezone: Neue Sichtweisen der Gaming-Kultur
Heise: Clash of Realities: Die Computerspieler und die „Killerspiele“
Und das Zeitspuk-Blog berichtet von vor Ort.
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: Was bei Kindern funktioniert, klappt auch anderswo
: Was bei Kindern funktioniert, klappt auch anderswo Windows Live Family Safety Settings.
Golem berichtet darüber, wie Windows Live dem Systemadministrator (oder dem TCPA-Settingsbeauftragten nach dem Service Pack 1) die Chance gegeben wird, Internetinhalte nach Kategorien zu filtern.
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: Konferenz: Clash of Realities. Computerspiele und soziale Wirklichkeit
: Konferenz: Clash of Realities. Computerspiele und soziale Wirklichkeit Passend zur Killerspiel-Debatte veranstaltet die Fachhochschule Köln in Zusammenarbeit mit Electronic Arts vom 22. – 24.3.2006 die internationale Konferenz „Clash of Realities. Computerspiele und soziale Wirklichkeit“. Das Programm klingt sehr interessant und der Eintritt ist kostenlos.
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: Projekt Sonniges und Grünes Internet
: Projekt Sonniges und Grünes Internet Wenn die Situation in China nicht so Ernst wäre, könnte man die folgende Meldung der chinesischen Botschaft in Deutschland glatt als Satiretext werten: „Projekt Sonniges und Grünes Internet“. Es geht um ein Programm für ein „sicheres Internet“ der chinesischen Regierung, welches heute mit blumigen Worten vorgestellt wurde. Darin finden sich Stilblüten wie:
Aber gleichzeitig sind die Internet-Surfer permanent mit schädlichen E‑Mails, pornographischen oder anderen illegalen Informationen sowie Computer-Viren konfrontiert.
Was mit „anderen illegalen Informationen“ gemeint ist, dürfte den LeserInnen dieses Blogs vermutlich hinreichend bekannt sein. Für neue LeserInnen sei nur mal eine Ansammlung von Stichwörtern präsentiert: Menschenrechte, Dalai Lama, Proteste, Kritik an der Staatsführung oder schlechten Arbeitsbedingungen, Religionen, Ökologie, Freiheit…
Bei folgendem Abschnitt handelt es sich leider nicht um die Beschreibung einer Informationsökologie-Strategie, obwohl sie beinahe danach klingt:
Das chinesische Ministerium für Informationsindustrie als zuständige Behörde für die Internet-Branche in China hat nun eine neue Offensive zur Reinhaltung des Internets und Schaffung einer harmonischen Netzumwelt gestartet. Am Dienstag startete das Ministerium in Beijing das „Projekt Sonniges und Grünes Internet“.
Eine Weiterentwicklung der massiven Zensur‑, Überwachungs- und Kontrollinfrastruktur wird gleich mit angekündigt:
„Das Ministerium für Informationsindustrie wird gemeinsam mit den Behörden bei der Entwicklung von IT-Produkten, der Verwaltung des Internetbetriebs sowie bei Informationsdienstleistungen eine Serie von reichhaltigen Aktivitäten in verschiedener Form entfalten. Ziel ist, das Internet sauber zu halten, eine vernünftige Internetanwendung für die Gesellschaft zu gewährleisten, schädlichen und illegale Informationen herauszufiltern und damit ein gesundes Aufwachsen der Jugendlichen zu garantieren.“
Aber irgendwie klingt das auch ein wenig nach deutscher Jugendschutz-Rhetorik.
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: Landesanstalt für Medien NRW empfiehlt Pornoseiten-Filter
: Landesanstalt für Medien NRW empfiehlt Pornoseiten-Filter Schon seit einigen Tagen online zu haben, das neue Material zum Umgang mit dem bösen Internet, von der Landesanstalt für Medien in NRW. Auch über Klicksafe hat netzpolitik.org schon berichtet. Herausgekommen in der Zusammenarbeit mit Klicksafe ist nun eine 45seitige Broschüre (PDF, 1,6MB), die auch mit Empfehlungen und Schwarzmalerei glänzt:
Allerdings sollten Sie den Abenteuertrieb und die Neugier von Kindern und Jugendlichen nicht unterschätzen. Viele legen es darauf an, Sexseiten zu finden. Und das wird den Jugendlichen leicht gemacht: „SafeSearch“ lässt sich bei Google auf der Einstellungsseite abschalten. Auch in der deutschen Version von Yahoo kann der Jugendschutzfilter abgeschaltet werden.
Auf Seite 37 findet sich der passende Screenshot, um den „Pornofilter“ umzuschalten. Davon abgesehen, dass es natürlich auch als eine prima Anleitung gelesen werden kann, werden der eigentlichen Zielgruppe der besorgten Eltern auch diese Ratschläge an die Hand gegeben:
Wenn Sie Ihr Kind nach einer gewissen Zeit jedoch auch alleine ins Netz lassen möchten, sollten Sie je nach Alter einen zusätzlichen Filter installieren.
Das ergibt dann eine „grüne Wiese“-Funktion, wo Kinder unbesorgt spielen können; alles Üble wird ausgezäunt. Naja.. das technische Mittel der Filterung ist eher heikel und sehr von politischen Vorgaben geprägt, was nicht besprochen wird. Ebenfalls mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekte wie die Jux² Live-CD werden gar nicht erwähnt, auch wenn sich Dialer- und Virenprobleme damit fast komplett umgehen lassen könnten. Es gibt genau eine Erwähnung von Linux und zum Einrichten von Nutzerkonten mit eingeschränkten Rechten. Davon abgesehen wird (mangelnde) Technik-Kompetenz auf Furcht und übermäßige Vorsicht reduziert.
Immerhin finden sich auch Hinweise auf (immer angebrachte) aktive Medienerziehung, die zum kompetenten Umgang mit neuen Medien verhelfen soll. Aber statt 12 goldener Regeln zur Verwendung von Suchmaschinen klingt es insgesamt mehr nach Schwarzmalerei und behandelt thematisch ein schlimmes, kommerzgetriebenes, unsicheres Internet und die Hilflosigkeit der Eltern. Medienkompetenz fehlt jedenfalls allerorten, nicht nur bei arglosen Kindern.