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Nutzt denn niemand in Deutschland YouTube?

„Gewalt in den Medien“ ist ein Thema, das ja an sich sowas von durch ist – bis zum nächsten Erfurt. Einen neuen Hort der Verrohung machten aufmerksame Jugendschützer (wer ausser ihnen schaut das sonst eigentlich noch?) nun im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus. Am Sonntag! Vormittag. Während der Sendung sagte Roland Tichy, Nationalstaatskonzepte würden in der Wirtschaft…

  • Mathias Schindler

„Gewalt in den Medien“ ist ein Thema, das ja an sich sowas von durch ist – bis zum nächsten Erfurt. Einen neuen Hort der Verrohung machten aufmerksame Jugendschützer (wer ausser ihnen schaut das sonst eigentlich noch?) nun im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus. Am Sonntag! Vormittag.

Während der Sendung sagte Roland Tichy, Nationalstaatskonzepte würden in der Wirtschaft keine Rolle mehr spielen, woraufhin Matussek diese ansichten als „Fluchtverhalten“ und neurotisch bezeichnete. Tichy warf Matussek im Gegenzug „engstirnigen Nationalismus“ vor. Das wiederum fand Matthias Matussek dann „unverschämt“, wie er auch lautstark zum Ausdruck brachte und fügte noch „Das nehmen Sie zurück!“ hinzu.

In der ersten Reihe saßen die Zuschauer dann nicht mehr, als das Schlachtfeld der Freundlichkeiten verlassen wurde. Naja. Sagt jedenfalls die eine Hälfte:

Matussek habe ihn „hart am Oberarm gepackt und gegen den Tisch gedrückt“, wie Tichy danach habe verlautbaren lassen.

Original Research ist in der Süddeutschen zu finden.

Wenn wir nun im Gelobten Land™ wären, würden sich die geschätzten Kollegen seit Tagen nun mit YouTube-Links zukleistern. Anyone there?

Über die Autor:innen

  • Mathias Schindler

    Seit 2003 Autor bei Wikipedia. Seit 2004 Mitglied bei Wikimedia Deutschland (in den Anfangsjahren Mitglied des Vorstandes) Von 2009 bis 2014 Projektmanager bei Wikimedia Deutschland Seit 2014 Mitarbeiter von Julia Reda, MdEP (Piratenpartei, Fraktion Grüne/EFA)


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5 Kommentare zu „Nutzt denn niemand in Deutschland YouTube?“


  1. Torsten

    ,

    Hab das beim Kochen mit einem Ohr gehört – war wirklich die höchste Erregung, die ich je in einem Presseclub mitbekommen habe.

    Zu Handgreiflichkeiten kam es vor der Kamera nicht – wohl erst nach der Sendung, als die Kameras aus waren-


  2. markus

    ,

    Den besten Absatz aus der Süddeutschen hast noch noch vergessen:

    „Sicher ist, dass Spiegel-Leute im Presseclub schon eine bessere Figur abgegeben haben. Der für die Sendung verantwortliche WDR-Redakteur Michael Hirz erklärt, es habe ¸¸keine bedrohliche Situation“ vorgelegen. ¸¸Das war eher eine Frage der Kinderstube. Herr Matussek hat ein sehr hohes Erregungspotential.“ Künftig werde man mit temperamentvollen Gästen vor der Sendung ein Gespräch über das ¸¸erforderliche Mindestmaß an bürgerlichen Umgangsformen“ führen, so WDR-Mann Hirz.“


  3. […] Manche Denkprozesse dauern etwas länger, wenn die Grundvoraussetzungen nicht so ganz stimmen. Spiegel Online, Tochter des Magazins mit den Kulturjournalisten, die auch mal grätschen können berichtet jetzt zeitnah, daß einer gewissen Partei nun die Lust aufs Demonstrieren vergangen ist. Die denkbar einfachste Erklärungsweise sind wohl verheulte Anhänger, die von ihren Gruppenleitern dazu verdonnert wurden, auf die Straße zu gehen, solange der Ball noch rollt. In einer offiziellen Verlautbarung des NPD-Parteivorstandes heißt es, man habe “keinerlei Interesse daran, die bereits angespannte Sicherheitslage in Deutschland durch zusätzliche Demonstrationen während der WM zu gefährden” […]


  4. Youtube ist übrigens nicht zwingend von Nöten. Der WDR bietet die Sendung als Podcast an: Nur Audio, aber Handgreiflichkeiten gab es vor der Kamera ja nun mal nicht: http://www.wdr.de/themen/computer/extra/podcast/index.jhtml


  5. Horst Wittmann

    ,

    Das seltsame Verhalten des Herren Matussek wird übrigens inzwischen auch auf youtube gewürdigt, diese Filmchen habe ich durch einen Hinweis bei spreeblick entdeckt. Sehr lustig:

    http://www.youtube.com/watch?v=hedgFooR1BU

    Und im zweiten Teil sieht man Herrn Matussek sogar mit einer Wumme!

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