Informationstechnologie

  • : Montag ist Webtag
    Montag ist Webtag

    Morgen findet in Köln der so genannte „Web-Montag“ statt: Der Veranstalter Tim Bonnemann, der seit Mai in Kalifornien arbeitet, möchte damit auch in Deutschland das weite Feld von Social Software und Co. fördern und Interessenten zum öffentlichen Brainstorming einladen:

    Web-Montag – bringt Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Pioniere, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Interessenten zum Thema Web 2.0 (im weiteren Sinne) zusammen.

    Themen: Ajax, API, Atom, Collaboration, E‑Democray, E‑Learning, Emerging Technology, Feeds, FOAF, Folksonomy, Identity, Instant Messaging, Location-based Services, Long Tail, Microformats, Mobile, Multimodal Interactive (Wireless Voice), Open Source, Podcasting, Privacy, RFID, RSS, Search, Security, Semantisches Web, Social Bookmarking, Social Networks, Social Software, Spam, Syndication, Tags, Tagging, Voice over IP (VoIP), Web 2.0, Weblogs, Web Services, Wikis, Wireless, XFN…

    Montag abend am 18 Uhr im Hallmackenreuther in Köln. Alle Informationen in Tims Wiki.

    6. November 2005
  • : TechnoFeminism: Gender Relations in a Digital Age
    TechnoFeminism: Gender Relations in a Digital Age

    Interessante Veranstaltung am Montag in Berlin: TechnoFeminism: Gender Relations in a Digital Age.

    Vortrag von Judy Wajcman am 7. November 2005 innerhalb des Interdisziplinären Forschungscolloquiums „Wissenschaftsforschung als Geschlechterforschung“

    5. November 2005 1
  • : Interview zu Open Source und Usability
    Interview zu Open Source und Usability

    Julius Stiebert hat für Golem ausführlich die Usability-Expertin Ellen Reitmayr zum World Usability Day über „Open Source & Usability“ befragt. Dreimal „Usability“ in einem Satz war schon bewusst, immerhin ist dieser Tag heute.

    3. November 2005
  • : BSI: Technische Richtlinie Sicheres Wireless LAN
    BSI: Technische Richtlinie Sicheres Wireless LAN

    Das BSI hat eine „Technische Richtlinie Sicheres Wireless LAN“ erstellen lassen. Diese findet sich bei Technology Review.

    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Technische Richtlinie Sicheres WLAN (TR-S-WLAN) initiiert mit dem Ziel, Entwicklung und Betrieb sicherer, interoperabler und zukunftstauglicher Wireless LAN Systeme und Infrastrukturen nach den Standards der Serie IEEE 802.11 zu fördern. Die TR-S-WLAN liefert dazu konkrete Handlungsempfehlungen für die Planung, Auswahl, Installation, Konfiguration, Abnahme, Administration und Außerbetriebnahme von sicheren Wireless LANs, in der Wirtschaft sowie im Behördenbereich. Es werden dazu WLAN unterschiedlicher Größe und unterschiedlicher Anwendung (z. B. Büro, Hotspots, LAN-Kopplung) betrachtet.

    28. Oktober 2005
  • : RFID im Verkehrsverbund Taipei
    RFID im Verkehrsverbund Taipei

    Taipei Easycard Terminal im Bus Wie die Verkehrsbetriebe in Taipei auf ihrer Webseite berichten (chinesisch/englisch) werden dort seit einigen Jahren berührungsfreie RFID-Tickets u.a. für den Nahverkehr eingesetzt. Die Technologie ist von Philips (Europa) und nennt sich Mifare, dort sind weitere Implementierungen verlinkt. Eine Flash-Animation verrät einige Details zur ‚Easycard’ (per Pop-Up, daher nicht direkt verlinkbar; oben auf den Showcases-Link klicken). Mich interessierten v.a. die Erfahrungen, die damit gesammelt werden konnten. Bei meinem Aufenthalt in Taipei hab ich auch einige Fotos gemacht, die die Verbreitung und Verwendung der Technik verdeutlichen.

    Solche Terminals wie oben auf dem Foto befinden sich in den Bussen und der U‑Bahn, man führt dann beim Aus- und/oder Einsteigen seine Easycard direkt vor dem Gerät vorbei und darf dann durch.

    25. Oktober 2005
  • : Die Hälfte der EU-Ämter arbeitet mit Freier Software
    Die Hälfte der EU-Ämter arbeitet mit Freier Software

    Laut einer Studie der Universität Maastricht arbeiten 49 Prozent aller Ämter in Europa mit Open Source / Freier Software (FLOSS) – manche ohne es zu wissen. Leiter Rishab Aiyer Ghosh, im Vorstand der Open Source Initiative (OSI), hatte bereits 1996 eine erste Studie zu den Produktionsbedingungen unter Open Source / Freier Software vorgelegt. Vor drei Jahren erarbeitete er eine der umfassendsten Untersuchungen zur Spezies der Entwickler und Anwender von Freier Software. Auf der Amsterdamer EuroOSCON, der „European Open Source Convention“ des O‚Reilly Verlages, wartete er letzte Woche mit der Nachfolgestudie auf: Das von der EU geförderte Projekt FLOSSPOLS analysiert die Verbreitung von Open Source / Freier Software in den Behörden mittels Befragung per Telefon und Fragebögen. 955 Antworten aus 13 Staaten der Europäischen Union belegen folgendes: Knapp die Hälfte aller staatlichen Institutionen benutzen Open Source / Freie Software. Erstaunlicherweise war einem Drittel der direkten und indirekten Anwender gar nicht bewusst, dass sie auf Open Source Software beispielsweise mit MySQL-Datenbanken, Apache-Servern oder unter GNU / Linux arbeiten. Hier wird auch deutlich, dass von dem verbleibenden Nicht-Nutzern diejenigen in Zukunft umsteigen könnten, die im Moment vor allem mit individuell zugeschnittener Software arbeiten. Als Grund für die zögerliche Migration auf Linux wird als erstes die Angst vor einem mangelnden Support angegeben. Allerdings stehen die Karten günstig für einen Umstieg: Die Hälfte aller Befragten muss in den nächsten zwei Jahren ihr Budget zurückfahren und will das mit gekürzten Lizenz-Ausgaben erreichen. Die Nicht-User spielen deshalb auch mit dem Gedanken, auf ein günstigeres Betriebssystem zu wechseln. Aufschlussreich ist die Verteilung von IT-Support in den Abteilungen: Während der Administrator eines Windows-Netzwerks in der Regel 53 Rechner beaufsichtigt, wartet der Linux-Techniker durchschnittlich 63. Beim Zusammenhang von Gebrauch von Linux und PC-Ratio gibt es mehrere Vermutungen: Entweder stellen die Administratoren auf Open Source um, weil sie mit den Rechnern überlastet sind – oder sie migrieren und können deshalb als Folge mehr Computer betreuen.

    Zur Erinnerung: Die große FLOSS-Umfrage von 2003 brachte Interessantes zur Entwickler-Spezies zu Tage. Nach der Befragung von 2784 Personen wurde bestätigt: Open Source-Entwickler sind fast ausschließlich männlich (98,9 Prozent) und zu 41 Prozent Single. Die Mehrheit ist zwischen 19 und 33 Jahren alt und bevorzugt Debian als Distribution. Ihr folgen Red Hat und Mandrake. Viele haben in der zweiten Hälfte der Neunziger damit begonnen – offensichtlich ist das Hantieren mit Open Source eine Generationsfrage: „Das Entwickeln von Open Source / Freier Software ist eher eine Angelegenheit der nachfolgenden Generation als eine der erfahrenen Software-Entwickler“, so der Report.

    25. Oktober 2005
  • : Heute Abend: MDR-Fernsehen über Biometrie
    Heute Abend: MDR-Fernsehen über Biometrie

    Wo wir schonmal dabei sind: Es scheint heute einen Biometrie-Themenabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu geben. Die MDR-Sendung „ECHT“ geht um 21:15h der Frage nach „Ob die neuen Reisepässe fälschungssicher sind? Allerdings scheint der MDR ausnahmsweise mal innovativer als der WDR zu sein. Auf der Seite gibt es einen acht Minuten langen Vodcast (MP4 / 22MB) des Biometrie-Teils, den man sich jetzt schon ansehen kann. Zwar stürzte mir die ersten Mal beim rumklicken jedesmal mein Firefox ab, aber irgendwann spielte der Film dann selbstständig. Zu sehen ist u.a. der Wetterfrosch, wie er Fingerabdrücke fälscht.

    Passend dazu bloggt Constanze Kurz vom CCC als Gast-Bloggerin einmalig beim MDR-ECHT-Blog.

    25. Oktober 2005
  • : Heute Abend: WDR-Fernsehen über Biometrie
    Heute Abend: WDR-Fernsehen über Biometrie

    Heute Abend läuft im WDR-Fernsehen um 21:00h die Sendung „Q21 – Wissen für morgen“. Q21 nimmt nach eigenen Aussagen alle 14 Tage „die gesellschaftlichen Auswirkungen des wissenschaftlichen Fortschritts unter die Lupe“ und will für Fragen des 21. Jahrhunderts stehen. Eines der drei für heute angekündigten Themen ist „Sicherheit: viele Löcher“

    Ab November 2005 gibt es nur noch sie – die biometrischen Reisepässe. Mit Datenchip, maschinenlesbar, sicher. Doch eine Studie mit mehr als 2.000 Versuchspersonen am Flughafen Frankfurt belegt: In der Praxis versagt die Biometrie. Zu viele Fehler. Datenschützer und Juristen warnen: Die Fehlerquote muss sinken, sonst ist der Einsatz des Dokuments nicht verfassungskonform. Ist das machbar?

    Es gibt leider keinen Stream, wie so oft im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

    25. Oktober 2005
  • : Linux bei BeeTV in Taipei
    Linux bei BeeTV in Taipei

    Über Taiwan weiß man hierzulande meist zu wenig; auch die Ein-China-Politik der vergangenen Schröder-Regierung kann dafür als Grund herhalten. Monitore von BeeTV in Bussen in Taipei Meist ist nur die ausgeprägte Technikverliebtheit als Stereotyp hier angekommen. Im Urlaub konnte ich selbst beobachten, wie dort mit Technik verschiedenster Art umgegangen wird. U.a. gibt es das Bus-Werbefernsehen BeeTV, das neben Kommerz auch reichlich Cartoons zeigt und so manche längere Fahrt duch Taipei verkürzen hilft. Interessant ist, dass ich das System einmal unverhofft beim Booten beobachten konnte: es ist ein Linux!

    So sieht das in den Bussen aus (und, für die Pedanten: ja, das weniger verwackelte Foto stammt aus einem anderen Bus). In der Hektik kurz nach dem Einsteigen hab ich diese Screenshots machen können. Photographisch verpasst habe ich da leider den Acer-Logo-Startscreen samt Bios-Nummer. Links vorne fast unter dem Fahrer sitzt eine graue Acer-Box mit der Hardware, etwa von Notebook-Größe. Ist fest verschraubt und hier gerade noch so zu sehen. Praktisch alle Busse, die ich in Taipei benutzt habe, haben diese Ausstattung.

    Welches Linux da bootete war mir nicht ganz klar, das ganze ging viel zu schnell und ich war unvorbereitet. Daher die leicht verwackelten Fotos, was an der Hektik liegt und an der Baustelle, durch die der Bus da gerade fahren musste. Die Bootscreens sind teils farbig, folgen dabei aber nicht dem mir bekannten Farbschema von Gentoo. Wer weiß da mehr oder erkennt das auf den ersten Blick?

    20. Oktober 2005 2
  • : Taipei: öffentliches WLAN in der U‑Bahn
    Taipei: öffentliches WLAN in der U‑Bahn

    Taipei Metro Wireless Internet Service Belustigend, die Technikverliebtheit in Taiwan, und zugleich außerordentlich zuvorkommend: die Zugangsbauwerke der U‑Bahn in Taipei sind mit drahtlosem Internet versorgt, im Gegensatz wohl zu den Tunneln und Zügen (so wurde mir berichtet). Dafür aber gibts diese Schilder im Bahnhof (nicht auf dem Bahnsteig).

    Testen konnte ich das nicht, weil mein Mobiltelefon kein WLAN kann. Gedacht ist der Dienst jedenfalls klar für Leute, die einen Laptop dabei haben, und diesen zum was-auch-immer-tun abstellen möchten:

    Taipei Metro Laptop Abstellplatz

    Pragmatisch gedacht: Man muss beim Benutzen stehen. Bänke gibts da kaum auf der Zwischenebene, und in der U‑Bahn selbst soll man weder Computer noch Mobiltelefon benutzen. Diejenigen, die trotzdem telefonieren, halten ihre Hand so, dass sie eine Sprechmuschel bildet und man in der Umgebung kaum etwas hört. Im Berufsverkehr weiß man dann, weshalb Laptops nicht in der Bahn rausgeholt werden sollten: die Wagen sind knallvoll (wenn auch nicht so eng wie in Japan).

    Die Versorgung der etwa 50 U‑Bahnhöfe ist Teil der stadtweiten, öffentlichen Versorgung der Stadt mit WLAN. Der Plan zur Einrichtung von u.a. 15.000 bis 20.000 HotSpots im öffentlichen Raum wurde 2004 vom Bürgermeister Ma ying-jeou (馬英九) in der Vision „Wireless Taipei, Endless Taipei“ formuliert und ist recht weit vorangekommen. (Das wäre auch nochmal einen eigenen Artikel wert.)

    15. Oktober 2005 2
  • : BBC: Internet Media Player schliesst aus
    BBC: Internet Media Player schliesst aus

    Über den „Internet Media Player“ (IMP) der BBC hatte ich schon im Mai berichtet. Heute ist die offizielle Testphase mit einigen Tausend Teilnehmern gestartet. Und ich bin nicht mehr davon überzeugt, dass dieses Projekt eine gute und innovative Sache ist. Der Grund? Es wird Digital Rights Management eingesetzt, welches nur mit dem Internet Explorer und dem Windows Media Player läuft. Tolle Innovation – Nutzer von anderer Software werden ausgeschlossen. Ob das im Sinne eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ist, dessen Aufgabe es sein sollte, einen Zugang zu schaffen? Screenshots finden sich übrigens hier.

    5. Oktober 2005
  • : EU-Kommission will Funkfrequenzspektrum harmonisieren
    EU-Kommission will Funkfrequenzspektrum harmonisieren

    Nochmal die EU-Kommission. Diese will mehr Flexibilität und Wettbewerb bei der Frequenznutzung. Damit ist eine Harmonisierung und „optimale“ Nutzung des Funkfrequenzspektrums im gesamten EU-Raum“ gemeint. Mehr Infos haben Golem, Heise und Futurezone.

    Aber vermutlich ist damit leider nicht ein Weg hin zu mehr Innovation durch „Open Spectrum“ gemeint.

    Mehr Infos zum Open Spectrum-Movement bietet übrigens die Freifunk-Seite und die englischsprachige Open Spectrum FAQ.

    30. September 2005
  • : Keine SMS-Fahndung mehr
    Keine SMS-Fahndung mehr

    Die letztes Jahr im Frühjahr von Otto Schily gestartete SMS-Fahndung ist endgültig als Pilotprojekt gescheitert. Die Idee dahinter war, dass Polizeistellen an örtliche Multiplikatoren (z.B. Taxi- und Busfahrer) Fahndungsaufrufe schickten und diese dann wertvolle Hinweise geben, welche zur Verhaftung der Gesuchten führen. Dazu wurden Pilotprojekte in magedeburg, Lüneburg und Bockum gestartet.

    Otto Schily erklärte
    noch zum Start:

    „Die Polizei muss unmittelbar nach einer Straftat alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um einen flüchtenden Straftäter zu ergreifen. Die schnelle und direkte Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit von Polizei und Bevölkerung. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Täter aufzuspüren und eine Straftat schnell aufzuklären. Auch bei der Suche nach vermissten Personen, insbesondere Kindern, kann die SMS-Fahndung wertvolle Hilfe bieten. Die Polizeidienststellen des Bundes und der Länder verfügen damit ab sofort über eine zusätzliche Möglichkeit, zielgerichtet und multimedial in der Öffentlichkeit nach Straftätern oder vermissten Personen zu fahnden.“

    Glorreiches Ergebnis nach mehr als einem Jahr Laufzeit: Keine Hinweise. Dafür aber wahrscheinlich viele spannende Stunden für Polizisten, einen möglichst detaillierten Fahndungsaufruf in 160 Zeichen unterzubekommen.

    Mal schauen, wann das SMS-Fahnungsportal abgeschaltet wird. Noch ist es online.

    30. September 2005 2
  • : Über China, Phishing, den CCC und Nutzwerk
    Über China, Phishing, den CCC und Nutzwerk

    Ganz verwundert habe ich mir heute morgen die Augen gerieben, als ich durch Zufall über einen Artikel der Leipziger Volkszeitung gestolpert bin: Online-Angriffe aus China. Thema des Artikels ist eigentlich Phishing, aber auch Nutzwerk (bekannt durch Filtersoftware und Klagen gegen den FFII) kommt prominent darin vor, der Chaos Computer Club und die Chinesische Regierung.

    Aber mal von vorne. Dass Phishing ein Problem ist, dürfte ja allgemein bekannt sein. Schon in der Einleitung wird deutlich: „Neue Spuren deuten darauf hin, dass die digitalen Attacken aus China kommen.“ Dann werden die Schäden aufgezählt,welche durch Phishing in Sachsen entstanden sind (Nur drei Fälle – dachte eigentlich, das sei ein grösseres Problem), ein Sprecher der Dresdner Bank wird zitiert und dann startet die Schleichwerbung für Nutzwerk. Der nächste Abschnitt ist jedoch wieder so konfus, dass ich ihn mal quoten muss:

    Doch Nutzwerk hat sich nicht nur der Prävention verschrieben, sondern auch der Verfolgung der Täter. „Wir sind zwei Fällen nachgegangen, in denen Kunden der Sparkasse und der Dresdner Bank angeschrieben wurden.“ Die digitale Spur führte in beiden Fällen nach China. Die dortige Regierung nimmt großen Einfluss auf die Internetarchitektur ihres Landes. Bereits Anfang des Jahres deckte der Chaos Computer Club Zensursysteme jenseits der virtuellen Chinesischen Mauer auf. Die Leipziger Ermittler hatten die Phisher bisher in Osteuropa vermutet: „Aber das kann man technisch leicht manipulieren“, so Thomas.

    Verwundert reibe ich mir die Augen, welche Zensursysteme der CCC Anfang des Jahres in China aufgedeckt hat. Klar gibt es in China massiv Zensur, aber das weiß man schon seit längerer Zeit, nicht erst seit Anfang des Jahres und zu dem Zeitpunkt hat der CCC auch nichts in diese Richtung aufgedeckt, vielleicht mal drauf hingewiesen. Allerdings hat dieses Thema hier und jetzt in diesem Artikel nichts zu tun, sondern es klingt eher, als ob der Name CCC mal schnell herangezogen werden müsste. Andererseits suggeriert dieser Absatz, dass China durch seine grosse Zensurtechnologie jetzt auch noch als Staat im Organisierten Verbrechen mitspielt, um die westliche Welt durch Phishing-Attacken auszunehmen.

    Einerseits wird argumentiert, digitale Spuren seien leicht zu manipulieren, dann wiederum vermutet man die Phisher in Osteuropa, aber es ist dann ganz klar, dass diese aus China kommen müssen, weil (nächster Absatz):

    Nutzwerks Recherchen indes rücken die Rolle der Volksrepublik in ein neues Licht. „Wir sind sicher, dass die Regierung den Versand von Spam und damit auch von Phishing-Mails deckt“, meint Holzer, bei dessen Untersuchungen unter anderem Sinopec, Asiens größte Ölraffinerie, auftauchte. Diese sei zu 55 Prozent in staatlicher Hand. Eine Mitwirkung bei der Aussendung von Massenmails liege nahe. „Inwiefern Sinopec wirklich verwickelt ist, konnten wir nicht zweifelsfrei herausfinden.“

    SPAM aus China ist ein grosses Problem, aber diese Argumentation ist genauso komisch, wie wenn man die US-Regierung bezichtigen würde, Phishing-Mails und SPAM zu decken. Zuerst ist man „sicher“, nur drei Zeilen später können sie es „nicht zweifelsfrei herausfinden.“ Ja, was denn jetzt?

    Hier wird einfach mal für eine Regionalzeitung alles zusammengeworfen, was gerade aktuell ist, die Angst vor Phishing, Zensur, China und die grosse Rettung aus Leipzig, die Firma Nutzwerk.

    Echt komische Story, klingt eher nach einem eingekauften PR-Artikel, Schleichwerbung oder sonstwas. Aber nicht wie ein gut recherchierter Artikel mit einer vernünftigen Argumentation. Dabei haben gleich zwei „Journalisten“ diesen zusammen geschrieben.

    27. September 2005 2
  • : 3Sat: Eine kurze Geschichte des PCs
    3Sat: Eine kurze Geschichte des PCs

    3Sat hat eine kurze Geschichte des PCs veröffentlicht. Der Beitrag füllt mehrere Seiten und ist interessant.

    Eine kurze Geschichte des PCs – Von den Anfängen einer Erfolgsmaschine

    Vor 30 Jahren, 1975, begann mit dem ersten „Personal Computer“ die technische Revolution, die unsere Welt bis heute entscheidend verändert hat: Privatpersonen begannen kleine Computer für zu Hause zu besitzen – persönliche Computer also. Vor 20 Jahren gab es das erste Windows. Eine grafischen Oberfläche, die zwar von konkurrierenden Vorbildern inspiriert wurde, sich aber heute auf fast jedem PC der Erde findet und spätestens seit Windows 95 Computer leichter bedienbar und populärer werden ließ.

    Es scheint sich dabei um einen Remix der Dokumentation „Triumph of the Nerds“ zu handeln. Einen Stream gibt es leider nicht:

    Aus lizenzrechtlichen Gründen ist uns das Streamen der Dokumentation „Eine kurze Geschichte des PC’s“ nicht möglich.

    Einziger Kritikpunkt: Die Doku endet mit dem Konflikt MacOS/Windows. Linux kommt nicht mehr vor. Liegt wohl daran, dass die Doku aus dem Jahre 1996 ist.

    Update: Kommt übrigens am heutigen Samstag um 17h auf 3Sat.

    23. September 2005 1
  • : SPAM-Beschwerdestelle
    SPAM-Beschwerdestelle

    Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will SPAM zugeschickt bekommen. Nicht zum Spass, sondern für die neue SPAM-Beschwerdestelle. Nach einer Prüfung sollen rechtliche Schritte gegen die Versender und Auftraggeber unternommen, im Optimalfall Gewinne abgeschöpft und Unterlassungsklagen gestellt werden. Ich weiss zwar nicht, ob sie wissen, was da auf sie zukommen könnte, aber eine Beschwerdestelle finde ich notwendig. SPAM-Mails bitte an beschwerdestelle@spam.vzbv.de schicken.

    22. September 2005 2
  • : WordPress: Probleme mit Spaminator?
    WordPress: Probleme mit Spaminator?

    Bis vor einigen Versionen dieser WordPress-Software funktionierte das Spaminator-Plugin ziemlich gut, und hat Kommentarspam zuverlässig verhindert. Mit regulären Ausdrücken, die per Klick updatebar waren, wurde die Spamlast deutlich verringert. Danke Mookitty! Lange Zeit war Ruhe im Karton.

    Seit gestern sind über 40 lästige Kommentar- und Trackbackspams aufgelaufen, die wir dem Plugin beibringen wollten. Kommentare werden seit Dezember moderiert, die Trackbacks per Plugin freigeschaltet, was ebenfalls gut funktioniert (von MtDewVirus). Zum Anlaß wollten wir die RegEx-Liste erneuern, und folgten dem Link im Plugin – und landeten mit Umwegen hier:

    This is my new site, I’ve done away with the “blog” subdomain to make things a bit cleaner to deal with.

    If you’re looking for my old WordPress plugins and such, they’re not here. User support was getting too much for me, and most importantly, my most popular plugin, Spaminator, didn’t work with the final 1.5 release. My old blog was based on a 1.5 beta and when the bug reports came in I just lost all enthusiasm for the project. It worked for me, and that was enough. (Zitiert von http://mookitty.co.uk/index.html – nicht verlinkt; siehe unten)

    Offenbar haben wir da was nicht zeitnah mitgekriegt beim Versionsupdate. :P Seltsam ist die Sache aber schon, die Seite von Mookitty war früher in einem süßlichen rosa gehalten und ist jetzt visuell sehr nüchtern, und das Drupal scheint voll durch. Auffälliger jedoch sind die Texte im Blog selber (Screenshot):

    mookitty s site spammed

    Nur so beschrieben: die Links auf der Seite leiten alle brav auf die Angebote im Netz, gegen die der Spaminator und andere Plugins vermeiden und kurzhalten will. Sportwetten, Glücksspiel, ein „Bericht“ aus Las Vegas und thematisch passende IRC-Kanäle. Irgendwas ist da total schiefgelaufen.

    Wir spekulieren: Wenn Mookitty tatsächlich die Lust verloren hat, und nach einem Aufspielen des Drupal das Dingen nicht mehr pflegt oder es gehackt wurde… dann lassen wir die alte Seite besser in Ruhe und verlinken nicht. Die Datumsangaben sind konsistent: vor ca. 23 Wochen wurde das Blog zugespammt, und dann (so scheint es) verlassen. Die letzte Version des im Repository von dev.wp-plugins.org ist 8 Monate alt. Haben die Spammer also doch einen Effekt jenseits von Geldflüssen und Traffic: engagierte Entwickler gehen offline. Sehr schade. Weiß jemand mehr? Was verwendet Ihr um Spam aller Art abzuhalten?

    19. September 2005 1
  • : Orwell für Anfänger: Der IE 7.0 Phishing Filter
    Orwell für Anfänger: Der IE 7.0 Phishing Filter

    Der IE 7.0 soll einen Phishing-Filter erhalten, der mal wieder leicht orwellsche Ausmasse anzunehmen scheint. Mit aktiviertem Phishing-Schutz schickt IE7 jede aufgerufene URL an einen Microsoft-Server um sie mit einer Blacklist abzugleichen. Tolle Sache, damit kann man superviel tracken, was die Konsumenten so machen.

    Natürlich kann man sich auch auf eine „White-List“ eintragen:

    If you are a site owner and your website is shown as suspicious or blocked, you too can click on the red or yellow warning in the Security Status Bar and click on the link to send feedback about the mistake. On the feedback page you can fill out the necessary information and request to have your website reevaluated. Once a request has been submitted it is reevaluated by the Phishing Filter team. Based on the reevaluation, the site will either be removed from the list or left as it is.

    Also wenn ich ein Phisher wäre, würde ich auf die später zu nutzende Seite erstmal „harmlosen“ Content setzen, eine Mail ans MS-Phishing-Team schreiben, mich auf die Whitelist setzen lassen und dann den Content gegen die Phishing-Seite austauschen.

    Auf die Idee kommt auch ein Mozilla-Developer in seinem Blog, der auch noch andere Rückschlüsse zieht:

    Server-blacklist-based anti-phishing implementations put you in an arms race, and one in which the phishers hold all the cards. They have 20,000-strong botnets with automatic deployment tools; you have to check every submitted URL by hand. They can invent new ways of obfuscating and redirecting URLs; you are limited by the tools built into your deployed client. They have a large financial incentive; you are giving away a free product.

    There’s no magic bullet, but I believe the correct route to take is a combination of greater SSL use (which means we need SSL vhosting), stronger certificate field verification and OCSP, combined with in-browser standalone heuristics and a sprinkling of user education. A minimal amount of the latter is IMO, sadly, unavoidable – it’s very hard to protect people who will put their credit card number into just any web form which asks for it.

    Viel Spass mit dem IE 7.0.

    13. September 2005 1
  • : Weltbank-Strategiepapier empfiehlt Offene Standards
    Weltbank-Strategiepapier empfiehlt Offene Standards

    Offene Standards sind Garant für Innovation und Nachhaltigkeit – auch in der Öffentlichen Verwaltung. Sie stehen für mehr Bürgervertrauen in die öffentliche Institutionen, ein nachhaltiges Verwaltungshandeln, eine verbesserte Kommunikation zwischen Verwaltungseinheiten sowie einen fairen Wettbewerb von IT-Technologien.

    Nun haben sich hochrangige Regierungsvertreter aus dreizehn Nationen, darunter China, Brasilien, Dänemark und Jordanien, zusamengeschlossen und gemeinsam ein Strategiepapier formuliert, dass die Einführung Offener Standards in der Datenspeicherung fordert und fördern soll.

    Das Dokument, das der Weltbank am 09. September 2005 vorgelegt wurde, ist eine erste Roadmap für die länderübergreifende Einführung Offener Standards unter Berücksichtigung nationaler Verwaltungskontexte. Als Offenen Standard definiert der Bericht eine Technologie, die keinem einzelnen Unternehmen gehört und öffentlich verfügbar ist; verbunden mit dem Verweis, dass Offene Standards keinesfalls mit Open Source Software gleichzusetzen sind.

    Der Urspung des vorgelegten Dokuments liegt im Berkman Center for Internet and Society der Harvard Law School, wo Offene Standards bereits seit Jahren als wichtiges Thema der Informationsgesellschaft diskutiert und propagiert werden

    Die dauerhafte Unabhängigkeit der staatlichen Verwaltungsapparate von einzelnen Software-Konzernen und der nationale und internationale Austausch von Informationen und Daten, kann nur mithilfe Offener und einheitlicher IT-Standards realisiert werden.

    Wichtig sei nach Aussage der Beteiligten, die Entscheidungsfreiheit der einzelnen Staaten, ob sie Freie Software oder proprietäre Produkte einsetzen wollen. Denn zugleich macht der Bericht deutlich, dass der Einsatz quelloffener Software allein keineswegs ein „offenes IT-Ökosystem“ garantiert.

    Fallbeispiele aus einzelnen Staaten, in denen Offene Standards bereits in die IT-Strategie integriert sind, illustrieren die im Report formulierten Forderungen. Offene Standards als Effizienz‑, Innovations- und wirtschaftlicher Wachstumsfaktor – unter dieser Überschrift werden die Effekte Offener Standards für den öffentlichen und privaten Sektor sowie für Endanwender behandelt.

    Um ein auf Offenen Standards basierendes IuK-System zu etablieren, bedarf es einer langfristig abgestimmten Strategie, die nationalen Bestimmungen und Strukturen genauso Rechnung trägt, wie der generellen technologischen Entwicklung. Der Bericht will jedoch kein Migrationsplan „out of the box“ sein, gibt allerdings den interessierten Verantwortlichen nützliche Hilfestellungen bei der Entwicklung nationaler IuK-Strategien.

    13. September 2005
  • : Seltsame Kundenbindungsstrategie bei E‑Plus
    Seltsame Kundenbindungsstrategie bei E‑Plus

    Komische Sache: Joerg Olaf schreibt gerade bei Yamb über seine aktuellen Erfahrungen mit E‑Plus, und mir kommt das alles sehr bekannt vor. Seit sechs Jahren bin ich dort Kunde und mein letzter Vertrag lief letzten Monat aus.

    7. September 2005 7